Dienstag, 28. April 2026
Zur Tragik und zugleich Peinlichkeit des Friedrich Merz
Merz vertritt und repräsentiert einen ganz bestimmten Konservatismus, der nicht nur wert- sondern auch normkonservativ, aber nicht strukturkonservativ sondern in wirtschaftlichen Angelegenheiten wirtschaftsliberal ist. Bei ihm ist das noch aufgepeppt mit so einer Manager-Motivations-Ideologie.

Er sieht diesen Konservatismus aber nicht aus seiner ideengeschichtlichen Historie heraus und schon gar nicht als eine politische Ideologie oder Geisteshaltung, Position neben und zwischen anderen. Stattdessen ist das für ihn die mit dem gesunden Menschenverstand gleichgesetzte natürliche Ordnung der Dinge. Wer seiner Sichtweise zustimmt ist ein erkenntnisvoller vernünftiger Mensch. Wer ihr widerspricht oder entgegengesetzte Ansichten vertritt ist unvernünftig und unwissend.

Ansonsten gilt: Leistung wird belohnt. Anstrengung führt zum Erfolg. Wer vermögend ist, hat es verdient vermögend zu sein und sich im Regelfall sein Einkommen in redlicher Arbeit verdient. Wer nichts hat hat nicht genug geleistet und ist schlimmstenfalls ein Versager. Diese Haltung ist kein Zynismus, kein Narzissmus und erst recht keine bewusste Menschenverachtung. Es ist seine ehrliche, naive Überzeugung. Er glaubt das alles. Das ist seine Tragödie und sein Drama.

... link (0 Kommentare)   ... comment