Mittwoch, 13. Januar 2021
So kann man sich irren
Der Qanon-Fanatiker Angeli, der mit Büffelhornkappe ins Capitol eindrang wollte damit als Wikinger-Schamane wahrgenommen werden - ich dachte an einen Medizinmann der Dakota oder Lakota. Mit denen wollen die stolzen Weißen ganz sicher nicht in Zusammenhang gebracht werden.

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Montag, 11. Januar 2021
"Ungenügend" für Virus-Sequenzierung in Deutschland
https://www.tagesschau.de/investigativ/ndr-wdr/sequenzierung-corona-spahn-101.html?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE

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Sonntag, 10. Januar 2021
Winter, wie er sein sollte
Endlich sieht es bei uns im Garten auch wie Winter aus.




Und auch sonst sind gute Dinge in Bewegung. Schwesterherz will mich dann doch am Tag meiner OP fahren, gleichzeitig habe ich aber auch Hilfsangebote von einem Genossen und meiner kleinen Nichte. Kleiner werden auch meine Lippenbläschen, so dass es unwahrscheinlicher wird, dass es sich um Tumore handelt.

Heute wieder super trainiert, zwei Stunden lang, ein Mix aus Spinning, Body Combat und Body Pump. Das Heimtraining gibt genug her, ich werde sicherlich kein Peloton-Kunde. Trotzdem vermisse ich meine liebe Trainingstruppe.



Nach dem Training lecker gegessen, Spareribs mit Linseneintopf. Der Tag sieht nicht schlecht aus.

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Irre unterwegs
Zum Hintergrund eines der auffälligsten unter den Capitol-Stürmern, der ein Fall nicht nur für den Bizarrologen ist:

https://www.welt.de/vermischtes/article223901406/Jake-Angeli-Wer-ist-der-Mann-mit-den-Bueffelhoernern.html

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Die größten Leidtragenden des Lockdown sind die KünstlerInnen
Ziemlich erschütternder Beitrag auf einem Blog, mit dem ich ansonsten nicht viel Übereinstimmung habe, von den Kommentatoren mal ganz abgesehen:

https://www.corodok.de/das-leise-sterben/

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Samstag, 9. Januar 2021
Happy 80, Joan Baez!
https://www.youtube.com/watch?v=R4xWbRBLj2I&list=RD3qDMl8Y1jAs&index=2

https://www.youtube.com/watch?v=FMalmwupji8

https://www.youtube.com/watch?v=qcwP2ulxDdY

https://www.youtube.com/watch?v=smfP9By1fJ8

https://www.youtube.com/watch?v=o5lDNXSOAJc

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Freitag, 8. Januar 2021
Mal wieder Nomen est Omen
Da referierte im NDR-Radio eine Ökonomin über die Aussichten für kleine und mittlere Dientstleistungsbetriebe mit intensivem Publikumsverkehr für das Jahr 2021. Ihr Vorname: Cassandra.

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Corona und die Irrtümer der Querdenker
Sie sind hier noch einmal überzeugend dargestellt:

https://app.handelsblatt.com/meinung/kommentare/essay-zur-coronakrise-die-irrtuemer-der-querdenker-zwischen-kulturkampf-und-glaubenskrieg/26756770.html?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE&ticket=ST-28355770-Ls4FMVstKOvRC2gS7ggP-ap6

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Donnerstag, 7. Januar 2021
Weiterer Impfstoff in der EU zugelassen; Wissenschaftler befürworten verzögerte 2. Impfung; Studie mit neuem Medikament
Michael van den Heuvel, Sonja Boehm, Dr. Thomas Kron

Lockdown mindestens bis Ende Januar

Weitere Zulassung eines SARS-CoV-2-Impfstoffs in der EU

Wissenschaftler befürworten Strategie mit verzögerter 2. Impfung

Erschweren neue SARS-CoV-2-Mutationen die Pandemie-Bekämpfung?

COVID-19-Therapie mit neuem Wirkstoff: Phase-2-Studie beginnt

Innerhalb der letzten 24 Stunden haben sich 26.391 Menschen mit SARS-CoV-2 infiziert und 1.070 sind aufgrund von COVID-19 gestorben, berichtet das RKI. Die 7-Tage-Inzidenz liegt mittlerweile bei 121,8 Fällen pro 100.000 Einwohner (Stand 7. Januar 2021, 07:00 Uhr).

Lockdown mindestens bis Ende Januar
Auf die hohen Zahlen haben Vertreter von Bund und Ländern reagiert. Alle bisherigen Regeln zur Pandemie-Bekämpfung gelten mindestens bis 31. Januar weiter. Restaurants, Kultur- und Freizeit-Einrichtungen bleiben zu. Betriebskantinen sollen soweit möglich ebenfalls geschlossen werden. Und private Zusammenkünfte werden auf eine weitere nicht im Haushalt lebende Person eingeschränkt – ohne Sonderregelungen für Kinder. Davor durften sich bis zu 5 Personen aus 2 Haushalten treffen, mit Ausnahmen für Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren. Schulen und Kitas schränken ihren Betrieb wie bisher ein oder öffnen nach den Ferien erst einmal nicht.

Bei einer 7-Tages-Inzidenz von mehr als 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner ist vorgesehen, den Bewegungsradius auf 15 Kilometer um den jeweiligen Wohnort einzuschränken. Welche triftigen Gründe als Ausnahmen gelten, ist noch unklar. Arztbesuche oder Wege zur Arbeit will Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) generell ermöglichen. Wie es weitergeht, werden Politiker am 25. Januar beratschlagen.

Auch der schleppende Start der Impfungen war Thema des Gesprächs. Noch im Januar sollen Risikogruppen weitere Angebote für Impfungen erhalten. Merkel und ihre Kollegen der Länder wollen zudem versuchen, in Absprache mit Herstellern die Produktionskapazitäten auszuweiten. Details sind noch unbekannt. Zusätzliche Kapazitäten kommen von Moderna, dessen Impfstoff eine EU-Zulassungsempfehlung erhalten hat.

Weitere Zulassung eines SARS-CoV-2-Impfstoffs in der EU
Die Europäische Arzneimittelagentur EMA hat am gestrigen 6. Dezember 2021 empfohlen, eine bedingte Genehmigung für den Impfstoff mRNA-1273 von Moderna auszusprechen, und zwar für Personen ab 18 Jahren.

„Dieser Impfstoff bietet uns ein weiteres Instrument zur Überwindung des aktuellen Notfalls“, so Emer Cooke, Executive Director der EMA. „Wie bei allen Zulassungen werden wir die Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffs weiterhin überwachen, um einen kontinuierlichen Schutz der EU-Öffentlichkeit zu gewährleisten.“

Grundlage der Bewertung ist eine randomisierte, verblindete, klinische Studie mit rund 30.000 Probanden. Die Hälfte erhielt den Impfstoff und die Hälfte Scheininjektionen. Die Wirksamkeit wurde bei rund 28.000 Personen im Alter von 18 bis 94 Jahren berechnet, die keine Anzeichen einer früheren Infektion hatten.

Die Studie zeigte eine Verringerung der Anzahl symptomatischer COVID-19-Fälle bei Personen, die den Impfstoff erhielten, um 94,1% (11 Erkrankungen unter 14.134 Personen). In der Kontrollgruppe waren es 185 Erkrankungsfälle unter 14.073 Personen. Bei Teilnehmern mit einem Risiko für schweres COVID-19, einschließlich Patienten mit chronischen Lungenerkrankungen, Herzerkrankungen, starkem Übergewicht, Lebererkrankungen, Diabetes oder HIV-Infektionen, betrug die Wirksamkeit 90,9%.

Die Geimpften erhielten im Abstand von 28 Tagen je 1 Dosis. Die meisten Nebenwirkungen waren leicht oder mäßig und besserten sich innerhalb weniger Tage nach der Impfung. Dazu zählten Schmerzen und Schwellungen an der Injektionsstelle, Müdigkeit, Schüttelfrost, Fieber, geschwollene oder empfindliche Lymphknoten unter dem Arm, Kopfschmerzen, Muskel- und Gelenkschmerzen, Übelkeit und Erbrechen.

Wissenschaftler befürworten Strategie mit verzögerter 2. Impfung
Trotz der neuen Zulassung wird es in den nächsten Monaten zu geringe Mengen für alle Impfwilligen geben. Großbritannien plant deshalb, möglichst vielen Menschen die 1. Impfung zu geben und die 2. Dosis zeitlich stark verzögert zu applizieren (Medscape hat hier im Blog berichtet).

Zu dieser Strategie sind in den Annals of Internal Medicine 3 Beiträge erschienen. Dr. Ashleigh R. Tuite von der University of Toronto und Kollegen haben versucht, den Effekt alternativer Strategien der Dosisverteilung mathematisch zu simulieren.

Bei der festen Strategie soll die 2. Impfung innerhalb von 3 Wochen verabreicht werden. Eine hypothetische flexible Strategie sieht vor, bei 10% aller Personen die 2. Dosis innerhalb von 3 Wochen und bei 90% innerhalb von 6 Wochen nach der 1. Impfung zu verabreichen. Damit bekämen in kürzerer Zeit mehr Bürger die 1. Dosis.

Als Wirksamkeit nennen die Autoren für die Biontech-Vakzine 52,4% nach der 1. und 94,8% nach der 2. Dosis. Durch die flexible Strategie ließen sich laut Simulation zusätzlich 23% bis 29% aller COVID-19-Fälle vermeiden, vorausgesetzt, die Liefermenge bleibt konstant.

Ein Team um Dr. A. David Paltiel, Yale School of Public Health, New Haven, ging der Frage nach, wie die beiden Parameter Wirksamkeit eines Impfstoffs und Geschwindigkeit von Impfkampagnen die Erfolge beeinflussen. Ihr Ergebnis: Einzeldosis-Impfungen mit einer Wirksamkeit von 55% bringen einen größeren Nutzen für die Bevölkerung als ein Impfstoff mit der Wirksamkeit von 95% bei 2 Dosen. Diese Zahlen basieren ebenfalls auf der Wirksamkeit der Vakzine von Biontech.

Der 3. Artikel, ein Meinungsbeitrag, wurde von Dr. Ruanne V. Barnabas, University of Washington, und Kollegen veröffentlicht. Die Autoren sprechen sich trotz der geringeren Wirksamkeit für Einzelimpfungen aus – und zwar aus 4 Gründen:

Ein höherer Anteil der Bevölkerung wird geschützt.

Die größere Zahl an Impfungen wird als gerechter empfunden.

Es treten weniger Nebenwirkungen auf.

Die Pandemie könnte schneller bekämpft werden als bei der Gabe von 2 Dosen.

Wie bewerten deutsche Experten die Sachlage? „In der aktuellen Diskussion um die SARS-CoV-2-Impfstrategie möchte die Deutsche Gesellschaft für Immunologie darauf hinweisen, dass bereits die 1. Impfung ab Tag 14 einen beträchtlichen Schutz vor schweren Krankheitsverläufen bieten kann“, heißt es in einer Pressemeldung. „Auf eine 2. Impfung darf nicht verzichtet werden, sie kann aber auch später als an Tag 21 (BNT162b2; Biontech/Pfizer) bzw. Tag 28 (mRNA-1273; Moderna) erfolgen.

Immunologen fordern jetzt weitere Studiendaten. Laut dpa halten es allerdings Berater der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nur im Ausnahmefall für vertretbar, die 2. Dosis der Biontech-Vakzine bis zu 6 Wochen nach der 1. Impfung zu verabreichen.

Erschweren neue SARS-CoV-2-Mutationen die Pandemie-Bekämpfung?
Viel Kopfzerbrechen bereiten Epidemiologen auch die neuen SARS-CoV-2-Varianten VOC 2020/12/01 (B.1.1.7) aus Großbritannien und 501.V2 aus Südafrika (Medscape hat hier ebenfalls im Blog berichtet).

„Wir befinden uns in der winterlichen Blütezeit respiratorischer Erkrankungen und nun sattelt noch diese Variante drauf“, kommentiert Prof. Dr. Friedemann Weber vom Institut für Virologie der Universität Gießen. Bisher wurde die neue Variante B.1.1.7 kaum in Deutschland nachgewiesen, doch Weber vermutet, weil bei uns kaum auf Varianten getestet wird: „Die Dunkelziffer dürfte hoch sein.“ Nach jetzigem Stand führt die Variante nicht zu schwereren Verläufen, hat aber einen um 0,4 bis 0,7 höheren R-Wert – und breitet sich damit sehr viel schneller aus.

Das hat Folgen: Großbritannien befindet sich in einem verschärften Lockdown, und Premierminister Boris Johnson hat alle Bürger aufgefordert, zu Hause zu bleiben. Die Zahl an stationären COVID-19-Patienten ist in der letzten Woche um ein Drittel auf fast 27.000 gestiegen. Das sind 40% mehr als beim Höchststand im April 2020. Und am 29. Dezember wurden mehr als 80.000 Menschen positiv auf SARS-CoV-2 getestet, ein neuer Rekord. Die Zahl der Todesfälle ist um 20% gestiegen, verglichen mit der Woche davor.

„Wir müssen besser bei den Maßnahmen werden, um das Virus zu kontrollieren. Falls nicht, werden wir mehr Corona-Fälle sehen“, befürchtet Dr. Adam Lauring, Forscher an der University of Michigan.


Bleibt als Frage, ob Europa durch Lockerungen im Sommer eine Chance verpasst hat. „Die Entstehung solcher Varianten resultiert daraus, dass so viel Virus unterwegs ist“, erklärt Weber. „Mutanten werden immer eher aus Ländern mit hohen Fallzahlen kommen.“ Er weist in dem Zusammenhang darauf hin, wie wichtig Impfungen sind. Experten rechnen in Kürze mit Daten zur Wirksamkeit von Vakzinen bei neuen Varianten.

COVID-19-Therapie mit neuem Wirkstoff: Phase-2-Studie beginnt
Zwar stehen derzeit vor allem Impfstoffe im Rampenlicht der Öffentlichkeit. Dennoch untersuchen Forscher neue Wirkstoffe auf ihr therapeutisches Potenzial bei COVID-19. Atriva Therapeutics hat jetzt vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) grünes Licht für eine randomisierte, Placebo-kontrollierte Phase-2-Studie bekommen.

Ziel von RESPIRE ist, die Wirksamkeit, Sicherheit und Pharmakokinetik von ATR-002 bei Patienten mit mittelschwerem bis schwerem COVID-19, aber ohne Beatmung zu untersuchen. Beim Molekül handelt es sich um eine niedermolekulare Verbindung in oraler Galenik. Sie hemmt MEK, einen Faktor in der menschlichen Wirtszelle, der für die Replikation diverser RNA-Viren erforderlich ist. Zusätzlich hat ATR-002 immunmodulatorische Effekte, die zu einer verminderten Zytokin- bzw. Chemokin-Freisetzung führt – und möglicherweise einen Zytokin-Sturm verhindert.

An der der Charité – Universitätsmedizin Berlin und an weiteren Studienzentren sollen jetzt 220 Patienten rekrutiert werden. Primärer Endpunkt der Studie ist der Nachweis der Wirksamkeit von ATR-002 versus Standardbehandlung plus Placebo. Die sekundären Endpunkte umfassen verschiedene klinische Vitalparameter und Scores. Alle Patienten werden 90 Tage lang nachbeobachtet.

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Dienstag, 5. Januar 2021
Schwesterliebe
Beim mir wurde etwas festgestellt, bei dem es sich möglicherweise um ein Krebs-Vorstadium handelt. Deswegen habe ich demnächst einen OP-Termin. Meine (bisherige) Lieblingsschwester meinte dazu, normalerweise würde sie mich gerne in die Klinik fahren, aber unter den Corona-Bedingungen ginge das ja nicht, mit zwei Leuten in einem Auto. Stattdessen mutet sie mir zu, mit möglichweise einem Carcinom-in-situ mit Hunderten Leuten in einem Zug zu reisen. Ihr geht es nur um sich.

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Montag, 4. Januar 2021
Verlängerung des harten Lockdowns recht wahrscheinlich
Die Infektionszahlen seien „weiter besorgniserregend hoch“, und die Auswirkungen der Feiertage seien noch unklar, so Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU). Heute beraten alle Kultusminister der Länder über das weitere Vorgehen.

Es gilt als wahrscheinlich, dass es bei Schulen noch keine Rückkehr zum Regelbetrieb geben wird. „Wir müssen volle Klassen bei diesem hohen Infektionsgeschehen vermeiden“, so Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbands. Er plädiert bei Grundschülern für Wechselunterricht mit Abstandsregelungen und für Distanzunterricht bei höheren Jahrgängen.

Am kommenden Dienstag tauscht sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder aus. Im Vorfeld zeichnet sich bereits ab, dass der harte Lockdown verlängert wird. Zunächst sollten alle Einschränkungen nur bis zum 10. Januar gelten.

Nun bestätigt auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU): Im Zweifel solle der Lockdown länger gehen, damit er nachhaltiger wirkt. „Gerade die hohe Zahl der Patienten auf den Intensivstationen zeigt, dass es eine Überlastung des Gesundheitswesens weiterhin unbedingt zu vermeiden gilt“, so der Minister.

Spahn zu Mitarbeitern im Gesundheitswesen: „Gebot der Vernunft, sich impfen zu lassen“
Spahn forderte am Wochenende auch alle Ärzte und Pflegekräfte auf, sich impfen zu lassen: „Es ist ein Gebot der Vernunft und der Solidarität, dass diejenigen, die im Gesundheitswesen arbeiten, sich ebenfalls impfen lassen, zu ihrem eigenen Schutz und dem Schutz der ihnen anvertrauten Patienten“, erklärte Spahn. Er reagierte damit auf Umfragen, nach denen Impfskepsis gegen die neuen Corona-Impfstoffe bei Mitarbeitern im Gesundheitswesen verbreitet ist.

Spahn sagte, er setze dabei auf gute Argumente. Einen Impfzwang schließt er aus. Das wäre laut Dr. Johanna Wenckebach vom Hugo-Sinzheimer-Instituts für Arbeits- und Sozialrecht (HSI) juristisch ohnehin nicht möglich: „Der mit einer Impfung verbundene Eingriff in die körperliche Unversehrtheit der Beschäftigten ist dafür zu schwerwiegend.“

Verzögerte Impfung – eine Strategie bei knappen Ressourcen?
Aber selbst Impfwillige haben es schwer, denn noch gibt es zu wenige Impfstoffdosen. Von den Publikumsmedien wird zum Teil ein „Impfstoff-Desaster“ durch die Politik bemängelt. In Großbritannien ist neben dem BioNTech-Impfstoff inzwischen, wie berichtet, auch eine Vakzine von AstraZeneca und von der Universität Oxford zugelassen. Dort gilt die Empfehlung, zunächst möglichst vielen Menschen die 1. Impfdosis zu verabreichen, die schon einen gewissen Schutz bietet, und die 2. Dosis dann zeitverzögert zu applizieren.

Einige deutsche Experten sehen dies als gangbaren Weg auch bei uns. „Angesichts der aktuellen Impfstoffknappheit und der sehr hohen Infektions- und Hospitalisierungszahlen halte ich … eine Strategie, bei der möglichst viele Menschen frühzeitig geimpft werden, für effektiver, also ohne Impfstoffdosen für die 2. Impfung zurückzuhalten“, erklärt auch Prof. Dr. Leif-Erik Sander von der Charité – Universitätsmedizin Berlin.

Und weiter: „Die Inkaufnahme eines eventuell verlängerten Intervalls bis zur 2. Impfung ist zumindest für die mRNA-Impfstoffe – von BioNTech/Pfizer und Moderna – aus meiner Sicht unbedenklich, da die Impfungen in den Studien schon etwa 10 Tage nach der 1. Injektion einen sehr hohen Schutz gegen COVID-19 zeigten.“ Seiner Meinung nach könne man die Booster-Impfung problemlos etwas verzögern.

Doch es gibt auch andere Stimmen: „Wir sind an die Zulassungsvorgabe gebunden, und die sieht vor, dass die 2. Dosis nach 3 Wochen erfolgt“, gibt Prof. Dr. Peter Kremsner von der Eberhard Karls Universität Tübingen zu bedenken. Doch auch er sagt: „Grundsätzlich ist der britische Ansatz sehr sinnvoll. Wie bei anderen Impfungen kann man die 2. Dosis wahrscheinlich gut auch nach 2 bis 3 Monaten geben, da schon die 1. Dosis scheinbar eine hohe Wirksamkeit erzielt.“ Wie der Spiegel berichtet, will Gesundheitsminister Spahn nun prüfen lassen, ob diese Strategie auch in Deutschland möglich ist.

Neue SARS-CoV-2-Variante: Was Forscher bislang wissen
Immer mehr Bedenken kommen auch auf, was die neuen Varianten des Coronavirus VOC 2020/12/01 (B.1.1.7) aus Großbritannien und 501.V2 aus Südafrika betrifft. Beide Mutationen sind mittlerweile noch in einigen anderen Ländern (auch in Deutschland) nachgewiesen worden.

Doch sprechen beide Varianten wohl auf die entwickelten Impfstoffe an – auch wenn sie wohl deutlich ansteckender geworden sind: „Selbst wenn eine Mutation vorhanden ist, verhindert dies nicht die Erkennung durch das Immunsystem“, sagt Prof. Dr. Richard Neher vom Biozentrum der Universität Basel. Einzelne Mutationen reichten nicht aus, um der komplexen Immunantwort zu entgehen. Prof. Dr. Thomas Mertens, Vorsitzender der Ständigen Impfkommission, hofft, dass es bereits Anfang Januar explizite Daten dazu geben wird, inwieweit der BioNTech-Impfstoff auch gegen neue Varianten von SARS-CoV-2 schützt.

Relativ klar scheint zu sein, dass die mutierten Erreger höhere virulent sind. Auf Twitter veröffentlichte Prof. Dr. Nick Davies von der London School of Hygiene & Tropical Medicine erste Analysen. Demnach ist die britische Variante um mindestens 50% ansteckender, verglichen mit derzeit zirkulierenden Viren.

Und laut Einschätzungen des Imperial College London beträgt der Unterschied beim R-Wert immerhin 0,4 bis 0,7. Derzeit liegt die Reproduktionszahl in UK zwischen 1,4 und 1,8. Was den klinischen Verlauf angeht, hat die Mutation wohl keine Auswirkung. Die Gesundheitsbehörde Public Health England hat derzeit keine Hinweise, dass VOC 2020/12/01 zu einem schwereren klinischen Verlauf führt. Zu 501.V2 gibt es kaum Details.

Hypertonie eigenständiger Risikofaktor für schweres COVID-19
Bei welchen Personen die momentan zirkulierenden Varianten schweres COVID-19 auslösen, ist immer noch ein Thema in der Forschung. Wissenschaftler der Charité - Universitätsmedizin Berlin fanden jetzt heraus, dass die arterielle Hypertonie ein eigenständiger Risikofaktor ist – und es sich nicht, wie vermutet, nur um einen Effekt des höheren Alters handelt.

In ihre Analyse nahmen die Autoren klinische Daten von 144 Patienten mit COVID-19 auf. Hinzu kamen nasopharyngale Abstriche von insgesamt 48 Personen mit und ohne COVID-19. Dabei zeigten sich in Immunzellen von Personen mit COVID-19 und arterieller Hypertonie stärkere entzündliche Reaktionen als in Zellen von Patienten ohne Bluthochdruck. Klinisch war eine arterielle Hypertonie mit einer langsameren viralen Clearance und einer höheren Anfälligkeit für schwere Atemwegsinfektionen assoziiert.

Erhielten die Bluthochdruck-Patienten jedoch ACE-Hemmer und sprachen darauf an, ließ sich dadurch das Risiko für schwere COVID-19-Erkrankungen fast auf den Wert von Patienten ohne Bluthochdruck senken. Angiotensin-Rezeptor-Blocker (ARB) zeigten schwächere Effekte und beeinflussten vor allem die virale Clearance nicht.

Die Studie zeige den positiven Effekt einer medikamentöse Blutdrucktherapie, kommentiert Prof. Dr. Ulrich Wenzel vom UKE Hamburg. „Das unterstreicht, wie wichtig es ist, Bluthochdruck in den Griff zu bekommen.“ Wenzel und seine Kollegen bewerten dementsprechend während der SARS-CoV-2-Pandemie ACE-Hemmer als bessere Blutdrucktherapie, falls es individuell keine Kontraindikationen gibt.

Update 30. Dezember 2020
Mehr als 60.000 Bundesbürger bereits geimpft

Wieler: AHA-L-Regeln bleiben nach wie vor sehr wichtig

Chichutek: Nutzen überwiegt Risiken weit – jüngere Erwachsene etwas heftigere Nebenwirkungen

UK lässt Oxford/AstraZeneca-Vakzine zu, EMA-Zulassung im Januar „unwahrscheinlich“

In Großbritannien sollen möglichst viele zunächst die 1. Dosis erhalten

Studie: Re-Infektionsrisiko gering – unter 1.177 Seropositiven nur 2 Re-Infektionen

Das RKI meldet am 30. Dezember 2020 mit 1.129 einen neuen Höchstwert an Todesfällen im Zusammenhang mit COVID-19 und bundesweit 22.459 Neuinfektionen. Die Zahlen hat Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in Berlin in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Prof. Dr. Lothar Wieler, dem Chef des RKI, und Prof. Dr. Klaus Chichutek, dem Präsidenten des Paul-Ehrlich-Instituts, vorgestellt. Erstmals ist damit die Marke von 1.000 täglichen Sterbefällen an COVID-19 überschritten worden.


Mehr als 60.000 Bundesbürger bereits geimpft
„Diese Zahlen belegen, wie brutal dieses Virus immer noch zuschlägt“, sagte Spahn. „Die Zahlen zeigen auch, dass wir von einer Normalität noch sehr weit entfernt sind. Ich sehe daher nicht, wie wir in den Modus vor dem Lockdown zurückkehren können.“ Er bezeichnete den Impfstart als „gelungen“ – „Die größte Impfkampagne unserer Geschichte ist erfolgreich angelaufen“ – auch wenn es hier und da noch „ruckelt“. Mehr als 60.000 Bundesbürger seien bereits geimpft worden.

Es handle sich um einen „nationalen Kraftakt“. Spahn erwartet die Zulassung des 2. Impfstoffes, der mRNA-Vakzine des Unternehmens Moderna, für Anfang Januar. Dann erwarte er 1,5 bis 2 Millionen Impfstoffdosen zusätzlich. Der Impfstoff sei überall derzeit „knapp“; er bat um Geduld, bis sich die Situation in den kommenden Monaten entzerrt habe. Biontech werde demnächst eine weitere Betriebsstätte bei Marburg in Betrieb nehmen.

Wieler: AHA-L-Regeln bleiben nach wie vor sehr wichtig
RKI-Chef Wieler räumte ein, der Höchstwert bei den Sterbefällen am heutigen Tag sei möglicherweise auch durch verzögerte Meldungen über die Feiertage bedingt. Er mahnte nochmals die Bevölkerung, sich an die AHA-L-Regeln zu halten – und bei Anzeichen einer Erkältung mindestens 5 Tage zu Hause zu bleiben. Das Virus sei nach wie vor in Deutschland in allen Alters- und Risikopopulationen verbreitet – „auch junge Menschen können schwer erkranken“.

Immer mehr Kliniken seien an den Kapazitätsgrenzen. 5.600 Menschen würden derzeit in Deutschland intensivmedizinisch behandelt – auch dies sei ein neuer Höchststand. Die derzeitigen gemeldeten Infektionszahlen unterschätzten wahrscheinlich die tatsächliche Verbreitung, da über die Feiertage weniger getestet werde und einige Gesundheitsämter keine Fälle weiter meldeten.

Chichutek: Nutzen überwiegt Risiken weit – jüngere Erwachsene etwas heftigere Nebenwirkungen
PEI-Präsident Chichutek betonte, der Impfstoff zeige eine „ganz hervorragende Wirkung“ darin, COVID-19-Erkrankungen zu verhindern und sei dabei „sicher“. Er sei „gut verträglich“, der Nutzen überwiege die Risiken weit. Auch wenn es Einzelberichte zu anaphylaktischen Reaktionen auf den Impfstoff gebe, bestehe doch im Allgemeinen kein größeres Problem für Allergiker.

Chichutek verwies darauf, dass bereits nach der ersten Impfdosis ein „partieller“ Impfschutz bestehe, der komplette Schutz von 95% laut Studiendaten bestehe dann 2 Wochen nach der 2. Impfung.

Als Nebenwirkungen nannte er typische Impfreaktionen wie Druckschmerz, Kopfschmerzen, Unwohlsein, Muskel- und Gliederschmerzen, zum Teil auch Fieber. Diese seien in der Regel moderat und vorübergehend – sie fielen bei jüngeren Erwachsenen, die oft stärker reagieren, zum Teil etwas heftiger aus als bei den alljährlichen Influenza-Impfungen.

UK lässt Oxford/AstraZeneca-Vakzine zu, EMA-Zulassung im Januar „unwahrscheinlich“
Als 1. Regulierungsbehörde weltweit hat die britische MHRA den gemeinsam von der Universität Oxford und AstraZeneca entwickelten COVID-19-Impfstoff zugelassen. Die Impfungen damit sollen am 4. Januar beginnen. Damit ist in Großbritannien nun neben der mRNA-Vakzine von Pfizer/Biontech ein 2. alternativer Impfstoff verfügbar. Die Oxford/AstraZeneca-Vakzine nutzt Schimpansen-Adenovirus-Vektoren.


Prof. Dr. Andrew Pollard, Direktor der Oxford Vaccine Group, sagte: „Die Einschätzung der (britischen) Aufsichtsbehörde, dass dies ein sicherer und wirksamer Impfstoff ist, ist ein Meilenstein und eine Bestätigung der enormen Anstrengungen.“ Dies sehen andere Zulassungsbehörden jedoch anders: Wie Reuters berichtet, hält die EMA eine EU-Zulassung des AstraZeneca-Impfstoffes noch im Januar für „unwahrscheinlich“. Das Unternehmen habe bei der EMA die Zulassung noch nicht beantragt.

In Großbritannien sollen möglichst viele zunächst die 1. Dosis erhalten
In UK hat der Gemeinsame Ausschuss für Impfung und Immunisierung (JCVI) angekündigt, bei beiden nun verfügbaren Impfstoffen zunächst die Verabreichung der 1. Dosis zu priorisieren. Aufgrund der „vorliegenden Evidenz“ hält es der JCVI für besser, zunächst an möglichst viele Personen in den Risikogruppen die 1. Dosis zu verabreichen, anstatt die erforderlichen 2 Dosen in so kurzer Zeit wie möglich bereitzustellen. Es heißt jedoch: „Jeder erhält weiterhin seine zweite Dosis und dies innerhalb von 12 Wochen nach der ersten.“ Die 2. Dosis sei vor allem „wichtig für einen längerfristigen Schutz“.

Die Ergebnisse der Phase-3-Studie mit der Vakzine waren am 8. Dezember im Lancet veröffentlicht worden. Sie hatten für einige Irritationen gesorgt: Gepoolt hatte der Oxford-Impfstoff ChAdOx1 nCoV-19, auch bekannt als AZD1222, einen 70,4%igen Schutz gegen SARS-CoV-2 gezeigt.

Gepoolt worden waren dabei die Daten aus 2 Gruppen: Bei Teilnehmern, die wie geplant 2 Standarddosen erhalten hatten, betrug die Wirksamkeit gegen COVID-19 nur 62,1%; dagegen lag sie bei Teilnehmern, die (wohl irrtümlich) eine 1. niedrigere Dosis gefolgt von der Standarddosis erhalten hatten, bei 90,0%. Welches Dosierungsschema nun für die Impfungen ab dem 4. Januar empfohlen wird, will die MHRA erst später bekannt geben.

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Catfish on the table

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Keine Auslieferung von Julian Assange an die USA
Der WikiLeaks-Gründer Julian Assange soll nicht an die USA ausgeliefert werden. Das entschied ein Londoner Gericht soeben und lehnte damit den US-Auslieferungsantrag ab. Dem 49-Jährigen hätten in Amerika im Fall einer Verurteilung bis zu 175 Jahre Haft gedroht. Die Richterin begründete ihre Entscheidung mit dem psychischen Gesundheitszustand Assanges und den Haftbedingungen, die ihn in den USA erwarten würden. Es sei damit zu rechnen, dass er sich in Isolationshaft das Leben nehmen werde. Eine Revision ist noch möglich.

Der Flüchtlingsrat Niedersachsen hatte gemeinsam mit dem Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein am 30. Januar 2020 Asyl für Assange in Deutschland gefordert. Der Forderung schlossen sich im Februar 2020 viele weitere Menschenrechtsorganisationen an. Auch die ehemalige Justizministerin Herta Däubler-Gmelin setzte sich dafür ein, Assange notfalls Asyl in Deutschland zu gewähren.

Der gebürtige Australier Assange hatte über seine Enthüllungsplattform WikiLeaks Hunderttausende geheime Dokumente über Kriegsverbrechen veröffentlicht. US-Ermittlern und westlichen Sicherheitskreisen gilt Assange damit als Staatsfeind. Um einer Auslieferung zu entgehen, hatte sich Assange in die Botschaft Ecuadors geflüchtet und dort sieben Jahre gelebt, bevor ihm 2019 das Asyl entzogen wurde. Er wurde festgenommen und kam in ein Londoner Hochsicherheitsgefängnis.

Der Rechtsstreit dürfte jedoch weitergehen, denn gegen die Entscheidung kann Berufung eingelegt werden. Nach einer weiteren Instanz könnte das Verfahren vor den britischen Supreme Court gehen und schließlich den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg beschäftigen.

Der Wikileaks-Gründer saß bereits seit rund eineinhalb Jahren im Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh im Südosten der britischen Hauptstadt in Einzelhaft, wo er nach Aussagen von Prof. Melzer, UN-Sonderberichterstatter über Folter, misshandelt wurde: „Er zeigt alle Symptome, die typisch sind für eine Person, die psychischer Folter ausgesetzt ist“, so Melzer. Er durfte nur sehr eingeschränkt Besuch empfangen, auch Telefonate nach draußen waren nicht unbegrenzt möglich.

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Sonntag, 3. Januar 2021
Schlimme Zeiten generieren schlimmes Verhalten
Die kognitiven Dissonanzen, die die Covid19-Pandemie bei zahllosen Menschen in Gang setzt führen zum Teil zu seltsamen Reaktionen, die aber dennoch erklärlich sind. Scheinbar sind disziplinierte Fügsamkeit auf der einen Seite und irrationale Bockigkeit bis hin zu Verschwörungsglauben auf der anderen Verhaltensweisen, die es überforderten Ichs in beiden Fällen einfacher machen, mit der Situation umzugehen als ein realistisches Erfassen der Situation. Hinzu kommt wohl eine Schwierigkeit im Umgang mit Komplexität, ja, eine Sehnsucht nach dem Einfachen. Die Mär von der herbeigeredeten Pandemie, dem großen Betrug und der Verschwörung aus Big Pharma, Politik, WHO und Bill Gates ist dann eine Komplexitätsreduktion mit der Stichsäge. In ihrer Schuldzuweisung auf einzelne Akteure als Hintermänner einer komplexen Krise ist die durchaus als strukturell antisemitisch zu bezeichnen. Parallelen zu den Brunnenvergifter-und Ritualmythen zur Zeit des Schwarzen Tods sind keinesfalls zufällig.

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Samstag, 2. Januar 2021
Dilettanten Olé!
Zum 15. Dezember wurden Impfzentren eingerichtet, am 11. Januar beginnt das Geimpfe. Gaststätten und Kleinbetriebe lässt man vor die Hunde gehen, aber Dax-Konzerne mit Milliardenreserven bekommen schnell und unbürokratisch Corona-Hilfe. Zur gleichen Zeit impft Israel über eine Million Leute. Und McWichtig Spahn hat einen eitlen Fernsehauftritt nach dem nächsten.

In Bremen gibt es 50.000 Impfdosen. Es ist eine Schande!

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Freitag, 1. Januar 2021
Störsender
Analoge Radios neigen dazu, irritierbar zu sein. Schnell kann sich eine Frequenz mit der anderen überlagen, es kommt zu Interferenzen, und die verursachen entweder ein Rauschen oder ein Wechseln von einem Sender zum anderen, ohne dass der Suchlauf betätigt wurde. Sitzt im Nachbarhaus ein CB-Funker mit nicht entstörtem Sender hört sich das so an:

"Wir präsentieren Ihnen heute ein sehr besonderes Rezept - keine Nouvelle Cuisine, sondern zwei Klassiker der großen Küche zweier verschiedener Länder gemeinsam zubereitet, als ein Gericht: Chateaubriand a`la Bourgogne und Saltimbocca alla Romana. Nun kommen wir zur aktuellen Lage im Südsudan. Der Bürgerkrieg ist erneut ausgebrochen, die Gefechte sind schon im vollen Gange.

An Zutaten benötigen wir:2 Rinderfiletstücke je 125 Gramm, Sauce Bearnaise, 2 Kalbsschnitzel, sehr dünn geschnitten
4 Scheibe/n
Parmaschinken, dünn
4 Blatt
Salbei, frisch
Salz und Pfeffer
3 EL Butter, zum Braten 50 ml
Weißwein 2 EL Butter, für die Sauce, etwas Tomatenmark und Chili, um aus der Sauce Bearnaise eine Art Sauce Choron zu zaubern

Auch ich muss eine Panzerweste tragen und mich in den Schutz der ägyptischen Blauhelme begeben. Man riet mir, auch privat eine Maschinenpistole zu tragen.

Butter in einer kleinen Schüssel über einem heißen Wasserbad langsam schmelzen, dabei nicht rühren. Fleisch waschen und trocken tupfen. Öl in einer beschichteten Pfanne erhitzen. Fleisch darin rundherum 3–4 Minuten anbraten.

Fleisch mit Salz und Pfeffer würzen, auf ein Backblech geben, mit Bratsatz übergießen und im vorgeheizten Backofen (E-Herd: 175 °C/ Umluft: 150 °C/ Gas: Stufe 2) 24–25 Minuten medium garen. Schalotten schälen und fein würfeln.

Pfefferkörner zerdrücken. Weißwein, Schalotten und Pfefferkörner in einem kleinen Topf um die Hälfte einkochen. Inzwischen Kerbel und Estragon, bis auf etwas zum Garnieren, waschen, trocken tupfen und Blätter von den Stielen zupfen um damit die gellenden Schmerzensschreie zu übertönen. Das alles ist auch für hartgesottene Kriegsberichtserstatter nur sehr schwer zu ertragen. Je die Hälfte der Blätter grob, die andere Hälfte fein hacken. Grob gehackte Kräuter mit der Weinreduktion verrühren. Topf vom Herd nehmen und abkühlen lassen. Fleisch aus dem Ofen nehmen, in Alufolie wickeln und an einem warmen Ort ruhen lassen.

Weinreduktion durch ein Sieb gießen. Eigelbe, Zitronensaft und Weinreduktion über einem warmen Wasserbad schaumig aufschlagen. Butter, bis auf die Molke, in eine andere Schale abgießen. Geklärte Butter unter kräftigem Rühren nach und nach zugeben, fein gehackte Kräuter unterheben, mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken. Dies übergießt man mit der Sauce, die noch immer aus den toten Leibern tropft. Nur mit Gasmaske und einem Schild ausgerüstet können sie sich weiterbewegen und die Soße nun in eine Schüssel füllen, mit übrigen Kräutern garnieren. Dazu schmecken gedünstete, in Butter geschwenkte Möhren.


Die Schnitzel mit je einer Scheibe Parmaschinken und einem Salbeiblatt belegen und mit einem Zahnstocher feststecken.

Die Schnitzel und die Rinderfiletstücke in 5 EL heißer Butter etwa 2 bis 3 Minuten von beiden Seiten goldbraun braten, herausnehmen, die untere Seite mit Salz und Pfeffer würzen, warm stellen.

Den Bratsatz mit dem Weißwein ablöschen und etwas einkochen lassen. 2 EL Butter mit dem Schneebesen unter die Sauce rühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Die Schnitzelchen mit der Sauce servieren. Dazu gibt es Rosmarinkartoffeln und einen Gartensalat.

Wir wünschen Bon Appetit/Buono Appetito

bis die Waffenstillstandsverhandlungen erneut aufgenommen werden."

Viel Spaß beim Nachkochen!

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Frohes Neues Jahr an alle!

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Mittwoch, 30. Dezember 2020
Was ist das eigentlich für ein "harter Lockdown"?
Bei dem es Staus im Harz gibt, weil die Leute alle zum Skilaufen fahren? Der Begriff Lockdown bedeutet eigentlich Ausgangssperre. Gäbe es eine solche, dürfte niemand die eigene Wohnung verlassen, außer für wichtige Einkäufe, und Polizei würde das überwachen. Im Verlauf der Coronakrise hat sich der Begriff Shutdown für eine Art Ausgangssperre light durchgesetzt - es werden Betriebe geschlossen, aber im Homeoffice weitergearbeitet, wo das nicht möglich ist, zum Beispiel in der produzierenden Industrie, wird Kurzarbeit eingeführt, außer zum, Einkaufen und dem Weg zur Arbeit werden die Leute angehalten, nicht unbedingt gezwungen zu Hause zu bleiben, es herrscht Reiseverbot - und der Begriff Lockdown bezeichnet neudeutsch eine wiederum aufgeweichte Form des Shutdowns. Ab November hatten wir einen Lockdown light, der neue sogenannte harte Lockdown der jetzt verhängt wurde ist weit softer als der Lockdown vom Frühjahr, wo selbst wandern verboten war. Begriffsverwirrung.....

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Dienstag, 29. Dezember 2020
Steigende Fallzahlen durch COVID-19: Triage könnte notwendig werden – Ärzte fordern klare gesetzliche Regelungen
Ute Eppinger, Medscape



Mehr als 5.000 COVID-19-Patienten sind derzeit auf deutschen Intensivstationen. Dabei werde es nicht bleiben, stellte Prof. Dr. Christian Karagiannidis auf einer virtuellen Pressekonferenz der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) klar [1]: „Sicher ist schon jetzt, dass die Zahl der COVID-19-Patienten auf den Intensivstationen weiter steigen wird – unabhängig davon, wie gut der Lockdown jetzt im Moment funktioniert.“ Denn bei steigenden Infektionszahlen nehme die Zahl der intensivpflichtigen COVID-19-Patienten erst mit zeitlicher Verzögerung zu.

Belastung von Intensivstationen bis in den Januar
Karagiannidis, er leitet an der Lungenklinik Köln-Merheim das ECMO-Zentrum und betreut das DIVI-Intensivregister, rechnet aufgrund eines von der DIVI erstellten Belastungsmodells mit mindestens 1.000 weiteren COVID-19-Patienten. Allerdings wurden in den Prognosen auch noch höhere Zahlen simuliert: „Wir hoffen sehr, dass wir nicht in die oberen Bereiche kommen“, so der Experte.

Eine „fortgesetzte Grenzsituation auf den Intensivstationen bis in den Januar hinein” sieht auch Prof. Dr. Uwe Janssens, Präsident der DIVI, sollten sich die Infektionszahlen weiterhin auf dem sehr hohen Niveau von derzeit deutlich über 25.000 Neuinfektionen pro Tag bewegen.

Ärzte hoffen, dass die Zahlen nach dem jetzigen Anstieg aufgrund des derzeitigen Lockdowns wieder sinken. Fest stehe aber, dass die Intensivmedizin jetzt noch einmal stärker belastet werde, so Janssens.

Sicher ist schon jetzt, dass die Zahl der COVID-19-Patienten auf den Intensivstationen weiter steigen wird – unabhängig davon, wie gut der Lockdown jetzt im Moment funktioniert. Prof. Dr. Christian Karagiannidis
Patienten mit COVID-19 sind aufwändiger zu versorgen als andere Patienten; sie erfordern mehr Personal. liegen aber auch deutlich länger auf den Intensivstationen als Patienten mit anderen beatmungspflichtigen Erkrankungen. Als Durchschnittswert nennt Prof. Dr. Stefan Kluge, Intensivmediziner am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), rund 18 Tage.

In Ausnahmefällen kann die Beatmung aber auch erheblich länger dauern. Kluge berichtet von 2 Patienten mit COVID-19, die in Hamburg mehr als 6 Monate beatmet werden mussten. Über die Hälfte der Intensivpatienten mit COVID-19 ist derzeit beatmungspflichtig. Janssens und Kluge bestätigen, dass sich die lange Beatmungszeit auch direkt auf das Weaning auswirkt: „Aufgrund des sehr langen Beatmungsverlaufs müssen wir auch mit einem gravierenden Anstieg der Langzeit-Entwöhnung rechnen.“

Spitze der COVID-19-Patienten Mitte/Ende Januar zu erwarten
Laut Karagiannidis wird die Spitze der COVID-19-Patienten auf Intensivstationen wohl erst Mitte/Ende Januar erreicht werden. Doch Ärzte müssen sich nicht nur auf mehr Patienten einstellen. „Wir haben auch das Problem, dass wir zunehmend Einschränkungen der Betriebssituation in den Kliniken haben“, sagt Karagiannidis. „Bis zu 700 Intensivstationen geben Einschränkungen beim Personal an.“

Die hohe Zahl von Intensivpatienten muss wahrscheinlich mit noch weniger Personal bewältigt werden, das – bei steigender Inzidenz – auch mehr und mehr selbst in Quarantäne muss oder erkrankt. „Für uns heißt das: Wir müssen schnellstmöglich das Krankenhauspersonal impfen, damit wir nicht zusätzlich noch durch eine SARS-CoV-2-Infektion unser Personal verlieren“, so Karagiannidis weiter.

Patienten verlegen nach dem „Kleeblatt-Prinzip“
Sowohl Janssens als auch Prof. Dr. Steffen Weber-Carstens von der Berliner Charité betonten, dass es momentan keine Triage-Situation gebe. „Aktuell können wir noch jeden einzelnen Patienten behandeln”, bestätigte Weber-Carstens.

Ermöglicht wird das durch umfangreiche Verlegungen von COVID-19-Patienten nach dem „Kleeblatt-Prinzip“. Mehrere Bundesländer bilden jeweils 1 von 5 Kleeblättern als eigene Planungseinheiten. Die beiden bevölkerungsreichsten Länder Bayern und Nordrhein-Westfalen sind ein eigenes Blatt.

Aktuell können wir noch jeden einzelnen Patienten behandeln. Prof. Dr. Steffen Weber-Carstens
Das Konzept dient dazu, überlastete Regionen und Krankenhäuser zu unterstützen, indem Patienten in eine andere Region verlegt werden. Es bewahrt Sachsen, wo die Infektionszahlen derzeit besonders hoch sind, vor einer Triage: COVID-19-Patienten werden in andere Bundesländer verlegt.

Die Sterblichkeit beatmeter Patienten lag in der 1. Welle im Frühjahr bei 50%. Konnte sie in der 2. Welle durch den Einsatz von Dexamethason etwas gesenkt werden? Karagiannidis betonte, dass erste verlässlichen Zahlen frühestens Mitte Januar vorlägen. „Meinem Gefühl nach ist es auch im Moment so, dass nicht weniger Intensivpatienten sterben, doch das ist eine sehr subjektive Einschätzung, wir müssen auf die Daten Mitte Januar warten.”


Gesetzliche Grundlage für den Fall der Triage notwendig
Auch wenn eine Triage derzeit nicht notwendig ist, machen Intensivmediziner deutlich, dass seine solche Situation eintreten könne. Alle beatmungsbedürftigen Patienten wiesen eine gleich hohe Dringlichkeit auf, betonte Janssens: „Ohne eine sofortige intensivmedizinische Behandlung würden sie sterben.“ Die Intensivmediziner haben sich vorbereitet und Ende März klinisch-ethische Handlungsempfehlungen für den Fall einer Triage vorgelegt. Das Dokument soll Ärzten und Pflegepersonal dabei helfen, zwischen den Patienten in Lebensgefahr zu priorisieren.

„Eine konsequente Orientierung an der jeweils aktuellen individuell abgeschätzten Erfolgsaussicht soll verhindern, dass Menschen mit hohem Alter, mit einer Behinderung oder mit einer chronischen Erkrankung von vornherein pauschal ausgeschlossen werden”, betonte Janssens.

Solche Entscheidungen müssten aber getroffen werden. Denn keine Entscheidung zu treffen, bedeute, dass alle Patienten sterben würden, betont Janssens. Die derzeit bestehende Rechtsunsicherheit für Ärzte sei gut zu ertragen; Entscheidungen seien „aus Sicht der Strafrechtler strafbewehrt und würde uns den Vorsatz der Tötung einbringen”.

Aus Sicht der DIVI müssen die Voraussetzungen für konsistente und gerechte Zuteilungsentscheidungen im gesamten Bundesgebiet geschaffen werden. Vorgeschlagene Lösungen wie „Wer zuerst kommt erhält die Ressource“ oder Entscheidungen per Losverfahren seien kaum zu ertragen. Janssens: „Wir hoffen, dass es zu einer guten gesetzlichen Regelung kommen wird“, sagt der Experte.

Meine jetzige Prognose wäre, dass der Lockdown nicht zum 10. Januar zu Ende sein wird, das kann den aktuellen Zahlen zufolge eigentlich nicht sein. Prof. Dr. Stefan Kluge
Kluge warnt davor, sich aufgrund von Antigen-Tests in zu großer Sicherheit zu wiegen. Er geht davon aus, dass die Einschränkungen im Januar nicht beendet werden können: „Meine jetzige Prognose wäre, dass der Lockdown nicht zum 10. Januar zu Ende sein wird, das kann den aktuellen Zahlen zufolge eigentlich nicht sein.“

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Wer wird zuerst geimpft?
Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut hat ihre Empfehlung zur Priorisierung von SARS-CoV-2-Impfungen veröffentlicht. Ihr Stufenplan für Impfungen im Überblick:

Stufe 1:

Bewohner von Senioren- und Altenpflegeheimen

Personen im Alter von ≥ 80 Jahren

Personal mit besonders hohem Expositionsrisiko in medizinischen Einrichtungen

Personal in medizinischen Einrichtungen mit engem Kontakt zu vulnerablen Gruppen

Pflegepersonal in der ambulanten und stationären

Andere Tätige in Senioren- und Altenpflegeheimen mit Kontakt zu den Bewohnern

Stufe 2:

Personen im Alter von ≥ 75-79 Jahren

Mitarbeiter im Gesundheitswesen mit hohem Expositionsrisiko

Personen mit einer Demenz oder geistigen Behinderung in Institutionen

Tätige in der ambulanten oder stationären Versorgung von Personen mit Demenz oder geistiger Behinderung

Personen mit Down-Syndrom (Trisomie 21)

Stufe 3:

Personen im Alter von ≥ 70-74 Jahren

Personen nach Organtransplantation

Personen mit Vorerkrankungen mit hohem Risiko

Bewohner und Mitarbeiter in Gemeinschaftsunterkünften

Enge Kontaktpersonen von Schwangeren

Enge Kontaktpersonen bzw. Pflegende von Personen mit hohem Risiko

Personal mit moderatem Expositionsrisiko in medizinischen Einrichtungen und in Positionen, die für die Aufrechterhaltung der Krankenhaus-Infrastruktur besonders relevant sind

Teilbereiche des öffentlichen Gesundheitsdiensts

Stufe 4:

Personen im Alter von ≥ 65-69 Jahren

Personen mit Vorerkrankungen mit moderat erhöhtem Risiko und deren engste Kontaktpersonen

Personal mit niedrigem Expositionsrisiko in medizinischen Einrichtungen

Lehrer

Erzieher

Personen mit prekären Arbeits- und/oder Lebensbedingungen

Stufe 5:

Personen im Alter von ≥ 60-64 Jahren

Mitarbeiter in Schlüsselpositionen der Landes- und Bundesregierungen

Mitarbeiter im Einzelhandel

Mitarbeiter zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit mit erhöhtem Expositionsrisiko

Berufsgruppen der kritischen Infrastruktur

Stufe 6:

Alle übrigen Personen im Alter von < 60 Jahren

Welche Impfstoffe werden in Deutschland verfügbar sein?
Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittelagentur EMA hat am 21. Dezember den Impfstoff BNT162b2 von Biontech/Pfizer für die Zulassung zur Anwendung bei Personen ab dem 16. Lebensjahr empfohlen. Damit können, wie von Gesundheitsminister Jens Spahn angekündigt, nach den Weihnachtsfeiertagen in Deutschland die Impfungen beginnen. Über den Kandidaten mRNA-1273 von Moderna will der CHMP am 6. Januar 2021 beratschlagen, bei Bedarf auch am 12. Januar 2021.

Hinzu kommen bei der EMA 2 fortlaufende Überprüfungen, sogenannte Rolling Reviews, und zwar für Vektorimpfstoffe der Pharmakonzerne AstraZeneca beziehungsweise Johnson & Johnson. Ziel dieser Strategie ist, Zulassungsanträge schneller zu bearbeiten.

Auch das deutsche Unternehmen Curevac hat am 14. Dezember 2020 laut Pressemeldung eine Phase-2b/3-Studie begonnen. Mehr als 35.000 Teilnehmer sollen eingeschlossen werden. Auch der Impfstoff-Kandidat CVnCoV des Unternehmens basiert auf der mRNA-Technologie.

Wer sollte derzeit nicht geimpft werden?
Gesundheitsbehörden aus Großbritannien raten nach 2 Fällen mit allergischen Reaktionen durch den Pfizer-BioNTech-Impfstoff, Patienten mit „signifikanten“ Allergien auf Medikamente oder Arzneimittel in der Vorgeschichte nicht zu impfen. Laut Impfstrategie befragen Ärzte des jeweiligen Impfzentrums in Deutschland alle Personen nach Allergien oder akuten Erkrankungen.

Das Robert Koch-Institut, Berlin, schreibt zum Thema Allergien:

Die Impfzentren bzw. die mobilen Teams müssen mit einer Notfallausstattung zur Behandlung anaphylaktischer Reaktionen ausgestattet sein.

Im Rahmen des Aufklärungsgesprächs soll eine allergische Disposition, auch bei Kosmetika, erfragt werden.

Bei bekannten Allergien gegenüber Inhaltsstoffen des COVID-19-Impfstoffs ist die Impfung kontraindiziert.

Sind früher allergische Reaktionen nach der Gabe von anderen Impfstoffen aufgetreten, soll die Nachbeobachtungszeit auf 30 Minuten verlängert werden

Bei anderen Allergien (ohne Anaphylaxie) in der Anamnese (Nahrungsmittel, Insektengift, Inhalationsallergien, Unverträglichkeit oraler Medikamente) kann die Impfung regulär erfolgen.

Ist eine anaphylaktische Reaktion nach Verabreichung der 1. Impfstoffdosis aufgetreten, sollte die 2. Impfstoffdosis nicht gegeben werden.

Zunächst werden nur Jugendliche ab 16 Jahren und Erwachsene geimpft. Für Kinder, Jugendliche unter 16 und Schwangere gibt es keine ausreichenden Daten. Erhebungen aus mehreren Ländern zeigen, dass die Prävalenz von SARS-CoV-2-Infektionen vor allem in der Gruppe bis 18 Jahren stark ansteigt, verglichen mit anderen Altersgruppen.

Bei einem Pressegespräch betonte Prof. Dr. Peter Kremsner, Direktor des Instituts für Tropenmedizin an der Eberhard Karls Universität Tübingen, zur Kontrolle der Pandemie und zur Eradikation des Virus sei es wichtig, auch Kinder und Jugendliche zu impfen. Er berichtete auch von einer geplanten Datenerhebung am Paul Ehrlich-Institut mit werdenden Müttern, die zum Zeitpunkt der Impfung nichts von ihrer Schwangerschaft wussten.

Ist nach einer Impfung endlich Schluss mit Masken-Tragen?
Auch nach einer Impfung raten Ärzte weiter zur „AHA+L“-Regel, und zwar aus mehreren Gründen: Die bislang veröffentlichten Protokolle sehen 2 Impfdosen vor. Erst nach 1-2 Wochen hat das Immunsystem den maximalen Schutz aufgebaut. Bis dahin besteht weiterhin das Risiko, sich zu infizieren. Der maximale Schutz wird etwa 10 Tage nach der 2. Impfung erreicht.

Hinzu kommt: Bislang weiß man nicht, ob die SARS-CoV-2-Vakzine auch die Übertragung des Virus auf gesunde, nicht geimpfte Menschen verhindert. Die „AHA+L“-Regel gilt dementsprechend auch für Geimpfte weiter.

Bei einem Pressegespräch verwies Prof. Dr. Peter Kremsner, Direktor des Instituts für Tropenmedizin an der Eberhard Karls Universität Tübingen, auf Ergebnisse aus Tierexperimenten mit Primaten. Diese ergaben, dass es zu einer Reduktion der Viruslast in den oberen Atemwegen und damit zu einer geringeren Ausscheidung von Viren nach einer Impfung komme. Ob sich die Daten auf Menschen übertragen ließen, sei unklar.

Welche Wirksamkeit ist für die verschiedenen Impfstoffe dokumentiert?
Zu den wichtigsten Vakzinen gibt es folgende Eckdaten:

mRNA-1273 von Moderna: 94,1% (2 Wochen nach der 2. Dosis (Phase-3-Studie)

BNT162b2 von Biontech/Pfizer: 95% (7 Tage nach der 2. Impfung; Phase-2/3-Studie)

AZD1222 von der Oxford University und von AstraZeneca: 90% (Dosisschema ½ Dosis plus 1 Dosis im Abstand von mindestens 1 Monat) bzw. 62% (Dosisschema 1 Dosis plus 1 Dosis im Abstand von mindestens 1 Monat). Hier handelt es sich um die Zwischenauswertung einer Phase-2-Studie. Diese Unterschiede lassen sich nicht erklären; eine weitere Studie ist geplant.

Curevac beginnt erst mit einer Phase-2b/3-Studie.

Wer übernimmt die Kosten für Impfungen?
Alle Personen, die ganz oder überwiegend in Deutschland leben, erhalten laut Bundesregierung Impfungen gegen SARS-CoV-2-Infektionen kostenlos. Ihr Versicherungsstatus spielt keine Rolle. Der Bund übernimmt alle Kosten für Impfstoffe, während die Länder die Kosten für den Betrieb der Impfzentren tragen. Daran sollen sich gesetzliche und private Krankenkassen beteiligen.

Die genauen Kosten der Impfstoffe für Deutschland sind unbekannt. Je nach Region und nach Hersteller bzw. Impfstofftyp ist mit 4 US-Dollar (ca. 4,80 Euro) bis 37 US-Dollar (ca. 44,80 Euro) pro Dosis zu rechnen. In der Regel werden 2 Dosen verimpft.

Eine belgische Politikerin hat aus Versehen Preise der Hersteller gepostet; ihr Tweet wurde mittlerweile gelöscht. Sie nennt pro Dosis für Moderna 18 US-Dollar (ca. 14,80 Euro), für Johnson & Johnson 8,50 US-Dollar (ca. 7,00 Euro), für BioNTech 12,00 Euro, für Curevac 10,00 Euro, für Sanofi 7,56 Euro und für AstraZeneca 1,78 Euro.

Wo kann man sich impfen lassen?
Impfungen finden zu Beginn in Impfzentren statt. In der Regel wird pro Landkreis bzw. kreisfreier Stadt ein Impfzentrum errichtet. Ausnahmen sind Großstädte: Dort kann es auch mehr als ein Zentrum geben. Bislang wurden 406 dieser Einrichtungen aufgebaut.

In Impfzentren arbeiten neben Ärzten auch andere Berufsgruppen. Dazu zählen medizinische Fachangestellte und Verwaltungsangestellte. Warum hat sich die Bundesregierung zu diesem ungewöhnlichen Schritt entschlossen? Das RKI nennt mehrere Gründe: Impfungen über Hausarzt-Praxen würden deutlich länger dauern. Und nicht jeder Niedergelassene hat Tiefkühlschränke. Die Vakzine von BioNTech muss bei -70°C bis -80°C aufbewahrt werden; der Impfstoff von Moderna benötigt -20°C als Lagertemperatur. Und nicht zuletzt erleichtern es Impfzentren, bestimmte Personengruppen laut geplanter STIKO-Empfehlung zu priorisieren.

In der Praxis wird es wohl 2 Wege geben, Termine zu vereinbaren – entweder über Terminservicestellen der KBV (Tel. 116 117) oder über niedergelassene Ärzte. Laut Entwurf einer Coronavirus-Impfverordnung (CoronaImpfV) fordert Gesundheitsminister Jens Spahn von Ärzten, Patienten die STIKO-Priorisierungen zu attestieren – für 5 Euro Aufwandsentschädigung. Sie sollen über ein System die entsprechenden Codes zur Terminvergabe auf Bescheinigungen drucken und alle Leistungen dokumentieren.

Neben Impfzentren wird es auch mobile Teams geben, die Alten- oder Pflegeheime besuchen.

Über 80-Jährige, die noch zu Hause leben, sollen von Kassenärztlichen Vereinigungen angeschrieben werden; die Daten kommen von den Pflegekassen. Sie erhalten Kontaktdaten von Impfzentren oder von mobilen Impfteams.

Ab wann auch niedergelassene Ärzte impfen sollen, ist ungewiss. Bei einer Informationsveranstaltung sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, er sei zuversichtlich, dass Herbst/Winter 2021/22 normaler liefen und man bis dahin die Möglichkeit habe, über die Praxen Millionen von Menschen zu impfen.

https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2020-12/corona-impfzentrum-deutschland-aktuell-impfung-karte

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Montag, 28. Dezember 2020
Von selbstgenäht bis High-Tech-Elektronik – wie gut ist Ihre Maske?
Während Multifunktionstücher, Schals und einfache Stoffmasken nur einen geringen Effekt haben, sind Stoffmasken mit mehreren Schichten bereits recht effektiv und chirurgische Masken bereits hochwirksam. Studien legen nahe, dass Masketragen insgesamt sogar effektiver ist als ein Lockdown.

https://www.nature.com/articles/s41591-020-0843-2#Sec2


FFP2- Masken und KN 95 - Masken filtern wie der Name sagt 95 Prozent der eingeatmeten Partikel. Nanofilter- und Nanosilbermasken versprechen laut Herstellerangaben sogar noch mehr, da Nanofasern so feinmaschig sind dass sie Viren nicht mehr hindurchlassen, zumindest Viren in der Größe von CV2. Allerdings gibt es Befürchtungen, dass Nanosilberpartikel aus der Maske in die Atemwege gelangen und dort selber Gesundheitsschäden verursachen könnten. Hierbei muss zwischen drei Maskentypen unterschieden werden: Nanofiltermasken aus Nanofasergewebe, Nanosilbermasken aus Mikrofasern mit Nanosilber- oder Silbernitratbedampfung und Nanosilberfiltermasken aus einem Nanosilbergewebe mit Stoffschichten darüber und darunter.



Diese Masken gelten nicht bei uns als Medizinprodukte, da sie in Europa bisher nicht getestet und zertifiziert wurden, wohl aber in Südkorea, wo die Technologie herkommt.


FFP2- und 3-Masken mit Ausatemventil schützen nur den Träger.

Inzwischen sind auch noch Masken mit einer aktiven elektrischen Ladung auf dem Markt, deren Effektivität im oberen Bereich liegen dürfte.

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Mit viel grünem Tee und Wasserlinsen-Shake: „Grüne” Mittelmeerkost in Studie kardiovaskulär besonders wirksam
Antje Sieb, Medscape


Eine Mittelmeerdiät mit weniger Fleisch, aber mit täglichem Wasserlinsen-Shake und mit viel grünem Tee, kann einige Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei übergewichtigen Männern möglicherweise stärker verringern als übliche mediterrane Diäten [1]. Das schreiben Wissenschaftler um Dr. Gal Tsaban von der Ben-Gurion University of the Negev, Israel, nach Auswertung der randomisierte DIRECT-PLUS-Studie.

Man hat in der Studiengruppe viele verschieden Veränderungen in der Ernährungsqualität, man kann das nicht auf ein Element zurückführen, das lässt das Studiendesign nicht zu. Dr. Stefan Kabisch
Man könne daraus nicht ableiten, dass Wasserlinsen ein neues Superfood darstellten, meint Dr. Stefan Kabisch vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) in Potsdam-Rehbrücke: „Man hat in der Studiengruppe viele verschieden Veränderungen in der Ernährungsqualität, man kann das nicht auf ein Element zurückführen, das lässt das Studiendesign nicht zu.”

Studie mit rund 300 Teilnehmern
Zu den Details: Die Wissenschaftler hatten ihre knapp 300 Teilnehmer, die durchschnittlich um die 50 Jahre alt waren, in 3 Gruppen eingeteilt. Sie sollten sich 6 Monate lang nach unterschiedlichen Regeln ernähren und zusätzlich Sport treiben.

Eine Gruppe, die sogenannte HDG-Gruppe (healthy diet guidance), bekam nur Tipps zur gesunden Ernährung.

Die beiden Mittelmeerkost-Gruppen mussten ein tägliches Kalorien-Limit einhalten. Sie erhielten spezielle Mahlzeiten und Rezepte nach Regeln der Mittelmeerdiät und zusätzlich täglich Walnüsse.

Die Gruppe mit „grüner” Mittelmeerkost hatte zusätzlich die Anweisung, mehrere Tassen grünen Tee am Tag zu trinken und ihren Fleischverzehr noch stärker zu reduzieren. Als Ausgleich erhielten Teilnehmer proteinreiche Shakes aus Wasserlinsen (Wolffia globosa).

Ursache der Gesundheitsvorteile unklar
Nach 6 Monaten zeigten sich deutliche Unterschiede beim Gewichtverlust. Während Teilnehmer der HDG-Gruppe ohne Kalorieneinschränkung im Schnitt 1,5 kg abgenommen hatten, waren es in der Mittelmeerkost-Gruppe 5,4 kg und in der Gruppe mit grüner Mittelmeerdiät 6,2 kg. Auch die Reduktion des Bauchumfangs war in beiden Mittelmeerkost-Gruppen mit 8,6 und 6,8 cm jeweils größer als in der HDG-Gruppe, deren Mitglieder im Schnitt nur 4,1 cm verloren.

Blutdruck und Blutwerte wie LDL, Nüchtern-Insulin oder C-reaktives Protein stellten sich besonders in der „grünen” Gruppe nach 6 Monaten signifikant vorteilhafter dar als in der HDG-Gruppe. Die Unterschiede zwischen der „grünen” und der normalen Mittelmeerkostgruppe waren allerdings nur in wenigen Punkten signifikant.

Was genau die Verbesserung bewirkt hat, ist allerdings schwierig zu sagen, da sich die Teilnehmer in der „grünen” Mittelmeerkostgruppe einerseits in mehreren Aspekten anders ernährt, aber auch mehr Gewicht verloren hatten. „Wenn ich einerseits die Qualität und andererseits die Quantität der Ernährung ändere, dann kann das dazu führen, dass ich eine Gewichtsreduktion habe, die alle anderen Effekte stark überstrahlt“, erläutert Kabitsch.

Wenn ich einerseits die Qualität und andererseits die Quantität der Ernährung ändere, dann kann das dazu führen, dass ich eine Gewichtsreduktion habe, die alle anderen Effekte stark überstrahlt. Dr. Stefan Kabisch

Zusätzlich zu Wasserlinsenshakes und grünem Tee hatte die „grüne” Mittelmeergruppe im Laufe der 6 Studienmonate auch mehr Fisch und weniger Fleisch gegessen. Ihre Ernährung hatte sich also in diversen Punkten verändert.

Studie unter besonderen Bedingungen
Ungewöhnlich an der Studie ist das Setting, in der sie stattfindet: Wissenschaftler hatten Angestellte eines Kernforschungszentrums in der Negev-Wüste rekrutiert. Die isolierte Lage der Einrichtung habe Vorteile, erklärt Prof. Dr. Matthias Blüher von der Universität Leipzig, der ebenfalls an der Studie beteiligt war. „Die Teilnehmer wurden zwar nicht kontrolliert ernährt, aber man konnte besser überprüfen, was tatsächlich gegessen wurde.”

Ein Teil der Mahlzeiten für die Mittelmeerkost-Gruppen wurde komplett zur Verfügung gestellt. Doch dieses Vorgehen habe auch einen Nachteil, erklärt Kabisch. Denn es handele sich um ein „künstliches Design“ das sich auf „frei lebende“ Menschen nicht so gut übertragen lasse.

Die Rekrutierung von Probanden im Kernforschungszentrum erklärt auch ein weiteres Detail. Während bei Ernährungsstudien oft Frauen in der Überzahl sind, nahmen an der vorliegenden Studie zu 88% Männer teil, weil sie an diesem Arbeitsplatz deutlich stärker vertreten waren. Die Ergebnisse ließen sich daher auch nicht unbedingt auf Frauen übertragen, schreiben die Autoren.

Sie vermuten für Männer allerdings, dass eine Mittelmeerkost mit Fleischreduktion und dafür mehr pflanzlichem Protein kardiovaskuläre Risikofaktoren zusätzlich verbessern könnte. Kabisch ist allerdings skeptisch, ob die Studie diese Schlüsse tatsächlich zulässt. Es sei z. B. unklar, welche Ergebnisse auf einzelne Ernährungsfaktoren und welche auf den erreichten Gewichtsverlust zurückzuführen seien.

Interessant könne in diesem Zusammenhang eine Weiterbeobachtung der Teilnehmer sein, sagt der Berliner Wissenschaftler: „Dann wird es spannend, bei welchem Gewicht landen die Teilnehmer am Ende der Beobachtungsphase, und gibt es dann noch Unterschiede im Stoffwechsel.” Da die DIRECT-PLUS Studie insgesamt über eine Laufzeit von 18 Monaten geplant ist, könnte sie diese Fragen möglicherweise beantworten.

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