Freitag, 7. August 2026
Millionen Honorarverluste: Was das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz die Kassenärzte kosten wird – eine Beispielrechnung
Christian Beneker, Medscape

05. August 2026

Die finanziellen Verluste der Praxen durch das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz sind bedeutend. Allein in Niedersachsen wird der Honorarverlust für die Praxen im Land ab dem Jahr 2027 rechnerisch jährlich 380 Millionen Euro betragen, wie die KV Niedersachsen (KVN) auf Nachfrage von Medscape mitteilt. Das bedeute für die Praxen einen durchschnittlichen Honorarverlust von 7,4 %.

„Der daraus resultierende Rückgang des Gewinns wird je nach Kostenanteil der Praxis deutlich höher ausfallen“, so die KVN. „Der Verlust wird von Arztgruppe zu Arztgruppe und von Praxis zu Praxis je nach Leistungsspektrum stark variieren.“ Eine HNO-Praxis mit voll ausgelasteter, offener Sprechstunde muss sich auf einen jährlichen Honorarverlust von durchschnittlich 16 % einstellen. Und ein Kardiologe mit einem großen Anteil an Hausarztvermittlungsfällen wird mit minus 25 % deutlich stärker belastet als etwa ein konventionell tätiger Orthopäde, der an der Terminvermittlung gar nicht teilgenommen hat.

Der Verlust wird von Arztgruppe zu Arztgruppe und von Praxis zu Praxis je nach Leistungsspektrum stark variieren.

KV Niedersachsen

„Nach Bewertung der KVN werden mit dem Beitragssatzstabilisierungsgesetz die Strukturen der ambulanten vertragsärztlichen Versorgung insbesondere in finanzieller Hinsicht nachhaltig geschwächt und destabilisiert. Dies wird Auswirkungen auf die tägliche Arbeit in ihren Praxen haben“, so die KVN.


Mit dem Beitragssatzstabilisierungsgesetz werden die Strukturen der ambulanten vertragsärztlichen Versorgung insbesondere in finanzieller Hinsicht nachhaltig geschwächt und destabilisiert



Die Gesamtkürzungen resultieren in erster Linie aus der Streichung der Neupatientenregelung (TSVG-Boni), strikten Deckelungen der Honorare und dem Wegfall von Extrabudgets (extrabudgetäre Leistungen), was gravierende Einzelverluste verursacht.

So fällt zum Beispiel unter anderem die extrabudgetäre Vergütung der TSS-Vermittlungsfälle weg. Das gilt auch für die Hausarztvermittlungsfälle und die Fälle der offenen Sprechstunde. Außerdem entfallen alle extrabudgetären Vergütungen von EBM-Leistungen. Es gelten hier aber eine Reihe von Ausnahmen, zum Beispiel die Substitutionsbehandlungen, nicht-ärztliche Dialyseleistungen oder Leistungen der kinderpsychiatrischen Grundversorgung.

Darüber hinaus gilt zukünftig die anteilige Rücknahme der Entbudgetierung der Hausärzte. Zudem fallen weg: Die Vergütung der ePA-Erstbefüllung, die Hygienezuschläge auf Versicherten- und Grundpauschalen, die homöopathischen und anthroposophischen Leistungen einschließlich Arzneimitteln oder die Vergütung für die ärztliche Beratung zur Organ- und Gewebespende.


Eine Beispielrechnung
Addiert man die wegfallenden Extrabudgets und die strikten Budgetkürzungen, ergebe sich zum Beispiel für eine durchschnittliche kardiologische Praxis ein geschätzter Honorarverlust von rund 24.000 bis 30.000 Euro pro Jahr, rechnet die KV Niedersachsen vor.

Die Musterberechnung zeigt den Verlust an einem repräsentativen Quartalsbeispiel, basierend auf durchschnittlichen Praxiskennzahlen. Für kardiologische Praxen fallen ab dem 1. Januar 2027 demnach primär folgende Positionen weg:

Die finanziellen Anreize für schnelle Termine (TSVG-Anreize): Die extrabudgetären finanziellen Anreize für Terminvermittlungen von 16,69 Euro fallen weg. Bei angenommenen 35 Fällen pro Quartal beträgt der Verlust jährlich 2.336 Euro.
Sämtliche Vergütungsanstiege für medizinische Leistungen werden gesetzlich gedeckelt, und die Gesamtvergütung im ambulanten Bereich wird spürbar gekürzt: minus 22.000 Euro pro Jahr.
Die Vergütung für die Erstbefüllung der ePA von 11,03 Euro sowie KV-spezifische Hygienepauschalen fallen weg: minus 1.200 Euro pro Jahr.
Bei den Hygienezuschlägen gibt es allerdings eine große Spanne, so die KV. Insgesamt gibt es 66 spezifische Zuschläge für den erhöhten Aufwand bei Instrumentenaufbereitung und OP-Dauer. Sie liegen zwischen 3,34 Euro (zum Beispiel für kleinere chirurgische Ziffern) und 62,18 Euro (bei sehr aufwendigen Eingriffen).

des Verbandes: „Offene Sprechstunden werden reduziert, kurzfristige Termine verschwinden und die Wartezeiten auf fachärztliche Behandlung werden massiv ansteigen. Mindestens 46 Millionen Facharzttermine werden dadurch im kommenden Jahr ersatzlos wegfallen.“

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Montag, 3. August 2026
Eine Bilanz

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Sonntag, 2. August 2026
Kommentar zu Ceuta von Karl Kolb
Der marokkanische Ironman vor Ceuta hat erneut gezeigt, wie dünnhäutig der europäische Kleinbürger, speziell der deutsche, auf die Bedrohung seines Wohlstands reagiert. Während der umgekehrte Weg per Flugzeug in die nordafrikanischen Sehnsuchtsorte des deutschen Urlaubs-Spießers - also etwa in das magische Marrakesch, das Badeparadies Agadir oder die charmante Hafenstadt Essaouira - als gelungener Höhepunkte der Saison gilt, ist der gefährliche Wasserweg nach Norden, zurückgelegt von muskulösen Minderjährigen, suspekt und natürlich ein Angriff auf unsere abendländische Zivilisation. Plötzlich ist von „Zombie-Horden“ die Rede, „von einem Ansturm krimineller Banden“, die vermutlich morgen schon die Domplatte unsicher machen, obwohl man ihnen gestern noch auf irgendeinem Basar einen orientalischen Schnickschnack abgekauft hat. Selten war die verhaltensauffällige Doppelmoral der Europäer verräterischer.
Tatsächlich ist - wie jeder inzwischen wissen sollte - Ceuta nicht Europa, nicht Schengenraum. Der Weg zur Fähre nach Spanien ist mit hohen Mauern abgesichert. Es ist so, als hätte ein Ossi vor 1989 in einem Intershop an der Transitautobahn Asyl gesucht.
Was genau diesen Massenansturm - ebenso wie die hysterischen Reaktionen darauf - ausgelöst hat, weiß man nicht. Ein Gerichtsurteil? Eine politische Volte der marokkanischen Regierung. Nicht einmal die Teilnehmer dieses partiell tödlichen Schwimmwettbewerbs wissen es. Ein Schwimmer aus Tanger gab gegenüber Reuter zu Protokoll: „Ehrlich gesagt weiß ich nicht einmal, warum ich hergekommen bin, und jetzt gehe ich wieder zurück.“
Das haben offensichtlich inzwischen 48.000 getan. Also letztendlich ein merkwürdiges Massenphänomen, gespeist aus irgendeiner jugendlichen Sehnsucht nach Bedeutung, besserem Leben und der Bewältigung einer Herausforderung?
Also: Ball flach halten. Europa steht noch. Was nicht heißt, dass man Ceuta als Signal verharmlosen sollte. Der Hitzesommer, die Brände, die unübersehbaren Folgen einer ignoranten Klimapolitik, die vor allen Dingen von den kriminellen Idioten aus der AfD, verwandten Organisationen bis hin zu der dummen Reiche befeuert wird, zeigen, dass man hierzulande immer noch nicht begriffen hat, welche auch demographischen Folgen das Global Warming haben wird. Wenn sich irgendwann einmal die Bevölkerungen der bald unbewohnbaren Fluss-Deltas in Südostasien auf den Weg nach Westen machen, wird Ceuta in der Erinnerung nur noch ein nettes kleines Sommerloch-Event sei

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Unsere ruhmreiche Wirtschaftsministerin
Gefunden auf Facebook:

"Bundeswirtschaftsministerin dreht am ganz großen Rad!
Katherina Reiche sorgt für den nächsten Skandal – Wann zieht diese Ministerin endlich Konsequenzen?!
Es ist wirklich kaum noch zu fassen, was sich in unserem Land abspielt. Katherina Reiche, die Wirtschaftsministerin, liefert einen handfesten Skandal nach dem anderen und das Ministerium hinter ihr tut mal wieder genau das, was man von staatlichen Behörden wohl kaum erwarten sollte: vertuschen, abwiegeln und die Öffentlichkeit dreist für dumm verkaufen. Diesmal spielt sich die Posse im absoluten Luxus-Setting an der Fifth Avenue in New York ab. Dort lässt sich Frau Ministerin in einem Hotel bewirten, das für Normalsterbliche schlicht unerschwinglich ist. Ein Treffen von anderthalb Stunden im exklusiven Restaurant Arva at Aman – man stelle sich vor, ohne Hotelzimmer oder Mitgliedschaft ist der Zugang schlicht nicht möglich und die Preise? Schlappe 185.000 Euro pro Person.
Doch worum geht es bei diesem teuren Essen? Reiche trifft sich mit dem Chef von Apollo Global Management, einem US-Finanzinvestor mit einem Vermögen von 100 Milliarden Dollar, der in Deutschland kräftig in Rüstung und Infrastruktur investieren will. Und natürlich steht diese mächtige Lobbyfirma bis heute nicht im deutschen Lobbyregister – ein weiteres Zeichen, wie hemmungslos hier agiert wird, ohne Transparenz, ohne Kontrolle.
Und was macht das Wirtschaftsministerium, wenn naive Transparenzplattformen nachhaken? Es lügt der Öffentlichkeit dreist ins Gesicht! In einem offiziellen Bescheid behauptet das Ministerium eiskalt, während Reiches gesamter New-York-Reise habe es außer dem Luxus-Lunch keine weiteren dienstlichen Termine gegeben. Doch als der öffentliche Druck wächst, gesteht man plötzlich ein, dass da ja vorher noch ein Business-Frühstück stattfand. „Ups, ganz vergessen!“ Eingeladen hatte General Catalyst, eine Investmentfirma, die tief beim Drohnen-Milliardär Helsing drinsteckt. Und das Ministerium? Behauptet, es existierten keinerlei Akten, Einladungen oder Protokolle zu diesem Frühstück. Einfach komplett am Rechtsstaat vorbei!
Diese Frau benimmt sich nicht wie eine Bundesministerin, die dem Wohl der Bürger verpflichtet sein sollte, sondern wie eine Cheflobbyistin auf Dauer-Dienstreise in Luxushotels. Allein der Flug im Linienjet verschlingt mal eben 10.600 Euro Steuergeld – und wer sie begleitet hat oder die Kosten der Hotelmitgliedschaft trägt, wird eisern verschwiegen. Bereits bei dem dubiosen Netzwerktreffen ihres Lebensgefährten Karl-Theodor zu Guttenberg in Tirol wurde gelogen und gemauert, bis nicht einmal mehr die Nutzung des Dienstwagens abgestritten werden konnte. Und wenn Bürger oder Journalisten nachfragen, droht das Ministerium gleich mit absurden Bearbeitungsgebühren in Höhe von bis zu 4.000 Euro, um kritische Recherchen abzuwürgen.
Kein Wunder das ihr lover die Schnauze voll hat. Von Gutenberg hat sich von Reiche getrennt.
Es reicht endgültig! Wer direkt vom Vorstandsposten eines Energiekonzerns in ein Ministeramt wechselt, Vorlagen der Energieindustrie eins zu eins kopiert, die eindeutig Wunschzettel der Industrie sind, und so weitermacht wie bisher, hat in einer demokratischen Bundesregierung keinen Platz. Katherina Reiche ist als Ministerin nicht mehr tragbar – sie muss sofort zurücktreten!
Und es hört nicht auf: Nach den geleugneten Treffen in Tirol kommen nun weitere geheime Zusammenkünfte ans Licht. Kein Wunder, dass die Union die Informationsfreiheitsgesetze abschaffen oder so reformieren will, dass Transparenz vollkommen ausgeschlossen wird. Während Treffen mit Umweltministern, der Heizungs- und Solarbranche abgesagt werden, trifft sich Reiche heimlich mit Öllobby, Atomlobby und dubiosen Investmentfirmen – selbstverständlich alles auf unsere Kosten. Ihre Berater, angeblich verbunden mit Firmen wie KKR, kosten uns Millionen, während sie die Energiewende sabotiert, an der Rente spart und so tut, als ginge es ihr nur um Bürokratieabbau – aber nur da, wo’s ihr und ihren Konzernfreunden nützt.
Katerina Reiche und ihr Chef Friedrich Merz tun alles damit die Rendite von 10% der super Reichen Investoren weiter in Deutschland garantiert wird.
Wie lange sollen wir uns das noch gefallen lassen? Wie viele Skandale braucht es, bis diese Ministerin endlich zur Verantwortung gezogen wird? Wann wird das Wohl der Bürger wieder über Lobbyinteressen gestellt? Es ist Zeit für Konsequenzen – und zwar sofort."

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Mittwoch, 29. Juli 2026
Bestandsaufnahme
Die Menschen sind erschöpft und wollen ihre Zukunft einigermassen planen und in Ruhe leben können.

Die Aufnahme von sehr vielen Flüchtlingen, der Terror des IS, die Anstrengungen und Auswirkungen einer Pandemie, jeden Tag die schrecklichen Bilder von einem Krieg in Europa und einem Mehrfrontendauerkrieg im Nahen und Mittleren Osten sowie diversen Terrorakten.

Und jeden Tag Bilder von brennenden Wäldern, Sturzfluten, Überschwemmungen oder Hitzetoten.

Aber all das ist noch lange kein Grund anzunehmen, dass die eigene Erschöpfung und die aktuelle Situation durch die Wahl von ewiggestrigen, völkisch nationalistischen und faschistischen Parteien verschwinden wird.

Bezogen auf die AfD ist das eine Rückprojektion auf eine Vergangenheit, die es nie gegeben hat: Eine Art Restauration der Fünfziger und frühen Sechziger Jahre inklusive einer Weltsicht, in der es keine menschengemachte Klimakatastrophe gab weil man davon noch nichts wusste und die globale Erwärmung sich noch nicht spürbar auswirkte. Wie jemand, der sich die Augen zuhält und meint, wenn er den Gegner nicht sieht sieht der ihn auch nicht. Regression im klassisch Freudschen Sinne.

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Dienstag, 23. Juni 2026
Das AfD-Wahlprogramm und die Arbeitslosen
Es entbehrt keiner unfreiwilligen Ironie, dass eine Partei, die zu 38% von Arbeitslosen gewählt wird es gar nicht gut mit diesem Teil ihrer Wählerbasis meint.

AfD änderte noch mal das Wahlprogramm beim Bürgergeld und Arbeitslosengeld
Das Bürgergeld ist Wahlkampfthema – auf Kosten von Bürgergeld-Beziehern. Die AfD hat nunmehr noch einmal ihre Forderungen zur Grundsicherung bzw. dem Bürgergeld im Wahlprogramm geändert.
Grundsicherung erst nach zehn Jahren Beiträgen
Die AfD will nicht nur das Bürgergeld abschaffen und durch eine „aktivierende Grundsicherung“ ersetzen, sondern auch den Zwang zur Arbeit trotz Sozialleistungen deutlich verschärfen.
Bei der Grundsicherung plant die AfD: Wer kein deutscher Staatsbürger ist, hat erst Anspruch darauf, wenn er zehn Jahre sozialversicherungspflichtig beschäftigt war.” Im Klartext: Wer keinen deutschen Pass hat, muss zwar, laut AfD Steuern und Sozialabgaben zahlen, hat aber über viele Jahre bei Hilfebedürftigkeit nicht einmal Anspruch auf das Existenzminimum.
So erklärte die AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel gegenüber NTV: „Um es klar zu sagen: Für ausländische Bürger in unserem Land wird es keine Sozialleistungen mehr geben. Das werden wir streichen.“
Zwangsarbeit bei Bürgergeld
Wer Grundsicherung bezieht, muss zudem laut AfD nach sechs Monaten „gemeinnützige Arbeit“ leisten. Zusätzlich zu diesem Arbeitszwang will die AfD den nach dem Existenzminimum berechneten Regelsatz für alle Empfänger der Grundsicherung kürzen, und damit generell unter das Existenzminimum drücken, denn der Regelsatz ist nach einem festen Schlüssel am Existenzminimum ausgerichtet.
Die AfD geht hier über die CDU / CSU hinaus, die ebenfalls noch stärkeren Druck auf Leistungsberechtigte ausüben will, als es bereits der Fall ist und plant, das Bürgergeld durch eine „Neue Grundsicherung“ ersetzen. Im Unterschied zur AfD fordert die Union allerdings keine generelle Zwangsarbeit für Bezieher dieser Sozialleistung nach sechs Monaten.
Verschärfung beim Arbeitslosengeld
Arbeitslosengeld ist keine staatliche Sozialleistung, sondern eine Sozialversicherungsleistung. Erwerbstätige zahlen also in die Arbeitslosenversicherung ebenso ein wie in die gesetzliche Rentenversicherung und in die Krankenversicherung, um so im Fall der Erwerbslosigkeit, bei Krankheit oder in der Rente die jeweilige Gegenleistung zu erhalten.
Laut AfD soll ein Anspruch auf Arbeitslosengeld erst nach drei Jahren Beiträgen gelten und nicht nach einem Jahr. Wer erwerbstätig ist ist und seinen Job verliert, rutscht, nach dem Plan der AfD, viel schneller ins Bürgergeld, das jetzt bereits niedriger ist als Arbeitslosengeld.
Da die AfD das Bürgergeld unter das Existenzminimum drücken will, gerieten Menschen, die ihre Arbeit verlieren, viel schneller direkt unter das Existenzminimum, wenn sich die Rechtsextremen durchsetzen würden.

https://www.youtube.com/@GegenHartzTV

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Mittwoch, 3. Juni 2026
„Etwas in mir ist zerbrochen“: Engagierte Ärzte kehren der Medizin den Rücken – nur warum?
Von Cassie Shortsleeve

03. Juni 2026

Der Arztberuf gilt als immer noch Berufung – doch viele Mediziner kehren der direkten Patientenversorgung den Rücken. 3 Ärzte berichten von Demütigungen, Burnout, Bürokratie und moralischen Konflikten. Sie erklären, warum sie die Medizin verlassen haben und was sich ändern müsste, um dem Trend entgegenzuwirken.

Demütigungen und Schikanen im OP
Zunächst waren es die ständigen persönlichen Beleidigungen. Dann folgte eine Phase, in der nahezu der gesamte Jahrgang ihres 2. Weiterbildungsjahres entweder entlassen oder zurückgestuft wurde.


Frances Mei Hardin
Die Folge: Statt wie üblich jede 5. Nacht Bereitschaftsdienst zu haben, musste Frances Mei Hardin nun jede 3. Nacht arbeiten – ohne Aussicht auf Entlastung. Hinzu kam ein Chefarzt, der einen jungen Assistenzarzt in einem überfüllten Aufzug anschrie, er sei „verdammt hässlich“ und solle sich zur Wand drehen. Der Assistenzarzt gehorchte.


Im 4. Jahr ihrer Facharztausbildung war für sie der Punkt erreicht, an dem sie jede Begeisterung für die Chirurgie verloren hatte. „Mir wurde jede Liebe zur Arbeit als Chirurgin ausgetrieben“, erinnert sie sich.

Besonders prägend war ein Vorfall während einer Neck-Dissection (Halslymphknotenausräumung). Ein Oberarzt begann, sie wegen ihrer vermeintlich mangelnden Erfahrung vor dem versammelten Team zu kritisieren. Er warf ihr vor, nicht ausreichend gelernt zu haben, und machte sich über ihre Antworten lustig. Nach rund 20 Minuten der Schikane, die Hardin als das in Operationssälen weit verbreitete Zusammenspiel aus Ausfragen, Demütigen und Schikanieren beschreibt, verließ sie die 8-stündige Operation. „An diesem Tag ist etwas in mir zerbrochen“, sagt sie rückblickend.

Weinend zog sich Hardin auf die Toilette zurück und rief eine gute Freundin an, die ebenfalls in der Facharztausbildung war. Deren Reaktion überraschte sie nicht: Solche Situationen hatte sie selbst schon mehrfach erlebt. Ihr Rat lautete, sich zu sammeln und wieder in den OP zurückzukehren. Doch Hardin tat das nicht.


PTBS in der Facharztausbildung
Hardin entwickelte eine komplexe posttraumatische Belastungsstörung und litt unter Suizidgedanken. „In der Kultur der chirurgischen Weiterbildung ist es praktisch unmöglich, über solche Erfahrungen offen zu sprechen“, sagt sie. „Wenn so etwas einem von uns passiert, fühlt es sich katastrophal an. Es fühlt sich an, als hätte man versagt. Aber nichts davon trifft zu.“

Im vergangenen Jahr gab Hardin ihren Beruf als Chirurgin auf. Zuvor hatte sie ihre Facharztausbildung abgeschlossen und mehrere Jahre in einer privaten Praxis im ländlichen Süden der USA gearbeitet. Damit gehört sie zu den geschätzten 86.000 Ärztinnen und Ärzten, die bis zum Jahr 2036 der Medizin US-weit den Rücken kehren werden.

Zahlen aus Deutschland
Statistiken zur Situation in Deutschland gibt es zwar nicht, eine Abschätzung ist aber möglich.


Ende des Jahres 2024 waren bei der Bundesärztekammer rund 581.000 Ärzte registriert. Von ihnen gingen etwa 437.000 einer ärztlichen Tätigkeit nach, während rund 140.000 ihren Beruf nicht aktiv ausgeübt haben. Der überwiegende Teil war sich im Ruhestand. So entfielen etwa 104.000 Personen beziehungsweise 72% dieser Gruppe auf Ruheständler. Weitere rund 2.700 Ärzte galten krankheitsbedingt als berufsunfähig.

Zieht man diese beiden Gruppen ab, verbleiben schätzungsweise 33.000 bis 37.000 approbierte Ärzte, die weder ärztlich tätig noch im Ruhestand oder berufsunfähig sind. Viele von ihnen arbeiten weiterhin im Gesundheitswesen, allerdings außerhalb der direkten Patientenversorgung.

Wissenschaftliche Arbeiten bestätigen den Trend
Die Diskussion über Ärzte, die ihren Beruf verlassen, ist nicht neu. Verschiedene Daten deuten jedoch darauf hin, dass sich dieser Trend keineswegs abschwächt. Eine im Jahr 2025 in den Annals of Internal Medicineveröffentlichte Studie, die mehr als 700.000 Ärzte erfasste, zeigte, dass der Anteil aller Mediziner, die nicht mehr in der direkten Patientenversorgung tätig sind, zwischen den Jahren 2013 und 2019 von 3,5% auf 4,9% angestiegen ist. Und das noch vor Beginn der COVID-19-Pandemie.

Zu dieser Entwicklung dürften auch die hohen Burnout-Raten unter Ärzten beitragen. Eine im März 2026 in JAMA Internal Medicine veröffentlichte Untersuchung hat ergeben, dass Ärzte mit Burnout nahezu eineinhalbmal häufiger die klinische Tätigkeit verlassen als ihre Kollegen ohne entsprechende Belastung.

Jeder betroffene Arzt hat seine eigene Geschichte – und der Begriff „Burnout“ dient oft als Sammelbezeichnung für sehr unterschiedliche Erfahrungen. Spricht man jedoch mit einigen der Betroffenen, treten immer wieder ähnliche Muster zutage.

Akademische Karriere oder Privatpraxis: Alternativen sind rar

Anthony Chin-Quee
Anthony Chin-Quee, Facharzt für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, hat die Medizin im Jahr 2019 verlassen. Im Gespräch mit Medscape erzählt er, dass ihn das gesamte System bereits während seiner Ausbildung eingeengt hat. In seinen Augen schien es nur 2 akzeptierte Karrierewege zu geben: eine akademische Laufbahn oder die Tätigkeit in einer Privatpraxis.

Für Chin-Quee waren die Einschränkungen jedoch nicht nur beruflicher Natur, sondern auch zutiefst persönlich. „Ich bin schwarz, und das spielt eine große Rolle – besonders in der Medizin. Wenn man dann noch in die Chirurgie und anschließend in eine chirurgische Subspezialisierung geht, gibt es dort nur sehr wenige Menschen wie mich. Da ist man schnell isoliert“, sagt er.

Außerdem hatte Chin-Quee das Gefühl, dass für ihn andere Maßstäbe galten als für viele seiner Kollegen. Fehler, die bei anderen toleriert wurden, schienen bei ihm deutlich kritischer bewertet zu werden.

Auch die eigene Persönlichkeit passte aus seiner Sicht nicht in das Bild des typischen, stets kontrollierten und formellen Chirurgen. „Ich habe gerne Spaß, ich mache Witze, ich singe gerne und ich gehe locker und herzlich mit meinen Patienten um“, sagt er. Genau diese Eigenschaften haben ihn jedoch häufig zum Außenseiter gemacht.

Kollegen verbreiten Gerüchte
Doch damit nicht genug: Als ein Oberarzt erfuhr, dass Chin-Quee in seiner Freizeit den Roman The Hunger Games las, verbreitete sich hinter vorgehaltener Hand das Gerücht, er nehme die Chirurgie nicht ernst genug. Nach seiner Wahrnehmung änderte sich daraufhin auch die Haltung seiner Vorgesetzten ihm gegenüber – eine Entwicklung, die er direkt mit diesen Gerüchten in Verbindung bringt.


Mit der Zeit gewann Chin-Quee den Eindruck, dass er sein offenes Wesen verstecken müsse, um in der Medizin zu bestehen. In seiner schwierigsten Phase litt er an Depressionen und begann, berufliche Probleme zunehmend zu verinnerlichen. „Und wenn die Leistung nicht stimmt, hat man irgendwann das Gefühl, selbst nichts wert zu sein“, erinnert er sich.

Im Jahr 2019 zog Chin-Quee schließlich die Konsequenzen. Er gab seine Tätigkeit als Chirurg in Los Angeles auf – zunächst ohne eine neue berufliche Perspektive.

Die moralischen Zweifel wachsen

Mel Thacker
Medscape hat auch mit Mel Thacker gesprochen. Sie war lange davon überzeugt, bis zu ihrem Ruhestand in der von ihr mitgeführten Gemeinschaftspraxis in Massachusetts zu arbeiten. In der ausschließlich von Frauen geführte Praxis waren 3 Partnerinnen. Thacker gehörte zu den treibenden Kräften des Teams. „Ich wollte seit meinem 13. Lebensjahr Ärztin werden, und ich habe mir diesen Traum erfüllt. Aber es ist eben nicht wie im Märchen“, sagt sie.


Obwohl Thacker über ein Maß an beruflicher Selbstbestimmung verfügte, von dem viele Ärzte nur träumen können, nagten moralische Zweifel immer stärker an ihr. Das lag an finanziellen Anreize im US-Gesundheitssystem, die sie nicht länger ignorieren wollte.

Als HNO-Fachärztin mit Schwerpunkt Nasennebenhöhlenchirurgie wusste sie, dass ein bestimmter Eingriff in ihrer eigenen Praxis mit rund 15.000 US-Dollar vergütet wurde. Wurde derselbe Eingriff in einem ambulanten Operationszentrum durchgeführt, lag die Erstattung lediglich bei etwa 3.000 US-Dollar. „Dadurch entsteht unweigerlich die Gefahr, Patienten unbewusst eher zu dem Eingriff in der Praxis zu bewegen“, sagt sie. „Allein der Gedanke daran hat bei mir ein zutiefst unangenehmes Gefühl ausgelöst.“

Thacker beobachtete, wie einige Kollegen diese Unterschiede gezielt ausgenutzt haben. Sie sah Ärzte, die „Millionen verdient haben, berühmte Sänger zu ihren Geburtstagsfeiern einfliegen ließen und Lamborghinis fuhren – finanziert durch Geld, das sie mit medizinisch fragwürdigen Eingriffen an Patienten verdient haben.“

Gleichzeitig erlebte sie, wie das System Ärzten geschadet hat. Ein Kollege musste nach jahrelanger Betreuung eines totkranken Krebspatienten 40.000 Dollar an dessen Versicherung zurückzahlen. Thacker selbst sah sich regelmäßig gezwungen, bürokratische Hürden zu überwinden, um Patienten günstige bzw. rasch verfügbare Medikamente zu verschreiben.

Die Scham und Selbstverachtung, die sie dabei empfand, machten sich auch körperlich bemerkbar. Im OP erlitt sie Panikattacken. Anfang des Jahres 2021 nahm sie sich eine Auszeit, suchte einen Psychiater auf und entdeckte Coaching als neue berufliche Perspektive. Im Jahr 2024 verließ sie ihre Praxis.

Wie viele andere Ärzte beschreibt Thacker den Ausstieg aus der Medizin nicht als ein einzelnes einschneidendes Ereignis, sondern mit „der stete Tropfen höhlt den Stein“. Gemeint sind die vielen kleinen Belastungen und Hindernisse, die sich über Jahre ansammeln. Besonders die administrativen Anforderungen hätten das Gesundheitswesen ihrer Ansicht nach zunehmend im Griff.


Bürokratie statt Patientenkontakt
In einem Beitrag für KevinMD.com beschrieb die Endokrinologin Corina Fratila den ärztlichen Alltag als den eines „überbezahlten Affen zur Datenerfassung in einem kafkaesken Versicherungslabyrinth“. Dieser Affe sei rechtlich dazu verpflichtet, mehr Zeit mit dem Anklicken von Feldern in Dokumentationssystemen zu verbringen als mit direktem Blickkontakt zu anderen Menschen.

Fratila, die sich kürzlich aus der klassischen medizinischen Versorgung zurückgezogen hat, kritisierte in einem Essay insbesondere das System der Vorabgenehmigungen durch Krankenversicherungen. „Kein Wunder, dass Patienten unser Gesundheitssystem verabscheuen und Ärzte die Medizin in Scharen verlassen“, lautet ihr Fazit.

Was müsste sich ändern, damit Ärzte bleiben?
So unterschiedlich die Gründe für den Ausstieg aus der Patientenversorgung sind, so verschieden fallen auch die Vorstellungen eines besseren Systems aus. Dennoch gibt es einen kleinsten gemeinsamen Nenner: Ärzte wünschen sich ein Gesundheitswesen, das inklusiver und weniger bürokratisch ist, das vielmehr die Beziehung zwischen Arzt und Patient in den Mittelpunkt stellt.


Viele Mediziner sind davon überzeugt, dass Veränderungen schon in der Ausbildung beginnen müssen. Chin-Quee fordert, die vielen informellen und unausgesprochenen Regeln der medizinischen Kultur im Medizinstudium offen anzusprechen.

Hardin erinnert sich, dass sie zeitweise gegen den Impuls ankämpfen musste, junge Ärzte genauso zu behandeln, wie sie selbst behandelt worden war. Aus ihrer Sicht ist ein Kulturwandel die Voraussetzung für Fortschritte in allen anderen Bereichen – und dieser Wandel müsse eben früh in der Ausbildung beginnen.

Als Beispiel nennt Hardin die vom Accreditation Council for Graduate Medical Education festgelegte Obergrenze von 80 Arbeitsstunden pro Woche. In manchen Ausbildungsprogrammen würden Assistenzärzte schlicht angewiesen, keine höheren Stundenzahlen zu dokumentieren – selbst wenn sie tatsächlich deutlich länger gearbeitet haben. „Wir können den ganzen Tag neue Regeln beschließen“, sagt sie. „Aber sie funktionieren nicht, wenn sie nicht auf jeder institutionellen und organisatorischen Ebene tatsächlich umgesetzt werden.“


Ist Medizin doch nur ein Beruf, aber keine Berufung?
Chin-Quee stellt auch die weitverbreitete Vorstellung infrage, Medizin sei eine „Berufung“. Dieses Bild vermittle, dass Ärzte moralisch besonders hochstehende Menschen seien.

„Die Medizin sollte sich nicht fragen: ,Wie kann ich diesen Menschen zu dem Arzt machen, den ich sehen möchte?‘“, sagt er. „Die entscheidende Frage lautet vielmehr: ,Wie kann dieser Mensch zu dem Arzt werden, der er selbst sein möchte? Wie können wir unterschiedliche Herkunft, Kulturen und Perspektiven wertschätzen und erkennen, dass genau diese Vielfalt Ärzte besser macht?‘“

Freunde, die mit dem Gedanken spielten, die Medizin zu verlassen, riefen ihn häufig an, erzählt Chin-Quee. Dabei gehe es weniger um Karrierefragen als um Grundsätzliches. „Sie fragen, ob es in Ordnung ist, zu gehen.“ Seine Antwort laute meist: ja.

Quee hat mittlerweile eine berufliche Tätigkeit, die zu ihm passt. Freunde und Kollegen ermutigt er, den Ort zu finden, an dem sie morgens aufwachen und sich auf den kommenden Tag freuen.

Das Arzt-Patienten-Verhältnis wieder ins Zentrum rücken
Für Thacker liegt die Lösung vor allem in strukturellen Reformen. „Die Beziehung zwischen Arzt und Patient muss wieder das schlagende Herz unseres Gesundheitswesens werden“, sagt sie. „Ich kann einen OP betreten, und niemand weiß genau, was dort passiert. Mir wird das Leben eines Menschen anvertraut. Doch sobald ich den Saal verlasse, muss ich jede einzelne Entscheidung exakt mit den Formulierungen rechtfertigen, die Versicherungen verlangen.“

Auch wenn diese nicht immer praktikabel sind, sieht sie sogenannte Direct-Care-Modelle – also Versorgungsmodelle mit direkter finanzieller Beziehung zwischen Arzt und Patient – als einen möglichen Weg in die Zukunft.

Fratila formulierte ihre Kritik noch schärfer: „Dieses System funktioniert exakt so, wie es entworfen wurde. Für Profit. Nicht für Menschen.“ Genau das müsse sich ändern.

Wie es nach dem Ausstieg weitergeht
Ärzte, die ihren Kittel an den Nagel hängen, schlagen ganz unterschiedliche Wege ein. Kurz nachdem Chin-Quee seine Tätigkeit als Chirurg aufgegeben hatte, erhielt er eine Stelle im Autorenteam der Fernsehserie Grey’s Anatomy und später bei The Resident. Heute berät er ein Start-up, das einen KI-gestützten Coach für Ärzte und Medizinstudierende entwickelt. Außerdem veröffentlichte er im Jahr 2023 seine Memoiren unter dem Titel I Can’t Save You: A Memoir.

Thacker arbeitet inzwischen hauptberuflich als Coach für Chirurgen und moderiert den Podcast Surgeons with Purpose. Zusätzlich übernimmt sie eine Woche pro Monat Vertretungen als Ärztin. Diese Tätigkeit beschreibt sie als „direkt, unkompliziert und auf eine Weise erfüllend, wie es meine eigene Praxis nie war“.

Hardin veröffentlichte in diesem Jahr ihre eigenen Memoiren mit dem Titel Surgeon on the Edge und gründete gemeinsam mit Thacker das von Ärzten geführte Medienunternehmen The Hippocratic Collective. Sie hofft, dass die nächste Generation von Ärzten eine bessere Balance zwischen Beruf und persönlichem Leben finden wird.

Nach ihrer Einschätzung beschleunigt sich die Abwanderung aus der Medizin auch deshalb, weil jüngere Ärzte höhere Ansprüche haben, wie sie behandelt werden wollen. Diese veränderte Haltung könnte den notwendigen Druck erzeugen, um das System zu verändern.

Für Ärzte steht einiges auf dem Spiel. „Wenn eine Belegschaft nicht unter Bedingungen arbeitet, unter denen sie ihr Bestes geben kann, leidet zwangsläufig die Arbeit“, sagt Chin-Quee. „Und in diesem Fall geht es um die Gesundheit von uns allen.“


Der Beitrag ist im Original erschienen auf Medscape.com.

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Dienstag, 7. April 2026
Massenmörder Musk
Durch die Schließung von US Aid ist davon auszugehen, dass 14 Millionen Menschen, darunter 5 Millionen Kinder, an Hunger und Seuchen sterben werden.

Nun zum Sport....

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Dienstag, 24. März 2026
Internationale Heimatkunde - die USA im Umbruch
Vor kurzer Zeit – vor Ausbruch des Iran-Krieges- fand per Videoschalte eine Vorstandskonferenz der Heinrich-Böll-Stiftung zur internationalen Situation mit besonderer Berücksichtigung der USA statt. Ich nahm an dieser Veranstaltung teil und fand sie in jeder Beziehung interessanter und informativer als alle Talkshows und internationalen Frühschoppen zusammengenommen. Insbesondere, da die AuslandsrepräsentantInnen der Stiftung aus den Ländern in denen sie aktiv waren anschauliche Stimmungsbilder und faktenreiche Lageberichte vermittelten. Da wurde berichtet, wie in Mexiko, Kanada, Brasilien und von US-Linken die westlichen PolitikerInnen wahrgenommen werden. Carney, Lula, Rasmussen und Macron stark und selbstbewusst, Sanchez sehr aufrecht, Merz als Trumps Hampelmann.

Ich möchte jetzt nicht die ganze Veranstaltung wiedergeben sondern mich darauf beschränken was auf meine Fragen geantwortet wurde. Was hier in wörtliche Rede gesetzt ist entspricht meiner eigenen Mitschrift und wurde nicht ganz wörtlich aber sinngemäß so gesagt.

„Was ich nicht ganz verstehe ist die Schwäche und Passivität der Demokraten. Welche Rolle spielen Gavin Newsom, Gretchen Widmer, Abigail Spanberger und Tim Walz aktuell? Was ist mit MAGA-kritischen Kräften bei den Republikanern, mit den Bushs und Cheneys, Mitch McConnell und Mitt Romney? Wie ist die Basisbewegung in Minnesota einzuschätzen?“

Antwort Hannah Winnick u.a.
„Es gibt einen Unterschied zwischen der Administration und dem Kongress. Da Trump nur über Erlasse regiert und kaum Gesetzesvorlagen einbringt geht das Regierungshandeln am Parlament vorbei. Die Demokraten sind streng legalistisch ausgerichtet und auf der Ebene des praktischen Handelns, der unmittelbaren politischen Aktionen weit von der Bürgerrechtsbewegung entfernt und damit im Augenblick kaltgestellt. Ihre Stunde wird erst mit den Midterms kommen.

Von den Republikanern steht nur etwa ein Drittel hinter Trump. Das ist die MAGA-Bewegung im engeren Sinne, also America-first-Leute, dann weiße Rassisten bis hin zu Alt Right und Ku Klux Klan und die High-Tech Leute (nicht nur die IT-Milliardäre), denen es um freie Bahn für Investitionen in ihr Business geht. Die Mehrheit der Republikaner ist in einer Art Schockstarre. Viele Abgeordnete ziehen sich ins Privatleben zurück, nehmen ihre Mandate nicht wahr oder gehen vorzeitig in den Ruhestand. Die fürchten tatsächlich ermordet zu werden wenn sie sich gegen Trump wenden.

Die Basisbewegung, von Minneapolis und überhaupt Minnesota ausgehend, verbreitet sich inzwischen über die ganzen Staaten. Es handelt sich um eine furchtlose, sehr rasch wachsende Bürger- und Menschenrechtsbewegung und auch Fundamentalopposition wie es sie seit den 68ern nicht mehr gegeben hat. Die demonstrieren inzwischen auch wenn geschossen wird.“

Interessant ist in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass ein Teil der Bewegung in Minnesota mit Sezessionsplänen liebäugelt: Dem Austritt aus den USA und dem Eintritt in Kanada, was vom Gouverneur der kanadischen Provinz Ontario auch befürwortet wurde. Von „Minnetoba“ wurde in diesem Zusammenhang schon geredet.

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Donnerstag, 5. März 2026
Gesinnungsschnüffelei in linken Buchläden
Da hat es dann auch mal meine eigene Homebase erwischt, den Buchladen Rote Straße in Göttingen. Zugegeben, da wohne ich seit 25 Jahren nicht mehr, trotzdem sind da meine roots. Von den beiden anderen Buchläden weiß ich nichts, aber der Buchladen Rote Straße ist in Göttingen eine Institution. Und die BetreiberInnen alte Freunde von mir.

Die Rechtsanwälte der Buchläden zum Thema:
"Die drei Buchläden wurden von einer sachverständigen Jury für den Preis bestimmt, weil sie ein literarisches Sortiment oder ein kulturelles Veranstaltungsprogramm anbieten oder sich im Bereich der Lese- und Literaturförderung engagieren“, heißt es von den Juristen. Die Buchhandlungen haben aus Sicht der Rechtsanwälte den Preis verdient. „Wir bereiten daher Klagen gegen den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien auf Vergabe des Preises wie von der Jury gewollt vor“, heißt es weiter.

https://taz.de/Deutscher-Buchhandlungspreis/!6159761/


https://www.hna.de/lokales/goettingen/es-hagelt-kritik-kulturstaatsminister-schloss-goettinger-buchhandlung-von-preis-aus-genauer-grund-unklar-94199719.html#google_vignette

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