Donnerstag, 22. Oktober 2026
Macht Smartphone-Nutzung kurzsichtig?
che2001, 11:05h
Die Datenlage zu Ursachen und Prophylaxemöglichkeiten
Wolfgang Paik
20. Oktober 2026
Etwa jede dritte Europäerin und jeder dritte Europäer ist bereits kurzsichtig. Bis zum Jahr 2050 wird in Europa eine Anteilssteigerung auf etwa die Hälfte erwartet. In Asien sind bereits mehr als 9 von 10 Jugendlichen und jungen Erwachsenen kurzsichtig.
Doch woher kommt der Anstieg? Hängt Kurzsichtigkeit mit dem Konsum von Smartphones, Laptops und Co. zusammen? Oder ist Myopie rein genetisch bedingt?
Jede Stunde Bildschirmzeit steigert das Myopie-Risiko um 21 %
Studien haben gezeigt, dass ein intensiver Smartphone-Konsum mit Myopie korreliert. Dies gilt insbesondere für Kinder und Jugendliche.
Ein systematisches Review aus dem Jahr 2025 zeigte, dass bei koreanischen Jugendlichen jede Stunde Bildschirmzeit am Tag das Myopie-Risiko um rund 21 % erhöhte.
Die Myopia App Study fand im Jahr 2021 heraus, dass kontinuierliche Smartphone-Nutzungsphasen von mehr als 20 Minuten zu signifikant stärkerer Kurzsichtigkeit führten. Der Zusammenhang war bei Kindern, die selten draußen waren, besonders deutlich.
Im Jahr 2025 konnte im Rahmen einer prospektiven Kohortenstudie festgestellt werden, dass die tägliche Smartphone-Nutzungsdauer neben der Kurzsichtigkeit der Eltern, dem Augen-Bildschirm-Abstand beim Smartphone-Konsum und der durchschnittlichen täglichen Zeit im Freien einen Prädiktor für die Progression kindlicher Myopie darstellt.
Mögliche biologische Gründe für den Zusammenhang zwischen Smartphone-Konsum und Myopie sind bekannt. Smartphonebildschirme sind klein. Der kurze Sehabstand erhöht den akkomodativen Stress. Die Muskelanspannung in den Augen steigt sowie der periphere Defokus. Adaptiv kommt es während der Wachstumsphase zur Elongation des Auges. Ist der Augapfel einmal elongiert, fokussieren Lichtstrahlen vor statt auf der Netzhaut. Kurzsichtigkeit ist die Folge.
Tageslicht wirkt Myopie entgegen
Eine dänische Studie fand heraus, dass eine mindestens 2-stündige tägliche Aktivität im Freien sowie eine mindestens 20-sekündige Bildschirmpause mit Blick in mindestens 6 Meter Ferne nach jedem 20-minütigem Smartphone-Konsum das Risiko für Myopie senken könnte (sog. 20-20-2-Regel).
Ferner regt die Exposition der Augennetzhaut gegenüber natürlichem Tageslicht die Ausschüttung von Dopamin an. Dopamin hemmt – vereinfacht gesagt – das Längenwachstum des Auges.
Dieser Artikel ist im Original bei Univadis.de erschienen.
Wolfgang Paik
20. Oktober 2026
Etwa jede dritte Europäerin und jeder dritte Europäer ist bereits kurzsichtig. Bis zum Jahr 2050 wird in Europa eine Anteilssteigerung auf etwa die Hälfte erwartet. In Asien sind bereits mehr als 9 von 10 Jugendlichen und jungen Erwachsenen kurzsichtig.
Doch woher kommt der Anstieg? Hängt Kurzsichtigkeit mit dem Konsum von Smartphones, Laptops und Co. zusammen? Oder ist Myopie rein genetisch bedingt?
Jede Stunde Bildschirmzeit steigert das Myopie-Risiko um 21 %
Studien haben gezeigt, dass ein intensiver Smartphone-Konsum mit Myopie korreliert. Dies gilt insbesondere für Kinder und Jugendliche.
Ein systematisches Review aus dem Jahr 2025 zeigte, dass bei koreanischen Jugendlichen jede Stunde Bildschirmzeit am Tag das Myopie-Risiko um rund 21 % erhöhte.
Die Myopia App Study fand im Jahr 2021 heraus, dass kontinuierliche Smartphone-Nutzungsphasen von mehr als 20 Minuten zu signifikant stärkerer Kurzsichtigkeit führten. Der Zusammenhang war bei Kindern, die selten draußen waren, besonders deutlich.
Im Jahr 2025 konnte im Rahmen einer prospektiven Kohortenstudie festgestellt werden, dass die tägliche Smartphone-Nutzungsdauer neben der Kurzsichtigkeit der Eltern, dem Augen-Bildschirm-Abstand beim Smartphone-Konsum und der durchschnittlichen täglichen Zeit im Freien einen Prädiktor für die Progression kindlicher Myopie darstellt.
Mögliche biologische Gründe für den Zusammenhang zwischen Smartphone-Konsum und Myopie sind bekannt. Smartphonebildschirme sind klein. Der kurze Sehabstand erhöht den akkomodativen Stress. Die Muskelanspannung in den Augen steigt sowie der periphere Defokus. Adaptiv kommt es während der Wachstumsphase zur Elongation des Auges. Ist der Augapfel einmal elongiert, fokussieren Lichtstrahlen vor statt auf der Netzhaut. Kurzsichtigkeit ist die Folge.
Tageslicht wirkt Myopie entgegen
Eine dänische Studie fand heraus, dass eine mindestens 2-stündige tägliche Aktivität im Freien sowie eine mindestens 20-sekündige Bildschirmpause mit Blick in mindestens 6 Meter Ferne nach jedem 20-minütigem Smartphone-Konsum das Risiko für Myopie senken könnte (sog. 20-20-2-Regel).
Ferner regt die Exposition der Augennetzhaut gegenüber natürlichem Tageslicht die Ausschüttung von Dopamin an. Dopamin hemmt – vereinfacht gesagt – das Längenwachstum des Auges.
Dieser Artikel ist im Original bei Univadis.de erschienen.
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