Dienstag, 13. Oktober 2026
Kolportationsgeschichte eines Begriffs: Der Butzkopf
In Lexika wie auch der Wikipedia findet man den Begriff "Butzkopf" als veraltete Bezeichnung für den Schwertwal. Hier sieht man, wie in der lexikalischen Welt ein Irrtum Karriere machen kann. Es hat nie einen Butzkopf gegeben. Wohl aber einen "Blutskopf", wie deutsche Walfänger im 18. und 19. Jahrhundert den Schwertwal nannten. Der Begriff leitet sich von Schwertwalen ab, die bereits von Walfängern getötete, an die Bordwand von Walfangschiffen gefesselte Großwale angriffen und die fraßen. Der blutüberströmte Kopf eines Schwertwals, der aus dem Fleisch eines Walkadavers herausschaute war namensgebend. Namensgebend für eine ganze Art. Irgendwann gelangte der Begriff unter der falschen Schreibweise Butzkopf in den Brockhaus, ohne Kenntnis des ursprünglichen Zusammenhangs.

Und da es heute keine deutschen Walfänger und ihr Seemannsgarn mehr gibt und die Bücher, in denen über solche Dinge zu lesen war vergriffen sind und nie digitalisiert worden ist der Blutskopf im Internet nicht zu finden. Nur der Butzkopf, den es nie gegeben hat.

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