Freitag, 16. Oktober 2020
Wer sind die Querdenker?
Ein Forscherteam der Universität Konstanz, SoziologInnen, PolitikwissenschaftlerInnen und HistorikerInnen hat sich mit den CoronamaßnahmenkritikerInnen auseinandergesetzt und kommt zu interessanten Ergebnissen.

(Quelle: FAZ)

„Es handelt sich größtenteils um Bürger, die sich bewusst in eine mediale Parallelwelt begeben haben und die ihr altes Leben vor der Pandemie zurückhaben wollen.“


Bei den „Querdenkern“ gab es keinen programmatischen Gründungsprozess. Und auch in Konstanz durfte auf der Bühne jeder Redner alles sagen. Inhaltlich eint die Querdenker kein einheitliches Programm, es handle sich, so die Forscher, um eine „unstrukturierte, nicht strategisch agierende, offene Bewegung“. Gleichwohl gibt es einige verbindende Überzeugungen: Die staatliche Pandemiepolitik wird vollständig abgelehnt. Kennzeichnend ist eine sehr große Staatsskepsis, wenn nicht sogar eine Staatsphobie. Den „Eliten“ und den etablierten Medien billigen die Demonstranten keinerlei Glaubwürdigkeit zu. „Diese Bewegung ist im Moment eine Misstrauensgemeinschaft, die sich mit Hilfe der sozialen Medien zu einer alternativen Wissensgemeinschaft entwickelt“, sagt der Konstanzer Historiker Sven Reichardt. Außer der gemeinsamen Ablehnung des Mund-Nasen-Schutzes und der Pandemiepolitik gebe es keinen ideologischen Überbau. „Es gibt nur die inhaltliche Klammer, dagegen zu sein, zur Begründung reicht vielen ein einziges Argument aus einem Youtube-Video“, sagt Sebastian Koos.


Auch der Historiker Reichardt findet den Umgang der Querdenker mit Wissen und wissenschaftlichen Erkenntnissen äußerst irritierend. Sie versuchten erst gar nicht, sich systematisch an der wissenschaftlichen Diskussion über die Pandemie zu beteiligen. „Die Teilnehmer der Querdenker-Demonstrationen suchen sich im Internet nur die Informationen, die zu ihren Vorstellungen passen. Sie klicken sich durchs Netz auf der Suche nach Argumenten. Dabei verfügen die meisten über eine geringe Irritationsfähigkeit und eine große Selbstsicherheit.“ Dieses, wie Reichardt sagt, selbstreferentielle „knowledge empowerment“ sei ein neues Phänomen. Erst die sozialen Medien und vor allem Youtube hätten einen solchen Umgang mit Wissen ermöglicht. Er sei bei seinen Interviews immer wieder auf drei „Erweckungserlebnisse“ gestoßen: die Videos des emeritierten Mainzer Virologen Sucharit Bhakadi, der die tödliche Gefahr des Coronavirus bestreitet, dann die aus Sicht der Bewegung verfälschende Berichterstattung der etablierten Medien über die Berliner Großdemonstration im August sowie deren angeblich willfährige Übernahme von Regierungsmeinungen. „Die Mühe, ausführlich zu begründen, warum sie zum Beispiel die Position Bhakdis überzeugender finden als die des Virologen Christian Drosten, machen sich die meisten Querdenker ja gar nicht“, sagt Reichardt.


Andere soziale Bewegungen wie die Friedens- oder die Anti-Atomkraft-Bewegung hätten sich, um eine politische Diskussion überhaupt führen zu können, eine gemeinsame, gründlich erarbeitete alternative Wissensbasis geschaffen. Nur deshalb gebe es bis heute zum Beispiel das Freiburger Öko-Institut.


Auch Reichardt sieht Rechtsextremisten eher als Randphänomen der „Querdenker“, er hält es für falsch und sogar gefährlich, die Bewegung zu stigmatisieren und zu dämonisieren. „Wenn es weiterhin ein liberales Management der Pandemie geben soll, dann müssen die Politiker auf ein gewisses Maß an bürgerlicher Selbstverantwortung, auf die Rücksicht gegenüber Schwachen und die Akzeptanz ihrer Maßnahmen bauen können“, sagt Reichardt. Die Bereitschaft in der Bevölkerung, sich impfen zu lassen, sei schon jetzt dramatisch zurückgegangen. „Man muss vor allem versuchen, den totalen Vertrauensverlust in die Medien zu verstehen, sonst haben wir bald ein Problem.“

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Das Schlimmste steht uns noch bevor!
Nämlich!
Wenn die Corona Krise erstmal überstanden ist, werden Erstes, Zweites, Drittes uns jahr(zehnt)elang mit unzähligen Corona Dokus bestrahlen.

Wir sind Vergangenheitsbewältigung!

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Oh my god! Dann werde ich freiwillig Babylon Berlin gucken müssen.

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Gefällt Dir die Serie nicht?

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Die erste Staffel fand ich richtig gut, die aktuellen Folgen weniger. "Cabaret" fasst das Sujet in gut anderthalb Stunden besser zusammen.

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Meine Geschäftsidee für das weihnachtliche Kindergeschenk: Barbie und Ken werden in Outfit, Gegenständen und Spielumfeldern mit "Babylon Berlin"-Sachen ausgestattet.
Das heißt dann "Barbielon Berlin".

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Bei mir war es umgekehrt. Nach sechs Folgen der ersten Staffel mochte ich nicht mehr. Aber die dritte gefällt mir ziemlich gut: spannend erzählt, pointiert ohne viel Schnickschnack. Manches ein wenig zugespitzt, so etwa, wenn Stresemann im Kreis der Konservativen Revolution um Papen, Schleicher, im Kreis und Major Seeger und Gottfried Wendt, auftaucht. Auch wenn geschichtlich nicht alles stimmen mag, so etwa die Lokomotive in der ersten Staffel, die es angeblich zu dieser Zeit noch nicht gab, und eben jene Stresemann-Szene, so bringt diese Serie doch gut die Zeit und den Geist dieser Zeit auf den Punkt. Im Sinne der Unterhaltung ist es bis jetzt, die ersten sechs Folgen der dritten Staffel, ok.

"Cabaret" ist sicherlich interessant, macht aber nochmal was anderes. Hier wird in einer Serie, und das geht eben nur in einer Serie, eine Reihe komplexer und unterschiedlicher Charaktere ausgefahren. Schön auch die Figur des Arbeiteranwalts Hans Litten.

Es gibt übrigens Stimmen, die sagen, daß die Krimis Volker Kutscher besser seien als die Serie, da die beiden Hauptcharakrere Geron Rath und Charlotte Ritter dort politisch nicht ganz so eindeutig sich positionieren - was mir wiederum vermutlich gut gefällt, weil es die Ambivalenzen dieser Zeit zeigt.

Ansonsten empfehle ich auch diese Publikation des Historikers Olaf Guercke: "Babylon Berlin und der Anfang vom Ende der Weimarer Republik Wie eine moderne Fernsehserie Geschichte erzählt", Bonn, 2020.

http://library.fes.de/pdf-files/bibliothek/16464.pdf

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Des Noerglers Geschäftsidee ist gut.

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