Dienstag, 27. Februar 2024
Mal wieder so ein Unsinn über Marx
Ein guter Bekannter meinte kürzlich, wenn es eine Karl-Marx-Universität gäbe könnte es auch eine Adolf-Hitler-Universität geben, denn auf beide ginge gleich viel Unrecht zurück. Ich antwortete, Karl Marx habe nicht einen Menschen töten lassen, was sei das denn für ein Unsinn. Da erwiderte er: "Lies mal Archipel Gulag!". "Habe ich gelesen, was hat denn Marx mit den Verbrechen Stalins zu tun?" Er meinte, man müsse einen Menschen doch am Output, an der gesamten Wirkungsgeschichte des eigenen Denkens und Handelns messen. Ich erwiderte, dann müsste man Jesus oder zumindest die Evangelisten Markus, Matthäus, Lukas und Johannes für die Kreuzzüge, die Inquisition und die Hexenverbrennungen verantwortlich machen. Marx sei in erster Linie Philosoph, Historiker und Ökonom gewesen und seine Werke epochemachend. Darauf kam dann von ihm, inzwischen habe sich ja herausgestellt, dass alle wissenschaftlichen Texte, die er nicht mit Engels zusammen geschrieben hatte nichts Anderes als Scripten seien, Mitschriften der Vorlesungen seines Professors. Ich fragte zurück, wen er damit meine, Ludwig Feuerbach oder Bruno Bauer und es stellte sich heraus, dass er keinen von beiden Namen kannte.

Wieder so ein Leichtmatrose.

... link (35 Kommentare)   ... comment


Montag, 26. Februar 2024
Eine der mutigsten Ansagen aller Zeiten
1943 versteckten die Franziskaner in ihrem Stammkloster in Assisi etwa 300 italienische Juden, die sie so vor der Vernichtung retteten. Ein regionaler Würdenträger machte den Abt, Rufino Niccacci, darauf aufmerksam, dass sowohl die Deutschen als auch die Truppen der faschistischen Salo-Republik jeden ermordeten, der Juden verstecke und auch das Konkordat zwischen Deutschem Reich und Vatikan immer noch gelte.

Da antwortete Niccacci: "Was kümmert mich Mussolini, was kümmert mich Hitler, was kümmert mich der Papst? Wir sind die Nachfolger des Heiligen Franziskus und der Heiligen Klara. Wir haben unseren Auftrag direkt von GOTT."

... link (0 Kommentare)   ... comment


Donnerstag, 19. Oktober 2023
Arabia felix
Es gab mal eine Zeit, da flanierten auf der Corniche, der Strandpromenade von Alexandria, ägyptische Frauen in Bikini und High Heels. So schön war der progressive Teil der arabischen Welt vor dem Aufkommen des Islamismus.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Montag, 18. September 2023
Eine Randnote der Geschichte
1865 erfand ein Franzose ein Gummimotor-Modellflugzeug, um zu demonstrieren, dass Schwerer-als-Luft-Fluggeräte mit Propellerantrieb möglich seien. Das nach heutigem Verständnis fälschlicherweise "Helikopter" genannte Gerät bestand aus einem vogelähnlichen Objekt aus Draht, Stoff und Papier, das von einem sich abrollenden aufgezogenem Gummiband bewegten Propeller angetrieben wurde. Damals war das High Tech, denn das Gummiband war gerade erst erfunden.

Das sollte nur ein Modell für ernsthaft projektierte Flugzeuge sein, deren Propeller durch Anderes als Gummibänder angetrieben werden sollten.

Doch es blieb beim Spielzeug, denn niemand wollte ein Propellerflugzeug in groß bauen, man vertraute auf Ballons und sah die Zukunft im Luftschiff. Ein amerikanischer protestantischer Bischoff schenkte seinen Söhnen ein solches Gummipropellerflugzeug.

Die Jungs hießen Wilbur und Orville Wright.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Sonntag, 11. Juni 2023
Fusel Rulez!
Ich habe mich gerade mal damit beschäftigt, was für ein furchtbares Zeug in den Saloons des Wilden Westens ausgeschenkt wurde. Unter "Whisky" verstand man ein Getränk, das hergestellt wurde, indem man reinen Alkohol bzw. Weingeist, in schlimmeren Fällen sogar terpentinhaltigen Brennspiritus mit schwarzem Tee (um die typische Whiskyfarbe zu erhalten) auf einen Alkoholgehalt von 35 bis 50% mischte und einen kleinen Schuss Schwefelsäure hinzufügte, um das whiskytypische Brennen in der Kehle zu erzeugen.

"Bier" wurde erzeugt, in dem Wasser mit 5% von jenem (bestenfalls) reinen Alkohol versetzt wurde, man geringe Mengen Ahornsirup und/oder Honig beimischte um die Bierfarbe zu erzeugen und dann noch Pottasche hinzufügte, damit es eine Schaumkrone gab.

Schließlich gab es noch den Brandy, Wein billigster Qualität, der durch Zusatz von reinem Alkohol aufgepeppt wurde.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Montag, 8. Mai 2023
8. Mai, Befreiung vom Faschismus
https://www.youtube.com/watch?v=tn3wLh-pTPc

... link (0 Kommentare)   ... comment


Dienstag, 2. Mai 2023
Cutty Sark
So heißt bekanntlich der berühmteste und einzige überlebende Teeklipper. Der Name hat eine sehr witzige Geschichte. Er bedeutet "Abgeschnittenes Leibchen" und bezieht sich auf das Gedicht "Tom O´Shanter" des schottischen Nationaldichters Robert Burns, in dem jener Tom O´Shanter scharf auf eine Hexe ist, die er zu ergreifen versucht und ihr Untergewand packt, das sie abschneidet, so dass er es in der Hand hält, sie aber davonfliegt. Die Hexe bildet die Galionsfigur des Schiffes, das abgeschnittene Leibchen aber den Namen. Typisch schräger schottischer Humor.

Meine älteste Schwester, Englischlehrerin, kannte diese Geschichte nicht und übersetzte den Namen des Schiffes mit "Schnittiger Hai."

... link (5 Kommentare)   ... comment


Samstag, 22. April 2023
Heute vor 300 Jahren
Stellte die Stadt Leipzig einen neuen Thomaskantor ein und begründete die Wahl damit, dass man keinen der besten Musiker bekommen hatte und deshalb einem zweitrangigen Kandidaten die Zusage gab.

Der hieß Johann Sebastian Bach.

... link (2 Kommentare)   ... comment


Mittwoch, 19. April 2023
Heute vor 80 Jahren: Revolte gegen die Vernichtung
Der Aufstand im Warschauer Ghetto

https://www.youtube.com/watch?v=49rnBQtgNvU


https://www.buecher.de/shop/buecher/revolte-gegen-die-vernichtung-der-aufstand-im-warschauer-ghetto/ainsztein-reuben/products_products/detail/prod_id/26848631/

... link (1 Kommentar)   ... comment


Freitag, 14. April 2023
Der dressierte Mann
Das seinerzeit heftig umstrittene Buch von Esther Vilar wird zur Zeit in mehreren Folgen im MDR Hörfunk gelesen, ich höre das zum Frühstück. Aus heutiger Sicht erscheint es mir wie ein Abgesang auf eine längst vergangene Zeit. Die Geschlechtsrollenklischees, die da gedroschen werden, erschienen schon damals, 1971, nicht mehr taufrisch, gehörten aber noch in den Zeithorizont. Heute muss man mindestens nach Südamerika oder in arabische Länder gehen, um noch solche Männer- und Frauenrollen zu finden, wie sie von Vilar als selbstverständlich und alleingültig angesehen wurden.

Da heisst es etwa, wenn sie die 25 überschritten hätten seien Frauen für Männer sexuell nicht mehr attraktiv. Wenn ich mich in meiner Umgebung umschaue erlebe ich haufenweise Mittfünfzigerinnen auf Partnersuche, einige ihr Fitnesstraining wie einen Leistungssport betreibend, teils aussehend wie 30, und mitunter polyamourös. Das alles wäre wohl für Frau Vilar damals gar nicht vorstellbar gewesen.

... link (15 Kommentare)   ... comment