Donnerstag, 22. August 2019
Das Tiroler Trachtenfest als weltoffene Veranstaltung
Ich hatte ja, als ich vor Jahren schrieb dass ich als Linker der noch immer auf die Massen setzt mich nicht scheue auf Volksfeste zu gehen und in alpinen Umgebungen auch durchaus auf schunkelige Bierzeltfeiern ziemliches Unverständnis geerntet. lacommune hatte dazu dann kommentiert dass dies Veranstaltungen seien deren Teilnehmende die gesellschaftlichen Strukturen bis in die Haarspitzen affirmierten und ganz allgemein reaktionär und fürchterbar.

https://che2001.blogger.de/stories/2508016/#2509584


Nun, ich war wieder auf solch einer Feier. Da wurden lokale Persönlichkeiten die sich humanitär im Kosovo engagiert hatten besonders ausgezeichnet wie auch die kenianischen Neubürger auf das herzlichste begrüßt, die ganze Veranstaltung war hochgradig politisch korrekt. Und neben traditioneller Volksmusik spielte die Blaskapelle Stücke von Falco und Bon Jovi (was mit Trompeten gar nicht so einfach ist).

Empirie und Vorurteil fallen mal wieder weit auseinander.



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Grundsatztext zu Sexismus und Vergewaltigungen in linken Szenen
Dieser alte Beitrag von Georg Klauda, in der Bloggosphäre durch die Politblogs Lysis und Rhizom bekannt liest sich sehr interessant wenn mensch von der Anlassbezogenheit mal reduziert. Es ist auch eine Tatsache dass neuere Beiträge zur gleichen Thematik meist bei weitem nicht dieses analytische Niveau erreichen. Einerseits. Andererseits findet ein anderer Aspekt dieses Problemfeldes nicht statt, nämlich die Tatsache dass, ähnlich wie das mit Antisemitismus der Fall war, Vergewaltigungsvorwürfe in der linken, namentlich autonomen Szene erschreckend häufig einerseits instrumentalisiert wurden und andererseits durch eine willkürliche und inflationäre Dehnung des Begriffs der Definitionsmacht auf Bereiche ausgedehnt wurden die mit Vergewaltigung in einem juristischen Sinne, auch in dem Sinn in dem Klauda diesen Begriff gebraucht nichts mehr zu tun hatten.


http://www.trend.infopartisan.net/trd1100/t201100.html

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Neues Gesetz führt zu Problemen in der Abschiebehaft
Büren/Berlin – Heute ist das 2. Gesetz zur Geordneten Rückkehr in Kraft getreten. Durch die Erweiterung der Haftgründe führt dieses Gesetz zu einem massiven Ausbau der Abschiebehaft.

Am 21.8.2019 ist das 2. Geordnete Rückkehrgesetz in Kraft getreten. Ein wichtiger Bestandteil des Gesetzes ist der Ausbau der Abschiebehaft. Durch eine umfangreiche Erweiterung der Haftgründe ist es nun praktisch möglich, dass jeder Geflüchtete inhaftiert werden kann. Wer zum Beispiel die ihm gesetzte Ausreisefrist, die teilweise nur eine Woche beträgt, um 30 Tage überschreitet, kann bis zu 10 Tage in Ausreisegewahrsam genommen werden. „Selbst wenn die Menschen freiwillig ausreisen wollen, dauert es aber oft mehrere Monate, bis sie die notwendigen Papiere haben“, so Frank Gockel, Pressesprecher des Vereins Hilfe für Menschen in Abschiebehaft Büren e.V.

Neu wird auch die sogenannte Mitwirkungshaft eingeführt. Flüchtlinge können nun bis zu 14 Tage inhaftiert werden, um sie Ärzten oder Botschaften vorzuführen, wenn sie dem trotz Aufforderung nicht nachgekommen sind. Ebenfalls neu ist, dass bei der Abschiebehaft teilweise eine Beweislastumkehr eintritt. Musste bisher die Ausländerbehörde nachweisen, dass der Betroffene sich durch Flucht der Abschiebung entziehen will, so soll nun der Betroffene nachweisen, dass er dieses nicht tun wird. „Dieses wird für den Betroffenen unmöglich, wie soll man im Vorfeld nachweisen, dass man etwas nicht tut?“, fragt sich Gockel.

Durch das Gesetz wird die Anzahl der inhaftierten Flüchtlinge steigen. Dieses macht dem Bürener Verein große Sorgen. Die Haftbedingungen, die sich bisher schon systematisch verschlechtert haben, werden verstärkt allein dem Prinzip Sicherheit und Ordnung unterliegen. Betreuung, Fürsorge und Beratung treten mehr und mehr in den Hintergrund. Schon bisher hat die Nationale Stelle zur Verhütung von Folter in einem Bericht über teilweise bedenkliche Zustände in Büren geschrieben. Zudem gab es in der Vergangenheit gleich zwei Vorfälle in der Abschiebhaft, die zu Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Paderborn gegen leitende Mitarbeiter geführt haben. In Folge musste die stellvertretende Anstaltsleiterin gehen und der Anstaltsarzt wurde suspendiert. Mit großer Besorgnis wird der Verein verfolgen in wieweit die Gefängnisleitung und die Mitarbeiter den kommenden Herausforderungen gewachsen sind.

Am 31.8.2019 findet eine bundesweite Demonstration in Büren und Paderborn statt. Der Verein ruft alle Menschen dazu auf, daran teilzunehmen. Hauptanliegen der Versammlung ist es die bedingungslose Abschaffung der Abschiebehaft zu fordern. Weitere Infos befinden sich auf der Webseite www.100-Jahre-Abschiebehaft.de.

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Mittwoch, 21. August 2019
Migrantas - Flucht und Exil visualisiert
Piktogramme geben Migration eine visuelle Sprache

Neun Workshops mit dem Künstlerinnen-Kollektiv „migrantas“ – Ausstellung geplant



Was denken und fühlen Menschen, die ihre Heimat verlassen haben und nun in einem neuen Land leben? Das Berliner Künstlerinnen-Kollektiv „migrantas“ macht Lebensrealitäten, Gedanken und Erfahrungen von Migrantinnen und Migranten in der Öffentlichkeit sichtbar – und zwar durch Piktogramme, die unabhängig von Sprache verständlich sind. Auf Einladung des Amtes für Zuwanderung und Integration und des Gleichstellungsbüros kommt das Kollektiv „migrantas“ nach Oldenburg.



Vom 26. bis zum 30. August sind Workshops geplant. In 9 Workshops tauschen sich Migrantinnen und Migranten über das Zusammenleben, ihre Identität und Wünsche aus. Die Gedanken und Erfahrungen werden in Zeichnungen oder Motiven ausgedrückt. Daraus entwickeln die Künstlerinnen von „migrantas“ Piktogramme. Ihre Erfahrungen und Wünsche bringen sie dabei in Zeichnungen, Bildern oder Motiven zum Ausdruck. Im Anschluss verdichten die Künstlerinnen von „migrantas“ die Ergebnisse der Workshops zu Piktogrammen. Anschließend werden diese in einer Ausstellung im Bürgerbüro Mitte gezeigt. Die Piktogramme ziehen auf Plakaten in das öffentliche Stadtbild ein, regen so zur Auseinandersetzung mit den Themen Migration und Integration an und laden zu einem Perspektivwechsel ein.



Machen Sie mit! Wir freuen uns über Ihre Anmeldung zu den Workshops!



Das Projekt endet mit einer Ausstellung, die vom 26. September bis zum 25. Oktober im Bürgerbüro Mitte, Pferdemarkt 14, zu sehen sein wird und danach durch verschiedene Einrichtungen in Oldenburg wandert. Hierbei wird der gesamte Prozess für alle zugänglich gemacht. Neben Fotos aus den Workshops werden die dort entstandenen Zeichnungen und die Piktogramme präsentiert. Ebenso gibt es die Möglichkeit, mit den Teilnehmenden ins Gespräch zu kommen.



Folgende Workshop-Termine sind vorgesehen:

· Montag, 26. August, 9 bis 12 Uhr (ausschließlich für Frauen): Haus Welcome, Bauordenstraße 70

· Montag, 26. August, 14 bis 17 Uhr: Gemeinwesenarbeit Dietrichsfeld, Alexanderstraße 331

· Dienstag, 27. August, 9 bis 12 Uhr: DRK Begegnungszentrum, Kaiserstraße 19

· Dienstag, 27. August, 14 bis 17 Uhr: Aids-Hilfe, Bahnhofstraße 23

· Mittwoch, 28. August, 9 bis 12 Uhr: IBIS, Bahnhofsplatz 10

· Mittwoch, 28. August, 14 bis 17 Uhr (ausschließlich für Frauen): Gemeinwesenarbeit Kreyenbrück, An den Voßbergen 58 D

· Donnerstag, 29. August, 9 bis 12 Uhr (ausschließlich für Frauen): Gemeinwesenarbeit Bloherfelde, Bloherfelder Straße 173

· Donnerstag, 29. August, 14 bis 17 Uhr: Academy of English, Fürstenwalder Straße 1

· Freitag, 30. August, 9 bis 12 Uhr: Migrationscenter Oldenburg, Schütte-Lanz-Straße 8-10/15



Anmeldungen nimmt das ServiceCenter der Stadt Oldenburg bis zum 21. August unter Telefon 0441 235-4444 oder per E-Mail an servicecenter@stadt-oldenburg.de entgegen. Die Teilnahme ist kostenfrei, die Anzahl der Plätze allerdings auf 20 je Termin begrenzt. Falls eine Sprachmittlung gewünscht wird, kann dies bei der Anmeldung angegeben werden.

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Die wirre Welt des Rezo
Es gibt ein neues Video von Rezo in dem dieser sich über Journalisten erregt - und mir zeigt wie filterblasenhaft seine eigene Wahrnehmung ist. Abgesehen von dem schwer erträglichen, völlig diskursbefreiten Tonfall und der kindlich-unreifen Machart in der das Ganze angeboten wird ist das alles Ressentiment pur: Es wird sich darüber mokiert dass es andere Medien als Onlinemedien gibt, dass etwa papierne Zeitungen Fernsehprogramme abdrucken erscheint ihm peinlich. Tja, ich kenne Menschen die bis heute Onlinmemedien nicht zur Kenntnis nehmen weil sie noch immer meinen die bildeten nur ab was gedruckt eh schon existiert, sicher ein Extrem in die andere Richtung.

An sich vertrete ich ja den basisdemokratischen Standpunkt dass jedeR unbeschränkten Zugang zu Medien haben sollte in alten Radio-von-unten-Traditionen. Wenn ich allerdings das Gebrabbel von Rezo so höre frage ich mich dann doch, ob ein Studium der Kommunikatiionswissenschaft und journaiistische Sprecherziehung als Grundvoraussetzung für öffentliche Auftritte die bessere Alternative sind.


https://www.youtube.com/watch?v=L0jFixPnbPA

https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/gesellschaft/id_86297374/neues-video-rezo-zerlegt-journalisten-und-zeitungen-teilweise-so-dumm-.html

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Montag, 19. August 2019
Umweltbewusstes Jagen
In den Bergen erfährt man Dinge die man sonst nie erführe weil man damit sonst nicht in Berührung kommt. So auch in Bezug auf die Jagd, die ich selber nicht praktiziere, die dort aber allgegenwärtig ist, und einige meiner FreundInnen sinds halt JägerInnen. Ja, es fand auch eine Halali-Feier statt.

Seit längerem gibt es Bemühungen, die Jagd umweltschonender zu gestalten. Die Diskussion um bleifreie Munition kannte ich schon. Neu waren für mich die Jagd mit Schalldämpfer aus Lärmschutzgründen und die ans Gewehr zu flanschenden Auffangkörbe, die dafür sorgen sollen dass keine leeren Geschosshülsen in die Umwelt gelangen. Wenn die kriminelle Szene davon erst Wind bekommt dürfte sich da die Nachfrage aber enorm steigern;-)

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Samstag, 17. August 2019
Zufriedenheit
Ich selbst in meinem Element. Auch wenn die Berge nicht meine Heimat sind, letztlich ist es immer ein Rundumwohlgefühl das sich bei mir einstellt wenn ich dort unterwegs bin.

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Freitag, 16. August 2019
Oh Stammtischrede
Vom Berg runter sitze ich in einer Bar und höre das Gespräch meiner Nachbarn. Erst finde ich ja noch nachvollziehbar was da erzählt wird aber das ändert sich schnell. "Am Besten ging es den Amerikanern unter Clinton, aber das will ja niemand mehr wahrhaben. Die Trump-Wähler sind genauso irrational wie die von Putin, Johnson oder Erdogan." Ich wende ein dass das zwar die gleichen patriarchal-autoritären Modelle seien, doch mit durchaus unterschiedlichen Hintergründen. Für viele Erdogan-positive Türken spiele zum Beispiel eine Rolle, dass erst unter Erdogan als Ministerpräsident viele Dörfer in Anatolien asphaltierte Straßen, fließendes Wasser und Strom bekommen haben, weswegen ihn speziell die Provinzbevölkerung Anatoliens unterstützt. Das sei ein Konflikt zwischen den relativ progressiven Metropolen Istanbul und Ankara und dem unentwickelten Hinterland auf dem Erdogans Macht basiere.

Als Antwort bekomme ich es ginge doch um die in Deutschland lebenden Türken die für Erdogan seien, diese "gegelten jungen Männer in ihren Audi-Cabrios" seien alles Zuhälter, die sollten zurück in die Türkei.

Ein anderer sekundiert er als Ossi könne nicht verstehen wieso Wessis die Linke wählten, die hätten die SED-Dikatur nicht erlebt.

Ah ja. Das hängt natürlich streng logisch zusammen.

Ich kenne nun gegelte junge Türkenmänner mit Audi-Cabrios, einige kritisiere ich durchaus wegen Machismo, aber die sind Bandarbeiter, Autohändler oder Versicherungsagenten, nicht Zuhälter. Ist ein deutscher Porschefahrer eigentlich automatisch auch gleich Zuhälter weil er dieses Auto fährt?

Egal, bei der Vorurteilskombination habe ich keine Chance. Ich diskutiere ausnahmsweise nicht weiter, es wartet ohnehin der nächste Berg auf mich.

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Donnerstag, 15. August 2019
Hinauf auf schmalem Grat am frühen Morgen
Übernachtung auf einer Hütte mit vielen netten Menschen, Ausrüstung griffbereit



Aufstieg im Morgengrauen





und auf Grates Schneide, wo ein Mensch für einen Felszacken gehalten werden könnte




















Synkretismus: Ein christliches Kreuz mit buddhistischen Gebetsfahnen, es sind auch Sherpas hier oben





Zum Mittag dann ein leckeres Essen auf der Hütte im Sonnenschein:













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Dienstag, 13. August 2019
Steinwild!
Mit der Kamera durchs Fernrohr fotografiert, da die 600mm Brennweite zu langsam belichtet.

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Wieder unterwegs, von Gipfel zu Gipfel
Nach wie vor ist es für mich die schönste Art Naturerlebnis auf die anstrengende Weise in der mehr oder weniger Wildnis unterwegs zu sein, und ohne Bergerlebnisse würde ich nicht sein wollen. Transzendentale Grenzerfahrungen - das seltene Glück, das ich am Berg mitunter finde - hatte ich heuer noch nicht, aber das Größte steht ja auch erst bevor. Das, was Lebensqualität für mich bedeutet wird ganz klar durch das Bergerlebnis ausgefüllt (oder auch Wüsten- und Tauchabenteuer, es ist immer eine Art besonders intensiver Naturerfahrung).

















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Freitag, 9. August 2019
Das fabelhafteste aller Fabeltiere
ist immer noch das Pegaloceros.

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Gipfelsommer
124 Pulsschläge in der Minute. 6 Stunden lang. 22 Grad im Schatten, aber oberhalb der Baumgrenze ist der Begriff Schatten sinnlos. Fantastische Aussichten, ein Körpergefühl das sich schwer beschreiben lässt. Unendlich langsam gegangen, bei 900 Höhenmetern im Anstieg ist das wie Marathon. Über einem kreisen Raben und Adler, in Fußhöhe wuseln Murmeltiere. 2 Liter getrunken, und das Gefühl: Es reicht nicht. Zum Abendessen dann Hirschbraten, frisch geschossen.

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Donnerstag, 8. August 2019
Soziokulturelle Wahrnehmung von sexueller Übergriffigkeit früher und heute
In meiner Abizeit war Antanzen mit Küsschen-Klauen in meiner Schulclique durchaus ein verbreiteter Partyspaß, nicht nur einseitig von Jungs gegenüber Mädchen sondern durchaus auch in umgekehrter Richtung. Dass das nicht nur bei uns so war, dafür ist Marius´"Mit Pfefferminz bin ich Dein Prinz" Zeugnis.


Etwas über ein Jahr nach demn Abi begann im Studium für mich ein Techtel damit, dass auf einem Plenum das der Planung von Störaktionen gegen einen Burschenaufmarsch diente eine Genossin mir von hinten an die Eier fasste, das war ihre Art mir klarzumachen was sie von mir wollte.

Noch in den 90ern war in einer militant autonomen Fraktion eine Genossin dort mit mehreren Männern zugleich liiert, und alle redeten darüber - ohne Gegnickere und Spott.


Beide haben dolle Karrieren gemacht, ich frage mich wie die so heute Parties feiern und wie deren erwachsene Kinder so drauf sind. Die Art und Weise wie wir so übereinander hergefallen waren würde ich am Ehesten als "spielerisch" bezeichnen. Das war damals halt so.

Vor noch nicht langer Zeit hatte ich als Dozent ein Seminar im Harz. Da gab es zwei Lerngruppen nebeneinander.
Meine waren Gewerkschaftsmitundohneglieder, IGM und ver.di, VW und Krankenpflegekräfte, die andere LehramtsreferendarInnen,
Landesschulbehörde.

Der Kontrast auf der abendlichen Party hätte nicht größer sein können: Hie lautes Gelächter und Witze
reißen, da fast im Flüsterton gehaltene Gespräche über schwere pädagogische Probleme. Zu fortschrittener Stunde setzte
ich mich zu einer schönen Blondine an die Theke und sprach sie an, wurde aber sofort angeschrien was mir denn einfiele.
Allein die Tatsache dass ich mich in Flirtabsicht neben sie gesetzt und sie angesprochen hatte wurde schon als sexuelle
Belästigung angesehen. Von den Malocherinnen aus meinem Kurs wurde ich dann gefragt warum die so abgegangen sei,
ob ich ihr "an die Düsen" gefasst hätte. Und ihrerseits fanden sie die Reaktion der Referendarin, die von da an nur noch "Deine Stichflamme" genannt wurde völlig unverständlich.


Vergleichbare Erfahrungen habe ich in meinem beruflichen Umfeld, das so eine Art Schnittstelle zwischen Handwerk und Finanzdienstleistungsbereich darstellt, wobei die Leute niemals aus AkademikerInnenfamilien stammen oft gemacht: Die Empörung über das was bei Akademix so als sexuelle Belästigung betrachtet wird wenn die sich nur auf verbalen Ebenen darstellt wird dort nicht nur nicht geteilt sondern überhaupt nicht nachvollzogen. "Wer erwachsen ist hat ja wohl ein Recht auf Koks zu poppen" aus dem Mund einer 22 jährigen Versicherungsagentin mit Migrationshintergrund dürfte da eher Konsens sein.

Überhaupt scheint die Verbundenheit einer repressiven und regressiven Sexualmoral mit feministischen und antidiskriminierungsbezogenen Ansprüchen etwas für akademische Mittelschichten typisches zu sein das zu anderen Gesellschaftsschichten keinen Bezug hat. Moral wird zum Politikersatz und hat letztlich eher theologischen Charakter.

Geradezu vom Stuhl schmiss mich dann ein Interview mit einem angehenden Astronauten, der erzählte, aufgrund der Probleme mit sexuellen Beziehungen bei jahrelangen Weltraummissionen habe er beschlossen sexuell völlig enthaltsam zu leben und empfinde es jetzt als völlige Befreiung, andere Menschen nicht mehr als Objekte zu betrachten da er sie nicht mehr begehre und sie so erst auf Augenhöhe wahrnehmen zu können.


Was für ein komplett verdinglichtes Verhältnis zu Sexualität und Liebesbeziehungen ist das denn? Da waren die Griechen vor 2500 Jahren ja schon weiter, unsere Plena in den Achtzigern mit Petting in der Politdiskussion auch. Von 2 Ausnahmen abgesehen, berauschten Party-one-night-stands, waren alle sexuellen Kontakte die ich je hatte selbstverständlich mit Interesse an den Gedanken, Gefühlen und Zielen des jeweiligen Menschen, mit Achtung, Empathie und Mitgefühl verbunden gewesen, anders wäre mir das gar nicht vorstellbar. Aus den Partner-Problem-Diskussionen die ich mit Frauen in meinem Umfeld und meiner Generation erinnere kenne ich eher so etwas dass Frauen sich darüber beklagten dass ihre Partner nicht bereit wären emotional mit ihnen zu verschmelzen, aber von Erniedrigung zum Objekt habe ich nur in Fällen gehört, wo es um sexualisierte Gewalt oder aber, dann mit ganz anderer Stoßrichtung, um BDSM ging.

Wenn das, was dieser angehende Astronaut erzählte repräsentativ für heutige Diskurse ist, dann hat der Neopuritanismus auf dem Niveau des 19. Jahrhunderts gesiegt.

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Gesamtmuskelkater
In den Schenkeln, in den Oberarmen, in den Bauchmuskeln, selbst in den Fingern (vom Bouldern am Überhang). Fantastische Bilder gemacht, die ich aus technischen Gründen hier in der Höhe aber noch nicht einstellen kann. Coming soon!

Nächste Woche geht es allen Ernstes in die Nordwand.

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Klimapessimisten
Das Motorboot parkte in 1500 m Höhe. Also wenn es mit dem klimawandelbedingten Meeresspiegelanstieg ganz schlimm wird ist man gerüstet.

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Unterwegs nach Süden
Ein Mittagessen in einer sächsischen Autobahnraststätte: 6 Euro.

In einer bayerischen Autobahnraststätte kostet das ein Kaffee.


Für jenseits des Brenner sollte man sich einen Brenner, nämlich einen Primuskocher mitnehmen.

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Donnerstag, 1. August 2019
Zum Warschauer Aufstand
Das Schmählichste an dem ganzen Ereignis ist dass die Rote Armee die ganze Zeit tatenlos zuschaute und erst losmarschierte als der Aufstand endgültig niedergeschlagen war.


Ebenso schmählich wie die Tatsache dass vorher der Aufstand im Warschauer Ghetto keine nennenswerte Unterstützung durch den polnischen Widerstand erhalten hatte.

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