Samstag, 29. August 2015
Auschwitz reinacted
Zu dem qualvollen Erstickungstod der Flüchtlinge in diesem Kleinlaster in Österreich fallen mir nur noch die Gaskammern der Nazis ein. Es ist eine unsagbare Schande, ein grenzenloses Grauen, was da gerade passiert. Wenn da noch Faschisten rassistische Stimmungen verbreiten oder gar Anschläge begehen gibt es nur eine Antwort: Antifa heißt Angriff!

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Montag, 24. August 2015
Nachzeichnung eines Fluchtzugs
http://web.de/magazine/politik/ezra-yonas-fluchtzug-alpen-30868644

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Petitionsaufruf: Für Pressefreiheit in Mexiko, gegen die staatlich bestallten Mörder
Liebe Freundinnen und Freunde,

der mexikanische Fotoreporter Rubén Espinosa wurde vor Kurzem gefoltert und ermordet — zusammen mit der Menschenrechtsaktivistin Nadia Vera und drei weiteren Frauen.

In einer der ältesten Demokratien Lateinamerikas ist die Meinungsfreiheit bedroht. Rubén ist der 14. Journalist, der im südlichen Bundesstaat Veracruz getötet wurde, wo Gouverneur Javier Duarte offene Drohungen gegen Reporter ausgesprochen hat. Diese Verbrechen bleiben fast alle unaufgeklärt.

Doch Rubéns Fall hat Tausende von Menschen zu Straßenprotesten bewegt und in Mexiko und dem Rest der Welt einen Mediensturm entfacht. Nun haben Noam Chomsky, Paul Auster, Salman Rushdie und Hunderte von Journalisten, Autoren und Künstlern einen offenen Brief unterschrieben. Sie fordern Gerechtigkeit für Journalisten in Mexiko, die ermordet wurden, weil sie ihre Arbeit getan haben.

Der Brief hat bereits die Regierung aufgerüttelt. Wenn wir über eine Million weitere Namen hinzufügen und ihn auf die Titelseiten mexikanischer Zeitungen bringen, wird die Botschaft richtig einschlagen. Zeigen wir jetzt, dass Menschen aus aller Welt den Kampf für Meinungsfreiheit in Mexiko unterstützen. Machen Sie mit:

https://secure.avaaz.org/de/ruben_global_l/?bVlJxbb&v=63653

Mexiko ist derzeit eines der gefährlichsten Länder für Journalisten — vergleichbar mit Kriegsgebieten wie dem Irak, Afghanistan oder Somalia. Seit Präsident Peña Nieto an der Macht ist, haben Übergriffe auf die Medien um 80 Prozent zugenommen.

Seit über zehn Jahren ist Mexiko von unglaublicher Gewalt heimgesucht. Kartelle liefern sich erbitterte Kämpfe, um den lukrativen Drogenhandel zu beherrschen, und unzählige Journalisten mussten ihre Berichterstattung über kriminelle Banden mit dem Leben bezahlen. Doch Experten sagen, dass viele Morde mit Berichten über politische Korruption in Verbindung stehen. Ich habe das am eigenen Leib erfahren. Nach meiner politischen Berichterstattung in Mexiko musste ich mehrfach wegen Todesdrohungen das Land verlassen. Ich bin von korrupten Politikern gefoltert und inhaftiert worden.

Im südlichen Bundesstaat Veracruz, wo Rubén seit Jahren arbeitete, sind in den vergangenen Jahren 13 weitere Journalisten ermordet worden. All das unter der Verwaltung des rüpelhaften Gouverneurs Javier Duarte. Dieser bedroht regelmäßig Journalisten. Als Rubén Espinosa ein unvorteilhaftes Foto von ihm veröffentlichte, war er angeblich so entrüstet, dass er das Magazin aus allen Zeitungsständen in der Hauptstadt des Bundesstaats entfernen ließ.

Im Juni erzählte Rubén Espinosa seinen Kollegen, dass er in letzter Zeit von Männern verfolgt und bedroht wurde, die wie Sicherheitsbeamte der Regierung gekleidet waren. Er sagte außerdem, dass jemand in der Regierung des Bundesstaats ihn direkt mit den Worten bedroht hatte „Hör auf, Fotos zu machen, sonst ergeht es dir wie Regina.“ Gemeint war Regina Martinez, eine im Jahr 2012 ermordete Journalistin.

Doch Rubéns tragischer Tod könnte ein Wendepunkt sein: Tausende haben sich in Mexiko-Stadt versammelt, um zu trauern und Gerechtigkeit zu fordern. Wenn wir ihnen jetzt zur Seite stehen und diesen schlagkräftigen Brief veröffentlichen, zeigen wir der Regierung, dass die ganze Welt zuschaut. Und dass die ganze Welt Gerechtigkeit und dringende Maßnahmen gegen diese Morde fordert. Machen Sie mit — Journalisten in Mexiko und überall auf der Welt sollten ihrer Arbeit nachgehen können, ohne dafür mit dem Leben zu bezahlen.

https://secure.avaaz.org/de/ruben_global_l/?bVlJxbb&v=63653



Die Avaaz-Gemeinschaft hat sich immer wieder für die Meinungsfreiheit eingesetzt. Nun können wir unsere Stimmen für mutige mexikanische Reporter und Menschenrechtsverteidiger erheben. Zeigen wir ihnen, dass sie nicht allein sind — denn so sieht weltweite Solidarität aus. Wir wissen, dass sie denjenigen den Rücken stärkt, die an vorderster Front kämpfen, und in vielen Situationen das Blatt wenden kann.

Wir lassen uns nicht zum Schweigen bringen,

Lydia Cacho, mexikanische Journalistin und Menschenrechtsaktivistin, mit dem Avaaz-Team.

PS - Wenn Sie Journalist(in) oder Autor(in) sind, dann klicken Sie diesen speziellen Link, um an der Kampagne teilzunehmen.

QUELLEN:

Pressefreiheit: Kritischer Journalist in Mexiko getötet (Spiegel Online)
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/mexiko-fotoreporter-ruben-espinosa-getoetet-a-1046373.html

Kommentar: Wo die Pressefreiheit stirbt (Deutsche Welle)
http://www.dw.com/de/kommentar-wo-die-pressefreiheit-stirbt/a-18631059

Mexikos Journalisten in Gefahr: Gefeuert, gefoltert, getötet (Spiegel Online)
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/pressefreiheit-in-mexiko-reporter-angegriffen-und-ermordet-a-1025060.html

Und auf Englisch:

Präsident Peña Nieto: Klären Sie die Morde an Journalisten in Mexiko auf und richten Sie Mechanismen ein, um sie zu schützen (PEN)
http://www.pen.org/blog/president-pe%C3%B1a-nieto-investigate-murders-journalists-mexico-and-establi...

'Sie wollen Journalisten in Mexiko auslöschen' (The Observer)
http://www.theguardian.com/world/2015/apr/11/mexico-fearless-journalist-lydia-cacho

'Journalisten werden abgeschlachtet' – Mexikos Problem mit Pressefreiheit (The Guardian)
http://www.theguardian.com/world/2015/aug/04/journalists-mexico-press-freedom-photographer-ruben-espinosa-murder

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Samstag, 22. August 2015
Zu den rassistischen Ausschreitungen in Heidenau: Schlagt die Faschisten, wo ihr sie trefft!
Mein alter Vater rantete ja richtig angesichts der Fernsehbilder von den Anti-Flüchtlingsprotesten. Was da kam ging etwa so: "Nach 1945 wurden Millionen Flüchtlinge in Westdeutschland integriert, die Ossis waren oft selber welche, letztlich 1990 alle von denen, wer sich da gegen die Aufnahme von Leuten aus Syrien, Irak oder Afrika stellt gehört selbst abgeschoben, ab in die syrische Wüste, ohne Wasserflasche. Einsammeln, diese Nazis, und ab in den Flieger!"

War sowohl erstaunt als auch erfreut, was von dem alten Mann so kam. Und rufe meinerseits dazu auf, diesem Dreckspack entgegenzutreten, ob durch friedliche Proteste oder mit dem Rundholz in der Hand. Ein Europa, das das Elend der Flüchtlinge selber zu einem großen Teil verschuldet hat verhält sich als imperialistisches Monster, wenn es sich abschottet gegen diejenigen, denen gar keine andere Möglichkeit mehr bleibt als ins Herz der Bestie zu flüchten. Aktive Solidarität mit Flüchtlings ist in dieser Situation eine der wenigen Perspektiven für praktizierten Antiimperialismus - übrigens seit mindestens 30 Jahren. Feuer und Flamme für dieses System!

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Freitag, 21. August 2015
Das Merkel-Video einmal anders
https://www.youtube.com/watch?v=H_yYrr21_fM

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Mittwoch, 19. August 2015
Avaaz-Petition für die Freiheit von Biram Dah Abeid, gegen Sklaverei in Mauretanien
Liebe Avaaz-Mitglieder weltweit,

Mein Leben als Sklavin begann, als ich fünf war. Tagsüber musste ich das Vieh hüten. Nachts wurde ich von meinem Herrn vergewaltigt. Und ich dachte, das sei normal. Ich wusste es nicht besser.

In Mauretanien, wo ich herkomme, leben noch heute Hunderttausende unter solchen Bedingungen. Aber ich hatte Glück. Mein Bruder entkam seinen Herren und fand eine Organisation, die gegen Sklaverei vorgeht. Um mich zu befreien, bat er sie um Hilfe. Doch als sie mich holen wollten, weigerte ich mich anfangs, mit ihnen zu gehen. Ich konnte mir ein Leben fern von meinen Herren nicht vorstellen. Ein Leben, das aus pausenloser Arbeit bestand, selbst wenn schwanger, selbst unter der Geburt. Ein anderes Leben kannte ich nicht.

Der Mann, der mich befreite und dessen Leben es ist, versklavten Menschen wie mir zu helfen, sitzt jetzt hinter Gittern, weil er die Sklaverei öffentlich anprangert. Doch in fünf Tagen findet ein Berufungsverfahren statt, das seine Freiheit bedeuten könnte. Wenn sich Hunderttausende von uns weltweit für Biram Dah Abeid einsetzen, können wir seine Ketten sprengen, damit er weiter für die Befreiung anderer kämpfen kann. Macht jetzt mit:

https://secure.avaaz.org/de/mauritania_anti_slavery_biram_loc_dn/?bVlJxbb&v=63409

Zwar hält die sklavenhaltende Oberschicht mit allen erdenklichen Mitteln an den jetzigen Verhältnissen fest, doch allmählich setzt ein Umdenken ein. Und unserem Präsidenten scheint die öffentliche Meinung wichtig zu sein: Schon früher hat er sich massivem öffentlichen Druck gebeugt und politische Gefangene freigelassen, einschließlich Biram selbst. Bitte macht mit und helft mir, Biram abermals zu befreien.

https://secure.avaaz.org/de/mauritania_anti_slavery_biram_loc_dn/?bVlJxbb&v=63409

In Dankbarkeit und Hoffnung,

Haby mint Rabah und das Avaaz-Team

Anmerkung von Avaaz:

Mauretanien hat das schlimmste Sklavereiproblem der Welt. Aktuell sind bis zu 20 Prozent seiner gesamten Bevölkerung Sklaven. Sie werden in die Sklaverei geboren oder an ihre Herren verkauft. Sie werden missbraucht, vergewaltigt und ausgebeutet. Und wie schon der Sklavenhandel des 19. Jahrhunderts hat er auch hier einen rassistischen Hintergrund: Fast alle Sklaven gehören der ethnischen Gruppe der Haratin an.

Mauretanien war weltweit das letzte Land, das die Sklaverei offiziell abschaffte. Unter Strafe wurde es erst 2007 gestellt. Es ist illegal, doch bisher ist nur ein einziger Sklavenhalter verurteilt worden -- obwohl Mauretanien ein Anti-Sklaverei-Gesetz sowie einen Plan zur endgültigen Abschaffung der Sklaverei hat und das Parlament gerade ein Gesetz beschlossen hat, das Sklaverei als "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" bezeichnet.

Wenn Gegner der Sklaverei diese Barbarei anprangern, werden sie verhaftet und gefoltert. Biram hat sein ganzes Leben dem Kampf gegen die Sklaverei gewidmet: Er wurde zuletzt von der UN für sein Engagement ausgezeichnet und trat bei den letzten Präsidentschaftswahlen als Kandidat an. Doch die Regierung verweigert seiner Organisation die rechtliche Anerkennung und hat ihn wegen seines öffentlichen Auftretens gerade zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt.

Uns bleiben nur noch fünf Tage bis zu Birams Berufungsverhandlung. Folgen wir Habys Aufruf: Lasst uns Birams Freilassung fordern und gemeinsam über Facebook, Twitter und sämtliche Medien die größte Anti-Sklaverei-Bewegung des 21. Jahrhunderts auf die Beine stellen:

https://secure.avaaz.org/de/mauritania_anti_slavery_biram_loc_dn/?bVlJxbb&v=63409

Weitere Informationen:

Biram Dah Abeid: Mit Wut und Mut gegen Sklaverei in Mauretanien (Deutsche Welle)
http://www.dw.com/de/biram-dah-abeid-mit-wut-und-mut-gegen-sklaverei-in-mauretanien/a-18062533

Gemeinsamer Entschließungsantrag für eine Resolution zu Mauretanien, insbesondere zum Fall Biram Dah Abeids (Europäisches Parlament)
http://www.europarl.europa.eu/sides/getDoc.do?pubRef=-//EP//TEXT+MOTION+P8-RC-2014-0382+0+DOC+XML+V0...

In Mauretanien leben die meisten Sklaven (Handelsblatt)
http://www.handelsblatt.com/politik/international/menschenrechte-in-mauretanien-leben-die-meisten-sk...

Sklaverei: Salimas langer Weg in die Freiheit (Die Zeit)
http://www.zeit.de/politik/2013-07/sklaverei-mauretanien

Und auf Englisch/Französisch:

Biram Dah Abeid Still Imprisoned: Latest Developments (UNPO)
http://unpo.org/article/17712

Mauritania: Jailed presidential candidate and anti-slavery activists must be released (Amnesty International)
https://www.amnesty.org/en/articles/news/2015/01/mauritania-jailed-presidential-candidate-and-anti-s...

"Pour les maîtres, violer les esclaves est un droit" (Le Nouvel Observateur - Französisch)
http://tempsreel.nouvelobs.com/monde/20141214.OBS7863/pour-les-maitres-violer-les-esclaves-est-un-dr...

Le combat contre l'esclavage en Mauritanie récompensé par l'ONU (RFI - Französisch)
http://www.rfi.fr/mfi/20131227-mauritanie-biram-ould-dah-ould-abeid-prix-esclavage-nations-unies-dro...

Mauritanie: quand la question de l’esclavage s’invite à la présidentielle (Afrique Décryptages, Ifri - Französisch)
https://afriquedecryptages.wordpress.com/2014/05/20/mauritanie-quand-la-question-de-lesclavage-sinvi...

Forty years a slave: women start new lives in Mauritania (IRIN)
http://newirin.irinnews.org/female-slaves-mauritania-photo-feature/

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Bergimpressionen einmal anders
Das waren ja nicht nur die "heroischen" Gipfel-und Hochtoureneindrücke. Sondern all das, was am Wegesrand liegt, die beeindruckend schöne Natur im Mikrokosmos der Bergwiesen ebenso wie die überraschenden Momentaufnahmen. Eine Mischung, die mich immer wieder vollauf begeistert. Für solche Eindrücke nehme ich Narben, die Berge an mir hinterlassen gerne in Kauf.




















Während die Murmeltiere sich noch in ihrer Homophobie ergehen (ich weiß nicht, wieviele diesen Witz noch kennen) kreist über ihnen schon das Verhängnis: Aquila chrysaetos, der Steinadler, der als Angehöriger des Steinadels mitunter auch durch bürgerliche Geier vertreten wird, nicht velwechsern mit deren Vätern, den Papageiern.









edit: War gar kein Adler, sondern der größte und seltenste Brutvogel der Alpen, ein Bartgeier (fast 3 m Flügelspannweite), Wow!

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Sonntag, 16. August 2015
Burka für alle! Die Awarenessfront hat wieder zugeschlagen
Es ist ja zum Fremdschämen, was für ein hanebüchener Unsinn so unter "links" gelabelt wird. Der Alte Bolschewik hat eine besondere Absurdität aufgegabelt:

https://shiftingreality.wordpress.com/2015/08/14/burka-fuer-alle/

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Freitag, 14. August 2015
Aikido-Training für Flüchtlinge in Hannover
Von Genossin Firi aka Ferdos Mirabadi erreicht mich diese Ankündigung:



Flyer und Übersetzungen:

http://kyushindo.de/wp-content/uploads/2015/08/flyer_refugees_deutsch.pdf

http://kyushindo.de/wp-content/uploads/2015/07/flyer_refugees_englisch.pdf

http://kyushindo.de/wp-content/uploads/2015/07/flyer_refugees_russisch.pdf

http://kyushindo.de/wp-content/uploads/2015/08/flyer_refugees_franz.pdf

http://kyushindo.de/wp-content/uploads/2015/07/flyer_refugees_arabisch.pdf

http://kyushindo.de/wp-content/uploads/2015/08/flyer_refugees_persisch.pdf







Unter dem Motto:

wir üben zusammen - AIKIDO

refugees welcome





Willkommen.

Wenn ihr euch bewegen wollt, zusammen Spass haben und die friedliche

Kampfkunst AIKIDO kennen lernen wollt, so laden wir euch ein bei uns

mitzutrainieren.

Unser Training ist freundlich, entspannt, ohne Gewalt und ohne Wettkampf mit

vielen neuen Bewegungen.

Aikido trainieren bei uns Frauen und Männer und Jugendliche ab 12 Jahren.

Kommt zum Beginner-Kurs und probiert es aus. Besonders für die Kinder ist es eine

schöne Freizeitaktivität mit neuen Freunden.

Flüchtlinge sind bei uns sehr willkommen und können kostenlos mittrainieren. So

trifft man nette Leute, kann die Sprache besser lernen und macht etwas für seinen

Körper und seinen Geist.











8. - 29. September 2015 immer dienstags

Flüchtlinge sind sehr willkommen und können bei uns kostenlos mittrainieren.





Anmelden und Infos: www.kyushindo.de

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Freitag, 7. August 2015
Am Boden zurück
Die Hochtour ist vorbei. Jede Menge Kraft getankt für den Rest des Jahres und das Nächste, und das heißt bei mir auch immer: Nahezu restlos verausgabt. Unterwegs in einer Gegend, in der Bäche überqueren hindurchwaten bedeutet, in der Wege gehen heißt Fußspuren zu verfolgen und in der Navigation mit Kompass, Höhenmesser und Landkarte erfolgt. Die Bilder können vermitteln wie das aussieht - der Stich der Sonne auf der Haut, das Geraune von Wind und Stein, die Gerüche lassen sich so nicht weitergeben. Eine einzige Bergwiese ist Lebensraum für Millionen Blumen und Tausende Arten von Blumen, ein Zirbenwald verströmt einen einzigartigen Geruch, der mit nichts Anderem vergleichbar ist.







Alleine im Fels unterwegs sein ist dann ein Abenteuer für sich. Mit nichts als einem Klettergurt, einem Klettersteigset, zwei Schlingen und zwei Schraubhaken ist zwar Selbstsicherung möglich, aber nicht mehr als das. Haarig wurde es freilich an einem Punkt, wo ich meine Sicherung noch gar nicht angebracht hatte: Ich meinte, die breite Kristallschieferplatte auf der ich mit beiden Füßen stand sei ein sicherer Tritt, aber Bratschengestein darf man nie vertrauen (oder andersrum: Granit - es kommt NICHT drauf an, was man draus macht). Die Platte brach unter meinen Füßen in zwei Hälften auseinander, und das darunterbefindliche Gestein begab sich auf Talfahrt. Während mir der Boden unter den Füßen weggezogen wurde dachte mein Großhirn, es ginge ans Sterben, während praxisorientiertere Teile meines Nervensystems meinen Körper auf einen neuen Standplatz wirbelten. So standhockte ich auf allen Vieren, während neben mir der Felsrutsch abging. Die zwei Leute, die mir vom Gipfel entgegenkamen und mit denen ich mich vor einer Minute noch unterhalten hatte fragten ob ich OK sei, ich betastete mich und stellte fest "Gebrochen ist nichts!". Sie setzten ihren Abstieg fort, ich wartete eine Viertelstunde, bis das Zittern vorbei war (bei der dünnen Luft dauert das etwas), klinkte dann meine Sicherung ein und setzte den Aufstieg fort - der Gipfel war ja noch nicht erreicht.

Erst beim Abstieg wurde mir schwummrig. Ich war jetzt völlig alleine, kein Mensch mehr in Sichweite, kein Netzempfang, und ich musste da runter. Da habe ich mich alleine für entschieden, also muss ich das auch durchziehen. Angst haben ist nicht, gestorben wird auch nicht.




Also wieder hinab in die 400 Meter tiefe Steinschlagrinne. Immerhin, sowohl der mehrstündige Anmarsch davor als auch die letzte Strecke zum Gipfel waren reizvoll gewesen, es muss diese schrecklichen Schlüsselstellen wohl geben. Wieder ein Berg, der seine Spuren auf meinem Körper hinterlassen hat, nur Striemen, nicht mehr.












Es folgten noch mehrere Stunden anspruchsvoller Höhenwanderung mit Absurditäten wie dem Überqueren von Schneefeldern bei Hochsommerhitze, dann endlich war die erste Etappe geschafft und der Hüttenschmaus verdient.












Der nächste Tag dann: Genusswandern auf im wahrsten Sinne des Wortes höchstem Niveau, wundervolle Panoramen, zeitweise mühsam Weg suchen oder sich selber einen finden, weil der Gletscherweg aufgeschmolzen ist, extremes Schwitzen beim Abstieg in die Krummholzzone, weil die Latschenkiefern die Hitze nach oben reflektieren, nach 1300 Höhenmetern Abstieg dann bei 32 Grad im Tal, und dort noch 5 Kilometer bis nach Hause. In 2 Tagen 20 Stunden reine Gehzeit, davon 6 Stunden Klettern, insgesamt 4000 Höhenmeter.







Hier bin ich runtergekommen, am frühen Morgen, nach fantastischen Sonnenuntergangs- und -Aufgangserlebnissen (from dusk till dawn ;-) )






Und dann der Wahnsinnsblick auf die noch größeren Gipfel, wo ich allerdings auch schon mal oben war - 2 Tage voller Mühsal, Höchstleistung, Schmerz, Glück, Entbehrungen, Extase - das ist Genuss neu definiert!



Grenzerfahrung halt.

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Dienstag, 4. August 2015
Die moderne Kuh
Beim Abstieg von einem meiner Gipfel versperrte mir eine Kuh mit Kalb den Weg. Ich forderte beide auf diesen freizumachen, daraufhin gingen beide etwas zurück und setzten dann mit gekonnter Eleganz über den elektrischen Weidezaun. Die moderne Kuh hat´s drauf. Sollte vielleicht den Beruf des Hirten erwerben;-)

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Wege und Ziele
Wenn es heißt, der Weg sei das Ziel, sagt das überhaupt nichts darüber aus, ob dieser bequem ist oder nicht. Das Letzteres eher nicht der Fall sein wird, dafür allerdings sprechen die avisierten Ziele.










Heute in der Höhe Kondition getestet, ab morgen in einer Welt unterwegs, in der es nur noch einen selbst und den Berg gibt, ohne Verbindung zur Außenwelt. Wundert Euch also nicht, wenn Ihr ein paar Tage keine neuen Einträge lest.

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Montag, 3. August 2015
Bergzeit
Jedesmal, wenn ich in die Berge komme ist das so, als ob ich direkt an das letzte Mal anknüpfe, als ob es dazwischen nichts gegeben hätte, als ob ich da weitermachte, wo ich das letzte Mal geblieben bin. Magische Zeit - Bergzeit!









Falls ich den Abend oben verbringen will ist ein Biwak vorbereitet,




und da bleiben dann auch leider homophobe Anblicke nicht aus

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Der Weg ist das Ziel
Ich habe heute einen Gipfelanstieg, für den normalerweise 2-3 Stunden veranschlagt werden in einer Stunde gemacht. Dabei hatte ich mich überhaupt nicht beeilt. Ich war im Gegenteil besonders langsam gegangen, und bei brüllender Hitze. Ich hatte mich nur nach einer Regel gerichtet, die mir mein Bergführer vom letzten Jahr beigebracht hatte: Winzige Schritte im Rhythmus des eigenen Atems, nie schneller werden, aber auch nie stehenbleiben, "ruhig wandelnd wie der Mond", wie das ein buddhistischer Träger mal genannt hatte. Es funktioniert.

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