https://bersarin.wordpress.com/2017/11/23/theorie-die-praktisch-wird-thomas-wagner-die-angsmacher/#comment-12712
macht bei mir wach, in welchen Kontexten Theoriediskurse in den Sechzigern bis Achtzigern sich bewegten. Dass Neue Linke und Neue Rechte bestimmte Schnittmengen hatten ist richtig, das geht aber noch viel weiter. In der alten Friedensbewegung, also der Anti-Atomraketenbewegung von 1980 bis 1985 gab es eine Strömung, die sich einsetzte für eine atomwaffenfreie Zone in Westeuropa und für einen gesamtdeutschen Neutralismus. Parolen wie "Besatzer raus!" und "Raus aus der NATO, rein ins Vergnügen!" einten antiimperialistische Linksradikale und Nationalrevolutionäre. Ein früherer enger Genosse von mir vertrat schon 1984 die Position, dass die DDR bald zusammenbrechen würde und forcierte die Forderung, dass die Linke das Thema deutsche Wiedervereinigung für sich entdecken müsste. Die Friedensbewegung, damals mit Anti-AKW-Häuserkampf- und Bürger/Menschenrechtsbewegung eng verzahnt brachte damals Hunderttausende auf die Straße und war die größte und stärkste demokratische außerparlamentarische Massenbewegung der westdeutschen Geschichte. Er kam aus einem explizit linksextremen Umfeld - Sympathisant der Bewegung 2. Juni, Haschrebell - und wollte seinen Hintergrund integrieren in eine Stoßrichtung, die auf deutsche Wiedervereinigung verbunden mit einem deutschen Friedensvertrag und einer neuen Verfassung anstelle des Grundgesetzes ("Wiedererlangung der nationalen Souveränität, Ende des 4-Mächte Status") hinauslief. Und auf ein neutrales oder blockfreies vereinigtes Deutschland, das sowohl demokratisch als auch sozialistisch und ohne Militärbasen fremder Mächte sein sollte ("Der imperialistischen Kriegsmaschinerie die Aufmarsch- und Operationsbasis in Europa weghauen"). Sein Ziel war es, der Friedensbewegung diese Ausrichtung zu geben. Dafür wurde er, besonders von Antifas, extrem angefeindet als angebliches rechtes Uboot in der linken Szene. Tatsächlich leistete er Großes, schleuste etwa geheime Dokumente, die die Beteiligung von Bullenspitzeln an linken Scherbendemos belegten und Papiere aus NATO-Stäben, aus denen hervorging, dass ab 1988 der Islam als neues Feindbild gezielt aufgebaut wurde und Huntigton da zu den Lohnschreibern gehörte in die linke Szene. Gedankt wurde ihm das nicht.
Viel später fragte er nach seiner Stasi-Akte, erfuhr, dass es eine Solche gäbe, und als er bei der Birthler-Behörde vorstellig wurde teilte man ihm mit, dass die sich jetzt in Moskau befinde, in der Lubjanka.
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Da das von mir kam, das wollte und will ich nicht nur gegen eine Kulturlinke verwendet wissen, die oft desinteressiert an der Kritik und dem Kampf der wirtschaftlichen Verhältnisse ist, sondern mindestens genauso gegen eine verbürgerlichte deutsche Linke, traurige Ex-Linke, Ches und Bersarins, Sozialdemokraten, Alt- und Neokonservative.
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Es ist vielleicht eine alberne, romantische Idee, Zugewandtheit zu kultivieren, wenn es dir immernoch recht gut geht, zu diesem einen Menschen, wenn du das wenigstens noch hinkriegst. Ich verstehe, mit "links" direkt hat das wenig zu tun.
Verweise auf Bloch ? (von wegen Christentum?) Ach, lass es, ich kenne doch diese Familien, wo zuerst bei Bloch, dann bei Heidegger studiert wurde, nur um dann Grundschulkunsterzieher zu werden ... (und dann west-reich zu heiraten).
Ich glaube, die sog. "Kultur"-Linke ist alles andere als "kultiviert". Manche tragen diese Attribut gerne vor sich her. Aber nur, um im Dumpfbacken-Rechtssumpf fischen zu gehen. Die neuerlichen subversiv-affirmativen Strategien der "neuen Rechten" versuchen doch nur die wirkliche Kulturlosigkeit der "Kulturlinken" offenzulegen - indem sie sich ebendieser Strategien bedienen.
Dümmer geht es also nicht: sich zugleich "kultiviert" und neurechts (aber irgendwie noch links) zu geben.
Ich fühle mich einsam. Alle Menschen, die ich bewunderte, weil sie mit übergroßem Heldenmut gegen ihr unvermeidliches Ende, seien es die Sozialgesetzgebungen oder eine schwere psychische Erkankung oder einfach echte Armt, ankämpften, fast alle, sind gestorben.
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Ja.
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Der elitäre Dünkel der universitären Szenelinken, der im Kern zum großen Teil aus Angst vor dem näheren Kontakt zu Unterschichtsangehörigen oder Geflüchteten sich speiste ist mir lebhaftestens in Erinnerung und trieb mich dereinst aus dieser Gesellschaft hinaus. Die Äußerung dieses Bruches war ja Anlass des Bruches von Momorulez mit mir und den Meinigen, wobei er den Zusammenhang überhaupt nicht verstand.
In meinem Roman "Wahnsinn und Verstand" ist das sehr ausdifferenziert dargelegt.
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Das kommt an einigen Stellen durch und ganz gut rüber. - Aber teilweise, besonders am Anfang, kontrastiert das (formal!) mit der filmischen Darstellung der harten Schnitte, die wie in Montage aneinandergereiht werden. Für eine filmische Umsetzung müsste also das imho durchaus angelegte erzählerische Moment, also die Situation, dass sich jemand erinnert, in eine solche Rahmenerzählung eingearbeitet werden.
Der Anfang war also für mich wie in einem Heavy Metal Comic in harten Schnitten, ohne lange Erklärungen, "das ist Maja, Maja hat gefärbte Haare und trägt Springerstiefel ...", und der Schnitt auf jemanden, der da wirklich (wie die Geschichte von Lord Jim, die natürlich von Anfang an eine tragisches ist) erzählt, fast wie eine Rückblende.
Erzählerisch habe ich aber diese Rückblende (aus einer Rahmenhandlung heraus?) etwas vermisst. Stehe halt eher auf Erzählung denn auf Film. Dadurch könntest Du auch im Subtext oder explizit einarbeiten, wie sich diese Erinnerung anfühlt, oder wie Dein letztliches moralischen Urteil aussieht !
Der elitäre Dünkel der universitären Szenelinken, von dem du sprichst, deckt sich in meinen Augen mit der Kulturferne und kulturellen Substanzlosigkeit der späteren, sog. "Kultur-Linken".
Aus reiner Ahnungslosigkeit versuchen dann einige, die vermeinen, sich ein gewisses "kulturelles Kapital" angeeignet zu haben (was wirklich nur solche idiotischen, sog. "kultur-Linken" glauben können, die vermeinen, ein Hegel- oder Heidegger-Zitat würde solches bereits ausweisen), sich mit "konserativem" Posing wichtig zu tun - sehr, sehr peinlich.
Im Gegensatz dazu und zu mir kannst Du hier wirklich eine Geschichte erzählen ...
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Ich kann aber bestätigen, da ich Wahnsinn und Verstand ja kostenfrei lesen durfte, dass die inhaltlichen Angaben und die interpretativen Momente dieser positiven Kritiken sich originalgetreu an das Material, das mir zu Verfügung stand, gehalten haben.
fand ich echt klasse, diese Kritiken zu lesen, da ich ja die Haltungen der beiden hf´s doch recht gut kenne; ich glaube also beurteilen zu können: dass sich nicht da welche selbstgerecht dein Material verzweckungsmäßig aneignen. Tatsächlich bekomme ich nun - über die Drittwahrnehmung - gewissermaßen einen Zugang zu den Aspekten von Wahnsinn und Verstand, also der Story, dem Plot usw. Der ganze Plot, die Verwicklungen, ersteht jetzt - ich zögere, zu sagen: erneut - vor meinem inneren Auge auf.
"Ein Schelmenroman? Sicher doch - ...", so Hartmut. Und als Schelmenroman imho gelungen ! Damit hattest du mich selbstverständlich von Anfang an eh auf Deiner Seite !!! Hier mein Blog zu Grimmelshausen, Dreißigjähriger Krieg, antimilitaristische Erziehung usf:
https://wortanfall.wordpress.com/2016/10/23/erinnerungen-an-den-vater-der-dreissigjaehrige-krieg-und-die-folgen/
(die Audio-Dateien sind noch da; könnte Dich ja möglw. interessieren)
Aber zurück zu deiner Story, deiner Geschichte, die natürlich nicht nur deine war: zur Zeit des Geschehens (wie in Wahnsinn und Verstand geschildert), zu der Zeit, als Hartmut sich eine gewisse Feigheit (und dann der Lebenslauf?) eingestand, - zu der Zeit war ich 14 ! Poppenbüttel (Punker-Hochburg zu jener Zeit) war nicht fern und mein Nachbar (kommunistischer Eltern) selben Alters erzählte mir von der "Solidarität" auf den Hafenstraßen-Demos. Direkt hörte ich das zum erstem Mal. (Die Mutter hatte aber einen Flügel in der Mietwohnkaserne und "teilte" die "Liebe zur Klassischen Musik" mit meinem Vater - irgendwie war alles erlaubt.)
Außer einer längst vergessenen Kindheitserinnerung (die Lektionen meines Vater über den Dreißgjährigen Krieg) und dass mir erklärt worden war, dass es sich bei Marx lediglich um eine akkurate Erkenntnis handelte (mehr verstand Vatern auch nicht davon) war ich politisch natürlich vollkommen unbemittelt !
Um es kurz zu machen, es stellte sich mir mit 14 die Frage, die Hartmut so viel elaborierter sich damals bereits zu stellen vermochte: "konsequent wäre es ja jetzt, Punk zu werden - aber ist das jetzt wirklich authentisch - ?" - Eine Ausreißerin, max. 2 Jahre älter als ich (fast wäre es u. 12 zu Doctorspielen gekommen ...), hatte es ja versucht, war aber irgendwann, krank, zurückgekommen, was durch Erziehungsberechtigte doch relativ kalt abgehandelt worden war - ich traf sie später wieder: sie ist immer wieder an Männer geraten, die sie misshandelten.
Um es popmusikalisch auszudrücken (es ist klar, dass ich einknickte), ich stand zw. Dead Kennedys - die ich bis heute absolut bewundere - Ideal - es war 1982 -, den Allman Brothers (wer sich auskennt, weiß, wie bedeutend die sind), Antonio Carlos Jobin, den Klassikern, J. Joplin, C. Berry, J. Hendrix, die ich gerade Ton-für-Ton auswendig zu erlernen mich bemühte, den Jazz-Leuten, die gerade eminent in Free Jazz machten, Throbbing Gristle, Talking Heads, einem Musik-Lehrer, der Stockhausen-Experte war, zugleich aber Abba-Fan ... der andere Lehrer kam gerade aus Rom von der Audience beim Papst mit seinem Chor zurück, aber nie uns mit elitärem Kram nervte ... die Entscheidung fiel nicht schwer.
oh, man, das ist hier politisches Blog. Aber ich hatte das Glück, solche brillanten Musik-Lehrer gehabt zu haben, angefangen mit meinem Bruder, der wieder seine Berry und Janis-Kenntnisse (also die absoluten Klassiker) von jenem SPIEGEL-Chefredakteur-Sohn gelernt hatte, der seinerseits total vernachlässigt worden war (wir fragten uns immer, ob der je eine Schule besucht hatte ...), und der zu uns untere Mittelklasse-Familie immer nach der Schule, die er nie besuchte, zum Essen kam.
Also, ich knickte ein. Ich wurde kein Punker. Und wenn Hartmut, den ich nicht nur seiner rhetorischen Brillanz wegen schätze, sondern auch wegen seiner (philosophischen) Urteilsfähigkeit, "uns" charakterisiete als "adorno/nietzsche-affine, linksbürgerliche Ästheten, Philosophen, Künstler«, so traf für mich "Künstler" jedenfalls zu.
Ich war aber 14 (und es war 1982)! Und in dem Moment wollen mir irgendwelche Leute mit ihren theoretischem Blabla irgendwas erklären ?
Und genau zu diesem Zeitpunkt kamen die Leute mit ihrer intellektualistischen Selbstgerechtigkeit.
Es kotzt mich bis heute an.
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ich habe manchmal das Gefühl,dass, wenn man sich auch nur oberflächlich für die historischen Fakten interessiert, dass man dann - far out! - schon an Anarchist gilt!
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Wir haben alles:
Die zuckende Kameraperspektive
Die Rahmenhandlung
Im Detail - das Drama
Den Krimi
Die Räuberpistole
Die Reflektion
Einfach nur jeweils aufschlüsseln - zuende Erzählen (oder gerade das eben nicht, .... noch genug für Platz für Variationen)
also, ach man, geschenkt, wenn du die Geschichte zuendeerzählt hast, sind das für den Anfang c.a. 100.000 € - unter der Voraussetzung, dass Du mit diesen grenzdebilen, die für das derzeitige TV-Programm verantwortlich sind, zusammenzuarbeiten dich bereit erklärst. Ich habe die Bergpredigt gelesen, ich würde dir verzeihen !
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oder mit anderen Worten: ich konnte Deinen letzten Kommentar nicht richtig einordnen, verstehe nicht ganz, worauf Du Dich beziehst, was Du meinst usw.
abgesehen von meiner "ehrenhafigen" Tätigkeit als Sprach-helf-Lehrer für Flüchtlinge sehe ich keine Chance für mich als Privatgelehrter.
für das betreffende Feld kann ich aber mit Nachruck sagen, dass da keine Fässer "überlaufen". Es ist eher so, dass da massenhaft Flüchtlinge zu den besser ausgebildeten Pädagogen überlaufen, einfach weil sie die Grundlagen unserer Sprache verstanden haben.
Wo ich tätig bin: das sind eher Leute, die zum ersten Mal eine Schriftsprache lernen (zu schreiben), da geht es echt um Alphabetisierung, und/oder Frauen, die aus ihren Familien jetzt erst nachrücken, vielleicht weil sie die Kinderpflege hinderte, oder, was nicht auszuschließen ist, weil eine Art Macho-Kultur sie daran zuerst gehindert hat. - Aber immer, wenn ich solches argwöhnte, stellte es sich als nicht zutreffend heraus.
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- nja: wo du oben von der in Deutschland eher möglichen und damit möglichen Verlockung zum Privatgelehrtentum sprichst, so müssen wir, glaube ich, sehen, inwieweit das den Rückzug ins Private bedeutet ...
Da wäre dann der Gelehrte, der Privatmann bleibt, - nicht fern wäre der Dilettant (übrigens ein antikes Ideal des umfassend gebildeten Menschen - alles n bisschen, nix so richtig) ...
Zu Goethen gleich noch was, - ich denke aber auch an den Geologen Darwin, der in Biologie dilettierte, dann über Jahrzehnte sich im Fach übte, und dann doch ziemlich Wirkung hatte. Da wäre aber auch Marx, der als Philosoph eine ganze Wirtschaftstheorie aus dem Boden stampfte (mit entsprechenden empirischen Forschungen usw.).
Auf diese Weise "Privatgelehrter" maximal weit gefasst, ließe sich die Liste immer noch fortführen. Pythagoras, Heraklit, Parmenides aber auch Diogenes von Sinope waren "Privatgelehrte", "Dilettanten" (im Gegensatz zu Aristoteles, Archimedes oder dann wohl auch Platon).
Die Voraussetzungen für deren jeweilige "Lehrtätigkeit" zu beleuchten und 'ideologiekritisch' - so heißt es wohl - zu analysieren, muss ich wohl anderen überlassen (Sklavenhalter- bzw. bürgerliche Gesellschaft).
Wo ich gerade ´bei bin: immer wieder bildeten sich sektenartige Anhängerschaften. Pythagoras trat durchaus als spiritueller Lehrer auf oder wurde als solcher angesehen, ähnliches können wir von Heraklit bzw. Parmenides sagen. Wittgenstein mit seinen Einsideleien; aber auch Heidegger, der sich unnötigerweise wiederum mit seinem nihilistischen Zeitbegriff ausschließlich auf Bergson bezog (wieder so einer, der ad hoc mit seiner Theorie als "großem Wurf" aufwartete).
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Anders Goethe, dessen Farbenlehre vollkommen folgenlos blieb und der sich als Geheimrat in Weimar absichtlich von staatlichen akademischen Einrichtungen fernhielt, lieber sich auf "persönliche Beziehungen" (zum Adel) verließ ; machte sich heftig über die schwärmerische "Begeisterung" im Zuge der Befreiungskriege (gegen Napoleon) lustig und verspottete die Freiwilligenarmee von "begeisterten", national gestimmten Studenten - die dann tatsächlich auch militärisch unter ferner liefen fast völlig wirkungslos blieben.
In diesen Punkten hat er wenigstens die gesellschaftlichen Zustände treffend analysiert. Er genoss einfach seine ihm mögliche nihilistische Über- bzw. Unparteilichkeit. (mir doch egal, ihr mit euren blöden politischen Gruppen!)
Zum Rückzug ins Private: Die Identitären propagieren und führen ostentativ sowas vor ("alte Werte", Familie und dergl.), was nicht an politischer Propaganda hindert. Das müsste ja eigentlich ein Widerspruch sein.
- Was aber wiederum subversive Affirmation des konsequenten und unter der Hand implizierten reaktionären Konservativismus der sog. "Kultur"-Linken ist. Ich nenne jetzt keine Namen, aber einige fallen darauf rein, und fallen ohne Umstände um von einem wenigstens noch oberflächlichen linken Stil zum blanken Reaktionären.
Kultur-Rechts: ganz selbstverständlich fragt man, inwiefern es sich um reaktionäres Gedankengut handelt.
Aber "Kultur"-Links? Hier glauben sich (ehem.) links gebende (innerlinks) zu kritisieren oder ein bisschen rumzunerven; die betreiben aber ohne es zu merken die subversiv-affirmative Strategie der Ultra-Rechten.
Denn "man müsse wieder sich die eigene Kultur aneignen" - diese pricipio principii kann nur formulieren, wem sie - eben diese oder irgendeine infrage stehende Kultur - abgeht. Qua Forderung ist diese Erfordernis ja bereits erwiesen. Was dann ostentativ vorgeführt wird, zeigt eben genau das, was Kultur nicht ist.
Das ist, wie wenn jemand die Behauptung, der Wille sei nicht frei, damit begründete, die Ergebnisse, zu denen er gekommen sei, zwängen ihn zu dieser Behauptung. Verantwortung für die Folgen der resultierenden Gesetzgebung könne er aber nicht übernehmen, denn sein Wille sei nicht frei gewesen, als er zu dieser Behauptung gezwungen worden sei.
Kultur kann also unmöglich etwas sein, dass ich mir als unhinterfragbar und Eigenes und unveränderlich festgelegtes aneignen oder in mich aufnehmen muss. Demgemäß muss also der kulturelle Aneignungsprozess die notwendige Variabilität und Hinterfragbarkeit des Anzueignenden hinreichend reflektieren. Ich schrieb eben extra "kulturelle Aneignungsprozess". Klar: ein solcher reflektierter Prozess wäre selber natürlich "Kultur".
Das hört sich ziemlich vage und unsicher an. In Wirklichkeit haben wir es aber eher mit einem konservativen Kulturbegriff zu tun. Denn diese Aneignung erfordert langes Suchen, Ausprobieren, Auswählen, also ernsthafte Beschäftigung mit den Ergebnissen eben solcher Such-, Wahl- und Auwahlprozessen, die die sich "Bildenden", die Vorgänger eines solchen Prozesses, hinterlassen haben. - Allerdings kann eins da natürlich auch seine Überraschungen erleben !
Wenn ich eben von einem reflektierten Prozess der Aneignung schrieb, so würde ich dies als "Regel" bezeichnen - im Gegensatz zur "Vorschrift", die als material festgezurrte Handlungsanweisung schlicht zu befolgen wäre.
Meine Regel hat also das Ziel, die oben erwähnte petitio principii zu vermeiden, die in jener vermeindlich konservativen Forderung beschrieben ist, welche letztere aber eben lediglich auf Vorschriften hinausläuft. (Der Einschub desh., weil es ja z.B. "Ordensregeln" wie die der Pythagoreer gegeben hat.)
Wenn nun aber für eine partiküläre Moral etwa die Regeln, die eine Subkultur sich ja geben kann, durch Vorschriften, also materiale Handlungsanweisungen, ersetzt werden (oder dabei die Frage nach der jew. Subkultur u. deren Regeln gar nicht mehr gestellt wird), so würde das, was ich oben als "kulturellen Aneignungsprozess" skizziert habe, empfindlich gestört, wenn nicht ad absurdum geführt werden. Wir hätten eine Moral ohne Kultur. Schlimmer noch: wir hätten eine "Moral" - gerne werden dann Vokabeln wie "pietistisch", "moralinsauer" gebraucht -, die überhaupt gar keine wie auch immer geartete "Kultur" entstehen lassen erlauben würde. Die Regel würde lauten: Vorschriften ja, aber Kultur nein!
Und natürlich würden sich immer Dogmatiker finden, die, angeblich zum Erhalt dieser Sub"kultur", in Wahrheit aber aus Machtstreben, immer vehementer auf immer restriktivere Vorschriften pochen würden!
Meine Argumentation ist also vorderhand die, dass die Begebnisse in "linken" Szenen, über die hier im Blog mehrfach Beschwerde geführt worden ist, auf Kulturlosigkeit und Unbildung zurückzuführen sind. (Wobei die Negationen beider letzterer im Ansatz ja relativ leicht zu haben sind; Bildung und Kultur müssen ja, damit sich nicht ausbilden, erst brutal unterdrückt werden!)
Zweitens müssen diese bedauerlichen Prozesse, von denen hier immer wieder zu lesen ist, jedoch beinahe unvermeidlich eintreten, wenn eine universalistische Moral infolge von postmodernem Relativismus aufgegeben wird. - Wenn wir davon ausgehen, dass Moral etwas mit Kultur zu tun hat: also nicht "vorschreibungspflichtig" ist.
Mein Relativismus besteht hier lediglich darin, dass ich eine universalistische Moral vertrete, die logische Inkonsistenzen wie eine principio principii zu vermeiden hat. Diese Regel wiederum sehe ich als kulturelle Errungenschaft an. Es reicht aber an dieser Stelle m.E. völlig aus, sie bloß nur zu kennen.
Du musst das Prinzip einer universalistischen Moral nur einmal versanden haben. Dann hast du wie Goethe für solche szenelinken Verwerfungen nur noch Hohn und Spott übrig - ob du nun moralisch oder unmoralisch bist oder nicht, ob du nun einen Begriff von richtig und falsch hast oder nicht.
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Mir sind viele die sich als emanzipatorische Avantgarde halluzinieren in ihrer Existenz einfach zu naiv. Sie reflektieren nicht auf ihre eigenen Voraussetzungen, was nicht gleichbedeutend mit einem Büßertum, moralinsauer etc. ist (was es ja gibt), die übliche denkfaule Abwehr, aber wollen gleichzeitig Avantgarde sein. Adorno: "Das Subjekt ist die Lüge, weil es um der Unbedingtheit der eigenen Herrschaft willen die objektiven Bestimmungen seiner selbst verleugnet [...]" Und ein bisschen konservativ bin ich ja auch, ob nun Revolution oder Transformation, gewisse Fähigkeiten dafür lernt man im Lesekreis nicht, flapsig gesagt.
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Und wer diese Voraussetzungen des Deutschseins nicht begreift, hat einfach nicht begriffen, was "existenzielles Deutschsein" bedeutet. Das ist alles nur "denkfaule Abwehr".
Mich dünkt, du fällst gerade auf die allergrößten Idioten herein, die mensch sich auch nur je hätte ausdenken können.
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1.) "Der relative Wohlstand macht es in Deutschland eher möglich, ja, 2.) aber es war eher eine Spitze gegen den Deutschen an sich, ein antideutscher Existenzialismus."
1.) Wo wir uns, wie mir scheint, einig sind, für ein gewisses Privatgelehrtentum sind die Bedingungen in Deutschland eher günstig, von wegen Wohlstand und dergl. mehr.
Woanders weniger - und wir kennen die Nachrichten z.B. aus Südamerika, was mich betrifft, auch persönliche Geschichten, die Frau, die i.d. 80ern oder End-70ern zum ersten Mal ein Buch zur kritischen Lektüre - von den Kommunisten - in Brasilien in die Hand gedrückt bekam ...
Ob K-Gruppen oder wer auch immer - Du zogst den Vergleich zu einer Art "Privatgelehrtentum" -, eine systematische Marx-Lektüre z.B., in irgendwelchen Gruppen, - ich sehe überhaupt keinen Grund, solches nicht zu begrüßen!
2.) Deine "Spitze" - "gegen den Deutschen an sich, ein antideutscher Existenzialismus" - müsstest Du aber schon näher erläutern, wenn Du mit mir weiterdiskutieren willst. Denn ich bin durchaus nicht gewillt, mich in irgendwelche innerlinken oder - "Antideutsche" - pseudolinke Diskussionen hineinziehen zu lassen.
Erklär das also mal: was meinst Du mit "... gegen den Deutschen an sich, ein antideutscher Existenzialismus"?
Was mich z.z. umtreibt, das ist eher Goethes (sic!) Hegelkritik. Goethe konnte wenigstens - im Gegensatz zu Hegel (ich verstehe, das wird Dich weniger interessieren, aber dennoch) - schreiben, es scheint ihm sogar manchmal nur darum zu gehen, - doch dann erledigt er Hegel mit einem Strich ... mal schauen, DAS finde ich interessant ...
ich bin halt nicht so gewitzt in innerlinken Diskursen. Ich glaube, Che weiß es, trotzdem habe ich eine nicht bloß romantisch gefärbte große Sympathie für die Direkte linke Aktion.
Die zweideutig werdende linke Diskussion ist einfach nicht mein Ding, und ich lehne es kategorisch ab, mich in irgendein Fahrwasser hineinziehen zu lassen. Bin da früh genug ausgestiegen; - und hab da "links" nichts mehr zu verlieren.
Bitte zeig erstmal selber Humor ! Ich habe keineswegs das Bedürfnis, dass Du meinen letzten (oder vorletzten) Kommentar genau verstehst, das ist alles so klar und selbstverständlich, dass ich dafür keine noch so überfllüssige Bestätigung erwarte.
klär das einfach mal auf, wie das Du das mit den "Antideutschen" und mit irgendwas mit Existenz meintest, mir ist schon klar, dass ich brillant und unwiderlegbar argumentierte, ich habe durchaus kein Gegenargument erwartet.
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Du weißt gar nicht, was mich interessiert. An Eitelkeiten dieser Art bin ich aber wirklich nicht interessiert, was soll dein Ablehnen vom Hineinziehen anderes sein als billiger Distinktionsgewinn.
Ein hysterisches Lachen ist angebracht, wenn du keinen Grund siehst eine systematische Marx-Lektüre irgendwelcher Gruppen nicht zu begrüßen. Du kennst wohl nicht die erbitterten Streitigkeiten über die korrekte Marx-Lektüre in Deutschland und die dazugehörige Sektenbildung. Was ist aber an der Beschäftigung mit Marx allein schon automatisch emanzipatorisch, gar der Weg zum Kommunismus? Nichts. Diese selbsternannten Kommunisten müssen es sich gefallen lassen, dass ihre Praxis bezüglich reale gesellschaftliche Veränderung eine progressive Wirkung zeigt. Da ist das Verwüsten irgendwelcher Prolls beim G20-Gipfel sogar wirkmächtiger, weil es den Hass auf diese Ordnung warm hält, auch wenn das natürlich eine totale unzureichende Praxis ist. Du bist da genauso blind wie mit deinem Gerede von der Bildung, welche Bildung meinst du denn? Irgendwelche Bildung führt nicht zu meinen Zielen, im schlechtesten Fall hindert sich mich daran.
Gegen bedauerliche Gruppendynamiken kann Kultur helfen, wenn du damit Reflexion und eine offene Suchbewegung des Denkens meinst, aber das heisst hoffentlich nicht alles in einer Allgemeinheit zu ertränken, bei der die verschiedenen Interessen unsichtbar werden.
Schon kluge Denker und weniger kluge Denker wie Heine und Schopenhauer wussten, dass der Deutsche nicht ganz richtig im Kopf ist, ich unterstelle dir genug Humor um das zu verstehen. Und leider ist das Volk hierzulande, wenn es als solches Auftritt, oft genug der selbstgerechte Mob, der auf die Schwachen einschlagen will und Schimären für sein Unglück verantwortlich macht.
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@"Und leider ist das Volk hierzulande, wenn es als solches Auftritt, oft genug der selbstgerechte Mob, der auf die Schwachen einschlagen will und Schimären für sein Unglück verantwortlich macht." ------ das stimmt leider, Pegida und AfD machen es deutlich, muss aber auch nicht immer so sein. Mich prägte eine Zeit als 500.000 Menschen für den Frieden und gegen die NATO auf die Straße gingen und die größte demokratische Massenbewegung der Nachkriegszeit Westdeutschland an den Rand der Unregierbarkeit zu bringen schien.
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das mit den "Antideutschen" hast Du für mich ja jetzt verständlich aufgeklärt.
Und: die Wirs eben waren tatsächlich nur auf dich und mich (i.d. Diskussion hier) und andererseits auf Kommentierende im Blog hier mit offensichtlicher Südamerika-connection gemünzt. So ne Art "professurales" Wir vereinfacht einfach sprachlich eine Argumentation.
Die in allen Fällen zu begrüßende, systematische Marx-Lektüre war allerdings schon - ironisch - tendenziell "distinktionsgewinnlerisch" gemeint. Was die K-Gruppen ff angeht, ist da schlicht ein Kelch an mir vorüber gegangen.
Ich sprach übrigens oben von Unbildung. Und, genau, damit meinte ich das Gegenteil von dem, was du als "Reflexion und eine offene Suchbewegung des Denkens" beschreibst. Ich fand, dass "Kultur", als etwas sich möglw. anzueignendes, nur fälschlicherweise als ein feststehender Bestand aufzufassen ist. Die Forderung danach, und dann auch noch als Aneignung der "eigenen" Kultur, ist, weil ich immer noch dran bin am Thema, eine petitio principii: Was hier als Konsequenz auftritt, hat als Prämisse, was in Wahrheit (jedenfalls für den, der sie als Behauptung ausspricht) aus ihr folgt. Daher habe ich große Sympathie für deine Abneigung gegen "eine" oder "irgendeine" angebliche Bildung, die vor sich hergetragen wird. Unter Bildung verstehe ich eine Haltung, die draus resultiert, verstanden zu haben, dass das so nicht funktioniert.
Nun "alles in einer Allgemeinheit zu ertränken, bei der die verschiedenen Interessen (ich würde allgemeiner sagen: Unterschiede) unsichtbar werden", kann einerseits die Folge des Ausbleibens einer solchen Erkenntnis aus mangelnder (Selbst-)Reflexion sein - oder andererseits das, was - mölw. sogar beabsichtigt - diese Erkenntnis dann unterbindet.
Seine "Bildung" ostentativ vor sich herzutragen, bezeugt eben Unbildung. Unterschiede wegradieren zu wollen genauso. Desh. verstehe ich immer so wenig, wie diese Phänomene immer unter vermeintlichen politischen Vorzeichen diskutiert werden - besonders von denjenigen, die sich "kultiviert" geben und irgendwie noch insofern links, als das (ernsthaft!) als Beitrag zu einer gesellschaftspolitischen Auseinandersetzung verstanden werden soll.
Dass ich übrigens hier meinen "Existenzialismus" aus der solipsistischen Ecke verkünde, habe ich mir nicht nur selber ausgesucht.
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Ich benutze "K-Gruppen" wenig zeitspezifisch. Ich meine damit auch heutige Marx-Lesekreise und Grüppchen. Marx muss da gar nicht so viel vorkommen.
Du hast mich da auf deiner Seite, nur weiß ich nicht, ob mir deine Begründung passt. Auf einer beschreibenden Ebene kann man schon eine deutsche Kultur behaupten, ohne sie automatisch als deutsche Kultur zu essentialisieren. Wenn man keinen Begriff von der Sache bilden kann, kann man diese nicht kritisieren oder als Illusion entlarven.
Allgemeinheit muss nicht immer schlecht sein, nötig zuweilen, aber ich habe große Bedenken, dass Leute auf eine Allgemeinheit verpflichtet werden, unter den Bannern von Toleranz, Pluralität, unvoreingenommenen Denken usw., aber sie gar nichts davon haben und da sind wir bei den Interessen, wer hat was davon und wer nicht? Unterschiede (die es gibt) klingt nach Ungleichheit und die Ungleichheit ist das Glaubensbekenntnis der europäischen Rechten. Keine Unterstellung aber deine Beschreibung hat auch ihre Tücken.
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Hab da ja mal selber gewohnt, alles bekannt. Ich mein, hier in der Vorstadt ist es so langweilig, dass sich alle Dieter Bohlenmäßig dutzen, Menschen werden interessant. Man fängt an, sich für seinen Nachbarn zu interessieren.
Dann dort
Ich flüchtete mich in diesen Türken-Laden, den ich kannte und von dem ich wusste, dass der von anständigen Leuten betrieben wird im Karoviertel.
In meine alte Heimat war ich ja nur zurückgekommen, um ein paar Coolheits-Assoires einzukaufen, mit denen ich sowieso nie irgendwen beeindrucken würde können (jedenfalls keine dieser 30 Jahre jüngeren Frauen, die es hier ausschließlich zu geben scheint), aber ich mochte die Shops nicht, ich fragte nach dem Weg, und wurde wie ein T ourust behandelt.
O,k,, sollen sie doch ihren Kommerz machen, kein Problem, um unter Beweis zu stellen, wie tief die Menschliche Existenz sinken kann. Der Verkäufer war echt cool. Ich hasse solche Kneipten, wo man, einen antikapitalistischen Kultus zelebrierend, extra langsam bedient wird. Aber jetzt so ganz cool im coolen Viertel bedient zu werden ...
Totale Kotz-Angelegenheit. Shit happens. Aber jetzt haben sie auch noch die Architektur vielerorts auf diesen Konsum-Kram eingestellt. - Meine Heimat ist ja eher hier Draussen, aber irgendwie war die auch mal das Karoviertel, Schanze-Kiez. ,- Ich kann mir nicht helfen, irgendwie habe ich Sympathie für die Leute, die da mal draufgehauen haben, I can´t help it !
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ja- klar - Lacommume , mein letzter Kommentar war nicht als Antwort auf deinen letzten zu verstehen (den ich nichttrivial find und noch mal drüber nachdenken muss).
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Was genau meinst Du damit?
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btw. was bei mir Verschwörungsnarrative sein sollen hast Du nicht erläutert.
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Verschwörungsnarrativ war auf "Gendergaga" bezogen, wobei es nicht nur das betrifft, aber ich sehe da keinen Gewinn das zu diskutieren und Mark will vermutlich nur einen Diss gegen die Linke hören.
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Zum Thema Gendergaga ist zu sagen, dass es hier eben nicht um die Diskussion poststrukturalistischer/gendertheoretischer Ansätze geht, sondern darum, dass Ticketdenken, das rein formulatorisch aus solchen Denkmodellen abgeleitet wird in Form von Glaubenssätzen die Diskussionen bestimmt - da sind wir wieder bei den Evangelikalen oder Savonarola, die Inhalte sind verschieden, das Muster ist identisch. Wenn ich da angeblich ein Verschwörungsnarrativ vertrete müsste es erst einmal eine benennbare Verschwörung mit irgendeinem Ziel geben deren Existenz von mir behauptet wird. Ein bestimmtes Phrasendenken Scheiße zu finden reicht dafür nicht aus.
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https://che2001.blogger.de/stories/2380972/#comments
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In erster Linie hätte mich interessiert, was Du mit den verschwörologischen Narrativen von Che genau meinst.
Ansonsten: Dass es mir um Linken-Diss ginge, ist mir zu platt, da wäre ich auf Portalen wie PI-News doch besser bedient als hier. Es ist ja so, dass ich mit einer ganzen Reihe von linken Standpunkten durchaus sympathisiere, nur halte ich die ganze Überbetonung von identitätspolitischen Trennlinien und das ganze damit einhergehende Schneeflocken-Treiben für einen Irrweg. In den ganzen Minderheiten-Mimimi geht doch völlig unter, dass die überwiegende Mehrheit (inklusive der meisten weißen alten Männer) zu den Verarschten des Systems gehört.
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Es ist schon komisch, wie sehr die Wahrnehmungen auseinanderliegen können. Ich bin mit Che in so vielen Punkten überhaupt nicht auf einer Linie, aber ich kenne wenige Leute im Netz, mit denen es so interessant ist zu diskutieren, selbst wenn ich seine hohe Wiederholungsquote in Betracht ziehe.
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Silvester habe ich übrigens in HH Musi-Szene verbracht - ach, und eine andere Geschichte, die ist überwiegend afro-oder-brasilianisch geprägt (jedenfalls in meiner Szene) . .... und wie sich herausstellte, auch im akademischen Bereich. ... ich bin nur so dankbar, auch für den letzten Beitrag, gestern, ... aber egal, ich erzähl mal andermal diese super-multikulti-Geschichte, wie sie auch funktionieren kann (wenn ich´s jetzt erzähle, wie man ohne Pass oder so in der HH Szene ü 30 Jahre überleben kann, würde ja alles auffliegen ...)
Hier sind natürlich auch Geschichten der Traurugkeit zu erzählen (wenn die ganze Familie immer nur die ganze Zeit tausende Kiliometer entfernt auf nem anderen Kontinent lebt oder wenn Du wie Van Halen/Angus Young von Ac/Dc spielst oder besser und der meiste Applaus immer aus Afrika kommt ...)
ich wollte eigentlich tatsächlich zurück zum Thema: Wie ich ja schon mal erzählt hab, erzählte mir mein Vater immer "Gutenacht-Geschichten", die immer im 30jährigen Krieg oder während der Bauerkriege spielten, und wo immer die unterdrückten Bauern mit ihren Widerstandsaktionen gegen die Raubritter obsiegten.
Ich ducrchschaute selbstverständlich diese allzuoffensichtliche Indoktrination des studierten Historikers, ist aber prägend geblieben.
Damit aber nicht genug. Gegen den erklärten Antiklerikalisumus der "Faminlienoberhaupts" hatte ich einfach für mich die Rechnung (die Pascalsche Wette) aufgemacht, und entschieden, dass es im Falle des Falles besser wäre, wenn ich in die Kirche einträte.
Durch Zufälle hatte dann aber mein Spruch "Alle eure Dinge sollen in der Liebe geschehn" gelautet (ziggev, der alte Hippie). Auf der Konfirmaionsurkunde aber, überraschend, stand dann irgend ein anderer Blabla, unter dessen Banner ich in die Kirche, als Erwachsener, eingetreten wäre. Was Tun?
Am Tag meiner Konfirmation trat mein Vater, selig, den Weg an, als dieses oben genannte unselige Dokument mit Blabla uns ausgehändigt worden war, und als überzeugter und erklärter Atheist ging er zum Pastor, sagte dem, das das ja so nicht ginge, wenn schon denn schon, und er legte sich als Atheist voll dafür ins Zeug, damit mein kindlich-pubertärer Glaube nicht von vorneherein lächerlich würde. (Alle eure Dinge sollen in der Liebe geschehen, steht immer noch da, kein Blabla...)
Bitte noch kurz zu meinem Vater. Meine Mutter schien es ihm ja zu verzeihen, aber der Doktorvater einer seiner Lieblingsschülerinnen (mein Vater gehörte zu diesen engagierten 70er-Jahre_Lehrern, die mit ihren Schülern regelmäßig nach Auschwitz fuhren) für seltene arabische Sprachen war ausgerechnet ein jüdischer Gelehrter in den Anfang-90ern aus St. Petersburg, der in HH weilte. Und der sich nicht zurücktraute.
Mein Heldenvater ging also in die Bürgersprechstunde, oder wie das heißt, zu Voscherau, wo also jedermann vorsprechen darf, und erwirkte, dass Dr. Prof. G. in Hamburg verbleiben dürfe, wo er auch ein paar Jahre später starb.
Was lerne ich nun von diesem Vater, der mich immer vernachlässigt hat, dem ich immer egal gewesen bin, der aber in diesen beiden Situationen, woran ich mich noch sehr genau erinnere, nicht wirkungslos Haltung zeigte?
Und der am liebsten an der Uni geblieben wäre - nur ich kam 68 dazwischen?
Haltung kann man nicht vermitteln. Aber ich glaube, er wollte mir sagen, orientiere dich an den linken Wissenschaftlern, die dort zuendestudiert haben, wo ich das (deinetwegen) nicht mehr konnte. Dergestalt bin ich ja auch irgendwie links.
aber, Che, wenn Lacommune sich mal launisch ausdrückt, es dann mit eine Namedroppingkaskade bewenden lassen ? Ich gehe davon aus, dass du mich, was polit-diskurse betrifft, noch nie überschätzt hast (Grüde dafür vesucheich ja immer zu beseiteigen), aber ich lerne hier, nach so vielen Worten, rein gar nichts! Mein Bücher Budged / Jahr steht bei max. 50-80 €, maxilal, wenn überhaupt.
Warum kannst Du dich nicht einmal für den interessierten Laien aufschlussreich äußern, für jemanden, der populärwissenschaftliche Darstellungen liebt, wie du populärwissenschaftliche Darstellungen in Astrophysik liebst, - ohne ihn gleich einordnen zu wollen oder es auch nur zu wollen können, sagte der Aly doch im Im Interview recht interessante Dinge für jemanden mit einer andererseits Gestapo-Familiengeschichte im Nacken. (Antisemitismus, 19. Jh.)
Nein, wenn du diese Zweiteilung, wie ich angedeutet habe, in der Familie hast und dich einfach mal orientieren willst, nach links (ok, war ich irgendwo schon immer), dann helfen diese akademischem Rechthabereien auf populärwissenscahftlichem Niveau (ziggev (&Lacommune)?) nicht weiter.
naja, wie auch immer, jetzt habe ich eine lange Literaturliste, die ich, und meine Nachfahren, nie lesen werden.
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Will sagen, ich brauch da keine großen wissenschaftlichen Erörterungen. Die Generation meiner Eltern war zu alt, zu sehr Kriegsgeneration, um 68er zu sein. Die Diskussionen 68 ff interessieren mich eigentlich weniger. - Interessant, beide Schwestern haben "religiös" geheiratet, mit dem Unterschied, dass im Falle meiner Mutter es ein Bursche gewesen ist, der qua Familie auf eine Jahrhunderte alte pietistische Familien-Tradition zurückblicken konnte, als erster jedoch (nicht ohne Unterstützung des eigenen Vaters) den Aussieg schaffte, und, wie gesagt, mich streng atheistisch erzog.
Meine Mutter, die ältere Schwester, mit den besseren Erinnerungen, könnte die Sache etwas konkreter machen, aber es gibt nur ein paar sprechende Erinnerungen, wie das war als Besatzungsmacht in Polen. Es gibt sie ...
Meine Tante führt ja jeden Tag Zwiegespräch mit ihrem Gott, führt Tagebuch, dadurch ist sie in der Lage gewesen zu dieser Autobiographie, und, wie ich vermute, auch in diesem Zusammenhang, zu der klaren Ansage an ihre Enkel. - Meine Mutter dagegen, wie ich als Proust-Leser vielleicht sagen darf, scheitert bereits daran, ein solches Projekt überhaupt in Angriff zu nehmen, an der literarischen Form. Sie wüsste nicht wie anfangen, damals, als sie vielleicht max. 5-6 war, sie mit den ukrainischen "Angestellten", wenn die die Treppe schruppten, Lieder sang, Lebensmittelkarten (priveligiert) verteilt wurden, oder verdurstende Gestalten aus dem Zug, der hinter "ihrem" Grundstück vorbeifuhr, als der mal hielt, herausstürmten, und wie die Irren auf den Brunnen zustürmten, sich da Wasser holten, um damit wieder im Zug, der sich nach Osten bewegte, zu verschwinden !
Aber bisher bin ich daran gescheitert, meine 80jährigen Mutter dazu zu bringen, quasi proustisch, wie ich es mir wünschen würde, ihre Kindheit wie im Film an sich vorüber ziehen zu lassen, und das auch noch literarisch verwertbar aufzuschreiben.
Genau das jedoch würde mich viel mehr interessieren als tausende wissenscahftliche Bücher. - (das Wirken meines Großonkels ist übrigens hinreichend dokumentiert, und da ist, habe mit den Enkeln gesprochen, sonst nix mehr zu holen.)
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Du musst dich davon nicht angesprochen fühlen.
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