Freitag, 29. August 2025
Die Streifzüge des Bizarrologen, heute: Unzuverlässiges Zuhören
che2001, 17:16h
Die Unzuverlässige Erzählung ist Thema der Literatur und lieferte auch den Plot für den großartigen Film "Die üblichen Verdächtigen." Zusätzlich gibt es aber auch das Unzuverlässige Zuhören, mit dem ich mein Leben lang meine einschlägigen und zutiefst konsternierenden Erfahrungen gemacht habe.
1989 fand der letzte Hungerstreik der RAF statt, und im Zusammenhang damit führten einige von uns nächtliche Sprühaktionen durch. Bei einer davon wurden der A. und ich von den Bullen erwischt, und ich gab bei der Vernehmung zu, dass wir gesprüht hatten, machte aber keine Aussage darüber wo und was. Sie behandelten uns erkennungsdienstlich und ließen uns dann getrennt voneinander wieder frei. Am nächsten Morgen erschienen zwei Kriminalbeamte vom Staatsschutz in meiner WG die mich vernehmen wollten. Denen sagte ich dass ich eine Schlaftablette genommen hätte weil ihre Kollegen mich die ganze Nacht wach gehalten hätten und nicht vernehmungsfähig sei, worauf sie mich auf einen Termin einige Tage später in ihrem Revier vorluden.
Da ging ich nicht hin, erzählte aber in den einschlägigen linken Kreisen von dem Vorfall, auch, dass ich alle Gegenstände, Adresslisten und inkriminierbaren Texte, aus denen mir die Justiz im Falle eines 129a) Verfahrens etwas drehen könnte der Freundin meines Mitbewohners T. gegeben hatte, die es an einem von mir unbekannten Ort verwahrte. Ich erzählte dies da ich meinte, dass die GenossInnen ein Recht darauf hätten, davon zu erfahren. Ein schwerer Fehler.
Innerhalb von zwei Wochen wusste ein Kreis von mindestens 100 Leuten diese Geschichte, aber in einer höchst fantasievollen Version: Bei mir habe eine Razzia stattgefunden, die Bullen hätten mich unter Drogen gesetzt, ich hätte denen Dinge erzählt an die ich mich nicht mehr erinnern könnte, man habe eine scharfe Pistole und eine kommentierte Adressenliste der gesamten Göttinger linken Szene bei mir gefunden. Es gab Leute, die fortan den Kontakt zu mir vermieden, weil sie befürchteten, Objekt von Observationen zu werden. Observiert wurde meine WG dann auch, und nicht zu knapp. Briefe kamen bei mir geöffnet an, mein Telefon wurde abgehört, und zwar so auffällig, dass man es merken sollte.
Wir verfassten schließlich über unsere Anwälte eine Einlassung die das Ganze wie eine Art Studentenulk und nicht wie eine Unterstützung des Hungerstreiks erschienen ließ. Das LKA nahm Lackproben von den Sprühparolen und übergab die einem niedergelassenen Chemiker.
Dessen Gutachten, das dem Vernehmen nach so viel kostete wie ein neuer VW Golf begann mit den Worten: "Auf den ersten Blick war ersichtlich, dass die braune Farbe, mit denen die Worte `Zusammenlegung sofort oder es gibt Tote draußen und drinnen` nicht mit der schwarzen und roten Farbe, die bei Herrn 2001 und Herrn Coach gefunden wurde identisch sein konnte. Da das Landeskriminalamt uns aber beauftragt hat haben wir Massenspektroskoptest Ishihara und Radionuklidanalyse Hühnerpust blabla" und das Ganze endete mit Einstellung des Verfahrens gegen Zahlung einer Auflage von 300 DM. Mein Anwalt knüllte seine Robe zusammen und sagte: "So viel zum Thema 129a)". Die eigene Szene hatte mir weit mehr Ärger bereitet als die Strafverfolger.
Mit meinem Mittäter, dem A., erlebte ich Jahre später die Mutter aller Missverständnisse (oder Mistverständnisse, wie Frau Netbitch sagen würde). 1994 war ich mit meinem Magister fertig und in eine neue WG u.a. mit dem A. gezogen. Der T. rief mich an, berichtete von seinem neuen Leben als beamteter Gutachter in Frankfurt und fragte mich, wie meine Magisterarbeit ausgefallen war. "Das war eine 1." erwiderte ich, und er antwortete, dass er mit nichts Anderem gerechnet hätte. Darauf erwiderte ich dass man mir es aber auch ziemlich leicht gemacht hätte, denn mein einer Prüfer war kein Experte auf dem Gebiet um das es bei mir ging und hatte von Vornherein gesagt dass er auf die Richtigkeit meiner Recherche vertraue und nichts nachprüfen würde, während der Andere zum Ausgangsthema meiner Forschung seine Habilschrift verfasst hatte an der ich mich in meiner verlängerten Einleitung stark orientiert hatte wodurch er sich wiederum gebauchpinselt fühlte. Prüferseits also von vornherein grünes Licht.
Über den Menschen dessen Biografie meine Magisterarbeit teilweise darstellte konnte ich dann sehr schnell alle Forschungsfragen beantworten da ich Zugang zum Familiennachlass bekam, im Schoße dieser Familie wie ein Sohn empfangen wurde, bei denen zu Hause wohnte und sein Tagebuch lesen konnte und Dokumente von außerordentlicher historischer Aussagekraft zu sehen bekam (u.a. ein Brief von Heydrich). "Mir wurde meine Magisterarbeit auf dem Silbertablett serviert" kommentierte ich das. Dann fing der T., der schon etwas angeschiggert war und der größte Verbalhallodri den ich kannte, der redete, wie die Titanic in den 80ern textete an herumzualbern und ich alberte mit. Der A. hörte das alles mit, allerdings immer nur meine Hälfte und äußerte hinterher auch einige Spaßigkeiten zu einigen Randbemerkungen in meinem Telefonat.
6 Jahre später hatte ich meine Dissertation mit magna cum laude abgeschlossen und bei der DFG einen Antrag für ein Folgeprojekt gestellt. Um dieses voranzubringen verfasste ich einen Beitrag, der meine bisherigen Forschungen zusammenfasste und schickte diesen an Herfried Münkler mit der Bitte, den Beitrag in der Zeitschrift für Politikwissenschaft zu veröffentlichen. Der A., dem ich davon berichtet hatte und inzwischen in einer anderen Stadt lebte bat mich um diesen Artikel den ich ihm auch zumailte.
Herr Münkler wies den Abdruck des Beitrags ab mit der Begründung, meine Arbeiten analysierten und reflektierten den neuesten Stand der Forschung zur NS-Rassenhygiene, dies sei aber kein Thema der aktuellen Diskurse in der Politikwissenschaft.
Darauf schrieb mir der A., er könne verstehen dass die Zeitschrift für Politikwissenschaft den Beitrag nicht gebracht habe, dessen wissenschaftiches Niveau sei nicht hoch genug und ich schriebe rein selbstreflexiv. Meine ich denn, in meinem Folgeprojekt endlich einmal neue Erkenntnisse zu liefern nachdem mir das in Magister- und Doktorarbeit nicht gelungen sei? Und präsentierte eine Liste von Pulikationen die den Themenkomplex Rassenhygiene behandelten mit der Frage, was wüsste ich denn, was da nicht schon drinstände? Dabei hatte ich eine Reihe dieser Publikationen auseinandergenommen und ihnen Schwächen und Fehler nachgewiesen und dies dem A. auch mitgeteilt.
Ich antwortete mit einer erbosten Email, in der ich schrieb dass mich das alles total irritieren würde und mich beleidigt fühlte.
Darauf kam eine Weile nichts. Dann fand die Hochzeitsfeier unseres besten gemeinsamen Freundes statt. Auf der Hochzeitsfeier überreichte der A. mir einen geschlossenen Briefumschlag. Dieser enthielt einen sechsseitigen Brief, in dem er mir unterstellte, meine Dissertation sei nicht das Werk meines eigenen Geistes. Er begründete das mit der für ihn eine feststehende Tatsache darstellenden Behauptung, ein Professor für Genetik sei Coautor der Arbeit, so dass sich die Frage nach Plagiatsvorwürfen schon nicht mehr stelle. Tatsächlich hatte ich mich für die Arbeit, die sich mit der Fachgeschichte der Anthropologie beschäftigte von diesem Genetiker in vielerlei Hinsicht beraten lassen, und er hatte ein Kapitel, das einen Abriss der Fachgeschichte der Humanbiologie in Deutschland darstellte - 21 von 372 Seiten - gegengelesen und kommentiert. Daraus wurde für den A. dass er meine gesamte Dissertation Korrektur gelesen und erst in die endgültige Form gebracht hätte.
Und dann bezog er sich mit den Worten: "Am Anfang war das Wort, und damit meine ich nicht das Johannes-Evangelium" auf mein 6 Jahre zurückliegendes Telefonat mit dem T. und behauptete, ich hätte da gesagt, dass ich im Lauf meines Studiums ja gelernt habe wie man in wissenschaftlichen Arbeiten blufft und alle Bluffmethoden konsequent eingesetzt, z.B. Quellen zitiert die ich nie gelesen hätte und Zitate anderer Autoren in meinen Text eingebaut, schließlich betrachtete ich meine Magisterarbeit ja nicht als Leistungsnachweis im Sinn eines Gesellenstücks. Das war sehr verräterisch, denn der Ausdruck Gesellenstück kam in meiner Sprache gar nicht vor. Es kamen da noch mehrere mir ziemlich paranoid anmutende Unterstellungen. Ich nahm in meiner Gegenmail das alles sehr grundsätzlich auseinander und ging so weit, die Wahrnehmung meiner Arbeit durch den A. mit dem Unterschied zwischen der Wirklichkeit und den Werken von Walter Moers zu vergleichen. Ob er mir meine Antwort glaubte weiß ich nicht, ich habe den Eindruck, dass er mir grundsätzlich nicht mehr vertraute, auch in Fragen, die nichts mit Wissenschaft zu tun hatten.
Nachdem mir keine Fortsetzung meiner wissenschaftlichen Projekte möglich war schlug ich eine Laufbahn in der Privatwirtschaft ein, und dafür kritisierte mich ein Freund des A. in einem Schreiben, eine solche Karriere sei "Verrat an der guten Sache". Da reichte es mir dann, da er aufgrund von Quengeleien seiner Tochter zuvor einer Diskussion mit mir ausgewichen war schrieb ich ihm, wer nicht in der Lage sei einer Dreizehnjährigen ihre Grenzen aufzuzeigen könne mir keine Vorhaltungen hinsichtlich Lebensführung machen.
Szenenwechsel, Jetztzeit. Im Anschluss an eine betriebliche Fortbildung fand ein gemütliches Beisammensein mit KollegInnen statt. Nach größeren Mengen Rotwein - die Marke hieß passenderweise "Domina" - kam das Gesprächsthema auf Sex und sexuelle Praktiken. Was die Kollegens so von sich berichteten war aus meiner Sicht teils langweiliger Blümchensex und teils dumpfer Rammelsex. Das sagte ich auch, wenn auch durch die Blume und wurde dann nach eigenen, anderen sexuellen Erlebnissen befragt. Darauf erzählte ich, das Dollste was ich da erlebt hätte wäre ein sehr spezieller Fall von Oralsex gewesen. Eine Frau, mit der ich keine Liebesbeziehung, wohl aber ein Verhältnis hatte bot sich mir als Essgefäß an. Das heißt, sie lag nackt rücklings auf ihrem Esszimmertisch, ich musste sie mit ihren Händen an den Tischbeinen fesseln und ihre gespreizten Beine mit einem Besenstiel und Kabelbindern auseinandersperren. Dann - alles ging von ihr aus, sie dachte sich das aus und dirigierte mich - befüllte ich ihre Möse nacheinander mit grünem Salat, Krabbencocktail und Eiscreme und leckte sie leer. Sie geriet in völlige Extase und verging fast vor Lust, behielt aber trotzdem die Kontrolle. Erst nach dem dritten Gang durfte ich sie ficken, und das tat ich sehr ausgiebig, bis ist sie losband und sie meinen Schwanz lutschte.
Die Geschichte machte auf meine KollegInnen deutlichen Eindruck. Einige Zeit später aber kamen Rückfragen, und es waren schon Gerüchte gekocht und warm serviert worden. Es hieß jetzt, ich würde in Clubs verkehren, wo solche Praktiken zum Angebot gehörten, könnte ich denn Adressen und Preise bekanntgeben?
Wird fortgesetzt
1989 fand der letzte Hungerstreik der RAF statt, und im Zusammenhang damit führten einige von uns nächtliche Sprühaktionen durch. Bei einer davon wurden der A. und ich von den Bullen erwischt, und ich gab bei der Vernehmung zu, dass wir gesprüht hatten, machte aber keine Aussage darüber wo und was. Sie behandelten uns erkennungsdienstlich und ließen uns dann getrennt voneinander wieder frei. Am nächsten Morgen erschienen zwei Kriminalbeamte vom Staatsschutz in meiner WG die mich vernehmen wollten. Denen sagte ich dass ich eine Schlaftablette genommen hätte weil ihre Kollegen mich die ganze Nacht wach gehalten hätten und nicht vernehmungsfähig sei, worauf sie mich auf einen Termin einige Tage später in ihrem Revier vorluden.
Da ging ich nicht hin, erzählte aber in den einschlägigen linken Kreisen von dem Vorfall, auch, dass ich alle Gegenstände, Adresslisten und inkriminierbaren Texte, aus denen mir die Justiz im Falle eines 129a) Verfahrens etwas drehen könnte der Freundin meines Mitbewohners T. gegeben hatte, die es an einem von mir unbekannten Ort verwahrte. Ich erzählte dies da ich meinte, dass die GenossInnen ein Recht darauf hätten, davon zu erfahren. Ein schwerer Fehler.
Innerhalb von zwei Wochen wusste ein Kreis von mindestens 100 Leuten diese Geschichte, aber in einer höchst fantasievollen Version: Bei mir habe eine Razzia stattgefunden, die Bullen hätten mich unter Drogen gesetzt, ich hätte denen Dinge erzählt an die ich mich nicht mehr erinnern könnte, man habe eine scharfe Pistole und eine kommentierte Adressenliste der gesamten Göttinger linken Szene bei mir gefunden. Es gab Leute, die fortan den Kontakt zu mir vermieden, weil sie befürchteten, Objekt von Observationen zu werden. Observiert wurde meine WG dann auch, und nicht zu knapp. Briefe kamen bei mir geöffnet an, mein Telefon wurde abgehört, und zwar so auffällig, dass man es merken sollte.
Wir verfassten schließlich über unsere Anwälte eine Einlassung die das Ganze wie eine Art Studentenulk und nicht wie eine Unterstützung des Hungerstreiks erschienen ließ. Das LKA nahm Lackproben von den Sprühparolen und übergab die einem niedergelassenen Chemiker.
Dessen Gutachten, das dem Vernehmen nach so viel kostete wie ein neuer VW Golf begann mit den Worten: "Auf den ersten Blick war ersichtlich, dass die braune Farbe, mit denen die Worte `Zusammenlegung sofort oder es gibt Tote draußen und drinnen` nicht mit der schwarzen und roten Farbe, die bei Herrn 2001 und Herrn Coach gefunden wurde identisch sein konnte. Da das Landeskriminalamt uns aber beauftragt hat haben wir Massenspektroskoptest Ishihara und Radionuklidanalyse Hühnerpust blabla" und das Ganze endete mit Einstellung des Verfahrens gegen Zahlung einer Auflage von 300 DM. Mein Anwalt knüllte seine Robe zusammen und sagte: "So viel zum Thema 129a)". Die eigene Szene hatte mir weit mehr Ärger bereitet als die Strafverfolger.
Mit meinem Mittäter, dem A., erlebte ich Jahre später die Mutter aller Missverständnisse (oder Mistverständnisse, wie Frau Netbitch sagen würde). 1994 war ich mit meinem Magister fertig und in eine neue WG u.a. mit dem A. gezogen. Der T. rief mich an, berichtete von seinem neuen Leben als beamteter Gutachter in Frankfurt und fragte mich, wie meine Magisterarbeit ausgefallen war. "Das war eine 1." erwiderte ich, und er antwortete, dass er mit nichts Anderem gerechnet hätte. Darauf erwiderte ich dass man mir es aber auch ziemlich leicht gemacht hätte, denn mein einer Prüfer war kein Experte auf dem Gebiet um das es bei mir ging und hatte von Vornherein gesagt dass er auf die Richtigkeit meiner Recherche vertraue und nichts nachprüfen würde, während der Andere zum Ausgangsthema meiner Forschung seine Habilschrift verfasst hatte an der ich mich in meiner verlängerten Einleitung stark orientiert hatte wodurch er sich wiederum gebauchpinselt fühlte. Prüferseits also von vornherein grünes Licht.
Über den Menschen dessen Biografie meine Magisterarbeit teilweise darstellte konnte ich dann sehr schnell alle Forschungsfragen beantworten da ich Zugang zum Familiennachlass bekam, im Schoße dieser Familie wie ein Sohn empfangen wurde, bei denen zu Hause wohnte und sein Tagebuch lesen konnte und Dokumente von außerordentlicher historischer Aussagekraft zu sehen bekam (u.a. ein Brief von Heydrich). "Mir wurde meine Magisterarbeit auf dem Silbertablett serviert" kommentierte ich das. Dann fing der T., der schon etwas angeschiggert war und der größte Verbalhallodri den ich kannte, der redete, wie die Titanic in den 80ern textete an herumzualbern und ich alberte mit. Der A. hörte das alles mit, allerdings immer nur meine Hälfte und äußerte hinterher auch einige Spaßigkeiten zu einigen Randbemerkungen in meinem Telefonat.
6 Jahre später hatte ich meine Dissertation mit magna cum laude abgeschlossen und bei der DFG einen Antrag für ein Folgeprojekt gestellt. Um dieses voranzubringen verfasste ich einen Beitrag, der meine bisherigen Forschungen zusammenfasste und schickte diesen an Herfried Münkler mit der Bitte, den Beitrag in der Zeitschrift für Politikwissenschaft zu veröffentlichen. Der A., dem ich davon berichtet hatte und inzwischen in einer anderen Stadt lebte bat mich um diesen Artikel den ich ihm auch zumailte.
Herr Münkler wies den Abdruck des Beitrags ab mit der Begründung, meine Arbeiten analysierten und reflektierten den neuesten Stand der Forschung zur NS-Rassenhygiene, dies sei aber kein Thema der aktuellen Diskurse in der Politikwissenschaft.
Darauf schrieb mir der A., er könne verstehen dass die Zeitschrift für Politikwissenschaft den Beitrag nicht gebracht habe, dessen wissenschaftiches Niveau sei nicht hoch genug und ich schriebe rein selbstreflexiv. Meine ich denn, in meinem Folgeprojekt endlich einmal neue Erkenntnisse zu liefern nachdem mir das in Magister- und Doktorarbeit nicht gelungen sei? Und präsentierte eine Liste von Pulikationen die den Themenkomplex Rassenhygiene behandelten mit der Frage, was wüsste ich denn, was da nicht schon drinstände? Dabei hatte ich eine Reihe dieser Publikationen auseinandergenommen und ihnen Schwächen und Fehler nachgewiesen und dies dem A. auch mitgeteilt.
Ich antwortete mit einer erbosten Email, in der ich schrieb dass mich das alles total irritieren würde und mich beleidigt fühlte.
Darauf kam eine Weile nichts. Dann fand die Hochzeitsfeier unseres besten gemeinsamen Freundes statt. Auf der Hochzeitsfeier überreichte der A. mir einen geschlossenen Briefumschlag. Dieser enthielt einen sechsseitigen Brief, in dem er mir unterstellte, meine Dissertation sei nicht das Werk meines eigenen Geistes. Er begründete das mit der für ihn eine feststehende Tatsache darstellenden Behauptung, ein Professor für Genetik sei Coautor der Arbeit, so dass sich die Frage nach Plagiatsvorwürfen schon nicht mehr stelle. Tatsächlich hatte ich mich für die Arbeit, die sich mit der Fachgeschichte der Anthropologie beschäftigte von diesem Genetiker in vielerlei Hinsicht beraten lassen, und er hatte ein Kapitel, das einen Abriss der Fachgeschichte der Humanbiologie in Deutschland darstellte - 21 von 372 Seiten - gegengelesen und kommentiert. Daraus wurde für den A. dass er meine gesamte Dissertation Korrektur gelesen und erst in die endgültige Form gebracht hätte.
Und dann bezog er sich mit den Worten: "Am Anfang war das Wort, und damit meine ich nicht das Johannes-Evangelium" auf mein 6 Jahre zurückliegendes Telefonat mit dem T. und behauptete, ich hätte da gesagt, dass ich im Lauf meines Studiums ja gelernt habe wie man in wissenschaftlichen Arbeiten blufft und alle Bluffmethoden konsequent eingesetzt, z.B. Quellen zitiert die ich nie gelesen hätte und Zitate anderer Autoren in meinen Text eingebaut, schließlich betrachtete ich meine Magisterarbeit ja nicht als Leistungsnachweis im Sinn eines Gesellenstücks. Das war sehr verräterisch, denn der Ausdruck Gesellenstück kam in meiner Sprache gar nicht vor. Es kamen da noch mehrere mir ziemlich paranoid anmutende Unterstellungen. Ich nahm in meiner Gegenmail das alles sehr grundsätzlich auseinander und ging so weit, die Wahrnehmung meiner Arbeit durch den A. mit dem Unterschied zwischen der Wirklichkeit und den Werken von Walter Moers zu vergleichen. Ob er mir meine Antwort glaubte weiß ich nicht, ich habe den Eindruck, dass er mir grundsätzlich nicht mehr vertraute, auch in Fragen, die nichts mit Wissenschaft zu tun hatten.
Nachdem mir keine Fortsetzung meiner wissenschaftlichen Projekte möglich war schlug ich eine Laufbahn in der Privatwirtschaft ein, und dafür kritisierte mich ein Freund des A. in einem Schreiben, eine solche Karriere sei "Verrat an der guten Sache". Da reichte es mir dann, da er aufgrund von Quengeleien seiner Tochter zuvor einer Diskussion mit mir ausgewichen war schrieb ich ihm, wer nicht in der Lage sei einer Dreizehnjährigen ihre Grenzen aufzuzeigen könne mir keine Vorhaltungen hinsichtlich Lebensführung machen.
Szenenwechsel, Jetztzeit. Im Anschluss an eine betriebliche Fortbildung fand ein gemütliches Beisammensein mit KollegInnen statt. Nach größeren Mengen Rotwein - die Marke hieß passenderweise "Domina" - kam das Gesprächsthema auf Sex und sexuelle Praktiken. Was die Kollegens so von sich berichteten war aus meiner Sicht teils langweiliger Blümchensex und teils dumpfer Rammelsex. Das sagte ich auch, wenn auch durch die Blume und wurde dann nach eigenen, anderen sexuellen Erlebnissen befragt. Darauf erzählte ich, das Dollste was ich da erlebt hätte wäre ein sehr spezieller Fall von Oralsex gewesen. Eine Frau, mit der ich keine Liebesbeziehung, wohl aber ein Verhältnis hatte bot sich mir als Essgefäß an. Das heißt, sie lag nackt rücklings auf ihrem Esszimmertisch, ich musste sie mit ihren Händen an den Tischbeinen fesseln und ihre gespreizten Beine mit einem Besenstiel und Kabelbindern auseinandersperren. Dann - alles ging von ihr aus, sie dachte sich das aus und dirigierte mich - befüllte ich ihre Möse nacheinander mit grünem Salat, Krabbencocktail und Eiscreme und leckte sie leer. Sie geriet in völlige Extase und verging fast vor Lust, behielt aber trotzdem die Kontrolle. Erst nach dem dritten Gang durfte ich sie ficken, und das tat ich sehr ausgiebig, bis ist sie losband und sie meinen Schwanz lutschte.
Die Geschichte machte auf meine KollegInnen deutlichen Eindruck. Einige Zeit später aber kamen Rückfragen, und es waren schon Gerüchte gekocht und warm serviert worden. Es hieß jetzt, ich würde in Clubs verkehren, wo solche Praktiken zum Angebot gehörten, könnte ich denn Adressen und Preise bekanntgeben?
Wird fortgesetzt
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