Sonntag, 3. April 2016
Der Opa
Ostern hatten wir im Kreis der ganzen Familie gefeiert, ähnlich festlich und aufwendig wie Weihnachten. Ziemlich im Mittelpunkt stand dabei mein Vater, der Opa, wie ihn die Familie unabhängig vom eigenen Verwandtschaftsgrad nennt, der mit dieser Feier hochzufrieden war.

Am Ostermontag gingen wir zu zweit ins Museum in eine Ausstellung archäologischer Funde. Auf der Rückfahrt saß in der Metro vor uns eine Frau aussehenstechnisch lateinamerikanischer Herkunft mit ihrer sehr niedlichen wohl etwa achtjährigen Tochter. Opa fragte sie was ihr der Osterhase gebracht habe. Da entgegnete die Mutter: "Wir feiern zwar Ostern, aber dieses Jahr nicht. Mein Mann hatte einen Schlaganfall und wir kommen gerade aus dem Krankenhaus." Da fragte mein Vater, ob er der Tochter 5 Euro schenken dürfe, so als Trost. Er durfte, und das Strahlen im Gesicht der Kleinen war wunderbar. Später im Schalterraum der Sparkasse begann er dann noch eine lange und herzliche Unterhaltung mit einer armen Frau, die sich dort aufwärmte. So ist der Opa. Ein von grundauf lieber, am Mitmenschen orientierter alter Mann. Es sollte mehr von der Sorte geben.

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.....das nennt man "Menschlichkeit" oder auch "Näxxtenliebe"

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