Montag, 18. Oktober 2021
Lufthygiene-Checkliste für sichere Innenräume; EU-weit bald Impfstoff für Kinder ab 5; Vorteile vom Vakzin-Wechsel beim Booster
Michael van den Heuvel, Medscape



Im Medscape-Corona-Newsblog finden Sie regelmäßig die aktuellen Trends zu Neuinfektionen und Belegung von Intensivstationen sowie eine Auswahl von klinisch relevanten Kurzmeldungen zur Pandemie.

Corona-Newsblog, Update vom 18. Oktober 2021
Heute meldet das Robert Koch-Institut (RKI) eine 7-Tage-Inzidenz von 74,4 Fällen pro 100.000 Einwohner. Am Vortag lag der Wert noch bei 72,7. 4.059 Menschen haben sich neu mit SARS-CoV-2 infiziert (Vorwoche: 3.111). Und weitere 10 Menschen sind durch COVID-19 gestorben (Vorwoche: 7).

Laut DIVI-Intensivregister waren am 17. Oktober 1.420 Patienten in intensivmedizinischer Behandlung, 10 mehr als am Vortag. Aktuell sind 927 Betten im Low-Care- und 2.371 im High-Care-Bereich frei. Hinzu kommen 383 freie ECMO-Behandlungsplätze.

Kinder ?allgemein und uneingeschränkt? impfen

BioNTech/Pfizer: Zulassungserweiterung für 5- bis unter 12-Jährige in Sicht?

Vakzin-Wechsel hat Vorteile: Was für heterologe Booster-Impfungen spricht

Bereit für den Winter: ?Lufthygiene-Check? von Streek und Kollegen

Kinder ?allgemein und uneingeschränkt? impfen
Neue Zahlen gibt es auch von der bundesweiten Impfkampagne. 54.686.416 Personen (65,8 % der Bevölkerung) sind vollständig geimpft. Und 57.250.155 Personen (68,8 %) haben mindestens 1 Dosis erhalten.

Laut RKI ist die 7-Tage-Inzidenz vor allem bei 10- bis 19-Jährigen hoch; manche Landkreise kommen in dem Altersbereich auf mehr als 500 Neuinfektionen pro 100.000 Menschen.

Bleibt als Hoffnung: Die STIKO befürwortet für alle 12- bis 17-Jährigen Impfungen mit einem mRNA-Vakzin. Pädiater bestätigen dies. ?Nachdem Daten von über 10 Millionen Kindern und Jugendlichen erhoben wurden, empfehle ich die Impfung den über 12-Jährigen heute allgemein und uneingeschränkt, ich werbe dafür so dringlich wie bei Erwachsenen?, sagt Prof. Dr. Jörg Dötsch. Er ist Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin.


BioNTech/Pfizer: Zulassungserweiterung für 5- bis unter 12-Jährige in Sicht?
Pädiater können perspektivisch damit rechnen, auch Kleinkinder und jüngere Kinder zu impfen. BioNTech und Pfizer wollen die Indikation für Comirnaty® auf 5 bis unter 12-Jährige ausdehnen; entsprechende Daten wurden der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) und der US Food and Drug Administration (FDA) am Freitag zur Verfügung gestellt.


Grundlage ist eine klinische Phase-2/3-Studie, in die Kinder zwischen 6 Monaten und unter 12 Jahren eingeschlossen worden sind. 2.268 Teilnehmer im Alter von 5 bis unter 12 Jahren erhielten 2 Dosen mit je 10 µg mRNA im Abstand von 21 Tagen. Der gemittelte neutralisierende SARS-CoV-2 Antikörpertiter lag nach 1 Monat bei 1.197,6, was laut Pressemeldung ?eine starke Immunantwort bei Kindern dieser Kohorte aufzeigt?.

Die Werte seien ?vergleichbar mit jenen, die in einer früheren Studie von Pfizer und BioNTech bei Personen im Alter von 16 bis 25 Jahren gemessen wurden, die mit 30 µg-Dosen immunisiert wurden?. Der COVID-19-Impfstoff sei laut Studie gut verträglich.

Vakzin-Wechsel hat Vorteile: Was für heterologe Booster-Impfungen spricht
Obwohl zugelassene Impfstoffe gegen SARS-CoV-2 wirksam sind, kommt es immer wieder zu Durchbruchsinfektionen. In Deutschland rät die STIKO Personen mit erhöhtem Risiko zu Auffrischungsimpfungen mit mRNA-Vakzinen, unabhängig von der Art der Grundimmunisierung. Neue, bislang als Preprint veröffentlichte Daten zeigen, dass hererologe Impfungen die bessere Wahl sein könnten.

Im Rahmen einer offenen klinischen Phase-1/2-Studie, die an 10 US-Standorten durchgeführt worden ist, wurden Erwachsene mit COVID-19-Grundimmunisierung mindestens 12 Wochen vor Studienbeginn, aber ohne bekannte SARS-CoV-2-Infektion eingeschlossen. Primäre Endpunkte waren Sicherheit, Reaktogenität und humorale Immunogenität an den Studientagen 15 und 29.

458 Personen wurden in die Studie aufgenommen. 154 erhielten mRNA-1273, 150 Ad26.CoV2.S und 154 BNT162b2 als Booster. Auffrischungen erhöhten die neutralisierende Aktivität gegen ein D614G-Pseudovirus um das 4,2-76-Fache und die Titer bindender Antikörper um das 4,6- bis 56-Fache für alle Kombinationen. Beim homologen Boosts erhöhten sich Werte um das 4,2- bis 20-Fache und bei heterologen Schemata sogar um das 6,2- bis 76-Fache.


Bereit für den Winter: ?Lufthygiene-Check? von Streek und Kollegen
Um Infektionen ? Durchbruchsinfektionen eingeschlossen ? zu vermeiden, spielen gerade im Winter Hygienemaßnahmen in geschlossenen Räumen eine wichtige Rolle. Prof. Dr. Hendrik Streeck und Kollegen stellen rechtzeitig zur kalten Jahreszeit ihren Leitfaden ?Der Lufthygiene-Check ? sichere Räume in einer Pandemie? vor. ?Innenräume sind der zentrale Infektionsort?, so die Autoren. ?An der Außenluft gibt es keine relevante Ansteckungsgefahr.?

Als wichtige Parameter nennt das Dokument die Personenzahl, die Aufenthaltsdauer, das Volumen bzw. die Höhe von Räumen, die Effektivität der Lüftung oder Luftreinigung, den Einsatz von Masken und die Atemfrequenz. Die Parameter werden mit einem Punktesystem versehen.

Alle Punkte werden im nächsten Schritt summiert. Die Skala reicht von unter 1 Punkt (geringes Risiko) über 6-10 Punkte (mittleres Risiko) bis hin zu 15-19 Punkten (hohes Risiko). Organisatoren von Veranstaltungen können anhand zahlreicher Stellschrauben das Infektionsrisiko minimieren.

... link (20 Kommentare)   ... comment


Auf dem Weg zum wirksamen Covid-Heilmittel
Braunschweig hat die Nase vorn:


https://www.braunschweig.ihk.de/wirtschaft-online/titel/corat-5145800

... link (0 Kommentare)   ... comment


Donnerstag, 14. Oktober 2021
Erste Impfungen von Kleinkindern in EU; US-Notzulassung für Corona-Pille beantragt; Phase-3-Daten zur Antikörper-Therapie
Michael van den Heuvel, Medscape


Im Medscape-Corona-Newsblog finden Sie regelmäßig die aktuellen Trends zu Neuinfektionen und Belegung von Intensivstationen sowie eine Auswahl von klinisch relevanten Kurzmeldungen zur Pandemie.

Corona-Newsblog, Update vom 14. Oktober 2021

Die 7-Tage-Inzidenz hat sich in den letzten Tagen nur unwesentlich verändert. Aktuell liegt der Wert bei 67,0 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Am Vortag nannte das RKI 65,4, und vor einer Woche 62,6. Innerhalb der letzten 24 Stunden haben Gesundheitsämter 12.382 Corona-Neuinfektionen gemeldet (Vorwoche: 11.644 weitere Fälle). Und 72 COVID-19-Patienten sind während des letzten Tages gestorben (Vorwoche: 68 Todesfälle).

Aktuell befinden sich 1.400 COVID-19-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung (18 mehr als am Vortag). Davon werden 774 (55%) invasiv beatmet. Noch sind 765 Betten im Low-Care- und 2.48 Betten im High-Care-Bereich frei. Hinzu kommen 380 ECMO-Behandlungsplätze. ?Im Moment sind wir in einer Plateau-Phase (?) die Lage ist unter Kontrolle?, so Prof. Dr. Gernot Marx, Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI). Die meisten Intensivpatienten seien nicht oder nicht vollständig geimpft.

Die Impfkampagne kommt nur zögerlich voran. 65,4% der Gesamtbevölkerung sind vollständig geimpft und 68,6% haben mindestens eine Impfdosis erhalten. Die Zahlen standen zuletzt in der Kritik; vermutlich liegt die Quote bei Personen ab 18 Jahren um 5% höher als angegeben. ?Das RKI kann nur die Impfdaten veröffentlichen, die ihm entsprechend übermittelt worden sind?, erklärt RKI-Präsident Prof. Dr. Lothar H. Wieler. Eine zu niedrige Erfassung stelle ?keinen Fehler und kein Versäumnis des RKI dar?, sondern gehe auf unterbliebene Meldungen impfender Stellen zurück.

Impfungen für Kleinkinder starten in 1. EU-Land

Prophylaxe-Pille: Notfallzulassung für Molnupiravir in den USA beantragt

Antikörper-Cocktail verringert Risiko von schwerem COVID-19 oder Tod

Jeder Zweite: Metaanalyse zu Long-COVID-19

Umfrage in Nature: Hass und Morddrohungen gegen Wissenschaftler

COVID-19-Vakzin: CureVac zieht die Reißleine

Impfungen für Kleinkinder starten im 1. EU-Land
Die Slowakei will laut einer Ministeriumssprecherin als erstes EU-Land noch in dieser Woche Kinder im Alter von 5 bis 11 Jahren impfen: zuerst kleine Patienten mit Vorerkrankungen, die zu höheren Risiken für schweres COVID-19 führen. Zwar gibt es keine entsprechende EMA-Zulassung. Doch das slowakische Gesundheitsministerium hatte eine Ausnahmegenehmigung erteilt.


Kuba impft seit September sogar 2- bis 11-Jährige.

Deutschland hat die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut Mitte August nach umfangreichen Nutzen-Risiko-Analysen eine allgemeine Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche abgegeben. Alle Heranwachsenden zwischen 12 und 17 Jahren können sich mit einem der zugelassenen mRNA-Impfstoffe impfen lassen.

Prophylaxe-Pille: Notfallzulassung für Molnupiravir in den USA beantragt
Wie Medscape berichtet hat, verringert das Virostatikum Molnupiravir das Risiko einer Krankenhauseinweisung und/oder eines Todesfalls. Der Wirkstoff wurde ursprünglich zur Influenza-Therapie entwickelt. Jetzt gab der Hersteller bekannt, eine Notfallzulassung bei der US Foo fand Drug and Drug Administration (FDA) einzureichen.

Der Antrag basiert auf folgenden Daten: Bei der Zwischenanalyse reduzierte Molnupiravir das Risiko einer Krankenhauseinweisung oder eines Todesfalls um etwa 50%. 7,3% aller Patienten, die Molnupiravir erhielten, wurden entweder hospitalisiert oder starben bis Tag 29 nach der Randomisierung (28/385), verglichen mit 14,1% aller mit Placebo behandelten Patienten (53/377); p = 0,0012.

Bis Tag 29 wurden bei Patienten, die Molnupiravir erhielten, keine Todesfälle gemeldet, im Vergleich zu 8 Todesfällen bei Patienten unter Placebo erhielten. Die Häufigkeit unerwünschter Ereignisse war in der Molnupiravir- und der Placebo-Gruppe vergleichbar (35% bzw. 40%). Das galt auch für Nebenwirkungen (12% bzw. 11%).

Antikörper-Cocktail verringert Risiko von schwerem COVID-19 oder Tod
AstraZeneca hat Ergebnisse der randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten, multizentrische Phase-III-Studie TACKLE veröffentlicht. Die Studie erreichte ihren primären Endpunkt: 600 mg AZD7442, verabreicht als einmalige intramuskuläre Injektion, verringerten das Risiko für schweres COVID-19 oder Tod um 50 % im Vergleich zu Placebo. Das galt für ambulante Patienten, die seit maximal 7 Tagen Beschwerden aufgrund einer SARS-CoV-2-Infektion hatten. Es kam zu 18 Ereignissen des Endpunkts im AZD7442-Arm (18/407) und 37 im Placebo-Arm (37/415).


Bei Patienten, die innerhalb von 5 Tagen nach Symptombeginn behandelt wurden, verringerte AZD7442 das Risiko für schweres COVID-19 oder Tod um 67% im Vergleich zu Placebo, mit 9 Ereignissen im AZD7442-Arm (9/253) und 27 im Placebo-Arm (27/251).

AZD7442 ist eine Kombination von Tixagevimab (AZD8895) und Cilgavimab (AZD1061). Die Antikörper wurden aus B-Zellen rekonvaleszenter COVID-19-Patienten gewonnen und biochemisch optimiert. Durch die Verlängerung der Halbwertszeit wird die Dauer der Wirkung im Vergleich zu herkömmlichen Antikörpern mehr als verdreifacht. Und die reduzierte Fc-Rezeptorbindung soll das Risiko einer antikörperabhängigen Verstärkung von COVID-19 verringern.

Jeder Zweite: Metaanalyse zu Long-COVID-19
Wer an COVID-19 erkrankt, hat oft weit nach der Genesung aus virologischer Sicht mit Beschwerden zu kämpfen. Details liefert eine kürzlich veröffentlichte Metaanalyse. Die Forscher haben 57 Studien mit 250.351 COVID-19-Überlebenden ausgewertet.

Ehemalige Patienten waren im Median 54,4 Jahre alt, und 56% waren Männer und hatten eher einen schweren Verlauf. Insgesamt mussten 79% aufgrund von COVID-19 stationär behandelt werden.

Kurzfristige Beschwerden (bis 1 Monat nach der Rekonvaleszenz) hatten 54,0%, mittelfristig (2-5 Monate nach der Genesung) waren 55,0% betroffen, und an langfristigen Folgen litten (nach 6 oder mehr Monaten) litten 54,0%.

Besonders häufig traten pulmonale, neurologische, psychische Störungen oder funktionelle Mobilitätseinschränkungen auf (62,2%). Dann folgten Konzentrationsschwierigkeiten (23,8%), generalisierte Angststörungen (29,6%), allgemeine Funktionsbeeinträchtigungen (44,0%), Müdigkeit bzw. Muskelschwäche (37,5%).

Laien haben Schwierigkeiten, die Symptome einzuordnen und Hilfe zu suchen. Seit rund 1 Woche gibt eine spezielle Patientenleitlinie Antworten auf die häufigsten Fragen.

Umfrage in Nature: Hass und Morddrohungen gegen Wissenschaftler
Für ein News Feature in Nature haben die Autoren 321 Wissenschaftler befragt ? größtenteils aus dem Vereinigten Königreich (123), aus Deutschland (62) und aus den USA (53). Die Studie ist nicht repräsentativ und auch keine Veröffentlichung mit statistischer Methodik. Dennoch zeigt sie klare Trends in COVID-19-Zeiten.

22% der interviewten Forscher haben Androhungen von Gewalt erlebt, und 15% sogar Morddrohungen. Mehr als 80% waren in Social Media persönlichen Angriffen oder Troll-Kommentaren ausgesetzt waren; 25% sogar bei fast jedem oder bei jedem Posting. Das führte bei 42% zu einer emotionalen oder psychologischen Belastung. Die gesamte Situation wurde zwiespältig bewertet. 84% berichteten von auch von positiven Erfahrungen mit Medien. Aber 60% sagten, die Bereitschaft dazu sei stark gesunken ? bei 15% sogar sehr stark.

?Die Umfrage ist methodisch sauber durchgeführt und ausgewertet?, kommentiert Prof. Dr. Fabian Prochazka, Kommunikationswissenschaftler an der Universität Erfurt, gegenüber dem Science Media Center Germany. ?Allerdings ist die Stichprobe nicht repräsentativ und die Rekrutierung war rein selbstselektiv.? Diese Problematik werde zwar transparent gemacht, dennoch sind die Zahlen im Artikel prominent genannt, obwohl sie keine Aussagen über eine Grundgesamtheit zuließen. ?Dass etwa 15% der befragten Wissenschaftler*innen Morddrohungen bekommen haben, bezieht sich nur auf die kleine, medial sehr aktive Gruppe, die hier befragt wurde?, so die Einschätzung von Prochazka.

Seine Interpretation: ?Online-Hass kommt in Deutschland überwiegend von rechts, daher sind Wissenschaftler*innen besonders gefährdet, die sich zu Themen wie Migration oder Populismus äußern.? Hier habe die Corona-Pandemie für eine deutliche Verschärfung gesorgt: ?Wissenschaftler*innen werden teilweise massiv aus dem Impfgegner- und Querdenker-Spektrum angefeindet und bedroht.? Mögliche Folgen seien Stress und psychische Belastung, was zu Rückzug und Selbstzensur führen könne.

COVID-19-Vakzin: CureVac zieht die Reißleine
Mittlerweile stehen in Europa und in den USA Vakzine in großer Menge zur Verfügung. Das hat Folgen für pharmazeutische Hersteller. CureVac gab bekannt, das europäische Zulassungsverfahren für CVnCoV als mRNA-Impfstoffkandidaten der 1. Generation nicht weiter zu verfolgen.

Das Vakzin zeigte eine Wirksamkeit von 48% gegen eine COVID-19-Erkrankung jeglichen Schweregrades. Speziell in der Altersgruppe zwischen 18 und 60 Jahren lag die Effektivität, COVID-19 jeder Schwere zu verhindern, bei 53%. Und gegen einen moderaten oder schwerem Krankheitsverlauf wurden 77% angegeben. In dieser Altersgruppe bot CVnCoV zudem eine hundertprozentige Schutzwirkung vor einem Krankenhausaufenthalt oder Tod.


BioNTech/Pfizer und Moderna kommen in Zulassungsstudien auf rund 95%. Allerdings wurden die Untersuchungen zu einem Zeitpunkt durchgeführt, als noch kaum SARS-CoV-2-Varianten zirkuliert sind: eine mögliche Erklärung für den Unterschied.

Curevac selbst will sich jetzt auf die Entwicklung eines mRNA-Impfstoffkandidaten der 2. Generation in Zusammenarbeit mit GlaxoSmithKline (GSK) konzentrieren. Dieser habe laut Pressemeldung ?in Tiermodellen eine bis zu 10-fach höhere Immunogenität?.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Mittwoch, 13. Oktober 2021
STIKO: Wer neben Janssen-Impflingen noch alles boostern sollte; Wer testet jetzt noch kostenlos?
Schutzdauer nach Genesung

Michael van den Heuvel, Medscape

Heute meldet das Robert Koch-Institut, Berlin, eine 7-Tage-Inzidenz von 66,5 Fällen pro 100.000 Einwohner. Am Vortag lag der Wert noch bei 66,1, und vor 1 Woche bei 64,7. Weitere 3.111 Menschen haben sich mit SARS-CoV-2 infiziert (Vorwoche: 3.088). Weitere 7 Menschen sind durch COVID-19 gestorben (Vorwoche: 7).

Laut DIVI-Intensivregister waren am 10. Oktober 1.344 Patienten in intensivmedizinischer Behandlung. Veränderungen zum Vortag gab es nicht. Aktuell sind 928 Betten im Low-Care- und 2.502 im High-Care-Bereich frei. Hinzu kommen 401 freie ECMO-Behandlungsplätze.

Mittlerweile sind laut offizieller Statistik 65,1% der Gesamtbevölkerung vollständig geimpft worden, und 68,4 % haben mindestens eine Impfdosis erhalten. Doch die Zweifel an der offiziellen Meldestatistik häufen sich. Es sei anzunehmen, dass unter Erwachsenen bis zu 84 % mindestens 1-mal und bis zu 80% vollständig geimpft sind, erklärte das RKI. Grundlage der Schätzung sind Bürgerbefragungen und Meldedaten.

Ende der kostenlosen Bürgertests

STIKO: Wer sollte eine Booster-Impfung bekommen?

Long-COVID: Patienten suchen zu selten Hilfe

Schwangerschaft: SARS-CoV-2-Erstimpfung und Influenza-Impfung zum gleichen Zeitpunkt

Myokarditis nach Impfungen: Neue Daten

So beurteilen Virologen den Schutz von Genesenen

Long-COVID: Patienten suchen zu selten Hilfe

Ende der kostenlosen Bürgertests
Seit heute gibt es keine kostenlosen Antigen-Schnelltests mehr für alle Bürger; eine Änderung der Coronavirus-Testverordnung trat in Kraft.


Personen mit medizinischer Kontraindikation erhalten laut Bundesgesundheitsministerium weiterhin kostenlose Testangebote beim Arzt, beim Apotheker oder in sonstigen Testzentren. Das gilt auch für Kinder und Jugendliche, die zum Zeitpunkt der Testung noch jünger als 12 Jahre alt sind oder erst in den letzten 3 Monaten vor der Testung 12 Jahre alt geworden sind. Bis zum 31. Dezember 2021 können sich alle, die zum Zeitpunkt der Testung noch minderjährig sind, kostenlos testen lassen. Das triff auf Schwangere ebenfalls zu, unabhängig vom Trimenon, in dem sie sich befinden.

Ansonsten werden Bürger zur Kasse gebeten. PCR-Tests bei Patienten mit Beschwerden und Verdacht auf COVID-19 werden generell weiter erstattet; PCR-Tests vor einem Urlaub bleiben wie bisher eine Selbstzahler-Leistung.



?Das Auslaufen der kostenlosen Corona-Tests ist richtig?, erklärte der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach. ?Es wäre falsch, denjenigen, die sich selbst der Solidarität des Impfens verweigern, unbegrenzt solidarisch die Tests zu bezahlen.? Berufsverbände plädieren künftig für das sogenannte ?Hamburger Modell?: ?Die Tests und Testzertifikate sollte es zukünftig nur noch in Gesundheitseinrichtungen, also vornehmlich in der Apotheke oder Arztpraxis, geben?, erklärt Gabriele Regina Overwiening, Präsidentin der ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. ?Erstens werden sie dort qualitätsgesichert durchgeführt. Zweitens würde die Konzentration auf diese Einrichtungen verhindern, dass viele von ihnen die Tests einstellen oder Selbstzahlern nur noch sehr teuer anbieten können.? Overwiening bezieht sich auf Antigen-Schnelltests, unabhängig von der Art der Kostenübernahme.



STIKO: Wer sollte eine Booster-Impfung bekommen?
Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut weist darauf hin, dass Vakzine gegen Infektionen mit SARS-CoV-2 ? und vor allem gegen einen schweren Verlauf von COVID-19 mit Hospitalisierung ? wirksam sind.

?Allerdings zeigt sich, dass der Impfschutz mit der Zeit insbesondere in Bezug auf die Verhinderung asymptomatischer Infektionen und milder Krankheitsverläufe nachlässt?, heißt es in einer Pressemeldung. Und: ?Im höheren Alter fällt die Immunantwort nach der Impfung insgesamt geringer aus und Impfdurchbrüche können häufiger auch zu einem schweren Krankheitsverlauf führen.?


Die STIKO nennt als Zielgruppen für Booster-Impfungen:

Personen ab 70 Jahren

Bewohner und Betreuter in Altenpflegeeinrichtungen (auch Bewohner unter 70 Jahren)

Pflegepersonal und sonstige Angestellte mit direktem Kontakt zu Patienten ambulanten, teil- oder vollstationären Einrichtungen der Pflege für alte Menschen oder für andere Menschen mit einem erhöhten Risiko für schweres COVID-19

Angestellte in medizinischen Einrichtungen mit direktem Patientenkontakt

Damit nicht genug. Die STIKO weist auch darauf hin, dass ?im Verhältnis zur Anzahl der verabreichten Impfstoffdosen in Deutschland die meisten COVID-19-Impfdurchbruchserkrankungen bei Personen beobachtet werden, die mit der COVID-19 Vaccine Janssen geimpft wurden?. Außerdem gebe es eine ?vergleichsweise geringe Impfstoffwirksamkeit gegenüber der Delta-Variante?. Deshalb lautet der Rat, eine zusätzliche mRNA-Impfstoffdosis ab 4 Wochen nach der Janssen-Impfung zu verabreichen.

Schwangerschaft: SARS-CoV-2-Erstimpfung und Influenza-Impfung zum gleichen Zeitpunkt
Der Winter naht, und Experten befürchten, dass eine heftige Grippewelle kommen könnte. In der Saison 2020/2021 spielte dieses Virus praktisch keine Rolle. Bekanntlich kann Influenza in der Schwangerschaft zu stärkeren Komplikationen führen als bei gleichaltrigen Frauen ohne Gravidität. ?Frauen, die schwanger sind, sollten sich unbedingt ab der 14. Schwangerschaftswoche gegen Influenza impfen lassen?, sagt Dr. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte.

Die STIKO hat sich auch uneingeschränkt dafür ausgesprochen, Schwangere ab dem 2. Trimenon mit einem mRNA-Impfstoff gegen COVID-19 zu schützen. ?Schwangere, die sich bei ihrer Frauenärztin gegen Grippe impfen lassen wollen, können also am gleichen Tag auch eine Corona-Impfung bekommen?, so Albring weiter. Die 2. Impfung gegen Corona würde nach 4 bis 6 Wochen erfolgen.


Myokarditis nach Impfungen: Neue Daten
Noch ein Blick auf unerwünschte Effekte. Der Sicherheitsausschuss der EMA ist bereits im Juli zu dem Schluss gekommen, dass nach einer Impfung mit den mRNA-Vakzinen Comirnaty® oder Spikevax® in sehr seltenen Fällen eine Myokarditis oder Perikarditis auftreten kann.

Neue Daten kommen aus Israel. Forscher durchsuchten die Datenbank von Clalit Health Services, der größten Gesundheitsorganisation des Landes, nach Myokarditis-Diagnosen bei Patienten, die mindestens 1 Dosis BNT162b2 erhalten hatten.

Unter mehr als 2,5 Millionen geimpften Versicherten, die 16 Jahre oder älter waren, erfüllten 54 Fälle Kriterien einer Myokarditis. Die geschätzte Inzidenz pro 100.000 Personen, die mindestens 1 Impfstoffdosis erhalten hatten, betrug 2,13 Fälle (95%-Konfidenzintervall [KI] 1,56 bis 2,70).

Die höchste Inzidenz von Myokarditis (10,69 Fälle pro 100.000 Personen; 95 %-KI 6,93 bis 14,46) wurde bei Männern im Alter zwischen 16 und 29 Jahren festgestellt. Insgesamt 76% der Myokarditis-Fälle wurden als leicht und 22% als mittelschwer beschrieben; 1 Fall war mit einem kardiogenen Schock verbunden.

Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 83 Tagen nach Auftreten der Myokarditis wurde 1 Patient erneut ins Krankenhaus eingewiesen, und 1 Patient starb nach der Entlassung aus unbekannter Ursache.

Von 14 Patienten, die bei der Aufnahme eine linksventrikuläre Funktionsstörung in der Echokardiographie aufwiesen, hatten 10 zum Zeitpunkt der Entlassung aus dem Krankenhaus immer noch eine solche Funktionsstörung. Von diesen Patienten unterzogen sich 5 einer weiteren Untersuchung, die eine normale Herzfunktion ergab. Das Risiko einer Myokarditis sei damit gering, resümieren die Autoren.

Im Rahmen einer weiteren Analyse gingen Forscher der Frage nach, ob es Unterschiede in der Häufigkeit nach der 1. und der 2. Dosis des mRNA-Vakzins von BioNTech/Pfizer gegeben hat.

Sie überprüften retrospektiv alle vom 20. Dezember 2020 bis zum 31. Mai 2021 erhaltenen Daten zuMyokarditiden. Der Gesamtrisikounterschied zwischen der 1. und der 2 Dosis betrug 1,76 pro 100.000 Personen (95 %-KI 1,33 bis 2,19). Den größten Unterschied fanden die Autoren bei Männern im Alter von 16 bis 19 Jahren (13,73 pro 100.000 Personen; 95%-KI 8,11 bis 19,46). ?Die Inzidenz einer Myokarditis, obwohl gering, nahm nach Erhalt des BNT162b2-Impfstoffs zu, insbesondere nach der 2. Dosis bei jungen männlichen Empfängern?, lautet das Fazit.

US-amerikanische Daten liefern ein ähnliches Bild. Forscher werteten Patientenakten von Kaiser Permanente Southern California aus. Sie wählten Personen im Alter von 18 Jahren oder älter, die mindestens 1 Dosis des mRNA-Impfstoffs BNT162b2 (Pfizer) oder mRNA-1273 (Moderna) zwischen dem 14. Dezember 2020 und dem 20. Juli 2021 erhalten hatten.

In der geimpften Gruppe traten 15 Fälle von bestätigter Myokarditis auf (2 nach der ersten und 13 nach der zweiten Dosis), was einer beobachteten Inzidenz von 0,8 Fällen pro 1 Million erster Dosen und 5,8 Fällen pro 1 Million zweiter Dosen in einem 10-tägigen Beobachtungsfenster entspricht. Alle Patienten waren Männer mit einem mittleren Alter von 25 (20-32) Jahren. Auch hier bewerten die Autoren solche Risiken als gering.

So beurteilen Virologen den Schutz von Genesenen
Nicht nur Impfungen, sondern auch überstandenes COVID-19, sollen vor Neuinfektionen mit SARS-CoV-2 schützen. Zu Genesenen gab es seit Beginn der Pandemie viele Fragen. Jetzt hat die Gesellschaft für Virologie (GfV) eine Stellungnahme veröffentlicht. Grundlage waren Literaturrecherchen.


?In den ersten Monaten der Pandemie wurde davon ausgegangen, dass eine durchgemachte Infektion mit SARS-CoV2 nur eine kurzlebige schützende Immunität nach sich zieht?, heißt es in der Erklärung. ?Diese Einschätzung ist jedoch überholt.? Mittlerweile konnte gezeigt werden, dass eine SARS-CoV-2 Infektion zur Bildung von Gedächtniszellen führt. Sie bilden bei erneutem Kontakt mit dem Virus rasch neutralisierende Antikörper ? auch mit Wirksamkeit gegen Varianten von SARS-CoV-2.

Das bestätigen Daten aus Beobachtungsstudien. ?In den ersten 6 Monaten nach durchgemachter Infektion ist der Schutz vor erneuter SARS-CoV-2 Infektion mindestens so gut ausgeprägt wie der Schutz von vollständig Geimpften?, so die GfV. ?Darüber hinaus zeigen die Untersuchungen, dass eine durchgemachte SARS-CoV-2 Infektion auch nach einem Jahr noch sehr gut vor Reinfektionen und schweren COVID-19 Krankheitsverläufen schützt.?

Daraus leitet die GfV 3 Ratschläge ab:

Eine SARS-CoV-2-Infektion schützt für mindestens 12 Monate, wahrscheinlich deutlich länger, vor weiteren Infektionen.

Genesene sollten ? etwa bei Testpflichten ? Geimpften gleichgestellt werden.

Es wird empfohlen, den Zeitpunkt einer Impfung zu überprüfen, etwa durch immunologische Untersuchungen.

Long-COVID: Patienten suchen zu selten Hilfe
Doch COVID-19 zeigt langfristig auch oft negative Folgen. Die IKK Südwest hat Versicherte mit COVID-19 in der Vorgeschichte zu ihren Erfahrungen mit Long-COVID angeschrieben. 1.469 Männer und Frauen haben an der Befragung teilgenommen. Bei 80% liegt die Erkrankung mehr als ein halbes Jahr zurück.

2 von 3 Interviewten gaben an, immer noch Beschwerden zu haben. Meist handelte es sich um Müdigkeit und Erschöpfung (80%), gefolgt von Konzentrations- und Gedächtnisproblemen (57%) und Kurzatmigkeit (41%).

Trotzdem waren 60% aller Studienteilnehmer mit Beschwerden nicht beim Arzt. Wer medizinische Hilfe in Anspruch genommen hat, war damit oft nicht zufrieden ? weil sich die Beschwerden nicht gebessert hätten oder weil der Arzt nicht richtig darauf eingegangen sei, gaben die Patienten an. Hier ist noch Luft nach oben.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Montag, 11. Oktober 2021
Covid-News zum Wochenanfang
Michael van den Heuvel, Medscape

Heute meldet das Robert Koch-Institut, Berlin, eine 7-Tage-Inzidenz von 66,5 Fällen pro 100.000 Einwohner. Am Vortag lag der Wert noch bei 66,1, und vor 1 Woche bei 64,7. Weitere 3.111 Menschen haben sich mit SARS-CoV-2 infiziert (Vorwoche: 3.088). Weitere 7 Menschen sind durch COVID-19 gestorben (Vorwoche: 7).

Laut DIVI-Intensivregister waren am 10. Oktober 1.344 Patienten in intensivmedizinischer Behandlung. Veränderungen zum Vortag gab es nicht. Aktuell sind 928 Betten im Low-Care- und 2.502 im High-Care-Bereich frei. Hinzu kommen 401 freie ECMO-Behandlungsplätze.

Mittlerweile sind laut offizieller Statistik 65,1% der Gesamtbevölkerung vollständig geimpft worden, und 68,4 % haben mindestens eine Impfdosis erhalten. Doch die Zweifel an der offiziellen Meldestatistik häufen sich. Es sei anzunehmen, dass unter Erwachsenen bis zu 84 % mindestens 1-mal und bis zu 80% vollständig geimpft sind, erklärte das RKI. Grundlage der Schätzung sind Bürgerbefragungen und Meldedaten.

Ende der kostenlosen Bürgertests

STIKO: Wer sollte eine Booster-Impfung bekommen?

Long-COVID: Patienten suchen zu selten Hilfe

Schwangerschaft: SARS-CoV-2-Erstimpfung und Influenza-Impfung zum gleichen Zeitpunkt

Myokarditis nach Impfungen: Neue Daten

So beurteilen Virologen den Schutz von Genesenen

Long-COVID: Patienten suchen zu selten Hilfe

Ende der kostenlosen Bürgertests
Seit heute gibt es keine kostenlosen Antigen-Schnelltests mehr für alle Bürger; eine Änderung der Coronavirus-Testverordnung trat in Kraft.


Personen mit medizinischer Kontraindikation erhalten laut Bundesgesundheitsministerium weiterhin kostenlose Testangebote beim Arzt, beim Apotheker oder in sonstigen Testzentren. Das gilt auch für Kinder und Jugendliche, die zum Zeitpunkt der Testung noch jünger als 12 Jahre alt sind oder erst in den letzten 3 Monaten vor der Testung 12 Jahre alt geworden sind. Bis zum 31. Dezember 2021 können sich alle, die zum Zeitpunkt der Testung noch minderjährig sind, kostenlos testen lassen. Das triff auf Schwangere ebenfalls zu, unabhängig vom Trimenon, in dem sie sich befinden.

Ansonsten werden Bürger zur Kasse gebeten. PCR-Tests bei Patienten mit Beschwerden und Verdacht auf COVID-19 werden generell weiter erstattet; PCR-Tests vor einem Urlaub bleiben ? wie bisher ? eine Selbstzahler-Leistung.



?Das Auslaufen der kostenlosen Corona-Tests ist richtig?, erklärte der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach. ?Es wäre falsch, denjenigen, die sich selbst der Solidarität des Impfens verweigern, unbegrenzt solidarisch die Tests zu bezahlen.? Berufsverbände plädieren künftig für das sogenannte ?Hamburger Modell?: ?Die Tests und Testzertifikate sollte es zukünftig nur noch in Gesundheitseinrichtungen, also vornehmlich in der Apotheke oder Arztpraxis, geben?, erklärt Gabriele Regina Overwiening, Präsidentin der ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. ?Erstens werden sie dort qualitätsgesichert durchgeführt. Zweitens würde die Konzentration auf diese Einrichtungen verhindern, dass viele von ihnen die Tests einstellen oder Selbstzahlern nur noch sehr teuer anbieten können.? Overwiening bezieht sich auf Antigen-Schnelltests, unabhängig von der Art der Kostenübernahme.



STIKO: Wer sollte eine Booster-Impfung bekommen?
Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut weist darauf hin, dass Vakzine gegen Infektionen mit SARS-CoV-2 ? und vor allem gegen einen schweren Verlauf von COVID-19 mit Hospitalisierung ? wirksam sind.

?Allerdings zeigt sich, dass der Impfschutz mit der Zeit insbesondere in Bezug auf die Verhinderung asymptomatischer Infektionen und milder Krankheitsverläufe nachlässt?, heißt es in einer Pressemeldung. Und: ?Im höheren Alter fällt die Immunantwort nach der Impfung insgesamt geringer aus und Impfdurchbrüche können häufiger auch zu einem schweren Krankheitsverlauf führen.?

Die STIKO nennt als Zielgruppen für Booster-Impfungen:

Personen ab 70 Jahren

Bewohner und Betreuter in Altenpflegeeinrichtungen (auch Bewohner unter 70 Jahren)

Pflegepersonal und sonstige Angestellte mit direktem Kontakt zu Patienten ambulanten, teil- oder vollstationären Einrichtungen der Pflege für alte Menschen oder für andere Menschen mit einem erhöhten Risiko für schweres COVID-19

Angestellte in medizinischen Einrichtungen mit direktem Patientenkontakt

Damit nicht genug. Die STIKO weist auch darauf hin, dass ?im Verhältnis zur Anzahl der verabreichten Impfstoffdosen in Deutschland die meisten COVID-19-Impfdurchbruchserkrankungen bei Personen beobachtet werden, die mit der COVID-19 Vaccine Janssen geimpft wurden?. Außerdem gebe es eine ?vergleichsweise geringe Impfstoffwirksamkeit gegenüber der Delta-Variante?. Deshalb lautet der Rat, eine zusätzliche mRNA-Impfstoffdosis ab 4 Wochen nach der Janssen-Impfung zu verabreichen.

Schwangerschaft: SARS-CoV-2-Erstimpfung und Influenza-Impfung zum gleichen Zeitpunkt
Der Winter naht, und Experten befürchten, dass eine heftige Grippewelle kommen könnte. In der Saison 2020/2021 spielte dieses Virus praktisch keine Rolle. Bekanntlich kann Influenza in der Schwangerschaft zu stärkeren Komplikationen führen als bei gleichaltrigen Frauen ohne Gravidität. ?Frauen, die schwanger sind, sollten sich unbedingt ab der 14. Schwangerschaftswoche gegen Influenza impfen lassen?, sagt Dr. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte.

Die STIKO hat sich auch uneingeschränkt dafür ausgesprochen, Schwangere ab dem 2. Trimenon mit einem mRNA-Impfstoff gegen COVID-19 zu schützen. ?Schwangere, die sich bei ihrer Frauenärztin gegen Grippe impfen lassen wollen, können also am gleichen Tag auch eine Corona-Impfung bekommen?, so Albring weiter. Die 2. Impfung gegen Corona würde nach 4 bis 6 Wochen erfolgen.

Myokarditis nach Impfungen: Neue Daten
Noch ein Blick auf unerwünschte Effekte. Der Sicherheitsausschuss der EMA ist bereits im Juli zu dem Schluss gekommen, dass nach einer Impfung mit den mRNA-Vakzinen Comirnaty® oder Spikevax® in sehr seltenen Fällen eine Myokarditis oder Perikarditis auftreten kann.

Neue Daten kommen aus Israel. Forscher durchsuchten die Datenbank von Clalit Health Services, der größten Gesundheitsorganisation des Landes, nach Myokarditis-Diagnosen bei Patienten, die mindestens 1 Dosis BNT162b2 erhalten hatten.

Unter mehr als 2,5 Millionen geimpften Versicherten, die 16 Jahre oder älter waren, erfüllten 54 Fälle Kriterien einer Myokarditis. Die geschätzte Inzidenz pro 100.000 Personen, die mindestens 1 Impfstoffdosis erhalten hatten, betrug 2,13 Fälle (95%-Konfidenzintervall [KI] 1,56 bis 2,70).

Die höchste Inzidenz von Myokarditis (10,69 Fälle pro 100.000 Personen; 95 %-KI 6,93 bis 14,46) wurde bei Männern im Alter zwischen 16 und 29 Jahren festgestellt. Insgesamt 76% der Myokarditis-Fälle wurden als leicht und 22% als mittelschwer beschrieben; 1 Fall war mit einem kardiogenen Schock verbunden.

Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 83 Tagen nach Auftreten der Myokarditis wurde 1 Patient erneut ins Krankenhaus eingewiesen, und 1 Patient starb nach der Entlassung aus unbekannter Ursache.

Von 14 Patienten, die bei der Aufnahme eine linksventrikuläre Funktionsstörung in der Echokardiographie aufwiesen, hatten 10 zum Zeitpunkt der Entlassung aus dem Krankenhaus immer noch eine solche Funktionsstörung. Von diesen Patienten unterzogen sich 5 einer weiteren Untersuchung, die eine normale Herzfunktion ergab. Das Risiko einer Myokarditis sei damit gering, resümieren die Autoren.

Im Rahmen einer weiteren Analyse gingen Forscher der Frage nach, ob es Unterschiede in der Häufigkeit nach der 1. und der 2. Dosis des mRNA-Vakzins von BioNTech/Pfizer gegeben hat.

Sie überprüften retrospektiv alle vom 20. Dezember 2020 bis zum 31. Mai 2021 erhaltenen Daten zuMyokarditiden. Der Gesamtrisikounterschied zwischen der 1. und der 2 Dosis betrug 1,76 pro 100.000 Personen (95 %-KI 1,33 bis 2,19). Den größten Unterschied fanden die Autoren bei Männern im Alter von 16 bis 19 Jahren (13,73 pro 100.000 Personen; 95%-KI 8,11 bis 19,46). ?Die Inzidenz einer Myokarditis, obwohl gering, nahm nach Erhalt des BNT162b2-Impfstoffs zu, insbesondere nach der 2. Dosis bei jungen männlichen Empfängern?, lautet das Fazit.

US-amerikanische Daten liefern ein ähnliches Bild. Forscher werteten Patientenakten von Kaiser Permanente Southern California aus. Sie wählten Personen im Alter von 18 Jahren oder älter, die mindestens 1 Dosis des mRNA-Impfstoffs BNT162b2 (Pfizer) oder mRNA-1273 (Moderna) zwischen dem 14. Dezember 2020 und dem 20. Juli 2021 erhalten hatten.

In der geimpften Gruppe traten 15 Fälle von bestätigter Myokarditis auf (2 nach der ersten und 13 nach der zweiten Dosis), was einer beobachteten Inzidenz von 0,8 Fällen pro 1 Million erster Dosen und 5,8 Fällen pro 1 Million zweiter Dosen in einem 10-tägigen Beobachtungsfenster entspricht. Alle Patienten waren Männer mit einem mittleren Alter von 25 (20-32) Jahren. Auch hier bewerten die Autoren solche Risiken als gering.

So beurteilen Virologen den Schutz von Genesenen
Nicht nur Impfungen, sondern auch überstandenes COVID-19, sollen vor Neuinfektionen mit SARS-CoV-2 schützen. Zu Genesenen gab es seit Beginn der Pandemie viele Fragen. Jetzt hat die Gesellschaft für Virologie (GfV) eine Stellungnahme veröffentlicht. Grundlage waren Literaturrecherchen.

?In den ersten Monaten der Pandemie wurde davon ausgegangen, dass eine durchgemachte Infektion mit SARS-CoV2 nur eine kurzlebige schützende Immunität nach sich zieht?, heißt es in der Erklärung. ?Diese Einschätzung ist jedoch überholt.? Mittlerweile konnte gezeigt werden, dass eine SARS-CoV-2 Infektion zur Bildung von Gedächtniszellen führt. Sie bilden bei erneutem Kontakt mit dem Virus rasch neutralisierende Antikörper ? auch mit Wirksamkeit gegen Varianten von SARS-CoV-2.

Das bestätigen Daten aus Beobachtungsstudien. ?In den ersten 6 Monaten nach durchgemachter Infektion ist der Schutz vor erneuter SARS-CoV-2 Infektion mindestens so gut ausgeprägt wie der Schutz von vollständig Geimpften?, so die GfV. ?Darüber hinaus zeigen die Untersuchungen, dass eine durchgemachte SARS-CoV-2 Infektion auch nach einem Jahr noch sehr gut vor Reinfektionen und schweren COVID-19 Krankheitsverläufen schützt.?

Daraus leitet die GfV 3 Ratschläge ab:

Eine SARS-CoV-2-Infektion schützt für mindestens 12 Monate, wahrscheinlich deutlich länger, vor weiteren Infektionen.

Genesene sollten ? etwa bei Testpflichten ? Geimpften gleichgestellt werden.

Es wird empfohlen, den Zeitpunkt einer Impfung zu überprüfen, etwa durch immunologische Untersuchungen.

Long-COVID: Patienten suchen zu selten Hilfe
Doch COVID-19 zeigt langfristig auch oft negative Folgen. Die IKK Südwest hat Versicherte mit COVID-19 in der Vorgeschichte zu ihren Erfahrungen mit Long-COVID angeschrieben. 1.469 Männer und Frauen haben an der Befragung teilgenommen. Bei 80% liegt die Erkrankung mehr als ein halbes Jahr zurück.

2 von 3 Interviewten gaben an, immer noch Beschwerden zu haben. Meist handelte es sich um Müdigkeit und Erschöpfung (80%), gefolgt von Konzentrations- und Gedächtnisproblemen (57%) und Kurzatmigkeit (41%).

Trotzdem waren 60% aller Studienteilnehmer mit Beschwerden nicht beim Arzt. Wer medizinische Hilfe in Anspruch genommen hat, war damit oft nicht zufrieden ? weil sich die Beschwerden nicht gebessert hätten oder weil der Arzt nicht richtig darauf eingegangen sei, gaben die Patienten an. Hier ist noch Luft nach oben.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Mittwoch, 6. Oktober 2021
Schneller Impfstoff: In Vorbereitung auf künftige Pandemien will Deutschland mit Herstellern Bereitschaftsverträge abschließen Presseagentur Gesundheit
Um im Falle neuer Pandemien möglichst schnell Impfstoffe produzieren zu können, will Deutschland bald mit 5 Pharmaherstellern Bereitschaftsverträge schließen. Unterdessen hat das Zentrum für Pandemieimpfstoffe und Therapeutika (Zepai) am Paul-Ehrlich-Institut seine Arbeit aufgenommen.

Das Ausschreibungsverfahren für die Pandemie-Bereitschaftsverträge ist damit die letzte Arbeit, die die im Februar gegründete Taskforce Impfstoffproduktion noch zu Ende zu bringen hat. Ihre Aufgaben übernimmt jetzt das Zepai. Das soll künftig die Verträge managen sowie Strukturen aufbauen, um im Gesundheitskrisenfall Beschaffungen, Logistik- und Distributionsaufgaben schnell auszulösen.

Auf der Mitgliederversammlung des Bundesverbands der Arzneimittelhersteller berichtet der Leiter der Taskforce, Dr. Christoph Krupp, dass die Verträge möglichst bis Ende 2021 unter Dach und Fach sein sollen, ?da sind wir sehr ambitioniert?. 5 Unternehmen sollen sich in den Verträgen dazu verpflichten, bei künftigen Pandemien innerhalb von 3 Monaten Impfstoffe zu produzieren. Deutschland setzt dabei auf 3 mRNA- sowie 2 Vektor- beziehungsweise Protein-Vakzine. Als Volumen vorgesehen sind 400 bis 500 Millionen Impfdosen pro Jahr, so Krupp.

Das Besondere sei, dass die Kontrakte Bereitschafts-, Herstellungs- und Lieferverträge in einem umfassen. Das mache die Ausschreibung ein bisschen kompliziert, ?aber im Fall einer Pandemie ist dann alles geregelt, und wir müssen nicht alles neu verhandeln?, so Krupp. Wie hoch die Bereitschaftsgebühr, die an die Unternehmen gezahlt werden soll, ausfallen wird, ?da sind wir selbst gespannt auf die Angebote, die die Firmen machen werden. Wir haben ja noch keine Erfahrung damit.?

Die Laufzeit der Verträge ist zunächst für 5 Jahre vorgesehen, können aber auf 8 Jahre verlängert werden. Zunächst werden sie Krupp zufolge für COVID-19-Impfstoffe abgeschlossen. Sie sollen aber auch für andere Impfstoffe und Pandemien gelten.

Die Europäische Union sei an dem deutschen Konzept sehr interessiert, da sie ähnliche Verträge auch auf europäischer Ebene plane. Hier soll die Produktion von 700 Millionen Dosen pro Jahr abgesichert werden.

Dieser Artikel ist im Original erschienen auf Univadis.de.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Montag, 4. Oktober 2021
Moderna vom Hausarzt; Raucher und schweres COVID-19; Bald Schutz-Pille? Kinderärzte fordern für Fachkräfte: ?Zügel anziehen!?
Michael van den Heuvel, Medscape



Im Medscape-Corona-Newsblog finden Sie regelmäßig die aktuellen Trends zu Neuinfektionen und Belegung von Intensivstationen sowie eine Auswahl von klinisch relevanten Kurzmeldungen zur Pandemie.

Corona-Newsblog, Update vom 30. September 2021
Aktuell meldet das RKI eine 7-Tage-Inzidenz von 63,0 Fällen pro 100.000 Einwohner. Am Vortag hatte der Wert bei 61,0 gelegen, und vor 1 Woche bei 63,1. Innerhalb der letzten 24 Stunden wurden 12.150 weitere Infektionen mit SARS-CoV-2 gelmeldet ? vor 1 Woche waren es 10.696 neue Fälle. 67 Patienten sind innerhalb des letzten Tages an COVID-19 gestorben (Vorwoche: 115 Todesfälle).

Deutschlands Intensivstationen berichten laut DIVI-Register weiterhin von leicht sinkenden Fallzahlen. Am 29. September gegen Mittag meldeten Krankenhäuser 1.364 Patienten in intensivmedizinischer Behandlung, das sind 50 weniger als am Vortag. Von ihnen werden 787 (58%, minus 19 im Vergleich zum Vortag) beatmen. Im Low-Care-Bereich sind 802 Betten frei, und im High-Care-Bereich 2.335. Hinzu kommen 382 freie ECMO-Behandlungsplätze.

Impfzentren schließen ? Moderna auch für Hausärzte

Neue Daten zu AstraZeneca-Vakzin: Wirksamkeit von 74%

Pfizer beginnt mit Studie zur Postexpositionsprophylaxe

Schweres COVID-19: Raucher stärker gefährdet

Bilanz: Stärkster Rückgang an Lebenserwartung seit dem 2. Weltkrieg

Kontaktbeschränkungen retteten tausende Leben

?Zügel anziehen!? Kinderärzte fordern Impfpflicht für Fachkräfte

Neue Belege für Fledermäuse als Reservoir ? weitere riskante Varianten

Impfzentren schließen ? Hausärzte gut vorbereitet
Mittlerweile sind 64,3% aller Einwohner vollständig geimpft und 67,9 % haben wenigstens 1 Dosis erhalten. In vielen Bundesländern wurden ? und werden ? Impfzentren geschlossen. ?Die Praxen sind gut vorbereitet, auch vor dem Hintergrund, dass der Beratungsaufwand größer geworden ist?, sagt der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen.

Ab sofort können Vertragsärzte alle EU-weit zugelassenen COVID-19-Vakzine ordern, auch Spikevax® von Moderna. Bisher wurden damit nur Impfzentren versorgt. Das Vakzin ist für Jugendliche ab 12 Jahren zugelassen, kann aber auch zur Booster-Impfungen eingesetzt werden. Nach dem Antauen liegt das Zeitfenster zur Verimpfung bei 12 Stunden.

Eine weitere Änderung folgt dann ab 4. Oktober. Laut Bundesministerium für Gesundheit (BMG) müssen Spritzen, Kanülen und Kochsalzlösung dann separat bestellen. Der Bund übernimmt ? wie zuvor ? alle Kosten, wie Coliquio berichtet.


Neue Daten zu AstraZeneca-Vakzin: Wirksamkeit von 74%
Dass Impfungen wirksam sind, steht außer Zweifel. Jetzt hat AstraZeneca neue Daten zu AZD1222 (ChAdOx1 nCoV-19) veröffentlicht.

32.451 Probanden wurden im Verhältnis 2:1 randomisiert. Sie erhielten AZD1222 (21.635 Teilnehmer) oder Placebo (10.816 Teilnehmer). Die geschätzte Gesamtwirksamkeit des Impfstoffs lag bei 74,0% (95 %-KI 65,3 bis 80,5%; P<0,001). Für Personen über 65 Jahren nennen die Autoren sogar 83,5% (95 %-KI, 54,2 bis 94,1%).

In der vollständig geimpften Subgruppe mit 17.662 Teilnehmern wurden keine schweren oder kritischen COVID-19-Fälle beobachtet; unter den 8.550 Teilnehmern der Placebogruppe waren es 8 Fälle. Die geschätzte Wirksamkeit des Impfstoffs zur Verhinderung einer SARS-CoV-2-Infektion (Nukleokapsid-Antikörper-Serokonversion) betrug 64,3% (95%-KI: 56,1 bis 71,0%; p < 0,001).

Pfizer beginnt mit Studie zur Postexpositionsprophylaxe
Der Druck auf Ungeimpfte steigt kontinuierlich an. Nach Risikokontakten bleibt nur die häusliche Isolation ? allerdings bald ohne Lohnfortzahlung. Deutlich einfacher wäre, eine Postexpositions-Prophylaxe (PEP) wie etwa bei HIV oder Influenza durchzuführen. Pfizer gab bekannt, diese Möglichkeit jetzt zu untersuchen.

In die Phase-2/3-Studie EPIC-PEP (Evaluation of Protease Inhibition for COVID-19 in Post-Exposure Prophylaxis), eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie, sollen bis zu 2.660 gesunde Teilnehmer ab 18 Jahren aufgenommen werden sollen. Sie werden nach dem Zufallsprinzip (1:1:1) den 3 Studienarmen zugewiesen: PF-07321332/Ritonavir zweimal täglich über 5 oder 10 Tage oder Placebo.

Primäres Ziel ist die Bewertung der Sicherheit und Wirksamkeit zur Prävention einer bestätigten SARS-CoV-2-Infektion und ihrer Symptome bis zum 14. Tag nach einem Risikokontakt.


Bei PF-07321332 handelt es sich um einen oralen SARS-CoV-2-3CL-Proteaseinhibitor mit breiter Aktivität in vitro. ?Ergebnisse der klinischen Phase-1-Studie zeigten, dass PF-07321332 sicher und gut verträglich ist?, so der Hersteller.

Schweres COVID-19: Raucher stärker gefährdet
In gewissem Umfang können Bürger ihr Krankheitsrisiko aber auch selbst beeinflussen. Darauf weisen Ashley K. Clift von der University of Oxford und und Kollegen hin. Sie berichten, dass ?Rauchen höchstwahrscheinlich den Schweregrad von COVID-19 und das Risiko eines damit verbundenen Todes verschlimmert?.

Hintergrund zur besonderen Methodik: Die Forscher arbeiteten mit Beobachtungsdaten und mit Mendelschen Randomisierungsanalysen, um den Zusammenhang besser zu verstehen. Die Mendelsche Randomisierung ist eine Technik, bei der genetische Varianten als Stellvertreter für einen bestimmten Risikofaktor verwendet werden; in diesem Fall genetische Varianten, welche die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass jemand raucht oder stärker rauch, um Beweise für einen kausalen Zusammenhang zu erhalten.

Clifts Team arbeitete mit Aufzeichnungen der Primärversorgung, mit COVID-19-Testergebnisse, mit Krankenhauseinweisungsdaten und mit Sterbeurkunden. Hinzu kamen 421.469 genetische Profile aus der UK Biobank. Die Studie umfasste Daten von Januar bis August 2020.

Während dieses Zeitraums unterzogen sich 13.446 (3,2) Personen einem COVID-19-Test per PCR; bei 1.649 (0,4%) war das Ergebnis positiv. 968 (0,2%) Patienten mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden, und 444 (0,1%) starben an den Folgen ihrer Infektion.

Die meisten Teilnehmer (59%) hatten noch nie geraucht; mehr als ein Drittel (37%) waren ehemalige Raucher, und nur 4% waren aktive Raucher (71% mit 1-19 Zigaretten/Tag; 29% konsumierten mehr).

Im Vergleich zu Personen, die niemals geraucht hatten, war das Risiko für Krankenhausaufenthalte bei aktiven Rauchern (OR 1,80, 95%-KI 1,26 bis 2,29) deutlich erhöht.

Das galt auch für den Tod durch COVID-19. Das Risiko erhöht sich entsprechend der Zahl der gerauchten Zigaretten:

1-9 Zigaretten pro Tag: OR 2,14, 95%-KI 0,87 bis 5,24;

10-19 Zigaretten pro Tag: OR 5,91, 95%-KI 3,66 bis 9,54;

20 oder mehr Zigaretten pro Tag: OR 6,11, 95%-KI 3,59 bis 10,42.

Laut Mendelscher Randomisierung von 281.105 Teilnehmern war die genetisch vorhergesagte Neigung, mit dem Rauchen zu beginnen, mit einem höheren Risiko für Infektionen (OR 1,45, 95%-KI 1,10 bis 1,91) und für Krankenhausaufenthalte (OR 1,60, 95%-KI 1,13 bis 2,27) verbunden.

Bilanz: Stärkster Rückgang an Lebenserwartung seit dem 2. Weltkrieg
Mittlerweile ist die Mortalität zumindest in Europa auf einen niedrigen Wer gesunken ? aufgrund von Vakzinen, aufgrund neuer Therapien oder aufgrund von Schutzmaßnahmen. Für Epidemiologen ist es jetzt Zeit, Bilanz zu ziehen. Die Analyse umfasst 27 Staaten in Europa sowie Chile und die USA; Grundlage waren Sterberegister der einzelnen Nationen.

In allen untersuchten Ländern war vor COVID-19 ein Plus von 1 bis 3 Monaten an Lebenszeit pro Jahr zu verzeichnen. Dieser Benefit ist durch SARS-CoV-2 verloren gegangen. Wie José Manuel Aburto von der University of Oxford und seine Kollegen schreiben, hätten Frauen in 8 und Männer in 11 Ländern mehr als 1 Jahr an Lebenserwartung verloren. Einen solchen Rückgang habe es seit dem 2. Weltkrieg nicht mehr gegeben, betonen die Autoren.

Verglichen mit diesen Werten kam Deutschland recht glimpflich weg. Frauen hätten 0,23 Jahre und Männer 0,38 Jahre verloren, so die Autoren.

Kontaktbeschränkungen retteten tausende Leben
In Deutschland hätte es schlimmer kommen können ? dieser Gedanke drängt sich nach weiteren Analysen auf. Ulrich Glogowsky von der Johannes-Kepler-Universität Linz und Kollegen werteten RKI-Daten zu Infektionen und anonymisierte Bewegungsdaten auf Grundlage des Mobilfunks aus. Das geschah in mehr als 400 deutschen Kreisen. Unterschiedliche Szenarien wurden simuliert.


?Im Vergleich zu einem Benchmark ohne soziale Distanzierung wurden durch die Maßnahmen innerhalb von 3 Wochen 84% der potenziellen COVID-19-Fälle ? und 66% der potenziellen Todesfälle ? vermieden?, fanden die Wissenschaftler heraus. ?Die relativen Auswirkungen der Maßnahmen waren bei Personen über 60 Jahren und in ländlichen Gebieten geringer.?

Zwischen Februar und April 2020 seien bundesweit 500.000 Infektionen und 5.400 Todesfälle verhindert worden. Damit widersprechen sie oft geäußerten Zweifeln der Wirksamkeit von Kontaktbeschränkungen.

?Zügel anziehen!? Kinderärzte fordern Impfpflicht für Fachkräfte
Doch viele Menschen sind noch nicht bereit, sich schützen zu lassen. ?Wenn viele Beschäftigte in Kitas, Schulen und Kliniken Impfungen weiter verweigern, sollte der Gesetzgeber ernsthaft über eine Impfpflicht in diesen sensiblen Bereichen nachdenken?, so Thomas Fischbach, Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ).

Er sagt: ?Wer mit vulnerablen Gruppen zu tun hat und die eigene Immunisierung ablehnt, hat seinen Verstand ausgeschaltet.? Mit seinen Forderungen geht Fischbach weit über die eigene Fachrichtung hinaus: ?Wenn es nach Monaten des Impfstoff-Überschusses noch Ausbrüche in Pflegeheimen gibt, muss man die Zügel anziehen, und da darf Fachkräftemangel kein Gegenargument sein.?

Neue Belege für Fledermäuse als Reservoir ? weitere riskante Varianten
Seit Beginn der Pandemie stellen sich Forscher auch die Frage, welchen Ursprung SARS-CoV-2 hat. Die Fledermaus-Hypothese gilt als recht wahrscheinlich ? und neue Daten bestätigen dies.

Wissenschaftler des Institute Pasteur du Laos und der Nationalen Universität von Laos haben sich vor kurzem auf den Weg gemacht, um die Evolution von SARS-CoV-2 zu beleuchten und das mögliche Vorhandensein von SARS-CoV-2-verwandten Coronaviren in der natürlichen Umgebung zu erforschen. Ihr Ziel waren Kalksteinhöhlen im Norden von Laos, die von verschiedenen Fledermausarten bewohnt werden.

Durch die Analyse von Proben konnten Wissenschaftler verschiedene SARS-CoV-2-ähnliche Viren in den Fledermäusen nachweisen. Diese Viren erkennen menschliche Zellen mit einer ähnlichen Wirksamkeit wie der ursprüngliche Stamm des SARS-CoV-2-Virus. Zuvor war es nicht gelungen, Coronaviren in Fledermäusen zu finden, die aufgrund ihrer rezeptorbindenden Domäne an menschlichen Zellen andocken.

In den jetzt untersuchten Proben waren vor allem 3 Viren nachweisbar, nämlich BANAL-103, BANAL-236 und BANAL-52. Ihr Genom hat eine gewisse Ähnlichkeit mit SARS-CoV-2, insbesondere bei einer Schlüsseldomäne des Spike-Proteins. Simulationen und Berechnungen zufolge ist die Affinität aller 3 Fledermaus-Coronaviren für den menschlichen ACE2-Rezeptor ähnlich wie bei SARS-CoV-2-Virus. Allerdings fehlt eine sogenannte Furin-Spaltstelle; Furin ist eine Protease, die das Spike-Protein spaltet, so dass die Virusmembran mit der menschlichen Zellmembran verschmelzen kann.

?Die Existenz dieser Viren, die im Fledermausreservoir entdeckt wurden, untermauert die Theorie, dass SARS-CoV-2 von Fledermäusen stammen könnte, die im riesigen Karsthochland der Halbinsel Indochina leben, die sich über Laos, Vietnam und China erstreckt?, so Marc Eloit vom Institute Pasteur. ?Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass auch andere verwandte Viren ein Risiko für die menschliche Gesundheit darstellen könnten.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Donnerstag, 30. September 2021
Orakel für Sterberisiko bei COVID-19: Wie das Alter und der CRP-Wert das Sterberisiko von infizierten Diabetes-Patienten voraussagen können
Dr. Angela Speth, Medscape



Wenn Diabetes-Patienten sich mit COVID-19 infizieren, haben sie oft schwere Verläufe mit Todesfolge. Gibt es unter ihnen eine bestimmte Gruppe, die besonders anfällig ist und daher eine besonders sorgfältige Betreuung benötigt? Ja, sagen britische Forscher: Das sind ältere Menschen, bei denen ein hoher Entzündungsgrad vorliegt.

Unsere Studie hilft also, jene Patienten früh zu identifizieren, die zur Verbesserung ihrer Prognose intensiv behandelt werden sollten. Dr. Daniel Kevin Llanera
?Diese beiden Variablen ? das Alter und der Wert des Entzündungsmarkers C-reaktives Protein ? sind bei der Klinikaufnahme leicht verfügbar. Unsere Studie hilft also, jene Patienten früh zu identifizieren, die zur Verbesserung ihrer Prognose intensiv behandelt werden sollten?, erläutert Dr. Daniel Kevin Llanera in einer Mitteilung zur Online-Jahrestagung der European Association for the Study of Diabetes (EASD) [1]. Die Arbeit wurde auch bei Diabetologia eingereicht, aber noch nicht publiziert und ist erst teilweise online verfügbar.

Mit Alter und CRP sinken die Überlebenschancen
Die Wissenschaftler um Llanera, der mittlerweile ans Imperial College London gewechselt ist, führte die retrospektive Kohortenstudie ACCREDIT noch am The Countess of Chester NHS Foundation Trust durch. Den Krankenakten von 7 britischen Kliniken entnahmen sie klinische und biochemische Parameter von rund 1.000 COVID-19-Patienten mit Diabetes, und zwar aus dem ersten Halbjahr 2020.

Die Teilnehmer ? zu 2 Drittel Männer, 5% mit Typ-1-, alle übrigen mit Typ-2-Diabetes ? hatten median ein Alter von 77 Jahren und einen BMI von 28 kg/m2. Jeweils rund die Hälfte hatte bereits makrovaskuläre Komplikationen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall und mikrovaskuläre Störungen wie Neuro- oder Retinopathie erlitten.

Ein Viertel der Teilnehmer starb schon in der ersten Krankenhaus-Woche, binnen eines Monats war es sogar ein Drittel. Die Analyse ergab: Mit der Mortalität war ausschließlich die Kombination von CRP-Wert und Alter assoziiert, nicht aber BMI, HbA1c oder die Therapie mit ACE-Hemmern und Angiotensin-Rezeptorblockern. Mit anderen Worten: Je höher Alter und CRP, umso geringer die Überlebenschancen. Mit den Daten erstellten die Forscher ein Modell, das für einen Patienten mit bestimmten demografischen Merkmalen das Sterberisiko vorhersagt.

Nephropathie bedeutet eine große Gefahr
Ein weiteres Ergebnis: Patienten unter 70 Jahren mit chronischer Nierenerkrankung hatten ein fast 3-fach höheres Sterberisiko (Odds Ratio: 2,74) als Gleichaltrige ohne Nephropathie.

Llanera kommentiert in der Mitteilung: ?Eine diabetische Nierenerkrankung geht mit einer chronischen Entzündung und einer Dysregulation des Immunsystems einher. Das erschwert offenbar die Abwehr von SARS-COV-2.? Zudem seien die Eintrittspforten der Viren, die ACE2-Rezeptoren, in den Nierenzellen hochreguliert, so dass sie leichter angreifen könnten.

Wie die Autoren berichten, war die 7-Tage-Mortalität größer als in anderen Studien. Als Grund vermuten sie außer dem höheren Alter der Teilnehmer den schlechten sozioökonomischen Status. Denn nahezu die Hälfte lebte laut einem Index der Regierung in stark benachteiligten Gebieten.

Niedrige Glukosespiegel haben Schutzeffekt
Bemerkenswert auch: Bei jenen 10% der Patienten, die i.v.-Insulin nutzten, war die Wahrscheinlichkeit zu sterben nur halb so hoch wie bei jenen ohne Infusionen. Das unterstreicht nach Ansicht der Autoren die Bedeutung einer guten Blutzuckerkontrolle, die ein kompetentes Diabetes-Team auf der Station gewährleisten kann.

Ein weiteres Resultat: Patienten mit Typ-2-Diabetes hatten in den 7 Tagen nach der Klinikaufnahme ein 2,5-fach höheres Sterberisiko als COVID-19-Kranke mit Typ-1-Diabetes. Das liege wohl daran, dass Typ 2 in der Regel bei älteren Menschen auftritt, die oft zusätzlich seit langem bestehende Gesundheitsstörungen hätten, schreiben die Forscher.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Corona-Bilanz September 2021
Aktuell meldet das RKI eine 7-Tage-Inzidenz von 63,0 Fällen pro 100.000 Einwohner. Am Vortag hatte der Wert bei 61,0 gelegen, und vor 1 Woche bei 63,1. Innerhalb der letzten 24 Stunden wurden 12.150 weitere Infektionen mit SARS-CoV-2 gelmeldet ? vor 1 Woche waren es 10.696 neue Fälle. 67 Patienten sind innerhalb des letzten Tages an COVID-19 gestorben (Vorwoche: 115 Todesfälle).

Deutschlands Intensivstationen berichten laut DIVI-Register weiterhin von leicht sinkenden Fallzahlen. Am 29. September gegen Mittag meldeten Krankenhäuser 1.364 Patienten in intensivmedizinischer Behandlung, das sind 50 weniger als am Vortag. Von ihnen werden 787 (58%, minus 19 im Vergleich zum Vortag) beatmen. Im Low-Care-Bereich sind 802 Betten frei, und im High-Care-Bereich 2.335. Hinzu kommen 382 freie ECMO-Behandlungsplätze.

Impfzentren schließen ? Moderna auch für Hausärzte

Neue Daten zu AstraZeneca-Vakzin: Wirksamkeit von 74%

Pfizer beginnt mit Studie zur Postexpositionsprophylaxe

Schweres COVID-19: Raucher stärker gefährdet

Bilanz: Stärkster Rückgang an Lebenserwartung seit dem 2. Weltkrieg

Kontaktbeschränkungen retteten tausende Leben

?Zügel anziehen!? Kinderärzte fordern Impfpflicht für Fachkräfte

Neue Belege für Fledermäuse als Reservoir ? weitere riskante Varianten

Impfzentren schließen ? Hausärzte gut vorbereitet
Mittlerweile sind 64,3% aller Einwohner vollständig geimpft und 67,9 % haben wenigstens 1 Dosis erhalten. In vielen Bundesländern wurden ? und werden ? Impfzentren geschlossen. ?Die Praxen sind gut vorbereitet, auch vor dem Hintergrund, dass der Beratungsaufwand größer geworden ist?, sagt der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen.

Ab sofort können Vertragsärzte alle EU-weit zugelassenen COVID-19-Vakzine ordern, auch Spikevax® von Moderna. Bisher wurden damit nur Impfzentren versorgt. Das Vakzin ist für Jugendliche ab 12 Jahren zugelassen, kann aber auch zur Booster-Impfungen eingesetzt werden. Nach dem Antauen liegt das Zeitfenster zur Verimpfung bei 12 Stunden.

Eine weitere Änderung folgt dann ab 4. Oktober. Laut Bundesministerium für Gesundheit (BMG) müssen Spritzen, Kanülen und Kochsalzlösung dann separat bestellen. Der Bund übernimmt ? wie zuvor ? alle Kosten, wie Coliquio berichtet.


Neue Daten zu AstraZeneca-Vakzin: Wirksamkeit von 74%
Dass Impfungen wirksam sind, steht außer Zweifel. Jetzt hat AstraZeneca neue Daten zu AZD1222 (ChAdOx1 nCoV-19) veröffentlicht.

32.451 Probanden wurden im Verhältnis 2:1 randomisiert. Sie erhielten AZD1222 (21.635 Teilnehmer) oder Placebo (10.816 Teilnehmer). Die geschätzte Gesamtwirksamkeit des Impfstoffs lag bei 74,0% (95 %-KI 65,3 bis 80,5%; P<0,001). Für Personen über 65 Jahren nennen die Autoren sogar 83,5% (95 %-KI, 54,2 bis 94,1%).

In der vollständig geimpften Subgruppe mit 17.662 Teilnehmern wurden keine schweren oder kritischen COVID-19-Fälle beobachtet; unter den 8.550 Teilnehmern der Placebogruppe waren es 8 Fälle. Die geschätzte Wirksamkeit des Impfstoffs zur Verhinderung einer SARS-CoV-2-Infektion (Nukleokapsid-Antikörper-Serokonversion) betrug 64,3% (95%-KI: 56,1 bis 71,0%; p < 0,001).

Pfizer beginnt mit Studie zur Postexpositionsprophylaxe
Der Druck auf Ungeimpfte steigt kontinuierlich an. Nach Risikokontakten bleibt nur die häusliche Isolation ? allerdings bald ohne Lohnfortzahlung. Deutlich einfacher wäre, eine Postexpositions-Prophylaxe (PEP) wie etwa bei HIV oder Influenza durchzuführen. Pfizer gab bekannt, diese Möglichkeit jetzt zu untersuchen.

In die Phase-2/3-Studie EPIC-PEP (Evaluation of Protease Inhibition for COVID-19 in Post-Exposure Prophylaxis), eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie, sollen bis zu 2.660 gesunde Teilnehmer ab 18 Jahren aufgenommen werden sollen. Sie werden nach dem Zufallsprinzip (1:1:1) den 3 Studienarmen zugewiesen: PF-07321332/Ritonavir zweimal täglich über 5 oder 10 Tage oder Placebo.

Primäres Ziel ist die Bewertung der Sicherheit und Wirksamkeit zur Prävention einer bestätigten SARS-CoV-2-Infektion und ihrer Symptome bis zum 14. Tag nach einem Risikokontakt.


Bei PF-07321332 handelt es sich um einen oralen SARS-CoV-2-3CL-Proteaseinhibitor mit breiter Aktivität in vitro. ?Ergebnisse der klinischen Phase-1-Studie zeigten, dass PF-07321332 sicher und gut verträglich ist?, so der Hersteller.

Schweres COVID-19: Raucher stärker gefährdet
In gewissem Umfang können Bürger ihr Krankheitsrisiko aber auch selbst beeinflussen. Darauf weisen Ashley K. Clift von der University of Oxford und und Kollegen hin. Sie berichten, dass ?Rauchen höchstwahrscheinlich den Schweregrad von COVID-19 und das Risiko eines damit verbundenen Todes verschlimmert?.

Hintergrund zur besonderen Methodik: Die Forscher arbeiteten mit Beobachtungsdaten und mit Mendelschen Randomisierungsanalysen, um den Zusammenhang besser zu verstehen. Die Mendelsche Randomisierung ist eine Technik, bei der genetische Varianten als Stellvertreter für einen bestimmten Risikofaktor verwendet werden; in diesem Fall genetische Varianten, welche die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass jemand raucht oder stärker rauch, um Beweise für einen kausalen Zusammenhang zu erhalten.

Clifts Team arbeitete mit Aufzeichnungen der Primärversorgung, mit COVID-19-Testergebnisse, mit Krankenhauseinweisungsdaten und mit Sterbeurkunden. Hinzu kamen 421.469 genetische Profile aus der UK Biobank. Die Studie umfasste Daten von Januar bis August 2020.

Während dieses Zeitraums unterzogen sich 13.446 (3,2) Personen einem COVID-19-Test per PCR; bei 1.649 (0,4%) war das Ergebnis positiv. 968 (0,2%) Patienten mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden, und 444 (0,1%) starben an den Folgen ihrer Infektion.

Die meisten Teilnehmer (59%) hatten noch nie geraucht; mehr als ein Drittel (37%) waren ehemalige Raucher, und nur 4% waren aktive Raucher (71% mit 1-19 Zigaretten/Tag; 29% konsumierten mehr).

Im Vergleich zu Personen, die niemals geraucht hatten, war das Risiko für Krankenhausaufenthalte bei aktiven Rauchern (OR 1,80, 95%-KI 1,26 bis 2,29) deutlich erhöht.

Das galt auch für den Tod durch COVID-19. Das Risiko erhöht sich entsprechend der Zahl der gerauchten Zigaretten:

1-9 Zigaretten pro Tag: OR 2,14, 95%-KI 0,87 bis 5,24;

10-19 Zigaretten pro Tag: OR 5,91, 95%-KI 3,66 bis 9,54;

20 oder mehr Zigaretten pro Tag: OR 6,11, 95%-KI 3,59 bis 10,42.

Laut Mendelscher Randomisierung von 281.105 Teilnehmern war die genetisch vorhergesagte Neigung, mit dem Rauchen zu beginnen, mit einem höheren Risiko für Infektionen (OR 1,45, 95%-KI 1,10 bis 1,91) und für Krankenhausaufenthalte (OR 1,60, 95%-KI 1,13 bis 2,27) verbunden.

Bilanz: Stärkster Rückgang an Lebenserwartung seit dem 2. Weltkrieg
Mittlerweile ist die Mortalität zumindest in Europa auf einen niedrigen Wer gesunken ? aufgrund von Vakzinen, aufgrund neuer Therapien oder aufgrund von Schutzmaßnahmen. Für Epidemiologen ist es jetzt Zeit, Bilanz zu ziehen. Die Analyse umfasst 27 Staaten in Europa sowie Chile und die USA; Grundlage waren Sterberegister der einzelnen Nationen.

In allen untersuchten Ländern war vor COVID-19 ein Plus von 1 bis 3 Monaten an Lebenszeit pro Jahr zu verzeichnen. Dieser Benefit ist durch SARS-CoV-2 verloren gegangen. Wie José Manuel Aburto von der University of Oxford und seine Kollegen schreiben, hätten Frauen in 8 und Männer in 11 Ländern mehr als 1 Jahr an Lebenserwartung verloren. Einen solchen Rückgang habe es seit dem 2. Weltkrieg nicht mehr gegeben, betonen die Autoren.

Verglichen mit diesen Werten kam Deutschland recht glimpflich weg. Frauen hätten 0,23 Jahre und Männer 0,38 Jahre verloren, so die Autoren.

Kontaktbeschränkungen retteten tausende Leben
In Deutschland hätte es schlimmer kommen können ? dieser Gedanke drängt sich nach weiteren Analysen auf. Ulrich Glogowsky von der Johannes-Kepler-Universität Linz und Kollegen werteten RKI-Daten zu Infektionen und anonymisierte Bewegungsdaten auf Grundlage des Mobilfunks aus. Das geschah in mehr als 400 deutschen Kreisen. Unterschiedliche Szenarien wurden simuliert.


?Im Vergleich zu einem Benchmark ohne soziale Distanzierung wurden durch die Maßnahmen innerhalb von 3 Wochen 84% der potenziellen COVID-19-Fälle ? und 66% der potenziellen Todesfälle ? vermieden?, fanden die Wissenschaftler heraus. ?Die relativen Auswirkungen der Maßnahmen waren bei Personen über 60 Jahren und in ländlichen Gebieten geringer.?

Zwischen Februar und April 2020 seien bundesweit 500.000 Infektionen und 5.400 Todesfälle verhindert worden. Damit widersprechen sie oft geäußerten Zweifeln der Wirksamkeit von Kontaktbeschränkungen.

?Zügel anziehen!? Kinderärzte fordern Impfpflicht für Fachkräfte
Doch viele Menschen sind noch nicht bereit, sich schützen zu lassen. ?Wenn viele Beschäftigte in Kitas, Schulen und Kliniken Impfungen weiter verweigern, sollte der Gesetzgeber ernsthaft über eine Impfpflicht in diesen sensiblen Bereichen nachdenken?, so Thomas Fischbach, Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ).

Er sagt: ?Wer mit vulnerablen Gruppen zu tun hat und die eigene Immunisierung ablehnt, hat seinen Verstand ausgeschaltet.? Mit seinen Forderungen geht Fischbach weit über die eigene Fachrichtung hinaus: ?Wenn es nach Monaten des Impfstoff-Überschusses noch Ausbrüche in Pflegeheimen gibt, muss man die Zügel anziehen, und da darf Fachkräftemangel kein Gegenargument sein.?

Neue Belege für Fledermäuse als Reservoir ? weitere riskante Varianten
Seit Beginn der Pandemie stellen sich Forscher auch die Frage, welchen Ursprung SARS-CoV-2 hat. Die Fledermaus-Hypothese gilt als recht wahrscheinlich ? und neue Daten bestätigen dies.

Wissenschaftler des Institute Pasteur du Laos und der Nationalen Universität von Laos haben sich vor kurzem auf den Weg gemacht, um die Evolution von SARS-CoV-2 zu beleuchten und das mögliche Vorhandensein von SARS-CoV-2-verwandten Coronaviren in der natürlichen Umgebung zu erforschen. Ihr Ziel waren Kalksteinhöhlen im Norden von Laos, die von verschiedenen Fledermausarten bewohnt werden.

Durch die Analyse von Proben konnten Wissenschaftler verschiedene SARS-CoV-2-ähnliche Viren in den Fledermäusen nachweisen. Diese Viren erkennen menschliche Zellen mit einer ähnlichen Wirksamkeit wie der ursprüngliche Stamm des SARS-CoV-2-Virus. Zuvor war es nicht gelungen, Coronaviren in Fledermäusen zu finden, die aufgrund ihrer rezeptorbindenden Domäne an menschlichen Zellen andocken.

In den jetzt untersuchten Proben waren vor allem 3 Viren nachweisbar, nämlich BANAL-103, BANAL-236 und BANAL-52. Ihr Genom hat eine gewisse Ähnlichkeit mit SARS-CoV-2, insbesondere bei einer Schlüsseldomäne des Spike-Proteins. Simulationen und Berechnungen zufolge ist die Affinität aller 3 Fledermaus-Coronaviren für den menschlichen ACE2-Rezeptor ähnlich wie bei SARS-CoV-2-Virus. Allerdings fehlt eine sogenannte Furin-Spaltstelle; Furin ist eine Protease, die das Spike-Protein spaltet, so dass die Virusmembran mit der menschlichen Zellmembran verschmelzen kann.

?Die Existenz dieser Viren, die im Fledermausreservoir entdeckt wurden, untermauert die Theorie, dass SARS-CoV-2 von Fledermäusen stammen könnte, die im riesigen Karsthochland der Halbinsel Indochina leben, die sich über Laos, Vietnam und China erstreckt?, so Marc Eloit vom Institute Pasteur. ?Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass auch andere verwandte Viren ein Risiko für die menschliche Gesundheit darstellen könnten.?

... link (0 Kommentare)   ... comment


Montag, 27. September 2021
Das Neueste zum Thema Covid aus der Medscape-Redaktion
Von Michael van den Heuvel

COVID-19-Impfungen bei Schwangeren scheinen auch Babys zu schützen

CDC ignorieren Berater und empfehlen großzügigere Auffrischungsimpfungen

Neuer Impfstoff aus China ? 414 Millionen Dosen für Afrika

Moderna-Studie: Weniger Immunität nach 6 Monaten

Neue Therapie-Empfehlungen der WHO

Anstieg von Autoantikörpern ? Ursache von Long-COVID-Symptomen?

COVID-19-Impfungen bei Schwangeren scheinen auch Babys zu schützen
Frauen, die während ihrer Schwangerschaft gegen SARS-CoV-2 geimpft wurden, geben Antikörper an ihre Babys weiter, wie kürzlich veröffentlichte Daten zeigen. Eingeschlossen wurden 36 Schwangere, die bis zum 4. Juni 2021 mindestens 1 Dosis eines mRNA-COVID-19-Impfstoffs (Pfizer/BioNTech oder Moderna) erhalten hatten. Zwischen dem Abschluss der Impfstoffserie und der Entbindung vergingen durchschnittlich 13 Wochen.


Im Nabelschnurblut aller Neugeborenen fanden die Wissenschaftler hohe Titer von Antikörpern gegen das Spike-Protein. Antikörper gegen das Nukleokapsidprotein ließen sich nicht nachweisen, was darauf hindeutet, dass Antikörper gegen das Spike-Protein durch die Impfung und nicht durch eine frühere Infektion entstanden sind.

?Das Vorhandensein dieser Anti-Spike-Antikörper im Nabelschnurblut sollte den Neugeborenen zumindest theoretisch einen gewissen Schutz bieten?, sagte Studienleiterin Dr. Ashley S. Roman von NYU Langone Health. ?Während der primäre Grund für die Impfung während der Schwangerschaft darin besteht, die Gesundheit der Mütter zu erhalten und Hospitalisierungen zu vermeiden, war die offene Frage für uns, ob die Impfung während der Schwangerschaft einen Nutzen für den Fötus oder das Neugeborene hat.?

Wie lange und wie stark Neugeborene dadurch geschützt werden, bleibt auch nach der Veröffentlichung unklar. Eine laufende Studie, MOMI-VAX, zielt darauf ab, die Antikörperspiegel bei Müttern, die während der Schwangerschaft mit COVID-19 geimpft wurden, und bei ihren Säuglingen im Laufe der Zeit systematisch zu messen. Davon erhoffen sich Gynäkologen detailliertere Einblicke.

CDC ignorieren Berater und empfehlen großzügigere Auffrischungsimpfungen
Auch die Frage, wer von Auffrischungsimpfungen profitiert, sorgt weltweit für Gesprächsstoff. Die STIKO rät laut Medienberichten nur Patienten mit bekannten Risikofaktoren dazu, etwa Patienten mit Autoimmunerkrankungen oder mit supprimiertem Immunsystem. Eine generelle Empfehlung nach Altersgruppen gibt es derzeit nicht.

Anders sieht die Lage in den USA aus. Ein beratender Ausschuss für Impfungen an den Centers for Disease Control and Prevention (CDC) geht sehr viel weiter und befürwortet Booster bei:

Erwachsenen ab 65 Jahren,

Bewohnern von Langzeitpflegeeinrichtungen,

Erwachsenen im Alter von 50 bis 64 Jahren, die eine Grunderkrankung haben, die das Risiko einer COVID-Infektion erhöhen kann,

Erwachsenen im Alter von 18 bis 49 Jahren, die aufgrund einer Grunderkrankung ein erhöhtes Risiko für eine COVID-19-Infektion haben ? unter Abwägung des individuellen Nutzens und Risikos einer Impfung.

Allerdings sprach das Gremium keine Empfehlung für Erwachsene zwischen 18 bis 64 Jahren aus, die an einem Ort leben oder arbeiten, an dem das Risiko für COVID-19 hoch ist. Dazu gehören Mitarbeiter im Gesundheitswesen oder andere Berufsgruppen mit möglicher Exposition sowie Menschen, die in Gemeinschaftsunterkünften wie Obdachlosenheimen und Gefängnissen leben. Nicht alle Mitglieder des Ausschusses unterstützen das Votum.

Doch CDC-Direktorin Dr. Rochelle Walensky beschloss, diese Gruppe mit einzubeziehen. Den übrigen Vorschlägen stimmte sie zu.


Bei etwa 26 Millionen Amerikanern liegt die letzte Dosis mindestens 6 Monate zurück, so dass sie Anspruch auf eine 3. Dosis haben. Etwa 13,6 Millionen von ihnen sind über 65 Jahre alt. Weitere 5,3 Millionen sind zwischen 50 und 64 Jahre alt.

Neuer Impfstoff aus China ? 414 Millionen Dosen für Afrika
Für die USA ? und für andere westliche Länder ? sind solche Überlegungen unproblematisch; Vakzine gibt es zur Genüge. Doch in vielen Schwellenländern oder Entwicklungsländern fehlen selbst für die 1. Dosis ausreichende Mengen. Hier setzt die internationale Initiative COVAX (Covid-19 Vaccines Global Access) an ? und hofft auf weitere Zulassungen.

Ein neuer Kandidat könnte der Impfstoff des chinesischen Herstellers Clover Biopharmaceuticals sein. Das Vakzin war in einer groß angelegten Studie zu 67% gegen COVID-19 jeglichen Schweregrades und zu 79% gegen die hochinfektiöse Delta-Variante wirksam, teilte das Unternehmen laut Reuters mit.

Der Impfstoff war in der Studie auch zu 81,7% wirksam gegen mittelschwere bis schwere Fälle, die durch Delta verursacht wurden. Die Wirksamkeit des Impfstoffs gegen Fälle jeglichen Schweregrads betrug 91,8% bei der durch Gamma ausgelösten Krankheit und 58,6 % bei der Variante Mu.

Die berichteten Wirksamkeitsraten des Impfstoffkandidaten, der auf einer Spike-Protein-Untereinheit basiert und ein von Dynavax bereitgestelltes CpG-Adjuvans enthält, beruhen auf Studien mit mehr als 30.000 Teilnehmern auf den Philippinen, in Kolumbien, Brasilien, Südafrika und Belgien.

In der Impfstoffstudie nahmen allerdings wenige ältere Teilnehmer teil, die in der Realität tendenziell höhere Raten von schweren Fällen und Todesfällen aufweisen als jüngere Gruppen. Der Grund: Länder, in denen Clover die Studie durchführte, hatten bereits Programme aufgelegt, in denen Menschen über 65 Jahren geimpft wurden. Weniger als 1,5% aller Teilnehmer in der Verum- oder Placebo-Gruppe waren in dem Altersbereich.

Reuters zufolge beabsichtigt der Hersteller, im 4. Quartal Studiendaten für eine bedingte Zulassung einzureichen: in China, aber auch in Europa. Er hat bereits einen Vertrag über die Lieferung von bis zu 414 Millionen Dosen seines COVID-19-Impfstoffs im Rahmen von COVAX abgeschlossen.

Moderna-Studie: Weniger Immunität nach 6 Monaten
Generell bleibt bei Impfstoffen aller Art die Frage, ob sie eine ausreichende Immunität gegen zirkulierende Varianten aufbaut.

Wissenschaftler untersuchten jetzt, wie virale Varianten, einschließlich B.1.351 (Beta) und B.1.617.2 (Delta), die Immunantwort bei einer kleinen Anzahl von Personen beeinflussten, die den Moderna mRNA-1273-Impfstoff erhalten hatten.

Bei der Analyse von Seren, die 6 Monate nach der 2. Impfung in der primären Impfserie gewonnen worden waren, stellten die Forscher fest, dass neutralisierende Antikörpertiter gegen alle getesteten Varianten nachweisbar waren.

Allerdings waren Titer gegen B1.351 (Beta) nach 6 Monaten erheblich gesunken, und mehrere Personen wiesen eine schwache, in einigen Fällen sogar keine neutralisierende Aktivität auf. ?Diese Daten können dazu beitragen, die öffentliche Gesundheitspolitik hinsichtlich zusätzlicher Auffrischungsimpfungen zu lenken?, so die Autoren.

Neue Therapie-Empfehlungen der WHO
Von der Prävention zur Therapie. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ihre Empfehlungen zur Therapie von COVID-19 aktualisiert. Sie rät bei bestimmten Patientengruppe zur kombinierten Gabe von Casirivimab und Imdevimab, zweier therapeutischer Antikörper. Sie binden an das SARS-CoV-2-Spike-Protein und verhindern, dass das Virus Zellen infiziert.

Als Zielgruppe für die Therapie nennt die WHO Patienten mit leichtem COVID-19, bei denen aber das Risiko einer Krankenhauseinweisung erhöht ist. Hinzu kommen Patienten mit schwerem oder kritischem Covid-19, die seronegativ sind, d. h., sie haben keine eigene Antikörperreaktion gegen SARS-CoV-2 entwickelt haben.

Die 1. Empfehlung stützt sich auf neue Erkenntnisse aus 3 Studien. Dabei fanden Wissenschaftler Hinweise, dass Casirivimab und Imdevimab das Risiko einer Krankenhauseinweisung und die Dauer der Symptome bei Risikopatienten ? etwa ungeimpften, älteren oder immunsupprimierten Patienten ? verringern.

Diese 2. Empfehlung stützt sich auf Daten aus der bekannten RECOVERY-Studie, die zeigen, dass Casirivimab und Imdevimab bei seronegativen Patienten wahrscheinlich die Zahl der Todesfälle (von 49 weniger pro 1.000 bei Schwerstkranken bis zu 87 weniger bei Schwerstkranken) und die Notwendigkeit einer mechanischen Beatmung verringern.

?Bei allen anderen Covid-19-Patienten sind die Vorteile dieser Antikörperbehandlung wahrscheinlich nicht von Bedeutung?, schreiben die Autoren. Sie räumen jedoch ein, dass die Anwendung auch unter ökonomischen Aspekten und unter Fragen der Verfügbarkeit berücksichtigt werden sollte.

Anstieg von Autoantikörpern ? Ursache von Long-COVID-Symptomen?
Bislang kennen Wissenschaftler zwar Risikofaktoren für schweres COVID-19 identifiziert. Was genau im Körper abläuft, ist Thema vieler Forschungsprojekte. Jetzt liegen neue Daten von 147 Patienten vor, die aufgrund von COVID-19 in verschiedenen Kliniken Deutschlands stationär behandelt worden sind.

Circa 50% der Patienten mit COVID-19, die wegen der Infektionskrankheit stationär behandelt werden, entwickeln Autoantikörper gegen bekannte Autoantigene auf biologische Strukture ? verglichen mit 15% bei gesunden Kontrollpersonen.

Die Autoantikörper hatten viele verschiedene Spezifitäten: Es waren antinukleäre Antikörper (ANA), Anti-Zytokin-Antikörper, Antikörper gegen Myeloperoxidase und gegen Proteinase 3.

Ein Teil dieser Autoantikörper hatte sich de novo parallel zu den SARS-CoV-2-Infektionen und zu Antikörpern gegen virale Antigene entwickelt. Die Autoren vermuten, dies könne neben anderen Faktoren eine Erklärung für Long-COVID sein.

... link (0 Kommentare)   ... comment