Montag, 13. April 2026
Die guten alten Läden mit den guten deutschen Namen
che2001, 16:51h
Der G. meint, dass es ja viele schöne Juwelier- Goldschmied- und Uhrmacherläden in der Innenstadt gibt, einen neben dem anderen. Sind auch gute Läden, aber die Namen.... Reza Ahmadzadeh, Elyas Hamdani, Leyla Mahmood, Hassan Khaled, Nirumand, Visvanathan."
Sagt die N. : "Früher waren das alles gute Deutsche Namen, Niehoff, Meyer, Wagner, Heidemann, Schultheiß, Wörner, gibt es keinen Einzigen von mehr, eine Schande ist das!".
Sagt der G.: "Ja, seit der Arisierung ist das so, vorher hießen die Levi, Salomon, Rosenthal, Samuelson, Silbermann, Blumenstein....."
Sagt die N. : "Früher waren das alles gute Deutsche Namen, Niehoff, Meyer, Wagner, Heidemann, Schultheiß, Wörner, gibt es keinen Einzigen von mehr, eine Schande ist das!".
Sagt der G.: "Ja, seit der Arisierung ist das so, vorher hießen die Levi, Salomon, Rosenthal, Samuelson, Silbermann, Blumenstein....."
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Dienstag, 7. April 2026
Katiuska
che2001, 17:36h
Die Stalinorgel Katyusha kennt jeder. Weniger bekannt ist der sowjetische Bomber Tupolev SB Katiuska, der zu Anfang des Zweiten Weltkriegs eine paradoxe Rolle erfüllte: Als Nachtjäger der Reichsluftwaffe. Im Zusammenhang mit dem Hitler-Stalin-Pakt hatte Stalin eine Staffel dieser Flugzeuge dem Reich geschenkt, zur Verteidigung von Berlin gegen britische Bomberangriffe. Sie waren sozusagen die Matrix, nach der Zerstörer der Typen ME110 und Ju 88 sowie Do 217 Bomber zu Nachtjägern umgebaut wurden.
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Sonntag, 28. Dezember 2025
Mythos Schlafstörungen
che2001, 00:01h
Schlafstörungen werden zu den Volkskrankheiten gezählt. Schlaflabore boomen seit einigen Jahren, und am Liebsten überweisen Hausärzte PatientInnen mit unruhigem Schlaf dorthin um sie durchchecken zu lassen. Ich war da auch schon. Schlafmittel gehören zu den meistgenommenen Medikamenten, von homöopathisch oder pflanzlich, z.B. Baldrian (beides bei mir völlig wirkungslos, aber auf mich wirkt auch Valium wie Smarties) über Antihistaminika (im Prinzip überdosierte Heuschnupfenmittel oder unterdosierte Neuroleptika bzw. mitunter auch beides zugleich) bis hin zu Zoplikon oder gar Rohypnol.
Neueste historisch-anthropologische Untersuchungen legen allerdings nahe, dass das mit dem Thema "Volkskrankheit Schlafstörung" ein existentiell fauler Zauber ist. Untersucht wurden Aufzeichnungen über das Schlafverhalten von Menschen seit es diese gibt, d.h. von der Bronzezeit bis zur Industrialisierung. Dabei kam heraus wie die Menschen früherer Zeiten geschlafen haben, und das war über Jahrtausende hinweg ziemlich gleich. Man ging zu Bett sobald es dunkel wurde und stand mit der Morgendämmerung auf. Das heißt, Schlafenszeit war im Sommer von 22 Uhr bis 4 Uhr morgens und im Winter von 18 Uhr bis morgens um 8. Nun hat man aber nicht 14 Stunden am Stück geschlafen; geschlafen wurde vielmehr in 2 Schichten. Eine erste Schlafphase etwa bis Mitternacht, dann wachte man auf, hatte Sex, betete, sah noch mal nach den Tieren, die meisten Tagebücher prominenter AutorInnen der frühen Neuzeit wurden zwischen Mitternacht und ein oder zwei Uhr morgens bei Kerzenschein geschrieben. Am frühen morgen legte man sich wieder hin zur zweiten Schlafphase.
Im Sommer schlief man eher in einem Stück durch, leistete sich aber einen Mittagsschlaf, den es in der kalten Jahreshälfte nicht gab.
Dies änderte sich erst mit der Industrialisierung, die dem Leben ihren Maschinentakt aufzwang und mit der Ausbreitung künstlichen Lichts. Der auf die Nacht beschränkte, zu jeder Jahreszeit gleich lange Einheitsschlaf ist das Ergebnis kapitalistischer Disziplinierung der Körper seit dem späten 18. und dem 19. Jahrhundert. Und wenn nicht gerade Befunde wie Apnoe oder Bluthochdruck vorliegen ist das stundenlang Wachliegen bei Nacht oftmals eigentlich Teil des physiologisch normalen, gesunden Schlafs. Nur unsere Lebensgewohnheiten sind unnatürlich geworden.
Neueste historisch-anthropologische Untersuchungen legen allerdings nahe, dass das mit dem Thema "Volkskrankheit Schlafstörung" ein existentiell fauler Zauber ist. Untersucht wurden Aufzeichnungen über das Schlafverhalten von Menschen seit es diese gibt, d.h. von der Bronzezeit bis zur Industrialisierung. Dabei kam heraus wie die Menschen früherer Zeiten geschlafen haben, und das war über Jahrtausende hinweg ziemlich gleich. Man ging zu Bett sobald es dunkel wurde und stand mit der Morgendämmerung auf. Das heißt, Schlafenszeit war im Sommer von 22 Uhr bis 4 Uhr morgens und im Winter von 18 Uhr bis morgens um 8. Nun hat man aber nicht 14 Stunden am Stück geschlafen; geschlafen wurde vielmehr in 2 Schichten. Eine erste Schlafphase etwa bis Mitternacht, dann wachte man auf, hatte Sex, betete, sah noch mal nach den Tieren, die meisten Tagebücher prominenter AutorInnen der frühen Neuzeit wurden zwischen Mitternacht und ein oder zwei Uhr morgens bei Kerzenschein geschrieben. Am frühen morgen legte man sich wieder hin zur zweiten Schlafphase.
Im Sommer schlief man eher in einem Stück durch, leistete sich aber einen Mittagsschlaf, den es in der kalten Jahreshälfte nicht gab.
Dies änderte sich erst mit der Industrialisierung, die dem Leben ihren Maschinentakt aufzwang und mit der Ausbreitung künstlichen Lichts. Der auf die Nacht beschränkte, zu jeder Jahreszeit gleich lange Einheitsschlaf ist das Ergebnis kapitalistischer Disziplinierung der Körper seit dem späten 18. und dem 19. Jahrhundert. Und wenn nicht gerade Befunde wie Apnoe oder Bluthochdruck vorliegen ist das stundenlang Wachliegen bei Nacht oftmals eigentlich Teil des physiologisch normalen, gesunden Schlafs. Nur unsere Lebensgewohnheiten sind unnatürlich geworden.
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Dienstag, 23. Dezember 2025
Weihnachten ohne Mythos
che2001, 12:58h
Jeshua ben Joseph wurde nicht am 24.12. geboren sondern irgendwann im Frühling. Er wurde auch nicht in einem Stall geboren, lag aber wohl in einer mit Heu und Stroh gefüllten Krippe - dem Aufbewahrungsort für jedes Neugeborene in jener Zeit. Der Stern von Bethlehem war eine Konjunktion von Jupiter und Saturn, die so nahe beieinander standen dass sie wie ein Stern aussahen und heller strahlten als die Venus. Aus astrologischer Sicht war das bedeutsam, da Jupiter für den gleichnamigen Gott stand und Saturn für das Volk Israel, die Konjunktion also für die Geburt des Königs der Juden stand. Die drei Weisen aus dem Morgenland hingegen kamen etwa 60 Jahre später, nämlich als Gesandte des Schah der Parther an den Hof des Kaisers Nero, um diesem eine glückliche Regierungszeit zu prophezeien. Dass nun Jesus und Nero upgemixt wurden ist ebenso unfreiwillig komisch wie die Tatsache dass Nero keine glückliche Regierungszeit hatte.
Das angebliche Geburtsdatum am 24. oder 25. Dezember ergibt sich aus der Tatsache, dass in die Zeit zwischen Mitte Dezember und Anfang Januar mehrere religiöse Hochfeste fielen, die es schon gab: Das jüdische Chanukka, das Fest des römischen Sonnengottes Sol Invictus und des griechischen Sonnengottes Helios, des keltischen Lichtgottes Belenos, die germanische Wintersonnenwende, das Fest des persischen Heilsgottes Mithra und das Fest des römischen Gottes Janus, d.h. das Neujahrsfest.
Das angebliche Geburtsdatum am 24. oder 25. Dezember ergibt sich aus der Tatsache, dass in die Zeit zwischen Mitte Dezember und Anfang Januar mehrere religiöse Hochfeste fielen, die es schon gab: Das jüdische Chanukka, das Fest des römischen Sonnengottes Sol Invictus und des griechischen Sonnengottes Helios, des keltischen Lichtgottes Belenos, die germanische Wintersonnenwende, das Fest des persischen Heilsgottes Mithra und das Fest des römischen Gottes Janus, d.h. das Neujahrsfest.
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Montag, 6. Oktober 2025
Napoleons „Schmächtigkeit“, sein wildes Sexleben und sein 3-cm-Penis
che2001, 11:01h
– berühmte Körperteile Teil 2
Wolfgang Paik, Medscape/Univadis
Von Mohammeds Barthaaren über Adolf Hitlers Hoden bis hin zu Buddhas Zähnen – diese Artikelreihe bietet einen Überblick über die berühmtesten Körperteile der Menschheitsgeschichte. Teil 2 beschäftigt sich mit der Männlichkeit von Napoleon Bonaparte.
Napoléon: Sinnbild der Männlichkeit
Wie männlich war Napoleon Bonaparte (1769 – 1821)? Die Antwort auf diese Frage mag entscheidend von der implizierten Männlichkeitsdefinition abhängen. Ausreichend biografische Informationen existieren jedoch, um auf einige der möglichen Spielarten dieser pauschalisierenden Frage konkret zu antworten.
Während der Französischen Revolution erwies sich der junge Soldat Bonaparte als militärisches Talent ersten Ranges. Später wurde er General der Ersten Französischen Republik, Erster Konsul Frankreichs und schließlich Kaiser der Franzosen, König von Italien und Protektor des Rheinbundes.
Über die Persönlichkeit, die Bonapartes steile militärische und politische Karriere ermöglichte, schreibt der niederländische Historiker Pieter Geyl: „It is impossible that two historians, especially two historians living in different periods, should see [Bonaparte’s] personality in the same light.“ (dt.: „Es ist unmöglich, dass zwei Historiker, insbesondere zwei Historiker, die zu unterschiedlichen Zeiten gelebt haben, [Bonapartes] Persönlichkeit in gleicher Weise beurteilen.“)
Unumstritten sei, dass Bonaparte „ehrgeizig“, „hoch intelligent“, „außergewöhnlich gut organisiert“ gewesen sei und über „ein exzellentes Gedächtnis“ verfügt habe. Letzteres habe es ihm erlaubt, während kritischer Schlachten „schnell eine Folge komplexer Befehle zu erteilen“, ohne die Übersicht über die Stellung sich bewegender Truppen zu verlieren.
Arthur Wellesley (1769 – 1852), Erster Duke von Wellington, schrieb zu seiner Zeit, Bonaparte besäße die Fähigkeit, „seinen Mitmenschen zu schmeicheln“, wenn es ihm dient, sie aber „öffentlich zu demütigen“, wenn sie seine Ansprüche zu verfehlen drohen. Dies mache Bonapartes Anwesenheit auf dem Schlachtfeld „40.000 Soldaten wert“.
Wer Ehrgeiz, Zielstrebigkeit und Durchsetzungsvermögen als entscheidende männliche Eigenschaften erachtet, dürfte Bonaparte daher als besonders männlich ansehen.
Napoléon war „schmächtig“ und „abgemagert“
Einen noch stereotypischeren Maßstab für die Männlichkeit stellt die körperliche Stärke dar. Der Schweizer Offizier Johann Ludwig Wurstemberger (1783 – 1862), der Bonaparte zwischen 1797 und 1798 begleitete, notierte sich zu dessen Gestalt: „Bonaparte [at 29 years old] was rather slight and emaciated-looking“ (dt.: „Bonaparte sah [mit 29 Jahren] eher schmächtig und abgemagert aus.“)
Von seinen Soldaten wurde Bonaparte oft le petit corporal (dt.: der kleine Unteroffizier) gerufen. In späteren Gemälden erscheint der Kaiser Napoléon neben seinen Offizieren oft winzig.
Den österreichischen Arzt und Psychiater Alfred Adler (1870 – 1937) inspirierte dieser scheinbare Widerspruch zwischen Persönlichkeit und Physis dazu, Bonaparte retrospektiv einen Minderwertigkeitskomplex zu attestieren, der wesentlich durch dessen geringe Körpergröße und eine sexuelle Dysfunktion bedingt gewesen sei. Aus dieser These entwickelte sich später das Konzept des Napoleon-Komplexes.
Mittlerweile wissen Historiker, dass Bonaparte nicht unterdurchschnittlich groß war. Mit 1,686 Metern war er mehr als 8 Zentimeter größer als der durchschnittliche Franzose seiner Zeit. Junge Soldaten maßen meist zwischen 1,65 und 1,69 Metern. Dass Bonaparte in Gemälden dennoch klein erscheint, liegt wahrscheinlich daran, dass er sich gern von besonders hochgewachsenen Soldaten bewachen ließ. Bisher bekannten Daten zufolge war keiner seiner Leibwächter kleiner als 1,76 Meter.
Napoléons Sexleben war wild, aber widersprüchlich
Als belastbarer erweist sich da Adlers zweite Teilthese. Obgleich Belege für eine sexuelle Dysfunktion des jungen, aufsteigenden Bonaparte fehlen, deutet einiges darauf hin, dass Sexualität eine überproportional wichtige Rolle in dessen Leben spielte.
Seine ersten sexuellen Erfahrungen sammelte Bonaparte als 18-jähriger Unterleutnant mit Pariser Straßendirnen des Palais Royals. Seiner ersten Frau Joséphine de Beauharnais (1763 – 1814) blieb er 2 Jahre lang treu. Auf dem Feldzug nach Ägypten traf er auf die frisch vermählte Marguérite Pauline Fourés (1778 – 1869). Nachdem er Fourés Ehemann, einen Leutnant, mit einem wichtigen Brief nach Frankreich fortgeschickt hatte, begann er eine Affäre mit Fourés.
2 Jahre später ließ sich Bonaparte mit der berühmten Mailänder Opernsängerin Giuseppina Grassini (1873 – 1850) ein. Später hatte Bonaparte unter anderem Affären mit den Schauspielerinnen Marguerite-Joséphine Georges (1787 – 1867) und Catherine-Joséphine Duchesnois (1777 – 1835) sowie mit der Frau eines älteren Staatsrats, Adèle Duchâtel (1782 – 1860).
Die junge genuesische Tänzerin Carlotta Gazzani (1789 – 1827) ernannte Napoleon zur Vorleserin für de Beauharnais, um Gazzani leichter beischlafen zu können. Frauen seiner Offiziere verführte Bonaparte ebenso wie jene anderer Politiker.
Zu Bonapartes sexueller Leistungsfähigkeit schreibt der Politiker und Schriftsteller Marie Henri-Bheyl (1783 – 1842), der einen Akt Bonapartes beobachtet hatte, jedoch: „Der Kaiser, der, den Degen an der Seite, an einem kleinen Tisch saß, unterzeichnete Erlasse. Die Dame trat ein; ohne sich stören zu lassen, bat er sie, sich aufs Bett zu setzen. […] Die Hauptsache der Zusammenkunft dauerte nicht drei Minuten. Oft stand sein Mameluck hinter einem Wandschirm.“
Der Chirurg und Schriftsteller Robert McNair Wilson vermutet, spätestens ab seinen Fünfzigerjahren müsse Bonaparte unter einer testikulären Atrophie und Impotenz gelitten haben. Selbst als die Gräfin von Ornano, Maria Walewska (1786 – 1817), mit der er bereits ein außereheliches Kind gezeugt hatte, ihn im Jahr 1814 heimlich im Exil besuchte, habe er ein separates Gemach für sie herrichten lassen.
Einen letzten Denkanstoß zum Thema Männlichkeit liefert Bonapartes Penis, der durch eine Autopsie im Jahr 1821 gewonnen worden und bis heute erhalten geblieben sein soll. Für eine Dokumentation des britischen Fernsehsenders Channel 4 wurde der Penis, damals im Besitz des Urologen John Kingsley Lattimer, ohne Kamerabegleitung vermessen. Das Ergebnis: 1,0 inch (2,54 cm) ist das Glied des französischen Monarchen lang. Zu Lebzeiten könnten es 3 bis 4 cm gewesen sein.
Fazit
Der Penis gilt vielen als Sinnbild männlicher Schaffenskraft und Herrschaft. Der Fund des Penis‘ eines der einflussreichsten und am häufigsten idealisierten Männer der Weltgeschichte, Monarch Napoléon I., bietet jedoch ‚Anlass, Peniskult und alte Stereotypen zu überdenken.
Dieser Artikel ist im Original erschienen auf Univadis.de
https://deutsch.medscape.com/s/artikelansicht/4915352
Wolfgang Paik, Medscape/Univadis
Von Mohammeds Barthaaren über Adolf Hitlers Hoden bis hin zu Buddhas Zähnen – diese Artikelreihe bietet einen Überblick über die berühmtesten Körperteile der Menschheitsgeschichte. Teil 2 beschäftigt sich mit der Männlichkeit von Napoleon Bonaparte.
Napoléon: Sinnbild der Männlichkeit
Wie männlich war Napoleon Bonaparte (1769 – 1821)? Die Antwort auf diese Frage mag entscheidend von der implizierten Männlichkeitsdefinition abhängen. Ausreichend biografische Informationen existieren jedoch, um auf einige der möglichen Spielarten dieser pauschalisierenden Frage konkret zu antworten.
Während der Französischen Revolution erwies sich der junge Soldat Bonaparte als militärisches Talent ersten Ranges. Später wurde er General der Ersten Französischen Republik, Erster Konsul Frankreichs und schließlich Kaiser der Franzosen, König von Italien und Protektor des Rheinbundes.
Über die Persönlichkeit, die Bonapartes steile militärische und politische Karriere ermöglichte, schreibt der niederländische Historiker Pieter Geyl: „It is impossible that two historians, especially two historians living in different periods, should see [Bonaparte’s] personality in the same light.“ (dt.: „Es ist unmöglich, dass zwei Historiker, insbesondere zwei Historiker, die zu unterschiedlichen Zeiten gelebt haben, [Bonapartes] Persönlichkeit in gleicher Weise beurteilen.“)
Unumstritten sei, dass Bonaparte „ehrgeizig“, „hoch intelligent“, „außergewöhnlich gut organisiert“ gewesen sei und über „ein exzellentes Gedächtnis“ verfügt habe. Letzteres habe es ihm erlaubt, während kritischer Schlachten „schnell eine Folge komplexer Befehle zu erteilen“, ohne die Übersicht über die Stellung sich bewegender Truppen zu verlieren.
Arthur Wellesley (1769 – 1852), Erster Duke von Wellington, schrieb zu seiner Zeit, Bonaparte besäße die Fähigkeit, „seinen Mitmenschen zu schmeicheln“, wenn es ihm dient, sie aber „öffentlich zu demütigen“, wenn sie seine Ansprüche zu verfehlen drohen. Dies mache Bonapartes Anwesenheit auf dem Schlachtfeld „40.000 Soldaten wert“.
Wer Ehrgeiz, Zielstrebigkeit und Durchsetzungsvermögen als entscheidende männliche Eigenschaften erachtet, dürfte Bonaparte daher als besonders männlich ansehen.
Napoléon war „schmächtig“ und „abgemagert“
Einen noch stereotypischeren Maßstab für die Männlichkeit stellt die körperliche Stärke dar. Der Schweizer Offizier Johann Ludwig Wurstemberger (1783 – 1862), der Bonaparte zwischen 1797 und 1798 begleitete, notierte sich zu dessen Gestalt: „Bonaparte [at 29 years old] was rather slight and emaciated-looking“ (dt.: „Bonaparte sah [mit 29 Jahren] eher schmächtig und abgemagert aus.“)
Von seinen Soldaten wurde Bonaparte oft le petit corporal (dt.: der kleine Unteroffizier) gerufen. In späteren Gemälden erscheint der Kaiser Napoléon neben seinen Offizieren oft winzig.
Den österreichischen Arzt und Psychiater Alfred Adler (1870 – 1937) inspirierte dieser scheinbare Widerspruch zwischen Persönlichkeit und Physis dazu, Bonaparte retrospektiv einen Minderwertigkeitskomplex zu attestieren, der wesentlich durch dessen geringe Körpergröße und eine sexuelle Dysfunktion bedingt gewesen sei. Aus dieser These entwickelte sich später das Konzept des Napoleon-Komplexes.
Mittlerweile wissen Historiker, dass Bonaparte nicht unterdurchschnittlich groß war. Mit 1,686 Metern war er mehr als 8 Zentimeter größer als der durchschnittliche Franzose seiner Zeit. Junge Soldaten maßen meist zwischen 1,65 und 1,69 Metern. Dass Bonaparte in Gemälden dennoch klein erscheint, liegt wahrscheinlich daran, dass er sich gern von besonders hochgewachsenen Soldaten bewachen ließ. Bisher bekannten Daten zufolge war keiner seiner Leibwächter kleiner als 1,76 Meter.
Napoléons Sexleben war wild, aber widersprüchlich
Als belastbarer erweist sich da Adlers zweite Teilthese. Obgleich Belege für eine sexuelle Dysfunktion des jungen, aufsteigenden Bonaparte fehlen, deutet einiges darauf hin, dass Sexualität eine überproportional wichtige Rolle in dessen Leben spielte.
Seine ersten sexuellen Erfahrungen sammelte Bonaparte als 18-jähriger Unterleutnant mit Pariser Straßendirnen des Palais Royals. Seiner ersten Frau Joséphine de Beauharnais (1763 – 1814) blieb er 2 Jahre lang treu. Auf dem Feldzug nach Ägypten traf er auf die frisch vermählte Marguérite Pauline Fourés (1778 – 1869). Nachdem er Fourés Ehemann, einen Leutnant, mit einem wichtigen Brief nach Frankreich fortgeschickt hatte, begann er eine Affäre mit Fourés.
2 Jahre später ließ sich Bonaparte mit der berühmten Mailänder Opernsängerin Giuseppina Grassini (1873 – 1850) ein. Später hatte Bonaparte unter anderem Affären mit den Schauspielerinnen Marguerite-Joséphine Georges (1787 – 1867) und Catherine-Joséphine Duchesnois (1777 – 1835) sowie mit der Frau eines älteren Staatsrats, Adèle Duchâtel (1782 – 1860).
Die junge genuesische Tänzerin Carlotta Gazzani (1789 – 1827) ernannte Napoleon zur Vorleserin für de Beauharnais, um Gazzani leichter beischlafen zu können. Frauen seiner Offiziere verführte Bonaparte ebenso wie jene anderer Politiker.
Zu Bonapartes sexueller Leistungsfähigkeit schreibt der Politiker und Schriftsteller Marie Henri-Bheyl (1783 – 1842), der einen Akt Bonapartes beobachtet hatte, jedoch: „Der Kaiser, der, den Degen an der Seite, an einem kleinen Tisch saß, unterzeichnete Erlasse. Die Dame trat ein; ohne sich stören zu lassen, bat er sie, sich aufs Bett zu setzen. […] Die Hauptsache der Zusammenkunft dauerte nicht drei Minuten. Oft stand sein Mameluck hinter einem Wandschirm.“
Der Chirurg und Schriftsteller Robert McNair Wilson vermutet, spätestens ab seinen Fünfzigerjahren müsse Bonaparte unter einer testikulären Atrophie und Impotenz gelitten haben. Selbst als die Gräfin von Ornano, Maria Walewska (1786 – 1817), mit der er bereits ein außereheliches Kind gezeugt hatte, ihn im Jahr 1814 heimlich im Exil besuchte, habe er ein separates Gemach für sie herrichten lassen.
Einen letzten Denkanstoß zum Thema Männlichkeit liefert Bonapartes Penis, der durch eine Autopsie im Jahr 1821 gewonnen worden und bis heute erhalten geblieben sein soll. Für eine Dokumentation des britischen Fernsehsenders Channel 4 wurde der Penis, damals im Besitz des Urologen John Kingsley Lattimer, ohne Kamerabegleitung vermessen. Das Ergebnis: 1,0 inch (2,54 cm) ist das Glied des französischen Monarchen lang. Zu Lebzeiten könnten es 3 bis 4 cm gewesen sein.
Fazit
Der Penis gilt vielen als Sinnbild männlicher Schaffenskraft und Herrschaft. Der Fund des Penis‘ eines der einflussreichsten und am häufigsten idealisierten Männer der Weltgeschichte, Monarch Napoléon I., bietet jedoch ‚Anlass, Peniskult und alte Stereotypen zu überdenken.
Dieser Artikel ist im Original erschienen auf Univadis.de
https://deutsch.medscape.com/s/artikelansicht/4915352
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Sonntag, 28. September 2025
RIP, Georg Stefan Troller!
che2001, 23:33h
Der gehörte einst zu meinen journalistischen Vorbildern.
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Freitag, 1. August 2025
Zum Verständnis des Israel-Palästina-Konflikts
che2001, 11:45h
Uralt, aber immer noch grundlegend, dieser Text:
https://zeitgeschichte-online.de/themen/nach-dem-7-oktober
Und die Konsequenzen daraus für uns Heutige:
"Auch heute gibt es derartige Stimmen innerarabischer und innerpalästinensischer Selbstkritik, deren entschiedene Verurteilung der Verbrechen des 7. Oktober sich mit der Suche nach Sicherheit und Frieden für beide Kollektive vor Ort verbindet: Sie reichen von vereinzelten palästinensischen, arabischen und muslimischen Publizisten – etwa dem Aufruf des britisch-palästinensischen Schriftstellers und Musikers John Aziz gegen den Terror der Hamas und für einen ebenso friedlichen wie pragmatischen Weg zu einer Zweistaatenregelung, den Erklärungen des Global Imams Council oder der Warnung des britisch-indischen Schriftstellers und Aufklärers Salman Rushdie vor einem palästinensischen Hamas-Staat – über Standing Together innerhalb der jüdisch-arabischen israelischen Zivilgesellschaft bis zum Auftreten des Parlamentariers Ayman Odeh innerhalb der israelischen Knesset. Dessen unzweideutige Verurteilung der Verbrechen der Hamas, ebenso wie dem Beharren auf der unverrückbaren Faktizität, dass weder die 7 Millionen jüdischen Israelis noch die 7 Millionen palästinensischen Araber das Gebiet zwischen Jordan und Mittelmeer zukünftig verlassen werden, sondern deren jeweilige Existenz den Ausgangspunkt für alle politischen Zukunftsentwürfe im Rahmen einer Zweistaatenregelung und der Garantie jüdischer wie palästinensischer Kollektivrechte bildet, war indes weniger ein Fingerzeig in Richtung der arabischen Israelis und der palästinensischen Bevölkerung in Westbank, Gaza und der Diaspora. Gerichtet waren sie vor allem gegen die rechtsradikalen Stimmen in der gegenwärtigen israelischen Regierung, von denen vereinzelt Fantasien einer kollektiven Umsiedlung aus dem Gazastreifen vorgebracht wurden (die sich später gar zu Bezalel Smotrichs Imagination einer Aushungerung der Bevölkerung des Küstenstreifens zuspitzten), aber auch gegen die eskalierende Siedlergewalt in der besetzten Westbank. Auch das gehört zur Eskalation der Gegenwart. Gerade angesichts aller politischen und militärischen Dynamiken, die mit dem 7. Oktober ihren Ausgang genommen haben, bleiben die Stimmen von gegenseitiger Anerkennung und gemeinsamer Zukunftsperspektiven dringend notwendig. Nur auf dieser Grundlage wird es möglich sein, Wege zu einer politischen Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts zu finden; nur so werden aber auch gemeinsame Formen des Umgangs und des Sprechens über die neuen kollektiven Traumata auszubilden sein, die mit den Terrormassakern der Hamas einerseits und der dramatischen Anzahl ziviler Kriegstoter und neuen Flucht- und Umsiedlungserfahrungen innerhalb des Gazastreifens andererseits verbunden sind. Von Positionierungen wiederum, die vor der Perspektive einer gegenseitigen Anerkennung ausweichen, sie nicht zur Voraussetzung ihres eigenen Denkens und Handels machen, bleibt nichts – jedenfalls nichts Gutes – zu erwarten."
https://zeitgeschichte-online.de/themen/nach-dem-7-oktober
Und die Konsequenzen daraus für uns Heutige:
"Auch heute gibt es derartige Stimmen innerarabischer und innerpalästinensischer Selbstkritik, deren entschiedene Verurteilung der Verbrechen des 7. Oktober sich mit der Suche nach Sicherheit und Frieden für beide Kollektive vor Ort verbindet: Sie reichen von vereinzelten palästinensischen, arabischen und muslimischen Publizisten – etwa dem Aufruf des britisch-palästinensischen Schriftstellers und Musikers John Aziz gegen den Terror der Hamas und für einen ebenso friedlichen wie pragmatischen Weg zu einer Zweistaatenregelung, den Erklärungen des Global Imams Council oder der Warnung des britisch-indischen Schriftstellers und Aufklärers Salman Rushdie vor einem palästinensischen Hamas-Staat – über Standing Together innerhalb der jüdisch-arabischen israelischen Zivilgesellschaft bis zum Auftreten des Parlamentariers Ayman Odeh innerhalb der israelischen Knesset. Dessen unzweideutige Verurteilung der Verbrechen der Hamas, ebenso wie dem Beharren auf der unverrückbaren Faktizität, dass weder die 7 Millionen jüdischen Israelis noch die 7 Millionen palästinensischen Araber das Gebiet zwischen Jordan und Mittelmeer zukünftig verlassen werden, sondern deren jeweilige Existenz den Ausgangspunkt für alle politischen Zukunftsentwürfe im Rahmen einer Zweistaatenregelung und der Garantie jüdischer wie palästinensischer Kollektivrechte bildet, war indes weniger ein Fingerzeig in Richtung der arabischen Israelis und der palästinensischen Bevölkerung in Westbank, Gaza und der Diaspora. Gerichtet waren sie vor allem gegen die rechtsradikalen Stimmen in der gegenwärtigen israelischen Regierung, von denen vereinzelt Fantasien einer kollektiven Umsiedlung aus dem Gazastreifen vorgebracht wurden (die sich später gar zu Bezalel Smotrichs Imagination einer Aushungerung der Bevölkerung des Küstenstreifens zuspitzten), aber auch gegen die eskalierende Siedlergewalt in der besetzten Westbank. Auch das gehört zur Eskalation der Gegenwart. Gerade angesichts aller politischen und militärischen Dynamiken, die mit dem 7. Oktober ihren Ausgang genommen haben, bleiben die Stimmen von gegenseitiger Anerkennung und gemeinsamer Zukunftsperspektiven dringend notwendig. Nur auf dieser Grundlage wird es möglich sein, Wege zu einer politischen Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts zu finden; nur so werden aber auch gemeinsame Formen des Umgangs und des Sprechens über die neuen kollektiven Traumata auszubilden sein, die mit den Terrormassakern der Hamas einerseits und der dramatischen Anzahl ziviler Kriegstoter und neuen Flucht- und Umsiedlungserfahrungen innerhalb des Gazastreifens andererseits verbunden sind. Von Positionierungen wiederum, die vor der Perspektive einer gegenseitigen Anerkennung ausweichen, sie nicht zur Voraussetzung ihres eigenen Denkens und Handels machen, bleibt nichts – jedenfalls nichts Gutes – zu erwarten."
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Donnerstag, 17. Juli 2025
Ein paar Plaudereien zum Thema Handys
che2001, 18:24h
Es gibt den Mythos, das Wort Handy existiere im Englischen nicht. Das ist grundfalsch, es bedeutet nur etwas Anderes als der neudeutsche Begriff. Ein Funktelefon im Taschenformat heißt im Englischen mobile oder cellphone. Handy ist erstens ein Adjektiv und bedeutet praktisch, kann auch umgänglich bedeuten (Yankee Doodle, "with the girls be handy"), zum anderen ein selten gebräuchliches Substantiv mit der Bedeutung Papiertaschentuch, Kurzform von handkerchive.
Hinsichtlich der Technikgeschichte der Handyphonie gibt es interessante Details, die sich zumindest im Internet nicht finden lassen. Wenn mensch zum Bleistift bei Wikipedia die Geschichte des EPlusnetzes nachliest findet sich dort nur Langeweile, nicht aber der technisch sehr faszinierende Hintergrund.
Anfang der Neunziger Jahre war die mobile Digitaltelefonie Satellitentelefonie. Nicht in dem Sinne wie die Satellitendirekthandys wie Iridium oder Inmarsat, sondern indirekt. Das heutige dichte Netz an Funkzellen mit Sendeantennen auf Dächern, die oftmals nicht größer sind als frühere analoge Fernsehantennen existierte noch nicht. Die Distribution des Mobilfunks erfolgte über Sendemasten in Fernsehturmgröße, die in weiter Streuung oft hundert Kilometer weit funkten. Oft waren das frühere Funk- oder Fernsehtürme oder es fand Dual Use statt. Ein Exemplar davon befindet sich im Osten von Hannover in der Nähe der MHH und ist noch immer im Betrieb. Die Handykommunikation über weite Entfernungen hingegen erfolgte zwischen den Großfunktürmen via Satellit. Anfang der 90er, das muss so 1992 - 94 gewesen sein, wurde einer davon beschädigt und musste gewartet werden. Das geschah vom Spaceshuttle aus, der Satellit wurde mit dem Manipulatorarm in eine Ladebucht geholt und von Nutzlastexperten repariert. Hinterher war er sehr viel leistungsfähiger als zuvor und es wurden zusätzliche Handyfrequenzen frei, die Grundlage des E-Plus-Netzes. Die Dichte der Kommunikation mit immer kleineren Funkzellen und rein terrestrischen Frequenzen erfolgte vor dem Hintergrund der Massenverbreitung der Handys, bis Mitte der Neunziger waren es hauptsächlich Journalisten, Bauleiter, Unternehmer, Wertpapierhändler und schnöselige Yuppies, die die Dinger nutzten. Zur Bundestagsblockade von 1993 gegen die Abschaffung des Asylrechts verwendeten wir BlockiererInnen noch analoge Funktelefone in Ghettoblastergröße mit Wählscheibe, ich gehörte zu einem der Vorauskommandos die die Dinger nach Bonn brachten - mit Escorte, um eine Beschlagnahme durch die Bullen zu verhindern.
Vor dem Hintergrund der Spaceshuttleoperation und der damaligen Rolle von Übertragungssatelliten erscheinen die aktuellen Kommunikationssatellitenunternehmungen von Musk &Co gar nicht sooo innovativ, sondern eher wie ein "Zurück in die Zukunft".
Hinsichtlich der Technikgeschichte der Handyphonie gibt es interessante Details, die sich zumindest im Internet nicht finden lassen. Wenn mensch zum Bleistift bei Wikipedia die Geschichte des EPlusnetzes nachliest findet sich dort nur Langeweile, nicht aber der technisch sehr faszinierende Hintergrund.
Anfang der Neunziger Jahre war die mobile Digitaltelefonie Satellitentelefonie. Nicht in dem Sinne wie die Satellitendirekthandys wie Iridium oder Inmarsat, sondern indirekt. Das heutige dichte Netz an Funkzellen mit Sendeantennen auf Dächern, die oftmals nicht größer sind als frühere analoge Fernsehantennen existierte noch nicht. Die Distribution des Mobilfunks erfolgte über Sendemasten in Fernsehturmgröße, die in weiter Streuung oft hundert Kilometer weit funkten. Oft waren das frühere Funk- oder Fernsehtürme oder es fand Dual Use statt. Ein Exemplar davon befindet sich im Osten von Hannover in der Nähe der MHH und ist noch immer im Betrieb. Die Handykommunikation über weite Entfernungen hingegen erfolgte zwischen den Großfunktürmen via Satellit. Anfang der 90er, das muss so 1992 - 94 gewesen sein, wurde einer davon beschädigt und musste gewartet werden. Das geschah vom Spaceshuttle aus, der Satellit wurde mit dem Manipulatorarm in eine Ladebucht geholt und von Nutzlastexperten repariert. Hinterher war er sehr viel leistungsfähiger als zuvor und es wurden zusätzliche Handyfrequenzen frei, die Grundlage des E-Plus-Netzes. Die Dichte der Kommunikation mit immer kleineren Funkzellen und rein terrestrischen Frequenzen erfolgte vor dem Hintergrund der Massenverbreitung der Handys, bis Mitte der Neunziger waren es hauptsächlich Journalisten, Bauleiter, Unternehmer, Wertpapierhändler und schnöselige Yuppies, die die Dinger nutzten. Zur Bundestagsblockade von 1993 gegen die Abschaffung des Asylrechts verwendeten wir BlockiererInnen noch analoge Funktelefone in Ghettoblastergröße mit Wählscheibe, ich gehörte zu einem der Vorauskommandos die die Dinger nach Bonn brachten - mit Escorte, um eine Beschlagnahme durch die Bullen zu verhindern.
Vor dem Hintergrund der Spaceshuttleoperation und der damaligen Rolle von Übertragungssatelliten erscheinen die aktuellen Kommunikationssatellitenunternehmungen von Musk &Co gar nicht sooo innovativ, sondern eher wie ein "Zurück in die Zukunft".
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Dienstag, 25. Februar 2025
Multikulti in der Spätantike: Neue Erkenntnisse zur Ethnogenese der Hunnen
che2001, 17:26h
Schon seit längerer Zeit hat die Geschichtsforschung von der Ansicht Abstand genommen, dass während der sogenannten Völkerwanderung tatsächlich komplette Völker wanderten und schon den Begriff des Volkstumsbegriffs als Rückprojektion des Nationalismus des 19. und 20. Jahrhunderts auf ganz andere Zeiten betrachtet. Ich selbst war immer starker Anhänger der Position, dass die Goten zu dieser Zeit aus der räumlichen Bewegung von Kriegerverbänden, nicht kompletten Stämmen mit Kind und Kegel entstanden und die Hunnen ein multiethnischer Heeresverband waren. Diese Perspektive hat jetzt durch neue Ausgrabungen und Genanalysen eine breitere Basis bekommen.
https://www.mpg.de/24240838/0221-evan-hunnenvoelker-herkunft-und-vielfalt-150495-x
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Mittwoch, 23. Oktober 2024
Bei Kursk tobt eine Panzerschlacht
che2001, 18:31h
Welches Jahr schreiben wir eigentlich?
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