Dienstag, 13. Dezember 2016
Die Abschiebung von Samir Narang stoppen!
Der Fall von Samir wird kommenden Montag vor der Hamburger
Härtefallkommission behandelt, unterstützt deshalb bitte die Petition, um
seine Abschiebung zu stoppen! Rückfragen können gerne an Rebecca von Ghyczy
(rebecca.ghyczy@outlook.com) gerichtet werden.

Zur Petition:

https://www.change.org/p/bundesamst-f%C3%BCr-mitgration-keine-abschiebung-afghanischer-hindu-herr-samir-narang


Samir Narang wurde am Donnerstag den 08.12.2016 in der Zentralen
Ausländerbehörde in der Amsinckstraße Hamburg festgenommen als er den
Antrag auf Verlängerung seiner Duldung stellen wollte. Anschließend wurde
er dem Haftrichter in Abwesenheit seines eigenen Anwaltes vorgeführt. Er
befindet sich nun in Abschiebehaft in Büren und soll nach der Familie
bekannten Angaben am 14.12.2016 nach Afghanistan abgeschoben werden.

Samir Narang ist vor vier Jahren als afghanischer Flüchtling und
Angehöriger der verfolgten religiösen Minderheit der Hindus nach
Deutschland gekommen. Politisches Asyl wurde ihm von den deutschen Behörden
verwehrt. Eine Abschiebung stellt für Samir als Hindu und somit Angehöriger
einer in Afghanistan verfolgten religiösen Minderheit und der vor Ort
vorherrschenden Sicherheitslage jedoch eine Gefahr für Leib und Leben dar.
Er erhielt deshalb eine Duldung. Innerhalb der vier Jahre, die Samir Narang
in Deutschland als Geduldeter lebte, hat er sich hier gut integriert: Er
spricht fließend Deutsch und er hat viele deutsche Freunde. Aktuell sieht
er seine einzige Zukunft mit einer Perspektive in Deutschland und ist
gerade auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz gewesen, nachdem er in der
Vergangenheit bereits mehrere Praktika absolviert und sich ehrenamtlich
engagiert hat.

Samir Narang ist, wie viele Hindus in Afghanistan in einer Schattenwelt im
Hindutempel aufgewachsen, versteckt vor täglichen Übergriffen auf Hindus
und Sikhs durch die afghanische Mehrheitsgesellschaft. Dadurch spricht er
lediglich den Dialekt der afghanischen Hindus „Multani“ und keine der
afghanischen Amtssprachen.

Der Umgang mit religiösen Minderheiten in Afghanistan ist mit dem
international geltenden Völkerrecht nicht vereinbar. Hindus haben in
Afghanistan noch immer mit Diskriminierung in allen öffentlichen Bereichen
des Lebens zu kämpfen. Hindus werden verfolgt, geächtet und misshandelt und
auf offener Straße angegriffen. Sie sind Bürger zweiter Klasse,
werden ausgegrenzt, schikaniert, angespuckt, daran gehindert, ihre Religion
auszuleben und illegal enteignet. Schutz vom Staat erhalten sie nicht. Ihre
Gesundheit und Unversehrtheit ist durch die afghanischen Behörden und
Sicherheitskräfte keineswegs sichergestellt.

Man sieht Samir Narang auf den ersten Blick an, dass er Hindu ist, er hat
das hinduistische Zeichen „Om“ auf seinem Handrücken tätowiert. Darüber
hinaus hat er in Afghanistan keinerlei Bezugspersonen, da der Großteil der
hinduistischen Gemeinde das Land seit der massiven Zunahme der Verfolgung
in den 1980er Jahren und wiederholten Angriffen seit dem Ausbruch des
Bürgerkrieges 2001 verlassen hat. Von einst 100.000 Hindus und Sikhs in
Afghanistan sind nur noch um die 2.500 übrig. Seine gesamte Familie ist in
der Zwischenzeit ebenfalls nach Deutschland geflohen. Ohne familiären
Rückhalt drohen Samir Narang bei einer Rückführung nach Afghanistan
Obdachlosigkeit, Perspektivlosigkeit, Diskriminierung und Unterdrückung.
Sein Leben ist aufgrund der aktuellen Lage in Afghanistan akut bedroht.

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