Montag, 13. September 2010
Jetzt setzt Ulfkotte auch noch einen drauf
Da sollte jetzt langsam aber wirklich mal die Antifa aktiv werden. Unglaublich, sowas.


http://www.news.de/politik/855072805/migranten-sind-wohlstandsvernichter/1/


Dagegen sagen seriöse Wirtschaftsdaten das Gegenteil. Hat eigentlich irgendeiner dieser Zausel wie Sarrazin, Ulfkotte, Heinsohn schon jemals direkt im Sinn kapitalistischer Produktivität Werte geschaffen?

http://www.faz.net/s/Rub0E9EEF84AC1E4A389A8DC6C23161FE44/Doc~E07180AB8206846638F075194A0AA0CFE~ATpl~Ecommon~Sspezial.html

http://www.tagesspiegel.de/meinung/andere-meinung/einwanderer-steigern-unseren-wohlstand/1901700.html

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Ich vermisse das Wort "Volksschädlinge".

Wird man ja doch wohl noch sagen dürfen, oder?

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Ich vermisse das Wort "gelbe asiatische Horden".

Linksgrüne Denkverbote sind nun wirklich nicht hilfreich.

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edit, weil: im angeschickerten Zustand geschrieben

Sarrazin, Heinsohn und Ulfkotte multiplizieren bloß aus, was Hein Durchschnitt immer schon "wusste", und sie bemerken es: Koch Strauss, Merkel, Steinmeier...sie alle sind rassistisch so, wie Sarrazin es ist. Wenn mir jemand erklären möchte, sein Anliegen sei es, Sarrazin ZUGUNSTEN der Merkels abzuservieren, so sei schallendes Gelächter unsere Antwort. Die Sarrazin-Debatte ist eine Innerbürgerliche.

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Das war die Schallmeyer-Debatte auch schon.

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Protoeliminatorischer Antipauperismus
@ Willkommenheit

Dazu kann sich hier eigentlich nur Che äußern. Erkennbar ist jedenfalls, dass du hier nicht gelöscht wirst. Falls du fragst wie ich es sehe: Erstens: Willkommen. Zweitens: Man sollte feindselige Einzelmeinungen niemals überbewerten. Außerdem könnte man prüfen, ob es eine Problemquelle gibt, bzw. ein problemstiftendes Muster - und inwieweit dies für bestimmte Konfliktverläufe bereits einschlägig bekannt ist. Was mich betrifft: Abgesehen von ideologischen Gegnern und einer einzelnen Einzelperson, komme ich eigentlich mit sehr vielen Leuten anständig aus. Trotzdem sehe ich bei mir so allerhand problematische Verhaltensweisen, und ich bin dafür dankbar, dass mir (auch hier) dafür die Augen geöffnet wurde. Bei dir sehe ich am Verhalten allerdings nichts, was ich kritisieren könnte. Außern vielleicht das Beleidigtsein (wg. bestimmter Konflikte der Vergangenheit) - aber das ist menschlich, verständlich.

(ich mache darum so viele Worte, weil ich derartige Punkte für sehr bedeutsam halte - geht es hier schließlich auch um das Wohlbefinden der Beteiligten)

@ innerbürgerlicher Streit

Man kann natürlich gewisse Vorläufer und Ähnlichkeiten innerhalb des bürgerlichen Lagers sehen, gedankliche Entwicklungslinien, ideologische Unterströmungen usw.

Aber ein derartig offen eugenischer und zugleich armenverächtlicher Mistdreck, wie ihn Sarrazin vom Stapel gelassen hat, ist doch weitgehend eine Novität, und zwar in Hinblick auf die gesamtgesellschaftliche Debatte, die er ausgelöst hat.

Heinsohn war schon immer ein wunderlicher Vogel - und hat vieles von dem, was Sarraz an Lügen und Fälschungen herumtrötet, bereits vorweg genommen. Aber er galt auch - innerhalb des bürgerlichen Lagers - als wunderlicher Vogel.

Sarraz streitet auch nicht innerhalb der Bürgerlichen (wie man es z.B. bei Sloterdijk sagen könnte), sondern eigentlich gegen alle.

Ich bitte aber um Wahrung der Perspektive: Die Radikalität von Sarraz wird (hoffe und glaube ich) die Ausnahme bleiben. Und abgesehen von ein paar Vollidioten, die seinen "Lesungen" hinterher reisen, um ihn als ankünftigen Messias zu feiern, ist den meisten Deutschen bislang verborgen geblieben, dass Sarraz im Kern die eugenische Auslöschung bzw. Eindämmung derjenigen gefordert hat, die nicht ausreichend wohlhabend sind.

Es ist so ungeheuerlich, was Sarraz für richtig und darüber hinaus "wissenschaftlich erforderlich" hält, dass sogar die meisten der bürgerlichen Sarraz-Verteidiger nicht kapiert haben, was sie da genau verteidigen.

Sehr bemerkenswert fand ich, dass in der öffentlichen Debatte die Linkspartei ausgesperrt wurde. Ich hätte es sehr gerne gesehen, wenn Sarraz und Sarah sich gegenüber gesessen hätten.

Im Fall von Sarraz glaube ich überdies noch an die heilende Kraft fauler Tomanten. Ich würde hier ein großzügig angelegtes Experiment zur Untermauerung dieser wissenschaftlichen These befürworten, und sofern der Sarraz-Zirkus in meiner Nähe ist, auch mit staatsbürgerlichem Eifer unterstützen.

Für den Fortschritt! Für die Heilkraft fauler Tomaten!

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und der Senf von Herrn Aly: http://syndikalismus.wordpress.com/2010/09/14/eugenik-juden-und-die-spd-von-gotz-aly-historiker/

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Hartmut, Du bist hier hochwillkommen. Die Kritik an Dir galt der Einnahme einer bestimmten Haltung in einer bestimmten Diskussionssituation, aber doch nicht Dir als Mensch in einem identitären Sinne.

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Und verstehst Du jetzt, als ich zu einer seinerzeitigen Annahme, Sarrazin vertrete einen völlig neuen Sozialdarwinismus meinte, nein, das sei schlicht das alte Original?

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Letztendlich läuft die Annahme Sarrazins, dass sich schlecht gebildete und "erblich minderintelligente" MigrantInnen zu sehr und gebildete Deutsche zu wenig vermehrten in der Konsequenz auf Sterilisierung langzeitarbeitsloser MigrantInnen geringer Bildung hinaus.

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Vor der Sterilisationsdebatte wird sicher noch was anderes kommen: Die Organmafia.
Überall dort, wo das Kapital Menschen verelenden lässt, geht es auch recht schnell zum ausschlachten. Warum aus Indien oder China importieren, wenn es hierzulande mitlerweile genug Reserven gibt?

Schon 2006 hat ein gewisser Herr Oberender, immerhin Uni-Volkswirt, ganz offen gesagt: "Wenn jemand existenziell bedroht ist, weil er nicht genug Geld hat, um den Lebensunterhalt seiner Familie zu finanzieren, muss er meiner Meinung nach die Möglichkeit zu einem geregelten Verkauf von Organen haben."
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/577008/

Das wird, denke ich, mit unserem Volk recht schnell zu realisieren sein. Weihnachten für die Oberschicht!

Sterilisation kommt sicher auch, aber da ist noch zuviel an Gesetzeslage vor. Das kann Jahre dauern. Vielleicht kann man sich ja Rechtsauskunft bei Dr Scheuerl holen? http://www.mopo.de/2010/20100914/hamburg/panorama/dr_scheuerl_anwalt_der_ausbeuter.html

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Na, das mit dem Scheuerl passt ja wie Faust in Fresse. Ansonsten gilt immer noch: Wer zwei gesunde Nieren hat, mache eine zu Geld und leiste sich ein Titanic-Abo!

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che, ich war gestern abend etwas angeschickert. das problem bleibt allerdings: wie kommuniziert die linke untereinander? Ist diese Form polit-moralischer Sauberkeitskontrolle und Sauberkeitsdressur wirklich angemessen? Geht jetzt nicht um "Linke", die "privat die Schwulen und die Juden nicht mögen" und Frauen zur Verfügungsmasse degradieren, über die müssen wir nicht reden.

ich war (und bin) sauer, aber Ernst nehmen - sorry - konnte ich die Vorwürfe beim besten Willen nicht. (Bei Sozialdemokratismus musste ich regelrecht kichern.)

habe in folge der debatte eine woche lang in Hegels Herrschaft/Knechtschaft-Kapitel gelesen, Notizen gemacht, mir die Wiss.d.Logik wieder vorgenommen, meine Versuche (Anke Thyen kichert, glaube ich, heute noch), Hegels Logik analytisch zu rekonstruieren...mal sehen, ob das was wird. Entscheidende Frage: Wie reden der Herr, der kein Herr mehr sein will, und der Knecht, der kein Knecht mehr sein will, miteinander? Zitat aus meinen Notizen: "Was macht der Herr, der keiner sein will? Den (Ex?)-Knecht begönnern? Geht nicht. Den (Ex?)-Knecht einfach im to-do-as-if-Verfahren abstrakt gleich behandeln, seine reale und konkrete Benachteiligung also verleugnen? Geht auch nicht. Dergleichen heißt denn wohl Zwickmühle. Was macht der Knecht, der keiner mehr sein will? Mit dem Herrn von gleich zu gleich verkehren? Sie sind nicht gleich. Den Herrn als Herrn angreifen, unabhängig davon, ob der Herr überhaupt Herr sein will? Das würde bedeuten: Der derzeitige Herr kann tun was er will – er ist anzugreifen und auszuschalten. D.h.: Der Knecht machte sich virtuell zum Herrn, übernähme im Erfolgsfall die Herr-Knecht-Struktur als neuer Herr." Also, da bricht im Zweifelsfall die Kommunikation zusammen...

ist jetzt hier nicht Thema.

Zu Sarrazin: Eben drum nannte ich es ja "also doch Rassist". Im lettre-Interview war er noch vorsichtiger, hat den Schritt zur Genetik noch nicht vollzogen.

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Da ich ja gerade indirekt angesprochen werde, auch wenn der "Sozialdemokratismus" nicht von mir kam, und ich antworte ausdrücklich auf Hartmut, den ich als Blogger und Kontroversen aushaltendes Gegenüber sehr schätze, und nicht auf Dean: Ist rhetorisch ungeschickt, das zu schreiben, aber gerade das "Nicht ernst nehmen" treibt zumindest mich zu Kommunikationsabbrüchen und verschärfter Angriffslust zugleich, weil es so einfach nicht ist, "devianten" Wahrnehmungen überhaupt Geltung zu verschaffen. Was ja unmittelbar zu Sarrazin und Konsorten überleitet: Wenn die eh alle ein bißchen blöd sind, gilt deren Wahrnehmung halt auch nix, die der "anatolischen Schmarotzerbauern" (und, versteh mich bitte nicht falsch, Hartmut, diese Perspektive will ich Dir ausdrücklich NICHT rüber schieben).

Das "Herr und Knecht"-Kapitel bildet da schon eine mögliche Antwort; ich glaube aber gar nicht, daß die "Zwickmühle" nun der Weisheit letzter Schluß ist. Sondern zuhören. Dem Anderen seine Perspektive erst mal zugestehen, ohne gleich auf irgendwelche allgemeinen Zustände oder Abwehr zu gehen.

Und ob Du's glaubst oder nicht: Das war mir schon klar, daß und was Dich da verletzen würde. Das erleben meine schwarzen Freunde in ihrer Antira-Arbeit auch extrem häufig, daß man an diesen Punkt gerät, habe ich auch heftigst mit ihnen erlebt, ganz ähnlich verletzt wie Du neulich - aber komm, genau daraus kann man doch lernen, wenn es um linke Perspektiven geht.

Das ist doch auch bei all den Diskussionen im Sarrazin-Gefolge die Pointe: ÜBER Andere reden gilt nicht, so weit es das Allgemein-Politische betrifft, persönliche Differenzen mal außen vor gelassen. Deshalb ja die Antworten Jessica Benjamins, Axel Honneths usw. auf "Herr und Knecht". Sich dann auf die Zwickmühle zurück ziehen lässt doch auch nur alles, wie es ist.

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Hi Momo

Zitat:

"Und ob Du's glaubst oder nicht: Das war mir schon klar, daß und was Dich da verletzen würde. Das erleben meine schwarzen Freunde in ihrer Antira-Arbeit auch extrem häufig, daß man an diesen Punkt gerät, habe ich auch heftigst mit ihnen erlebt, ganz ähnlich verletzt wie Du neulich - aber komm, genau daraus kann man doch lernen, wenn es um linke Perspektiven geht."

Nun, so war es ja auch gemeint, als ich mich hinter meine alten Hegel-Notizen klemmte.

Übrigens: Ja, "indirekt" warst Du angesprochen, war es natürlich netbitch auch, und noch einige andere. Ich meine das jetzt MEINERSEITS nicht böse (wenn ich Euch für "böse" hielte, würde ich mich hier mit einem inneren Mittelfinger französisch empfehlen!): Aber es ist eben ein Problem der Unterredung. Und es ist nicht neu für mich. Solche Erfahrungen haben mich die lebensweltlichen Kontakte zur linken Szene immer etwas auf Distanz halten lassen, das sage ich ganz offen. Wie damit umgehen? Ich weiß es auch nicht. Habe mit sehr großem Interesse die restaurierte Fassung von Langs "Metropolis" gesehen. Der Mittler zwischen Hand und Hirn! Oh Gott, wie peinlich! Und doch...und doch...und doch... also: Es wäre dies Problem eine eigene Debatte Wert. Ich will keine Schwuppen-Begönnerung. Aber dass ich im Sexuellen und Erotischen eine libertäre Haltung einnehme - sorry, DAS muss man mir abnehmen. Zumal es ja nicht um Verdienste geht. KEIN Schwulenhasser zu sein, ist ja nichts Verdienstliches (yep, ich lese Kant! ;-) ), sondern die allerbasalste Selbstverständlichkeit! Ich schäme mich ja, es zu bekunden. Ach, 2 und 2 sind wirklich 4? (Für die hier mitlesenden Mathematiker: Ja, ich weiß, dass 2 und 2 lediglich unter Einschränkungen 4 sind! Und ich weiß auch, dass Ihr wisst, wie ich das beispiel gemeint habe...)

nebenbei: Mich würde händeringend interessieren, was Du von meiner Klammer/meinem Update hälst. http://kritik-und-kunst.blog.de/2010/09/14/boese-immer-ueberall-9379307/

nebenbei II: Schreib mich doch bitte privat an. Mail steht im Impressum meines blogs.

ganz liebe Grüße

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Das muss man erst einmal können.
Hartmut, alle politische Diskussion (okay: nur fast alle) ist im Kern ein Besserwissergeschäft - das gilt verschärft dann, wenn politische Ideologie im Spiel ist.

Aus dem Drang sein (vermeintliches) Besserwissen in der politischen Diskussion obsiegen zu lassen, geschehen die verrücktesten Sachen.

(nur ein kleines Beispiel: In meinem Hobbyforum gibt es eine Polit-Ecke. Und genau dort kommt es dann vor, dass Leute, die sonst bestens miteinander klar kommen, aufeinander los gehen und die Meinung - bzw. sogar das Sein - des Anderen nicht aushalten können)

Wer klug ist (ich arbeite noch daran...;-) ) vermeidet es, andere zu verletzen (eigentlich immer unnötig) und ist in der Lage auch einen anderen Standpunkt oder eine andere Lebensweise u.ä. gelten zu lassen.

Aber meine Eignung, auf diesem Gebiet Ratschläge zu geben, würde ich als "leicht unterdurchschnittlich" einschätzen - und umgekehrt (mit gelegentlichen Abstrichen) ist das Beispiel von Che, seine Umgänglichkeit, ein gutes Vorbild.

Das muss man erst einmal können. Aber schon der Wille dazu: Das wäre etwas, wo es in der extremen Linken (und eigentlich überhaupt: bei sehr vielen linken Kreisen) schlimme Defizite gibt.

Schon ulkig, manchmal jedenfalls, wie der gemeinsame Wunsch nach einer besseren Welt im konkreten Umgang miteinander das genaue Gegenteil fürchten lässt...

Hartmut: Es liegt imho nicht an dir. Das politische Diskussionsgewässer ist, leider, von jeher trüb, betrübend und leicht giftig.

...lässt sich imho auch in der Antike feststellen, bei den Freunden und Feinden Hegels oder Kants, ach - und überhaupt. Immerhin ist nicht jeder, dem man politbloggend über den Weg läuft, einer wie Sarrazin, oder sonstwie ein klassischer Streitauslöser - zu denen man evtl. auch mich zählen könnte - der politische Streit ist vermutlich sowas wie eine Menschheitskonstante. Und leider auch der persönliche Hassel in diesem Bereich, jedenfalls von Zeit zu Zeit

@ Momorulez

Ich wollte keine Antwort von dir. Ziehe du ruhig deine Kreise. Es ist mir gleichgültig. Bleib bzw. werde glücklich. Mach wie du denkst.

Ciao!

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Hi

Zitat:

"Hartmut, alle politische Diskussion (okay: nur fast alle) ist im Kern ein Besserwissergeschäft "

Tja. So ganz naiv bin ich nicht, obwohl... ;-)

Also, das ist mir schon klar. Aber ich erhoffe mir immer noch eine Diskussionskultur, wo es ohne "Verlierer" geht.

edit: äh, Momo hat mir geantwortet, nicht Dir. Und was hat er Dir getan? Habs nicht mitbekommen. Aber ich finds schade, ganz generell. BILD muss gar nix tun. Das Selbstzerfleischen, das übernehmen wir schon ganz allein...

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@Hartmut:

Ich maile Dich heute im Laufe des Tages an! Und lese Deinen Text noch mal in Ruhe durch; was ich gestern gelese habe, gefiel mir schon mal prima ;-)

Und, nun auch irgendwie vollblöd, weil das so wirkt, als würde ich irgendwie Absolution erteilen können wollen: Ich nehme Dir Deine libertäre Haltung vollkommen ab. Ich käme auch nicht auf Idee, daß Du Schwulenbegönnerung wollen würdest.

Das, was Du zur "Selbstzerfleischung" schreibst, sehe ich allerdings im Generellen, nicht im Konkreten Dich oder die meisten hier betreffend, anders. Komischerweise auch wieder analog zu meinen Freunden vom "Braunen Mob". Gerade, was Fragen wie Sexismus, Homophobie und Rassismus betrifft, ist das linksliberale Spektrum mittlerweile oft genau so ignorant wie Leute weiter rechts. Was man z.B. in DIE ZEIT, der taz liest, aber auch im Umfeld des FC St. Pauli so alles erlebt, das ist schon erschütternd. Also jetzt weniger bei den Theoriefressern, sondern bei den, wie soll man es nennen, "Alltagslinken". Deswegen neige ich ja gelegentlich zur Überdosierung des Gegenangriffs. Weil das alles ja was mit einem macht, worauf man sich da ständig zu beziehen hat. Kaum diskutiert man Querelle, kommt jemand um die Ecke und pathologisiert heterosexuelle Frauen, die sich freiwillig in die passive SM-Rolle begeben vor dem Hintergrund von Pilcher-Fantasien. Da ist doch sehr viel sehr seltsame Volkshochschule unterwegs, die sich vor allem durch das Ausklammern realer, gesellschaftlicher Machtverhältnisse auszeichnet. Indem jene Symetrie, die normativ geboten ist, als faktisch gegeben behauptet wird. Und das macht irre auf Dauer.

Ich fand ja, zurück zum Thema, deshalb diesen "Muslimifizierungstext" in DIE ZEIT so grandios, weil der ausführt, was diese allgegenwärtigen Zuschreibungen mit einem machen, wenn man anfängt, sich zu ihnen zu verhalten. Wie die einen verändern, auf das Sich-zu-sich-und-seinem-zu-sein-Verhalten (Tugendhat) einwirken. Das war da schon klasse ausgearbeitet.

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Erziehungspraktiken - und nicht "die Muslime"
@ Che

Der zauselige Hobby-Eugeniker mit Bildungsdefizit meint ja nicht allein Migranten bzw. deren Nachkommen, sondern im Grunde genommen alle, die unterhalb einer bestimmten Einkommenshöhe liegen.

Aber du hast natürlich auch recht: Er meint in erster Linie Migranten, und dort wiederum in erster Linie Muslime.

Wollte man auf Sarraz eingehen (was einerseits schon etwas idiotisch ist in Hinblick auf die Qualität seines Diskussionsbeitrages, andererseits vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Debatte unausweichlich ist, imho), so könnte man vielleicht tatsächlich problematisieren, dass rigorose Formen von Religionsausübung, also auch ein Hardcore-Islam, problematisch sind - sowohl für die betroffenen Migranten, als auch für die Gesellschaft, und sei es, man betrachtet hier allein das unverhältnismäßig aufgeblasene Thema Gewaltkriminalität.

(was ja im Grunde genommen ein reaktionärer und auf Diffamierung zielender Diskurs wäre)

Zunächst scheint der Befund einfach zu sein: rigorose christliche Religionsausübung ist deutlich weniger mit Gewalttätigkeit verbunden. Je rigoroser die Religionsausübung in muslimischen Haushalten ist, umso häufiger zeigen sich bei den dort aufwachsenden Jugendlichen Probleme bis hin zu Gewaltkriminalität. Könnte an dieser Stelle also stimmen, was Sarraz behauptet?

Zugleich sieht man aber an dieser Argumentation von Sarraz, dass er eben sozial blind ist. Vollblind. Schaut man nämlich genauer hin, dann findet man, dass fast 50 Prozent der Kinder, die aus rigoros-muslimischen Haushalten stammen, regelmäßig häuslicher Gewalt ausgesetzt sind. DAS ist die Quelle der Gewalt. Das ist aber weniger eine Frage der Religion (die im Fall des Koran zu Mäßigung und liebevollen Umgang innerhalb der Familie aufruft), sondern (das lässt sich nachweisen) eine Frage der sozialen Herkunft - und der damit verbundenen Erziehungspraktiken. Teils wird die Problematik rückständiger Erziehungspraktiken durch importierte muslimische Prediger, die Gewalt gegen Kinder rechtfertigen, verstärkt.

Das Problem ist also: Erziehung und Erziehungspraktiken. Gewalt in der Erziehung.

Das Problem sind aber eben nicht "die" Muslime, wie Hetzer-Thilo zu propagieren sucht. Und man täusche sich nicht: Es gibt eine große Reihe aufgeschlossener muslimischer Prediger. Wer Muslime ausgrenzt und deren Prediger ausgrenzt, wie z.B. der Hetzer Sarraz, der verschärft reale Probleme. Zu erinnern ist auch an die oft gewaltorientierten Erziehungspraktiken noch der 50er Jahre in unserem Land. Auch hier hat es erst einen längeren Diskussionprozess gebraucht (angestoßen und voran getrieben von den Linken), damit Kinder heute gewaltloser aufwachsen können.

@ Entdinglichung

Der "Beitrag" von Götz Aly war, wie so oft in letzter Zeit, vor allem unsachlich. Natürlich stimmt es, dass eugenische Strömungen und Vorstellungen Teil der Gesellschaft der 20er Jahre waren, teils auch in der SPD von damals.

Das hat aber nun rein garnichts mit Gabriel zu tun oder damit, dass es falsch sei, den unsäglichen Sarraz aus der Partei zu werfen.

Götz Aly ist verlogen. Er wirft in seinem Hass gegen alle Linken, gegen die 68er und gegen die Sozialdemokratie mit politischen Dreck um sich. Er tut so, als folge Sarrazin einer alten SPD-Tradition, die bis heute Gültigkeit habe.

Als Historiker ist Götz Aly heute nur noch ein Clown.

@ tuc

Oberender hatte seinerzeit, wenn ich mich richtig entsinne, für seine absurde Position sogar Unterstützung aus dem INSM-Umfeld, z.B. Raffelhüschen & Co. Schwarzgeld kann man viel Übles zutrauen - aber Aber Organverkauf: Das trauen sie sich nicht.

P.S.
Richtig schlimm: Die Pilcher-Hete problematisiert sexuelle Gewalt gegen Frauen. Was erlaubt sich dieser Typ? ;-)

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@"Der zauselige Hobby-Eugeniker mit Bildungsdefizit meint ja nicht allein Migranten bzw. deren Nachkommen, sondern im Grunde genommen alle, die unterhalb einer bestimmten Einkommenshöhe liegen.

Aber du hast natürlich auch recht: Er meint in erster Linie Migranten, und dort wiederum in erster Linie Muslime." ---- Das war bei der klassischen Rassenhygiene nicht anders. Außer Schwarzen, "Mischlingen", Sinti und Roma und erst relativ spät Juden hatte man Behinderte und "Asoziale" im Visier. Darunter fielen besonders kinderreiche Familien unter den Armen ebenso wie Alkis und sonstige Drogenabhängige, Landstreicher, Bettler, Wiederholungskriminelle (der italienische Psychiater und Anthropologe Cesare Lombroso hatte da die Instrumente geliefert, man erkannte den "geborenen Verbrecher" an fliehender Stirn, fliehendem Kinn, angewachsene Ohrläppchen und Darwinschem Höcker, das wurden dann Selektionsmerkmale im KZ), Fahrendes Volk, Lesben und jazztanzende Jugendbanden. Alles reaktivierbar.


Btw. Tatsächlich erkennt man den Kriminellen am fliehenden Gang.

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Was Aly da oben sagt ist inhaltlich so falsch nicht. In der Weimarer Zeit war die Rassenhygiene breiter gesellschaftlicher Konsens, selbst die Innere Mission war dafür. Und Aly selbst hat Bahnbrechendes zur historischen Aufarbeitung dieser Zusammenhänge geleistet. Meine eigenen Forschungen wären ohne ihn nicht denkbar. Die Frage ist, was er mit dem Gesagtenbezweckt. Geschähe es, um Sarrazin gegen Gabriel zu verteidigen wäre es unglaublich perfide. Das kann ich an dem Beitrag aber nicht sehen. Was ich sehe ist, dass er in einem extrem linken Medium erscheint, auf einer anarchosyndikalistischen Webseite (also in relativer Nähe zu meiner eigenen politischen Verortung). Von Dreck um sich werfen in Hass gegen alle Linken kann imho an dieser Stelle eigentlich nicht die Rede sein, eher davon, der SPD den Spiegel unter die Nase zu halten.

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wobei der Artikel von Aly zuerst in der Berliner Zeitung erschienen ist und schon in Alys momentane Strategie hereinpasst ... denke, dass den GenossInnen von Syndikalismus.tk nicht bewusst war, was Aly in den letzten Jahren sonst noch so verbraten hat ... und was Aly da mit den Mehring-Zitaten macht ist vor dem Hintergrund des aktiven Kampfes der Sozialdemokratie gegen die antisemitische "Berliner Bewegung" schon einigermassen perfide

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Das lässt die Sache natürlich in einem völlig anderen Licht erscheinen.

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Der "Spiegel", den Aly der SPD vorhält, hat imho nichts mit Gabriels Kritik an Sarraz und auch nichts mit dem geplanten Ausschluss des Hobby-Eugenikers aus der SPD zu tun. Beides ist richtig. Aly tut aber so, als würde er die SPD entlarven.

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