Mittwoch, 14. April 2021
Abenteuer mit Radl und Fels
Heute im Mittagsfernsehen überraschte mich ein Beitrag, bei dem meine Bergrfreundin und strahlendes Vorbild Ines eine zentrale Rolle spielte. Geiler Beitrag, Film ab!

https://www.br.de/mediathek/video/bergauf-bergab-11042021-rock-n-road-mit-ines-papert-und-caro-north-av:60378474380449001af5da49

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Die 7-Tage-Inzidenz und die Alternativen
21.693 Neuinfektionen, 342 weitere Todesfälle und eine massiv gestiegene 7-Tages-Inzidenz von 153,2 Fällen pro 100.000 Menschen (gestern: 140,9) ? diese Zahlen hat das Robert Koch-Institut heute früh veröffentlicht. Vor einer Woche waren es knapp 10.000 Neuansteckungen und 298 Todesfälle. Das Kabinett will, wie berichtet, der 3. Welle mit einer ?Bundes-Notbremse? gegensteuern.

Die ?Bundes-Notbremse? kommt ? aber es dauert ?
Die Regeln, die ab einer Inzidenz von 100 bundesweit gelten sollen, beinhalten auch die ? nicht nur von Aerosol-Experten kritisierten ? Ausgangssperren von 21 Uhr bis 5 Uhr. Außerdem gelten dann verschärfte Kontaktbeschränkungen: Angehörige eines Haushalts dürfen sich nur noch mit einer anderen Person treffen, maximal 5 Menschen dürfen zusammenkommen, Kinder unter 14 nicht mitgerechnet. Gleichzeitig werden Freizeitangebote und Geschäfte geschlossen, von der Grundversorgung abgesehen.

Schulen müssen ihren Präsenzunterricht erst einstellen, wenn der Wert von 200 an 3 Tagen in Folge überschritten wird. Bei niedrigeren Inzidenzen plant die Regierung 2 verpflichtende Schnelltests pro Woche für alle Schüler. Ähnliche Maßnahmen gelten für Kitas, wobei hier eine Notbetreuung möglich sein wird.

Der Bundestag will alle Änderungen des Infektionsgesetzes jedoch nicht im Schnellverfahren beschließen. Kommende Woche sollen die Neuerungen erst vom Parlament beschlossen werden und dann den Bundesrat passieren.


Prominente Experten halten 7-Tage-Inzidenz für ungeeignete Bewertungsgrundlage
Kritik kommt nicht nur von der Opposition. In einem offenen Brief an die Regierung fordern Prof. Dr. Detlev H. Krüger, früherer Direktor des Instituts für Virologie der Charité Berlin, und Prof. Dr. Klaus Stöhr, ehemaliger Leiter des Globalen Influenza- und Pandemievorbereitungsprogrammes der WHO in Genf, andere Herangehensweisen.

Sie bemängeln, dass die 7-Tages-Inzidenz die Krankheitslast in der Gesellschaft immer weniger abbilde. ?Zudem unterliegt dieser Wert ? schwankenden Erfassungswahrscheinlichkeiten, die völlig unabhängig vom eigentlichen Infektionsgeschehen sind? so ihre Kritik. Der Inzidenzwert unterscheide nicht zwischen verschiedenen Altersgruppen; er berücksichtige auch nicht die Dynamik in benachbarten Landkreisen.

Krüger und Stöhr fordern: ?Bewertungsgrundlage für die Auswahl von Schutzmaßnahmen sollte nicht die Inzidenz der Infektionen sein, sondern vielmehr die Häufigkeit der Erkrankungen und ihrer jeweiligen Schwere, also insgesamt die Krankheitslast.? Das könne etwa über die ?tägliche Anzahl der COVID-bedingten intensivstationären Neuaufnahmen, differenziert nach Landkreis des Patientenwohnortes, Alter und Geschlecht mit Berücksichtigung ? zeitlicher Trends? geschehen.

Britische Variante: erhöhte Transmission bestätigt, erhöhte Mortalität nicht
Als Treiber des Infektionsgeschehens gelten vor allem neue SARS-CoV-2-Mutationen. Deshalb haben Wissenschaftler des Hasso-Plattner-Instituts, des Robert Koch-Instituts, des Europäischen Virus-Bioinformatik-Instituts und der Medizinischen Hochschule Hannover die neue Plattform CovRadar entwickelt. Sie hilft bei der Überwachung genetischer Codes des Corona-Spike-Proteins, auf das die Impfstoffe abzielen. Über eine Web-Anwendung sollen Vergleiche mit bekannten Sequenzen erleichtert werden. Auch eine regionale Verortung von Mutationen ist möglich.

Solche Daten sind nur die halbe Miete. Ob neue Varianten kontagiöser sind, zeigen erst epidemiologische Studien. Neue Publikationen befassen sich mit dem Effekt von B.1.1.7 (Frampton D et al., Graham MS et al.). Die Ergebnisse legen eine höhere Transmission nahe, geben aber keine Hinweise auf einen schwereren Verlauf von COVID-19. Bislang hatte es die Vermutung gegeben, dass B.1.1.7 mit einer höheren Mortalität in Verbindung steht.

Beide Studien wurden letzten Winter in London und Südengland durchgeführt. In den Regionen verbreitete sich B.1.1.7 damals rapide. Bei der 1. Arbeit bestimmten Forscher in Kliniken die Viruslast von Infizierten und erfassten den Schweregrad von COVID-19 bzw. die Zahl an Todesfällen. Sie fanden anhand der Ct-Werte eine höhere Viruslast, klinisch aber keine höhere Mortalität als beim Wildtyp. Bei der anderen Studie meldeten Patienten Symptome über eine App. Sequenzdaten kamen mit hinzu. Auch hier zeigte sich kein signifikanter Unterschied.

?Gut gemachte Sequenzierungs-Studie aus London bestätigt, dass die B.1.1.7-Variante deutlich ansteckender ist und daher auch mehr Jüngere trifft?, kommentiert der SPD-Gesundheitsexperte Prof. Dr. Karl Lauterbach auf Twitter. Er bezieht sich auf die Arbeit von Frampton und Kollegen. Lauterbach weiter: ?Die erhöhte Sterblichkeit der Bristol-Studie bestätigte sich nicht. Das ist ein gutes wie überraschendes Ergebnis.?

Zur wissenschaftlichen Kontroverse schreibt der Experte: ?Einige Wissenschaftler kommentieren: Da nur Hospitalisierte ausgewertet (worden sind), sei die Aussage, B.1.1.7 sei nicht tödlicher, unbelegt, da B.1.1.7 die Wahrscheinlichkeit der Hospitalisierung erhöhen könnte. Die Autoren halten dagegen, dass dann auch Sterblichkeit bei Hospitalisierten ansteigen müsste.?

Johnson & Johnson: Impfungen in USA pausiert, Start in der EU verschoben
Für Aufregung sorgten gestern neue schlechte Nachrichten zur Vektor-Vakzine von Johnson & Johnson, durch die man auf eine Beschleunigung der Impfkampagne gehofft hatte, weil sie nur einmal gegeben werden soll.

Nachdem ? wie Medscape berichtet hat ? bereits die EMA am Freitag angekündigt hatte, 4 Berichte über thromboembolische Ereignisse in zeitlichem Zusammenhang mit der Impfung zu prüfen, haben nun in den USA die FDA und die CDC angekündigt, das Vakzin momentan nicht weiter einzusetzen. Laut FDA sind in den USA bereits 6,8 Millionen Dosen verabreicht worden; man prüfe derzeit 6 Berichte über schweren Thrombosen. Am heutigen Mittwoch wollen Experten der US-Zulassungsbehörde das weitere Vorgehen besprechen.


Originalbeitrag erschienen bei Medscape

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An alle, die es betrifft
Ramadan karim!

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"Ein halbes Jahr nach dem Brand in Moria - Wie geht es mit der Aufnahme weiter?"
Online-Diskussion

19. April 2021 | 18 Uhr digital

Diskussionsveranstaltung am Montag, 19.04.2021 um 18:00 Uhr mit Luise Amtsberg (Bündnis90/Die Grünen), Clara Bünger (Die LINKE), Lars Castellucci (SPD), Franziska Grillmeier (Journalistin auf Lesbos) und mit Berichterstattung von vor Ort. Moderiert von Doreen Johann (Sea-Watch).

Vor einem halben Jahr, im September 2020, stand das Lager Moria auf der griechischen Insel Lesbos in Flammen. Nach massivem Druck, insbesondere von Seiten der Zivilgesellschaft, wurde von der Bundesregierung ein minimales Aufnahmekontingent beschlossen, welches Ende April 2021 enden wird. Doch die Lage hat sich keineswegs verbessert, eher im Gegenteil: Noch immer sitzen tausende Menschen in unhaltbaren Zuständen auf den griechischen Inseln fest, ohne jegliche Perspektive. Zeitgleich ist die Aufnahmebereitschaft in Deutschland sehr groß und über 250 Kommunen wollen Menschen aus den Lagern aufnehmen. Dies wird von der Bundesregierung blockiert. Wie geht es nun weiter?

Darüber werden wir am 19.04.2021 um 18:00 Uhr mit Luise Amtsberg (Bündnis90/Die Grünen), Clara Bünger (Die LINKE), Lars Castellucci (SPD) und Franziska Grillmeier (Journalistin auf Lesbos) auf Grundlage von Berichten vor Ort diskutieren.

Teilnahme unter folgenden Links:

https://www.youtube.com/watch?v=Bo07pbMdidQ&feature=youtu.be

https://www.facebook.com/events/284029173217859

https://seebruecke.org

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