Sonntag, 18. Juni 2017
Imperium USA - ein Auslaufmodell?
Gefunden bei Netbitch:


https://www.youtube.com/watch?v=80FNbCwhCWY&feature=youtu.be

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Geopolitik einmal etwas anders
Bezüglich dieses Imperiums-Diskurses verstehe ich überhaupt nicht, welchen Vorteil der Imperium-Status den USA bringt.
In der ökonomischen Wettbewerbsfähigkeit verloren die seit den 50ern sukzessive gegenüber aufstrebenden Wissensgesellschaften in Nord-Zentral-Europa und Ostasien. Selbst für Südamerika stellt China heute den wichtigsten Handelspartner. Ironischerweise dominiert die USA nur noch im venezolanischen Außenhandel. Überall südlich von Venezuela, Kolumbien und Ecuador hat China ein deutliches Übergewicht. Diese Grenze wird sich absehbar weiter nach Norden verschieben.
Sozialpolitisch degenerierte die USA seit den 80ern. Der Einkommens-Gini verschob sich von Werten nahe an Nord-Zentral-Europa/Japan hin zu nahe an Lateinamerika.
Die USA waren noch lange Zeit dominant in der Anziehungskraft für junge Talente im erweiterten MINT-Bereich aus weniger entwickelten Gesellschaften. Japan betont stark die kulturelle Homogenität der Bevölkerung und sah somit Immigration als Bedrohung. Die Einwanderungs-Politik Nord-Zentral-Europas richtete sich aus historischen Gründen (Kolonialismus, Drittes Reich) eher humanitär als gewinn-maximierend aus. Angesichts des zunehmenden Chauvinismus in weiten Teilen der US-Gesellschaft frag ich mich, ob nicht vielleicht für junge Talente aus weniger entwickelten Gesellschaften die Attraktivität Nord-Zentral Europas und in Zukunft sogar Chinas zunimmt.
Die Kriege im muslimischen Halbmond von Libyen bis Pakistan endeten mittel- bis langfristig in Niederlagen, auch wenn die GIs kurzfristig auf dem Schlachtfeld siegten. Die Region erscheint heute noch instabiler und unberechenbarer als vor 20 Jahren.
Im Erdölsektor gewannen sie temporär an der "Heimatfront". Durch eine Mischung aus staatlichen Unterstützungen und uramerikanischem unkonventionellen Unternehmergeist mit der Entwicklung der Fracking-Technologie. Das hat aber mit "Imperium" echt nix zu tun, ausser vielleicht das nicht wenige der Fracking Pioniere Einwanderer waren.
Nur wächst die Wahrscheinlichkeit, dass Erdöl in 10 Jahren zu einem Nischenprodukt abfallen wird. Die ansonsten eher dysfunktionale indische Verwaltung erfüllt die Pläne im Ausbau regenerativen Energien. Es gibt Studien, die behaupten, dass sich Elektro Autos in 10 Jahren durch massive Car-Sharing Angebote am Markt durchsetzen können. Mir erscheinen die ziemlich plausibel.

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Der Weg zum Durchbruch des E-Cars
Weniger Car-Sharing als vielmehr das Modell Smartphone: Man kauft kein Auto, man schließt einen Nutzungsvertrag mit einem Stromanbieter und kauft den Akku wie eine SIM-Card. Das Auto drumrum gibt es alle 4 Jahre dazu, ohne dass dieses selbst bezahlt wird. Google hat so ein Konzept schon 2008 entwickelt.

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Che, das ist sooo 2008.
Im Ernst ist das Flottenmodell zur Zeit sehr hip in entsprechenden Studien. Ein Auto bleibt wesentlich teurer als ein Handy, so dass die umgelegten Kosten weitaus gewichtiger wären. Mit dem Flottenmodell werden die Umrüstungskosten auf mehr Menschen verteilt und amotisieren sich auch schneller, weil die Fahrzeuge für einen gegebenen Zeitraum mehr genutzt würden.
Man sollte auch immer berücksichtigen, dass der Anteil der Autofahrer in Entwicklungs- und Schwellenländer über die letzten 20 Jahre wesentlich stärker zunahm als in Industrieländern. Und für die stellen die Umrüstungskosten eine wesentlich höhere Barriere dar, auch wenn die über einen Zeitraum von 4 Jahren gestreckt werden.
Hab auch null emotionalen Bezug zu Autos. Für mich sind das alles stinkende Blechkisten. Vielleicht erscheint mir dieses Flottenmodell auch deshalb so schlüssig.

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Jetzt mal unabhängig von der Frage ob E oder Verbrennung, die Frage nach Automobilität as a service erledigt sich jenseits der Stadtgrenze, wo es für Carsharing-Anbieter mangels Masse nicht wirtschaftlich interessant erscheint, eine genügende Anzahl von Fahrzeugen verfügbar zu halten.

In der hiesigen Verbundgemeinde, die direkt an die Landeshauptstadt angrenzt, hat einer der beiden großen Anbieter sein Angebot vom Markt zurückgezogen, dabei sind wir hier näher am Stadtzentrum als mancher offizielle Stadtteil von Düsseldorf. Ob das Auto-Besitzmodell obsolet ist, das ist eine völlig städtisch geprägte Diskussion, die mit den Lebensrealitäten und Sachzwängen im Umland wenig zu tun hat.

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So als Geschäftsreisender mit Kunden die in Dörfern in 60 Kilometern Umkreis meiner Stadt wohnen mit 15 Kundenterminen in der Woche stellt sich mir diese Frage auch völlig anders. Ich stelle mir gerade einen Landarzt ohne Auto vor....

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Aus der Stadt raus in die Dörfer und zurück, das ginge ja notfalls noch mit dem Sharing-Fahrzeug, aber für alles, was jenseits der Stadtgrenzen stattfindet, ist das eigene Auto immer noch weitgehend alternativlos.

Ich hatte Ende der 90er ein paar Jahre autolos gelebt, aber die Pendelei von Mannheim ans Südenede von Heidelberg via ÖPNV kostete mich auf Dauer doch zu viel Lebenzeit, und so schaffte ich anno 2000 das Darkmobil an. Wenns nicht allzu teuer wird, kriegt es diesen Sommer nochmal TÜV. Billiger als mit einem alten Auto, das wenig Zicken macht, kann man kaum unterwegs sein...

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