Mittwoch, 1. Mai 2024
Weiter arbeiten am Freizeitpark Deutschland!!

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Da will uns doch einer hinters Licht führen! "Weiter arbeiten am Freizeitpark Deutschland" kann doch nur heißen: "Wie verkürze ich meine Lebensarbeitszeit? Wie kann ich bei geringer Leistung möglichst viel verdienen, um bei der Freizeit-Gestaltung keine Abstriche machen zu müssen?"

Bundeskanzler Scholz schüttelt ärgerlich den Kopf! Er sieht keinen "Freizeitpark Deutschland". Aber er sieht die Bäcker und Bäckerinnen. Dieser Berufsstand wurde in den letzten Monaten und Jahren in den Blick der deutschen Öffentlichkeit gezogen wie kein zweiter. Die Backenden müssen früh raus und wenn sie nach beschwerlicher Arbeit endlich ausgeschlafen haben, ihre "schnellen Stiefel" anziehen, sind die wenigen Freunde am Malochen.

So laufen sie einsam an den eigenen Schaufenstern entlang und sehen, ihre Produkte sind im Freizeitpark Deutschland zu teuer und bleiben liegen. Die Motivation, früh aufzustehen und im Schweiße ihres Angesichts Brot zu backen, säuft in die Tiefen des Marianengrabens ab. So geht es nicht weiter! Trotz allem: Sie sind keine Kandidaten, die bei der Errichtung des "Freizeitparks Deutschland" mitarbeiten wollen.

Viele Deutsche sind ein bisschen dumm. Sie arbeiten sehr viel, neue Rekordzahlen fürs letzte Jahr wurden gemeldet, lassen sich aber einreden, sie arbeiten zu wenig. Ihre Gewerkschaften sind schlauer. Diese fordern die Vier-Tage-Woche bei vollem Lohnausgleich. Deshalb erzählt die Gegenseite die Mär vom "Freizeitpark Deutschland". Regierung und Arbeitgeber denken schon weiter. Die Rentner werden immer mehr, die Arbeitenden immer weniger, da muß das Renten-Eintrittsalter erhöht werden. Es gilt, den Freizeitpark Deutschland endgültig zu schließen.

Doch sieh mal da! Sie vergaßen die mit den Hufen scharrenden Frauen. Die wollen Vollzeit arbeiten, die wollen, wie der Ehemann, einen gut gefüllten Geldbeutel und die Aussicht auf eine ausreichende Rente. Das "Ehegatten-Splitting" steht dem im Wege. Ein deutsches Steuerspar-Modell zur Verhinderung ganztägig arbeitender Frauen.

Freizeitparks sind in Deutschland sehr beliebt, nicht aber die Vorstellung, ganz Deutschland sei ein "Freizeitpark". Setzen wir voraus, einen solchen zu wollen, könnten wir damit beginnen, die FDP mit ihrer Politik für die Superreichen zu unterstützen. Auch die mehrfache Erstattung von nicht gezahlten Steuern spricht klar und deutlich für die Weiterarbeit am "Freizeitpark Deutschland"!

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"Freizeitpark Deutschland" ist ein Tritt in die Fresse für alle GeringverdienerInnen, alle MinijobberInnen und AufstockerInnen, jene Gruppe, für die es im Englischen die Bezeichnung Working Poor gibt, und auch für eine Gruppe, für die es überhaupt keine öffentliche Aufmerksamkeit gibt, nämlich die kleinen Selbstständigen, die Eine-Person-Firmen mit vollem unternehmerischen Risiko, die Handelsvertreter die sich von Abschluss zu Abschluss bewegen und gar kein Festeinkommen haben, die Kioskbesitzer, Taxifahrer und Eiswagenbetreiber, die Investitionen, aber keinen fest zu kalkulierenden Umsatz haben.

Und wer jemals von HartzIV, jetzt Bürgergeld leben musste weiß, was das für ein beschränktes Leben ist, in dem man ohne Schwarzarbeit nebenbei oft tatsächlich nicht klarkommt.

Leistungskürzungen von etwas, das staatlich definiertes Mindesteinkommen ist ist dann rein formaljuristisch ein Unding, das ich für verfassungswidrig halte. Das gilt natürlich auch für das Asylbewerberleistungsgesetz - Rassismus im Sozialstaat. Von vornherein weniger Geld zu bekommen als das, was einem Menschen gesetzlich zukommt läuft dann eben auf die Annahme hinaus, dass die Geflüchteten keine so richtigen Vollwertmenschen sind.

Und weil das alles so ist, fordere ich polemisch:

"Weiter arbeiten am Freizeitpark Deutschland!"

Ein paar Punks trugen ein langes Transparent, eine Picketline: "Keine Arbeitszeitverlängerung! Keine 40 Stunden Woche! Keine 35 Stunden Woche! Korrekt Rente jetzt für alle!"

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Freut mich, eine klare Stellungnahme zu der ursprünglichen Forderung zu lesen, die meine volle Zustimmung findet.

Ich selbst nutzte ein Alters-Teilzeitmodell und bin 2015 mit 60 1/2 Jahren das letzte Mal arbeiten, mit 63 in Rente gegangen. Die 1955 Geborenen waren der letzte Jahrgang, dem ein solches Angebot von der Sportartikelfirma mit den drei Streifen offeriert wurde. Voraussetzung: Mindestens 35 Versicherungsjahre.

Damals sollten ältere Mitarbeiter durch junge ersetzt werden. Das will heute "so" keiner mehr. Ich jedenfalls war heilfroh, den Wecker nicht mehr auf 4.15 Uhr stellen zu müssen.

Deshalb nahm ich auch finanzielle Einbußen in kauf, denn ich ersparte meinen Knochen und meinem Geist fünf Jahre Arbeit. Wenn jemand meint, ich sei bei der Errichtung eines "Freizeitparks Deutschland" dabei gewesen - gerne! 😉

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