Donnerstag, 25. Mai 2023
Querschnittgelähmter kann wieder laufen, Dank neuer Schnittstellen-Technologie – und seiner Risikobereitschaft.
che2001, 17:01h
Dieses Thema finde ich allein schon deswegen spannend, weil mein Kampfsporttrainer über das Thema Bioelektronik, konkret Verbindung von elektrisch bewegten Prothesen mit dem Nervensystem promoviert.
Ein Durchbruch?
Nadine Eckert, Medscape
Ein querschnittsgelähmter Mann in der Schweiz kann mithilfe von Gehhilfen wieder sehr eingeschränkt, aber eigenständig laufen, Treppen steigen und sogar komplexes Gelände durchqueren. Gelungen ist dies durch eine implantierte Gehirn-Rückenmarks-Schnittstelle (Brain-Spine Interface, BSI), die die Kommunikation zwischen Rückenmark und Gehirn in Echtzeit wiederherstellt.
Im Fachjournal Nature berichtet die Forschungsgruppe um Dr. Henri Lorach vom NeuroX Institute der School of Life Sciences an der Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne in Genf über den 38-jährigen Probanden, der aufgrund eines Unfalls seit 10 Jahren an einer Tetraplegie leidet: „Die BSI ermöglicht ihm ein natürliches Gefühl der Kontrolle über die Bewegungen seiner Beine“, schreiben die Autoren. Darüber hinaus hätten kleinere neurologische Verbesserungen, wie bei Sinneswahrnehmungen und motorischen Fähigkeiten, laut Forschenden auch noch angehalten, wenn das BSI abgeschaltet worden sei.
Die Bewegung funktioniert erstmals in Echtzeit
Um eine Einschätzung der neuen Technologie gebeten, loben Experten die neue Qualität der erreichten funktionellen Bewegungskontrolle, warnen aber auch davor, Patienten und Patientinnen falsche Hoffnungen zu machen.
„Der Schlüsselaspekt ist, dass das Ganze in Echtzeit funktioniert. Bisher mussten Probanden intensiv an irgendetwas denken, beispielsweise eine bestimmte Farbe, und sich darauf konzentrieren. Dieses Signal in Form eines herausragenden Gedankenereignisses hat der Computer erkannt und daraufhin ein Bewegungsprogramm gestartet“, erläutert PD Dr. Rainer Abel, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Querschnittsgelähmte am Klinikum Bayreuth.
Der Schlüsselaspekt ist, dass das Ganze in Echtzeit funktioniert. PD Dr. Rainer Abel
Bei dem nun vorgestellten BSI sei das anders, denn anstelle dieses Umweges werde direkt die Imagination der Bewegung am Motorkortex erkannt und in Echtzeit weitergegeben. „Das Auslesen der Steuerimpulse aus dem Motorkortex ist offenbar so präzise, dass die Bewegungsimagination tatsächlich zum Ansteuern einzelner Gelenke verwendet werden kann.“
Implantate, die über eine digitale Brücke kommunizieren
Das BSI erweitert das Prinzip eines Implantats zur Elektrostimulation des Rückenmarks, welches ebenfalls von der Schweizer Forschungsgruppe entwickelt und erprobt wurde. Es setzt sich aus 2 vollständig implantierten Systemen zusammen, die kabellos über eine „digitale Brücke“ miteinander kommunizieren.
https://deutsch.medscape.com/artikelansicht/4912510?ecd=WNL_mdplsfeat_230525_mscpedit_de&uac=389796AZ&impID=5461656&faf=1
Ein Durchbruch?
Nadine Eckert, Medscape
Ein querschnittsgelähmter Mann in der Schweiz kann mithilfe von Gehhilfen wieder sehr eingeschränkt, aber eigenständig laufen, Treppen steigen und sogar komplexes Gelände durchqueren. Gelungen ist dies durch eine implantierte Gehirn-Rückenmarks-Schnittstelle (Brain-Spine Interface, BSI), die die Kommunikation zwischen Rückenmark und Gehirn in Echtzeit wiederherstellt.
Im Fachjournal Nature berichtet die Forschungsgruppe um Dr. Henri Lorach vom NeuroX Institute der School of Life Sciences an der Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne in Genf über den 38-jährigen Probanden, der aufgrund eines Unfalls seit 10 Jahren an einer Tetraplegie leidet: „Die BSI ermöglicht ihm ein natürliches Gefühl der Kontrolle über die Bewegungen seiner Beine“, schreiben die Autoren. Darüber hinaus hätten kleinere neurologische Verbesserungen, wie bei Sinneswahrnehmungen und motorischen Fähigkeiten, laut Forschenden auch noch angehalten, wenn das BSI abgeschaltet worden sei.
Die Bewegung funktioniert erstmals in Echtzeit
Um eine Einschätzung der neuen Technologie gebeten, loben Experten die neue Qualität der erreichten funktionellen Bewegungskontrolle, warnen aber auch davor, Patienten und Patientinnen falsche Hoffnungen zu machen.
„Der Schlüsselaspekt ist, dass das Ganze in Echtzeit funktioniert. Bisher mussten Probanden intensiv an irgendetwas denken, beispielsweise eine bestimmte Farbe, und sich darauf konzentrieren. Dieses Signal in Form eines herausragenden Gedankenereignisses hat der Computer erkannt und daraufhin ein Bewegungsprogramm gestartet“, erläutert PD Dr. Rainer Abel, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Querschnittsgelähmte am Klinikum Bayreuth.
Der Schlüsselaspekt ist, dass das Ganze in Echtzeit funktioniert. PD Dr. Rainer Abel
Bei dem nun vorgestellten BSI sei das anders, denn anstelle dieses Umweges werde direkt die Imagination der Bewegung am Motorkortex erkannt und in Echtzeit weitergegeben. „Das Auslesen der Steuerimpulse aus dem Motorkortex ist offenbar so präzise, dass die Bewegungsimagination tatsächlich zum Ansteuern einzelner Gelenke verwendet werden kann.“
Implantate, die über eine digitale Brücke kommunizieren
Das BSI erweitert das Prinzip eines Implantats zur Elektrostimulation des Rückenmarks, welches ebenfalls von der Schweizer Forschungsgruppe entwickelt und erprobt wurde. Es setzt sich aus 2 vollständig implantierten Systemen zusammen, die kabellos über eine „digitale Brücke“ miteinander kommunizieren.
https://deutsch.medscape.com/artikelansicht/4912510?ecd=WNL_mdplsfeat_230525_mscpedit_de&uac=389796AZ&impID=5461656&faf=1
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Montag, 22. Mai 2023
Neue Möglichkeiten zur Therapie bei Fettleber und Fettleberentzündung – diese Medikamente sind vielversprechend
che2001, 23:31h
Ute Eppinger, Medscape
INTERESSENKONFLIKTE 22. Mai 2023
Berlin – Die Nichtalkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD) gilt mit einer Prävalenz von bis zu 30% in den meisten Industrienationen als die häufigste chronische Lebererkrankung. Die Nichtalkoholische Steatohepatitis (NASH) weist eine Prävalenz von 3% auf – Tendenz steigend. Bislang beschränkt sich die Therapie der NAFLD und NASH primär auf eine Gewichtsabnahme, Änderung der Ernährung und Bewegung. Eine zugelassene medikamentöse Therapie für NAFLD und NASH gibt es nicht.
Gleichwohl reduzieren einige neue Medikamente den Fettgehalt der Leber und Kombinationen von metabolischen und antifibrotischen Wirkstoffen könnten additive Effekte auf die Leberfibrose aufweisen, berichtete Prof. Dr. Michael Roden von der Klinik für Endokrinologie und Diabetologie der Universität Düsseldorf. Auf dem Kongress der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) in Berlin gab Roden einen Überblick über neue Entwicklungen [1].
Wirkstoffe gegen Steatose und Entzündung
Einige Wirkstoffe aus der Gruppe der GLP-1-Rezeptor-Agonisten und SGLT2-Hemmer verbessern Steatose und NASH, wenn auch nicht die Fibrose, und werden bei Vorliegen eines Typ-2-Diabetes in der 2022 publizierten S2k-Leitlinie Nichtalkoholische Fettlebererkrankungen der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DVGS) empfohlen.
Auch der PPAR-Agonist Pioglitazon führt in einigen Studien zu einer Reduktion von Steatose und Entzündung, zeigt aber keinen Einfluss auf die Fibrose. Allerdings wird das Mittel aufgrund seiner extrahepatischen Effekte (Ödeme, Frakturen, erhöhtes Risiko für Harnblasenkarzinome) in Deutschland kaum verwendet und wird auch in der S2k-LL nicht empfohlen.
Unter SGLT2-Hemmern deutliche Abnahme des Leberfetts
Für Patienten mit NAFLD und Typ-2-Diabetes (ohne Zirrhose, d.h. bei beginnender bis mittelgradiger Fibrose bis maximal Fibrosegrad F3) wird in der S2k-LL die Gabe der GLP-1 Analoga Liraglutid oder Semaglutid empfohlen. Von den SGLT2-Hemmern kommen Empagliflozin und Dapagliflozin infrage.
Bei Patienten mit kompensierter Zirrhose (NAFLD F4) wird die Gabe von Metformin empfohlen. Für Patienten mit NAFLD und Dyslipidämien wird in der S2k-LL zur Gabe von Statinen geraten, Patienten mit NAFLD und Adipositas sollten Liraglutid oder Semaglutid erhalten.
Wie Roden berichtete, kommt es in den meisten Studien mit SGLT2-Hemmern zu einer deutlichen Abnahme des Leberfettgehaltes – je nach Studie liegt der relative Anteil zwischen 13% für Dapagliflozin und 38% für Canagliflozin. Auch Empagliflozin reduziert signifikant das Leberfett, unabhängig von einer Gewichtsabnahme der Probanden. Die Effekte auf die Insulinresistenz allerdings sind heterogen und finden sich nicht in allen Studien, so Roden.
Auch GLP-1-Analoga verbessern Steatose und NASH: Die Ergebnisse der LEAN-Studie zeigen, dass unter Liraglutid die Steatohepatitis abklang und die Fibroseprogression unter Liraglutid geringer war als unter Placebo.
Eine größere Studie mit 320 NASH-Patienten kam zu ähnlichen Ergebnissen: Semaglutid führte bei einem signifikant höheren Prozentsatz (p < 0,001) der Patienten zu einem Abklingen der NASH als Placebo.
Man kann aber aus den Ergebnissen schließen, dass man Semaglutid bei Patienten mit Adipositas und Leberzirrhose zumindest erwägen kann. Prof. Dr. Michael Roden
In einer im März erschienenen Arbeit wurde untersucht, ob es sinnvoll ist, auch Patienten mit NASH und Leberzirrhose mit Semaglutid zu behandeln. Die Ergebnisse zeigen, dass der GLP-1-Rezeptor-Agonist zwar die Steatose positiv beeinflusst, die Lebersteifigkeit hingegen nicht verbessern kann und sich auch histologisch kein signifikanter positiver Effekt zeigt.
„Man kann aber aus den Ergebnissen schließen, dass man Semaglutid bei Patienten mit Adipositas und Leberzirrhose zumindest erwägen kann. Die Sicherheit des Präparates für diese Patienten lässt sich aus den Studienergebnissen durchaus ableiten“, sagte Roden.
Die COMBAT T2 NASH-Studie: Semaglutid plus Empagliflozin
In der COMBAT T2 NASH-Studie (COMBined Active Treatment in Type 2 diabetes with NASH) wird untersucht, ob die Kombinationstherapie mit Empagliflozin und Semaglutid bzw. die Therapie mit Empagliflozin allein zu einer Rückbildung der NASH führt und die Progression einer Leberfibrose verhindert.
Im Rahmen der deutschen Zentren der Diabetesforschung wird COMBAT T2 NASH gemeinsam als deutsche Studie bundesweit organisiert und an 40 Standorten durchgeführt. Roden wies daraufhin, dass die Einschlussphase für die Studie noch laufe und warb dafür, Patienten mit Typ-2-Diabetes und NASH an der rein wissenschaftsgetriebenen Studie einzuschreiben (Kontakt: sabine.kahl@ddz.de).
Die medikamentöse Behandlungsphase erstreckt sich über 48 Wochen, schließt eine tägliche Tabletteneinnahme und eine wöchentliche Injektion unter die Haut ein.
Aus der Kombination von metabolischen und antifibrotischen Wirkstoffen erhofft man sich additive Effekte auf die Leberfibrose. Derzeit werden verschiedene Kombinationstherapien untersucht.
Beispielsweise die Phase-2-Studie mit Semaglutid + Cilofexor + Firsocostat. In einer ersten Analyse im September 2022 zeigte sich die Kombinatuion bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Fibrose im Allgemeinen als gut verträglich. In explorativen Wirksamkeitsanalysen führte die Kombination im Vergleich zu Semaglutid allein zu Verbesserungen der Lebersteatose.
Weil es sich um eine kleine offene Studie handelt, sind aber doppelblinde placebokontrollierte Studien mit entsprechender Patientenzahl erforderlich, um die Wirksamkeit und Sicherheit realistisch zu bewerten. Weitere laufende Kombinationsstudien mit SGLT2-Hemmern sind eine Phase-2-Studie mit Tofogliflozin + Pemafibrate und eine Phase-2-Studie mit Licogliflozin + Tropifexor.
Obeticholsäure, Resmetirom und Tirzepatid
Neue Wirkstoffe wie Obeticholsäure (OCA) und Resmetirom könnten trotz derzeit noch nicht eindeutiger Effekte die Zulassung anstreben, berichtete Roden. Für Patienten mit primärer biliärer Cholangitis ist OCA bereits seit 2017 auf dem Markt. NAFLD wäre jedoch ein deutlich größeres Indikationsgebiet. Obeticholsäure ist ein selektiver Farnesoid-X-Rezeptor-Agonist, der in hohen Konzentrationen in Leber und Darm exprimiert wird.
Die Zwischenanalyse der REGENERATE-Studie hatte unter 25 mg Obeticholsäure eine klinisch signifikante histologische Verbesserung bei Patienten mit NASH gezeigt. „Obeticholsäure kann die Fibrose verbessern, dieser antifibrotische Effekt macht diese Substanz spannend“, sagte Roden.
Allerdings sind die Nebenwirkungen nicht unerheblich. Sehr intensiver Juckreiz tritt häufig auf und führt in Patientengruppe mit der höchsten Dosis zu signifikanten Abbruchraten. Auch kann es unter OCA zu einem transienten LDL-C-Anstieg, zu einer HDL-C-Reduktion und zu einem transienten HbA1C-Anstieg bei Typ-2-Diabetes kommen.
… Tirzepatid ist eine Zukunftsoption. Prof. Dr. Michael Roden
Roden erinnerte auch daran, dass der Hersteller Ende September 2022 bekannt gegeben hatte, dass der primäre Endpunkt in REVERSE zur Bewertung der Sicherheit und Wirksamkeit von OCA nicht erreicht werden konnte. Die Daten, betonte Roden, seien deshalb noch offen.
Resmetirom, ein leberspezifisch wirkender Agonist am Thyroid-Hormon-Rezeptor-beta (THR-beta), spielt u.a. beim Aufbau von Leberfett eine Rolle. Nach Einschätzung Rodens auch eine Substanz, die möglicherweise bald auf den Markt kommen könnte.
Die Ergebnisse einer Phase-2-Studie zeigen, dass es unter Resmetirom zu einer dosisabhängigen, deutlichen Reduktion des Leberfettgehaltes kommt. Als unerwünschte Nebenwirkungen treten Diarrhoe (meist nur initial) und Übelkeit auf. Es zeigen sich keine Effekte auf kardiovaskuläre Marker, Glykämie oder auf die Knochendichte.
Große Hoffnungen setzt man auf den GIP-/GLP-1-Rezeptor-Agonisten Tirzepatid, der Ende September 2022 gegen Typ-2-Diabetes zugelassen wurde.
Aufgrund seines dualen Wirkmechanismus wird der Co-Agonist auch als Twincretin bezeichnet. „Tirzepatid reduziert aufgrund der effektiven Gewichtsreduktion ebenso den Leberfettgehalt, wir erwarten uns davon sehr viel“, sagte Roden.
In der SURPASS-3-Studie kam es unter Tirzepatid – verglichen mit Insulin – zu einer signifikanter Gewichtsreduktion und eine Reduktion des Leberfetts. „Man muss allerdings sagen, dass die Vergleichsgruppen derzeit nicht wirklich ausbalanciert sind. Insulin ist nicht der optimale Vergleichspartner, aber Tirzepatid ist eine Zukunftsoption“, schloss Roden.
https://deutsch.medscape.com/artikelansicht/4912499?ecd=WNL_mdplsfeat_230522_mscpedit_de&uac=389796AZ&impID=5451325&faf=1#vp_3
INTERESSENKONFLIKTE 22. Mai 2023
Berlin – Die Nichtalkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD) gilt mit einer Prävalenz von bis zu 30% in den meisten Industrienationen als die häufigste chronische Lebererkrankung. Die Nichtalkoholische Steatohepatitis (NASH) weist eine Prävalenz von 3% auf – Tendenz steigend. Bislang beschränkt sich die Therapie der NAFLD und NASH primär auf eine Gewichtsabnahme, Änderung der Ernährung und Bewegung. Eine zugelassene medikamentöse Therapie für NAFLD und NASH gibt es nicht.
Gleichwohl reduzieren einige neue Medikamente den Fettgehalt der Leber und Kombinationen von metabolischen und antifibrotischen Wirkstoffen könnten additive Effekte auf die Leberfibrose aufweisen, berichtete Prof. Dr. Michael Roden von der Klinik für Endokrinologie und Diabetologie der Universität Düsseldorf. Auf dem Kongress der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) in Berlin gab Roden einen Überblick über neue Entwicklungen [1].
Wirkstoffe gegen Steatose und Entzündung
Einige Wirkstoffe aus der Gruppe der GLP-1-Rezeptor-Agonisten und SGLT2-Hemmer verbessern Steatose und NASH, wenn auch nicht die Fibrose, und werden bei Vorliegen eines Typ-2-Diabetes in der 2022 publizierten S2k-Leitlinie Nichtalkoholische Fettlebererkrankungen der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DVGS) empfohlen.
Auch der PPAR-Agonist Pioglitazon führt in einigen Studien zu einer Reduktion von Steatose und Entzündung, zeigt aber keinen Einfluss auf die Fibrose. Allerdings wird das Mittel aufgrund seiner extrahepatischen Effekte (Ödeme, Frakturen, erhöhtes Risiko für Harnblasenkarzinome) in Deutschland kaum verwendet und wird auch in der S2k-LL nicht empfohlen.
Unter SGLT2-Hemmern deutliche Abnahme des Leberfetts
Für Patienten mit NAFLD und Typ-2-Diabetes (ohne Zirrhose, d.h. bei beginnender bis mittelgradiger Fibrose bis maximal Fibrosegrad F3) wird in der S2k-LL die Gabe der GLP-1 Analoga Liraglutid oder Semaglutid empfohlen. Von den SGLT2-Hemmern kommen Empagliflozin und Dapagliflozin infrage.
Bei Patienten mit kompensierter Zirrhose (NAFLD F4) wird die Gabe von Metformin empfohlen. Für Patienten mit NAFLD und Dyslipidämien wird in der S2k-LL zur Gabe von Statinen geraten, Patienten mit NAFLD und Adipositas sollten Liraglutid oder Semaglutid erhalten.
Wie Roden berichtete, kommt es in den meisten Studien mit SGLT2-Hemmern zu einer deutlichen Abnahme des Leberfettgehaltes – je nach Studie liegt der relative Anteil zwischen 13% für Dapagliflozin und 38% für Canagliflozin. Auch Empagliflozin reduziert signifikant das Leberfett, unabhängig von einer Gewichtsabnahme der Probanden. Die Effekte auf die Insulinresistenz allerdings sind heterogen und finden sich nicht in allen Studien, so Roden.
Auch GLP-1-Analoga verbessern Steatose und NASH: Die Ergebnisse der LEAN-Studie zeigen, dass unter Liraglutid die Steatohepatitis abklang und die Fibroseprogression unter Liraglutid geringer war als unter Placebo.
Eine größere Studie mit 320 NASH-Patienten kam zu ähnlichen Ergebnissen: Semaglutid führte bei einem signifikant höheren Prozentsatz (p < 0,001) der Patienten zu einem Abklingen der NASH als Placebo.
Man kann aber aus den Ergebnissen schließen, dass man Semaglutid bei Patienten mit Adipositas und Leberzirrhose zumindest erwägen kann. Prof. Dr. Michael Roden
In einer im März erschienenen Arbeit wurde untersucht, ob es sinnvoll ist, auch Patienten mit NASH und Leberzirrhose mit Semaglutid zu behandeln. Die Ergebnisse zeigen, dass der GLP-1-Rezeptor-Agonist zwar die Steatose positiv beeinflusst, die Lebersteifigkeit hingegen nicht verbessern kann und sich auch histologisch kein signifikanter positiver Effekt zeigt.
„Man kann aber aus den Ergebnissen schließen, dass man Semaglutid bei Patienten mit Adipositas und Leberzirrhose zumindest erwägen kann. Die Sicherheit des Präparates für diese Patienten lässt sich aus den Studienergebnissen durchaus ableiten“, sagte Roden.
Die COMBAT T2 NASH-Studie: Semaglutid plus Empagliflozin
In der COMBAT T2 NASH-Studie (COMBined Active Treatment in Type 2 diabetes with NASH) wird untersucht, ob die Kombinationstherapie mit Empagliflozin und Semaglutid bzw. die Therapie mit Empagliflozin allein zu einer Rückbildung der NASH führt und die Progression einer Leberfibrose verhindert.
Im Rahmen der deutschen Zentren der Diabetesforschung wird COMBAT T2 NASH gemeinsam als deutsche Studie bundesweit organisiert und an 40 Standorten durchgeführt. Roden wies daraufhin, dass die Einschlussphase für die Studie noch laufe und warb dafür, Patienten mit Typ-2-Diabetes und NASH an der rein wissenschaftsgetriebenen Studie einzuschreiben (Kontakt: sabine.kahl@ddz.de).
Die medikamentöse Behandlungsphase erstreckt sich über 48 Wochen, schließt eine tägliche Tabletteneinnahme und eine wöchentliche Injektion unter die Haut ein.
Aus der Kombination von metabolischen und antifibrotischen Wirkstoffen erhofft man sich additive Effekte auf die Leberfibrose. Derzeit werden verschiedene Kombinationstherapien untersucht.
Beispielsweise die Phase-2-Studie mit Semaglutid + Cilofexor + Firsocostat. In einer ersten Analyse im September 2022 zeigte sich die Kombinatuion bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Fibrose im Allgemeinen als gut verträglich. In explorativen Wirksamkeitsanalysen führte die Kombination im Vergleich zu Semaglutid allein zu Verbesserungen der Lebersteatose.
Weil es sich um eine kleine offene Studie handelt, sind aber doppelblinde placebokontrollierte Studien mit entsprechender Patientenzahl erforderlich, um die Wirksamkeit und Sicherheit realistisch zu bewerten. Weitere laufende Kombinationsstudien mit SGLT2-Hemmern sind eine Phase-2-Studie mit Tofogliflozin + Pemafibrate und eine Phase-2-Studie mit Licogliflozin + Tropifexor.
Obeticholsäure, Resmetirom und Tirzepatid
Neue Wirkstoffe wie Obeticholsäure (OCA) und Resmetirom könnten trotz derzeit noch nicht eindeutiger Effekte die Zulassung anstreben, berichtete Roden. Für Patienten mit primärer biliärer Cholangitis ist OCA bereits seit 2017 auf dem Markt. NAFLD wäre jedoch ein deutlich größeres Indikationsgebiet. Obeticholsäure ist ein selektiver Farnesoid-X-Rezeptor-Agonist, der in hohen Konzentrationen in Leber und Darm exprimiert wird.
Die Zwischenanalyse der REGENERATE-Studie hatte unter 25 mg Obeticholsäure eine klinisch signifikante histologische Verbesserung bei Patienten mit NASH gezeigt. „Obeticholsäure kann die Fibrose verbessern, dieser antifibrotische Effekt macht diese Substanz spannend“, sagte Roden.
Allerdings sind die Nebenwirkungen nicht unerheblich. Sehr intensiver Juckreiz tritt häufig auf und führt in Patientengruppe mit der höchsten Dosis zu signifikanten Abbruchraten. Auch kann es unter OCA zu einem transienten LDL-C-Anstieg, zu einer HDL-C-Reduktion und zu einem transienten HbA1C-Anstieg bei Typ-2-Diabetes kommen.
… Tirzepatid ist eine Zukunftsoption. Prof. Dr. Michael Roden
Roden erinnerte auch daran, dass der Hersteller Ende September 2022 bekannt gegeben hatte, dass der primäre Endpunkt in REVERSE zur Bewertung der Sicherheit und Wirksamkeit von OCA nicht erreicht werden konnte. Die Daten, betonte Roden, seien deshalb noch offen.
Resmetirom, ein leberspezifisch wirkender Agonist am Thyroid-Hormon-Rezeptor-beta (THR-beta), spielt u.a. beim Aufbau von Leberfett eine Rolle. Nach Einschätzung Rodens auch eine Substanz, die möglicherweise bald auf den Markt kommen könnte.
Die Ergebnisse einer Phase-2-Studie zeigen, dass es unter Resmetirom zu einer dosisabhängigen, deutlichen Reduktion des Leberfettgehaltes kommt. Als unerwünschte Nebenwirkungen treten Diarrhoe (meist nur initial) und Übelkeit auf. Es zeigen sich keine Effekte auf kardiovaskuläre Marker, Glykämie oder auf die Knochendichte.
Große Hoffnungen setzt man auf den GIP-/GLP-1-Rezeptor-Agonisten Tirzepatid, der Ende September 2022 gegen Typ-2-Diabetes zugelassen wurde.
Aufgrund seines dualen Wirkmechanismus wird der Co-Agonist auch als Twincretin bezeichnet. „Tirzepatid reduziert aufgrund der effektiven Gewichtsreduktion ebenso den Leberfettgehalt, wir erwarten uns davon sehr viel“, sagte Roden.
In der SURPASS-3-Studie kam es unter Tirzepatid – verglichen mit Insulin – zu einer signifikanter Gewichtsreduktion und eine Reduktion des Leberfetts. „Man muss allerdings sagen, dass die Vergleichsgruppen derzeit nicht wirklich ausbalanciert sind. Insulin ist nicht der optimale Vergleichspartner, aber Tirzepatid ist eine Zukunftsoption“, schloss Roden.
https://deutsch.medscape.com/artikelansicht/4912499?ecd=WNL_mdplsfeat_230522_mscpedit_de&uac=389796AZ&impID=5451325&faf=1#vp_3
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Mittwoch, 10. Mai 2023
Alzheimer: „Erster überragender Behandlungserfolg mit einem Antikörper“ – aber schwere Nebenwirkungen möglich
che2001, 17:30h
Nadine Eckert, Medscape
INTERESSENKONFLIKTE 8. Mai 2023
Der Amyloid-Antikörper Donanemab kann die kognitive Verschlechterung bei Patienten in frühen Stadien der Alzheimer-Krankheit um 35% verlangsamen. Fast die Hälfte der mit Donanemab behandelten Studienteilnehmer zeigten in der Phase-3-Studie TRAILBLAZER-ALZ-2 nach 1 Jahr keine klinische Progression der Erkrankung.
Die Ergebnisse der Studie veröffentlichte das US-Pharmaunternehmen Eli Lilly in einer Pressemitteilung Eine ausführliche Darstellung der Studiendaten in einem wissenschaftlichen Fachjournal mit Peer Review wird in den kommenden Monaten erwartet.
Der Antikörper Donanemab erkennt eine Form des Peptids Beta-Amyloid, das bei Alzheimer-Erkrankten im Gehirn in Amyloid-Plaques angehäuft ist. Donanemab zielt darauf ab, diese abgelagerten Plaques zu entfernen, anstatt nur die Ablagerung neuer oder das Wachstum bestehender Plaques zu verhindern.
Donanemab wirkt besser als andere Alzheimer-Antikörper
„In meinen Augen ist das der erste überragende Behandlungserfolg der Alzheimer-Erkrankung mit einem Antikörper und Donanemab ist dem Antikörper Lecanemab in allen Parametern weit überlegen“, sagt Prof. Dr. Hans-Ulrich Demuth, Leiter der Außenstelle Halle (Saale) für Molekulare Wirkstoffbiochemie und Therapieentwicklung, Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie in Leipzig.
In meinen Augen ist das der erste überragende Behandlungserfolg der Alzheimer-Erkrankung mit einem Antikörper und Donanemab ist dem Antikörper Lecanemab in allen Parametern weit überlegen. Prof. Dr. Hans-Ulrich Demuth
Dass sich Donanemab als derart potent erwiesen hat, hängt Demuth zufolge mit dem Target des Antikörpers zusammen. „pyroGluAβ ist verantwortlich für die Aggregationsstimulation und ist besonders neurotoxisch“, erklärt er.
Der Alzheimer-Antikörper Lecanemab, der im Januar 2023 von der US-Arzneimittelbehörde FDA zur Behandlung von Alzheimer zugelassen wurde, bindet dagegen an die löslichen Beta-Amyloid-Moleküle und verhindert so die Entstehung der Plaques.
Bestätigung der Amyloid-Hypothese
„Donanemab ist nun der zweite Beta-Amyloid-Antikörper, der ganz klar den Gedächtnisverlust verlangsamt … Die Reduzierung von Amyloid ist damit sicherlich der richtige Ansatz, um die Krankheit zumindest zu verlangsamen. Die Amyloid-Hypothese ist keine Hypothese mehr, sondern ein Fakt“, sagt Prof. Dr. Christian Haass, Standortsprecher des Deutschen Zentrum für neurodegenerative Erkrankungen in München und Leiter der Abteilung für neurodegenerative Erkrankungen an der Ludwig-Maximilians-Universität München.
https://deutsch.medscape.com/artikelansicht/4912456?ecd=WNL_mdplsfeat_230510_mscpedit_de&uac=389796AZ&impID=5415670&faf=1
INTERESSENKONFLIKTE 8. Mai 2023
Der Amyloid-Antikörper Donanemab kann die kognitive Verschlechterung bei Patienten in frühen Stadien der Alzheimer-Krankheit um 35% verlangsamen. Fast die Hälfte der mit Donanemab behandelten Studienteilnehmer zeigten in der Phase-3-Studie TRAILBLAZER-ALZ-2 nach 1 Jahr keine klinische Progression der Erkrankung.
Die Ergebnisse der Studie veröffentlichte das US-Pharmaunternehmen Eli Lilly in einer Pressemitteilung Eine ausführliche Darstellung der Studiendaten in einem wissenschaftlichen Fachjournal mit Peer Review wird in den kommenden Monaten erwartet.
Der Antikörper Donanemab erkennt eine Form des Peptids Beta-Amyloid, das bei Alzheimer-Erkrankten im Gehirn in Amyloid-Plaques angehäuft ist. Donanemab zielt darauf ab, diese abgelagerten Plaques zu entfernen, anstatt nur die Ablagerung neuer oder das Wachstum bestehender Plaques zu verhindern.
Donanemab wirkt besser als andere Alzheimer-Antikörper
„In meinen Augen ist das der erste überragende Behandlungserfolg der Alzheimer-Erkrankung mit einem Antikörper und Donanemab ist dem Antikörper Lecanemab in allen Parametern weit überlegen“, sagt Prof. Dr. Hans-Ulrich Demuth, Leiter der Außenstelle Halle (Saale) für Molekulare Wirkstoffbiochemie und Therapieentwicklung, Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie in Leipzig.
In meinen Augen ist das der erste überragende Behandlungserfolg der Alzheimer-Erkrankung mit einem Antikörper und Donanemab ist dem Antikörper Lecanemab in allen Parametern weit überlegen. Prof. Dr. Hans-Ulrich Demuth
Dass sich Donanemab als derart potent erwiesen hat, hängt Demuth zufolge mit dem Target des Antikörpers zusammen. „pyroGluAβ ist verantwortlich für die Aggregationsstimulation und ist besonders neurotoxisch“, erklärt er.
Der Alzheimer-Antikörper Lecanemab, der im Januar 2023 von der US-Arzneimittelbehörde FDA zur Behandlung von Alzheimer zugelassen wurde, bindet dagegen an die löslichen Beta-Amyloid-Moleküle und verhindert so die Entstehung der Plaques.
Bestätigung der Amyloid-Hypothese
„Donanemab ist nun der zweite Beta-Amyloid-Antikörper, der ganz klar den Gedächtnisverlust verlangsamt … Die Reduzierung von Amyloid ist damit sicherlich der richtige Ansatz, um die Krankheit zumindest zu verlangsamen. Die Amyloid-Hypothese ist keine Hypothese mehr, sondern ein Fakt“, sagt Prof. Dr. Christian Haass, Standortsprecher des Deutschen Zentrum für neurodegenerative Erkrankungen in München und Leiter der Abteilung für neurodegenerative Erkrankungen an der Ludwig-Maximilians-Universität München.
https://deutsch.medscape.com/artikelansicht/4912456?ecd=WNL_mdplsfeat_230510_mscpedit_de&uac=389796AZ&impID=5415670&faf=1
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Myokarditits nach Covid-Impfung: Erste Hinweise auf die Ursachen
che2001, 00:04h
Herzmuskelentzündungen gehören zu den schwersten Nebenwirkungen von Covid-Impfungen (einer meiner eigenen Kunden war davon betroffen). Ein Team der Yale-Universität ist jetzt den Ursachen auf der Spur:
https://www.gmx.net/magazine/gesundheit/herzmuskelentzuendung-covid-19-impfung-schuld-killerzellen-38190580
https://www.gmx.net/magazine/gesundheit/herzmuskelentzuendung-covid-19-impfung-schuld-killerzellen-38190580
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Mittwoch, 1. März 2023
Covid19 doch ein Laborunfall?
che2001, 12:49h
Das Thema hatte ich ja schon kürzlich.
https://che2001.blogger.de/stories/2862828
Nun also auch auf Medscape:
"Ursprung von SARS-CoV-2: Die WHO ist frustriert – die USA tippt auf einen Laborunfall
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die 2. Phase ihrer mit Spannung erwarteten wissenschaftlichen Untersuchung zu Ursprüngen der COVID-19-Pandemie verschoben, wie Nature berichtet. Experten seien enttäuscht, heißt es im Artikel. Ohne Zugang zu China könne die WHO wenig tun, um die Studien voranzubringen, sagt Angela Rasmussen, Virologin an der University of Saskatchewan in Saskatoon, Kanada. „Ihnen sind wirklich die Hände gebunden.“
Kürzlich haben Wissenschaftler 3 Studien veröffentlicht, die Hinweise zu Pandemie-Auslösern bestätigen. 2 der Reports führen den Ausbruch auf einen Markt in Wuhan zurück, auf dem unter anderem lebende Tiere verkauft wurden. In der 3. Studie heißt es, ein Coronavirus sei von Tieren übergesprungen, möglicherweise ebenfalls auf dem Markt.
In den USA stoßen wissenschaftliche Thesen dieser Art eher auf Skepsis. Medienberichten zufolge soll das US-Energieministerium seine Einschätzung dazu geändert haben und einen Laborunfall für die wahrscheinlichste Ursache halten. Alle Informationen sind geheim; Gründe für die Vermutung wurden nicht genannt."
https://deutsch.medscape.com/artikelansicht/4912200?ecd=WNL_mdplsfeat_230227_mscpedit_de&uac=389796AZ&impID=5200203&faf=1
https://che2001.blogger.de/stories/2862828
Nun also auch auf Medscape:
"Ursprung von SARS-CoV-2: Die WHO ist frustriert – die USA tippt auf einen Laborunfall
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die 2. Phase ihrer mit Spannung erwarteten wissenschaftlichen Untersuchung zu Ursprüngen der COVID-19-Pandemie verschoben, wie Nature berichtet. Experten seien enttäuscht, heißt es im Artikel. Ohne Zugang zu China könne die WHO wenig tun, um die Studien voranzubringen, sagt Angela Rasmussen, Virologin an der University of Saskatchewan in Saskatoon, Kanada. „Ihnen sind wirklich die Hände gebunden.“
Kürzlich haben Wissenschaftler 3 Studien veröffentlicht, die Hinweise zu Pandemie-Auslösern bestätigen. 2 der Reports führen den Ausbruch auf einen Markt in Wuhan zurück, auf dem unter anderem lebende Tiere verkauft wurden. In der 3. Studie heißt es, ein Coronavirus sei von Tieren übergesprungen, möglicherweise ebenfalls auf dem Markt.
In den USA stoßen wissenschaftliche Thesen dieser Art eher auf Skepsis. Medienberichten zufolge soll das US-Energieministerium seine Einschätzung dazu geändert haben und einen Laborunfall für die wahrscheinlichste Ursache halten. Alle Informationen sind geheim; Gründe für die Vermutung wurden nicht genannt."
https://deutsch.medscape.com/artikelansicht/4912200?ecd=WNL_mdplsfeat_230227_mscpedit_de&uac=389796AZ&impID=5200203&faf=1
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HIV-Heilung mittels Stammzelltransplantation – Option auch für nicht an Krebs erkranke Patienten?
che2001, 12:17h
Nadine Eckert, Medscape
20. Februar 2023
Es ist erneut gelungen, einen krebskranken HIV-Patienten mit einer allogenen hämatopoetischen Stammzelltransplantation von seiner HIV-Infektion zu heilen. Der als „Düsseldorf-Patient“ bezeichnete Mann ist der inzwischen 3. publizierte Fall eines HIV-Infizierten, dem auf diesem Weg geholfen werden konnte. Jetzt stellt sich die Frage, ob eine Stammzelltransplantation womöglich auch eine Therapieoption für HIV-Patienten sein könnte, die nicht an Krebs erkrankt sind.
In Nature spekulieren Dr. Björn-Erik Ole Jensen, Bereichsleiter Spezielle Infektiologie an der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie des Universitätsklinikums Düsseldorf, und seine Kollegen, die für die Behandlung des Mannes verantwortlich waren, ob dieser Ansatz „möglicherweise auch eine Heilung von HIV unabhängig von lebensbedrohlichen hämatologischen Erkrankungen verspricht“ [1].
So könnte man beispielsweise die CCR5Δ32-Mutation mittels Gentherapie in Wildtyp-Stammzelltransplantate einfügen und zur HIV-Therapie mit weiteren Strategien kombinieren, die die HIV-Reservoire im Körper reduzierten, schlagen sie vor.
Seltene homozygote Mutation schützt vor HIV-Infektion
„Das CCR5-Gen kodiert für einen Chemokinrezeptor, den sich HIV als Ko-Rezeptor für die Bindung an seine Zielzellen zunutze macht; bei CCR5Δ32 handelt es sich um eine natürlich vorkommende Genvariante, die in fehlender Rezeptorexpression resultiert. Personen, die homozygot für CCR5Δ32 sind, sind fast vollständig vor einer HIV-Infektion geschützt“, erklärt Prof. Dr. Boris Fehse, Leiter der Forschungsabteilung Zell- und Gentherapie an der Interdisziplinären Klinik und Poliklinik für Stammzelltransplantation am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, der selbst nicht an der Behandlung beteiligt war.
Bei dem heute 53-jährigen Düsseldorf-Patienten wurde 2011 – 3 Jahre nach seiner HIV-Diagnose – eine akute myeloische Leukämie (AML) festgestellt. Als Therapie erhielt er 2013 unter anderem eine Stammzelltransplantation. Wie bei den beiden vorherigen Fällen aus Berlin (Berlin-Patient) und London (London-Patient), verfügte auch hier die Stammzellspenderin über eine natürliche, homozygote Mutation im CCR5-Gen.
Absetzen der antiviralen Therapie möglich
Tatsächlich führte die Transplantation der CCR5Δ32-Blutstammzellen zu einer Remission der HIV-Symptome. 6 Jahre nach der Transplantation konnte der Düsseldorf-Patient die antiviralen Medikamente gegen das HI-Virus absetzen. Zum Zeitpunkt des Fallberichts in Nature waren seit der Stammzelltransplantation fast 10 Jahre und seit dem Absetzen der antiviralen Therapie 4 Jahre vergangen.
https://deutsch.medscape.com/artikelansicht/4912178?src=WNL_mdplsfeat_230221_mscpedit_de&uac=389796AZ&impID=5183495&faf=1
20. Februar 2023
Es ist erneut gelungen, einen krebskranken HIV-Patienten mit einer allogenen hämatopoetischen Stammzelltransplantation von seiner HIV-Infektion zu heilen. Der als „Düsseldorf-Patient“ bezeichnete Mann ist der inzwischen 3. publizierte Fall eines HIV-Infizierten, dem auf diesem Weg geholfen werden konnte. Jetzt stellt sich die Frage, ob eine Stammzelltransplantation womöglich auch eine Therapieoption für HIV-Patienten sein könnte, die nicht an Krebs erkrankt sind.
In Nature spekulieren Dr. Björn-Erik Ole Jensen, Bereichsleiter Spezielle Infektiologie an der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie des Universitätsklinikums Düsseldorf, und seine Kollegen, die für die Behandlung des Mannes verantwortlich waren, ob dieser Ansatz „möglicherweise auch eine Heilung von HIV unabhängig von lebensbedrohlichen hämatologischen Erkrankungen verspricht“ [1].
So könnte man beispielsweise die CCR5Δ32-Mutation mittels Gentherapie in Wildtyp-Stammzelltransplantate einfügen und zur HIV-Therapie mit weiteren Strategien kombinieren, die die HIV-Reservoire im Körper reduzierten, schlagen sie vor.
Seltene homozygote Mutation schützt vor HIV-Infektion
„Das CCR5-Gen kodiert für einen Chemokinrezeptor, den sich HIV als Ko-Rezeptor für die Bindung an seine Zielzellen zunutze macht; bei CCR5Δ32 handelt es sich um eine natürlich vorkommende Genvariante, die in fehlender Rezeptorexpression resultiert. Personen, die homozygot für CCR5Δ32 sind, sind fast vollständig vor einer HIV-Infektion geschützt“, erklärt Prof. Dr. Boris Fehse, Leiter der Forschungsabteilung Zell- und Gentherapie an der Interdisziplinären Klinik und Poliklinik für Stammzelltransplantation am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, der selbst nicht an der Behandlung beteiligt war.
Bei dem heute 53-jährigen Düsseldorf-Patienten wurde 2011 – 3 Jahre nach seiner HIV-Diagnose – eine akute myeloische Leukämie (AML) festgestellt. Als Therapie erhielt er 2013 unter anderem eine Stammzelltransplantation. Wie bei den beiden vorherigen Fällen aus Berlin (Berlin-Patient) und London (London-Patient), verfügte auch hier die Stammzellspenderin über eine natürliche, homozygote Mutation im CCR5-Gen.
Absetzen der antiviralen Therapie möglich
Tatsächlich führte die Transplantation der CCR5Δ32-Blutstammzellen zu einer Remission der HIV-Symptome. 6 Jahre nach der Transplantation konnte der Düsseldorf-Patient die antiviralen Medikamente gegen das HI-Virus absetzen. Zum Zeitpunkt des Fallberichts in Nature waren seit der Stammzelltransplantation fast 10 Jahre und seit dem Absetzen der antiviralen Therapie 4 Jahre vergangen.
https://deutsch.medscape.com/artikelansicht/4912178?src=WNL_mdplsfeat_230221_mscpedit_de&uac=389796AZ&impID=5183495&faf=1
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Sonntag, 26. Februar 2023
Ist der Covid-Erreger doch einem Labor entsprungen?
che2001, 23:17h
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Montag, 30. Januar 2023
13 Mrd. Euro für Vakzine – zu viel?
che2001, 18:41h
Infektiologen für Ende der Masken- und Testpflicht in Kliniken; 1-mal jährlich impfen?
Michael van den Heuvel, Medscape
Heute Morgen gibt das Robert Koch-Institut (RKI), Berlin, auf seinem Dashboard 78 Infektionen pro 100.000 Einwohner als 7-Tage-Inzidenz an. Am 29. Januar lag der Wert bei 79.
Preispoker? Mehr als 13 Milliarden Euro für Impfstoffe ausgegeben
KBV: Lieferengpass bei Nuvaxovid®
DGI fordert Aufhebung der Masken- und Testpflicht in medizinischen Einrichtungen
USA: Expertengremium rechnet mit jährlichen Auffrischungsimpfungen
Welchen Nutzen haben bivalente Vakzine als Booster?
US-Daten: Mehr als jeder 3. Student leidet an Long-COVID
Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem posturalen orthostatischen Tachykardie-Syndrom und COVID-19-Impfungen?
Preispoker? Mehr als 13 Milliarden Euro für Impfstoffe ausgegeben
Mittlerweile sind bundesweit 63,6 Millionen Einwohner (76,4 % der Gesamtbevölkerung) grundimmunisiert und mindestens 52,1 Millionen (62,6 %) haben 1 oder 2 Auffrischungsimpfungen erhalten. Doch welche Summen hat die Bundesregierung für Vakzine ausgegeben?
NDR, WDR und SZ konnten jetzt vertrauliche Unterlagen einsehen. Verträge mit den Impfstofflieferanten sind geheim. Die Journalisten fanden heraus:
Die Regierung erwarb bei AstraZeneca am 27. August 2020 mehr als 56 Millionen Dosen zum Preis von rund 2,30 Euro pro Impfdosis.
Moderna kalkulierte im September 2021 knapp 30 Euro pro Impfdosis.
Johnson & Johnson veranschlagte 7 Euro pro Dosis.
Novavax veranschlagte rund 18,20 Euro pro Dosis.
Wie das Rechercheteam weiter berichtet, sei es im Verlauf der Pandemie zu teils auffälligen Preissteigerungen gekommen.
Im Dezember 2020 hat Deutschland knapp 39 Millionen Impfdosen bei BioNTech für 15,50 Euro pro Dosis bestellt. 9 Monate später waren es 23,20 Euro pro Dosis (plus 50%).
Bei Moderna hat die Regierung am 23. Dezember 2020 knapp 15 Millionen Impfdosen für 19,50 Euro pro Dosis geordert. 3 Monate später waren es 29,70 Euro pro Dosis (plus 50%).
„Wenn das so stimmt, dann bin ich der Meinung, dass das völlig ungerechtfertigt ist. Die Bundesregierung hätte sich auf solche Deals nicht einlassen sollen“, kommentiert der Arzt und Abgeordnete Stephan Pilsinger (CSU). Das Gesundheitsministerium hat laut eigener Aussage bislang Vakzine im Wert von 13,1 Milliarden Euro bestellt, macht aber keine weiteren Angaben.
KBV: Lieferengpass bei Nuvaxovid®
Der proteinbasierte COVID-19-Impfstoff Nuvaxovid® steht ab Februar vorübergehend nicht zur Verfügung, berichtet die Kassenärztliche Bundesvereinigung. Sie verweist auf Informationen des Bundesgesundheitsministeriums.
Es gebe jedoch verschiedene COVID-19-Impfstoffe anderer Hersteller, betont die KBV. „Allen Impfwilligen könnte somit ein Impfangebot sowohl für eine Grundimmunisierung als auch für Auffrischungsimpfungen unterbreitet werden.“ Sie hat eine Liste aller verfügbaren Vakzine online veröffentlicht.
DGI fordert Aufhebung der Masken- und Testpflicht in medizinischen Einrichtungen
In einer Pressemeldung macht sich die Deutsche Gesellschaft für Infektiologie (DGI) dafür stark, die SARS-CoV-2-Testpflicht beim Zutritt zu Krankenhäusern sofort zu beendet. Außerdem sollte die FFP2-Maskenpflicht für Beschäftige, Patienten und Besucher von medizinischen Einrichtungen umgehend gestoppt werden. Solche Maßnahmen gelten laut Infektionsschutzgesetz bis April 2023. Ausnahmen sieht die DGI nur für Bereiche mit besonders vulnerablen Patienten.
„Die Bevölkerung ist mittlerweile breit gegen SARS-CoV-2 immunisiert – sei es durch Impfung oder durch Infektion. Auch die Belastungen auf den Intensivstationen und in den infektiologischen Abteilungen gehen deutlich zurück“, wird der DGI-Präsident Prof. Dr. Bernd Salzberger zitiert. Flächendeckende verpflichtende Schutzmaßnahmen gegen SARS-CoV-2 seien angesichts der aktuellen Lage nicht mehr verhältnismäßig. „Daher sollten die Maßnahmen jetzt aufgehoben werden – auch um die Akzeptanz für zukünftige Einschränkungen nicht zu gefährden“, erklärt Salzberger.
USA: Expertengremium rechnet mit jährlichen Auffrischungsimpfungen
Bei einem Expertenhearing ging die US Food and Drug Association (FDA) der Frage nach, wie es mit Impfkampagnen gegen SARS-CoV-2 weitergehen wird. Das Vaccines and Related Biological Products Advisory Committee, ein beratendes Gremium, kam zum Schluss, dass standardisierte Impfungen einmal pro Jahr anzustreben seien. Nur besonders vulnerable Gruppen, etwa Personen mit geschwächtem Immunsystem, bräuchten wohl 2 Impfungen pro Jahr.
Wie bei Influenza würde festgelegt, welche Viren für die nächste Saison relevant sein könnten. Diese Information ist Grundlage für Hersteller. Das Beratergremium rät zu bivalenten Impfstoffen, die sich gegen den Wildtyp und gegen eine aktuelle Variante richten. Ob die Empfehlungen bereits in der Saison 2023/2024 umgesetzt werden, will die FDA im Juni entscheiden. Bestenfalls stehen ab September dann Impfstoffe für Herbst und Winter zur Verfügung.
Welchen Nutzen haben bivalente Vakzine als Booster?
Forscher aus den USA haben Impf- und Infektionsdaten von mehr als 6 Millionen Einwohnern aus North Carolina von Mai bis Dezember 2022 analysiert. Während des Zeitraums dominierten die Omikron-Varianten BA.4.6/BA.5 und BQ.1/BQ.1.1 das Geschehen. In die Studie wurden bivalente Impfstoffe von Pfizer und Moderna aufgenommen, die auch verschiedene Altersgruppen, den bisherigen Infektionsstatus und die Anzahl der bereits erhaltenen Auffrischungsdosen berücksichtigten. Ihre Ergebnisse:
Die Wirksamkeit der Auffrischimpfung erreichte nach etwa 4 Wochen ihr Maximum und ließ danach nach.
Bei allen Teilnehmern ab 12 Jahren betrug die Wirksamkeit des Impfstoffs gegen schwere Infektionen, die zu einem Krankenhausaufenthalt führten, 25,2% (95%-Konfidenzintervall: -0,2 bis 44,2).
Die Impfstoffwirksamkeit für eine bivalente Auffrischimpfung betrug 58,7% (95%-KI: 43,7% bis 69,8%).
Der Unterschied in der Wirksamkeit des Impfstoffs gegen schweres COVID-19 mit Hospitalisierung zwischen der bivalenten Auffrischimpfung und der monovalenten Auffrischimpfung betrug 33,5 Prozentpunkte (95%-KI: 2,9 bis 62,1 Prozentpunkte).
Die Wirksamkeit des Impfstoffs gegen schwere Infektionen, die zu einem Krankenhausaufenthalt oder Tod führten, betrug 24,9% (95%-KI: 1,4 bis 42,8) für eine monovalente Auffrischimpfung und 61,8% (95% KI: 48,2 bis 71,8) für eine bivalente Auffrischimpfung.
„Die in dieser Studie festgestellte erhöhte Wirksamkeit zeigt, warum es für Menschen wichtig ist, sich mit der aktualisierten Auffrischungsimpfung zu schützen, selbst wenn sie bereits die ursprüngliche Auffrischungsdosis erhalten haben“, sagt Dr. Zack Moore vom NC Department of Health and Human Services (NCDHHS) und Koautor der Veröffentlichung. „Das Fazit ist, dass die aktualisierte Auffrischimpfung einen erheblichen Schutz vor Krankenhausaufenthalt oder Tod durch COVID-19 bietet.“
US-Daten: Mehr als jeder 3. Student leidet an Long-COVID
Rund 36% der Studenten und Dozenten an der George Washington University mit einer Vorgeschichte von COVID-19 berichteten in einer neuen Studie über Long-COVID-Beschwerden. Darüber hat Medscape.com informiert. Die Ergebnisse basieren auf den Aufzeichnungen und Antworten von 1.388 Studenten, Lehrkräften und Mitarbeitern von Juli 2021 bis März 2022.
„Das ist wirklich hoch“, sagt Dr. Eric Topol, Editor-in-Chief von Medscape und Gründer sowie Direktor des Scripps Research Translational Institute, La Jolla. Laut Topol gingen die meisten Studien davon aus, dass etwa 10% der Menschen mit einer akuten Infektion in der Vergangenheit Long-COVID entwickelten.
Mit einem Durchschnittsalter von 23 Jahren zielt die Studie auf junge Erwachsene ab. Die Forscher fanden heraus, dass das Risiko für Long-COVID umso größer ist, je mehr Symptome während einer COVID-Erkrankung aufgetreten sind. Je mehr Impfungen und Auffrischungsimpfungen gegen das Virus durchgeführt wurden, desto geringer war das Risiko für Long-COVID.
Etwa 30% der Studienteilnehmer waren mit einer ersten Impfserie vollständig geimpft, 42 % hatten eine Auffrischimpfung erhalten und 29% waren zum Zeitpunkt ihres ersten positiven Tests auf COVID nicht vollständig geimpft. Diejenigen, die nicht vollständig geimpft waren, berichteten signifikant häufiger über Symptome von Long-COVID.
Frauen waren häufiger betroffen als Männer. Derzeitiges oder früheres Rauchen, die Inanspruchnahme medizinischer Hilfe bei COVID-19 und die Behandlung mit Antikörpern waren ebenfalls mit einem höheren Risiko verbunden, Long-COVID zu entwickeln.
Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem posturale Tachykardiesyndrom (POTS) und COVID-19-Impfungen?
Kurz nachdem die ersten COVID-19-Impfstoffe auf den Markt gekommen sind, bemerkte Dr. Tae Chung etwas Ungewöhnliches in dem von ihm geleiteten Programm für das posturale orthostatische Tachykardiesyndrom an der Johns Hopkins University, Baltimore. Beim POTS, so die Abkürzung, handelt es sich um eine Fehlregulation des Kreislaufs mit unklarer Ursache.
7 Patienten, bei denen POTS neu diagnostiziert wurde, waren entweder Medizinstudenten oder Ärzte. Sie hatten in der jüngeren Vergangenheit keine SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht, die laut Forschungsergebnissen mit einem erhöhten POTS-Risiko verbunden ist. Die Störung tritt häufig nach einer viralen oder bakteriellen Infektion auf und ist durch Hirnnebel, Müdigkeit, Schwindel und erhöhte Herzfrequenz beim Stehen gekennzeichnet: Symptome, die auch bei Menschen mit postakuten Folgeerscheinungen von COVID-19 auftreten.
Da es sich bei den Patienten um Mitarbeiter des Gesundheitswesens handelte, gehörten sie zu den ersten, die gegen das neuartige Coronavirus geimpft wurden, was Chung zu der Frage führte, ob POTS zusätzlich zur SARS-CoV-2-Infektion auch mit der COVID-19-Impfung in Zusammenhang stehen könnte.
In einer Studie, die in Nature Cardiovascular Research veröffentlicht wurde, haben Forscher elektronischen Gesundheitsakten von mehr als 280.000 Personen analysiert, die im Cedars Sinai Medical Center in Los Angeles mit COVID-19 geimpft worden waren. 93% von ihnen mit erhielten einen mRNA-Impfstoff. Die Wahrscheinlichkeit, eine POTS-bezogene Diagnosen nach der Impfung versus vor der Impfung zu entwickeln, betrug 1,33. Und bei SARS-CoV-2-Infektionen war das Risiko 5,35-mal höher als nach Impfungen.
https://deutsch.medscape.com/artikelansicht/4912099?src=WNL_mdplsfeat_230130_mscpedit_de&uac=389796AZ&impID=5125581&faf=1
Michael van den Heuvel, Medscape
Heute Morgen gibt das Robert Koch-Institut (RKI), Berlin, auf seinem Dashboard 78 Infektionen pro 100.000 Einwohner als 7-Tage-Inzidenz an. Am 29. Januar lag der Wert bei 79.
Preispoker? Mehr als 13 Milliarden Euro für Impfstoffe ausgegeben
KBV: Lieferengpass bei Nuvaxovid®
DGI fordert Aufhebung der Masken- und Testpflicht in medizinischen Einrichtungen
USA: Expertengremium rechnet mit jährlichen Auffrischungsimpfungen
Welchen Nutzen haben bivalente Vakzine als Booster?
US-Daten: Mehr als jeder 3. Student leidet an Long-COVID
Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem posturalen orthostatischen Tachykardie-Syndrom und COVID-19-Impfungen?
Preispoker? Mehr als 13 Milliarden Euro für Impfstoffe ausgegeben
Mittlerweile sind bundesweit 63,6 Millionen Einwohner (76,4 % der Gesamtbevölkerung) grundimmunisiert und mindestens 52,1 Millionen (62,6 %) haben 1 oder 2 Auffrischungsimpfungen erhalten. Doch welche Summen hat die Bundesregierung für Vakzine ausgegeben?
NDR, WDR und SZ konnten jetzt vertrauliche Unterlagen einsehen. Verträge mit den Impfstofflieferanten sind geheim. Die Journalisten fanden heraus:
Die Regierung erwarb bei AstraZeneca am 27. August 2020 mehr als 56 Millionen Dosen zum Preis von rund 2,30 Euro pro Impfdosis.
Moderna kalkulierte im September 2021 knapp 30 Euro pro Impfdosis.
Johnson & Johnson veranschlagte 7 Euro pro Dosis.
Novavax veranschlagte rund 18,20 Euro pro Dosis.
Wie das Rechercheteam weiter berichtet, sei es im Verlauf der Pandemie zu teils auffälligen Preissteigerungen gekommen.
Im Dezember 2020 hat Deutschland knapp 39 Millionen Impfdosen bei BioNTech für 15,50 Euro pro Dosis bestellt. 9 Monate später waren es 23,20 Euro pro Dosis (plus 50%).
Bei Moderna hat die Regierung am 23. Dezember 2020 knapp 15 Millionen Impfdosen für 19,50 Euro pro Dosis geordert. 3 Monate später waren es 29,70 Euro pro Dosis (plus 50%).
„Wenn das so stimmt, dann bin ich der Meinung, dass das völlig ungerechtfertigt ist. Die Bundesregierung hätte sich auf solche Deals nicht einlassen sollen“, kommentiert der Arzt und Abgeordnete Stephan Pilsinger (CSU). Das Gesundheitsministerium hat laut eigener Aussage bislang Vakzine im Wert von 13,1 Milliarden Euro bestellt, macht aber keine weiteren Angaben.
KBV: Lieferengpass bei Nuvaxovid®
Der proteinbasierte COVID-19-Impfstoff Nuvaxovid® steht ab Februar vorübergehend nicht zur Verfügung, berichtet die Kassenärztliche Bundesvereinigung. Sie verweist auf Informationen des Bundesgesundheitsministeriums.
Es gebe jedoch verschiedene COVID-19-Impfstoffe anderer Hersteller, betont die KBV. „Allen Impfwilligen könnte somit ein Impfangebot sowohl für eine Grundimmunisierung als auch für Auffrischungsimpfungen unterbreitet werden.“ Sie hat eine Liste aller verfügbaren Vakzine online veröffentlicht.
DGI fordert Aufhebung der Masken- und Testpflicht in medizinischen Einrichtungen
In einer Pressemeldung macht sich die Deutsche Gesellschaft für Infektiologie (DGI) dafür stark, die SARS-CoV-2-Testpflicht beim Zutritt zu Krankenhäusern sofort zu beendet. Außerdem sollte die FFP2-Maskenpflicht für Beschäftige, Patienten und Besucher von medizinischen Einrichtungen umgehend gestoppt werden. Solche Maßnahmen gelten laut Infektionsschutzgesetz bis April 2023. Ausnahmen sieht die DGI nur für Bereiche mit besonders vulnerablen Patienten.
„Die Bevölkerung ist mittlerweile breit gegen SARS-CoV-2 immunisiert – sei es durch Impfung oder durch Infektion. Auch die Belastungen auf den Intensivstationen und in den infektiologischen Abteilungen gehen deutlich zurück“, wird der DGI-Präsident Prof. Dr. Bernd Salzberger zitiert. Flächendeckende verpflichtende Schutzmaßnahmen gegen SARS-CoV-2 seien angesichts der aktuellen Lage nicht mehr verhältnismäßig. „Daher sollten die Maßnahmen jetzt aufgehoben werden – auch um die Akzeptanz für zukünftige Einschränkungen nicht zu gefährden“, erklärt Salzberger.
USA: Expertengremium rechnet mit jährlichen Auffrischungsimpfungen
Bei einem Expertenhearing ging die US Food and Drug Association (FDA) der Frage nach, wie es mit Impfkampagnen gegen SARS-CoV-2 weitergehen wird. Das Vaccines and Related Biological Products Advisory Committee, ein beratendes Gremium, kam zum Schluss, dass standardisierte Impfungen einmal pro Jahr anzustreben seien. Nur besonders vulnerable Gruppen, etwa Personen mit geschwächtem Immunsystem, bräuchten wohl 2 Impfungen pro Jahr.
Wie bei Influenza würde festgelegt, welche Viren für die nächste Saison relevant sein könnten. Diese Information ist Grundlage für Hersteller. Das Beratergremium rät zu bivalenten Impfstoffen, die sich gegen den Wildtyp und gegen eine aktuelle Variante richten. Ob die Empfehlungen bereits in der Saison 2023/2024 umgesetzt werden, will die FDA im Juni entscheiden. Bestenfalls stehen ab September dann Impfstoffe für Herbst und Winter zur Verfügung.
Welchen Nutzen haben bivalente Vakzine als Booster?
Forscher aus den USA haben Impf- und Infektionsdaten von mehr als 6 Millionen Einwohnern aus North Carolina von Mai bis Dezember 2022 analysiert. Während des Zeitraums dominierten die Omikron-Varianten BA.4.6/BA.5 und BQ.1/BQ.1.1 das Geschehen. In die Studie wurden bivalente Impfstoffe von Pfizer und Moderna aufgenommen, die auch verschiedene Altersgruppen, den bisherigen Infektionsstatus und die Anzahl der bereits erhaltenen Auffrischungsdosen berücksichtigten. Ihre Ergebnisse:
Die Wirksamkeit der Auffrischimpfung erreichte nach etwa 4 Wochen ihr Maximum und ließ danach nach.
Bei allen Teilnehmern ab 12 Jahren betrug die Wirksamkeit des Impfstoffs gegen schwere Infektionen, die zu einem Krankenhausaufenthalt führten, 25,2% (95%-Konfidenzintervall: -0,2 bis 44,2).
Die Impfstoffwirksamkeit für eine bivalente Auffrischimpfung betrug 58,7% (95%-KI: 43,7% bis 69,8%).
Der Unterschied in der Wirksamkeit des Impfstoffs gegen schweres COVID-19 mit Hospitalisierung zwischen der bivalenten Auffrischimpfung und der monovalenten Auffrischimpfung betrug 33,5 Prozentpunkte (95%-KI: 2,9 bis 62,1 Prozentpunkte).
Die Wirksamkeit des Impfstoffs gegen schwere Infektionen, die zu einem Krankenhausaufenthalt oder Tod führten, betrug 24,9% (95%-KI: 1,4 bis 42,8) für eine monovalente Auffrischimpfung und 61,8% (95% KI: 48,2 bis 71,8) für eine bivalente Auffrischimpfung.
„Die in dieser Studie festgestellte erhöhte Wirksamkeit zeigt, warum es für Menschen wichtig ist, sich mit der aktualisierten Auffrischungsimpfung zu schützen, selbst wenn sie bereits die ursprüngliche Auffrischungsdosis erhalten haben“, sagt Dr. Zack Moore vom NC Department of Health and Human Services (NCDHHS) und Koautor der Veröffentlichung. „Das Fazit ist, dass die aktualisierte Auffrischimpfung einen erheblichen Schutz vor Krankenhausaufenthalt oder Tod durch COVID-19 bietet.“
US-Daten: Mehr als jeder 3. Student leidet an Long-COVID
Rund 36% der Studenten und Dozenten an der George Washington University mit einer Vorgeschichte von COVID-19 berichteten in einer neuen Studie über Long-COVID-Beschwerden. Darüber hat Medscape.com informiert. Die Ergebnisse basieren auf den Aufzeichnungen und Antworten von 1.388 Studenten, Lehrkräften und Mitarbeitern von Juli 2021 bis März 2022.
„Das ist wirklich hoch“, sagt Dr. Eric Topol, Editor-in-Chief von Medscape und Gründer sowie Direktor des Scripps Research Translational Institute, La Jolla. Laut Topol gingen die meisten Studien davon aus, dass etwa 10% der Menschen mit einer akuten Infektion in der Vergangenheit Long-COVID entwickelten.
Mit einem Durchschnittsalter von 23 Jahren zielt die Studie auf junge Erwachsene ab. Die Forscher fanden heraus, dass das Risiko für Long-COVID umso größer ist, je mehr Symptome während einer COVID-Erkrankung aufgetreten sind. Je mehr Impfungen und Auffrischungsimpfungen gegen das Virus durchgeführt wurden, desto geringer war das Risiko für Long-COVID.
Etwa 30% der Studienteilnehmer waren mit einer ersten Impfserie vollständig geimpft, 42 % hatten eine Auffrischimpfung erhalten und 29% waren zum Zeitpunkt ihres ersten positiven Tests auf COVID nicht vollständig geimpft. Diejenigen, die nicht vollständig geimpft waren, berichteten signifikant häufiger über Symptome von Long-COVID.
Frauen waren häufiger betroffen als Männer. Derzeitiges oder früheres Rauchen, die Inanspruchnahme medizinischer Hilfe bei COVID-19 und die Behandlung mit Antikörpern waren ebenfalls mit einem höheren Risiko verbunden, Long-COVID zu entwickeln.
Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem posturale Tachykardiesyndrom (POTS) und COVID-19-Impfungen?
Kurz nachdem die ersten COVID-19-Impfstoffe auf den Markt gekommen sind, bemerkte Dr. Tae Chung etwas Ungewöhnliches in dem von ihm geleiteten Programm für das posturale orthostatische Tachykardiesyndrom an der Johns Hopkins University, Baltimore. Beim POTS, so die Abkürzung, handelt es sich um eine Fehlregulation des Kreislaufs mit unklarer Ursache.
7 Patienten, bei denen POTS neu diagnostiziert wurde, waren entweder Medizinstudenten oder Ärzte. Sie hatten in der jüngeren Vergangenheit keine SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht, die laut Forschungsergebnissen mit einem erhöhten POTS-Risiko verbunden ist. Die Störung tritt häufig nach einer viralen oder bakteriellen Infektion auf und ist durch Hirnnebel, Müdigkeit, Schwindel und erhöhte Herzfrequenz beim Stehen gekennzeichnet: Symptome, die auch bei Menschen mit postakuten Folgeerscheinungen von COVID-19 auftreten.
Da es sich bei den Patienten um Mitarbeiter des Gesundheitswesens handelte, gehörten sie zu den ersten, die gegen das neuartige Coronavirus geimpft wurden, was Chung zu der Frage führte, ob POTS zusätzlich zur SARS-CoV-2-Infektion auch mit der COVID-19-Impfung in Zusammenhang stehen könnte.
In einer Studie, die in Nature Cardiovascular Research veröffentlicht wurde, haben Forscher elektronischen Gesundheitsakten von mehr als 280.000 Personen analysiert, die im Cedars Sinai Medical Center in Los Angeles mit COVID-19 geimpft worden waren. 93% von ihnen mit erhielten einen mRNA-Impfstoff. Die Wahrscheinlichkeit, eine POTS-bezogene Diagnosen nach der Impfung versus vor der Impfung zu entwickeln, betrug 1,33. Und bei SARS-CoV-2-Infektionen war das Risiko 5,35-mal höher als nach Impfungen.
https://deutsch.medscape.com/artikelansicht/4912099?src=WNL_mdplsfeat_230130_mscpedit_de&uac=389796AZ&impID=5125581&faf=1
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Freitag, 25. November 2022
Drosten verkündet Ende der Pandemie
che2001, 16:32h
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Donnerstag, 10. November 2022
RKI warnt ? Influenzawelle rollt schon; schützt Paxlovid® vor Long-COVID und wie lang dauert´s? Kinder-Impfungen vernachlässigt
che2001, 17:46h
Michael van den Heuvel, Medscape
Heute Morgen gibt das Robert Koch-Institut (RKI), Berlin, auf seinem Dashboard 262 Infektionen pro 100.000 Einwohner als 7-Tage-Inzidenz an. Am 9. November lag der Wert bei 294.
RKI: Die Grippewelle hat begonnen ? viel früher als sonst
DAK: Deutlicher Rückgang bei STIKO-Kinderimpfungen während Pandemie
Neue Daten: Wer in den Familien in der Corona-Krise am meisten litt
1 Million COVID-Tote, weil Länder Vakzine gehortet haben
Long-COVID: Wie lange die Beschwerden dauern
Verringert Paxlovid® das Risiko von Long-COVID?
Lupus-Risikogene scheinen vor schwerem COVID-19 zu schützen
RKI: Die Grippewelle hat begonnen
Während der COVID-19-Pandemie ist die Grippewelle 2-mal nahezu ausgefallen. Jetzt schreibt das RKI im Bericht zu akuten Atemwegserkrankungen (ARE): ?Während der letzten Monate wurden deutlich mehr Influenzameldungen ? übermittelt als in den vorpandemischen Saisons um diese Zeit.? Anhand der Zahlen datieren Epidemilogen den Beginn der Grippewelle rückwirkend auf die letzte Oktoberwoche 2022. Vor Corona ging es meistens im Januar los ? und für 3-4 Monate zirkulierten Influenzaviren.
Für die vergangene Woche seien mehr als 2.100 Grippe-Fälle übermittelt worden, schreibt das Institut. Der Verlauf lasse sich jedoch nicht prognostizieren. Risikopatienten rät das Institut, sich bald gegen Influenza impfen zu lassen.
DAK: Deutlicher Rückgang bei STIKO-Kinderimpfungen während Pandemie
Der Kinder- und Jugendreport 2022 der DAK-Gesundheit befasst sich u.a. mit Gesundheitsaspekten vor und während der Pandemie. Grundlage sind Abrechnungsdaten von rund 800.000 Kindern und Jugendlichen im Alter bis 17 Jahren. Was bei den Analysen aufgefallen ist: Im vergangenen Jahr wurden 11% weniger Kinder gegen Nicht-COVID-Infektionen geimpft als vor der Pandemie. Vergleichszahlen kommen aus 2019.
?Wir beobachten schon länger einen Rückgang der Impfquoten bei Kindern und Jugendlichen. In der Corona-Pandemie hat sich dieser negative Trend verstärkt?, so Andreas Storm, Vorstandschef der DAK-Gesundheit.
Neue Daten: Wer in den Familien in der Corona-Krise am meisten
Die Corona-Pandemie hat mit ihren Lockdowns, Kontaktbeschränkungen, KiTa- und Schulschließungen Familien besonders stark getroffen. Neue Erkenntnisse kommen aus der Studie FReDA (?Family Research and Demographic Analysis?). In dem Panel sind rund 30.000 Menschen im Alter zwischen 18 und 49 Jahren vertreten; FReDA ist ein Kooperationsprojekt des Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB), des GESIS ? Leibniz-Instituts für Sozialwissenschaften sowie der Universität zu Köln. Die wichtigsten Erkenntnisse:
Generell belastete die Pandemie Frauen stärker als Männer. So hatten 43% der Frauen, aber nur 34% der Männer Ängste in Zusammenhang mit der Pandemie.
Männer hatten eher wirtschaftliche Sorgen als Frauen (33% versus 28%).
Bei Eltern, die einige Tage, aber nicht täglich zu Hause gearbeitet haben, war die Lebenszufriedenheit größer.
Eltern aus Haushalten mit niedriger Bildung und niedrigem Einkommen haben eine deutlich geringere Lebenszufriedenheit.
1 Million COVID-Tote, weil Länder Vakzine gehortet haben
Mehr als 1 Million Menschenleben hätten gerettet werden können, wenn die COVID-19-Impfstoffe im Jahr 2021 gerechter unter den einkommensschwächeren Ländern aufgeteilt worden wären. Dies geht aus mathematischen Modellen hervor, die Daten aus 152 Ländern berücksichtigen haben.
Bis Ende letzten Jahres hatte fast die Hälfte der Weltbevölkerung 2 Dosen eines COVID-19-Impfstoffs erhalten. Doch diese Impfstoffe wurden nicht gleichmäßig verteilt: In Ländern mit hohem Einkommen lag die Impfrate bei 75%, in einigen Ländern mit niedrigem Einkommen dagegen bei weniger als 2%. Die wohlhabenden Länder beendeten das Jahr mit gut gefüllten Lagern; sie begannen, Impfungen für gesunde Kleinkinder zu planen. Nur ist deren Risiko für schweres COVID-19 recht gering.
Jetzt haben Wissenschaftler der University of Warwick in Coventry (Vereinigtes Königreich) Daten zur Übersterblichkeit und zur Verfügbarkeit von Impfstoffen herangezogen, um zu modellieren, was passiert wäre, wenn die Impfstoffe nach Bedarf und nicht nach Wohlstand verteilt worden wären.
Das Team kam zu dem Ergebnis, dass eine gerechtere Verteilung der Impfstoffe weltweit 1,3 Millionen Todesfälle hätte verhindern können, wenn keine anderen Maßnahmen wie Social Distancing ergriffen worden wären. Mehr als doppelt so viele Todesfälle hätten vermieden werden können, wenn Länder mehr nicht-pharmazeutische Maßnahmen zur Verringerung der Übertragung ergriffen ? und anderen Ländern größere Impfstoffmengen zur Verfügung gestellt hätten.
Long-COVID: Wie lange die Beschwerden dauern
Symptome nach einer SARS-CoV-2-Infektion stellen Ärzte und Gesundheitssysteme weltweit vor Herausforderungen. Evidenzbasierte Therapien gibt es derzeit keine. Umso wichtiger ist die Frage, wie lange die Beschwerden wirklich anhalten.
Details liefert jetzt eine Querschnittsstudie mit 53.047 Teilnehmern aus 3 bevölkerungsbasierten Kohorten französischer Erwachsener. Alle Teilnehmer wurden gebeten, zwischen dem 1. April und dem 30. Juni 2020 Fragebögen auszufüllen. Zu den Variablen gehörten soziodemografische Merkmale, Begleiterkrankungen, COVID-19-Diagnosen und akute Symptome.
Zwischen dem 1. Mai und dem 30. November 2020 wurden Blutproben für serologische Analysen von Patienten mit einer SARS-CoV-2-Infektion entnommen, die durch einen Enzyme-Linked-Immunosorbent-Assay (ELISA) zum Nachweis von Immunglobulin G gegen Spike bestätigt wurde. Und zwischen 1. Juni und dem 30. September 2021 wurde ein Internet-Follow-up-Fragebogen ausgefüllt, der Angaben zu anhaltenden Symptomen, ihrer Dauer und der Diagnose einer SARS-CoV-2-Infektion durch Polymerase-Kettenreaktion enthielt.
3.972 Teilnehmer, darunter 2.531 Frauen (mittleres Alter 50,9 Jahre) hatten sich mit SARS-CoV-2 infiziert. 2.647 (66,6%; 95%-KI 65,1%-68,1%) über mindestens 1 Symptom während der akuten Phase.
Von diesen 2.647 Teilnehmern berichteten 861 (32,5%; 95%-KI 30,8%-34,3%) über mindestens 1 anhaltendes Symptom, das 2 oder mehr Monate nach der akuten Phase noch vorhanden war. Nach 1 Jahr Nachbeobachtung lag der geschätzte Anteil der Personen mit vollständiger Symptomfreiheit bei 89,9% (95%-KI, 88,7-90,9%).
Folgende Begleitfaktoren negativ auf die Dauer aus, weil sich bei diesen Personengruppen die Symptome nur langsam besserten:
ein höheres Alter (>60 Jahre; HR 0,78; 95%-KI 0,68-0,90)
weibliches Geschlecht (HR 0,64; 95%-KI 0,58-0,70)
Krebs in der Vorgeschichte (HR, 0,61; 95% CI, 0,47-0,79)
Tabakkonsum in der Vorgeschichte (HR 0,80; 95%-KI 0,73-0. 88)
ein hoher Body-Mass-Index (≥30: HR 0,75; 95%-KI 0,63-0,89)
eine hohe Anzahl von Symptomen während der akuten Phase (>4; HR 0,43; 95% CI, 0,39-0,48).
Verringert Paxlovid® das Risiko von Long-COVID?
Hinweise auf eine mögliche Prävention von Long-COVID kommen aus den USA. Bislang wurden die Studienergebnisse nur als Preprint veröffentlicht.
Die Forscher arbeiteten mit einer Datenbank des US Department of Veterans Affairs, um Patienten mit positivem Test auf SARS-CoV-2 zu identifizieren: zwischen dem 01. März 2022 und dem 30. Juni 2022. Sie alle haten mindestens 1 bekannten Risikofaktor für schweres COVID-19.
Innerhalb von 5 Tagen nach dem positiven Test behandelten Ärzte 9.217 Patienten mit Nirmatrelvir; Paxlovid® enthält Nirmatrelvir und Ritonavir. Hinzu kamen 47.123 Patienten ohne diese Pharmakotherapie als Kontrollgruppe.
Im Vergleich zur Kontrollgruppe war die Behandlung mit Nirmatrelvir mit einem verringerten Risiko für postakute Beschwerden verbunden (HR 0,74 95%-KI 0,69-0,81), einschließlich eines verringerten Risikos für 10 von 12 postakuten Folgeerkrankungen im Herz-Kreislauf-System (Herzrhythmusstörungen und ischämische Herzkrankheit), Gerinnungs- und hämatologische Störungen (tiefe Venenthrombose und Lungenembolie), Müdigkeit, Lebererkrankungen, akute Nierenerkrankungen, Muskelschmerzen, neurokognitive Beeinträchtigungen und Kurzatmigkeit.
Nirmatrelvir war auch mit einem verringerten Risiko eines postakuten Todes (HR 0,52; 95%-KI 0,35-0,77) und eines postakuten Krankenhausaufenthalts (HR 0,70; 95%-KI 0,61, 0,80) verbunden.
?Bei Personen mit einer SARS-CoV-2-Infektion, die mindestens einen Risikofaktor für das Fortschreiten einer schweren COVID-19-Erkrankung aufwiesen, war die Behandlung mit Nirmatrelvir innerhalb von 5 Tagen nach einem positiven SARS-CoV-2-Test mit einem verringerten Risiko von Langzeitbeschwerden verbunden, unabhängig vom Impfstatus und der Vorgeschichte der Infektion?, so die Autoren. Viel deute darauf hin, dass Nirmatrelvir das Risiko für postakute Komplikationen verringere.
Lupus-Risikogene scheinen vor schwerem COVID-19 zu schützen
Bestimmte genetische Varianten können das Risiko von Autoimmunkrankheiten erhöhen und gleichzeitig vor den Folgen einer Virusinfektion schützen. Eine Studie liefert Hinweise, dass eine genetische Veranlagung für systemischen Lupus erythematodes (SLE) vor einer schweren COVID-19-Infektion schützen kann.
Forscher verglichen die Genetik von schwerem COVID-19 mit der von SLE unter Verwendung mehrerer Analysen, einschließlich eines Ansatzes, der sich auf bestimmte Bereiche des Genoms konzentrieren kann. Sie fanden heraus, dass TYK2, ein Gen, das sowohl mit SLE als auch mit schwerer COVID-19 assoziiert ist, Schutz vor Virusinfektionen bietet, aber das Risiko für Autoimmunerkrankungen erhöht.
?Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass es gemeinsame genetische Effekte zwischen der Autoimmunerkrankung SLE und den klinischen Folgen von COVID-19 gibt?, so die Autoren. Der Genlocus mit den meisten Hinweisen auf eine gemeinsame Assoziation (TYK2) ist an der Interferonproduktion beteiligt, einem Prozess, der als Reaktion auf eine Virusinfektion wichtig ist und von dem bekannt ist, dass er bei SLE-Patienten dysreguliert ist. Bei der Suche nach den Mechanismen, die diesen Zusammenhängen zugrunde liegen, wurde deutlich, dass die funktionellen Auswirkungen der Risiko- und Schutzgenotypen komplex sind.?
https://deutsch.medscape.com/artikelansicht/4911807?src=WNL_mdplsfeat_221110_mscpedit_de&uac=389796AZ&impID=4851684&faf=1
Heute Morgen gibt das Robert Koch-Institut (RKI), Berlin, auf seinem Dashboard 262 Infektionen pro 100.000 Einwohner als 7-Tage-Inzidenz an. Am 9. November lag der Wert bei 294.
RKI: Die Grippewelle hat begonnen ? viel früher als sonst
DAK: Deutlicher Rückgang bei STIKO-Kinderimpfungen während Pandemie
Neue Daten: Wer in den Familien in der Corona-Krise am meisten litt
1 Million COVID-Tote, weil Länder Vakzine gehortet haben
Long-COVID: Wie lange die Beschwerden dauern
Verringert Paxlovid® das Risiko von Long-COVID?
Lupus-Risikogene scheinen vor schwerem COVID-19 zu schützen
RKI: Die Grippewelle hat begonnen
Während der COVID-19-Pandemie ist die Grippewelle 2-mal nahezu ausgefallen. Jetzt schreibt das RKI im Bericht zu akuten Atemwegserkrankungen (ARE): ?Während der letzten Monate wurden deutlich mehr Influenzameldungen ? übermittelt als in den vorpandemischen Saisons um diese Zeit.? Anhand der Zahlen datieren Epidemilogen den Beginn der Grippewelle rückwirkend auf die letzte Oktoberwoche 2022. Vor Corona ging es meistens im Januar los ? und für 3-4 Monate zirkulierten Influenzaviren.
Für die vergangene Woche seien mehr als 2.100 Grippe-Fälle übermittelt worden, schreibt das Institut. Der Verlauf lasse sich jedoch nicht prognostizieren. Risikopatienten rät das Institut, sich bald gegen Influenza impfen zu lassen.
DAK: Deutlicher Rückgang bei STIKO-Kinderimpfungen während Pandemie
Der Kinder- und Jugendreport 2022 der DAK-Gesundheit befasst sich u.a. mit Gesundheitsaspekten vor und während der Pandemie. Grundlage sind Abrechnungsdaten von rund 800.000 Kindern und Jugendlichen im Alter bis 17 Jahren. Was bei den Analysen aufgefallen ist: Im vergangenen Jahr wurden 11% weniger Kinder gegen Nicht-COVID-Infektionen geimpft als vor der Pandemie. Vergleichszahlen kommen aus 2019.
?Wir beobachten schon länger einen Rückgang der Impfquoten bei Kindern und Jugendlichen. In der Corona-Pandemie hat sich dieser negative Trend verstärkt?, so Andreas Storm, Vorstandschef der DAK-Gesundheit.
Neue Daten: Wer in den Familien in der Corona-Krise am meisten
Die Corona-Pandemie hat mit ihren Lockdowns, Kontaktbeschränkungen, KiTa- und Schulschließungen Familien besonders stark getroffen. Neue Erkenntnisse kommen aus der Studie FReDA (?Family Research and Demographic Analysis?). In dem Panel sind rund 30.000 Menschen im Alter zwischen 18 und 49 Jahren vertreten; FReDA ist ein Kooperationsprojekt des Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB), des GESIS ? Leibniz-Instituts für Sozialwissenschaften sowie der Universität zu Köln. Die wichtigsten Erkenntnisse:
Generell belastete die Pandemie Frauen stärker als Männer. So hatten 43% der Frauen, aber nur 34% der Männer Ängste in Zusammenhang mit der Pandemie.
Männer hatten eher wirtschaftliche Sorgen als Frauen (33% versus 28%).
Bei Eltern, die einige Tage, aber nicht täglich zu Hause gearbeitet haben, war die Lebenszufriedenheit größer.
Eltern aus Haushalten mit niedriger Bildung und niedrigem Einkommen haben eine deutlich geringere Lebenszufriedenheit.
1 Million COVID-Tote, weil Länder Vakzine gehortet haben
Mehr als 1 Million Menschenleben hätten gerettet werden können, wenn die COVID-19-Impfstoffe im Jahr 2021 gerechter unter den einkommensschwächeren Ländern aufgeteilt worden wären. Dies geht aus mathematischen Modellen hervor, die Daten aus 152 Ländern berücksichtigen haben.
Bis Ende letzten Jahres hatte fast die Hälfte der Weltbevölkerung 2 Dosen eines COVID-19-Impfstoffs erhalten. Doch diese Impfstoffe wurden nicht gleichmäßig verteilt: In Ländern mit hohem Einkommen lag die Impfrate bei 75%, in einigen Ländern mit niedrigem Einkommen dagegen bei weniger als 2%. Die wohlhabenden Länder beendeten das Jahr mit gut gefüllten Lagern; sie begannen, Impfungen für gesunde Kleinkinder zu planen. Nur ist deren Risiko für schweres COVID-19 recht gering.
Jetzt haben Wissenschaftler der University of Warwick in Coventry (Vereinigtes Königreich) Daten zur Übersterblichkeit und zur Verfügbarkeit von Impfstoffen herangezogen, um zu modellieren, was passiert wäre, wenn die Impfstoffe nach Bedarf und nicht nach Wohlstand verteilt worden wären.
Das Team kam zu dem Ergebnis, dass eine gerechtere Verteilung der Impfstoffe weltweit 1,3 Millionen Todesfälle hätte verhindern können, wenn keine anderen Maßnahmen wie Social Distancing ergriffen worden wären. Mehr als doppelt so viele Todesfälle hätten vermieden werden können, wenn Länder mehr nicht-pharmazeutische Maßnahmen zur Verringerung der Übertragung ergriffen ? und anderen Ländern größere Impfstoffmengen zur Verfügung gestellt hätten.
Long-COVID: Wie lange die Beschwerden dauern
Symptome nach einer SARS-CoV-2-Infektion stellen Ärzte und Gesundheitssysteme weltweit vor Herausforderungen. Evidenzbasierte Therapien gibt es derzeit keine. Umso wichtiger ist die Frage, wie lange die Beschwerden wirklich anhalten.
Details liefert jetzt eine Querschnittsstudie mit 53.047 Teilnehmern aus 3 bevölkerungsbasierten Kohorten französischer Erwachsener. Alle Teilnehmer wurden gebeten, zwischen dem 1. April und dem 30. Juni 2020 Fragebögen auszufüllen. Zu den Variablen gehörten soziodemografische Merkmale, Begleiterkrankungen, COVID-19-Diagnosen und akute Symptome.
Zwischen dem 1. Mai und dem 30. November 2020 wurden Blutproben für serologische Analysen von Patienten mit einer SARS-CoV-2-Infektion entnommen, die durch einen Enzyme-Linked-Immunosorbent-Assay (ELISA) zum Nachweis von Immunglobulin G gegen Spike bestätigt wurde. Und zwischen 1. Juni und dem 30. September 2021 wurde ein Internet-Follow-up-Fragebogen ausgefüllt, der Angaben zu anhaltenden Symptomen, ihrer Dauer und der Diagnose einer SARS-CoV-2-Infektion durch Polymerase-Kettenreaktion enthielt.
3.972 Teilnehmer, darunter 2.531 Frauen (mittleres Alter 50,9 Jahre) hatten sich mit SARS-CoV-2 infiziert. 2.647 (66,6%; 95%-KI 65,1%-68,1%) über mindestens 1 Symptom während der akuten Phase.
Von diesen 2.647 Teilnehmern berichteten 861 (32,5%; 95%-KI 30,8%-34,3%) über mindestens 1 anhaltendes Symptom, das 2 oder mehr Monate nach der akuten Phase noch vorhanden war. Nach 1 Jahr Nachbeobachtung lag der geschätzte Anteil der Personen mit vollständiger Symptomfreiheit bei 89,9% (95%-KI, 88,7-90,9%).
Folgende Begleitfaktoren negativ auf die Dauer aus, weil sich bei diesen Personengruppen die Symptome nur langsam besserten:
ein höheres Alter (>60 Jahre; HR 0,78; 95%-KI 0,68-0,90)
weibliches Geschlecht (HR 0,64; 95%-KI 0,58-0,70)
Krebs in der Vorgeschichte (HR, 0,61; 95% CI, 0,47-0,79)
Tabakkonsum in der Vorgeschichte (HR 0,80; 95%-KI 0,73-0. 88)
ein hoher Body-Mass-Index (≥30: HR 0,75; 95%-KI 0,63-0,89)
eine hohe Anzahl von Symptomen während der akuten Phase (>4; HR 0,43; 95% CI, 0,39-0,48).
Verringert Paxlovid® das Risiko von Long-COVID?
Hinweise auf eine mögliche Prävention von Long-COVID kommen aus den USA. Bislang wurden die Studienergebnisse nur als Preprint veröffentlicht.
Die Forscher arbeiteten mit einer Datenbank des US Department of Veterans Affairs, um Patienten mit positivem Test auf SARS-CoV-2 zu identifizieren: zwischen dem 01. März 2022 und dem 30. Juni 2022. Sie alle haten mindestens 1 bekannten Risikofaktor für schweres COVID-19.
Innerhalb von 5 Tagen nach dem positiven Test behandelten Ärzte 9.217 Patienten mit Nirmatrelvir; Paxlovid® enthält Nirmatrelvir und Ritonavir. Hinzu kamen 47.123 Patienten ohne diese Pharmakotherapie als Kontrollgruppe.
Im Vergleich zur Kontrollgruppe war die Behandlung mit Nirmatrelvir mit einem verringerten Risiko für postakute Beschwerden verbunden (HR 0,74 95%-KI 0,69-0,81), einschließlich eines verringerten Risikos für 10 von 12 postakuten Folgeerkrankungen im Herz-Kreislauf-System (Herzrhythmusstörungen und ischämische Herzkrankheit), Gerinnungs- und hämatologische Störungen (tiefe Venenthrombose und Lungenembolie), Müdigkeit, Lebererkrankungen, akute Nierenerkrankungen, Muskelschmerzen, neurokognitive Beeinträchtigungen und Kurzatmigkeit.
Nirmatrelvir war auch mit einem verringerten Risiko eines postakuten Todes (HR 0,52; 95%-KI 0,35-0,77) und eines postakuten Krankenhausaufenthalts (HR 0,70; 95%-KI 0,61, 0,80) verbunden.
?Bei Personen mit einer SARS-CoV-2-Infektion, die mindestens einen Risikofaktor für das Fortschreiten einer schweren COVID-19-Erkrankung aufwiesen, war die Behandlung mit Nirmatrelvir innerhalb von 5 Tagen nach einem positiven SARS-CoV-2-Test mit einem verringerten Risiko von Langzeitbeschwerden verbunden, unabhängig vom Impfstatus und der Vorgeschichte der Infektion?, so die Autoren. Viel deute darauf hin, dass Nirmatrelvir das Risiko für postakute Komplikationen verringere.
Lupus-Risikogene scheinen vor schwerem COVID-19 zu schützen
Bestimmte genetische Varianten können das Risiko von Autoimmunkrankheiten erhöhen und gleichzeitig vor den Folgen einer Virusinfektion schützen. Eine Studie liefert Hinweise, dass eine genetische Veranlagung für systemischen Lupus erythematodes (SLE) vor einer schweren COVID-19-Infektion schützen kann.
Forscher verglichen die Genetik von schwerem COVID-19 mit der von SLE unter Verwendung mehrerer Analysen, einschließlich eines Ansatzes, der sich auf bestimmte Bereiche des Genoms konzentrieren kann. Sie fanden heraus, dass TYK2, ein Gen, das sowohl mit SLE als auch mit schwerer COVID-19 assoziiert ist, Schutz vor Virusinfektionen bietet, aber das Risiko für Autoimmunerkrankungen erhöht.
?Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass es gemeinsame genetische Effekte zwischen der Autoimmunerkrankung SLE und den klinischen Folgen von COVID-19 gibt?, so die Autoren. Der Genlocus mit den meisten Hinweisen auf eine gemeinsame Assoziation (TYK2) ist an der Interferonproduktion beteiligt, einem Prozess, der als Reaktion auf eine Virusinfektion wichtig ist und von dem bekannt ist, dass er bei SLE-Patienten dysreguliert ist. Bei der Suche nach den Mechanismen, die diesen Zusammenhängen zugrunde liegen, wurde deutlich, dass die funktionellen Auswirkungen der Risiko- und Schutzgenotypen komplex sind.?
https://deutsch.medscape.com/artikelansicht/4911807?src=WNL_mdplsfeat_221110_mscpedit_de&uac=389796AZ&impID=4851684&faf=1
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