Mittwoch, 22. März 2017
Der Reichtum der Fremden - eine poetische Spurensuche mit Hanna und Rosa Legatis
Datum/Zeit

23.03.2017
19:00 - 21:00 Uhr

Veranstaltungsort
SOWJETHAUS
Am Markt 6
38108 Dibbesdorf/ Braunschweig

Sie bringen großen Reichtum mit – die Menschen, die gerade Schutz in Deutschland suchen: ihre Musik, ihre Malerei, ihr Theater – und ihre Literatur. Diesen poetischen Reichtum präsentieren Rosa und Hanna Legatis.

Europäische Politiker tun mittlerweile alles, um Geflüchtete abzuschrecken. Die deutschen Asylgesetze sind die schärfsten seit Bestehen der Bundesrepublik. Grenzpolizeien werden mit Steuergeldern aufgerüstet, nordafrikanische Sammel-Lager, in denen jetzt schon unmenschliche Zustände herrschen, als politische „Lösung“ verkauft. Die Zahl der Ertrunkenen im Mittelmeer steigt jedes Jahr. Denjenigen, die es dennoch bis nach Deutschland schaffen, schlägt eine Welle der Ablehnung entgegen, häufig offener Fremdenhass. Wer dagegen Geflüchteten in Deutschland helfen will, verzweifelt nicht selten an bürokratischen Hindernissen.

Die beiden Künstlerinnen sagen: Das ist nicht die Gesellschaft, die wir wollen!

Es sind Flüchtende, die kommen. Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten, weil sie keine Überlebenschance mehr hatten. Sie sind nicht unsere Feinde.

Heimat – damit wird Geborgenheit verbunden, Muttersprache, Herkunftsland. Aber auch: Flucht aus der Heimat, Heimatlosigkeit, Verlust. Blutige Konflikte und Armut rauben den Menschen jede Zukunft und treiben sie aus dem eigenen Land. Was bedeutet Heimat heute, in einer offenen Gesellschaft, die sich aus so vielen Nationalitäten zusammensetzt? Wie verkraften es Menschen, ihre Heimat nie wieder zu sehen? Traumata bleiben, bei vielen. Verzweiflung und dennoch – Hoffnung.

Zu jeder Zeit haben Künstlerinnen und Künstler beides beschrieben. Nach einer Antwort gesucht auf die Frage, was es für die eigene Identität bedeutet, ewig eine Fremde, ein Fremder zu sein. Rosa und Hanna Legatis begeben sich auf die Spuren der Dichterinnen und Dichter.

Und entdecken dabei nicht nur Schmerz, sondern vor allem große sprachliche Kunst, Humor, die Pracht der Worte, die Kraft der Gefühle, der Träume. Sie lesen Gedichte und Texte von Faraj Bayrakdar, May Ayim, Luc Degla, Tahere Asghary, Rose Ausländer, Hilde Domin, Heinrich Heine, Chimamanda Adichie, Mascha Kaleko, Yahya Hassan und anderen – klassische und moderne Werke.

Dieses Mal bei einem der Dichter persönlich, bei Luc Degla – in seiner Kultur-Gaststätte „Sowjethaus“ in Braunschweig.

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