Samstag, 15. Mai 2021
Warum Tel Aviv Zell am See ist
In meinem unmittelbaren Freundeskreis geht man ja schwer ironisch miteinander um, und es würde nie jemand herumdrucksend über "N-Worte" reden. Da denke ich voll Freude an die entgleisenden Gesichter, als ein Rapper auf einem grünalternativen Stadtfest "Hier kommt der Zulu-Mann, der Zulu-Mann, der Zulu-Mann, der zwölfmal hintereinander kann!" sang oder B-Tight mit

"Wer hat das Gras weggeraucht?
Der Neger
Wer rammt dir den Penis in den Bauch?
Der Neger
Wer ist immer down mit mehr als einer Braut?
Wer fällt immer auf, weil er gerade baut?
Der Neger".

Oder als Freund Matti auf einer Stehparty mit viel Bildungsbürgertum Anekdoten aus dem Knast erzählte.

Unsereins hat Spaß, wenn moralische oder politisch korrekte Menschen sich entsetzen. Und genug Selbstsarkasmus; eine Genossin meinte, sie könne an einem Plenum nicht teilnehmen, weil sie da eine Abtreibung hätte (in dieser Offenheit wird miteinander umgegangen). Da fragte man sie, wann denn das "freudige Ereignis" sei und ob es nicht besser wäre, vorher mit uns lecker essen und einen saufen zu gehen, um trübe Gedanken fernzuhalten - was sie dann auch tat. Als eine gute Freundin eine Totgeburt hatte sagte ich ihr, da hätte sie wohl ein Zeitgeist-lifestyle-Produkt benutzt, Sperma light, macht schwanger, aber nicht dick, und als ich kürzlich Krebs hatte bekannte ich, Sinn für Tumor zu haben.

Zum guten Ton gehört aber auch das Wortspiel. Bei Gelegenheiten, wo andere Leute "dumm gelaufen" oder "shit happens" sagen würden heißt es bei uns "Tel Aviv" oder auch "Zell am See", beides Verballhornungen von "C´est la vie."

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Freitag, 14. Mai 2021
Corona-Pandemie hätte verhindert werden können
meinen jedenfalls ExpertInnen:

https://www.gmx.net/magazine/news/coronavirus/corona-pandemie-experten-verhindert-35811560

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Donnerstag, 13. Mai 2021
Weißt du, wieviel Sternlein stehn?
200 Trilliarden.

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Mittwoch, 12. Mai 2021
Internationale Solidarität ist noch immer eine Waffe
wir laden ein am 21. Mai 2021 zum Transnationalen Aktionstag
"Bewegungsfreiheit statt Abschiebungen" in Agadez (Niger), Bamako
(Mali), Berlin (Deutschland), Kindia (Guinea) und Sokodé (Togo). Mit dem
transnationalen Aktionstag setzen wir ein Zeichen der Solidarität für
Bewegungsfreiheit und gegen Abschiebungen. Das ist gerade in Zeiten der
Covid-Pandemie unverzichtbar, wo geschlossene Grenzen und neue tödliche
Hürden gerade für die Bevölkerung des globalen Südens zur neuen
Normalität zu werden drohen. Außerdem sagen wir deutlich: "Nein zu
neokolonialer Kollaboration!"

Folgende Veranstaltungen sind für den 21. Mai geplant:

Agadez/Niger: Nacht der Migrant*innen. Migrantische Künstler*innen
zeigen ihr Können und setzen ein Zeichen der Menschenwürde gegen die
Entmenschlichung durch Massenabschiebungen aus Algerien

Sokodé/Togo: Versammlungen und Diskussionen zur Sensibilisierung der
togoischen Öffentlichkeit über Abschiebungen und Rückschiebungen von
Migrant*innen nach Togo, begleitet von einem Programm im Lokalradio

Kindia/Guinea: Das Künstler*innenkollektiv Faso Kele klärt mit
künstlerischen Darbietungen über Menschenrechte und
menschenrechtswidrige Migrationspolitik auf und wendet sich an junge
Menschen auf der Suche nach einem besseren Leben

Bamako/Mali: Malische Aktivist*innen zeigen Solidarität mit der
malischen Diaspora und anderen Migrant*innen-Communities gegen
Abschiebungen und Menschenrechtsverletzungen auf den Migrationsrouten

Berlin/ Deutschland: Botschaftstour zu den Botschaften von Niger,
Tunesien und Algerien:

09:30 bis 10:30: Botschaft der Republik Niger. Wir fordern: Niger darf
keine weiteren Abschiebungen aus Algerien akzeptieren. Beendigung der
Kollaboration mit dem europäischen Migrationsregime. Nein zur
Kriminalisierung von Migration, Nein zum Sterbenlassen in der Wüste.
Schutz der Menschenrechte aller Migrant*innen und Geflüchteten, die im
Niger in Lagern und Migrant*innen-"Ghettos" festsitzen.

12:00 bis 13:00: Tunesische Botschaft. Wir sagen Nein zur Schließung des
Mittelmeerraums und Nein zu Reisedokumenten für Abschiebungen nach
Tunesien.

14:30 bis open end: Algerische Botschaft. Wir fordern Schluss mit den
Massenabschiebungen aus Algerien nach Niger und Mali und keine
Reisedokumente für Abschiebungen aus Europa nach Algerien. Wir zeigen
Solidarität mit von Repression betroffenen Aktivist*innen der
algerischen Zivilgesellschaft.

Zwischen den Botschaften reisen wir am 21. Mai mit dem Öffentlichen
Nahverkehr. Wir wollen die Aufenthalte an den Stationen und in Bus und
Bahn für das Verteilen von Flyern nutzen und über unsere Forderungen und
den Aktionstag informieren. Außerdem wird es ein paar Plätze im Solibus
geben, der ebenfalls zwischen den Botschaften verkehrt. Wir achten auf
die Einhaltung aller notwendigen Maßnahmen zum Schutz vor Corona.

Weitere Informationen findet Ihr auf unseren Social
Media Kanälen sowie zahlreiches Material auf unserer Homepage:
Facebook: https://fb.me/e/16Q1WnWK4 und
https://www.facebook.com/AfriqueEuropeInteract
Twitter: https://twitter.com/ae_interact
Homepage:
https://afrique-europe-interact.net/2067-0-Transnationaler-Aktionstag-215.html


Verbreitet den Aufruf bitte über alle Eure Kanäle!

Solidarische Grüße
Afrique-Europe-Interact

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Erschreckendes Treiben der Hörnerirren
https://www.sueddeutsche.de/kultur/querdenken-attilla-hildmann-alles-dicht-machen-hate-speecxh-verschwoerungstheorien-corona-hass-im-netz-1.5289254

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Dienstag, 11. Mai 2021
Drohungen gegen Lehrkräfte wegen Corona-Maßnahmen
Viele Lehrerinnen und Lehrer berichten wegen der Umsetzung von Corona-Maßnahmen an Schulen von Beschimpfungen, Beleidigungen und Bedrohungen.

In einer repräsentativen Forsa-Befragung unter 1.500 Lehrkräften im Auftrag der Bildungsgewerkschaft VBE gaben 22 Prozent an, dass ihnen an der eigenen Schule entsprechende direkte Angriffe auf Lehrkräfte im "Zusammenhang mit der Durchsetzung von Infektionsschutzmaßnahmen" bekannt sind. Von Beschimpfungen und Bedrohungen über E-Mail oder Chats berichteten 25 Prozent.

Zum allergrößten Teil gingen die Angriffe demnach von Eltern aus - zum Teil kämen sie aber auch von Erwachsenen, die gar keine Kinder an der Schule hätten oder von Organisationen, die sich gegen die Corona-Maßnahmen aussprechen. Am häufigsten betroffen sind der Umfrage zufolge Grundschulen, am wenigsten Gymnasien.

Als Beispiele nannte der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann am Dienstag Drohungen beim Elternabend, eskalierende Gespräche, Briefe und Drohungen mit Strafanzeigen und Berufsverboten. Lehrer und Schulleitungen würden dafür angegriffen, ihrer Arbeit nachzukommen und die verordneten Infektionsschutzmaßnahmen umzusetzen. "Das darf so nicht hingenommen werden." Die Kultusministerien seien in der Verantwortung, die Beschäftigten an Schulen zu schützen.

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Klassenhass
Gestern bei Plasberg wurde eine Frau präsentiert, Lageristin in einem Logistikcenter (wahrscheinlich Amazon) die als alleinerziehende Mutter zum Mindestlohn arbeitet und von einigen der Anwesenden Ratschläge bekam, die vor allem die völlige Ferne dieser Leute zur realen sozialen Lage enthüllten. Ein Arbeitgeber-Multifunktionär war dabei und eine FDP-Tante, die eine Firma geerbt hat, mit 33 ihre Anteile verkauft hat und so viel Schotter hat dass sie nicht mehr arbeiten müsste. Ich sehne die Zeiten zurück, als der Arbeitgeberverband tendenziell auch der Geiselgeberverband war.

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Montag, 10. Mai 2021
EMA zu Sicherheit von COVID-19-Impfstoffen: Update zu Thrombosen, Myokarditiden und Gesichtsschwellung nach Dermafiller
Michael van den Heuvel, Medscape

Diesen Monat hat der Ausschuss für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz (PRAC) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) eine Reihe von Sicherheitssignalen bei COVID-19-Impfstoffen überprüft. Auf der Tagesordnung standen Vakzine von BioNTech/Pfizer, Moderna und AstraZeneca [1]. Generell gilt: Zulassungsinhaber müssen der EMA monatliche Berichte über Sicherheitssignale vorlegen. Alle Daten werden vom PRAC bewertet.

Außerdem startet der EMA-Ausschuss für Humanarzneimittel eine fortlaufende Überprüfung des Antikörpers Sotrovimab gegen COVID-19.

Gesichtsschwellungen bei Comirnaty® (BioNTech/Pfizer)
Nach Prüfung aller verfügbaren Daten, einschließlich Fallberichten aus der europäischen Datenbank EudraVigilance und aus wissenschaftlichen Publikationen, kamen Arzneimittelexperten zu dem Schluss, dass ein Kausalzusammenhang zwischen dem Impfstoff und Gesichtsschwellungen bei Personen, die früher Dermafiller erhalten haben, möglich ist.

Der PRAC hat deshalb empfohlen, Produktinformationen zu aktualisieren und Gesichtsschwellungen als Nebenwirkung zu nennen. Das Nutzen-Risiko-Verhältnis des Impfstoffs bleibt unverändert.

Thrombosen und Thrombozytopenien beim Johnson & Johnson-Impfstoff
Außerdem hat der PRAC seine Überprüfung des COVID-19-Impfstoffs von Johnson & Johnson abgeschlossen und bestätigt erneut, dass der Nutzen mögliche Risiken überwiegt. Bereits am 20. April hat der Ausschuss empfohlen, deutlicher vor Thrombosen und vor Thrombozytopenien zu warnen.

Die Produktinformation wird künftig den Hinweis enthalten, dass Patienten, bei denen innerhalb von 3 Wochen nach der Impfung eine Thrombozytopenie diagnostiziert wird, gezielt auf Anzeichen einer Thrombose untersucht werden sollten. In ähnlicher Weise sollten Patienten, bei denen innerhalb von 3 Wochen nach der Impfung eine Thromboembolie auftritt, auf eine Thrombozytopenie untersucht werden.


Außerdem muss der Zulassungsinhaber darlegen, wie er mehr zu Mechanismen für diese sehr seltenen Ereignisse in Erfahrung bringen wird.

Thrombosen und Thrombozytopenien bei Comirnaty® (BioNTech/Pfizer) und beim COVID-19-Impfstoff von Moderna
Das gilt nicht nur für Vektorvirus-Impfstoffe. Arzneimittelexperten der EMA gehen auch der Frage nach, ob mRNA-Vakzine in seltenen Fällen mit Thrombosen und Thrombozytopenien in Verbindung stehen.

Nach Überprüfung aller verfügbaren Berichte kommt das PRAC zum Ergebnis, dass es kein Sicherheitssignal gibt. In Zusammenhang mit diesen Impfstoffen sind extrem wenige dieser Ereignisse aufgetreten ? seltener, als dies bei nicht geimpften Menschen zu erwarten wäre. Darüber hinaus scheinen diese Fälle nicht das spezifische klinische Erscheinungsbild zu haben, welches bei Vaxzevria® und beim COVID-19-Impfstoff von Johnson & Johnson beschrieben worden ist. ?Insgesamt deuten die derzeitigen Erkenntnisse nicht auf einen kausalen Zusammenhang hin?, schreibt die EMA in ihrer Pressemeldung.

Guillain-Barré-Syndrom nach Impfungen mit Vaxzevria® (AstraZeneca)
Außerdem befasste sich der PRAC mit Berichten über das Guillain-Barré-Syndrom (GBS) in Zusammenhang mit dem AstraZeneca-Vakzin. Beim GBS, einer Erkrankung des Immunsystems, kommt es zu Nervenentzündungen und in der Folge zu Schmerzen, Taubheitsgefühlen, Muskelschwäche und Gehbehinderungen.

Die Krankheit wurde bereits während des Zulassungsverfahrens als mögliches unerwünschtes Ereignis identifiziert. Der PRAC wird seine Überprüfung fortsetzen und hat den Zulassungsinhaber aufgefordert, weitere Daten einzureichen.

Myokarditis nach Impfungen mit Comirnaty® (BioNTech/Pfizer) und mit dem COVID-19-Impfstoff von Moderna
Der EMA liegen auch Fallberichte über eine Myokarditis oder eine Perikarditis in zeitlichem Zusammenhang mit Comirnaty®-Impfungen vor. ?Derzeit gibt es keinen Hinweis darauf, dass diese Fälle auf den Impfstoff zurückzuführen sind?, schreibt die Arzneimittelagentur.

Sie hat den Zulassungsinhaber jedoch aufgefordert, weitere Daten, einschließlich einer Analyse der Ereignisse nach Alter und Geschlecht, vorzulegen. Experten wollen auch prüfen, ob weitere regulatorische Maßnahmen erforderlich sind.

Zusätzlich hat der PRAC Moderna aufgefordert, ähnliche Daten einzureichen. Ziel ist, Informationen über alle mRNA-Vakzine zu haben.

Fortlaufende Überprüfung von Sotrovimab beginnt
Weitere Neuigkeiten kommen vom EMA-Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP). Er hat im Zuge einer fortlaufenden Überprüfung, auch Rolling Review genannt, begonnen, Daten von Sotrovimab auszuwerten (VIR-7831 oder GSK4182136, entwickelt von GlaxoSmithKline und Vir Biotechnology).

Sotrovimab, ein monoklonaler Antikörper, bindet an das Spike-Protein von SARS-CoV-2. Das erschwert es dem Virus, in Zellen des Körpers einzudringen. ?Es wird erwartet, dass dadurch die Notwendigkeit eines Krankenhausaufenthalts bei Patienten mit COVID-19 verringert wird?, schreibt die EMA.

Die Entscheidung, eine fortlaufende Überprüfung zu starten, basiert auf vorläufigen Ergebnissen einer laufenden Studie. Forscher untersuchen, ob der Antikörper Krankenhausaufenthalte oder Todesfälle bei nicht hospitalisierten Patienten mit COVID-19 verhindern kann. Die EMA hat jetzt begonnen, Daten aus Labor- und Tierstudien auszuwerten. Hinzu kommen Daten über die Qualität des Medikaments.

Das Prozedere wird fortgesetzt, bis genügend Beweise vorliegen, um einen formellen Zulassungsantrag zu unterstützen. Außerdem kündigt die EMA an, weitere Informationen für nationale Arzneimittelbehörden bereitzustellen. Sie können selbst entscheiden, Sotrovimab vorzeitig regional zuzulassen.

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Keine Gnade für die Wade ? warum regelmäßiger Sport gerade in der COVID-19-Pandemie so wichtig ist
Julia Rommelfanger



Menschen, die regelmäßig draußen Sport treiben, kann dadurch womöglich ein schwerer Verlauf oder Krankenhausaufenthalt infolge einer Corona-Infektion erspart bleiben. Davon ist Dr. Fritz Wimbauer, Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie und Leiter der Ambulanz für präventive und rehabilitierende Sportmedizin und Sportkardiologie an der TU München, überzeugt. Wie er in seinem Vortrag zu ?Sport in der Pandemie? innerhalb einer Online-Vorlesungsreihe der TU München sagte, kommt es allerdings darauf an, wie intensiv und wie regelmäßig man trainiert [1].

Sport stärkt die Immunabwehr
Es gilt als erwiesen, dass regelmäßiges moderates Ausdauertraining (3-4 Mal pro Woche für 30-45 Minuten) das Immunsystem stärkt und das Risiko für virale Infektionen senkt sowie deren Verlauf mildert. So dauern Studien zufolge Symptome der oberen Atemwege bei Trainierten im Schnitt kürzer an als bei Untrainierten. Falsches und zu intensives Training jedoch kann sich sogar negativ auswirken, beispielsweise durch eine Schwächung der Immunabwehr.

Insgesamt habe sich gezeigt, so Wimbauer, dass gut trainierte Menschen eine COVID-19-Infektion besser bewältigen als untrainierte. Bei Inaktiven bestehe eher die Gefahr eines schweren Verlaufs. Sie müssen häufiger im Krankenhaus behandelt werden als diejenigen, die zumindest ab und zu oder sogar regelmäßig sportlich aktiv sind, wie eine im April 2021 veröffentlichte Studie mit fast 50.000 Teilnehmenden in den USA zeigt.

In der Studie stellte sich sportliche Inaktivität (weniger als 10 Minuten Bewegung pro Tag) als stärkster Risikofaktor für schwere Verläufe heraus. Inaktive mussten aufgrund einer COVID-19-Infektion häufiger auf der Intensivstation behandelt werden und hatten ein erhöhtes Sterberisiko im Vergleich zu denjenigen, die die Vorgaben der WHO (mindestens 150 Minuten Ausdauertraining pro Woche) erfüllten.

Übergewicht verdoppelt Risiko für stationäre Behandlung
Sport könne zudem anderen Risikofaktoren für schwere Verläufe ? Übergewicht, Adipositas, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes ? vorbeugen, bemerkte der Experte. Übergewicht verschlechtere die Prognose von COVID-19-Patienten, da das das Fettgewebe Botenstoffe wie inflammatorische Zytokine, TNF-alpha oder Interleukin-6 etwa, ausschütte. Nehme diese Ausschüttung von Entzündungsmediatoren einen chronischen Verlauf, schwäche das die Immunantwort.

?Über 70 Prozent der Patienten, die an COVID-19 erkranken und in die Klinik eingewiesen werden müssen, weisen eine fortgeschrittene Adipositas auf?, sagte Wimbauer. Bei Corona-Patienten unter 60 verdopple sich das Risiko einer stationären Aufnahme bei Adipositas und deutlich mehr Patienten mit Adipositas müssen beatmet werden. Wer also durch Sport sein Körpergewicht positiv beeinflusse, senke auch dadurch sein Risiko für schwere Verläufe.

Über 70 Prozent der Patienten, die an COVID-19 erkranken und in die Klinik eingewiesen werden müssen, weisen eine fortgeschrittene Adipositas auf.

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Erstimpfungen
Ein herrlicher Verhörer bzw. in diesem Fall Verleser. Ich las nicht Erst-Impfungen, sondern Er-Stimpfungen - und rätselte, was das sein sollte. Erstimpft wie erkältet. Der ist doch völlig erstimpft, ey.

Erstimpft und erlogen.

So ähnlich wie Blumento-Pferde, das Roterle und das Schwarzerle oder der Rennfahrer Walter Ribottas.

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Ohne Kommentar
https://www.youtube.com/watch?v=EKfPCxJMN4s

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Sonntag, 9. Mai 2021
Wenn der Sommer nicht mehr weit ist
Heute zogen massenweise junge Leute mit Picknickkörben und Grillausrüstung ins Grüne. Die warten nicht auf die Lockerungen. Ich bin im Garten eine Kata gelaufen und habe ansonsten bis zur Schmerzgrenze trainiert. Anderthalb Stunden Spinning, halbe Stunde Body Combat, Gewichtheben, 90 Liegestütze. Anschließend die volle Ladung Kalorien, Cordon Bleu mit Spaghetti. Gestern hatte es ja schon ganz proletarisch Würstchenspaghetti gegeben. Und ich denke, jetzt habe ich Grund und Anlass, mich auf den Bergsommer zu freuen.

BTW: Habe von jemandem gehört, der dieselbe Art Krebs hatte wie ich und der wohl für den Rest seines Lebens nur noch Weichnahrung essen kann, weil er nicht mehr kauen kann. Für mich war das, toi, toi, toi ja eher wie ein Knochenbruch: Behandelt und geheilt.

Ich kann mich wirklich glücklich schätzen.

https://www.youtube.com/watch?v=3O_UP4TArPY

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Samstag, 8. Mai 2021
Quoten-Neger.
Schlimmer Vorwurf, den Palmer da dem Aogo gemacht hat. Üble Entgleisung. Dass in Radio, TV und Internet aber immer nur vom "N-Wort" die Rede ist setzt mal wieder der PC-Moral die Hörner auf. Da fällt mir ein Freund ein, der in einer moralisch aufgeheizten Debatte an der Stelle, als seine Freundin einem rechten Sturkopf vergeblich klarzumachen versuchte, warum man eine erwachsene Frau nicht als Mädchen und einen Schwarzen nicht als Neger bezeichnet meinte: "Ich umschiffe diese Hürde, denn ich sage immer Hühner und Bimbos.".

Das sind dann so die Stellen wo ich lache.
Antirassist durch und durch.
Und Antimoralist.

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8. Mai - Befreiung vom Faschismus
Es war nur der Tag der unterzeichneten endgültigen Kapitualtion der Wehrmacht, de facto war der Krieg in Europa schon ein paar Tage vorher zu Ende gegangen, in Japan stand das Schlimmste noch bevor. In der DDR war das ein Feiertag, in der BRD eher ein schwieriger, unbequemer Gedenktag. Auf der Straße begangen wurde er nur von der außerparlamentarischen Linken.

Meine erste 08. Mai-Demo erlebte ich 1985 in Göttingen, einer Stadt in der ich mein Studium und anschließend noch 7 Jahre verbrachte. Eine Lebensphase, die von meinem jetzigen Leben grundverschieden ist, auch wenn ich meinen damaligen Idealen und Prinzpien treu geblieben bin. Damals war die Stadt noch stark von der Spontiszene geprägt, neben bierernsten Linksspießern. Diese Kombination machte den teilweise surrealen Charakter dieser Demo aus.


Ganz vorne gingen Jusos, die skandierten: "Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg, für den Sozialismus bis zum Sieg!", dahinter der Sozialistische Hochschulbund (SHB) mit der Parole: "Nie mehr Faschismus, Krieg dem Krieg, für den Sozialismus bis zum Sieg!", dann der orthodox moskautreue MSB Spartakus mit: "Kampf dem Faschismus, Krieg dem Krieg, für den Sozialismus bis zum Sieg!", darauf der Kommunistische Bund (KB) mit: "Tod dem Faschismus, Krieg dem Krieg, für den Kommunismus bis zum Sieg!", anschließend machten sich undogmatische Linke aus dem Basisgruppenspektrum über das altbacken-traditionelle dieser Veranstaltung lustig indem sie "Ho-Ho-Ho-Tschi Minh!" riefen;es folgten Hardcore-Antiimps der Stahlzwillenfraktion, die riefen: "Nie mehr Frieden, nie mehr Krieg, nur noch Terror bis zum Sieg!".

Das ließ sich eigentlich nicht mehr steigern, ein paar Altspontis versuchten das dennoch mit "Molotow, Kalaschnikow, das gibt Zoff!". Schließlich rief ein stadtbekannter Spaßvogel in einen Gullischacht: "Mutter, bist Du da unten?".

Das war sie, meine erste 8. Mai-Demo, noch ziemlich am Auftakt eines spannenden und hochgradig lustvollen Lebens in der linksradikalen Szene, ehe die einen furchtbaren Absturz erleben sollte, von dem sie sich nie erholt hat.


BTW: Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Netbitch!

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Donnerstag, 6. Mai 2021
Idealgewicht
Der einzige Vorteil den meine Erkrankung mit sich brachte war ja dass ich in 4 Wochen 7 KG abnahm und jetzt nach eigener Wahrnehmung und der meines Umfelds mein Idealgwicht wieder habe. Nachdem ich die Daten in einen BMI-Rechner eingegeben habe stellte dieser Untergwicht fest und empfahl mir mehr zu essen. Auch fand sich dort kein Training mit der Energieverbrennung - 1000 Kalorien pro Stunde - die ich so habe.

Ein anderer BMI-Test stellte hingegen fest dass ich mein Normalgewicht habe.

Was lernt uns das?

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Auch ältere Frauen mit erhöhtem Risiko für Impf-Thrombosen ? gibt es die AstraZeneca-Vakzine bald nur noch für Männer?
Dr. Thomas Kron


Das Risiko für Sinus- und Hirnvenenthrombosen (CVT) nach Impfung mit der Vakzine von AstraZeneca (ChAdOx1, Vaxzevria®) ist zwar gering, aber dennoch erhöht, und zwar vor allem bei Frauen, wie nun auch Daten aus Deutschland bestätigen [1]. Neu ist, dass diesen Daten zufolge auch über-60-jährige Frauen gefährdet sind. Die aktuellen Daten sind bislang allerdings nur auf einem Preprint-Server erschienen, eine wissenschaftliche Begutachtung steht noch aus.

Unsere Daten zeigen: Auch ältere Frauen haben ein erhöhtes Risiko, Sinus- und Hirnvenenthrombosen nach Gabe des AstraZeneca-Vakzins zu erleiden. Prof. Dr. Tobias Kurth
Bei einigen Personen in Deutschland wie auch in anderen Ländern sind nach Impfung mit dem Virus-basierten, gegen SARS-CoV-2 gerichteten Impfstoff von AstraZeneca vermehrt zerebrale Venenthrombosen aufgetreten, teilweise in Kombination mit einer Thrombozytopenie.

Da überwiegend Frauen unter 60 Jahren betroffen waren, wurde die Impfung mit dieser Vakzine auf ältere Frauen und auf Männer beschränkt. Aufgrund der Seltenheit der Komplikation wird das Nutzen-Risiko-Verhältnis der Impfungen mit diesem Impfstoff als weiterhin positiv bewertet.

Umfrage bei allen neurologischen Kliniken in Deutschland
Um Daten aus Deutschland zu gewinnen, auch zu den anderen verfügbaren Impfstoffen gegen SARS-CoV-2, hat die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) im vergangenen Monat eine webbasierte Studie durchgeführt.

Alle neurologischen Kliniken in Deutschland wurden von der DGN unter der Projektleitung von Prof. Dr. Jörg Schulz, Universitätsklinik Aachen, am 6. April 2021 angeschrieben. Sie wurden gebeten, alle Fälle von zerebralen Sinus- und Hirnvenenthrombosen sowie ischämischen und hämorrhagischen Schlaganfällen, die innerhalb eines Monats nach einer SARS-CoV-2-Impfung aufgetreten waren, mittels eines webbasierten Fragebogens bis zum 14. April 2021 zu melden.

Inzidenzrate der Hirnvenenthrombosen bei Frauen höher
Bis Mitte April waren vom BioNTech-Impfstoff 16,2 Millionen Dosen verimpft, vom AstraZeneca-Impfstoff 4,6 Millionen und vom Moderna-Impfstoff 1,2 Millionen. Insgesamt wurden 62 Fälle festgestellt, von denen 45 eine CVT hatten, 9 einen primären ischämischen Schlaganfall, 4 eine primäre intrazerebrale Blutung (ICH) und 4 andere Ereignisse.


In rund 95% der Fälle traten die unerwünschten Ereignisse nach der Erstimpfung auf. Das Durchschnittsalter betrug 46,7 Jahre (48 Patienten < 60 Jahre, 77,4%), 75,8% der Betroffenen waren Frauen.

53 Ereignisse wurden nach der Impfung mit ChAdOx1 von AstraZeneca beobachtet (85,5%), 9 nach Impfung mit dem mRNA-Impfstoff von BioNTech (BNT162b2); nach Impfung mit dem mRNA-Impfstoff von Moderna wurden keine Ereignisse berichtet.

Die gesamte CVT-Inzidenzrate innerhalb eines Monats nach der Erstimpfung betrug 6,5 (95% KI 4,4 bis 9,2) pro 100.000 Personenjahre und 8,8 (95% KI 6,4 bis 11,9) für jedes eingeschlossene zerebrovaskuläre Ereignis.

Die Ein-Monats-Inzidenzrate von CVT war bei ChAdOx1-geimpften Personen mit knapp 18 höher (17,9, 95% KI 11,8 bis 26,1). Das Verhältnis der Inzidenzraten betrug 9,68 (3,46 bis 34,98) für den AstraZeneca-Impfstoff im Vergleich zu mRNA-basierten Impfstoffen und 3,14 (1,22 bis 10,65) für Frauen im Vergleich zu Männern (nach Adjustierung für die Altersgruppe).

Die Inzidenzrate der Hirnvenenthrombosen bei Frauen unter 60 Jahren nach Gabe des AstraZeneca-Impfstoffs betrug 24,2/100.000 Personenjahre, die von über-60-jährigen Frauen 20,5/100.000 Personenjahre.

Bei unter-60-jährigen Frauen mit dem BioNTech-Impfstoff betrug die Ereignisrate 3,6/100.000 Personenjahre, bei Männern dieser Altersgruppe 3,5/100.000.

Über-60-jährige Frauen hatten nach Impfung mit der BioNTech-Vakzine eine Ereignisrate von 0,8/100.000 Personenjahre. Bei Männern über 60 Jahre gab es keine Ereignisse, egal welchen Impfstoff sie erhielten.

Bei 26/45 Patienten mit CVT (57,8%) wurde eine VITT (Vakzine-induzierte immunogene thrombotische Thrombozytopenie) als hochwahrscheinlicher Pathomechanismus eingestuft, bei 19/45 Patienten (42,2%) war die Assoziation weniger wahrscheinlich.

Änderung der Impfempfehlung sollte geprüft werden
Angesichts einer CVT-Inzidenz in der Allgemeinbevölkerung von 0,22 bis 1,75 pro 100.000 Personenjahre deuten diese Ergebnisse auf ein erhöhtes Risiko für CVT nach ChAdOx1-Impfung hin, insbesondere für Frauen. Die Daten bestätigen somit bisherige Beobachtungen.

Allerdings haben die Autoren ?ein neues Sicherheitssignal gesehen?, so der beteiligte Wissenschaftler Prof. Dr. Tobias Kurth, Direktor des Instituts für Public Health an der Charité, in einer Mitteilung der DGN [2]. ?Unsere Daten zeigen: Auch ältere Frauen haben ein erhöhtes Risiko, Sinus- und Hirnvenenthrombosen nach Gabe des AstraZeneca-Vakzins zu erleiden. Ob dies zu einer Änderung der Empfehlung für die Impfung mit ChAdOx1 führt, sollte mit den vorliegenden Daten in einer Risiko-Nutzen-Analyse schnell bewertet werden?, so Kurth.

Dieser Artikel ist im Original erschienen auf Univadis.de.

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Dienstag, 4. Mai 2021
Der lange Weg zur Herdenimmunität: Was Umfragen zur Impfbereitschaft sagen und wie Experten diese steigern wollen
Michael van den Heuvel, Medscape



Impfungen sind der Königsweg, um die Corona-Pandemie zu besiegen. Die Impfung schützt nicht nur vor Infektionen bzw. schweren COVID-19-Erkrankungen, sie dämmt auch die Übertragung von Coronaviren ein, wie aktuelle Studien zeigen (wie Medscape u.a. im Blog berichtet hat). Ziel ist die Herdenimmunität. Um sie zu erreichen, sollten mindestens 60 bis 70% der Bevölkerung geimpft sein.

Je mehr die Impfkampagne in Deutschland fortschreitet und je mehr Impfstoff bereitsteht, umso wichtiger wird die Frage, wie viele Menschen tatsächlich bereit sind, die Impfangebote auch wahrzunehmen. Zwar ist in Deutschland die Impf-Bereitschaft relativ hoch, doch sind weitere Maßnahmen zur Steigerung der Motivation erforderlich. Dies betonen vom Science Media Center Germany befragte Experten aufgrund aktueller Umfrage-Ergebnisse.

Nur wenige eindeutige Impfverweigerer
Seit Mai 2020 untersuchen Forscher mit der Online-Querschnittsbefragung COVID-19 Snapshot Monitoring (COSMO) die bundesweite Impfbereitschaft: ein Projekt der Universität Erfurt. Die Zahl der eindeutigen Impfverweigerer änderte sich in diesem Zeitraum kaum. In den letzten Monaten gaben recht konstant 16% an, sich auf keinen Fall impfen zu lassen.

Dagegen ist aber die Zahl der Befürworter gewachsen: Immer häufiger stimmten Befragte der Aussage zu, sich auf jeden Fall impfen zu lassen. Waren es am 15. Dezember 2020 noch 24,7%, lag der Wert am 20. April 2021 bei 45,4%. Dabei spielten laut Befragung in Aussicht gestellte Lockerungen keine Rolle.

Ähnliche Ergebnisse kommen vom Robert Koch-Institut (RKI), Berlin. Im Rahmen des Projekts ?COVID-19 Impfquoten-Monitoring in Deutschland? (COVIMO) werden auch hier Bürger repräsentativ befragt. Die letzte Auswertung stammt vom 28. April 2021. Laut dieser Befragung wollen sich nur 4,4% auf keinen Fall impfen lassen ? und 72,6% wollen dies auf jeden Fall. Wird die Art des Impfstoffes dabei abgefragt, sind etwas mehr Menschen bereit sich mit einem mRNA-Impfstoff impfen zu lassen als mit dem Vakzin von AstraZeneca.

Dr. Viola Priesemann vom Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation, Göttingen, rechnet perspektivisch allerdings mit Schwankungen der Motivation: ?Nehmen die Fallzahlen über den Sommer ab, dann wird die Impfbereitschaft relativ niedrig sein.? Und sie warnt: Schon ein Rückgang um 20% könne ab dem Herbst zur nächsten Welle führen ? was dann allerdings die Impfbereitschaft wieder steigen lassen könnte.

?Gibt es hingegen schon im Sommer eine weitere Welle, weil zu schnell gelockert wird oder weil eine Virusvariante kommt, die der Immunantwort entkommt, dann könnte das die Impfbereitschaft weiter erhöhen?, vermutet sie.

Stagnierende Impfbereitschaft ? naht die Impfpflicht?
Hier kann man auch von internationalen Erfahrungen lernen. ?In anderen Ländern, die mit der Corona-Impfung schon weiter vorangeschritten sind, wird mangelnde Impfbereitschaft zunehmend diskutiert?, berichtet Dr. Katrin Schmelz. Sie forscht an der Universität Konstanz und am Thurgauer Wirtschaftsinstitut.

Ein Beispiel ist Israel: Dort stagniert die Impfquote derzeit bei 62%. Manche Länder oder Regionen reagieren auf solche Probleme mit der Einführung einer Impfpflicht. Das betrifft z.B. in Galizien (Spanien) alle Bürger, in Italien die Pflegekräfte oder im US-Bundesstaat Kalifornien die Studierenden an den Hochschulen.

Es ist davon auszugehen, dass auch in Deutschland die Frage einer möglichen Impfpflicht in den nächsten Monaten aufflammen wird. Dr. Katrin Schmelz
?Es ist davon auszugehen, dass auch in Deutschland die Frage einer möglichen Impfpflicht in den nächsten Monaten aufflammen wird?, sagt Schmelz voraus. Sie hat Ende April/Anfang Mai 2020 und Ende Oktober/Anfang November 2020 repräsentative Befragungen durchgeführt. Die Frage lautete: Inwieweit wären sie bereit, sich impfen zu lassen, wenn die Impfung von der Regierung dringend empfohlen wird, aber freiwillig bleibt ? oder wenn es eine Impfpflicht mit Sanktionen für Verweigerer gibt?

Dabei zeigte sich, dass ein erheblicher Teil der Bevölkerung eher eine freiwillige dringende Empfehlung unterstützt als eine mit Sanktionen erzwungene Impfpflicht. Unter diesem Blickwinkel wären verpflichtende Impfungen wohl eher kontraproduktiv.

Hürden für Impfwillige verringern
Doch selbst eine hohe Impfbereitschaft reicht wahrscheinlich nicht aus, um in Richtung Herdenimmunität zu kommen. Das gibt Prof. Dr. Cornelia Betsch von der Universität Erfurt und Initiatorin von COSMO zu bedenken. ?Auch wenn die Impfbereitschaft in der Nähe der Herdenimmunitätsschwelle liegen würde, wird nicht aus jeder hohen Impfbereitschaft automatisch auch eine Impfung. Daher sollten praktische Hürden weitestgehend abgebaut werden und impfen so einfach wie möglich gemacht werden?, rät sie.

Wie kann das funktionieren? ?Sehr relevant wird vermutlich das Impfen am Arbeitsplatz und in den Universitäten ? und perspektivisch möglicherweise auch in Schulen?, sagt Betsch. ?So können große Gruppen mit vielen Kontakten erreicht werden, und der Aufwand, an eine Impfung zu kommen, wird reduziert.? Alles sollte darangesetzt werden, das Impfen so leicht wie möglich zu machen.

Sehr relevant wird vermutlich das Impfen am Arbeitsplatz und in den Universitäten ? und perspektivisch möglicherweise auch in Schulen. Prof. Dr. Cornelia Betsch

Nora Katharina Schmid-Küpke vom RKI nennt Beispiele, woran es momentan hapert. ?Im konkreten Fall der COVID-19-Impfung können diese Barrieren zum Beispiel Probleme bei der Terminvereinbarung betreffen, fehlendes Wissen über die Zugehörigkeit zu einer priorisierten Gruppe oder die schwierige Erreichbarkeit der Impforte?, fasst sie zusammen und hofft: ?Mit dem Einbezug der Hausarzt-Praxen in die Impfstrategie werden manche dieser Barrieren für bestimmte Gruppen behoben.?

Die Kommunikation optimieren
Darüber hinaus sieht Dr. Felix Rebitschek von der Universität Potsdam große Chancen in einer besseren Kommunikation. ?Grundsätzlich kann laienverständliche Aufklärung über die klassischen Versorgungsstrukturen die ? Unentschiedenen und Skeptischen erreichen, um informierte Impfentscheidungen zu ermöglichen?, so seine Einschätzung. Wichtig seien dafür beispielsweise auch Materialien für Hausärzte.

?Außerdem muss bewusstheitsfördernde Werbung für die Impfkampagnen (für Zielgruppen, die bereits impfen wollen) jetzt ersetzt werden durch echte Aufklärung für jene, die noch nicht entschieden sind, eben weil ihnen verständliche Informationen fehlen?, ergänzt Rebitschek.

Von Anreizen, moralischem oder gesellschaftlichem Druck hält er wenig. Denn ohne Aufklärung fehle die Grundlage, die eine Impfung vertrauenswürdig mache. ?Bei zukünftigen Auffrischungen oder im Fall von medial thematisierten Nebenwirkungen wird das zum Problem?, so Rebitscheks Befürchtung.

Doch was sollte sich in nächster Zeit ändern? Dazu Schmidt-Küpke: ?Wichtig erscheint mir, sich sukzessive wieder den verschiedenen Bevölkerungsgruppen zuzuwenden.? Zurzeit finde eher eine breite Kommunikation für die gesamte Bevölkerung statt, und das sei angesichts der pandemischen Situation auch eine pragmatische Lösung. ?Dennoch wissen wir, dass maßgeschneiderte Kommunikation und Interventionen, die sich an den Bedürfnissen der jeweiligen Bevölkerungsgruppen orientieren, effektiver sind?, gibt die Expertin zu bedenken.

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Montag, 3. Mai 2021
Von Ethnogenese und Sprachinseln oder der Rassenirrtum
Auf einem Blog in der entfernten Nachbarschaft war zu lesen, die Finnen seien genetisch von den Schweden stark unterschieden, weil es sich um ein altaiisches Volk handle, im Gegensatz zu den indogermanischen Schweden. Dies ist ein Irrtum in gleich doppelter Hinsicht, der mir aber Gelegenheit gibt, mit einem immer noch wirkmächtigen Missverständnis in der Ur- und Frühgeschichte, Ethnologie und Volkskunde aufzuräumen. Auch wenn ich heute als Unternehmer tätig bin gilt ja doch die Regel einmal historischer Anthropologe - immer historischer Anthropologe.



Grundsätzlich werden bestimmte Sprachgruppen regionalen Bezugsräumen, bevorzugt Gebirgen zugeordnet. Entweder, weil sich dort Rückzugsorte sonst wenig verbreiteter Sprachen befinden oder, weil der Ursprung einer Sprachfamilie dort vermutet wird. Ersteres ist bei den kaukasischen Sprachen der Fall. Im Kaukasus gibt es unzählige Sprachinseln, in manchen Gegenden Georgiens wird in jedem Tal eine andere Sprache gesprochen. Die kaukasischen Sprachen gehören weder zu den indogermanischen noch zu den Turksprachen und auch nicht zu den semitischen Sprachen, daher wird vermutet, dass es sich um sehr alte Sprachen handelt, die in Eurasien gesprochen wurden, ehe sich die Semiten, dann die Indogermanen und zuletzt die Turkvölker ausbreiteten. Es finden sich dort Sprachen, die mit dem Baskischen/Euskera verwandt sind, das wiederum keinerlei Verwandtschaft zu irgendwelchen lebenden europäischen Sprachen aufweist. Es wird daher vermutet dass diese "japhetitisch" genannte Sprachfamilie (nach Japhet, neben Ham und Sem einer der drei Söhne Noahs) in Europa weiträumig verbreitet war ehe sich die Indogermanen ausbreiteten und also die Erbauer von Stonehenge und die Pfahlbauern von Unteruhldingen eine Art "baskisch" sprachen. Nur im Kaukasus und in Euskadi haben diese Sprachen überlebt.

Anders sieht es mit den Altaisprachen aus. Hier ist der Altai kein Rückzugsraum, sondern vermutetes Herkunftsgebiet der Altaisprachen. Dies sind die Turksprachen, Mongolisch, Koreanisch und Tungusisch, nach einer Theorie auch noch die Ryu-Kyu-Sprachen, Japanisch, Ainu und Jakutisch. Aber nicht die Finno-Ugrischen Sprachen mit Finnisch, Estnisch, Karelisch, Ungarisch, Sami, Chantisch und Baschkirisch. Vor längerer Zeit hatte man eine Verwandtschaft dieser Sprachen mit den Altaisprachen angenommen, weil das Ungarische, die Turksprachen und das Mongolische sich mit den vielen Ü- Ö- und Ä-Lauten phonetisch ähneln und die Ungarn wie die Hunnen, Türken, Mongolen und Tataren als Reitervolk aus Innerasien nach Europa vorgedrungen sind. Diese Theorie ist aber seit langem vom Tisch.


Ein anderer Irrtum betrifft die Ethnogenese wandernder Völker. Die Ur- und Frühgeschichtler wie die Anthropologen und Sprachforscher des 19. und 20. Jahrhunderts sind von Konzepten und Vorstellungen ausgegangen die heute längst überholt sind, in populärwissenschaftlichen Diskursen aber noch verbreitet sind und bis in die 1980er Jahre auch im Schulunterricht gelehrt wurden.

Vökerwanderungen wurden als Komplettumzüge von "Völkern" gedacht die man sich vorstellte wie Nationalstaaten des 19. Jahrhunderts, zu einer Zeit als es hierzu keine Entsprechung gab. Also sprachliche, ethnische, kulturelle und religiöse Einheiten, deutlich von ihrer Umgebung getrennt, die mit Kind und Kegel ihre alten Wohnsitze aufgaben und in die Fremde wanderten, um dort andere Völker zu unterwerfen oder zu verdrängen, was als darwinistisches survival of the fittest begriffen wurde. So war es nicht. Vielmehr vollzog sich die Ethnogenese überwiegend eher so, dass sich die jeweiligen "Völker" erst im Ankunftsgebiet neu definierten.

Nehmen wir die germanische Völkerwanderung. Es gab kein Volk der Franken, sondern ein Gewusel miteinander verbündeter germanischer Stämme, die "frank" genannt wurden weil sie frei waren und weder dem weströmischen noch dem oströmischen Kaiser unterstanden. Es gab auch kein Volk der Goten. Was es gab waren die Stämme der Terwingen, Greutungen und Gepiden, die eine heute "gotisch" genannte Sprache verwendeten, die sich vom Idiom der Westgermanen, einer frühen Form des Altniederdeutschen unterschied.

Die Vorstellung, die Goten wären als geschlossener Verband aus Skandinavien über die Insel Gotland ins Weichselland und von dort südlich in die Schwarzmeerregion gewandert wurde von Anhängern der Idee einer "nordischen Rasse" um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert ersonnen.

Unter dem Druck klimabedingter Missernten und des Vorrückens von Hunnen und Alanen aus dem Osten drangen die Terwingen unter Kaiser Aurelian auf früheres, jetzt von den Römern geräumtes Reichsgebiet im heutigen Rumänien vor und erhielten später die Genehmigung, weiter westlich auf Reichsgebiet zu siedeln. Aber es zogen nicht alle Terwingen aus ihrer Heimat, dem heutigen Nordostrumänien, Bulgarien und Moldawien in den Westen, sondern die mobilsten Teile der Gesellschaft, hauptsächlich Junge und Arme. Großgrundbesitzer, Alte und Kranke blieben zurück, verloren später ihre Eigenständigkeit und verschmolzen mit den traditionell weiter östlich siedelnden Greutungen. Erst auf Reichgebiet wurden aus den Terwingen "Visigoten" nach der römischen Bezeichnung ihres Herkunftgebiets "Gothica". Der Begriff "Westgoten" beruht auf einem Übersetzungsfehler.

In der Folge zogen dann die nun so genannten Ostgoten als Zwangsverbündete der Hunnen und die Westgoten als Verbündete der Römer ins Feld und suchten sich nach der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern neue Siedlungsräume in Südeuropa - Heeresverbände mit im Tross nachziehenden Familienangehörigen, aber keine kompletten Volksstämme. Dementsprechend gingen sie in den von ihnen besiedelten Gebieten in Spanien und Italien auch ethnisch in der dort ansässigen Bevölkerung auf. Im Westgotenreich regierten westgotische Könige, gestützt auf ein westgotisches Heer, über eine gemischt keltiberisch-gallisch-römische Bevölkerung, aber es lebte dort kein Volk der Westgoten. Ebenso bildeten die Ostgoten eine kleine kriegerische Elite innerhalb Italiens. Die Vorstellung, die die in nationalistischen und im Lauf der Zeit zunehmend sozialdarwinistischen, in Deutschland rassenhygienischen Gedankengebäuden operierenden Frühgeschichtler hatten, es wanderten in sich zusammenhängende genetisch umschreibbare Abstammungsgemeinschaften ist völlig falsch. Das gilt auch für die Invasion der Arier in Indien um 1500 vor Christus oder der Ungarn in Europa im Frühmittelalter, der Türken im Spätmittelalter. Man sieht dies daran, dass sie in der Bevölkerung der eroberten Länder genetisch aufgingen ohne dort sehr auffällige somatische Spuren zu hinterlassen - die Arier sahen aus wie Südeuropäer, die Ungarn und frühen Türken wie Mongolen. In der Zeit der Rassentheorien glaubten westliche, insbesondere deutsche Forscher ernsthaft, die indische Kastengesellschaft bestünde aus Ariernachfahren in den Brahmanen- und Adelskasten und Drawidas in den unteren Kasten und versuchten dies durch biologische Untersuchungen zu untermauern. Die fatale Unterscheidung zwischen "äthiopiden" Watutsi und "negriden" Hutu in Ruanda, Burundi und Tansania wurde von deutschen Rassenforschern vorgenommen. Deutsche Ostforscher wie Hermann Aubin, einer der Vordenker nationalsozialistischer Ostsiedlungs- und Großraumpolitik waren es, die zusammenfantasierten, dass die Slawen in die von Ostgermanen aufgegebenen Siedlungsräume Osteuropas "einsickerten" und sie als "Bevölkerungsfluten" "überschwemmten" (dieses "hydraulische Vokabular" fand sich später bei der Neuen Rechten in dem Begriff "Asylantenflut" wieder). Über die Ethnogenese der Altslawen ist wenig bekannt, sie tauchen um das Jahr 500 in byzantinischen Quellen plötzlich auf. Die traditionelle Ur- und Frühgeschichte zumindest im Westen weist ihnen als ursprünglichen Siedlungsraum die Pripjetsümpfe, eine ungemütliche Gegend rund um Tschernobyl zu. Von hier sollen sie sich ausgebreitet haben, nachdem in der Folge des Hunnensturms Goten und Alanen Osteuropa verließen. Aber es sind ja gar keinen kompletten "Völker" gewandert, und das passt auch nicht zur sprachtheoretischen Einordnung des Altslawischen, das zu einem sehr frühen Zeitpunkt aus dem Urgermanischen entstanden sein soll, also etwa in der frühesten Eisenzeit. Das heißt, entweder die Slawen haben inselartig verteilt immer schon in den ansonsten germanisch oder keltisch geprägten Siedlungsräumen gelebt - es gibt auch sprachliche slawische Rückzugsräume in den Alpen, oder das Slawische muss anders entstanden sein, zum Beispiel aus den graecoromanokeltischen Kreolsprachen des antiken Balkan und einer dann möglicherweise einsetzenden Lautverschiebung.

Die in Traditionen der Rassenhygiene stehende Völkerkunde und Ur- und Frühgeschichte endete nicht mit dem "Dritten Reich", Theorien und Rassenmodelle der Rassentheoretiker von Eickstedt und Mühlmann fanden sich noch in den 1970ern als Definitionen in Konversationslexika, und die Ideen von Völkerwanderungen als Wanderungen geschlossener genetischer Kollektive hielten sich bis in Bio- und Geschichtsbücher der 1990er. Auch wenn sie nichts Anderes sind als in die Geschichte hinein interpretierte rassistische Projektionen.

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Prominente zum Internationalen Tag der Pressefreiheit
"Leider ist in Kolumbien das Produkt Pressefreiheit zwischenzeitig ausgegangen. Wir können aber Kokain zum sehr günstigen Diplomatenrabatt anbieten"

Roberto Escobar

"Die Pressefreiheit wird meistens überschätzt. Eine viel wichtigere Freiheit ist das Recht, fremde Soldaten ins eigene Land einzuladen und sich keine Gedanken machen zu müssen wann sie wieder abziehen"

Ramsan Kadyrow featuring Bashar al Assad

"Zum Thema Internationaler Tag der Pressefreiheit fällt mir nichts ein"

Zhi Yin Ping

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Was macht eigentlich Donald Trump?
Mißbraucht den Geburtstag seiner Frau, um alle Gratulanten um Geld anzuhauen:

https://www.thetimes.co.uk/article/hold-the-cake-just-send-cash-for-melania-trumps-birthday-rbb9g5n5l

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Samstag, 1. Mai 2021
Hurray, Hurray, it´s the first of may
and outdoor fucking starts today stimmt leider nicht, sowohl aus coronatischen als auch aus klimatischen Gründen. Zum ersten Mal seit Jahrzehnten bin ich nicht auf die Maidemo gegangen, sondern habe gekocht. Erntefrischen Spargel mit erntefrischen Kartoffeln, selbstgemachter Sauce Hollandaise und frisch gekauftem Fisch. Vorzüglich! Mailiche Gedanken verfolge ich trotzdem. In Myanmar haben die Karen zu den Waffen gegriffen. Es könnte sein, dass die friedlichen Proteste gegen das Regime allmählich von bewaffnetem Widerstand abgelöst werden oder es gar zu einem Bürgerkrieg kommt. Wer die Geschichte des Landes kennt weiß, dass das frühere Militärrregime, das SLORC (Security, Law and Order Restauration Council) aus einer solchen Situation heraus an die Macht kam. Es ist also sehr unklar wie sich das weiter entwickelt.

Fast völlig unbeachtet sind hierzulande die ersten Hundert Tage Joe Biden. Dabei ist sehr bemerkenswert was dort gerade passiert; gelingt es wäre das ein wahrhaftiger zweiter New Deal. Der scheinbar so unscheinbare Biden müsste sich dann allerdings auch an Franklin Delano Roosevelt messen lassen. Ich bleibe dabei: Möglicherweise erleben wir gerade das Ende des Neoliberalismus als historischer Phase. Es lohnt sich momentan wahrscheinlich eher, den Blick auf internationale Politik und weltwirtschaftliche Entwicklungen zu legen als auf die absurden Aussagen covidnegierender Hörnerträger.


https://www.youtube.com/watch?v=kjLXyqD3lvI

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Freitag, 30. April 2021
Zwischenbilanz der Covid19-Impfungen
Heute hat das RKI 24.736 weitere SARS-CoV-2-Infektionen gemeldet. Vor einer Woche waren es 24.884 Fälle. An COVID-19 sind 264 Patienten gestorben (21. April: 331). Die 7-Tages-Inzidenz fiel von 160,6 am Vortag auf aktuell 154,9. Und noch eine positive Nachricht: Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert ist laut RKI-Lagebericht von Mittwochabend auf 0,90 gefallen (Vortag: 0,93) ? was für ein Abflauen des Infektionsgeschehens spricht. Laut Impfmonitoring haben 24,7% der Bürger 1 Dosis bzw. 7,4% beide Dosen eine COVID-19-Vakzine erhalten.

Britische Studie: Impfung senkt Übertragungsrisiko deutlich ? schon nach 1. Dosis
Die Diskussionen um mehr Rechte für Geimpfte nehmen weiter an Fahrt auf. Denn Wissenschaftler von Public Health England haben gezeigt, dass von ihnen ein deutlich geringeres Übertragungsrisiko ausgeht als von nicht Geimpften ? und das schon nach der 1. Dosis.

Die Forscher haben Daten aus rund 24.000 britischen Haushalten analysiert, in denen sich mindestens eine Person mit SARS-CoV-2 infiziert hatte. Diese Indexpatienten standen mit 57.000 Menschen ohne bekannte Infektion in Kontakt. Als Vergleich dienten eine Million Kontakte von nicht geimpften, infizierten Personen. Die Studie umfasste Vakzine von AstraZeneca und BioNTech. Die Übertragungen verringerten sich 3 Wochen nach der ersten Impfdosis um 38 bis 49%. Signifikante Unterschiede zwischen beiden Vakzinen gab es dabei nicht.

Lockerungen für Geimpfte in USA ? Warnung vor Verteilungskampf
In den USA ist man mit Lockerungen bereits weiter. Als Folge neuer Daten haben dort die Centers for Disease Control and Prevention (CDC), Atlanta, jetzt ihre Empfehlungen zur Pandemie-Bekämpfung aktualisiert ( Medscape hat berichtet ). ?Ab heute müssen Sie, wenn Sie vollständig geimpft sind, sich im Freien und nicht in einer großen Menschenmenge befinden, keine Maske mehr tragen?, sagte Joe Biden bei einen Pressebriefing am 27. April. Der US-Präsident weiter: ?Wenn Sie geimpft sind, können Sie mehr Dinge tun, sicherer, sowohl draußen als auch drinnen.?. Laut CDC sind etwa 37% aller Amerikaner vollständig geimpft, und knapp 54% haben mindestens eine Dosis erhalten.

Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) hat sich bei der Debatte um Erleichterungen für Corona-Geimpfte und -Genesene für ein gemeinsames Vorgehen von Bund und Ländern ausgesprochen. Die Bundesregierung bereite eine entsprechende Verordnung vor, so der nordrhein-westfälische Ministerpräsident. Wie er betonte, müssten Einschränkungen von Grundrechten schnellstmöglich zurückgenommen werden.

Darin steckt politischer Sprengstoff; Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) warnte gleichzeitig vor einem Verteilungskampf. ?Wir müssen sehr darauf achten, dass sich die soziale Spaltung jetzt nicht auch beim Impfen fortsetzt?, gibt er zu bedenken. ?Nicht das Vorhandensein von Ärzten im Freundes- oder Bekanntenkreis darf über die Vergabe von Impfterminen entscheiden, sondern einzig und allein die Priorität.? Scholz weiter: Scholz. ?Niemand hat etwas davon, wenn die noblen Vororte durchgeimpft sind, aber die Pandemie in den sozialen Brennpunkten weiter grassiert."

RKI: Abrechnungsdaten zeigen, wer die Impfung am dringendsten braucht
Apropos Impfpriorisierung: Diese erfolgt in Deutschland bekanntlich gemäß Coronavirus-Impfverordnung (CoronaImpfV) nach dem individuellen Krankheitsrisiko. Es sollen zunächst diejenigen Personen geimpft werden, die ein besonders hohes Risiko für schwere oder tödliche COVID-19-Verläufe haben oder beruflich stark exponiert sind. Doch, wer tatsächlich ein hohes Risiko hat, hat die STIKO bislang größtenteils aufgrund internationaler Studiendaten geschlossen. Sind diese Daten auf den deutschen Versorgungsalltag übertragbar?

Mehr Klarheit, wer tatsächlich ein Risiko für einen schweren Verlauf hat, sollen nun Abrechnungsdaten von mehr 30 Millionen gesetzlich Versicherten der AOK Bayern, der AOK PLUS Sachsen und Thüringen, der BARMER, der DAK-Gesundheit sowie mehrerer Betriebskrankenkassen schaffen. An der Auswertung waren u.a. die Technische Universität Dresden, das InGef ? Institut für angewandte Gesundheitsforschung Berlin und das RKI Berlin beteiligt.

Aus ihren Daten haben die Forscher eine Staffelung des Risikos für einen schweren Krankheitsverlauf und eine daraus folgende Priorisierung errechnet:



Rang 1 (am meisten gefährdet): Patienten mit hämatoonkologischen Erkrankungen mit Therapie

Rang 2: Patienten mit metastasierter solider Tumorerkrankung mit Therapie

Rang 3: Patienten mit Demenz

Rang 4: Patienten mit metastasierter solider Tumorerkrankung ohne Therapie

Rang 5: Patienten mit Herzinsuffizienz

Rang 6: Menschen im Alter von 75-79 Jahren

Rang 7: Patienten mit Dialyse

Rang 8: Patienten mit solider Krebserkrankung mit Therapie

Rang 9: Patienten mit zirrhotischen und schweren Leberkrankheiten

Rang 10: Patienten mit Down-Syndrom

Rang 11: Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz

Rang 12: bei Zustand nach Organtransplantation

Rang 13: Menschen im Alter von 70-74 Jahren

Rang 14: Patienten mit Vorhofflimmern und Vorhofflattern

Rang 15: Patienten mit interstitielle Lungenerkrankung

Rang 16: Menschen im Alter von 65-69 Jahren

Rang 17: Patienten mit koronarer Herzkrankheit

Rang 18: Patienten mit schweren psychischen Erkrankungen

Rang 19: Patienten mit Diabetes mellitus Typ 1 und 2

Rang 20: Patienten mit COPD und sonstigen schweren Lungenerkrankungen

Rang 21: Patienten mit zerebrovaskulären Erkrankungen

Rang 22: Menschen mit Adipositas

Rang 23: Patienten mit neurologischen Erkrankungen

Rang 24: Menschen im Alter von 60-64 Jahren

?Die hier dargestellte Rangfolge von Risikofaktoren für einen schweren Verlauf (inklusive Intensivstation-Aufenthalt) bietet eine evidenzbasierte und praxistaugliche Orientierungsmöglichkeit für eine mögliche Aktualisierung der bestehenden Impfrangfolge, die auch im niedergelassenen Bereich einfach eingesetzt werden kann?, betonen die Autoren.

Impfstoff für Kinder ab 12: EMA-Antrag nächste Woche
Biontech-Gründer Uğur Şahin hat in einem Interview mit dem Spiegel Hoffnung verbreitet, dass es schon bald einen Impfstoff geben wird, der auch bei Kindern eingesetzt werden kann. Bislang sind die COVID-19-Impfstoffe in Deutschland erst ab einem Alter von 16 Jahren zugelassen.

Sahin sagte, dass für die Biontech/Pfizer-Vakzine voraussichtlich schon vor dem nächsten Winter ausreichende Daten für alle Kinder ab dem Kindergarten-Alter vorliegen. Schon am kommenden Mittwoch will das Unternehmen Daten für eine Zulassung des Impfstoffes für Kinder ab dem 12. Lebensjahr bei der europäischen Arzneimittelbehörde EMA einreichen. Der Zulassungsantrag für alle Altersklassen soll dann im September folgen.

Erste Impfungen von Schulkindern könnten ab Juni beginnen, sagte Sahin. ?Wir haben die Studiendaten für die 12- bis 15-Jährigen in den USA für die bedingte Zulassung eingereicht, in Europa sind wir in den letzten Zügen vor der Einreichung", so Sahin. Die Prüfung dauere gewöhnlich nur wenige Wochen, ab Anfang Juni könnten dann wohl erste Schulkinder geimpft werden.

Die klinische Studie mit rund 4.600 jüngeren Kindern laufe derzeit noch, mache aber Fortschritte. Man habe den Impfstoff in Studien inzwischen schon bei Kindern ab einem Alter von 6 Monaten erprobt. ?Es kann jetzt sehr schnell gehen?, wird Sahin zitiert. In den klinischen Studien habe sich bislang eine hohe Wirksamkeit und gute Verträglichkeit der Vakzine gezeigt.


Der Impfausweis kommt ? mit weiteren Funktionen
Bei der Dokumentation wird der geplante Impfausweis eine zentrale Rolle spielen. Helge Braun, Chef des Bundeskanzleramts, erwartet, dass die Technologie schon ?in wenigen Tagen bis Wochen? fertig sein könnte. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn strebt sogar eine Gesetzesänderung an, um das Tool möglichst schnell an den Start zu bringen.

Er plant, dass neben Arztpraxen und Impfzentren auch Apotheker für bereits Geimpfte den digitalen Impfpass ausstellen können. Dafür solle das Infektionsschutzgesetz entsprechend modifiziert werden. Der Minister hofft, dass ?im Sommer möglichst viele den digitalen Impfpass auch nutzen?. Dieser müsse ?für alle leicht zugänglich sein?.

Jugend-Befragung: ?No future?-Angst in Corona-Zeiten
Die Politik zeigt sich optimistisch, doch bei der Jugend, den 14- bis 20-Jährigen in Deutschland kommen solche Botschaften (noch) nicht an. Das zeigt eine repräsentative Befragung von iconkids & youth im Auftrag der Bertelsmann Stiftung.

71%, das sind 10% mehr als im Vorjahr, befürchten, dass sich ihre Chancen auf einen Ausbildungsplatz in Corona-Zeiten verschlechtert haben. Bei Jugendlichen mit niedriger Schulbildung sind es 78%, bei künftigen Studierenden nur 24%. 53% gaben an, die Politik tue zu wenig, um die Krise zu meistern. Weitere 20% erkannten das Engagement der Regierung zwar an, vertraten aber die Meinung, es müsse mehr unternommen werden.

?Wir müssen jedem jungen Menschen eine Ausbildungsperspektive geben, gerade in der Krise?, fordert Jörg Dräger, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung. Seine Einschätzung: ?Jede Krise vernichtet dauerhaft Ausbildungsplätze. Das war 2008 so und wird auch jetzt wieder so sein.? Ausbildungsprämien für Betriebe reichten nicht, um diese Entwicklung aufzuhalten. ?Wir brauchen eine Ausbildungsgarantie?, so Drägers Einschätzung.


Virus-Variante in Indien: Impfungen scheinen zu schützen
Wie lange die Krise ? und damit die Ausbildungsproblematik ? weitergehen wird, kann niemand sagen. Impfungen sind der einzige Ausweg. Viele Ärzte befürchten, dass die Impfstoffe ihre Wirkung gegen neue Mutanten verlieren könnten. Aktuellstes Beispiel: Derzeit wird Indien mit ungeheurer Wucht von einer SARS-CoV-2-Welle überrollt. Molekularbiologen identifizierten vor Ort B.1.617 als neue dort vorherrschende Virusvariante. Sie hat im Vergleich zum Wildtyp Mutationen an 3 Stellen im Genom, auch in der Sequenz des Spike-Proteins.

In einem Preprint berichten Forscher nun, dass Blutseren von rekonvaleszenten oder geimpften Personen nicht nur gegen den Wildtyp, sondern auch gegen diese B.1.617-Variante sowie gegen die britische B.1.1.7-Vaiante effektiv sind. Die Teilnhemer, von denen die Seren stammten, hatten Covaxin®, einen indischen Impfstoff mit inaktivierten Viren, erhalten oder SARS-CoV-2-Infektionen überstanden. Allerdings fiel die Wirkung ihrer Antikörper gegen B.1.617 etwas schwächer aus als gegen die anderen Varianten.

?Wenn es sich bestätigt, sind die Daten aus dieser Veröffentlichung äußerst ermutigend?, kommentiert Prof. Dr. Carlos A. Guzman vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, Braunschweig. ?Sie deuten darauf hin, dass es keine Immunflucht gibt.? Die Variante B.1.617 werde von Antikörpern neutralisiert, die bei Personen nach Infektionen vorhanden seien oder durch COVID-19-Impfstoffe stimuliert würden. ?Zu prüfen bleibt jedoch, ob diese Variante eine erhöhte Infektiösität und/oder eine erhöhte Virulenz beziehungsweise krankheitserregendes Potenzial aufweist?, sagt Guzman.

Überblick: Wer profitiert von IL-6-Rezeptorantagonisten?
Von der Prävention zur Therapie. Bekanntlich ist Interleukin-6 (IL-6) an der Pathogenese schwerer Verläufe von COVID-19 beteiligt. Ob Patienten von IL-6-Rezeptorantagonisten profitieren, ist trotz mehrerer randomisiert-kontrollierter Studien unklar. In einem Übersichtsartikel fassen Wissenschaftler die Datenlage jetzt zusammen.

Tocilizumab blockiert die Bindung von Interleukin-6 an seinen Rezeptor und verringert inflammatorische Vorgänge. ?Patienten mit schwerem COVID-19, insbesondere solche, die nasalen Sauerstoff mit hohem Durchfluss, nicht-invasive Beatmung oder invasive mechanische Beatmung benötigen, profitieren wahrscheinlich von der Behandlung mit Tocilizumab?, fassen die Autoren zusammen. Bei leichtem COVID-19, bei gleichzeitigen Infektionen mit Bakterien oder Pilzen sowie bei irreversibler Organfunktionsstörung sei der Nutzen unwahrscheinlicher; hier könne es auch zu Schäden kommen.

?Es besteht weiterhin Bedarf, Patienten mit COVID-19 besser zu identifizieren, die wahrscheinlich von Tocilizumab (und anderen entzündungshemmenden Behandlungen) profitieren?, so das Fazit im Artikel. ?Zukünftige Studien müssen den optimalen Zeitpunkt für den Beginn der Behandlung ermitteln und feststellen, ob die positiven Auswirkungen der IL-6R-Blockade über die ersten 28 Tage hinaus erhalten bleiben.? Als neuen Marker bringen sie die Zeit ab der klinischen Verschlechterung ? und nicht die Zeit ab dem Auftreten der Symptome ? ins Gespräch.

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Durchbruch bei Malaria?
Erstmals erfüllt ein Impfstoff WHO-Vorgabe eines Schutzes von 75% ? ohne schwere Nebenwirkungen
Ute Eppinger, Medscape



Erstmals hat ein Malaria-Impfstoff die WHO-Vorgabe von 75% Wirksamkeit erreicht. Das von Wissenschaftlern der Universität Oxford, vom Serum Institute of India und Forschern in Burkina Faso entwickelte Vakzin R21/Matrix-M verringerte in einer Phase-2b-Studie das Risiko, an Malaria zu erkranken, um 77%, schwere Nebenwirkungen tragen nicht auf, teilt die Universität Oxford in einer Stellungnahme mit.

In die Studie aufgenommen wurden 450 Kinder im Alter von 5 bis 17 Monaten in Burkina Faso. Die Analyse der Studie liegt bislang nur als Preprint vor und wurde noch nicht von unabhängigen Experten begutachtet. Eine größer angelegte Phase-3-Studie soll nun folgen.

Die von der Anopheles-Mücke übertragene Malaria gilt als eine der wichtigsten Ursachen für Kindersterblichkeit in Afrika. Nach Schätzungen der WHO sterben jedes Jahr 400.000 Menschen an der Erkrankung, davon 270.000 Kinder. Allein im Jahr 2019 wurden 229 Millionen Malaria-Fälle registriert.

Die randomisiert-kontrollierte doppelblinde Studie von Dr. Mehreen S. Datoo und Kollegen wurde an der Clinical Research Unit of Nanoro (CRUN) / Institute de Recherche en Sciences de la Santé (IRSS) in Burkina Faso durchgeführt. 450 Teilnehmer im Alter von 5 bis 17 Monaten wurden aus dem Einzugsgebiet von Nanoro rekrutiert, einer Region mit 24 Dörfern und einer geschätzten Einwohnerzahl von 65.000.

Die Teilnehmer wurden in 3 Gruppen aufgeteilt. Die ersten beiden erhielten R21/Matrix-M, entweder mit einer geringen oder hohen Dosis, und der 3. Gruppe wurde als Kontrolle ein Tollwutimpfstoff verabreicht. Die Impfungen erfolgten von Anfang Mai bis Anfang August 2019, weitestgehend vor dem Höhepunkt der Malariasaison.

Günstiges Sicherheitsprofil und gut verträglich
R21/MM zeigte ein günstiges Sicherheitsprofil und war gut verträglich. Nach 6 Monaten entwickelten 43/146 (29,5%), die R21/MM niedrig dosiert erhalten hatten, eine klinische Malaria. 38/146 (26%) waren es, die R21/MM hoch dosiert bekommen, und 105/147 (71,4%), die den Tollwutimpfstoff erhalten hatten. Die Wirksamkeit des Impfstoffs betrug damit 74% (95% KI: 63-82) in der Niedrigdosisgruppe und 77% (95% KI: 67-84) in der Gruppe mit der hohen Dosis.

Nach einem Jahr lag die Wirksamkeit in der Gruppe mit der hohen Dosis weiterhin bei 77% (95% KI: 67-84). Teilnehmer, die mit R21/MM geimpft worden waren, zeigten 28 Tage nach der 3. Impfung hohe Titer von Malaria-spezifischen Anti-NANP-Antikörpern. Im Nachbeobachtungszeitraum von 12 Monaten konnten keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse im Zusammenhang mit dem Impfstoff festgestellt werden.

"Wir hoffen, dass wir die Zahl von 400.000 (Todesfällen) in den nächsten 5 Jahren auf einige Zehntausend reduzieren können. "Prof. Dr. Adrian Hill

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Mittwoch, 28. April 2021
Einkaufen in Corona-Zeiten, Dölmer und Kapalken
Ich ging vor einem Markt auf die Einkaufswagen zu und wollte gerade meine Münze in den Schlitz eines Wagens stecken als ein Opa sich von links zwischen den Wagen und mich drängte, seine Münze hineinsteckte und mich anbrüllte "Von Abstand haben Sie wohl noch nie was gehört!". Ich erwiderte sachlich: "Das kann man wohl eher von Ihnen sagen.". Daraufhin keifte er los: "Sie sind von hinten gekommen!". "Ja, gestatten, van Achtern!" erwiderte ich und schnappte mir einen anderen Wagen.

Der Irrfug setzte sich an der Kassenschlange fort. Hinter mir standen zwei junge Frauen, ich würde sagen Studentinnen deren Unterhaltung ich mitbekam. "Am Sonntag frühstücke ich mit meinen Freundinnen. Die Josy ist auch dabei. "Die wohnt doch in Wien?" "Ja, das ist ja auch ein Zoom-Frühstück, anders geht das ja gar nicht. Eine will splitternackt durchs Bild laufen. Bei einem virtuellen Treffen geht das ja. Übrigens hat mich mein Vermieter angerufen, der will mir den neuen Schlüssel übergeben. Wir waren auf 15 Uhr verabredet, dann fragt er, ob 14.30 auch ginge. Ich sage nein, wir haben 15 Uhr vereinbart, dabei soll es bleiben. Sagt er, er hätte es aber eilig, wenn ich es zeitlich nicht schaffe könne er mich auch mit dem Auto abholen. Das ist doch krank. Denkt der, ich gehe mit dem ins Bett?".

Das Denken der jungen Dame scheint etwas sehr stark sexualisiert zu sein. Gut, dass die nicht meine Mieterin ist.

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Schutzräume schaffen - Abschiebungen verhindern - Kriminalisierung der Solidarität stoppen
Donnerstag, 6. Mai in Aschaffenburg - Prozess wegen Aufruf zu Bürger:innenAsyl
9.00 Uhr Prozessbeginn im Landgericht
11.00 Uhr Kundgebung auf dem Schlossplatz

Charterabschiebungen nach Afghanistan und nun sogar nach Sri Lanka, Einzelabschiebungen nach Somalia oder Äthiopien. Die Verantwortlichen kennen keine Tabus mehr. Die Politik der Ausgrenzung eskaliert weiter auf allen Ebenen: der Länder, des Bundes und auf europäischer Ebene insbesondere durch die Grenzschutzagentur Frontex. Abschiebungen um jeden Preis: in Krieg, in Verfolgung, in Armut und Perspektivlosigkeit. Nach Pakistan oder Nigeria, nach Tunesien und vor allem in die Balkanländer.

2020 gab es allein 122 Sammelabschiebungsflüge unter Beteiligung der Bundespolizei und mit finanzieller Unterstützung durch Frontex. Insgesamt wurden in dieser Zeit massiver Corona-Reisebeschränkungen mehr als 10.000 Menschen unter Zwang ausgeflogen. Dazu kommt die Ausweitung der Abschiebehaft. Ein Apparat der Erniedrigung und Gewalt. Institutioneller Rassismus!

Wir werden gegen dieses Unrecht weiter kämpfen. Mit Kundgebungen, Demonstrationen und Blockaden. In Solidarität mit den Betroffenen bei Last-Minute-Protesten im Flugzeug. Mit Kampagnen gegen die Kollaboration der beteiligten Fluggesellschaften. Und mit dem Auf- und Ausbau von Schutzstrukturen. Mit Kirchenasylen und Bürger:innenAsylen. Mit Zufluchtsräumen, mit Gästezimmern in Wohnprojekten, mit Couch-Surfing. Mit Aufrufen, Menschen in Not und Gefahr zu unterstützen und notfalls zu verstecken.

?Öffentliche Aufforderung zu Straftaten" lautet die Anklage am 6. Mai in Aschaffenburg im Berufungsverfahren gegen Hagen Kopp von kein mensch ist illegal in Hanau. Weil er mit seinem Namen im Impressum der Webseite https://aktionbuergerinnenasyl.de steht.

Nachdem es im Juli 2020 vor dem Amtsgericht in Alzenau einen glatten Freispruch gab, hatte die Staatsanwaltschaft Aschaffenburg u.a. mit folgender Begründung Berufung eingelegt: ?Durch den Aufruf ´von Abschiebung bedrohten Menschen Bürger:innenAsyl zu gewähren und sie auch notfalls in ihren Wohnungen zu verstecken` wird zu einer rechtswidrigen Tat aufgerufen. Dies wurde in der Öffentlichkeit auch objektiv so verstanden. Die Argumentation des Gerichts überzeugt nicht, zumal Menschen, die sich mit einer Duldung in der Bundesrepublik aufhalten, eben gerade derzeit nicht von Abschiebung bedroht sind und demzufolge nicht versteckt werden müssen, das sie aufgrund der Duldung gar nicht abgeschoben werden können."

Die Staatsanwaltschaft hat offensichtlich keine Ahnung vom Asylrecht oder davon, wie Abschiebungen ablaufen. Dennoch sollte erwartet werden können, dass sie sich zumindest bei kompetenten Stellen erkundigt, bevor sie Berufung gegen ein immerhin sachliches erstes Urteil einlegt. Das obige Zitat aus der Begründung ist an Peinlichkeit kaum zu überbieten.

Denn die überwiegende Mehrzahl von Menschen, die in den letzten Monaten und Jahren abgeschoben oder zu diesem Zweck vorab in Haft genommen wurden, mussten mit einer Duldung leben, die sie nicht davor schützt, Nachts überfallartig von der Polizei aus den Betten geholt zu werden. Viele ?Geduldete? leben in Unsicherheit und mit der ständigen Angst, dass sie jederzeit in ein Flugzeug nach Kabul oder Lagos, nach Tunis oder Tirana gezwungen werden können. Das ist die tagtägliche brutale Realität der Abschreckungs- und Ausgrenzungspolitik.

Wir werden das Berufungsverfahren in Aschaffenburg zum Anlass nehmen, die rassistische Gewalt der Abschiebungen und deren Eskalation in den letzten Monaten zu kritisieren und zu skandalisieren. Auf der Kundgebung im Anschluss an den Prozess werden wir deutlich machen, dass wir uns nicht einschüchtern lassen, sondern weiter kämpfen: für die offene Gesellschaft der Vielen. Für eine Zukunft mit gleichen Rechten für Alle, in der das tödliche Grenzregime und die brutale Abschiebepraxis als verbrecherisches Kapitel der Geschichte erscheinen werden.
Make deportations history.

kein mensch ist illegal Hanau

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