Samstag, 7. Dezember 2019
Mein Metakommentar zu allen linken Debatten
Ceterum censeo dass die Kombination Moral, Scham und Schuldgefühle nichts in linken Diskursen verloren hat.

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Im "Kapital" zeigt Marx
auch: Eine radikale Kritik auf moralischer Grundlage kann es garnicht geben.
Mit dieser Einsicht hat die Arbeiterbewegung sich immer schwergetan. "Schauermann blievt Schauermann" und die Propaganda der schwieligen Faust standen höher im Kurs als die Analytik. Diese Ur- und Erbsünde der Arbeiterbewegung webet und wallet bis heute fort und fort.

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Und die aktuelle Weltpolitik lässt sich schlüssig aus dem tendenziellen Fall der Profitrate herleiten. Will aber niemand wissen. Schreibe ich demnächst mehr dazu.

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daraus scheint mir zu folgen, dass weder Scham noch Schuldgefühle, egal was Marx oder der hl. Thomas geschrieben haben, etwas mit "linkem Diskurs" oder richtigem Handeln, moralisch versatanden, zu tun haben. Ich kann mich trotz oder gerade wegen Marx oder Thomas fragen, was moralisch richtig ist. Denn nur wenn ich falsch handele, sind Scham und Schuldgefühle angebracht. Wenn ich aber richtig handele, dann ist es der Triumpf der Moaral (über Schuldgefühle usw.) Ich beweise die Moral, indem ich richtig handele. Mein Handeln dient also nicht dazu, eine "Moral" zu bestätigen, es dient dazu, sie hervorzubringen.

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Wenn bei mir bezogen auf linke Diskurse von Moral die Rede ist meine ich so gut wie immer jene selbstrepressive, Sprachzensur und sexuelle Selbstbeschränkung ausübende Spackenmoral, welche die überwiegend bürgerlich geprägte Linke in Deutschland und USA umtreibt und es geschafft hat, ihr jeden klassenkämpferischen Impetus zu nehmen. Also das, was ich Kreisen wie Mädchenmannschaft, Momo, Noah Sow, einem Großteil der Grünen und sehr vielen studentischen Linken ankreide.

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Ich verwende den Begriff Moral überhaupt in erster Linie bezogen auf eine repressive, mit Schuldgefühlen, Zerknirschung und Scham verbundene Bewertung von als gut oder böse angesehenen Dingen, während ich für die Bewertung dieser Dinge an sich und daraus abgeleitete Handlungsorientierungen den Begriff Ethik verwende.

Oder auch so: Moral ist, wenn ich aus Angst, Scham oder Schuldgefühl das Richtige tue, Ethik ist, wenn ich es aus Einsicht mache.

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