Montag, 2. November 2026
Wenn schon von Völkermord die Rede ist, dann schaut in den Sudan
che2001, 14:52h
„Jeden Tag sind sie gekommen, um mich zu vergewaltigen. Manchmal einer, manchmal zwei, manchmal drei von ihnen.” Das kleine Mädchen, dem dies angetan wurde, war 12 Jahre alt und lebte in Al-Faschir in Darfur, bevor die Stadt zerstört wurde.
Dann kam das Gemetzel. Das Blutbad von Al-Faschir war so gewaltig, dass seine Spuren vom Weltraum aus zu sehen waren.
Wir alle würden uns diesem Grauen gern entziehen, aber wir dürfen nicht wegschauen. Sudan braucht jetzt Hilfe, um zu verhindern, dass diejenigen, die für Al-Faschir verantwortlich sind, an die Spitze der Vereinten Nationen gesetzt werden!
Die UN selbst sagt, dass das Massaker „Merkmale eines Genozids” aufwies. Und ohne die finanzielle Unterstützung der Vereinigten Arabischen Emirate für die verantwortlichen Milizen wäre es nicht dazu gekommen.
Vertrauliche Berichte aus der UN-Zentrale besagen, dass Trump und die VAE sich gemeinsam dafür einsetzen, dass ausgerechnet Lana Nusseibeh, eine hochrangige Vertreterin der Emirate, die dazu beigetragen hat, diese Verbrechen zu verschleiern, zur nächsten UN-Generalsekretärin ernannt wird.
Jetzt kommt es auf Großbritannien und Frankreich an: Diese beiden Länder könnten als ständige Mitglieder des UN-Sicherheitsrats ihr Veto gegen Nusseibeh einlegen. Doch Insider berichten, dass Trump mit aller Macht versucht, eine Abstimmung über ihre Kandidatur durchzusetzen.
https://magazin.zenith.me/de/politik/massaker-im-sudan
Dann kam das Gemetzel. Das Blutbad von Al-Faschir war so gewaltig, dass seine Spuren vom Weltraum aus zu sehen waren.
Wir alle würden uns diesem Grauen gern entziehen, aber wir dürfen nicht wegschauen. Sudan braucht jetzt Hilfe, um zu verhindern, dass diejenigen, die für Al-Faschir verantwortlich sind, an die Spitze der Vereinten Nationen gesetzt werden!
Die UN selbst sagt, dass das Massaker „Merkmale eines Genozids” aufwies. Und ohne die finanzielle Unterstützung der Vereinigten Arabischen Emirate für die verantwortlichen Milizen wäre es nicht dazu gekommen.
Vertrauliche Berichte aus der UN-Zentrale besagen, dass Trump und die VAE sich gemeinsam dafür einsetzen, dass ausgerechnet Lana Nusseibeh, eine hochrangige Vertreterin der Emirate, die dazu beigetragen hat, diese Verbrechen zu verschleiern, zur nächsten UN-Generalsekretärin ernannt wird.
Jetzt kommt es auf Großbritannien und Frankreich an: Diese beiden Länder könnten als ständige Mitglieder des UN-Sicherheitsrats ihr Veto gegen Nusseibeh einlegen. Doch Insider berichten, dass Trump mit aller Macht versucht, eine Abstimmung über ihre Kandidatur durchzusetzen.
https://magazin.zenith.me/de/politik/massaker-im-sudan
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Mittwoch, 22. Juli 2026
Wahre Worte
che2001, 00:34h
Victor Dorn zum Nahostkonflikt und anderen Basisbanalitäten
"IHR SEID ENTTÄUSCHT, WEIL ICH DERSELBE GEBLIEBEN BIN
Ihr habt meine Unabhängigkeit für Loyalität gehalten. Das war euer Fehler.
Die Hamas ist eine Terrororganisation. Die israelische Regierung ist rechtsradikal und handelt völkerrechtswidrig. Palästinensische Zivilisten sind keine Hamas-Terroristen. Israelische Zivilisten sind keine Verlängerung der Regierung Netanjahu. Die Geschichte dieses Konflikts begann weder am 7. Oktober 2023 noch mit der Gründung der Hamas. Das alles sind für mich miteinander vereinbare Feststellungen.
Offenbar habe ich damit etwas geradezu Ungeheuerliches getan: Ich habe mehrere Tatsachen gleichzeitig betrachtet.
Seitdem werde ich von zwei Seiten misstrauisch beäugt, beschimpft und beleidigt. Für die einen bin ich Antisemit, weil ich die israelische Regierung kritisiere, ihre Verbrechen benenne und die Staatsgründung Israels mitsamt Nakba, Vertreibung und Besatzung nicht als makellose Heldengeschichte erzähle. Für die anderen bin ich offenbar Zionist, Genozidverteidiger oder irgendeine weitere Vokabel aus dem politischen Beschimpfungsautomaten, weil ich die Hamas als Terrororganisation bezeichne und mich weigere, den 7. Oktober nachträglich in eine missverstandene Form folkloristischen Widerstands umzudeuten.
Beide Seiten sind enttäuscht von mir.
Und ich frage mich ernsthaft: Was habt ihr eigentlich von mir erwartet?
Dass ich plötzlich eine Fahne auswähle und anschließend nur noch die Toten der anderen Seite sehen kann? Dass ich Terrorismus verharmlose, sobald seine Täter sich auf Palästina berufen? Dass ich Kriegsverbrechen übersehe, sobald sie von einem Staat begangen werden, der sich auf sein Existenzrecht und seine Sicherheit beruft? Sollte ich mein Urteilsvermögen am Eingang abgeben und mich anschließend einer Mannschaft anschließen, deren Aufgabe darin besteht, die eigenen Verbrechen sprachlich zu verkleinern und die gegnerischen möglichst großflächig zu beleuchten?
Falls das eure Vorstellung von mir war, habt ihr meine Texte offenbar mit bemerkenswerter Ausdauer missverstanden.
Ich habe immer analytisch geschrieben. Ich betrachte einen Vorgang, prüfe die bekannten Tatsachen, suche nach Widersprüchen und ziehe daraus meine Schlüsse. Meine einzelnen Prüfschritte sind häufig beinahe binär: Ist eine Behauptung wahr oder falsch? Ist eine Handlung vertretbar oder unvertretbar? Gibt es einen historischen Zusammenhang oder wird gerade ein handlicher Ausschnitt verkauft? Wird derselbe moralische Maßstab auf alle Beteiligten angewendet oder dient Moral lediglich als Vereinswappen?
Aus diesen einzelnen Fragen entsteht ein komplexes Gesamtbild. Die Tiefe liegt in den Zusammenhängen. Die Klarheit liegt in den Antworten.
Genau deshalb folgen mir viele Menschen. Zumindest dachte ich das.
Inzwischen zeigt sich, dass manche meine Denkweise lediglich so lange schätzten, wie sie beim gewünschten Ergebnis ankam. Wenn ich ihre politischen Gegner zerlegte, galt ich als klarsichtig, mutig und unabhängig. Jetzt richtet sich derselbe Blick auf ihre eigenen Überzeugungen, und plötzlich soll genau diese Unabhängigkeit ein moralischer Defekt sein.
Ich habe mich nicht verändert. Mein Gegenstand hat sich verändert.
Ich lege an die Hamas denselben Maßstab an wie an jede andere Organisation, die Zivilisten ermordet, verschleppt und Terror als politisches Instrument einsetzt. Ich lege an die israelische Regierung denselben Maßstab an wie an jede andere Regierung, die zivile Opfer produziert, internationales Recht missachtet und ihre Gewalt mit einem grenzenlos dehnbaren Begriff der Selbstverteidigung rechtfertigt. Ich verweigere beiden Seiten den Anspruch, ihre Opfer als Blankoscheck für die eigenen Taten zu benutzen.
Das ist keine Neutralität. Es ist auch keine Äquidistanz. Ich sitze nicht irgendwo in der Mitte und verteile aus Höflichkeit an beide Seiten dieselbe Menge Kritik. Ich beurteile jede Handlung für sich. Terror bleibt Terror. Ein Kriegsverbrechen bleibt ein Kriegsverbrechen. Ein totes Kind gewinnt keine andere moralische Bedeutung durch die Sprache, Religion oder Flagge seiner Eltern.
Ich lebe weder in Israel noch in Gaza. Ich verfüge über keine persönliche Kriegserfahrung aus dieser Region, keine familiäre Geschichte dort und keinen geheimen Zugang zur absoluten Wahrheit. Ich habe historische Quellen, dokumentierte Ereignisse, politische Entscheidungen und das sichtbare Handeln der Beteiligten. Mehr steht einem Menschen aus Deutschland seriös kaum zur Verfügung. Daraus bilde ich meine Meinung. Mit dem Blick von außen, den ich immer hatte.
Gerade dieser Blick scheint nun das Problem zu sein.
Die einen erwarteten, dass ich aus dem Terror der Hamas irgendwann doch noch Widerstand mache. Die anderen erwarteten, dass ich jede Handlung der israelischen Regierung als bedauerliche Notwendigkeit akzeptiere. Beide wollten keine Analyse. Sie wollten eine Loyalitätserklärung. Eine moralische Dauerkarte für ihren jeweiligen Block, am besten mit eingeschränkter Sicht auf die eigenen Verbrechen.
Ich liefere sie nicht.
Wer Juden mit Netanjahus Regierung gleichsetzt, betreibt dieselbe geistige Verwüstung wie jemand, der Palästinenser mit der Hamas gleichsetzt. Millionen Menschen werden dabei zu bloßen Verlängerungen politischer Führungen und bewaffneter Organisationen erklärt. Ihre individuellen Ansichten, ihr Widerstand, ihr Leid und schließlich auch ihr Tod verschwinden in einer Mannschaftswertung.
Dann wird jeder getötete Israeli zum Argument für die israelische Regierung und jeder getötete Palästinenser zum Argument für die Hamas. Die Toten erhalten nachträglich politische Mitgliedsausweise. Widerstand zwecklos. Sie sind schließlich bereits tot und können der Vereinnahmung kaum widersprechen.
Mit dieser Art des Denkens kann ich nichts anfangen.
Wer mir deshalb Antisemitismus vorwerfen will, darf gehen. Wer mir Terrorismusbefürwortung unterstellen will, darf ebenfalls gehen. Ihr müsst mir keine privaten Rechtfertigungsromane schicken, keine letzten Worte verkünden und mich anschließend blockieren, bevor ich antworten kann. Entfolgen genügt. Still, heimlich und gern ohne Zeremonie.
Eure Enttäuschung sagt wenig über meine Haltung aus. Sie verrät vor allem, welche Form von Gefolgschaft ihr euch von mir erhofft habt.
Ihr dachtet, mein Blick von außen richte sich ausschließlich auf eure Gegner. Ihr habt meine analytische Unabhängigkeit für persönliche Loyalität gehalten. Solange meine Schlüsse zu eurem Weltbild passten, war ich einer von euch. Jetzt entdeckt ihr, dass ich nie einer von euch war.
Ich war die ganze Zeit derselbe.
Der Bedienungsfehler lag bei euch. Die Anleitung lag offen daneben"
"IHR SEID ENTTÄUSCHT, WEIL ICH DERSELBE GEBLIEBEN BIN
Ihr habt meine Unabhängigkeit für Loyalität gehalten. Das war euer Fehler.
Die Hamas ist eine Terrororganisation. Die israelische Regierung ist rechtsradikal und handelt völkerrechtswidrig. Palästinensische Zivilisten sind keine Hamas-Terroristen. Israelische Zivilisten sind keine Verlängerung der Regierung Netanjahu. Die Geschichte dieses Konflikts begann weder am 7. Oktober 2023 noch mit der Gründung der Hamas. Das alles sind für mich miteinander vereinbare Feststellungen.
Offenbar habe ich damit etwas geradezu Ungeheuerliches getan: Ich habe mehrere Tatsachen gleichzeitig betrachtet.
Seitdem werde ich von zwei Seiten misstrauisch beäugt, beschimpft und beleidigt. Für die einen bin ich Antisemit, weil ich die israelische Regierung kritisiere, ihre Verbrechen benenne und die Staatsgründung Israels mitsamt Nakba, Vertreibung und Besatzung nicht als makellose Heldengeschichte erzähle. Für die anderen bin ich offenbar Zionist, Genozidverteidiger oder irgendeine weitere Vokabel aus dem politischen Beschimpfungsautomaten, weil ich die Hamas als Terrororganisation bezeichne und mich weigere, den 7. Oktober nachträglich in eine missverstandene Form folkloristischen Widerstands umzudeuten.
Beide Seiten sind enttäuscht von mir.
Und ich frage mich ernsthaft: Was habt ihr eigentlich von mir erwartet?
Dass ich plötzlich eine Fahne auswähle und anschließend nur noch die Toten der anderen Seite sehen kann? Dass ich Terrorismus verharmlose, sobald seine Täter sich auf Palästina berufen? Dass ich Kriegsverbrechen übersehe, sobald sie von einem Staat begangen werden, der sich auf sein Existenzrecht und seine Sicherheit beruft? Sollte ich mein Urteilsvermögen am Eingang abgeben und mich anschließend einer Mannschaft anschließen, deren Aufgabe darin besteht, die eigenen Verbrechen sprachlich zu verkleinern und die gegnerischen möglichst großflächig zu beleuchten?
Falls das eure Vorstellung von mir war, habt ihr meine Texte offenbar mit bemerkenswerter Ausdauer missverstanden.
Ich habe immer analytisch geschrieben. Ich betrachte einen Vorgang, prüfe die bekannten Tatsachen, suche nach Widersprüchen und ziehe daraus meine Schlüsse. Meine einzelnen Prüfschritte sind häufig beinahe binär: Ist eine Behauptung wahr oder falsch? Ist eine Handlung vertretbar oder unvertretbar? Gibt es einen historischen Zusammenhang oder wird gerade ein handlicher Ausschnitt verkauft? Wird derselbe moralische Maßstab auf alle Beteiligten angewendet oder dient Moral lediglich als Vereinswappen?
Aus diesen einzelnen Fragen entsteht ein komplexes Gesamtbild. Die Tiefe liegt in den Zusammenhängen. Die Klarheit liegt in den Antworten.
Genau deshalb folgen mir viele Menschen. Zumindest dachte ich das.
Inzwischen zeigt sich, dass manche meine Denkweise lediglich so lange schätzten, wie sie beim gewünschten Ergebnis ankam. Wenn ich ihre politischen Gegner zerlegte, galt ich als klarsichtig, mutig und unabhängig. Jetzt richtet sich derselbe Blick auf ihre eigenen Überzeugungen, und plötzlich soll genau diese Unabhängigkeit ein moralischer Defekt sein.
Ich habe mich nicht verändert. Mein Gegenstand hat sich verändert.
Ich lege an die Hamas denselben Maßstab an wie an jede andere Organisation, die Zivilisten ermordet, verschleppt und Terror als politisches Instrument einsetzt. Ich lege an die israelische Regierung denselben Maßstab an wie an jede andere Regierung, die zivile Opfer produziert, internationales Recht missachtet und ihre Gewalt mit einem grenzenlos dehnbaren Begriff der Selbstverteidigung rechtfertigt. Ich verweigere beiden Seiten den Anspruch, ihre Opfer als Blankoscheck für die eigenen Taten zu benutzen.
Das ist keine Neutralität. Es ist auch keine Äquidistanz. Ich sitze nicht irgendwo in der Mitte und verteile aus Höflichkeit an beide Seiten dieselbe Menge Kritik. Ich beurteile jede Handlung für sich. Terror bleibt Terror. Ein Kriegsverbrechen bleibt ein Kriegsverbrechen. Ein totes Kind gewinnt keine andere moralische Bedeutung durch die Sprache, Religion oder Flagge seiner Eltern.
Ich lebe weder in Israel noch in Gaza. Ich verfüge über keine persönliche Kriegserfahrung aus dieser Region, keine familiäre Geschichte dort und keinen geheimen Zugang zur absoluten Wahrheit. Ich habe historische Quellen, dokumentierte Ereignisse, politische Entscheidungen und das sichtbare Handeln der Beteiligten. Mehr steht einem Menschen aus Deutschland seriös kaum zur Verfügung. Daraus bilde ich meine Meinung. Mit dem Blick von außen, den ich immer hatte.
Gerade dieser Blick scheint nun das Problem zu sein.
Die einen erwarteten, dass ich aus dem Terror der Hamas irgendwann doch noch Widerstand mache. Die anderen erwarteten, dass ich jede Handlung der israelischen Regierung als bedauerliche Notwendigkeit akzeptiere. Beide wollten keine Analyse. Sie wollten eine Loyalitätserklärung. Eine moralische Dauerkarte für ihren jeweiligen Block, am besten mit eingeschränkter Sicht auf die eigenen Verbrechen.
Ich liefere sie nicht.
Wer Juden mit Netanjahus Regierung gleichsetzt, betreibt dieselbe geistige Verwüstung wie jemand, der Palästinenser mit der Hamas gleichsetzt. Millionen Menschen werden dabei zu bloßen Verlängerungen politischer Führungen und bewaffneter Organisationen erklärt. Ihre individuellen Ansichten, ihr Widerstand, ihr Leid und schließlich auch ihr Tod verschwinden in einer Mannschaftswertung.
Dann wird jeder getötete Israeli zum Argument für die israelische Regierung und jeder getötete Palästinenser zum Argument für die Hamas. Die Toten erhalten nachträglich politische Mitgliedsausweise. Widerstand zwecklos. Sie sind schließlich bereits tot und können der Vereinnahmung kaum widersprechen.
Mit dieser Art des Denkens kann ich nichts anfangen.
Wer mir deshalb Antisemitismus vorwerfen will, darf gehen. Wer mir Terrorismusbefürwortung unterstellen will, darf ebenfalls gehen. Ihr müsst mir keine privaten Rechtfertigungsromane schicken, keine letzten Worte verkünden und mich anschließend blockieren, bevor ich antworten kann. Entfolgen genügt. Still, heimlich und gern ohne Zeremonie.
Eure Enttäuschung sagt wenig über meine Haltung aus. Sie verrät vor allem, welche Form von Gefolgschaft ihr euch von mir erhofft habt.
Ihr dachtet, mein Blick von außen richte sich ausschließlich auf eure Gegner. Ihr habt meine analytische Unabhängigkeit für persönliche Loyalität gehalten. Solange meine Schlüsse zu eurem Weltbild passten, war ich einer von euch. Jetzt entdeckt ihr, dass ich nie einer von euch war.
Ich war die ganze Zeit derselbe.
Der Bedienungsfehler lag bei euch. Die Anleitung lag offen daneben"
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Dienstag, 23. Juni 2026
Israels Politik der verbrannten Erde
che2001, 12:54h
Im Südlibanon reißen Bulldozer der israelischen Armee Photovoltaikkraftwerke nieder, die den Strom für die Bewässerung der Felder einer ganzen Region liefern. Die Welt schweigt.
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Dienstag, 12. Mai 2026
Kein Ferienziel
che2001, 17:00h

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Mittwoch, 15. April 2026
Tor des Monats
che2001, 18:01h
Ist mal wieder Trump: Führt einen Krieg, zu dessen vorgeblichen Zielen es unter anderem gehört, die freie Durchfahrt durch die Straße von Hormuz zu garantieren um diese zu blockieren, nachdem der Iran, wenn auch gegen Mautpflicht, diese Blockade aufgehoben hat.
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Dienstag, 7. April 2026
Ticketdenken
che2001, 16:46h
Wer jedwede Kritik am Vorgehen des Staats Israel, insbesondere seiner Sreitkräfte, unter Antisemitismus subsummiert beweist eine bedingungslose Ticketmentalität.
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Sonntag, 8. März 2026
Kleiner Hinweis zum Weltfrauentag
che2001, 23:32h
Der iranische Flugkörperangriff auf Kuwait erfolgte, weil Kuwait in den Augen der Mullahs ein Sündenpfuhl ist:
Die haben Frauenwahlrecht und legalen Alkoholverkauf.
Die haben Frauenwahlrecht und legalen Alkoholverkauf.
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Montag, 2. März 2026
Bitte anschnallen, die Geschichte gibt Gas!
che2001, 15:39h
زندگی مبارزه برای آزادی است
Zendegi mobareze baraye azadi ast
برکسودان جیانه
Berxwedan jiyane
Nicht, dass ich dem Hojatoleslam Ali Khameney eine Träne nachweine, ich habe im Gegenteil einen Bordeaux entkorkt. Ein scheußlicher Diktator, der fast fünfzig Jahre lang Menschen hat quälen und töten lassen, insgesamt hunderttausende, wurde beseitigt. Dennoch ist das, was Isis und Amis da getan haben ein völkerrechtswidriger Angriffskrieg, und ich unterstelle sowohl Netanjahu als auch Trump, (auch) aus sehr persönlichen Motivationen gehandelt zu haben.
Ich bin jetzt sehr gespannt, was im Iran selber passiert.
Fast zeitgleich hat Pakistan Afghanistan offiziell den Krieg erklärt. Scheint so, dass es den reaktionärsten Islamisten insgesamt an den Kragen bzw. Fez oder Turban geht.
Zendegi mobareze baraye azadi ast
برکسودان جیانه
Berxwedan jiyane
Nicht, dass ich dem Hojatoleslam Ali Khameney eine Träne nachweine, ich habe im Gegenteil einen Bordeaux entkorkt. Ein scheußlicher Diktator, der fast fünfzig Jahre lang Menschen hat quälen und töten lassen, insgesamt hunderttausende, wurde beseitigt. Dennoch ist das, was Isis und Amis da getan haben ein völkerrechtswidriger Angriffskrieg, und ich unterstelle sowohl Netanjahu als auch Trump, (auch) aus sehr persönlichen Motivationen gehandelt zu haben.
Ich bin jetzt sehr gespannt, was im Iran selber passiert.
Fast zeitgleich hat Pakistan Afghanistan offiziell den Krieg erklärt. Scheint so, dass es den reaktionärsten Islamisten insgesamt an den Kragen bzw. Fez oder Turban geht.
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Montag, 29. Dezember 2025
Zum Donbass
che2001, 23:22h
Es wird behauptet: "Die Ukraine hat ab 2014 den Donbass, ein Gebiet mit russlandfreundlichen Menschen in der Ostukraine, beschossen. Es gab dort Tausende Opfer unter Zivilisten." Diese Behauptung ist falsch.
Richtig ist: Diese Behauptung wird von
russischer Seite gezielt als Vorwand für den Angriffskrieg gestreut. Es gab vor der russischen Invasion keine Bombardierung des Donbass
durch die Ukraine.
Immer wieder wird behauptet, die Ukraine sei verantwortlich für „15 000 Tote im Donbass“ seit 2014 und habe „die eigenen Leute“ bombardiert, sodass Russland „schützend eingreifen musste“. Das ist ein durch Wladimir Putin und Russland gezielt konstruierter Vorwand für den Krieg.
Russland verbreitet diese Falschinformationen im Rahmen der hybriden Kriegsführung besonders in Deutschland. Die Zahl „15 000“ stammt aus Aufrundungen der Schätzungen der Vereinten Nationen. Allerdings handelt es sich dabei nicht um Opfer angeblicher ukrainischer Angriffe. Die Zahlen der Vereinten Nationen gehen von etwa 3500 getöteten Zivilisten aus, etwa 4000 ukrainischen Soldaten, etwa 5500 Toten bei den von Russland angeleiteten bewaffneten Separatisten.
Es lässt sich bei den etwa 3500 zivilen Opfern im Donbass der Jahre 2014 und 2015 nicht genau sagen, ob sie sich auf einer Seite der Auseinandersetzung verorteten und ob diese Menschen „pro-ukrainisch“ oder „pro-russisch” waren.
Enthalten sind in der Zahl auch die 298 Passagiere des abgeschossenen Flugs MH17. Es ist besonders zynisch, die getöteten Menschen ausgerechnet der Ukraine anrechnen zu wollen angesichts der Tatsache, dass das Passagierflugzeug durch von Russland gesteuerte Separatisten mit russischen Flugabwehrraketen abgeschossen wurde.
Nach den Jahren 2014 und 2015 sank die Zahl der Opfer im Donbass. Laut dem letzten Bericht der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) kamen 161 Zivilisten im Zeitraum von Januar 2017 bis Mitte September 2020 ums Leben – etwa gleich viele auf beiden Seiten. Etwa die Hälfte dieser Opfer starb durch Unfälle mit Minen und Blindgängern.
Es gab vor dem Beginn des russischen Großangriffs auf die Ukraine am 24. Februar 2022 keine „Bombardierungen“ der Zivilbevölkerung im Donbass durch die Ukraine und es gab auch keinerlei Pläne der Ukraine, den Donbass militärisch angreifen zu wollen.
Weder die OSZE-Beobachtermission, die mit dem Einverständnis Russlands seit 2014 die Lage beobachtete, noch der Bericht der Vereinten Nationen vom September 2021 sehen Anzeichen für einen Genozid oder gezieltes Vorgehen der Ukraine gegen die „pro-russische Zivilbevölkerung“.
Ein Bericht des UNHCR (Hochkommissariat der Vereinten Nationen für Flüchtlinge) vom Juli 2016 fasst zusammen: „Der bewaffnete Konflikt, der durch den Zustrom ausländischer Kämpfer und Waffen aus der Russischen Föderation angeheizt wird, ist für die meisten Verletzungen des Rechts auf Leben in der Ukraine in den letzten zwei Jahren verantwortlich.“
Die russische Propaganda hat die offizielle Gesamtzahl nach den Angaben der Vereinten Nationen auf „15 000“ aufgerundet und daraus entgegen der Sachlage propagandistisch „Opfer der ukrainischen Angriffe auf den Donbass“ gemacht. Bis heute wird diese Propaganda in Diskussionen um den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und die ukrainische Selbstverteidigung ständig wiederholt. Durch Fakten ist sie nicht gedeckt.
Zitiert nach via Nico Lange auf Twitter
Richtig ist: Diese Behauptung wird von
russischer Seite gezielt als Vorwand für den Angriffskrieg gestreut. Es gab vor der russischen Invasion keine Bombardierung des Donbass
durch die Ukraine.
Immer wieder wird behauptet, die Ukraine sei verantwortlich für „15 000 Tote im Donbass“ seit 2014 und habe „die eigenen Leute“ bombardiert, sodass Russland „schützend eingreifen musste“. Das ist ein durch Wladimir Putin und Russland gezielt konstruierter Vorwand für den Krieg.
Russland verbreitet diese Falschinformationen im Rahmen der hybriden Kriegsführung besonders in Deutschland. Die Zahl „15 000“ stammt aus Aufrundungen der Schätzungen der Vereinten Nationen. Allerdings handelt es sich dabei nicht um Opfer angeblicher ukrainischer Angriffe. Die Zahlen der Vereinten Nationen gehen von etwa 3500 getöteten Zivilisten aus, etwa 4000 ukrainischen Soldaten, etwa 5500 Toten bei den von Russland angeleiteten bewaffneten Separatisten.
Es lässt sich bei den etwa 3500 zivilen Opfern im Donbass der Jahre 2014 und 2015 nicht genau sagen, ob sie sich auf einer Seite der Auseinandersetzung verorteten und ob diese Menschen „pro-ukrainisch“ oder „pro-russisch” waren.
Enthalten sind in der Zahl auch die 298 Passagiere des abgeschossenen Flugs MH17. Es ist besonders zynisch, die getöteten Menschen ausgerechnet der Ukraine anrechnen zu wollen angesichts der Tatsache, dass das Passagierflugzeug durch von Russland gesteuerte Separatisten mit russischen Flugabwehrraketen abgeschossen wurde.
Nach den Jahren 2014 und 2015 sank die Zahl der Opfer im Donbass. Laut dem letzten Bericht der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) kamen 161 Zivilisten im Zeitraum von Januar 2017 bis Mitte September 2020 ums Leben – etwa gleich viele auf beiden Seiten. Etwa die Hälfte dieser Opfer starb durch Unfälle mit Minen und Blindgängern.
Es gab vor dem Beginn des russischen Großangriffs auf die Ukraine am 24. Februar 2022 keine „Bombardierungen“ der Zivilbevölkerung im Donbass durch die Ukraine und es gab auch keinerlei Pläne der Ukraine, den Donbass militärisch angreifen zu wollen.
Weder die OSZE-Beobachtermission, die mit dem Einverständnis Russlands seit 2014 die Lage beobachtete, noch der Bericht der Vereinten Nationen vom September 2021 sehen Anzeichen für einen Genozid oder gezieltes Vorgehen der Ukraine gegen die „pro-russische Zivilbevölkerung“.
Ein Bericht des UNHCR (Hochkommissariat der Vereinten Nationen für Flüchtlinge) vom Juli 2016 fasst zusammen: „Der bewaffnete Konflikt, der durch den Zustrom ausländischer Kämpfer und Waffen aus der Russischen Föderation angeheizt wird, ist für die meisten Verletzungen des Rechts auf Leben in der Ukraine in den letzten zwei Jahren verantwortlich.“
Die russische Propaganda hat die offizielle Gesamtzahl nach den Angaben der Vereinten Nationen auf „15 000“ aufgerundet und daraus entgegen der Sachlage propagandistisch „Opfer der ukrainischen Angriffe auf den Donbass“ gemacht. Bis heute wird diese Propaganda in Diskussionen um den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und die ukrainische Selbstverteidigung ständig wiederholt. Durch Fakten ist sie nicht gedeckt.
Zitiert nach via Nico Lange auf Twitter
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Montag, 6. Oktober 2025
Ferdinand von Schirach zum Oktobermassaker zu Yom Kippur 2023
che2001, 18:25h
"Die Massaker der Hamas-Terroristen am 7. Oktober 2023 in Israel sind in über 60.000 Videos dokumentiert. Trotzdem schenken viele Menschen Falschinformationen aus den sozialen Medien Glauben. Wie kann das sein?
Am 7. Oktober 2023 zerstören Hamas-Terroristen den Grenzzaun zu Israel. Rund 3000 Kämpfer dringen über den Land-, See- und Luftweg in das Land ein. Die Terroristen schießen wahllos auf Passanten, sie plündern, morden und vergewaltigen in 22 Ortschaften an der Grenze.
Bei Re’im findet gerade ein Musikfestival statt. Die Terroristen stürmen das Gelände und feuern in die Menge. Sie ermorden 364 Festivalbesucher, viele wurden zuvor noch gefoltert und vergewaltigt.
Die „New York Times“ recherchierte sehr umfangreich über die sexuelle Gewalt gegen Frauen. Danach berichten Zeugen von Frauen- und Mädchenleichen mit gespreizten Beinen, abgerissener Kleidung und deutlichen Anzeichen von Missbrauch im Genitalbereich. Videos zeigen zwei tote israelische Soldatinnen, denen offenbar direkt in die Vagina geschossen wurde. Auf einem Foto ist eine Frauenleiche zu sehen, der Nägel in die Oberschenkel und die Leistengegend gehämmert wurden. Eine Festivalbesucherin sagt aus, sie habe sich während des Massakers unter einem Baum versteckt und mit Gras bedeckt, weil ihr in den Rücken geschossen wurde. Sie habe gesehen, wie einer Frau die Hose bis zum Knie heruntergezogen worden sei. Ein Mann habe hinter ihr gestanden und sie vergewaltigt. Jedes Mal, wenn sie zurückgewichen sei, habe er ihr mit einem Messer in den Rücken gestochen. Eine andere Frau, so die Zeugin, sei von einem Terroristen vergewaltigt worden, während ein weiterer Mann mit einem Cuttermesser ihre Brüste abgeschnitten habe. In Be’eri und Kfar Aza wurden in sechs Häusern Leichen von Frauen und Mädchen gefunden. Sie waren nackt, verstümmelt und gefesselt.
An diesem Tag werden 1139 Menschen ermordet. Darunter sind 695 Zivilisten, einschließlich 36 Jugendliche und Kinder. Ein Ersthelfer sagt vor der Knesset aus, er habe abgetrennte Schädel von drei Kindern gesehen.
Vor 75 Jahren erschien George Orwells Roman „1984“. Heute denken die meisten Menschen bei dem Titel an den Überwachungsstaat, an „Big Brother is watching you“, „Der Große Bruder sieht dich“. Aber eine andere Idee des Romans reicht weiter.
In dem Roman verändert das „Wahrheitsministerium“ die Sprache der Menschen und damit die Wahrheit. Dieses Ministerium „war ein riesiger pyramidenartiger, weiß schimmernder Betonbau, der sich terrassenförmig dreihundert Meter hoch in die Luft reckte. Von der Stelle, wo Winston stand, konnte man gerade noch die in schönen Lettern in seine weiße Front gemeißelten drei Wahlsprüche der Partei entziffern: ,Krieg bedeutet Frieden / Freiheit ist Sklaverei / Unwissenheit ist Stärke‘.“
Das Gegenteil der Wahrheit wird geglaubt, wenn sie nur oft genug behauptet wird. Vergangenheit lässt sich verändern, Tatsachen gelten nichts. George Orwell hatte recht. Am Anfang waren es nur alberne Verschwörungstheorien: Die Mondlandung sei von Stanley Kubrick im Auftrag der US-Regierung inszeniert worden. Die Welt würde von Reptiloiden regiert, die sich als Menschen tarnen, wie zum Beispiel Barack Obama, die Queen oder Angela Merkel. Die Erde sei eine Scheibe. Paul McCartney sei schon lange tot, Walt Disney nur eingefroren, und Elvis lebe noch. Dann wurde es ernster. Die Terroranschläge am 11. September 2001 auf das World Trade Center in New York seien von der US-Regierung selbst durchgeführt worden. Der Bevölkerung wären über den Corona-Impfstoff heimlich Mikrochips implantiert worden. Globale Eliten würden Zuwanderungsströme steuern. Putin erklärt, die Ukraine sei ein von Nazis unterwanderter Staat, der Genozid an der eigenen Bevölkerung verüben wolle. Und Donald Trump verkündet noch immer, er habe die Wahl gewonnen.
Opfer werden zu Tätern, Täter zu Opfern
Die sozialen Medien sind weitaus mächtiger, als es ein „Wahrheitsministerium“ je sein könnte. Mit einem Tastenklick werden dort Opfer zu Tätern und Täter zu Opfern gemacht. Wahrheit ist heute nur noch eine Meinung – und man darf ja wohl auch anderer Meinung sein. Die Wirklichkeit scheint nicht mehr zu existieren, selbst bei den schrecklichsten Verbrechen.
Zu den Massakern am 7. Oktober 2023 in Israel gibt es über 1500 Zeugenaussagen, über 60.000 Videos – unter anderem aus den beschlagnahmten Körperkameras der Terroristen – und zahllose Fotos der Morde, Folterungen und Vergewaltigungen. Trotzdem glauben über 90 Prozent der Palästinenser im Gazastreifen und Westjordanland, die Hamas habe in Israel keine Gräueltaten verübt. Twitter, TikTok und Telegram werden mit Terrorpropaganda, Falschinformationen und Antisemitismus überschwemmt. Und das funktioniert: Auf der Sonnenallee in Berlin feiert am Abend des 7. Oktober das palästinensische Netzwerk Samidoun den Angriff der Hamas. Süßgebäck wird dabei an Passanten verschenkt. In London, Stockholm, Barcelona, Washington, New York, Chicago, Sydney und anderen Städten jubeln Menschen über den Terroranschlag auf Israel. Schon zwei Wochen nach den Morden gehen in London 100.000 Demonstranten für die Palästinenser auf die Straße. Die Terroristen nahmen am 7. Oktober 2023 in Israel 251 Geiseln. An dem Tag, an dem ich diesen Text schreibe, sind nach Zählung der Zeitung „Haaretz“ noch immer 66 Menschen in der Gewalt der Hamas, 35 Entführte wurden bereits für tot erklärt. Die jüngste Geisel ist ein Baby. Der Junge war achteinhalb Monate alt, als er entführt wurde.
In Orwells „1984“ heißt es: „Wenn Sie sich ein Bild von der Zukunft machen wollen, dann stellen sie sich einen Stiefel vor, der ein menschliches Gesicht zertrampelt – unaufhörlich.“
Diese Stiefel sind heute die sozialen Medien."
Ferdinand von Schirach wurde 1964 in München geboren, studierte Jura in Bonn und arbeitete als Rechtsanwalt in Berlin. Mit Kurzgeschichten, Theaterstücken und Drehbüchern wurde er als Schriftsteller bekannt. Heute ist von Schirach ein vielfach ausgezeichneter Bestsellerautor und gilt als einer der außergewöhnlichsten Stilisten.
Dieser Text darf auf ausdrücklichen Wunsch des Autors unentgeltlich nachgedruckt werden.
Am 7. Oktober 2023 zerstören Hamas-Terroristen den Grenzzaun zu Israel. Rund 3000 Kämpfer dringen über den Land-, See- und Luftweg in das Land ein. Die Terroristen schießen wahllos auf Passanten, sie plündern, morden und vergewaltigen in 22 Ortschaften an der Grenze.
Bei Re’im findet gerade ein Musikfestival statt. Die Terroristen stürmen das Gelände und feuern in die Menge. Sie ermorden 364 Festivalbesucher, viele wurden zuvor noch gefoltert und vergewaltigt.
Die „New York Times“ recherchierte sehr umfangreich über die sexuelle Gewalt gegen Frauen. Danach berichten Zeugen von Frauen- und Mädchenleichen mit gespreizten Beinen, abgerissener Kleidung und deutlichen Anzeichen von Missbrauch im Genitalbereich. Videos zeigen zwei tote israelische Soldatinnen, denen offenbar direkt in die Vagina geschossen wurde. Auf einem Foto ist eine Frauenleiche zu sehen, der Nägel in die Oberschenkel und die Leistengegend gehämmert wurden. Eine Festivalbesucherin sagt aus, sie habe sich während des Massakers unter einem Baum versteckt und mit Gras bedeckt, weil ihr in den Rücken geschossen wurde. Sie habe gesehen, wie einer Frau die Hose bis zum Knie heruntergezogen worden sei. Ein Mann habe hinter ihr gestanden und sie vergewaltigt. Jedes Mal, wenn sie zurückgewichen sei, habe er ihr mit einem Messer in den Rücken gestochen. Eine andere Frau, so die Zeugin, sei von einem Terroristen vergewaltigt worden, während ein weiterer Mann mit einem Cuttermesser ihre Brüste abgeschnitten habe. In Be’eri und Kfar Aza wurden in sechs Häusern Leichen von Frauen und Mädchen gefunden. Sie waren nackt, verstümmelt und gefesselt.
An diesem Tag werden 1139 Menschen ermordet. Darunter sind 695 Zivilisten, einschließlich 36 Jugendliche und Kinder. Ein Ersthelfer sagt vor der Knesset aus, er habe abgetrennte Schädel von drei Kindern gesehen.
Vor 75 Jahren erschien George Orwells Roman „1984“. Heute denken die meisten Menschen bei dem Titel an den Überwachungsstaat, an „Big Brother is watching you“, „Der Große Bruder sieht dich“. Aber eine andere Idee des Romans reicht weiter.
In dem Roman verändert das „Wahrheitsministerium“ die Sprache der Menschen und damit die Wahrheit. Dieses Ministerium „war ein riesiger pyramidenartiger, weiß schimmernder Betonbau, der sich terrassenförmig dreihundert Meter hoch in die Luft reckte. Von der Stelle, wo Winston stand, konnte man gerade noch die in schönen Lettern in seine weiße Front gemeißelten drei Wahlsprüche der Partei entziffern: ,Krieg bedeutet Frieden / Freiheit ist Sklaverei / Unwissenheit ist Stärke‘.“
Das Gegenteil der Wahrheit wird geglaubt, wenn sie nur oft genug behauptet wird. Vergangenheit lässt sich verändern, Tatsachen gelten nichts. George Orwell hatte recht. Am Anfang waren es nur alberne Verschwörungstheorien: Die Mondlandung sei von Stanley Kubrick im Auftrag der US-Regierung inszeniert worden. Die Welt würde von Reptiloiden regiert, die sich als Menschen tarnen, wie zum Beispiel Barack Obama, die Queen oder Angela Merkel. Die Erde sei eine Scheibe. Paul McCartney sei schon lange tot, Walt Disney nur eingefroren, und Elvis lebe noch. Dann wurde es ernster. Die Terroranschläge am 11. September 2001 auf das World Trade Center in New York seien von der US-Regierung selbst durchgeführt worden. Der Bevölkerung wären über den Corona-Impfstoff heimlich Mikrochips implantiert worden. Globale Eliten würden Zuwanderungsströme steuern. Putin erklärt, die Ukraine sei ein von Nazis unterwanderter Staat, der Genozid an der eigenen Bevölkerung verüben wolle. Und Donald Trump verkündet noch immer, er habe die Wahl gewonnen.
Opfer werden zu Tätern, Täter zu Opfern
Die sozialen Medien sind weitaus mächtiger, als es ein „Wahrheitsministerium“ je sein könnte. Mit einem Tastenklick werden dort Opfer zu Tätern und Täter zu Opfern gemacht. Wahrheit ist heute nur noch eine Meinung – und man darf ja wohl auch anderer Meinung sein. Die Wirklichkeit scheint nicht mehr zu existieren, selbst bei den schrecklichsten Verbrechen.
Zu den Massakern am 7. Oktober 2023 in Israel gibt es über 1500 Zeugenaussagen, über 60.000 Videos – unter anderem aus den beschlagnahmten Körperkameras der Terroristen – und zahllose Fotos der Morde, Folterungen und Vergewaltigungen. Trotzdem glauben über 90 Prozent der Palästinenser im Gazastreifen und Westjordanland, die Hamas habe in Israel keine Gräueltaten verübt. Twitter, TikTok und Telegram werden mit Terrorpropaganda, Falschinformationen und Antisemitismus überschwemmt. Und das funktioniert: Auf der Sonnenallee in Berlin feiert am Abend des 7. Oktober das palästinensische Netzwerk Samidoun den Angriff der Hamas. Süßgebäck wird dabei an Passanten verschenkt. In London, Stockholm, Barcelona, Washington, New York, Chicago, Sydney und anderen Städten jubeln Menschen über den Terroranschlag auf Israel. Schon zwei Wochen nach den Morden gehen in London 100.000 Demonstranten für die Palästinenser auf die Straße. Die Terroristen nahmen am 7. Oktober 2023 in Israel 251 Geiseln. An dem Tag, an dem ich diesen Text schreibe, sind nach Zählung der Zeitung „Haaretz“ noch immer 66 Menschen in der Gewalt der Hamas, 35 Entführte wurden bereits für tot erklärt. Die jüngste Geisel ist ein Baby. Der Junge war achteinhalb Monate alt, als er entführt wurde.
In Orwells „1984“ heißt es: „Wenn Sie sich ein Bild von der Zukunft machen wollen, dann stellen sie sich einen Stiefel vor, der ein menschliches Gesicht zertrampelt – unaufhörlich.“
Diese Stiefel sind heute die sozialen Medien."
Ferdinand von Schirach wurde 1964 in München geboren, studierte Jura in Bonn und arbeitete als Rechtsanwalt in Berlin. Mit Kurzgeschichten, Theaterstücken und Drehbüchern wurde er als Schriftsteller bekannt. Heute ist von Schirach ein vielfach ausgezeichneter Bestsellerautor und gilt als einer der außergewöhnlichsten Stilisten.
Dieser Text darf auf ausdrücklichen Wunsch des Autors unentgeltlich nachgedruckt werden.
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