Samstag, 23. Juli 2005
Niger
Während nach der Flutkatastrophe im Indischen Ozean mehr internationale Hilfe da war, als überhaupt benötigt wurden, bleibt bei der Hungerkatastrophe im Niger bislang fast jegliche Hilfe aus. Wenige Wochen nach dem World-Life-8-Konzert sterben dort Menschen an Hunger, ohne dass es die Welt interessiert. Hier wird halt nicht so telegen gestorben wie anderswo. Ich erinnere mich an das, was seinerzeit mein Freund Mohamed sagte: "You couldn´t call the Niger or the Tchad countries, this are only tribal areas in the desert, potential disaster areas.", und an die Erzählung eines Freundes, der auf dem Weg nach Ghana liegenblieb, weil es keinen Sprit gab. Die Tankstellen waren leer, die Polizei musste Räuberbanden entkommen lassen, weil sie kein Benzin zum Betanken ihrer Dienstfahrzeuge hatten. Schließlich wurden sie von einem Plantagenbesitzer zum E$$en eingeladen, der ihnen 100 Liter schenkte. Sie erfuhren, dass die Reichen, wie ihr Gastgeber, alles Benzin aufgekauft hatten und in riesigen Tankanlagen unter ihren Anwesen horteten, um den Preis in die Höhe zu treiben. Ich weiß nicht, ob die Verhältnisse dort wirklich so sind, aber, um die Life8 - Tradition aufzugreifen: die sterben dort nackt im Wind, und es interessiert niemanden.

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