Dienstag, 27. Oktober 2026
Einmal andersherum
Rassistischer Anschlag in Frankreich: In Trappes bei Paris schießt ein Mann mit einer Maschinenpistole auf Menschen. Ein Toter, fünf Verletzte, darunter ein zwölfjähriges Mädchen. Macron spricht von einem „rassistischen Terroranschlag“.
Seit Wochen protestieren in Frankreich Hunderttausende Schülerinnen, Schüler und Studierende für bessere Schulen und gegen Sparpolitik. Darauf aufsetzend eskalieren diverse Gruppen unterschiedlicher Zusammensetzung, Herkunft und Ausrichtung die Demos in Richtung Riots, plündern und brandschatzen.

Europas Rechte machen daraus „Horden von Migranten und Islamisten“, befeuert von KI-Fakes. Friedrich Merz erklärt bei Bloomberg Migration zum Grund. Alice Weidel warnt vor „bürgerkriegsähnlichen Zuständen“.
Und zum rassistischen Anschlag in Trappes? Schweigen.

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Freitag, 23. Oktober 2026
Messerstechereien, Femizide und was Migranten bzw. Deutsche damit zu tun haben
Ich wurde kürzlich von einem deutschen Junkie mit dem Messer bedroht, und ein Student westafrikanischer Herkunft kam mir zu Hilfe. Darüber schreibe ich noch, erstmal folgende Faktenshow:

Im Jahr 2024 wurden in Deutschland 308 Frauen und Mädchen Opfer von vollendeten Tötungsdelikten, wobei 191 dieser Taten durch Partner, Ex-Partner oder Familienmitglieder begangen wurden. Insgesamt wurden 859 Frauen Opfer versuchter oder vollendeter Tötungsdelikte. Die Gewalt gegen Frauen nimmt zu, wobei 132 Frauen durch (Ex-)Partner getötet wurden
➡️ Jede dritte Frau wird in ihrem Leben Opfer häuslicher Gewalt!
➡️ Femizide: 2023 wurden 938 Mädchen und Frauen Opfer von versuchten oder vollendeten Tötungsdelikten.
➡️ Insgesamt wurden 360 Mädchen und Frauen Opfer vollendeter Taten. Demnach gab es 2023 beinahe jeden Tag einen Femizid in Deutschland.
Im Berichtsjahr 2023 wurden 52.330 Frauen und Mädchen Opfer von Sexualstraftaten (2022: 49.284 Opfer, +6,2 Prozent), hiervon war über die Hälfte unter 18 Jahre alt.
➡️ Auch die Delikte im Bereich der Digitalen Gewalt nehmen zu. Über 17.193 Frauen und Mädchen wurden im vergangenen Jahr Opfer Digitaler Gewalt, zum Beispiel von „Cyberstalking“ oder anderen Delikten, die beispielsweise mittels Nutzung von Sozialen Medien begangen werden. Hier ist mit 25 Prozent ein deutlicher Anstieg der weiblichen Opferzahlen im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen (2022: 13.749 weibliche Opfer).

➡️ Die überwiegende Zahl der Opfer und Tatverdächtigen ist deutscher Staatsangehörigkeit. Lediglich in der Fallgruppe Menschenhandel ist der Anteil an nichtdeutschen Staatsangehörigen bei Opfern sowie Tatverdächtigen höher.

Quelle: Bundeskriminalamt

https://www.bka.de/DE/AktuelleInformationen/StatistikenLagebilder/Lagebilder/StraftatengegenFrauen/StraftatengegenFrauen_node.html#:~:text=Das%20Lagebild%20stellt%20Zahlen%20aus%20unterschiedlichen%20Datenquellen%20zusammen,werden%20oder%20in%20ihrer%20Auspr%C3%A4gung%20prim%C3%A4r%20Frauen%20betreffen.

Die AfD thematisiert Femizide primär im Kontext mit Migrationspolitik, indem sie einen Zusammenhang zwischen Gewalt gegen Frauen und Zuwanderung herstellt. Sie äußert sich teilweise kritisch zu den aktuellen gesellschaftlichen Maßnahmen gegen häusliche Gewalt und hinterfragt deren Wirksamkeit.
Während lokale AFD Fraktionen teils konkrete Bauprojekte vor Ort unterstützen, lehnt die AfD im Bundestag Anträge zur Finanzierungssicherung oft ab:
Der Bundestag hat am Donnerstag, 10. Juni 2021 mehrere Vorlagen zum Thema Gewalt gegen Frauen abgelehnt.

Mit den Stimmen von CDU/CSU, SPD und AfD gegen die Stimmen der FDP, der Linken und der Grünen wurde ein Antrag mit dem Titel „Frauenhäuser als Teil des staatlichen Schutzauftrages wahrnehmen“ zurückgewiesen.

Ebenfalls abgelehnt wurde mit den Stimmen der CDU/CSU, SPD und AfD gegen die Stimmen von FDP und Grünen bei Enthaltung der Linken ein FDP-Antrag mit dem Titel „Infrastruktur für Betroffene häuslicher Gewalt in Deutschland krisenfest aufstellen“.
Zurückgewiesen wurden ferner zwei Anträge der Linken mit den Titeln „Gewalt an Frauen und Mädchen systematisch bekämpfen...“ und „Femizide in Deutschland untersuchen, benennen und verhindern“.

Der erste Antrag wurde mit den Stimmen der CDU/CSU, SPD und AfD gegen die Stimmen der FDP, Linksfraktion und Grünen abgelehnt, der zweite Antrag mit den Stimmen der CDU/CSU, SPD, AfD und FDP gegen die Stimmen der Linksfraktion und der Grünen.

Darfs noch etwas mehr sein?
Ein Mann sticht wahllos auf eine Frau ein, aber der Aufschrei bleibt aus. Der Täter passt nicht ins (AfD) Muster.
Wenn der Messerstecher oder der Amokfahrer (von 1985 bis heute 8 deutsche Täter!) nicht ins Bild passen...
* der letzte Täter aus Leipzig, 2026, Jeffrey K., 2 Tote
* der Amokfahrer aus Münster, 2018, Jens R., 4 Tote
* der Amokfahrer aus Karlsruhe, 1985, Markus B., 5 Tote
* der Amokfahrer aus Bottrop, 2019, Andreas N., keine Toten zum Glück , Ziel waren Migranten
* der Amokfahrer aus Volkmarsen, 2020, Maurice P., 154 Verletze
* der Amokfahrer aus Trier, 2020, Bernd W., 6 Tote
* der Amokfahrer aus Berlin, 2022, Gor H., DEUTSCH-Armenier, 1 Toter
* der Amokfahrer aus Mannheims, 2025, Alexander S., 2 Tote
* 2008 hat eine Frau einen dunkelhäutigen Mann vor die Bahn geschubst. Die Tat hatte einen rassistischen Hintergrund
https://www.tagesspiegel.de/.../frau-schubst...
* 2024:
Rassistischer Vorfall in Grevesmühlen – Jugendlicher soll Messer dabei gehabt haben
Er soll an einer weiteren »Eskalation« gehindert worden sein: Bei einem Übergriff auf eine schwarze Familie trug ein Jugendlicher offenbar ein Messer mit sich. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen vier Beschuldigte.
* 2025:
Nach einer tödlichen Messerattacke nahe des Großen Brombachsees ist das 15 Jahre alte Opfer obduziert worden. Die 19-jährige Tatverdächtige sitzt in Untersuchungshaft. Die Polizei prüft einen möglichen "fremdenfeindlichem Hintergrund".
* 2026:
Nach Hammerangriff Anklage gegen 15-Jährigen wegen rassistischem und islamfeindlichem Mordversuch an Schülern erhoben
Nach dem Hammerangriff auf zwei Schüler im bayerischen Friedberg ist Anklage gegen einen 15-Jährigen wegen eines rassistischen und islamfeindlichen Mordversuchs erhoben worden.
* Der Messerstecher in dem ICE aus April 2026 ist ein deutscher Rechtsextremer:
Er wollte Menschen töten. Am Donnerstagabend bestieg ein vermummter Mann (20) den ICE 19 nach Frankfurt/Main, hatte Messer und Rauchgranaten im Rucksack. Zudem ließ er eine Softair-Granate im Waggon explodieren – 12 Menschen wurden verletzt. Jetzt kommt raus: Bei dem mutmaßlichen Täter handelt es sich um einen polizeibekannten Rechtsextremen.
Oder:
Mit einer 12 Zentimeter langen Klinge griff der AfD-Anhänger Daniel F. den 30-jährigen Ayoub F. an. Er stach ihm ihm in den Rücken, dabei wurden Hauptschlagader und Lunge getroffen. Kurz darauf starb das Opfer im Krankenhaus.
Der Angriff am 11. Januar 2026 ereignete sich in Uelzen (Niedersachen), als Ayoub F. auf dem Weg zur Moschee war.
Der Täter hatte in der Vergangenheit bereits eine Gruppe von Kindern mit einer Waffe bedroht. Die Schüler schilderten vor Gericht, wie er im September 2025 mit einer Axt auf sie zuging und sagte: „Ihr seid nicht die ersten Ausländer, die ich kaputt schlage.“ Im gleichen Zeitraum beschädigte der Täter im Garten seiner Nachbarn ein Schild, auf dem „Kreuz ohne Haken, für Vielfalt“ stand. Daraufhin habe gegenüber dem Nachbarehepaar „Die AfD wird bald die stärkste Kraft im Land, und dann werdet ihr schon sehen“ und „Deutschland den Deutschen“ gesagt.
Trotz dieser Hintergründe sieht das Gericht kein rassistisches Motiv im Tötungsfall. Der Täter hatte einen Tag vor der Attacke nach „erlaubter bewaffneter Notwehr“ gegoogelt. Zuvor bereits habe er auch gegoogelt, ob „alle Schwarzen“ abgeschoben werden könnten und ob er das N-Wort straffrei sagen könnte.
Daniel F wurde vom Landgericht Lüneburg wegen Totschlags zu einer Haftstrafe von 10 Jahren verurteilt. Das Gericht sieht Ayoub F. als Zufallsopofer. Der Täter habe einen Konflikt gesucht, um „einmal als Sieger“ dazustehen. Direkt nach der Tat sei er in ein Restaurant in der Nähe des Tatorts gerannt und „es ist Gegenwehr“ und „Das gibt bestimmt wieder Ärger mit Multikulti“ gerufen haben, berichten Zeugen vor Gericht.
Daniel F. hatte ein Feindbild: Ausländer, Multukulti. Darauf weist auch der Nebenklägeranwalt Björn Elberling hin. Laut taz wirft er dem Gericht vor, die gezielte Opferauswahl und den tödlichen Angriff eines „Rassisten und AfD-Anhängers“ auf einen Minderwertigkeitskomplex zu reduzieren. „Der Angeklagte hat Ayoub F. angegriffen und getötet, weil er ihn stellvertretend für eine ganze abgewertete Gruppe als Ausländer und als Muslim wahrgenommen hat“, wird er in der taz zitiert.
Für eine Stellungnahme der AfD zu der Tat eines ihrer Anhänger war die Partei nicht verfügbar.
Oder:
schon wieder ein Messermann. Der Schock nach einer Horror-Tat an einer Brandenburger Privatschule ist gross. An der Docemus-Privatschule bei Berlin, kam es am Donnerstag zu einem Polizeieinsatz. Ein 19-Jähriger stach mit einem Messer auf eine Schülerin (†18) ein – seine Ex-Freundin. Ein 30-jähriger Mann wollte dazwischen gehen, wurde jedoch von dem 19-jährigen Deutschen dabei tödlich verletzt. Der bereits wegen Volksverhetzung polizeibekannte 19-Jährige wurde von der Polizei festgenommen.

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Donnerstag, 24. September 2026
Dr. Matthias-Lange-Fluchthilfepreis 2026 für das CompassCollective
Flüchtlingsrat Niedersachsen würdigt zivile Seenotrettung und den Kampf gegen die europäische Abschottungspolitik

Hannover, 20.9.2026. Der Flüchtlingsrat Niedersachsen verleiht den Dr. Matthias-Lange-Fluchthilfepreis 2026 an das CompassCollective aus dem Wendland. Die Initiative wird für ihre zivile Seenotrettung im zentralen Mittelmeer, die Beobachtung und Dokumentation von Menschenrechtsverletzungen sowie ihren politischen und juristischen Einsatz für die Rechte von Menschen auf der Flucht ausgezeichnet.



„Die Auszeichnung des CompassCollective ist auch eine Antwort auf eine europäische Flüchtlingspolitik, die den Zugang zu Schutz immer weiter erschwert und die Verantwortung für Flüchtlinge zunehmend auslagert. Während Europa seine Grenzen nach außen verschiebt, geht das CompassCollective dorthin, wo die Folgen dieser Politik sichtbar und tödlich werden. Die Trotamar III rettet Menschen, dokumentiert Menschenrechtsverletzungen und kämpft dafür, dass Gerettete nicht zurück in Gefahr gebracht werden. Damit setzt das CompassCollective der Logik der Abschottung eine menschenrechtliche Praxis entgegen.“
Claire Deery, Vorsitzende des Flüchtlingsrats Niedersachsen



In der Laudatio würdigte Prof. Dr. Sabine Hess, Direktorin des Zentrums für Globale Migrationsstudien in Göttingen die Preisträger:
„Der Flüchtlingsrat hätte gerade angesichts der sich hierzulande verschärfenden Anti-Migrationspolitik keine aussagekräftigere Initiative finden können:“Segeln gegen die Festung Europa“ – ein wunderbarer Titel und eine großartige gelebte Praxis der Flüchtlingsunterstützung und dies noch aus dem tiefsten Wendland.
Ich weiß aus meiner Jahrzehnte langen Beschäftigung als Wissenschaftlerin mit dem europäischen europäischen Grenzregime: Das Ringen um Bewegungsfreiheit und um die Durchsetzung des Rechts auf Rettung und der Ausschiffung in einen Hafen, der Sicherheit verspricht.“
Mit dem Dr. Matthias-Lange-Fluchthilfepreis würdigt der Flüchtlingsrat Niedersachsen deshalb nicht allein die Zahl der geretteten Menschen. Ausgezeichnet wird die Verbindung von praktischer Hilfe, Menschenrechtsbeobachtung und politischem Widerstand.
Das CompassCollective übernimmt Verantwortung dort, wo europäische Politik Verantwortung zunehmend auslagert. Es rettet Menschen, dokumentiert das Geschehen auf dem Mittelmeer und widersetzt sich einer Politik, die Schutzsuchende möglichst früh abfangen und von Europa fernhalten will.
Es wurde 2023 von dem Trägerverein Grenzenlos- People in Motion e.V. aus dem Wendland gegründet, der es sich zum Ziel gemacht hat, Menschen auf der Flucht solidarisch zu unterstützen. Mit ihrem Segelboot TROTAMAR III haben die ehrenamtlichen Crews bisher dazu beigetragen, dass 2017 Menschen von der italienischen Küstenwache gerettet wurden, 423 wurden direkt an Bord genommen und nach Lampedusa gebracht.



„Hinter diesen Zahlen stehen Menschen, die ohne Hilfe möglicherweise nicht überlebt hätten. Genau deshalb ist Seenotrettung keine Frage von Migrationssteuerung, sondern eine Frage des Menschenrechts auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Ein Mensch in Seenot muss gerettet werden – unabhängig davon, warum er aufgebrochen ist und welchen Aufenthaltsstatus er später haben wird.“
Claire Deery

Die Trotamar III steht dabei für eine einfache Grundentscheidung: Wenn Menschen in Seenot geraten, müssen sie gerettet werden. Und wenn sie gerettet sind, müssen sie an einen sicheren Ort gelangen. Diese Grundsätze gegen die zunehmende europäische Abschottung zu verteidigen, ist die besondere Leistung des CompassCollective – und der Grund für die Verleihung des Dr. Matthias-Lange-Fluchthilfepreises 2026
n um Bewegungsfreiheit und um die Durchsetzung des Rechts auf Rettung und der Ausschiffung in einen Hafen, der Sicherheit verspricht.“
Mit dem Dr. Matthias-Lange-Fluchthilfepreis würdigt der Flüchtlingsrat Niedersachsen deshalb nicht allein die Zahl der geretteten Menschen. Ausgezeichnet wird die Verbindung von praktischer Hilfe, Menschenrechtsbeobachtung und politischem Widerstand.
Das CompassCollective übernimmt Verantwortung dort, wo europäische Politik Verantwortung zunehmend auslagert. Es rettet Menschen, dokumentiert das Geschehen auf dem Mittelmeer und widersetzt sich einer Politik, die Schutzsuchende möglichst früh abfangen und von Europa fernhalten will.
Es wurde 2023 von dem Trägerverein Grenzenlos- People in Motion e.V. aus dem Wendland gegründet, der es sich zum Ziel gemacht hat, Menschen auf der Flucht solidarisch zu unterstützen. Mit ihrem Segelboot TROTAMAR III haben die ehrenamtlichen Crews bisher dazu beigetragen, das 2017 Menschen von der italienischen Küstenwache gerettet wurden, 423 wurden direkt an Bord genommen und nach Lampedusa gebracht.
„Hinter diesen Zahlen stehen Menschen, die ohne Hilfe möglicherweise nicht überlebt hätten. Genau deshalb ist Seenotrettung keine Frage von Migrationssteuerung, sondern eine Frage des Menschenrechts auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Ein Mensch in Seenot muss gerettet werden – unabhängig davon, warum er aufgebrochen ist und welchen Aufenthaltsstatus er später haben wird.“
Claire Deery

Die Trotamar III steht dabei für eine einfache Grundentscheidung: Wenn Menschen in Seenot geraten, müssen sie gerettet werden. Und wenn sie gerettet sind, müssen sie an einen sicheren Ort gelangen. Diese Grundsätze gegen die zunehmende europäische Abschottung zu verteidigen, ist die besondere Leistung des CompassCollective – und der Grund für die Verleihung des Dr. Matthias-Lange-Fluchthilfepreises 2026

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Donnerstag, 6. August 2026
Rassistische Willkür statt Rechtsstaat: Wie eine integrierte Frau nach 20 Jahren von deutscher Insel deportiert wurde
Auf Borkum hat sich vor wenigen Tagen eine menschliche Tragödie vollzogen, die sprachlos macht, schockiert und wütend zurücklässt. Nancy Mensah, eine Frau, die seit über 20 Jahren auf der Insel lebt, fest im Berufsleben steht, vollkommen integriert ist und ihren pflegebedürftigen Lebenspartner betreut, wurde mitten in der Nacht von der Polizei abgeholt und nach Ghana abgeschoben.
Während Tausende Touristen unbeschwert ihren Urlaub genießen, schafft eine Behörde Fakten und reißt eine Frau aus ihrem Leben. Der formale Vorwand der Ausländerbehörde des Landkreises Leer: Eine abgelaufene Aufenthaltsgenehmigung und eine verstrichene Frist. Dass das Hauptsacheverfahren vor dem Verwaltungsgericht noch gar nicht abgeschlossen ist und die rechtliche Rechtmäßigkeit überhaupt noch nicht abschließend geklärt wurde, spielte für die Entscheidungsträger offenbar keine Rolle. Hauptsache vollstrecken, Hauptsache deportieren.
Wo Ermessensspielräume existieren - und das Aufenthaltsrecht bietet diese Spielräume für Härtefälle, Pflegeangehörige und gut Integrierte durchaus -, wird die Menschlichkeit von den Behörden gezielt über Bord geworfen. Es ist eine bewusste Entscheidung gegen jede Menschlichkeit.
Man muss die Dinge beim Namen nennen: Hier zeigt sich der rassistische Grundkonsens in vielen Amtsstuben. Wenn politische Hardliner seit Jahren Stimmung gegen Geflüchtete und Migranten machen, nutzen rassistische Beamte diesen Nährboden gnadenlos aus. Sie verstecken ihre Unbarmherzigkeit hinter Paragrafen und greifen sich gezielt die Menschen, die ehrlich arbeiten, eine feste Adresse haben und sich nicht verstecken. Eine schwarze Frau, die seit zwei Jahrzehnten Teil unserer Gesellschaft ist, wird einfach abserviert, weil es die Statistik bedient und das eigene Weltbild bauchpinselt.

Ein Staat, der arbeitende und pflegende Menschen nachts aus ihren Wohnungen holt und außer Land bringt, hat seinen moralischen Kompass komplett verloren. Wir dürfen diese rassistische Willkür in den Ämtern nicht länger hinnehmen. Die Verantwortlichen in den Behörden gehören zur Rechenschaft gezogen und Nancy Mensah gehört zurück nach Borkum - zu ihrem Partner, ihrer Arbeit und in ihr Leben

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Sonntag, 2. August 2026
Ceuta - Invasion oder Flashmob?
Anatomie einer Inszenierung

Am Donnerstag gelangten 49.000 Menschen aus Marokko nach Ceuta, spanisches Staatsgebiet. Die Bilder gingen um die Welt. Menschen schwammen ohne Gepäck oder Proviant nach Ceuta, Massen folgten. Rassisten weltweit reagieren mit regelrechter Panikmache. Gehen wir in 5 Punkten durch, was passiert ist und was dahinter steckt.

1) Ceuta ist nicht Europa . Ceuta ist eine Enklave Spaniens in Nordafrika, ein Überbleibsel der spanischen Handelsaußenposten und des Kolonialismus. Es ist also niemand nach Europa gekommen. Alles spielte sich in Afrika ab. In Ceuta leben auch überwiegend Marokkanischstämmige.

2) Weltweit wird von Rechten und Rassisten von einer „Invasion“ gesprochen. Die Darstellung wird durch Panikmache künstlich ausgeschlachtet. Die Realität ist weitaus nüchterner und sachlicher. Wer in Ceuta einreist - ob legal oder illegal - ist offiziell noch nicht in die EU eingereist. Ceuta gehört nicht zum Schengen-Raum. Um selbständig von Ceuta aufs spanische Festland zu gelangen, braucht man entweder eine EU-Staatsbürgerschaft, eine gültige Einreiseerlaubnis wie etwa ein gültiges Visum oder einen positiv abgeschlossenen Asylprozess. Hier verweise ich auch auf den Kommentar von Arboretum.

Spanien und Marokko kündigten bereits am Donnerstag an, alle Ankömmlinge nach Marokko zurückzuführen. Am Freitag wurde mit den Rückführungen begonnen. Über 40.000 seien bereits zurück.

3) Der Zeitpunkt ist relevant. Spaniens Premier Pedro Sanchez hat letzte Woche nach vier Jahren erstmals wieder Algerien besucht, Marokkos Rivalen in der Region. Spanien will seine Beziehungen zu Algerien verbessern. Das missfällt mehreren Akteuren. Nicht nur den USA, die Algerien isolieren wollen, sondern auch dem König Marokkos, der Algerien als Hauptfeind marokkanischer Interessen betrachtet. Dass Marokkos Regierung die Migranten selbst zur Grenze gebracht haben könnte, zeigen Videos von Transportern voller Menschen, die unter Aufsicht marokkanischer Polizei in Grenznähe halten. Auch Recherchen der New York Times belegen die Annahme. Zahlreiche Beteiligte berichten darin von Aufforderungen durch marokkanische Polizisten, an die Grenze zu gehen.

Marokko hat in der Vergangenheit immer wieder Migrationsströme nach Ceuta und Melilla als politisches Druckmittel gegen Spanien eingesetzt, z.B. 2021. Damals hatte Spaniens Regierung den Anführer der Westsahara-Unabhängigkeitsbewegung Polisario, unter falschem Namen aus dem algerischen Exil einfliegen und wegen schwerer Corona-Erkrankung behandeln lassen, ohne Marokko zu informieren. Für Marokko war das eine Provokation, weil es die Polisario als Gegner in der Westsahara-Frage betrachtet und Algerien Marokko ebenfalls als Feind betrachtet.

4) Spanien hat aktuell extrem schlechte Beziehungen zu Israel und den USA , nachdem Spaniens Regierung Israels Kriegführung in Gaza als Genozid kritisierte und sich nicht am Angriffskrieg der USA und Israels gegen den Iran beteiligen wollte. Das sind zwei der engsten politischen Partner des marokkanischen Königs. Israels UN-Botschafter Danny Danon reagierte am Freitag mit Häme auf das Geschehen in Ceuta und brachte es in Zusammenhang damit, dass Spanien ständig „Israel Predigten halten” würde. Bereis 2019 rief Yair Netanyahu, der Sohn des israelischen Premierministers, dazu auf, Ceuta aus spanischer Kontrolle zu „befreien”. Auch die US-Regierung übt sich in offener Feindseligkeit gegenüber Spanien. “Sprecht gar nicht erst mit ihnen. Die sind hoffnungslos. Das sind schlechte Menschen”, sagte US-Präsident Trump Anfang Juli. Dass auch Israel und die USA ein Interesse an Problemen für Spanien haben, liegt auf der Hand.

5) Die Emotion der Menschen in Ceuta ist echt. Selbst wenn zunächst einige der Menschen gezielt geschickt worden sein könnten, versuchten im Laufe des Tages Tausende ihr Glück. So viele, dass im gesamten Norden Marokkos Sicherheitskräfte ausrückten, um Jugendliche und junge Erwachsene von der Weiterreise abzuhalten. 49.000 Menschen schafften es laut Zahlen der spanischen Regierung nach Ceuta. So viele waren es noch nie. Es ist kein Geheimnis, dass die Jugend in Marokko kaum eine Zukunft sieht. Es fehlt an Arbeitsplätzen und Perspektiven. Kosten steigen. Für viele wird es eine Spontanentscheidung gewesen sein, ohne Mittel den Strandabschnitt entlang nach Ceuta zu schwimmen. Um die 60 Menschen starben beim Versuch. Die spanischen Behörden geben an, die Kontrolle in Ceuta wiederhergestellt zu haben. Vereinzelte Auseinandersetzungen soll es dennoch gegeben haben. In marokkanischen Medien heißt es, kriminelle Organisationen würden Jugendlichen falsche Hoffnungen machen und sie zur Grenze fahren. Das mag stimmen, es kann auch sein, dass die marokkanische Regierung da selbst ihre Hand im Spiel hat.

Das Geschehen hat somit keine konkreten Folgen. Außer dass weltweit gegen Sanchez, Spanien , Migranten und Muslime gehetzt wird. Sanchez und Spanien gelten als Kritiker und Gegenmodell zu rechten, netanjahufreundlichen Regierungen weltweit wie die USA, Italien und Co. Das Netz füllt sich mit Endzeitszenarien, Schreckensdarstellungen und Panikmache. Der reichste Mann der Welt, Elon Musk, ein bekennender Rechter und Unterstützer der US-Regierung , verglich die Situation mit einer Zombieapokalypse. AfD-Politiker schwadronierten von „Angriff”, „Kriegserklärung” oder „Terror”. Stimmen aus der israelischen Regierung und ihrer Nähe stellten die Situation als Bestrafung für Spanien dar. Italiens rechte Premierministerin Meloni kündigte an, das Schengen-Abkommen mit Spanien zu pausieren. Wie gesagt, Ceuta gehört nicht zum Schengen-Raum. Kurz: Alle scheinen die vorübergehenden Bilder ohne jede Beachtung von Hintergründen für ein Feindbild ausschlachten zu wollen.

Es ist also durchaus deutlich, wessen Interessen aktuell bedient werden. Ob direkt oder indirekt.

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Montag, 11. Mai 2026
Mal nachgefragt
Bist Du der Meinung, dass der Migrant, der Deine Mutter im Pflegeheim versorgt Dir Geld wegnimmt?

Oder der Geflüchtete, der in Deutschland nicht arbeiten darf und von Leistungen aus dem Asylbewerberleistungsgesetz lebt, stets weniger als der Sozialhilfesatz, teils Sachleistungen, ein Mensch der weniger Geld zur Verfügung hat als jeder Obdachlose, nimmt der Dir Geld weg?

Und nicht der Superreiche mit seinen 2 Flugzeugen, 3 Yachten, 5 Häusern und 20 Autos?

Gratuliere, Bei Dir hat die Gehirnwäsche im Auftrag eben dieser Superreichen voll geklappt!

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Montag, 4. Mai 2026
Keine forcierten Abschiebungen nach Syrien!
Friedrich Merz sorgt für Unruhe: Bis zu 800.000 Menschen will der Bundeskanzler nach Syrien zurückschicken. In einen Alltag, der für viele von ihnen lebensgefährlich wäre. Gewalt, Unterdrückung und eine kritische humanitäre Lage prägen das Land noch immer.

Mit seiner Forderung sorgt er für Angst unter syrischen Familien in Deutschland – sie haben sich hier ein neues Leben aufgebaut.


Friedrich Merz will 800.000 Syrer*innen aus Deutschland abschieben. Er blendet dabei die Realität aus: Syrien ist weiterhin kein sicherer Ort und unsere syrischen Mitbürger*innen sind ein wichtiger Bestandteil unserer Gesellschaft. Merz’ Forderungen gefährden Menschenleben, schüren Rassismus und verschärfen Angst unter Schutzsuchenden.

Anlässlich des Staatsempfangs für den derzeitigen syrischen Machthaber Ahmad al-Sharaa sprach sich Bundeskanzler Merz dafür aus, dass 80 Prozent der in Deutschland lebenden syrischen Staatsangehörigen Deutschland verlassen sollten. Laut Merz sei Syrien nunmehr sicher und die Menschen würden dort für den Wiederaufbau gebraucht.

Woran Friedrich Merz dabei nicht denkt: Viele Menschen aus Syrien haben nicht vor, Deutschland zu verlassen, weil Deutschland ihr Zuhause geworden ist. Wir sind alle längst Nachbar*innen, Kolleg*innen und Freund*innen.

Darüber hinaus ist Syrien weiterhin kein sicherer Ort, vor allem nicht für Angehörige ethnischer oder religiöser Gruppen sowie politisch Oppositionelle. Allein in den letzten Monaten gab es unter der Herrschaft von Ahmad al-Sharaa Massaker an Alawit*innen, Drus*innen, Christ*innen und Kurd*innen, hunderttausende Menschen sind nun wieder binnenvertrieben innerhalb Syriens oder verlassen das Land erneut.

Weitaus weniger Menschen als die von Herrn Merz anvisierte Zahl sind tatsächlich ausreisepflichtig – selbst wenn das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge humanitäre Aufenthaltstitel widerrufen würde. Unter den rund 900.000 syrischen Staatsangehörigen in Deutschland befinden sich viele Menschen mit Fachkräfte-, Studien- oder Sprachkursaufenthalten, Menschen mit Niederlassungserlaubnissen und Menschen im Einbürgerungsverfahren.

Bundeskanzler Friedrich Merz spielt mit dem rhetorischen Feuer und bedient rassistische Abschiebediskurse, die Menschen mit syrischer Staatsangehörigkeit vor allem das Gefühl geben sollen: Ihr seid hier nicht willkommen.


Dabei sind wir längst Nachbar*innen, Freund*innen und Kolleg*innen – wir gehen zusammen zur Schule, waren gemeinsam auf den Hand-in-Hand-Protesten und engagieren uns für eine lebenswerte Nachbarschaft für alle!

Und eben deshalb wollen wir keine Gesellschaft, in der Menschen gezwungen werden, ihr Zuhause gegen ein Leben in Unsicherheit zu tauschen.

Wir fordern daher eine Umkehr in der politischen Haltung zum nicht demokratisch legitimierten Machthaber Ahmad al-Sharaa und ein Absehen von zwangsweisen Rückführungen nach Syrien.

Wir stehen für das Recht zu gehen, zu kommen und zu bleiben!
Für eine respektvolle Gesellschaft, in der jeder Mensch willkommen ist.

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Mittwoch, 7. Januar 2026
Tatsächlicher und vermeintlicher Sexismus im Islam oder von echten Problemen und modernen Mythen
Vorbemerkung: Ehe mir hier wieder irgendwelcher Blödsinn etikettenhaft angeheftet wird, sei es in der Richtung "Alter weißer Mann mit latent rassistischen Ansichten", sei es "Sozialromantisch-naiver linker Moslemversteher" möchte ich zunächst mal meine Expertise zu dem Thema klarstellen.

Ich bin seit 1982 in mit der Zeit schwankender Intensität in der Flüchtlingssolidarität engagiert, habe auch einmal hauptamtlich für den Flüchtlingsrat Niedersachsen gearbeitet und bin von daher mit sozialen, mentalen, politischen und religiösen Problemen, die in migrantischen Communities auftreten wohl vertraut. Hinzu kommen Erfahrungen aus Ägypten und Tunesien, wo ich intensive Erlebnisse hatte und diese Länder im engen Kontakt mit Einheimischen, zeitweise unter diesen lebend kennenlernte, anders als normale Touris oder in den Ingenieurs- oder Helferghettos von projektweise dort Beschäftigten solche Länder kennenlernen durfte.

Schließlich hatte ich auch zwei Liebschaften mit muslimischen Frauen, einer Deutsch-Afghanin und einer Syrerin. Das waren westlich orientierte, emanzipierte moderne Frauen, die kein besonders islamisch geprägtes Leben führen, aber sie konnten mir tiefe Eindrücke vermitteln, was in ihren Herkunftsländern und auch ihren Communities in Deutschland so abgeht.


Der Islam in seinen konservativen dominanten Formen ist sicherlich weit überwiegend eine Religion, die in ihrer gelebten Praxis stark patriarchale, sexistische und frauenfeindliche Züge aufweist. Parallel zu dieser Tatsache sind in Deutschland Erzählungen im Schwange, die mal gestützt auf Tatsachen mal eher ominös raunend diese Dinge operationalisieren zu einem Feindbild Islam, das nicht mit der sehr realen Gefahr des politischen Islamismus identisch ist aber mit diesem gleichgesetzt wird.

Tatsächlich lässt sich eine fortschreitende Islamisierung muslimischer Migrantenmilieus in Deutschland beobachten. Waren die eingewanderten Menschen arabischer oder nordafrikanischer Herkunft in den 1970ern bis 1990ern überwiegend säkular eingestellt nimmt der Anteil religiöser und ihre Religiosität sichtbar nach außen tragender Leute seither zu.

Wenn ich an jüngere Araberinnen in Deutschland bis in die Nullerjahre denke, so trugen die meiste ihre langen schwarzen Haare offen und liefen sehr häufig in einem verschärften Outfit herum: Miniröcke, Strapsteile, hohe Stiefel mit High Heels. Heute überwiegen eher Kopftuch und Hijab.

Damit korrespondiert auch eine oft repressive Sexualmoral und Probleme, von denen Deutschnormal sich keine Vorstellung macht. Eines der häufigsten Probleme, das die psychosozialen Beratungsstellen der Migrantenselbstorganisationen beschäftigt hängt damit zusammen, dass sexuell erfahrene junge muslimische Frauen Arztpraxen oder Krankenhäuser mit dem Wunsch aufsuchen, sich die Vagina zunähen zu lassen, weil sie jungfräulich heiraten wollen, bzw. der soziale Druck ihrer Milieus das von ihnen verlangt. Und genau hier setzen dann auf Emanzipation abzielende Beratungsansätze an.

Aber solche Themen sind den meisten normaldeutschen selbsternannten Islamkritikern fremd. Sie beschäftigen sich mit anderen Dingen; eine der häufigsten Figuren ist da in letzter Zeit der Mythos von der Weigerung muslimischer Männer, Frauen die Hand zu geben, was auf Frauenverachtung zurückgeführt wird. Oder die Verweigerung des Handschlags gegenüber Christen, was als Verachtung der Ungläubigen interpretiert wird. Sicher gibt es beides, aber in den meisten Fällen hat diese Handschlagverweigerung andere Gründe.


Schon die Geschichte mit der Begegnung Annalena Baerbocks mit Syriens Al Sharaa nimmt sich bei genauerer Betrachtung etwas diffiziler aus.

https://www.spiegel.de/politik/deutschland/syrien-annalena-baerbock-trifft-ahmed-al-sharaa-k-ein-handschlag-a-9835d45a-e171-46d0-b819-af3a8145be27

Grundsätzlich ist der Handschlag in den meisten arabisch-islamischen Gesellschaften - und auch unter arabischen Christen - keine übliche Begrüßungsform. Arabische Männer begrüßen arabische Männer und arabische Frauen einander oft mit einer Umarmung, wenn Männer und Frauen sich gegenseitig begrüßen legen sie hingegen die rechte Hand aufs Herz und deuten eine Verbeugung an oder senken zumindest den Kopf. Bei den KurdInnen wird dazu, ähnlich einem militärischen Salutieren, die linke Hand über das Auge gehoben, und wenn man ganz höflich ist die Formel "Willkommen bei Auge und Herz" gesprochen. Händeschütteln findet eigentlich nur beim Abschluss von Geschäften statt.

Die Begrüßungsgesten in unterschiedlichen Kulturen differieren nun einmal, in Ostasien legt man die Hände wie zum Gebet zusammen und verneigt sich, Mongolen verneigen sich mit Xförmig vor der Brust verschränkten Armen.

Auch innerhalb Europas sind die Begrüßungsgesten ja regional verschieden. Der in Bayern, Österreich, Italien, Frankreich, Polen und Lateinamerika übliche Bussi-Gruß - zwei oder mehr angedeutete Küsse erst auf die linke, dann auf die rechte Wange - ist bei uns in Norddeutschland völlig unüblich. Wer noch nie in Bussi-Länder gereist ist würde dies womöglich als sexuelle Handlung wahrnehmen, und wer als Deutscher in Skandinavien eine Frau auf diese Weise begrüßt kann sich eine Ohrfeige und eine Anzeige wegen sexueller Belästigung einfangen.

Im jüngeren Teil meines eigenen Umfelds, jünger heißt 30- ist auch der Handschlag unüblich, man grüßt mit High five oder gegeneinandergedrückten geballten Fäusten. Die Welt ist nun einmal bunt und Gebräuche in verschiedenen Kulturen unterschiedlich. Die Handschlagverweigerung von Muslimen gegenüber Christen kann ein Affront sein, das aber grundsätzlich und immer als Zeichen einer verächtlichen Haltung zu werten ist so daneben, wie Deutschen in Grönland Rassismus zu unterstellen weil sie Inuit nicht so grüßen wie die es tun - Nasen aneinanderreiben.

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Dienstag, 16. Dezember 2025
Mehr Chanukka wagen!
Bondi Beach, das ist nicht nur das monströse antisemitische Attentat, das ist auch Ahmed Al Ahmed, der unbewaffnet dazwischen gegangen ist, den ersten Attentäter entwaffnet und wahrscheinlich sehr vielen Menschen das Leben gerettet hat. Das ist Zivilcourage von der es sehr viel mehr geben müsste.

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Freitag, 12. Dezember 2025
Stadtbild
Ob Merz wohl sowas damit meinte?

https://thevoiceforum.org/

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