Dienstag, 26. Juni 2018
Flow
Gehen in winzigen Schritten, Schrittlänge etwa zehn Zentimeter, sehr langsam, rhythmische Vollatmung. Niemals stehenbleiben, keine Zwischenrast. Es hat etwas meditatives. Andere überholen mich schnellen Schrittes. Am Ende habe ich sie überholt. Das richtige Gehen am Berg kennt keine Eile, nur diszipliniertes Haushalten mit den Kräften. Temperaturwechsel zwischen 20 und 0 Grad, ohne die durchgeschwitzte Kleidung wechseln zu können, abends in die Sauna.















Schnee selbst in der berüchtigten Nordwand, ich hatte gedacht dass die viel zu steil sei als dass er sich da halten könnte.








Am Abend übermannt einen der Schlaf, tiefer als er jemals im Flachland und Alltag ist. Glücksgefühle.

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Freitag, 22. Juni 2018
Die nördlichste Stadt Italiens
ist bekanntlich Lienz in Osttirol, Ort der Entspannung nach den ersten Bergtouren.









Flanieren, Spaghetti nach sehr südlichem (sizilianischem) Rezept essen, die aktuelle Ausstellung in Schloss Bruck besuchen, Eis schlecken, sehnsuchtsvoll schönen Frauen hinterhersehen (erreichbar die Bergkameradin mit der ich den Abend verbringen werde, andere so unerreichbar wie ferne Galaxien im Hubble-Teleskop), und die politische Realität ist hier genauso offensichtlich präsent wie im JUZI, ARAB oder Conne Island.


Welche Realität, Papa?

Es gibt nur eine.

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Mittwoch, 20. Juni 2018
Der dritte Tag
5 Gipfel an einem Stück. Und ich bin gar nicht gut in Form, gehe unheimlich langsam mit vielen Pausen. Allerdings auf einem sonnendurchglühten Grat, und meinen gemessenen Werte sind gut: 85 Bpm im Anstieg, 104 beim Klettern, 64 im Abstieg. Mein Herz selber pocht in den Schläfen, aber das ist Schlagvolumen, nicht Geschwindigkeit. Vor mir sind schon die Paraglider am Start.




Über uns kurbeln vier Adler in der Thermik. Es blühen die Alpenrosen, die eigentlich keine Rosen sondern Rhododendron sind, die im Himalaya ganze Wälder bilden.






Ein etwas expressionistischer Heiland grüßt am Weg in den Grat, dann geht es los.





Diese Zinnen müssen überschritten werden, und es ist brütend heiß.







Es blüht der Stengellose Enzian ebenso wie das Edelweiss, beide Pflanzen gibt es hier in Massen.






Der Aufstieg ist anspruchsvoll.







Am Ende aber werde ich mit einem großartigen Ausblick belohnt.













Auch wenn ich im größten Teil meines Lebens völlig andere Dinge tue - Berge! Dafür lohnt es sich zu leben!

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Montag, 18. Juni 2018
Nachschlag zum Dieselskandal
https://www.youtube.com/watch?v=j7WwNd-7fVg

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Wieder auf der Höhe
Endlich bin ich wieder in den Bergen. Welch ein Kontrast - 24 Grad im Tal, und ich überquere ein Schneefeld.

Der Sommer hat noch nicht Einzug gehalten, ich muss eine geplante Hochtour absagen da die Zugangsscharte hüfttief voller Schnee ist, wird wohl stattdessen auf Kletterei in sonnenbeschienen Felswänden hinauslaufen.

Ich erfahre interessante Dinge über die Verhältnisse die hier früher herrschten: Die Almen waren nur mühselig über beschwerliche Steige erreichbar wofür man Stunden brauchte. Daher wurde die Käse- und Butter-Produktion auf der Alm betrieben, die Senner lieferten fertige Produkte an die Bauern die diese für sich selbst verbrauchten, reine Subsistenzwirtschaft. Dann wurde eine Straße gebaut, eigentlich als Erschließungsmaßnahme zum Bau eines Kraftwerks die am entschlossenen Widerstand der Bevölkerung (vor allem der Frauen) scheiterte. Dafür nutzen die Bauern sie um in Minuten auf den Almen zu sein. Senner gibt es nicht mehr, die Milch wird frisch an Molkereien geliefert. Die Sennhütten sind teils noch bewohnt, dienen aber nicht mehr ihrem früheren Zweck. An den Milchkannen die noch on Gebrauch sind stehen Inbetriebnahmedaten wie "1892". Sogar eine Kirche gab es hier oben, heute funktionslos.





















Heute miaut mein Muskelkater, morgen wird er fauchen. Ich schwitze beim Bergsteigen so als sei ich 5 Stunden in der Sauna, aber die Funktionsklamotten müssen nicht gewaschen werden: Es reicht, sie nachtsüber in den Wind zu hängen.

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Freitag, 15. Juni 2018
Nostalgie
Ostalgie der Ostgoten die die Täterä zwar nicht zurückhaben wollen, aber Teutschland ohne Migranten, eine Partei die die Verhältnisse von vor 1968 wiedererschaffen will, ein US-Präser, der die Cowboy-US und a reinkarnieren möchte - im tiefen Kern wünscht sich die Welt noch viel zurücker. Wenn in Produktion und Emission wir schön fleissig und zugleich dumm sind ist´s möglich, dass bald wir schon im Paläozoikum sind. Ach wär das schön, das wäre sie - die absolute Nostalgie.

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Donnerstag, 14. Juni 2018
Studium für Geflüchtete
Die Leibniz Universität Hannover bietet ab dem 27.06.2018 wieder einen Mathematikkurs für Geflüchtete Studienbewerber und Studierende an. Ziel ist die Verbesserung oder der Erwerb studienrelevanter Mathekenntnisse als Vorbereitung auf ein entsprechendes Studium. Dabei geht es vor allem auch um die deutschen Fachbegriffe und ein erstes Kennenlernen der Uni. Der Kurs ist kostenlos.

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Die Menschenverachtung nimmt zu: Tote ins Meer geworfen
Vom US-Kriegsschiff „Trenton“, das am vergangenen Dienstag 41 (nach anderen Berichten 40) Boat-people gerettet und 12 Ertrunkene geborgen hat, wurden die 12 Toten nach zweieinhalb Tagen Aufbewahrung zurück ins Meer geworfen. Als Grund wurde angegeben, dass das Schiff keine entsprechenden Kühlräume habe und von Italien kein Anlandehafen angegeben wurde. Falls dem Schiff die Nahrung für die Geretteten ausgeht, was passiert dann? Die US-Marine und die italienische Marine, die seit Jahren vor der libyschen Küste dauerpräsent sind, verfügen über Rettungshubschrauber. Ein Luft-Transport von 12 Toten stellt keinerlei logistische Herausforderung dar. Die aktive Versenkung von tot geborgenen Bootsflüchtlingen zurück ins Mittelmeer ist ein Präzedenzfall. – Mittlerweile meldet das NGO-Rettungsschiff „Sea Watch 3“, das sich ebenfalls vor Ort befindet, das Auffinden eines großen beschädigten Schlauchboots ohne Passagiere.
mehr:
http://ffm-online.org/2018/06/14/us-kriegsschiff-wirft-12-geborgene-tote-zurueck-ins-mittelmeer/

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Sonntag, 10. Juni 2018
K2!
Eine Bergkameradin hat es tatsächlich gemacht und den Berg der Berge bezwungen. Sie schildert es als, was sollte es auch sonst sein, ihre größte bergsteigerische Erfahrung und als Grenzerlebnis, meint aber auch dass sie die Strapazen nicht ihrem schlimmsten Feind zumuten wollte. Hier waren nicht nur die bergsteigerische Schwierigkeit, die Eiseskälte und die dünne Luft lebensbedrohlich, sondern die pure Anstrengung selber.


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Freitag, 8. Juni 2018
Keine Abschiebung aus dem Albrecht-Thaer-Weg! Stellungnahme der Solidargemeinschaft
Versuchte Abschiebung einer Familie im Albrecht-Thaer-Weg - Unsere Nachbarn bleiben!
Mittwoch, den 06.06.2018, hat die Polizei im Auftrag der Stadt Göttingen mitten in der Nacht versucht eine Familie mit Kindern aus dem Wohnheim für Geflüchtete im Albrecht-Thaer-Weg in Göttingen abzuschieben. Wir kritisieren das Handeln der Stadt scharf!
Die fünfköpfige Familie wurde nachts um 3 Uhr aus dem Schlaf gerissen um nach Italien abgeschoben zu werden. Und das, obwohl sich die Mutter zurzeit in ärztlicher Behandlung befindet. Nachdem Nachbarn der Familie versuchten auf die Abschiebung aufmerksam machten, zog die Polizei um kurz nach 4 Uhr unverrichteter Dinge wieder ab. Der Schock, den die Familie erlitt, führte trotzdem dazu, dass die Mutter in einem Krankenhaus stationär behandelt werden musste.
Wir als Bewohner*innen des Studentenwohnheims im Albrecht-Thaer-Weg stellen uns solidarisch an die Seite der Betroffenen! Eine Abschiebung der Familie nach Italien ist unmenschlich und zerstört jeden Ansatz von Integration. Wir sind der Meinung, dass die Familie bei uns im Albrecht-Thaer-Weg sehr gut aufgehoben ist. Hier besteht die Möglichkeit von Austausch und Teilhabe, der älteste Sohn besucht die nahegelegene Brüder-Grimm-Schule, die Familie ist Teil der Gemeinschaft und wächst weiter in sie hinein. Gerade durch die besondere Situation in unserem Wohnheim, durch die Familienwohnungen der Studierenden direkt nebenan, können hier sowohl die Eltern als auch die Kinder schnell und unkompliziert Anschluss an die Gesellschaft finden. In Italien erwartet sie Lagerhaft und kaum eine Möglichkeit der Anbindung an die Gesellschaft oder die Abschiebung in den Irak.
Diese fünf Menschen jetzt aus einem Umfeld zu reißen, in dem sie sich wohl fühlen lehnen wir klar ab. Sie aus diesem Umfeld zu reißen, in dem die Kinder Freunde finden und zur Schule gehen, welches es den Eltern erlaubt sich mit anderen Eltern auszutauschen und in dem sie Unterstützung finden ist brutal und nicht akzeptabel! Stattdessen fordern wir, dass die Familie weiterhin hier bleiben kann und die Kinder in einem sicheren Umfeld zur Schule gehen können.
Unsere Nachbar*innen bleiben! Niemand muss gehen!

Nachfragen können sie an soli.atw@gmx.de stellen.
Weitere Neuigkeiten
erhalten sie auch auf unserer Facebookseite: https://www.facebook.com/Solidargemeinschaft-ATW-2040391869307861

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Donnerstag, 7. Juni 2018
Suizid in Büren
Nach Suizid in Abschiebehaft sind viele Fragen offen

Büren – Anfang dieser Woche hat sich ein 41-jähriger Georgier in Abschiebehaft in Büren erhängt. In Gedenken an den Verstorbenen findet am Freitag, den 08.06.2018 ab 18:30 Uhr eine Mahnwache vor der Abschiebehaftanstalt Büren statt.

Erneut starb ein Mensch in der Abschiebehaft im westfälischen Büren. Anders als in der Vergangenheit hat die Einrichtungsleitung diesmal versucht, den Vorfall möglichst geheim zu halten. Daher sind bisher die genauen Umstände des Todes bisher noch nicht bekannt.

„Unser Mitgefühl gilt den Familienangehörigen und Freunden des verstorbenen Mannes“, so Frank Gockel, Pressesprecher des Vereins Hilfe für Menschen in Abschiebehaft Büren e.V. Ob diese inzwischen informiert worden sind, ist ebenfalls ungeklärt. Anders als bei dem am 30.08.1999 verstorbenen Rachid Sbaii hat die jetzige Gefängnisleitung den Kontakt mit dem Unterstützerverein nicht aufgenommen. Es wurde dieses Mal versucht, möglichst niemand zu benachrichtigen. „Damals konnten wir wenigstens dafür sorgen, dass die Angehörigen informiert wurden und dass es eine würdige Beerdigung mit einer Trauerfeier gab. Ob sich dieses Mal die Leitung der Abschiebehaftanstalt darum kümmert, wissen wir nicht“.

Obwohl die Umstände dieses Todes noch unklar sind, verwundert es den Verein nicht. „Die Medien berichteten kürzlich über die große Not der Gefangenen und Fälle akuter Suizidalität. Auch die Anzahl der Inhaftierten in Isolierhaft hat in den letzten zwei Jahren stark zugenommen. Aber anstatt dringend notwendige psychologische Betreuungsangebote zu schaffen, wurden die Aufschluss- und Hofzeiten rechtswidrig gekürzt und Isolierhaft stark ausgebaut." So kritisiert Gockel weiter: „Bereits für kleinste Vergehen oder bei psychischen Erkrankungen werden die Betroffenen oft monatelag in Einzelzellen isoliert, teilweise wird ihnen jegliche Form von Kontaktmöglichkeit und Freizeitgestaltung weggenommen.

Der Verein fordert die Landesregierung auf, dafür Sorge zu tragen, dass professionelle Sozialarbeiter und Psychologen eingestellt werden. Zwar sind sogenannte Sozialassistenten im Auftrag eines mittelständischen Familienunternehmens - deren Firmenphilosophie auf eine "störungsfreie und effiziente Auftragserfüllung" abzielt - im Abschiebegefängnis in Büren beschäftigt, diese waren aber in der Vergangenheit oftmals selber überfordert und somit nicht in der Lage adäquat die prekäre Situation der Gefangenen aufzufangen und professionelle Hilfen anzubieten. "Viele Menschen sind in Büren verzweifelt und haben Angst vor der Abschiebung. Deshalb braucht es Sozialarbeiter und Gesprächsangebote für die Inhaftierten.“ Der Verein kritisiert bereits seit längerem, dass die Anstaltsleitung nicht bereit ist, NGO´s in einem angemessenen Rahmen mit den Inhaftierten reden zu lassen. So dürfen sich die Betreuer des Bürener Hilfsverein oft nicht aussuchen, wer mit ihnen spricht „Es ist ferner nicht hinnehmbar, dass die Gefangenen die christlichen Seelsorger selber bezahlen müssen und dass Gebühren für die im Gesetz vorgeschriebene, kostenlose Rechtsberatung verlangt werden.“ Außerdem muss es Gespräche zwischen allen Akteuren in diesem Bereich geben. Gockel weiter: „Stattdessen sind Gesetzesverschärfungen geplant, welche nur den Druck auf die Gefangenen weiter erhöhen sollen. Dies kann dazu führen, dass die Anzahl der Suizidversuche künftig zunehmen werden“.

Am Freitag, den 8.6.2018 ruft der Verein um 18:30 Uhr zu einer Mahnwache vor dem Abschiebehaftgefängnis in Büren auf, um dem Verstorbenen zu gedenken.

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Mittwoch, 6. Juni 2018
Familiennachzug: Bundestag muss Gesetz dringend nachbessern
BERLIN, 06.06.2018 – Anlässlich der ersten Lesung des Gesetzentwurfs zum Familiennachzug zu subsidiär Schutzberechtigten am Donnerstag (07.06.) im Bundestag erklärt Franziska Vilmar, Expertin für Asylrecht bei Amnesty International in Deutschland:

„Amnesty International appelliert an den Bundestag, den Familien aller in Deutschland lebenden Geflüchteten ein Zusammenleben zu ermöglichen. Menschen, denen in ihren Herkunftsländern wie Syrien oder dem Irak ein ernsthafter Schaden, Folter oder die Todesstrafe drohen, dürfen nicht über Jahre hinweg von ihren Angehörigen getrennt bleiben.“

Die neue Regelung soll den Familiennachzug zu subsidiär Geschützten auf monatlich 1.000 engste Familienangehörige begrenzen. „Subsidiär Schutzberechtigte sind aber in einer vergleichbaren Lage wie Flüchtlinge, die Schutz nach der Genfer Flüchtlingskonvention erhalten. Die in dem Gesetzesentwurf gemachte Unterscheidung zwischen beiden Gruppen geflohener Menschen ist diskriminierend und die Quote menschenrechtlich unverantwortlich“, so Vilmar.

„Es ist abzusehen, dass etliche Familien über viele weitere Jahre hinweg auseinandergerissen bleiben, da das vorgeschlagene Verfahren langwierig, kostspielig und voller Hürden ist. Wir befürchten schon jetzt, dass nicht einmal das monatliche Kontingent von 1.000 nachziehenden Familienangehörigen bewilligt werden kann“, sagt Vilmar.

Der Nationale Normenkontrollrat hält eine Evaluierung des Gesetzes – wegen des komplexen Verfahrens und der vorhersehbaren hohen Kosten – für obligatorisch. „Amnesty fordert den Bundestag dazu auf, die Befristung und Evaluierung der Regelung im Gesetzestext zwingend zu regeln. Nur so kann die menschenrechtliche Legitimität des begrenzten Familiennachzugs auf den Prüfstand gestellt werden.“

Die ausführliche Stellungnahme zum Gesetzesentwurf finden Sie unter bit.ly/AmnestyDeutschlandFamiliennachzug.

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Statement zu US Bombardements in Raqqa
Hat bisher kein deutsches Blatt online .... im Gegensatz zum liberalen Wiener Der Standard

https://www.derstandard.de/story/2000080940740/amnesty-moegliche-kriegsverbrechen-durch-anti-is-koalition-in-raqqa

Zur Erinnerung:
Vor den Anschlägen in Frankreich erklärte Präs. Hollande auch aufgrund seiner schlechten Umfragewerte dem IS den Krieg mit Bombardements in Syrien.
Und Anschläge in Deutschland gab es erst seit der Unterstützung der US-Koalition.

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