Montag, 22. April 2019
Esskultur
Bei uns in der Straßen stehen relativ frisch gepflanzte Alleebäume, eigentlich nicht viel mehr als Schösslinge. Rund um diese sind Rasenrabatten angelegt, und zwei davon hat eine Nachbarin mit Blumen bepflanzt und dort Vogeltränken und ähnliches hingestellt, "Pocketparks", wie man das bei uns nennt. In einem dieser Pocketparks bemerkte sie nun, dass irgendjemand dort regelmäßig Toastbrot und Brotkrumen ablegte, zumindest lagen sie da, und auch wenn sie es entfernte fanden sich jedesmal wenige Tage später neue Toasts und Krumen. Nun fand sich des Rätsels Lösung: Eine Krähe kam mit einem Stück Toast im Schnabel angeflogen, tunkte dies ins Wasser der Vogeltränke und aß es dann auf. In der Nähe ist der Müllplatz von Aldi, aber der scheint als Ort zum Verzehren der Nahrungsabfälle nicht gemütlich genug zu sein. Gediegene Esskultur bei intelligenten Vögeln.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Freitag, 19. April 2019
Alarm in den Rockies
David Lama, Hansjörg Auer und Jess Roskelly, alles Weltklassebergsteiger und Bergkameraden zweier befreundeter Extrembergsteigerinnen, eine davon meine Führerin, sind im Baniff Nationalpark wahrscheinlich tödlich verunglückt, mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Lawine erwischt.

https://www.dw.com/de/weltklasse-bergsteiger-nach-lawine-vermisst/a-48396373

https://web.de/magazine/panorama/david-lama-hansjoerg-auer-jess-roskelly-lawinenabgang-gestorben-33666510

https://www.spiegel.de/reise/aktuell/david-lama-familie-aeussert-sich-zum-bergsteiger-unglueck-a-1263731.html

... link (0 Kommentare)   ... comment


Mittwoch, 17. April 2019
Konversionstherapie
Kürzlich ging durch die Medien dass Krankenkassen keine Kosten für sogenannte Konversionstherapien zur heterosexuellen Umpolung von Schwulen und Lesben übernehmen würden. Mein Vater war geschockt darüber dass es so etwas überhaupt gibt und meinte "Was soll der Blödsinn, schwul oder lesbisch sein ist doch keine Krankheit. Da meinen wohl ein paar Therapeuten im durchkapitalisierten Gesundheitsmarkt eine Nische gefunden zu haben."


Hat halt nie von Evangelikalen gehört, der alte Mann. Immerhin: Jemand, der noch eine nationalsozialistische Erziehung erlebt hat findet Homosexualität völlig normal. Beruhigend.


BTW ich meine ja wenn schon Umpolung dann sollte die nach dem Gesetz der Gleichbehandlung in beide Richtungen möglich sein, alle oder keiner, von Hetero nach Homo oder sonstwohin. Dass hieße dann Umschwulung;-)

... link (2 Kommentare)   ... comment


Echt italienisch: Spaghetti mit Zwiebackskrümeln
In meiner Kindheit gab es bei uns regelmäßig Spaghetti Napolitana mit Zwiebackskrümeln statt Parmesan, eine absolute Lieblingsspeise für uns Kinder. Unsere Mutter betonte stets dass dies ein echt italienisches Rezept sei. Die Krümel wurden hergestellt indem sie mit dem Nudelholz Zwiebäcke (nur Brandt Markenzwieback) zerkleinerte und diese dann in der Bratpfanne in zerlassener Butter anbriet. Die kamen dann anstelle von Parmesan auf die Nudeln. Abgeguckt hatte sie dies bei italienischen "Fremdarbeiterinnen", die sie im "Pflichtjahr", also beim Reichsarbeitsdienst, kennengelernt hatte und die auf diese Weise improvisierten, da es Parmesan damals in Deutschland nicht gab. Der kam bei ihr zeitliebens auch nie auf den Tisch, für sie war das das Originalrezept.

... link (2 Kommentare)   ... comment


Samstag, 13. April 2019
Nomen est Omen
Dass eine Boxweltmeisterin die heute nacht in Atlantic City den Fight ihres Lebens haben wird Christina Hammer heißt und ein Karate-Großmeister Mark Haubold finde ich im wahrsten Sinne des Wortes sehr treffend.

BTW

Und morgen boxe ich dann wieder.

... link (2 Kommentare)   ... comment


Frühjahrserwachen
Brrr, ist das kalt! Dabei war es letztes Wochenende schon so schön, und ich hatte bei sonnigem Wetter Spaziergänge durch die List und die Wendenmasch gemacht. Ich liebe ja Gründerzeit- und Jugendstilarchitektur.













... link (14 Kommentare)   ... comment


Sonntag, 7. April 2019
Smart Coal
Es ist schon seltsam: In den 0er Jahren schien Smart Coal das Big Issue zu sein, heute, wo die Energiewende viel angesagter ist als damals redet niemand mehr davon. Es gab schon ausgearbeitete Pläne wie Kohlekraftwerke "emissionsfrei" betrieben werden sollten, mit Auffangen des Rauchgases und Verflüssigung des CO2, das als Kohlensäure in unterirdischen Kavernen, hauptsächlich den abgebauten alten Steinkohle- und Eisenbergwerken deponiert oder in einem zweiten Schritte durch chemische Reaktion mit Asche und anderen Abfallstoffen in Karbonat verwandelt werden sollte. So sollte die Deckung des Energiebedarfs bis zur vollständigen Umstellung auf nichtfossile Energieträger, also für eine Übergangsperiode von vielleicht zwei, drei Jahrzehnten sichergestellt werden. Wie gesagt, das gesamte Thema ist completamente weg vom Fenster.

Natürlich wäre ein solcher Umbau mit gewaltigen staatlichen Investitionen und sehr großem Aufwand verbunden. Das war seinerzeit beim Atomprogramm kein Hinderungsgrund gewesen. Nur fällt dieses in die keynesianische Zeit mit ihrer formierten Gesellschaft, und heute haben wir Neoliberalismus. Dass Windenergieparks, die reinsten Vogel- und Insektenschredder die für nachhaltiges Artensterben sorgen und Solarenergieanlagen bevorzugt werden (es wäre auch andere Alternativen wie etwa Gezeitenkraftwerke denkbar) hat seinen Grund darin, dass sie privaten Investoren die Möglichkeit eröffnen hier ihr Geld anzulegen, im Falle der Fotovoltaik sogar extrem profitabel, da hier nicht nur Gewinn aus der Stromeinspeisung sondern extreme Steuerersparnis durch Abschreibung der Investition möglich ist.

Das steckt hinter der politisch korrekten, idyllisch-heimattümelnd-basisdemokratisch-handmade-lebensweltlichen Bevorzugung der kleinen Strukturen gegenüber der bösen harten Großtechnologie: Privater Profit von Mittelschichtlern oder jedenfalls Leuten die keine Kapitalgesellschaften sind verbunden mit einem guten Gewissen und dem Nimbus des ökologisch verträglichen Fortschritts. Die Grünen, eine Partei von Kleinkapitalisten.

... link (4 Kommentare)   ... comment


Freitag, 5. April 2019
Raus aus der NATO
Rein ins Vergnügen

... link (0 Kommentare)   ... comment


Montag, 1. April 2019
Netbitch ist wieder da
Ihr Blog funzt wieder nachdem längere Zeit ganz twoday platt war.

https://netbitch1.twoday.net/



Wobei es allerdings um dieses Blog lange schon ziemlich still geworden ist wenn ich daran denke was für schöne Dinge dort früher mal zu lesen waren:

https://netbitch1.twoday.net/stories/3181263/

https://netbitch1.twoday.net/stories/1687425/#169430

... link (0 Kommentare)   ... comment


Sonntag, 31. März 2019
Goldener Horst an den Landkreis Lüchow-Dannenberg
28.03.2019 - VON ROUVEN GROß
Hitzacker. Die Meldung überraschte im Herbst 2018: Der Landkreis Lüchow-Dannenberg hatte ab dem Jahr 2012 mit den Flüchtlingen, um die er sich zu
kümmern hatte, rund 1,66 Millionen Euro Überschuss erwirtschaftet. Das Land Niedersachsen hatte dem Landkreis mehr Geld überwiesen, als er für
Unterkunft und Versorgung der Geflüchteten aufbringen musste - und dieses Geld verblieb als Einnahme im Kreishaushalt, der sich nicht zuletzt deswegen ausgeglichen präsentierte. Auf der jüngsten Kreistagssitzung in Hitzacker übergab nun die Initiative "Solidarische Provinz Wendland/Altmark" den
Kreistagsabgeordneten einen Forderungskatalog, was ihrer Ansicht nach mit dem Geld zu geschehen habe. Und die Kreistagsmitglieder samt Verwaltungsspitze bekamen von der Gruppe den "Goldenen Horst" verliehen.


Gebäck mit Seehofer-Konturen
Ein kleines, gold-gefärbtes Gebäckstück stellten Mitglieder der Initiative den Abgeordneten und der Verwaltung auf die Tische, ein Keks mit den Konturen
von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU). "Unser Heimatminister wäre stolz auf Sie", betonte eine Rednerin während der Bürgerfragestunde, für die
die Kreistagssitzung unterbrochen worden war. Die Initiative kritisierte, dass das Geld, das eigentlich für die Betreuung von Geflüchteten vorgesehen war,
nun im allgemeinen Haushalt des Landkreises verplant sei, statt es für Flüchtlinge und Menschen, die sich in der Flüchtlingshilfe engagierten, einzusetzen. Man fordere "die vollständige Leistungsauszahlung für
Geflüchtete", steht dazu in einem Papier. Man fordere, dass Flüchtlinge keine Gutscheine mehr statt Bargeld bekommen, dass sie menschenwürdig
untergebracht werden, dass der Landkreis die Kautionen übernehme, wenn Geflüchtete eine Wohnung anmieten wollen, und nicht zuletzt auch eine
finanzielle Unterstützung der Ehrenamtlichen, die oft genug draufzahlen würden, etwa durch den Einsatz des eigenen Autos, so eine Sprecherin.


Harte Vorwürfe gegen den Landkreis
Der Landkreis "drangsaliere, schikaniere und kriminalisiere geflüchtete Menschen", monierten die Mitglieder der Initiative. Der Landrat "kritisiert
öffentlich das Dublin-Abkommen als Abwehrbollwerk und schlägt dann in Bezug auf Überalterung und Schrumpfung im Landkreis die Ansiedlung von Menschen aus Großbritannien vor", heißt es in der Erklärung. Dabei gebe es "junge
Menschen, die bereits im Landkreis leben, Beziehungen knüpfen und Deutsch büffeln, um irgendwann einen Ausbildungsplatz bekommen zu können". Doch
"anstatt sie in ihren Bemühungen zu unterstützen, wird mit bürokratischer Engstirnigkeit, Zeit und Personalaufwand immer wieder versucht, diese jungen
Leute abzuschieben".


Beantwortet wurden die Fragen, die die Sprecherin der Initiative stellte, nicht.
Unter anderem wollte sie wissen, was die Kreistagsmitglieder "dazu bewogen hat, der Überführung der Flüchtlingsgelder in den Haushalt zuzustimmen" und den damaligen Antrag der Gruppe grüneXsoli, die Gelder für die Flüchtlingsintegration einzusetzen, abzulehnen. Wie man "diese Form der
Haushaltssanierung rechtfertige" und ob das so gesetzeskonform sei, wollte die Initiative wissen, und ob dem Kreistag "Bemühungen des Landkreises bekannt" seien, "die Mittel zweckgebunden auszugeben". Die Fragen hätte man bereits
im Vorfeld der Kreistagssitzung den Mitgliedern des Gremiums zukommen lassen und "äußerste spärliche und unpräzise Antworten bekommen". Mit der
Aktion während der Bürgerfragestunde wolle man daher auch "das Bedauern über die zum Teil ausweichende und ignorante Kommunikation von
Abgeordneten gegenüber zivilgesellschaftlichen Akteuren auszudrücken".


Die Kreisverwaltung werde die Fragen schriftlich beantworten, sagte Landrat
Jürgen Schulz (parteilos) zu.
rg

... link (0 Kommentare)   ... comment


Antikapitalistischer Widerstand im Alltag oder der subjektive Faktor
Ich hole diese Debatte von Bersarin mal zu mir herüber da sie mir wichtig ist aber in Bersarins eigenem Thread eigentlich ein Randthema darstellt:

https://bersarin.wordpress.com/2019/03/26/in-schoener-ferne/#comment-16374

... link (2 Kommentare)   ... comment


Samstag, 30. März 2019
Dinge benennen
Die Macht des Wortes wurde schon immer benutzt um Macht auszuüben und Realität zu kontrollieren. Im NS wurden Juden nicht vergast, sondern "sonderbehandelt" oder "evakuiert".

Der Sozialstaat spricht nicht von integrieren, kontrollieren und drangsalieren, sondern von "Fördern und fordern".

Und Japan hat keine Armee, sondern "Selbstverteidigungskräfte" und keine Flugzeugträger, sondern "Zerstörer mit Luftunterstützung".

... link (0 Kommentare)   ... comment


Sonntag, 24. März 2019
Was für ein Tag!
Strahlender Sonnenschein, über der Stadt kreisten stundenlang drei Seeadler. Diese Tiere waren wohl ein Omen, denn im Dojo ging es diesmal hart zur Sache. Ein noch heftigeres Konditionstraining als sonst, 30 Liegestütze, dann in Liegestützposition mit den Beinen "radfahren" bzw. auf der Stelle laufen, dann 20 Klappmesser, Karatetritte und -Sprünge aus dem Tanz heraus...


Hatte auch einen Fight mit ihr:

https://che2001.blogger.de/stories/2634656/

https://che2001.blogger.de/STORIES/2700589/


die eine beinharte Kämpferin mit einer unglaublich exakten, bewegungseleganten Kata ist, zugleich eine ausgesprochen nette und liebenswerte Frau.

Zur Entspannung dann Yoga-Übungen.

... link (1 Kommentar)   ... comment