Montag, 2. März 2026
Bitte anschnallen, die Geschichte gibt Gas!
زندگی مبارزه برای آزادی است
Zendegi mobareze baraye azadi ast



برکسودان جیانه

Berxwedan jiyane


Nicht, dass ich dem Hojatoleslam Ali Khameney eine Träne nachweine, ich habe im Gegenteil einen Bordeaux entkorkt. Ein scheußlicher Diktator, der fast fünfzig Jahre lang Menschen hat quälen und töten lassen, insgesamt hunderttausende, wurde beseitigt. Dennoch ist das, was Isis und Amis da getan haben ein völkerrechtswidriger Angriffskrieg, und ich unterstelle sowohl Netanjahu als auch Trump, (auch) aus sehr persönlichen Motivationen gehandelt zu haben.

Ich bin jetzt sehr gespannt, was im Iran selber passiert.

Fast zeitgleich hat Pakistan Afghanistan offiziell den Krieg erklärt. Scheint so, dass es den reaktionärsten Islamisten insgesamt an den Kragen bzw. Fez oder Turban geht.

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Freitag, 27. Februar 2026
Blablabla
Die Barbara hat ein paar Barbaren zum Rhabarberkuchen eingeladen. Man nennt sie Barbaras Rhabarberbarbaren. Manche sind adipös, andere ödipal.

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Dienstag, 24. Februar 2026
Hol den Punk aus dem Schrank!
Bersarin hat einen äußerst umfangreichen und sehr lesenswerten Beitrag zur Kulturgeschichte des Punk verfasst und operationalisiert inwiefern dieser mit Protestbewegungen in der Vergangenheit verknüpft gewesen ist; daraus werden Schlussfolgerungen für Gegenwart und Zukunft abgeleitet denen ich nicht zustimme, wobei ich auch einigen anderen Aspekten dieses Beitrags widerspreche.

https://bersarin.wordpress.com/2026/02/14/punk-is-dead-punk-is-not-dead-zwischen-avantgarde-und-museum

Es beginnt schon einmal mit Definitionsfragen über den Gegenstand selber. Sowohl was den Punk angeht als auch die Hippies als subkulturelle Bewegung fasst er diese Begrifflichkeiten viel weiter als ich das tue. Die Gesamtheit der bunt gekleideten, langhaarig und im Falle der Männer meist auch langbärtig auftretenden Angehörigen einer durch Sex and drugs and rock´n roll geprägten Jugend- und Junge-Erwachsenen-Subkultur in zeitlicher Abfolge vor den Punks als Hippies zu bezeichnen, das geht nicht. Neben den Hippies gab es die Yippies und die Freaks, die keineswegs mit den Hippies gleichgesetzt werden können. Jim Morison, der Leadsänger der Doors, machte sich in einem Song über die Hippies lustig, deren Lebensstil er verachtete.

„Your ballroom days are over, baby
Night is drawing near
Shadows of the evening
Crawl across the year

Ya walk across the floor with a flower in your hand
Trying to tell me what no one understands
Trading your hours for a handful of dimes
Gonna′ make it, baby, in our prime

Come together one more time
Get together one more time.“


Hippie-Musik -das war aus dem Verständnis der eigenen Zeit heraus Greatful Dead, Jefferson Airplane, The Mamas and the Papas, Melanie, Scott McKenzie, Janis Joplin, schon Jimi Hendrix nicht mehr – erst recht nicht die Doors. Die Ära der Hippies war im Übrigen auch schon vorbei, als ab 1975 die Punks zu einer dominierenden Subkultur wurden.

Ich würde auch die Einstürzenden Neubauten und Palais Schaumburg nicht unter Punk subsummieren. Palais Schaumburg ist New Wave oder auch Neue Deutsche Welle, die Einstürzenden Neubauten sind ebenso wie Kraftwerk, Eloy, Tangerine Dream, Amon Düül oder 3Mustafa3 sehr schwer zu kategorisieren, mir fiele allenfalls Experimental oder Avantgarde dazu ein.

Ich kann mich erinnern, dass wir ägyptischen Freunden, gläubigen Muslimen, in Kairo und noch dazu im Ramadan diesen Song vorspielten und simultan auf Englisch übersetzten:

Erstes Geschoss:
Hier leben die Blinden
Die glauben was sie sehen
Und die Tauben
Die glauben was sie hören
Festgebunden auf einem Küchenhocker
Sitzt ein Irrer, der glaubt
Alles was er anfassen kann
(seine Hände liegen im Schoss)
Auf ins nächste Geschoss:
Welches, oh Wunder! nie fertiggestellt
Nur über die Treppe erreicht werden kann
Hier lagern Irrtümer, die gehören der Firma
Damit kacheln sie die Böden
An die darf keiner ran

Viertes Geschoss:
Hier wohnt der Architekt
Er geht auf in seinem Plan
Dieses Gebäude steckt voller Ideen
Es reicht von Funda- bis Firmament
Und vom Fundament bis zur Firma
Im Erdgeschoss:
Befinden sich vier Türen
Die führen
Direkt ins Freie
Oder besser gesagt. in den Grundstein
Da kann warten wer will
Um zwölf kommt Beton
Grundsteinlegung!
Gedankengänge sind gestrichen
In Kopfhöhe braun
Infam oder katholisch violett
Zur besseren Orientierung

Dachgeschoss:
Es hat einen Schaden
Im Dachstuhl sitzt ein alter Mann
Auf dem Boden tote Engel verstreut
(deren Gesichter sehen ihm ähnlich)
Zwischen den Knien hält er ein Gewehr
Er zielt auf seinen Mund
Und in den Schädel
Durch den Schädel
Und aus dem Schädel heraus
In den Dachfirst
Dringt das Geschoss

Gott hat sich erschossen
Ein Dachgeschoss wird ausgebaut
Gott hat sich erschossen
Ein Dachgeschoss wird ausgebaut
Lüge, Lüge
Ein Dachgeschoss wird ausgebaut

EPILOG

Untergeschoss:
Dies ist ein Keller
Hier lebe ich
Dies hier ist dunkel
Feucht und angenehm
Dies hier ist ein Schoss.

Darüber diskutierten wir dann ganz entspannt miteinander, und unsere ägyptischen Freunde fragten uns, wenn wir an keinen Gott glaubten was denn für uns die universelle Antwort auf die großen Fragen wäre, und wir erwiderten: 42. Später schenkten wir Mohamed eine Ausgabe von „Per Anhalter durch die Galaxis“ und hatten viel Spaß miteinander.
Was waren das für Zeiten, was haben wir seither verloren!

Über die Weltuntergangsstimmung von damals schreibt Bersarin Dinge, die wahr und zugleich falsch sind. Es ist richtig, dass unsere heutige Situation in Europa im Gegensatz zu den späten Siebzigern und frühen Achtzigern tatsächlich bedroht ist und die damalige Sicherheitslage vergleichsweise idyllisch war, was die Weltuntergangsstimmung von damals absurd erscheinen lässt. Das ist faktisch völlig richtig und erklärt vor allem nicht, dass damals Risiken wie Atomkrieg, Super-Gau, Waldsterben und despotischer Computerstaat bis hin zur Somatisierung verinnerlicht wurden.

Und andererseits ist diese Wahrnehmung sozial blind. Während heute in sehr vielen Branchen ein Jobüberangebot herrscht und wir einen durchwegs entspannten Arbeitsmarkt haben zogen damals die geburtenstarken Jahrgänge in einen Arbeitsmarkt der am Kollabieren war. In den späten Siebzigern herrschte im gesamten Westen Stagflation, die Gleichzeitigkeit von Stagnation und Inflation, und in der BRD in den Jahren 1979 – 1982 Nullwachstum. Es gab erheblich weniger freie Arbeitsplätze als Arbeitsuchende. Angesichts der Lebenssituation „Mit 16 arbeitslos“ erschien no future als realitätsnahe Beschreibung der eigenen Berufsperspektive. DAS war die Matrix der mit Atomkriegsängsten und Ähnlichem aufgeladenen Endzeitstimmung. Man schaue sich nur einmal die Biographie eines Klaus Jürgen Rattay an um dafür ein Gefühl zu bekommen.
Nun weiß ich aus Gesprächen und Mails mit Bersarin von ihm dass er einen Zugang zur Realität hat der sich von meinem grundsätzlich unterscheidet, da für ihn keine Objektivität und keine feststehende Wahrheit im Zentrum, sondern Haltungen, Relationen und Stile eher im Vordergrund stehen. Obwohl ich das weiß erscheint mir seine Conclusio vollends absurd.

„Rebellion und Widerstand heute sind konservativ. Freilich nicht in der Weise, daß sie etwas Altes wiederherstellen oder etwas Vergangenes bewahren wollte, sondern als Protest gegen die bestehende Gesellschaft und gegen einen linken Zeitgeist, so wie dies Teile des Punk in den 80er Jahren und davor auch der 1968er-Bewegung gegen den Zeitgeist ihrer Jahre praktizierten – gegen eine deutlich konservativere Gesellschaft. Heute geht es darum, gegen einen progressivem Mainstream im Kulturbetrieb und als politischer Überbau mitsamt seinem Journalismus zu rebelllieren.“ - Abgesehen davon, dass das Überbauphänomene sind die mit dem, was eine Gesellschaft ausmacht, nämlich dem Klassenwiderspruch und wie Klassenherrschaft umgesetzt wird nichts zu tun haben erscheint mir eine solch apodiktische Setzung monströs. Hätte er geschrieben „Ich war mal links und verstehe mich heute aus bestimmten, für mich sehr dezidiert begründbaren Motiven als konservativ“ wäre das plausibel. Hier aber wird die eigene biographische Entwicklung nebst ihren Begründungen als quasi historische Tatsache der ganzen Gesellschaft übergestülpt – eine Kombination aus verkürzter politischer Analyse, Narzissmus und Egozentrik, so, wie das auch schon Momorulez betrieben hatte. Eine Art Polit-Autismus.

Es erscheint mir auch äußerst fragwürdig, wie sich denn Kritik an Mietwucher, Wohnungsnot, Billigjobs und Behördenschikanen konservativ begründen ließe – oder gar Kritik an entfremdeter Arbeit.

In einer Zeit, in der durch internationale Abkommen festgelegt ist, dass deutsche Kommunalbetriebe ihre Aufträge für Onlineportale international ausschreiben müssen und dann indische Billigpixler den Auftrag bekommen statt deutscher Werbeagenturen ist das neoliberale Regime vollendet. Kritische linke Journalisten haben hier die Hofnarrenrolle. Wobei das, was in den öffentlich-rechtlichen Medien oder der Massenpresse so als kritisch und links firmiert dies gar nicht ist.

Für mich bedeutet Kritik stets Kritik am Kapitalismus. Schlüsselerlebnis war für mich ein Treffen linker Gruppen in Bremen im Herbst 1990, am Vorabend der Zweiten Golfkriegs, wo es darum ging, was für Widerstandsperspektiven für die Linke es noch gäbe.

Das Impulsreferat hielt Frank Borris von der Redaktion der Materialien für einen Neuen Antiimperialismus. Er begann mit einem Überblick der Praxis linker Proteste in der BRD seit der „Kampf dem Atomtod“ – Bewegung in den 1950ern bis (zum damaligen) heute, um dann am Beispiel von Verena Stephans Roman „Häutungen“ zu erläutern, wie linke Belletristik sich von einer ursprünglich auf politische Kämpfe bezogenen Ausrichtung sich mehr und mehr zu Innerlichkeit und Nabelschau entwickelt hätte und eine „Rückkehr zum Konkreten“ forderte. Zum Schluss kam er zu der These, dass es anders als in den Sechzigern und Siebzigern nur noch wenig Möglichkeiten zu einem widerständigen Aussteigertum gäbe und wir alle irgendwie in der kapitalistischen Gesellschaft mitmachen müssten, die Korruption habe aber ihre Grenzen. Sehr viele Jobs seien für Linke ein No Go.

Nun begannen wir für uns selber eine Art kategorischen Imperativ der Jobwahl im Kapitalismus zu entwickeln, Borris-Line genannt. Für die Meisten gehörte dazu, dass akzeptable Jobs Tätigkeiten für NGOs, Alternativjobs in mitarbeitergeführten Kollektivbetrieben, als InvestigativjournalistInnen, in Forschung und Lehre, im pädagogischen und heilenden und pflegenden Bereich und als GenossInnen vertretende RechtsanwältInnen seien, sicher nicht als Angestellte in der „freien Wirtschaft“. Als ich nach Promotion und Weiterbildung zum Mediengestalter Marketingmanager für eine Softwarefirma wurde musste ich mich als „Verräter“ bezeichnen lassen. Ich möchte lieber nicht wissen, was die Leute von damals zu meiner heutigen Tätigkeit in der Finanzbranche sagen würden. Dabei sehe ich es durchaus als eine soziale Aufgabe an, kleinen Leuten zu ihrem Eigenheim zu verhelfen oder durch Berufsunfähigkeits- und Unfallversicherungen gegen Schicksalsschläge abzusichern. Dennoch gilt für mich auch immer noch: Identifizieren darf ich mich mit einer Arbeit im Kapitalismus nicht. Irgendwie fühle ich mich über die 25 Jahre, die ich in der Wirtschaft arbeite, immer noch wie ein Agent auf feindlichem Territorium. Für viele meiner alten Mitstreiter bin ich ein Opportunist.

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Dienstag, 17. Februar 2026
Business Heros
Dieser Ray Ban muss ja ein Vermögen mit seinen Sonnenbrillen gemacht haben. Genauso wie dieser Kroate Vokuhila mit seinen Friseursalons.

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Go on, Lindsay Vonn!
Aber das tut sie ja sowieso, wie sie angekündigt hat. Nur die Harten kommen in den Garten!

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Freitag, 13. Februar 2026
In Erinnerung an eine großartige Tour






































Das ist die Stelle, als ich mit Luft unter den Sohlen am Seil hing, sozusagen aus der Schwebe fotografiert.





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Einfach weil es so schön ist






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Mittwoch, 11. Februar 2026
Von wegen "Extrembergsteigen"
Das ist die Nordwand der Westlichen Zinne. Die kleinen schwarzen Punkte sind BergsteigerInnen.





In Totale:

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Mittwoch, 4. Februar 2026
Neue Empfehlungen zur Krebs-Prävention; jeder Zweite bekommt Krebs; Bewegung hilft bei Darmkrebs; morgendliche Immuntherapie ist besser
Dr. Susanne Heinzl, medscape

03. Februar 2026


Krebs: Neue Empfehlungen zur Prävention
Krebs in Deutschland: Fast jeder 2. erkrankt im Lauf des Lebens
Krebssterblichkeit: Vorhersagen für Europa
NSCLC: Prospektiv gezeigt – eine morgendliche Immuntherapie wirkt besser
Kolorektalkarzinom: ESMO empfiehlt strukturierte Bewegung als Behandlungsmethode
Nierenzellkarzinom: Stuhltransplantation verbessert Wirkung der Immuntherapie
Multiples Myelom: OS-Daten mit Cilta-Cel vielversprechend
Krebs: Neue Empfehlungen zur Prävention
Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die 5. Auflage des Europäischen Kodex gegen Krebs in The Lancet und in zusammengefasster Form online publiziert. Er enthält wissenschaftlich belegte Empfehlungen, mit denen sich das persönliche Krebsrisiko senken lässt, und richtet sich erstmals auch direkt an politische Entscheidungsträger.

Neu ist, dass der Kodex nun 14 statt 12 Regeln umfasst und Umweltverschmutzung ausdrücklich als Krebsrisikofaktor benennt. Empfohlen werden unter anderem mehr Bewegung zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln statt mit dem Auto sowie der Verzicht auf offene Feuerstellen in Innenräumen. 2 Ratschläge betreffen speziell Frauen: möglichst langes Stillen nach der Geburt und ein zurückhaltender, zeitlich begrenzter Einsatz von Hormonersatztherapien in den Wechseljahren nach ärztlicher Beratung.


Außerdem fordern die Wissenschaftler im Kodex gesetzliche Maßnahmen, damit gesunde Entscheidungen im Alltag leichter fallen. Genannt werden höhere Steuern auf Tabak- und Nikotinprodukte, auf Alkohol, auf sehr zuckerhaltige Lebensmittel und auf stark verarbeitetes Fleisch. Kampagnen zur Stärkung der Gesundheitskompetenz sollten ebenfalls eine höhere Priorität bekommen.

Empfohlen wird zudem der Ausbau von Impfprogrammen gegen Hepatitis B und gegen humane Papillomaviren. Politische Maßnahmen sollen den Arbeitsschutz für Menschen verbessern, die im Freien oder mit krebserregenden Stoffen arbeiten, und durch vorausschauende Stadtplanung die Luftqualität erhöhen, etwa indem Bildungseinrichtungen nicht an stark befahrenen Straßen entstehen.

Die Deutsche Krebshilfe und das Deutsche Krebsforschungszentrum fordern, dass Deutschland seine Präventionspolitik stärker an diesen Empfehlungen ausrichtet.


Krebs in Deutschland: Fast jeder 2. erkrankt im Lauf des Lebens
Anlässlich des Weltkrebstages am 4. Februar 2026 veröffentlicht das Robert Koch-Institut im Epidemiologischen Bulletin aktuelle Zahlen zu Krebsinzidenz und -sterblichkeit in Deutschland.

Laut Krebsregister haben Ärzte im Jahr 2023 bundesweit 517.800 Krebserkrankungen diagnostiziert, davon 276.400 bei Männern und 241.400 bei Frauen. Etwa die Hälfte aller Fälle betraf Prostata (79.600), Brustdrüse (75.900), Lunge (58.300) sowie Kolon und Rektum (55.300). Rechnet man den Anstieg durch die Zunahme älterer Personen in der Bevölkerung heraus (Altersstandardisierung), ist die Neuerkrankungsrate bei Männern und Frauen weiterhin leicht rückläufig. Sie betrug im Jahr 2023 bei Männern 418 und bei Frauen 347 Fälle pro 100.000 Personen.

Die Krebssterberaten sind altersstandardisiert in den letzten 25 Jahren bei Männern um 31% und bei Frauen um 21% gesunken. Im Jahr 2023 starben in Deutschland laut Todesursachenstatistik 229.000 Menschen an Krebs (123.000 Männer und 106.000 Frauen).



Die 4 häufigsten Diagnosen waren bösartige Tumoren...

der Lunge (45.000),
des Dick- und Enddarms (22.700),
der Bauchspeicheldrüse (19.400),
der Brustdrüse (18.700).
Aus den jährlichen Inzidenzraten lässt sich berechnen, dass im Lauf des Lebens fast jeder 2. Mann (49%) und mehr als 2 von 5 Frauen (43%) an Krebs erkranken, wobei es jede 6. Frau und jeden 7. Mann vor dem 65. Lebensjahr trifft. Medscape hat einen eigenen Beitrag zum Thema veröffentlicht.

Krebssterblichkeit: Vorhersagen für Europa
Aktuelle, in den Annals of Oncology veröffentlichte Schätzungen gehen davon aus, dass die Krebssterblichkeit in der Europäische Union auch im Jahr 2026 insgesamt weiter sinkt – mit 2 Ausnahmen: Pankreaskarzinome bei Frauen in der EU sowie Kolonkarzinome bei Frauen im Vereinigten Königreich.


Die Forscher erstellen seit dem Jahr 2011 jährliche Prognosen. Für das Jahr 2026 erwarten sie rund 1.230.000 Krebstodesfälle. Das entspricht altersstandardisierten Raten von 114,1 Fällen pro 100.000 Männern (-7,8% gegenüber den Jahren 2020-2022) und 74,7 pro 100.000 Frauen (-5,9%). In den 5 bevölkerungsreichsten EU-Staaten und in der EU insgesamt zeigen sich bei den meisten häufigen Krebsarten rückläufige Trends. Die Ausnahme bleibt Bauchspeicheldrüsenkrebs bei Frauen. Auch im Vereinigten Königreich entwickeln sich die Sterberaten überwiegend günstig, außer bei Darmkrebs von Frauen.

Beim Lungenkrebs setzt sich der deutliche Rückgang der Sterblichkeit bei Männern fort. Bei Frauen stabilisieren sich die Raten in der EU und in den 5 größten Mitgliedstaaten bei etwa 12,5 pro 100.000, mit Ausnahme von Spanien, wo ein Anstieg um 2,4% erwartet wird. Ein Rückgang zeigt sich bei Frauen nur unter 65 Jahren, während in höheren Altersgruppen weiterhin ungünstige Entwicklungen beobachtet werden.

NSCLC: Prospektiv gezeigt – eine morgendliche Immuntherapie wirkt besser
In über 20 retrospektiven Studien haben Forscher eine Verbesserung der Wirksamkeit von früher am Tag verabreichten Immuncheckpoint-Inhibitoren (ICI) im Vergleich zur späteren Applikation nachgewiesen. Eine Metaanalyse von 13 retrospektiven Studien bei verschiedenen Tumorentitäten zeigte, dass sich das OS und das PFS bei Patienten, die ICI als Mono- oder Kombinationstherapie früher am Tag im Vergleich zur später erhielten, nahezu verdoppelten. Nun hat eine internationale Arbeitsgruppe mit deutscher Beteiligung zu dieser Fragestellung eine prospektive Studie in Nature Medicine publiziert.

In der randomisierten Phase-3-Studie LungTIME-C01 erhielten 210 therapienaive chinesische Patienten mit fortgeschrittenem, nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) die ersten 4 Zyklen einer Immunchemotherapie vor bzw. nach 15 Uhr.


Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 28,7 Monaten betrug das PFS (primärer Endpunkt) bei früher Therapie 11,3 Monate, bei später Behandlung 5,7 Monate (HR 0,40, p < 0,001). Das mediane OS betrug 28,0 Monate bei früher und 16,8 Monate bei später Therapie (HR 0,42, p < 0,001). Auf die frühe Therapie sprachen 69,5% der Patienten, auf die späte Gabe 56,2% an. Immunbedingte Nebenwirkungen unterschieden sich zwischen den beiden Gruppen nicht.

Weitere Analysen ergaben, dass in der frühen Gruppe mehr CD8+-T-Zellen im Blut zirkulierten und dass das Verhältnis von aktivierten zu erschöpften CD8+-T-Zellen höher war als in der späten Gruppe. Dies könnte die höhere Wirksamkeit der Therapie in dieser Gruppe erklären. Allerdings müssen diese Mechanismen zum Zusammenhang von zirkadianem Rhythmus und Wirkung der ICI weiter untersucht werden.

Kolorektalkarzinom: ESMO empfiehlt strukturierte Bewegung als Behandlungsmethode
Ein Express-Update der ESMO-Leitlinien, publiziert in ESMO Open, empfiehlt bei Patienten mit lokalisiertem Kolonkarzinom körperliche Bewegung mit Teilnahme an strukturierten Programmen. Die Empfehlung basiert auf den Ergebnissen der CO.21 Colon Health and Lifelong Exercise Change (CHALLENGE)-Studie, die auf dem ASCO-Kongress 2025 vorgestellt (Medscape hat berichtet) und parallel im NEJM publiziert wurde.


Nierenzellkarzinom: Stuhltransplantation verbessert Wirkung der Immuntherapie
Die italienische Phase-2a-Studie TACITO, veröffentlicht in Nature Medicine, liefert überzeugende Beweise dafür, dass die Stuhltransplantation (FMT) die Wirksamkeit von Immuntherapien bei Patienten mit fortgeschrittenem metastasiertem Nierenzellkarzinom (mRCC) verbessern kann.

45 nicht vorbehandelte Patienten mit mRCC, die mit Pembrolizumab plus Axitinib behandelt worden waren, erhielten randomisiert entweder eine Spender-FMT (d-FMT) oder ein Placebo (p-FMT). Primärer Endpunkt war das PFS nach 12 Monaten. Nach 1 Jahr war bei 70% der Patienten in der d-FMT-Gruppe die Erkrankung nicht fortgeschritten – im Vergleich zu 41% in der Placebo-Gruppe. Allerdings war dieser Unterschied statistisch nicht signifikant (p = 0,053).

Das mediane PFS, ein sekundärer Endpunkt, war mit 24,0 vs. 9,0 Monaten signifikant unterschiedlich (HR 0,5, p = 0,035). Im d-FMT-Arm sprachen 52%, im Kontroll-Arm 32% auf die Immuntherapie an. Das Gesamtüberleben war mit 41 Monaten im Verum- und 28,3 Monaten im Kontroll-Arm unterschiedlich, allerdings war auch dieser Unterschied nicht signifikant.

Nach Aussage der Autoren stützten die Ergebnisse die Sicherheit und potenzielle Wirksamkeit der selektiven Spender-FMT zur Verbesserung der ICI-basierten Therapie bei mRCC, was weitere Untersuchungen rechtfertige.


Multiples Myelom: OS-Daten mit Cilta-Cel vielversprechend
Eine aktuelle Analyse der Phase-3-Studie CARTITUDE-4, publiziert von Prof. Dr. Hermann Einsele, Würzburg, und Kollegen in The Lancet Oncology, zeigt: Die einmalige Infusion von Ciltacabtagen Autoleucel (Cilta-Cel) bei Patienten mit Lenalidomid-refraktärem multiplem Myelom (MM) verlängert das OS im Vergleich zur Standardtherapie signifikant (HR 0,55, p = 0,0009). Diese Ergebnisse legen nahe, CAR-T-Zell-Therapien bereits nach dem 1. Rezidiv einzusetzen.

In der offenen, randomisierten, internationalen Studie wurden 419 MM-Patienten mit 1 bis 3 Vortherapien zwischen Juli 2020 und November 2021 randomisiert mit einer Infusion von Cilta-Cel (n = 208) oder der Standardtherapie (n = 211) aus Pomalidomid/Bortezomib/Dexamethason oder Daratumumab/Pomalidomid/Dexamethason behandelt.

Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 15,9 Monaten war in der 1. Analyse das mediane PFS in der Cilta-Cel-Gruppe nicht erreicht, in der Vergleichsgruppe lag es bei 11,8 Monaten (HR = 0,26). In der zweiten Zwischenanalyse mit einer medianen Nachbeobachtungszeit von 33,6 Monaten wurde das mediane PFS mit Cilta-Cel weiterhin nicht erreicht (HR 0,29). Das mediane OS war mit Cilta-Cel (95%-KI = nicht auswertbar bis nicht auswertbar) und mit der Standardtherapie (95%-KI = 37,7 Monate bis nicht auswertbar) nicht erreicht (HR = 0,55, p = 0,0009).


Nebenwirkungen vom Schweregrad 3 traten bei 14% in der Cilta-Cel-Gruppe und 37% in der Standardtherapie-Gruppe auf, von Nebenwirkungen vom Schweregrad 4 waren 75% bzw. 56% der Patienten betroffen. Meist handelte es sich um Anämien und Neutropenien.

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Der CDU-Wirtschaftsrat
Ich hatte mit dieser aggressiven Lobbyorganisation des Sozialabbaus schon in meiner Zeit als Journalist zu tun, damals war die Agenda die Abschaffung des Kündigungsschutzes. Ziel dieser Organisation ist eigentlich die Erhöhung der Profitrate - oder das Entgegenwirken gegenüber dem tendenziellen Fall der Profitrate - durch Verschärfung oder Erhöhung der unmittelbaren Ausbeutung der menschlichen Arbeitskraft. Und solange das im öffentlichen Diskurs nicht gesagt wird haben wir auch keine linksgrünen öffentlichen Medien. Jetzt also Auskopplung der Zahnarztbehandlung aus den Kassen. Wer Solches vorschlägt dem gehören die Zähne mit einem Vierkantholz ausgeschlagen. Wahrscheinlich denken die auch noch, all die ArbeitnehmerInnen und Arbeitslosen könnten sich ja auch privat versichern. Oder sich mit Winkelspiegel und Dremel selbst behandeln.

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Dienstag, 3. Februar 2026
Neuer Trend: „Hara Hachi Bu“: Ist es gesünder, den Magen nur zu 80% zu füllen?
7 Tipps für achtsames Essen
Maria Weiß

30. Januar 2026

„Hara Hachi Bu“ steht für eine konfuzianisch-japanische Ernährungsphilosophie, die vor allem auf Mäßigung und Achtsamkeit beim Essen beruht. Kernpunkt ist, dass man aufhört zu essen, wenn der Magen zu etwa 80% gefüllt ist. Als reine Diätmethode, mit der sich schnelle Gewichtsverluste erzielen lassen, sollte man es aber nicht betrachten.

Hara Hachi Bu ist in vor allem in Regionen etabliert, in denen besonders viele gesunde über 100-Jährige leben. Dazu gehören auch die Okinawa-Inseln, auf denen Hara Hachi Bu als Ernährungsform angeblich seit Jahrhunderten etabliert ist.

Viele wissenschaftliche Untersuchungen zu dem Konzept gibt es nicht. Die wenigen dazu durchgeführten Studien zeigen im Durchschnitt eine geringere langfristige Gewichtszunahme und einen niedrigeren durchschnittlichen Body-Mass-Index (BMI). In einer Studie mit 330 Männern wurde beobachtet, dass eine Befolgung des Ernährungskonzeptes mit einer gesünderen Ernährung mit mehr Gemüse und weniger Kohlenhydraten einhergeht.


Im Prinzip ähnelt Hara Hachi Bu dem Konzept des achtsamen oder intuitiven Essens, bei dem man verstärkt auf die eigenen Hunger- und Sättigungssignale des Körpers achtet, erklärt Aisling Pigott, Dozentin für Ernährungswissenschaft an der Cardiff Metropolitan University, Wales/UK. Essstörungen wie übermäßig restriktives Essen, Essattacken und übermäßige Nahrungsaufnahme werden dadurch reduziert, und es wird häufiger zu gesunden Nahrungsmitteln wie Obst und Gemüse gegriffen.

Die Ernährungsexpertin gibt 7 Tipps, wie sich solch ein achtsames intuitives Ernährungskonzept umsetzen lässt:

1. Bestandsaufnahmen
Hier sollte man sich fragen, ob man wirklich körperlich Hunger empfindet, der auch nicht nach wenigen Minuten wieder verschwindet. Bei solch einem „echten Hunger“ sollte man auch essen. Wird das Bedürfnis ignoriert, wird der Hunger nur größer und das Risiko sich zu überessen nimmt zu.


Beruht der Wunsch nach Essen dagegen nur auf Gewohnheit, Langeweile oder Stress, sollte man einen Moment innehalten, um das Essen nicht als standardmäßige Kompensation einzusetzen.

2. Keine Ablenkungen während des Essens
Es sollte während der Mahlzeit nur ums Essen, Genießen und Nachspüren gehen. Essen vor dem Bildschirm sollte tabu sein, da dadurch verhindert wird, dass man körperliche Sättigungssignale wahrnimmt. Auch dies fördert Überessen.

3. Langsam essen und jeden Bissen genießen
Man sollte dem Essen immer die gleiche Aufmerksamkeit wie in einem Gourmetrestaurant zukommen lassen. Das führt dazu, dass man langsamer isst, bewusster kaut und versucht zu schmecken, was in dem Gericht enthalten ist. Dies hilft auch zu bemerken, wann man ausreichend satt ist.


4. Angenehm satt, aber nicht überfüllt
Teilt man das Bedürfnis nach Essen in eine Skala von 1 bis 10 ein (Hunger wäre 1, 10 dagegen ein Sättigungsgefühl, dass man sich am liebsten hinlegen will), sollte man eine 8 – entsprechend 80% Sättigung – anstreben. Hierbei fühlt man sich wohlig und zufrieden, ohne ein übermäßiges Völlegefühl. Dies spürt man leichter, wenn man langsam und in Ruhe isst.

5. Mahlzeiten in Gemeinschaft einnehmen
Mensch, die allein essen, neigen viel eher dazu, die Mahlzeiten vor dem Bildschirm einzunehmen. Essen ist aber eine gesellige Angelegenheit, und der Genuss wird zusammen mit anderen Menschen größer. Die Mahlzeit bekommt so auch eine größere Bedeutung zu. Auch dies kann ein Schlüssel zur Langlebigkeit sein.


6. Nährstoffe bewusst auswählen
Auch bei Hunger sollte man nicht einfach nach den nächstbesten sättigenden Nahrungsmitteln greifen. Vielmehr sollte jede Mahlzeit eine ausgewogene Nährstoffbilanz mit ausreichend Vitaminen, Mineralstoffen und Ballaststoffen haben. Bekommt der Körper nicht genug von diesen Stoffen, wird er schnell wieder Hungersignale aussenden.

7. Empathie für sich selbst
Im Rahmen von Hara Hachi Bu ist es nicht nötig, perfekte Mahlzeiten nach strengen Regeln einzunehmen oder Kalorien zu zählen. Solche restriktiven Ernährungskonzepte führen nur dazu, dass man sich schlecht fühlt, wenn Regeln verletzt wurden. Vielmehr sollte man sich der Bedürfnisse des eigenen Körpers bewusstwerden und sich im Einklang mit dem eigenen Körper ernähren. Dies führt in der Regel von ganz allein zur Mäßigung.

Vorsicht ist bei sportlich sehr aktiven Menschen, Kindern, Älteren und chronisch Kranken geboten, die einen höheren oder spezifischen Ernährungsbedarf haben. Für allen anderen gilt: Genussvoll essen, ohne dabei zu übertreiben.


Dieser Artikel ist im Original erschienen auf Coliquio.de.

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Donnerstag, 29. Januar 2026
Streets of Minneapolis - The Boss singt wie es ist
https://www.youtube.com/watch?v=wWKSoxG1K7w

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Michael Klauß, AfD, fordert ICE-Agenten, die auf Deutschlands Straßen aufräumen
Zitiert nach Folgsschwärmer auf Facebook

"Wenn ein AfD-Abgeordneter davon fantasiert, ausländische Abschiebe-Behörden nach Deutschland zu holen, um „auf den Straßen aufzuräumen“, dann ist das kein Ausrutscher. Es ist ein Blick in die politische Zukunft, die uns droht, wenn diese Partei Macht bekommt. Sprache wie diese ist der erste Schritt: Menschen werden zu „Problemen“, Straßen zu „Schauplätzen“, staatliche Gewalt zur Lösung.
Genau so beginnt autoritäre Politik. Nicht mit Panzern, sondern mit Worten. Mit der Normalisierung von Entmenschlichung. Mit der Idee, dass Rechtsstaat, Grundrechte und Menschenwürde verhandelbar seien.
Wer heute in die USA schaut, sieht, wohin das führt: Militarisierte Behörden, politische Feindbilder, der Abbau demokratischer Kontrolle, Angst als Regierungsinstrument. Eine Gesellschaft, in der Macht nicht mehr begrenzt, sondern demonstriert wird. Wer glaubt, „das könne hier nicht passieren“, verkennt die Geschichte – und die Strategie der AfD.
Die AfD steht nicht für Ordnung, sie steht für Willkür. Nicht für Sicherheit, sondern für Einschüchterung. Nicht für Freiheit, sondern für ein autoritäres Staatsverständnis, in dem Gewaltfantasien offen ausgesprochen werden.
Dieses Zitat ist keine Meinung. Es ist eine Warnung. Und wer sie ignoriert, wird sich später nicht darauf berufen können, man habe es nicht kommen sehen."

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Ernährungstrends auf dem Prüfstand: Was bringen Omega-3-Fettsäuren, Keto-Diäten und Intervallfasten wirklich?
Fabienne Rigal, Medscape

29. Januar 2026


Paris – Ob Supplemente mit Omega-3-Fettsäuren, ketogene Diäten oder intermittierendes Fasten – viele Ernährungstrends versprechen schnelle Erfolge für Gewicht, Herz und Stoffwechsel. Doch bei den Journées européennes de la Société française de cardiologie (JESFC 2026) wurde klar: Entscheidend sind wissenschaftliche Belege – und diese sind oft deutlich ernüchternder als Versprechen von Anbietern. In einer Fachsession präsentierten Experten den aktuellen Stand der Forschung.

Omega-3-Fettsäuren: Wissenschaftler raten zu ausgewogener Ernährung
Dr. François Paillard, Kardiologe am Zentrum für kardiovaskuläre Prävention des Universitätsklinikums Rennes, ging der Frage nach, welche Rolle Omega-3-Fettsäuren tatsächlich in der Herz-Kreislauf-Prävention spielen. Dabei stellte er zunächst klar, dass vor allem 3 Omega-3-Fettsäurderivate relevant sind: ALA, EPA und DHA.

ALA (Alpha-Linolensäure) findet sich in pflanzlichen Lebensmitteln wie Leinsamen, Walnüssen, Chiasamen oder Rapsöl. Daneben gibt es die beiden „marinen“ Omega-3-Fettsäuren EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure), die vor allem in fettem Seefisch wie Lachs, Makrele oder Hering sowie in Fischöl enthalten sind.


Wer regelmäßig Fisch isst – idealerweise 2 Fischmahlzeiten pro Woche, darunter mindestens eine Portion fetten Fisch – kann nach aktueller Datenlage mit einer moderaten Senkung kardiovaskulärer Ereignisse rechnen. Auch die Gesamtsterblichkeit scheint in diesem Zusammenhang niedriger zu sein als bei Menschen mit niedrigerem Konsum.

Deutlich negativer fällt sein Fazit für Nahrungsergänzungsmittel aus: Die Supplementierung von Omega-3-Fettsäuren in niedriger Dosierung, also etwa 1 g pro Tag, ist für die Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen weitgehend wirkungslos. Eine mögliche Ausnahme könnten Menschen sein, die überhaupt keinen Fisch verzehren oder durch Nahrungsergänzungsmittel zumindest einen Mangel ausgleichen.

Hochdosis-Omega-3-Supplemente: Nutzen möglich – aber nicht ohne Risiko
Bei hochdosierten Präparaten ergibt sich ein deutlich differenzierteres Bild. Paillard verwies darauf, dass mehrere randomisierte Studien positive Effekte einer EPA-Supplementierung gezeigt hätten.


Vor diesem Hintergrund seien auch Empfehlungen der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) zu verstehen: Experten schlagen auf dem Evidenzniveau IIa vor, bei ausgewählten Hochrisiko-Patienten Omega-3-Fettsäuren in Erwägung zu ziehen – konkret eine hochdosierte EPA-Therapie mit 2-mal 2 g pro Tag zusätzlich zur Statin-Therapie. Das gilt vor allem bei Personen mit erhöhten Triglyzeridwerten zwischen 1,5 und 5,6 mmol/l, deren Werte trotz Statinen nicht ausreichend kontrolliert werden.

Gleichzeitig warnte Paillard vor Gefahren, die häufig unterschätzt werden: dem erhöhten Risiko für Vorhofflimmern. Zwischen der Einnahme von EPA und DHA und diesem Risiko bestehe offenbar eine U-förmige Beziehung, so der Experte. Während eine Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren über natürliche Nahrungsquellen tendenziell eher mit einem sinkenden Risiko verbunden sei, könne es unter hochdosierter Supplementierung ansteigen. Genau deshalb, so Paillard, sei eine sorgfältige Auswahl geeigneter Patienten entscheidend, wenn eine Hochdosistherapie in Betracht gezogen werde.

Keto-Diät und intermittierendes Fasten überzeugen kaum
Im 2. Teil der Session standen aktuelle Diättrends wie die ketogene Ernährung („Keto“) und „Low Carb“ im Fokus. Gemeint ist damit ein Ernährungskonzept, das stark kohlenhydratreduziert ist, ohne jedoch zwingend Fett, Eiweiß oder die Gesamtkalorienmenge zu begrenzen. Das Grundprinzip ist keineswegs neu: Es reicht bis in die 1970er-Jahre zurück, als der Ansatz unter dem Namen Atkins-Diät populär wurde und bereits kurz darauf in JAMA kritisch diskutiert wurde. Inzwischen liegt mit einem Cochrane Reviewauch eine umfassende Auswertung zur Evidenz vor.


Prof. Dr. Claire Carette, Ernährungsmedizinerin und Diabetologin am Pariser HEGP, wies auf eine methodische Herausforderung hin: In der Ernährungsmedizin ließen sich randomisierte Studien praktisch nie doppelblind durchführen. Dieses strukturelle Problem müsse bei der Interpretation aller Diätstudien grundsätzlich mitgedacht werden.


Insgesamt zeigen die Daten, dass eine ketogene Ernährung langfristig zu keiner besseren Gewichtsabnahme führt als andere Diätformen. Es gibt auch keine überzeugenden Hinweise auf ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko. Damit wird die häufig geäußerte Behauptung, Keto sei grundsätzlich „gefährlich fürs Herz“, zumindest durch die aktuelle Evidenz nicht gestützt. Dennoch schneiden in vielen Untersuchungen hinsichtlich Blutzuckerparametern und metabolischer Kontrolle mediterrane Ernährungsmuster besser ab.

Carette machte außerdem deutlich, dass die wissenschaftliche Diskussion oft Idealformen von Diäten betrachtee, während die eigentliche Hürde meist im Alltag liege: Die langfristige Adhärenz sei bei nahezu allen restriktiven Ernährungsformen schlecht; hohe Abbruchraten seien in Studien ein wiederkehrendes Problem.

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Atkins-Diät, die häufig mit einer deutlich reduzierten Ballaststoffzufuhr einhergeht. Das könnte langfristig mit einem erhöhten Darmkrebsrisiko in Zusammenhang stehen.


Intermittierendes Fasten: Bei Übergewicht keine Vorteile in großen Studien
Auch das intermittierende Fasten wurde auf dem Kongress eher kritisch eingeordnet. Das Konzept zielt darauf ab, das tägliche Zeitfenster für die Nahrungsaufnahme zu verkürzen. Allerdings existieren dafür sehr unterschiedliche Varianten und Protokolle, was die Studienlage zusätzlich schwer vergleichbar macht.

Für Menschen mit Übergewicht oder Adipositas zeigen große Studien, unter anderem veröffentlicht in JAMA Internal Medicine und im NEJM, keinen klaren Vorteil – weder beim Gewichtsverlust noch bei wichtigen metabolischen Parametern.

Bei Menschen mit Diabetes könnten sich dagegen durchaus kardiometabolische Verbesserungen abzeichnen, etwa bei bestimmten Risikomarkern oder sogar bei der linksventrikulären Auswurffraktion. Carette mahnte jedoch zur Vorsicht: Viele dieser Ergebnisse basieren auf Studien mit kurzer Laufzeit und mit vergleichsweise kleinen Teilnehmerzahlen, sodass ihre Aussagekraft begrenzt bleibt. Belastbare Langzeitdaten fehlen.

Einen breiteren Überblick liefert ein im NEJM publizierter Review, der insgesamt vor allem 2 Ernährungsmuster bewertte werden: Die mediterrane Ernährung weist die robusteste Evidenz für positive Effekte auf die kardiovaskuläre Gesundheit auf, während die DASH-Diät (Dietary Approaches to Stop Hypertension) vor allem in der Behandlung des Bluthochdrucks gut untersucht wurde. Carette erinnerte auch daran, dass restriktive Ernährungsformen grundsätzlich Risiken bergen, etwa ein erhöhtes Auftreten von Essstörungen oder ein problematischem Essverhalten.


Zucker bleibt Zucker: Entscheidend ist die Menge – nicht die Moral
Zum Abschluss der Session richtete Dr. Kévin Seyssel, Ernährungsberater aus Corbas bei Lyon, den Blick auf die oft emotional und moralisierend geführte Social-Media-Debatte rund um Zucker. Formate wie „No sugar challenge“ oder die Darstellung von Zucker als regelrechter „Teufel“ seien aus seiner Sicht vor allem populistisch – und wissenschaftlich meist viel zu grob vereinfachend. Statt dramatischer Botschaften plädierte Seyssel daher für einen pragmatischen Umgang und eine Orientierung an etablierten, evidenzbasierten Empfehlungen.

Als Maßstab nannte er unter anderem die Leitlinien der WHO: Bei einer täglichen Energiezufuhr von 2.000 Kilokalorien sollte die Zuckeraufnahme 50 g pro Tag nicht überschreiten. Und die französischen Behörde ANSES (Agence nationale de sécurité sanitaire de l'alimentation, de l'environnement et du travail) rät, täglich rund 30 g Ballaststoffe aufzunehmen.

Jenseits dieser vergleichsweise moderaten Orientierungswerte sei eine gewisse Skepsis gegenüber Panik machenden Botschaften angebracht, insbesondere, wenn sie mit Schuldzuweisungen arbeiteten und mehr moralischen Druck erzeugten als wissenschaftlich fundierte Orientierung zu bieten, gab Seyssel zu bedenken.

https://deutsch.medscape.com/viewarticle/ern%C3%A4hrungstrends-dem-pr%C3%BCfstand-was-bringen-omega-3-2026a100024i?ecd=WNL_mdplsfeat_260129_mscpedit_de_etid8065251&uac=389796AZ&impID=8065251

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Mittwoch, 28. Januar 2026
Gerlinde Kaltenbrunner
Ich hatte die Gelegenheit, die wohl bedeutendste Bergsteigerin unserer Zeit zu treffen. Eine wahrlich faszinierende Begegnung und ein atemberaubender Vortrag, der sich in zwei Teile gliederte: Die geistige Dimension des Bergsteigens und das absolute Nonplusultra einer Tour:

Der K2 über die Nordroute. Schon die Anreise erfolgte spektakulär auf Kamelrücken durch die wüsteste aller Wüsten, die Takla Makan, was eine Woche dauerte.



8611 m ohne Sauerstofflasche und ohne Träger.
Wir erfuhren, dass eine vegane, hauptsächlich aus Obst bestehende Ernährung die Voraussetzung ist das zu schaffen, denn Fleisch oder auch Käse oder fetthaltige Mehlspeisen würden so viel Sauerstoff in der Leber binden, dass man Gefahr läuft zu ersticken.



Klettern bei - 27 Grad und 2 m Neuschnee, das liegt jenseits meiner Vorstellungskraft. Was ich mir aber sehr gut vorstellen kann ist die Begeisterung bei einer solchen Tour, die auch für mich Ansporn zu neuen Unternehmungen ist. Der Funke sprang über.





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Was Ice über den Tod von Pretti erzählt und was der erste Untersuchungsbericht sagt
https://www.gmx.net/magazine/politik/us-politik/starb-alex-pretti-bericht-stellte-us-regierung-dar-41833158

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Einer meiner liebsten Verhörer
Ist Big City Life von Mattafix, wo es in einem etwas eigenartigen Englisch (karibo-kreolisch) heißt: "Pressure nah ease up no matter how hard me try"

(in normalem Englisch hieße das "The pressure doesn't let up, no matter how hard I try.")

und ich jedesmal verstehe "It pressed me up to the Matterhorn, hard to try".

Na ja, das liegt wohl auch an meinem Hobby.



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Dienstag, 27. Januar 2026
Heute vor 81 Jahren: Auschwitz wurde von der Roten Armee befreit
Und die sehr hartgesottenen Sowjetsoldaten sahen ein Grauen vor sich, dass ihnen bis dahin nicht vorstellbar war.

Zu dem ganzen Komplex hier einige Fragmente:

Shlomo, der Goldschmied von Sobibor und sein schlimmster Peiniger:


https://www.ndr.de/geschichte/koepfe/Shlomo-Szmajzner-und-Gustav-Wagner-Der-Goldschmied-und-sein-Peiniger,shlomo102.html




Aus: "Die Glocke" Nr. 229-Mitteilungsblatt der Lagergemeinschaft Buchenwald-Dora/Freundeskreis e.V.)


"Wir stellen den Kampf erst ein, wenn auch der letzte Schuldige vor den Richtern der Völker steht. Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung! Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel! Das sind wir unseren gemordeten Kameraden und ihren Angehörigen schuldig."

Aus dem Schwur von Buchenwald

Werner von Braun, Konstrukteur der V2-Raketen die im KZ Mittelbau-Dora in unterirdischen Stollen unter menschenverschleissenden Bedingungen in Sklavenarbeit gefertigt wurden begrüßte die US-Truppen, eine Zigarre im Mund, bot ihnen seine Dienste an und erklärte, er wollte schon immer auf der Seite der Sieger stehen. Es sollte ihm problemlos gelingen.


"Der Kapitalismus muss weg": Interview mit Kurt-Julius Goldstein

https://www.hagalil.com/archiv/2004/11/goldstein.htm

und, hieran anknüpfend:


Gibt es eine Ökonomie der Endlösung?

Als Vertreter der Hamburger Schule der Sozialgeschichte wie auch des Neuen Antiimperialismus sage ich ganz klar "Ja". Wobei viele die diesen Ansatz verwerfen weit davon entfernt sind ihn zu begreifen. Ein wohlfeiles Beispiel dafür liefert Stephan Grigat, der gleich mit einer Reihe haarsträubender Irrtümer bzw. geballtem Nichtwissen aufwartet. Generell kann ja gesagt werden dass antideutsche Kritik an Ansätzen des Neuen Antiimperialismus bzw. Postoperaismus sich zumeist dadurch auszeichnet dass sie die Theorien die sie zu kritisieren vorgibt gar nicht kennt.

Im Mittelpunkt steht seine These, dass Götz Aly und Susanne Heim als marxistisch-leninistisch geprägte HistorikerInnen den Rassismus des Holocaust unter einer Ökonomisierung begraben würden, um den latenten Antisemitismus marxistischer Ansätze zu verschleiern.


Weder sind Heim und Aly marxistisch-leninistisch geprägt (sie stehen in einer Tradition die der Nörgler "marxologisch" nennen würde, von zentraler Bedeutung ist hier Detlef Hartmanns Text "Warum Marx kein Marxist war und kein Leninist geworden wäre" aus seiner programmatischen Schrift "Leben als Sabotage"), noch geht es in ihrer Analyse nicht um Rassismus - der Rassismus wird nur selber als treibende Kraft für den entwickelten Kapitalismus betrachtet der selber im Sinne einer Verwertungslogik seine Funktion erfüllt. In diesem Sinne ist das KZ die extremste Form der kapitalistischen Fabrik mit der Verwertung der menschlichen Arbeitskraft buchstäblich bis auf die Knochen.

Knut Mellenthin hingegen reflektierte im AK seinerzeit schon weitaus treffender, stellt den Ansatz allerdings etwas verkürzt dar.

http://www.holocaust-chronologie.de/artikel/oekonomie-und-politik-der-endloesung.html


Grundsätzlich beginnt die Analyse der NS-Vernichtungspolitik wie Heim und Aly sie betrieben hatten (Aly fiel später dahinter zurück) mit der Analyse des Sozialdarwinismus, der Eugenik und der "Euthanasie". Die Shoah und die Ermordung der Sinti und Roma sind hierbei eine Fortsetzung der vorherigen "klinischen Hinrichtung der Unbrauchbaren", im Mittelpunkt stand eine negative Bevölkerungspolitik verbunden mit der beabsichtigten Züchtung einer neuen "Herrenrasse". Dem lagen irrige, heute biologisch widerlegte Vorstellungen von "Menschenrassen" zugrunde, das war zum damaligen Zeitpunkt aber noch anerkannte Wissenschaft, ein wissenschaftlicher Rassismus, der von der Züchtung einer idealen Menschheit und der Ausrottung von als "Ballastexistenzen" angesehenen Angehörigen sozialer und ethnischer Minderheiten träumte - und damit in der Praxis dann ja auch ziemlich weit gelangte. Die Brisanz liegt hierbei darin, dass, wie Karl Heinz Roth festgestellt hatte, dieses Verbrechen sich eben nicht isoliert nur für die NS-Herrschaft nachweisen lässt. Die Behandlung ganzer Bevöllkerungen nach der Triage, d.h. der ursprünglich aus der Militärmedizin abgeleiteten Ungleichbehandlung von frontfähig zu Machenden Verletzten, solchen die Behinderungen davontragen werden und solchen die man nur noch sterben lässt fand nicht nur im Vernichtungskrieg der Nazis statt sondern prägte später die Entwicklungspolitik von IWF und Weltbank und die Kriegführung im Irak-Iran- und im Jugoslawischen Bürgerkrieg wie in den jüngsten Bürgerkriegen in Ruanda und Kongo. Bei all diesen Ereignissen spielt die Schöpferische Zerstörung zur Ankurbelung neuer Wertschöpfungsprozesse und die Vernichtung der überflüssigen Esser eine Rolle. Man hat Heim und Aly mal vorgeworfen damit die NS-Verbrechen zu verharmlosen, doch eigentlich ist das Gegenteil der Fall: Es wird festgestellt dass der Imperialismus der Nachkriegszeit ebenso wie die Modernisierungsdiktaturen der "Dritten Welt" im Grunde dem NS-Regime an Brutalität nicht nachstehen, sondern sich Völkermord als Teil eines weltökonomischen Modernisierungsmodells seit dem NS etabliert hat. Die Nazis waren gewissermaßen die Avantgarde, die mit ihrem Vernichtungskrieg die Grundlagen künftiger Bevölkerungspolitik im Weltmaßstab geschaffen hatten.

In den 1980ern, so zwischen Tübinger Internationalismustagen und dem gemeinsamen IWF- und Weltbankgipfel in Westberlin war die Kenntnis dieses Zusammenhangs mal linker Diskussionsstand.

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Montag, 26. Januar 2026
Zur Einordnung von dem, was in Minnesota und anderswo geschieht
Es ist Faschismus!
Nichts Anderes.

Es handelt sich bei der aktuellen Entwicklung in den USA um keinen Ausrutscher. Kein Ausrasten einzelner Beamter oder einzelner Organe. Kein„überzogenes Durchgreifen“.
ICE agiert wie eine paramilitärische Todesschwadron:
bewaffnet, vermummt, entmenschlicht.
Menschen werden gejagt, entführt, mundtot gemacht, ja in KZs verschleppt. Es gibt sie bereits: Konzentrationslager auf Militärbasen und Truppenübungsplätzen bzw. "Areas". Wir erleben den Anfang eines faschistischen Regimes.

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Ich halte ja wenig von Frau Meloni, aber...
sie hat als Reaktion auf Präsident Trumps jüngste Behauptungen über die Nato ein schweres diplomatisches Ultimatum gestellt und drohte, die kritischen Säulen der Präsenz der Vereinigten Staaten in Italien zu entfernen. Melonis Vorschlag beinhaltet die mögliche Schließung wichtiger strategischer Knotenpunkte wie Aviano Air Base und NAS Sigonella, was die amerikanische Militärprojektion über das Mittelmeer und Nordafrika effektiv lahm legen würde. Neben militärischen Veränderungen fordert ihre Haltung eine vollständige Anpassung an die Aussetzung des Handels der Europäischen Union und einen symbolischen Boykott der ikonischen amerikanischen Marken wie McDonald's, um die kulturelle Soft Power der USA abzulehnen. Diese Ablehnung eines traditionell konservativen Verbündeten signalisiert eine beispiellose Vereinigung europäischer politischer Fraktionen gegen Washingtons aktuelle Außenpolitik und markiert einen möglichen Zusammenbruch langjähriger transatlantischer Sicherheits- und wirtschaftlicher Bündnisse.

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Mittwoch, 21. Januar 2026
KI-Modell erkennt 130 Krankheiten am Schlafmuster, darunter Herzinfarkt und Demenz – nach nur einer Nacht
Doris Maugg via Medscape

21. Januar 2026


Ein Vorteil künstlicher Intelligenz (KI) ist die Fähigkeit, in Sekundenschnelle entscheidende Muster in großen Datenmengen zu erkennen. Ein KI-Modell, das mit Polysomnographie (PSG)-Daten zum Schlaf und Gesundheitsdaten von Personen trainiert wurde, konnte nun anhand der Schlafmuster von nur einer Nacht mit einer Genauigkeit von bis zu 90% Erkrankungen wie Demenz, Herzinfarkt, Krebs, Schlaganfall und die Gesamtsterblichkeit vorhersagen. Die Ergebnisse wurden kürzlich in Nature Medicine publiziert .

Die Forschenden um Rahul Thapa, Doktorand an der Stanford University, Kalifornien, USA, nutzten die PSG-Daten von 65.000 Teilnehmenden mit insgesamt fast 600.000 Stunden Schlaf, um ihr KI-Modell „SleepFM“ zu trainieren.

PSG sei der „Goldstandard“, um Patienten im Schlaf zu überwachen, so die Autoren. Mit PSG werden Daten zur Gehirn- und Herzaktivität, Atemmuster sowie Bewegungen von Beinen und Augen im Schlaf aufwendig analysiert.


„Wir zeichnen eine erstaunliche Anzahl von Signalen auf, wenn wir den Schlaf untersuchen“, sagt Prof. Dr. Emmanuel Mignot, Schlafmediziner an der Stanford University und Co-Seniorautor der Studie, in einer Pressmitteilung. „Es handelt sich um eine Art allgemeine Physiologie, die wir 8 Stunden lang bei einer Person untersuchen... Das liefert sehr viele Daten.“

Durch die Verknüpfung der trainierten PSG-Daten mit Langzeit-Gesundheitsdaten von Patienten der Schlafklinik in Stanford konnte SleepFM mit einer Genauigkeit zwischen 80 bis 90 % das Eintreten einer Erkrankung wie Parkinson, Demenz, Herzinfarkt oder Prostatakrebs vorhersagen.

In dieser Studie sei zum ersten Mal eine derart große Datenmenge zum Schlaf ausgewertet worden, erklärt der Schlafmediziner. Den Forschenden sei es gelungen, die PSG-Daten zu Elektroenzephalographie, Elektrokardiographie, Elektromyographie, Pulsmessung und Atemluftstrom zu integrieren und eine genaue Vorhersage zu verschiedenen Erkrankungen abzuleiten.


Follow-up bis zu 25 Jahre
Das KI-Modell „SleepFM“ ist ein sogenanntes Foundation Modell, das in der Lage ist, sich anhand großer Datenmengen selbst zu trainieren und das Gelernte auf verschiedenste Bereiche anzuwenden. ChatGPT ist ebenfalls ein solches Foundation Modell.

Die Forschenden verwendeten zum Training von SleepFM 585.000 PSG-Stunden von Patienten, die in verschiedenen Schlafkliniken behandelt wurden. Die Schlafdaten wurden in Schritte von 5 Sekunden unterteilt, vergleichbar mit Wörtern, mit denen große Sprachmodelle trainiert werden.

Und noch eine Besonderheit bauten die Forschenden bei diesem KI-Training ein – das sogenannte „kontrastive Lernen mit Auslassungen“: Sie entfernten gezielt einzelne Daten-Aspekte, die die KI anhand des Gelernten rekonstruieren musste. Auf diese Weise konnten die Forschenden verschiedene Datenmodalitäten harmonisieren, was vergleichbar damit sei „die gleiche Sprache zu lernen“, erklären die Autoren.


Um mögliche Erkrankungen bei den Teilnehmenden vorherzusagen, wurden die PSG-Schlafdaten mit den Langzeit-Gesundheitsdaten der Teilnehmenden verknüpft.

Den Forschenden standen dazu die Gesundheitsdaten des Standford Sleep Medical Center von über 35.000 Personen in einem Alter zwischen 2 und 96 Jahren zur Verfügung, deren PSG-Daten in dem Zeitraum von 1999 bis 2024 aufgezeichnet worden waren. Das Follow-up betrug zum Teil 25 Jahre.

Vorhersage-Fähigkeit bis zu 90 Prozent
Bei der Auswertung von über 1.000 Krankheitskategorien konnten sie 130 Krankheiten anhand der Schlafdaten der Patienten mit hoher Genauigkeit vorhersagen.

Besonders aussagekräftig waren die Vorhersagen des Modells für Krebserkrankungen, Schwangerschaftskomplikationen, Kreislaufbeschwerden und psychische Störungen mit einem C-Index von über 0,8.

Mit Hilfe des C-Index (Konkordanzindex) wird die Vorhersageleistung eines Modells bewertet, insbesondere seine Fähigkeit, vorherzusagen, welche von 2 Personen in einer Gruppe ein Ereignis wie beispielsweise einen Herzinfarkt zuerst erleben wird. Ein C-Index von 0,8 entspricht einer 80 %igen Übereinstimmung der Vorhersage des Modells mit dem Zustand einer Person, der tatsächlich eingetretenen ist.

Mit den PSG-Daten aus nur einer Nacht konnte SleepFM 130 Erkrankungen mit einem C-Index von mindestens 0,75 vorhersagen (p-Wert < 0,01).

Darunter waren u.a.:

• Morbus Parkinson 0,89
• Demenz 0,85
• hypertensive Herzkrankheit 0,84
• Herzinfarkt 0,81
• Prostatakrebs 0,89
• Brustkrebs 0,87
• Tod 0,84
• chronische Nierenerkrankung 0,79
• Schlaganfall 0,78
• Vorhofflimmern 0,78

KI-Schlaf-Modelle für Monitoring und Risikostratifizierung nutzen
Modelle mit einem geringeren C-Index von 0,7 werden bereits erfolgreich in der Klinik eingesetzt, um das Therapieansprechen einer Krebserkrankung vorherzusagen. Dieses schlafbasierte KI-Modell könne zur Risikostratifizierung und Langzeit-Gesundheitsüberwachung von Patienten genutzt werden, schreiben die Autoren um Thapa.

Die Forschenden weisen darauf hin, dass ihre Studienkohorte einem Selektionsbias unterliegt, da es sich um Patienten einer Schlafklinik handelte, die sie aufgrund von Schlafauffälligkeiten aufgesucht hätten. Deshalb seien die Ergebnisse nicht repräsentativ und nicht auf die Allgemeinbevölkerung übertragbar.

„Die meisten Informationen für die Vorhersage von Krankheiten erhielten wir durch den Vergleich der verschiedenen Ebenen. Körperfunktionen, die nicht synchron waren – beispielsweise ein Gehirn, das schläft, aber ein Herz, das wach ist – schienen Probleme anzukündigen,“ erklärt Mignot. Sie planen weitere Gesundheitsdaten, die beispielsweise mit Smart Watches gesammelt werden, in das Modell zu integrieren

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Mal unter uns
In einem funktionierenden Rechtsstaat würde man Trump jetzt für geschäftsunfähig erklären und unter Führungsaufsicht stellen.

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Dienstag, 20. Januar 2026
Leipzig: Linke demonstrieren gegen Links
Auf die platte Linie traditions-antiimperialistisch gegen antideutsch lässt sich dieser Konflikt diesmal nicht bringen. Denn die israelpositiven Linken kommen nicht alle aus dem antideutschen Spektrum, sie solidarisierten sich auch nicht alle mit dem israelischen Militär oder der Regierung Netanjahu.

Umgekehrt lässt sich eine antisemitische Beeinflussung von Handala nicht abstreiten, auch wenn wiederum nicht alle propalästinensisch Demonstrierenden auf Handala-Linie sind. Diese Demo markiert eine wohl leider notwendige innerlinke Sollbruchstelle.

Die hochdifferenzierte und zugleich äquidistante Haltung früherer Göttinger Autonomer, die mit Israel- und Palästinaflaggen an einem Flaggenstock für soziale Revolution in Israel, Palästina und weltweit demonstrierten ist heute leider nicht mehr vermittelbar.



https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen/leipzig/leipzig-leipzig-land/polizei-demo-connewitz-antifa-sperrung-104.html

https://www.nd-aktuell.de/artikel/1196926.demos-in-leipzig-links-gegen-links.html

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