Montag, 8. Juni 2026
Großes Review: Wie gut schützen Vitamin D und Kalzium vor Knochenbrüchen und Stürzen?
che2001, 11:09h
Ute Eppinger, Medscape
05. Juni 2026
Vitamin D, Kalzium oder die Kombination beider Mittel schützen ältere Menschen offenbar kaum vor Knochenbrüchen und Stürzen. Zu diesem Ergebnis kommt eine im BMJ veröffentlichte Auswertung der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse von Dr. Olivier Massé, Abteilung für Pharmazie, CIUSSS du Nord-de-l'Île-de-Montréal, Québec, Kanada, und seinen Kollegen.
Fast ein Drittel der Menschen ab 65 Jahren stürzt jedes Jahr. Das führt häufig zu Knochenbrüchen, Schmerzen, verringerter Lebensqualität und manchmal auch dazu, dass sich die Betroffenen in stationäre Pflege begeben müssen. Die Prävention von Stürzen und Knochenbrüchen hat daher weltweit Priorität.
Mehrere frühere Evidenzüberprüfungen hatten ergeben, dass weder Kalzium- noch Vitamin-D-Präparate zu einer Verringerung von Knochenbrüchen führen, die Ergebnisse zur kombinierten Einnahme sind uneinheitlich. Dennoch empfehlen viele Ärzte und Leitlinien Vitamin-D-Präparate (mit oder ohne Kalzium) zur Knochengesundheit, und die Verschreibungen haben in den letzten Jahren erheblich zugenommen.
Evidenz aus 69 Studien mit über 150.000 Erwachsenen
Massé und seine Kollegen werteten die Ergebnisse von 69 randomisierten kontrollierten Studien mit insgesamt 153.902 Erwachsenen aus, in denen die Wirkung von Kalzium- oder Vitamin-D-Präparaten – oder einer Kombination aus beidem – auf die Verringerung der Anzahl von Knochenbrüchen und Stürzen im Vergleich zu Placebo oder keiner Behandlung untersucht wurde.
Nachdem man sich auf klinisch relevante Schwellenwerte geeinigt hatte, stellten die Forschenden fest, dass die Einnahme von Kalziumpräparaten (Evidenz von mittlerer Sicherheit aus 11 Studien; 9.067 Teilnehmer), Vitamin-D-Präparaten (Evidenz von hoher Sicherheit aus 36 Studien; 92.045 Teilnehmer) oder einer kombinierten Supplementierung (Evidenz von hoher Sicherheit aus 15 Studien; 51.126 Teilnehmer) kaum oder gar keinen Einfluss auf das Auftreten von Knochenbrüchen hatte.
Auch die Einnahme von Kalzium, Vitamin D oder einer Kombination aus beiden schien kaum oder gar keinen Einfluss auf bestimmte Frakturen, wie beispielsweise Hüftfrakturen, oder auf Stürze zu haben.
Ergebnisse stützen eine routinemäßige Supplementierung nicht
Massé und seine Kollegen weisen darauf hin, dass einige Analysen nur eine geringe Anzahl von Studien und Teilnehmern umfassten; daher sollten diese Ergebnisse mit Vorsicht interpretiert werden. Sie gelten möglicherweise nicht für Personen mit bestimmten Knochenerkrankungen oder für diejenigen, die medikamentös gegen Osteoporose behandelt werden. Allerdings blieben die Ergebnisse auch nach weiteren Analysen mit entsprechenden Adjustierungen konsistent.
Die Forschenden schließen daraus, dass die Ergebnisse „eine routinemäßige Supplementierung mit Kalzium oder Vitamin D sowie eine kombinierte Supplementierung zur Vorbeugung von Knochenbrüchen und Stürzen nicht stützen“. Sie empfehlen Ärzten, Leitliniengremien und Aufsichtsbehörden, „ihre allgemeinen Empfehlungen zur Kalzium- und Vitamin-D-Supplementierung vor dem Hintergrund der aktuellen Erkenntnisse neu zu bewerten“.
In einem begleitenden Editorial betonen Dr. Jennifer Pillay vom Alberta Research Centre for Health Evidence der Universität Alberta, Kanada, Dr. Donna Reynolds von der Universität Toronto und Guylene Thériault von der Universität Montreal, dass Erkenntnisse aus strengen und statistisch aussagekräftigen Studien benötigt würden, um Empfehlungen für die Nahrungsergänzung in Risikogruppen zu untermauern.
In der Zwischenzeit schlagen sie vor, den Fokus und die Finanzierung auf Maßnahmen zu verlagern, die nachweislich einen sinnvollen Beitrag zur Prävention von Stürzen und sturzbedingten Verletzungen leisten, wie beispielsweise Gleichgewichts- und Krafttraining, sowie auf Maßnahmen, die Elemente wie Bewegung, Gefahrenbewertung oder Aufklärung kombinieren und auf das individuelle Risiko zugeschnitten sind.
Kommentar des Verfassers: Eine gute Unfallversicherung, die eine Unfallpflegerente beinhaltet ist essentiell.
05. Juni 2026
Vitamin D, Kalzium oder die Kombination beider Mittel schützen ältere Menschen offenbar kaum vor Knochenbrüchen und Stürzen. Zu diesem Ergebnis kommt eine im BMJ veröffentlichte Auswertung der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse von Dr. Olivier Massé, Abteilung für Pharmazie, CIUSSS du Nord-de-l'Île-de-Montréal, Québec, Kanada, und seinen Kollegen.
Fast ein Drittel der Menschen ab 65 Jahren stürzt jedes Jahr. Das führt häufig zu Knochenbrüchen, Schmerzen, verringerter Lebensqualität und manchmal auch dazu, dass sich die Betroffenen in stationäre Pflege begeben müssen. Die Prävention von Stürzen und Knochenbrüchen hat daher weltweit Priorität.
Mehrere frühere Evidenzüberprüfungen hatten ergeben, dass weder Kalzium- noch Vitamin-D-Präparate zu einer Verringerung von Knochenbrüchen führen, die Ergebnisse zur kombinierten Einnahme sind uneinheitlich. Dennoch empfehlen viele Ärzte und Leitlinien Vitamin-D-Präparate (mit oder ohne Kalzium) zur Knochengesundheit, und die Verschreibungen haben in den letzten Jahren erheblich zugenommen.
Evidenz aus 69 Studien mit über 150.000 Erwachsenen
Massé und seine Kollegen werteten die Ergebnisse von 69 randomisierten kontrollierten Studien mit insgesamt 153.902 Erwachsenen aus, in denen die Wirkung von Kalzium- oder Vitamin-D-Präparaten – oder einer Kombination aus beidem – auf die Verringerung der Anzahl von Knochenbrüchen und Stürzen im Vergleich zu Placebo oder keiner Behandlung untersucht wurde.
Nachdem man sich auf klinisch relevante Schwellenwerte geeinigt hatte, stellten die Forschenden fest, dass die Einnahme von Kalziumpräparaten (Evidenz von mittlerer Sicherheit aus 11 Studien; 9.067 Teilnehmer), Vitamin-D-Präparaten (Evidenz von hoher Sicherheit aus 36 Studien; 92.045 Teilnehmer) oder einer kombinierten Supplementierung (Evidenz von hoher Sicherheit aus 15 Studien; 51.126 Teilnehmer) kaum oder gar keinen Einfluss auf das Auftreten von Knochenbrüchen hatte.
Auch die Einnahme von Kalzium, Vitamin D oder einer Kombination aus beiden schien kaum oder gar keinen Einfluss auf bestimmte Frakturen, wie beispielsweise Hüftfrakturen, oder auf Stürze zu haben.
Ergebnisse stützen eine routinemäßige Supplementierung nicht
Massé und seine Kollegen weisen darauf hin, dass einige Analysen nur eine geringe Anzahl von Studien und Teilnehmern umfassten; daher sollten diese Ergebnisse mit Vorsicht interpretiert werden. Sie gelten möglicherweise nicht für Personen mit bestimmten Knochenerkrankungen oder für diejenigen, die medikamentös gegen Osteoporose behandelt werden. Allerdings blieben die Ergebnisse auch nach weiteren Analysen mit entsprechenden Adjustierungen konsistent.
Die Forschenden schließen daraus, dass die Ergebnisse „eine routinemäßige Supplementierung mit Kalzium oder Vitamin D sowie eine kombinierte Supplementierung zur Vorbeugung von Knochenbrüchen und Stürzen nicht stützen“. Sie empfehlen Ärzten, Leitliniengremien und Aufsichtsbehörden, „ihre allgemeinen Empfehlungen zur Kalzium- und Vitamin-D-Supplementierung vor dem Hintergrund der aktuellen Erkenntnisse neu zu bewerten“.
In einem begleitenden Editorial betonen Dr. Jennifer Pillay vom Alberta Research Centre for Health Evidence der Universität Alberta, Kanada, Dr. Donna Reynolds von der Universität Toronto und Guylene Thériault von der Universität Montreal, dass Erkenntnisse aus strengen und statistisch aussagekräftigen Studien benötigt würden, um Empfehlungen für die Nahrungsergänzung in Risikogruppen zu untermauern.
In der Zwischenzeit schlagen sie vor, den Fokus und die Finanzierung auf Maßnahmen zu verlagern, die nachweislich einen sinnvollen Beitrag zur Prävention von Stürzen und sturzbedingten Verletzungen leisten, wie beispielsweise Gleichgewichts- und Krafttraining, sowie auf Maßnahmen, die Elemente wie Bewegung, Gefahrenbewertung oder Aufklärung kombinieren und auf das individuelle Risiko zugeschnitten sind.
Kommentar des Verfassers: Eine gute Unfallversicherung, die eine Unfallpflegerente beinhaltet ist essentiell.
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