Mittwoch, 27. Juni 2018
Flow
Gehen in winzigen Schritten, Schrittlänge etwa zehn Zentimeter, sehr langsam, rhythmische Vollatmung. Niemals stehenbleiben, keine Zwischenrast. Es hat etwas meditatives. Andere überholen mich schnellen Schrittes. Am Ende habe ich sie überholt. Das richtige Gehen am Berg kennt keine Eile, nur diszipliniertes Haushalten mit den Kräften. Temperaturwechsel zwischen 20 und 0 Grad, ohne die durchgeschwitzte Kleidung wechseln zu können, abends in die Sauna.















Schnee selbst in der berüchtigten Nordwand, ich hatte gedacht dass die viel zu steil sei als dass er sich da halten könnte.








Am Abend übermannt einen der Schlaf, tiefer als er jemals im Flachland und Alltag ist. Glücksgefühle.

... link (2 Kommentare)   ... comment


Samstag, 23. Juni 2018
Die nördlichste Stadt Italiens
ist bekanntlich Lienz in Osttirol, Ort der Entspannung nach den ersten Bergtouren.









Flanieren, Spaghetti nach sehr südlichem (sizilianischem) Rezept essen, die aktuelle Ausstellung in Schloss Bruck besuchen, Eis schlecken, sehnsuchtsvoll schönen Frauen hinterhersehen (erreichbar die Bergkameradin mit der ich den Abend verbringen werde, andere so unerreichbar wie ferne Galaxien im Hubble-Teleskop), und die politische Realität ist hier genauso offensichtlich präsent wie im JUZI, ARAB oder Conne Island.


Welche Realität, Papa?

Es gibt nur eine.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Mittwoch, 20. Juni 2018
Der dritte Tag
5 Gipfel an einem Stück. Und ich bin gar nicht gut in Form, gehe unheimlich langsam mit vielen Pausen. Allerdings auf einem sonnendurchglühten Grat, und meinen gemessenen Werte sind gut: 85 Bpm im Anstieg, 104 beim Klettern, 64 im Abstieg. Mein Herz selber pocht in den Schläfen, aber das ist Schlagvolumen, nicht Geschwindigkeit. Vor mir sind schon die Paraglider am Start.




Über uns kurbeln vier Adler in der Thermik. Es blühen die Alpenrosen, die eigentlich keine Rosen sondern Rhododendron sind, die im Himalaya ganze Wälder bilden.






Ein etwas expressionistischer Heiland grüßt am Weg in den Grat, dann geht es los.





Diese Zinnen müssen überschritten werden, und es ist brütend heiß.







Es blüht der Stengellose Enzian ebenso wie das Edelweiss, beide Pflanzen gibt es hier in Massen.






Der Aufstieg ist anspruchsvoll.







Am Ende aber werde ich mit einem großartigen Ausblick belohnt.













Auch wenn ich im größten Teil meines Lebens völlig andere Dinge tue - Berge! Dafür lohnt es sich zu leben!

... link (4 Kommentare)   ... comment


Dienstag, 19. Juni 2018
Nachschlag zum Dieselskandal
https://www.youtube.com/watch?v=j7WwNd-7fVg

... link (0 Kommentare)   ... comment


Wieder auf der Höhe
Endlich bin ich wieder in den Bergen. Welch ein Kontrast - 24 Grad im Tal, und ich überquere ein Schneefeld.

Der Sommer hat noch nicht Einzug gehalten, ich muss eine geplante Hochtour absagen da die Zugangsscharte hüfttief voller Schnee ist, wird wohl stattdessen auf Kletterei in sonnenbeschienen Felswänden hinauslaufen.

Ich erfahre interessante Dinge über die Verhältnisse die hier früher herrschten: Die Almen waren nur mühselig über beschwerliche Steige erreichbar wofür man Stunden brauchte. Daher wurde die Käse- und Butter-Produktion auf der Alm betrieben, die Senner lieferten fertige Produkte an die Bauern die diese für sich selbst verbrauchten, reine Subsistenzwirtschaft. Dann wurde eine Straße gebaut, eigentlich als Erschließungsmaßnahme zum Bau eines Kraftwerks die am entschlossenen Widerstand der Bevölkerung (vor allem der Frauen) scheiterte. Dafür nutzen die Bauern sie um in Minuten auf den Almen zu sein. Senner gibt es nicht mehr, die Milch wird frisch an Molkereien geliefert. Die Sennhütten sind teils noch bewohnt, dienen aber nicht mehr ihrem früheren Zweck. An den Milchkannen die noch on Gebrauch sind stehen Inbetriebnahmedaten wie "1892". Sogar eine Kirche gab es hier oben, heute funktionslos.





















Heute miaut mein Muskelkater, morgen wird er fauchen. Ich schwitze beim Bergsteigen so als sei ich 5 Stunden in der Sauna, aber die Funktionsklamotten müssen nicht gewaschen werden: Es reicht, sie nachtsüber in den Wind zu hängen.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Freitag, 15. Juni 2018
Nostalgie
Ostalgie der Ostgoten die die Täterä zwar nicht zurückhaben wollen, aber Teutschland ohne Migranten, eine Partei die die Verhältnisse von vor 1968 wiedererschaffen will, ein US-Präser, der die Cowboy-US und a reinkarnieren möchte - im tiefen Kern wünscht sich die Welt noch viel zurücker. Wenn in Produktion und Emission wir schön fleissig und zugleich dumm sind ist´s möglich, dass bald wir schon im Paläozoikum sind. Ach wär das schön, das wäre sie - die absolute Nostalgie.

... link (1 Kommentar)   ... comment


Sonntag, 10. Juni 2018
K2!
Eine Bergkameradin hat es tatsächlich gemacht und den Berg der Berge bezwungen. Sie schildert es als, was sollte es auch sonst sein, ihre größte bergsteigerische Erfahrung und als Grenzerlebnis, meint aber auch dass sie die Strapazen nicht ihrem schlimmsten Feind zumuten wollte. Hier waren nicht nur die bergsteigerische Schwierigkeit, die Eiseskälte und die dünne Luft lebensbedrohlich, sondern die pure Anstrengung selber.


... link (2 Kommentare)   ... comment


Montag, 21. Mai 2018
Schlampert
Ich war mal wieder auf so einem Vertriebsseminar und bekam da mit was so an Anbaggerei abläuft. Spielte sich zwischen Leuten ab die altersmäßig meine Kinder sein könnten. Da machte ein Typ der ein ziemlicher Nerd ist, überhaupt kein Angräber einer Frau ein sehr zurückhaltendes Kompliment, und sie erwiderte ziemlich harsch, dass sie Single sei und es von daher natürlich völlig okay wenn sie während des Seminars mit einem Mann Sex hätte, aber so eine wäre sie nicht, sie sei ja keine Schlampe, das würde er aber von ihr denken. Nun wandten mehrere Kollegen ein dass er das weder gesagt noch gemeint habe, sie solle mal wieder runterkommen, worauf sie noch saurer wurde und meinte das wäre mal wieder typisch Männersolidarität, die schützten sich alle gegenseitig und schickte alle anwesenden Männer weg. Bis auf Einen. Das war von allen der größte, bestaussehendste und virilste, wahrscheinlich auch der größte Macho. Mit dem landete sie 2 Tage später im Bett. Für mich als Zuschauer war das wie ein verlässlich ablaufendes Drehbuch. Und die Aussage "Ich bin keine Schlampe" so eine Art paradoxe Balzwerbung. Alle anderen Männer die an dem Abend mit ihr geredet hatten wurden von ihr in den Folgetagen durchbeleidigt.

Btw. ich habe ja auch so meine Seminartechtel, und als ich so jung war wie meine KollegInnen war die Aussicht auf einen Onenighstand oft der Grund auf eine Party zu gehen. Da wäre aber niemals jemand auf die Idee gekommen für eine Frau mit bunten Sexkontakten den Begriff "Schlampe" zu verwenden. Die Vorstellung, Männer mit vielen Aufrissen seien tolle Hechte und Frauen mit dem gleichen Verhalten Schlampen - die meine jungen KollegInnen fast durchweg teilen und auch als sozusagen Naturgesetz ansehen - erschien uns damals, in den 1980ern/90ern, als ewiggestrig und quasi historisch überholt, Frauen prahlten genauso mit ihren Aufrissen wie Männer. Meine Schwester hatte in ihren frühen Zwanzigern zeitweise jede Woche einen anderen Mann in ihrem Bett und mich seinerzeit dafür kritisiert dass ich das nicht genauso handhabte. Das war sogar geradezu eine Moralpredigt: "Warum lebst Du Dich nicht aus?" Und ich war damals viel zu gehemmt dazu das zu tun. Als ich davon erzählte wurde ich für verrückt erklärt, bzw. der Wahrheitsgehalt meiner Aussage bestritten.

Andererseits, aus meiner Sicht betrachtet, von der ich sagen würde dass es eine libertinäre ist ist diese Macho-Sichtweise mit tollen Hechten und Schlampen eigentlich vom Geschlechtsrollenbild der Islamisten nur noch graduell verschieden. Und ein entschiedener backlash dass so etwas heute wieder normal zu sein scheint.


BtW was die Dame und einige ihrer Kolleginnen hingegen unter Business Suit verstehen würde in meiner Welt als "nuttig" bezeichnet.

Sehr witzig dann auch ein Gespräch über Freizeitaktivitäten in dem ich berichtete dass ich gerne in einer Clubsauna relaxe. Das heißt bei mir die Sauna meines Fitnesscenters und Kampfsportdojos, sie dachten dabei alle an ein Puff.


Was mich allerdings völlig befremdete ist die Art und Weise wie diese jungen Leute -Altersschnitt so Mitte 20 - ihre Pausen miteinander verbringen, miteinander reden wenn nicht über Sachthemen diskutiert und nicht geflirtet wird und was da für lustig gehalten wird. Das ist so eine Haha-Ballermann-Fröhlichkeit, als besonders witzig gilt es unter den Männern, sich gegenseitig auf dem Smartphone Porno-Videos mit ironischem Subtext unter die Nase zu halten über die dann minutenlang abgelacht wird mit Schenkelklopfen und durch die Gegend Springen; meldet sich ein Kollege im Plenum mit flächig hochgehaltener Hand wird sofort an den Hitlergruß gedacht und wieder abgelacht, Hitler ist ja auch so ungemein witzig. Neckereien wie Kollegen das Smartphone verstecken oder jemandem der mit Anderen im Gespräch ist auf den Rücken zu kloppen und dann wegzurennen sind üblich, ebenso wie ungefragt mit dem Phone des Anderen herumzuspielen. Als wir 25 waren waren unsere Verhaltensweisen auf jeden Fall wesentlich reifer, ich hatte das Gefühl es hier mit einer zehnten Klasse zu tun zu haben.

... link (1 Kommentar)   ... comment


Geilomat, geil und nochmals geil!
Der aktuelle Spieltag schlägt alles: Die Frauen von VFL Wolfsburg besiegen Bayern München, und die Männer von Eintracht Frankfurt auch! Absolut Super, das waren geniale Spiele!

... link (0 Kommentare)   ... comment


Samstag, 19. Mai 2018
Happy 70, Grace Jones!
Dieser Ausnahmediva und starken Frau alles Erdenklich Gute!

https://www.youtube.com/watch?v=4VdQSOHV1v8

... link (0 Kommentare)   ... comment