Mittwoch, 4. August 2021
Trotz Studien-Tsunami: Diese Fragen zu Corona brennen deutschen Top-Forschern immer noch unter den Nägeln ? eine Wunschliste
Dr. Bianca Bach, Medscape



Keine Frage: Die SARS-CoV-2-Pandemie und die Dringlichkeit, Lösungen zu finden, hat die Forschung zu Höchstleistungen angespornt und binnen kürzester Zeit eine Flut wissenschaftlicher Publikationen hervorgebracht.

Dennoch sind noch viele Fragen offen. Die Komplexität des Geschehens, in dem medizinische, gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Aspekte in einem globalen Kontext miteinander verwoben sind, schafft immer neue Herausforderungen.

Jetzt wurden Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus Medizin und Gesundheitswissenschaften in Deutschland und Europa vom Science Media Center Germany befragt, was derzeit ihre dringlichste Frage zu SARS-CoV-2 beziehungsweise COVID-19 ist.

Für einen großen Teil der SARS-CoV-2-positiven Personen ist weiterhin nicht klar, wo sie sich angesteckt haben. Dr. Ralf Krumkamp
Für viele standen dabei die Suche nach einem wirksamen Medikament und die Frage nach Dauer und Ausmaß der Immunität nach durchgemachter Erkrankung oder Impfung ? und wie man dies überwachen kann, im Vordergrund. Viele der Fragen galten auch Varianten und Langzeitfolgen, der individuellen Risikoabschätzung sowie der globalen Verantwortung. Wir haben eine Auswahl der drängendsten Fragen für Sie zusammengestellt.

Individuelle Risiken und Ansteckungswege oft unklar
Prof. Dr. Jacob Nattermann, Leiter Sektion Hepatogastroenterologie, Oberarzt Internistische Intensivmedizin, Leiter Labor für angeborene zelluläre Immunologie, Medizinische Klinik I, Universitätsklinikum Bonn:

?Wenn ich persönlich eine Frage auswählen sollte, dann wäre es vielleicht, warum Menschen so unterschiedlich auf das Virus reagieren. [...] Neben viralen Faktoren und vorbestehenden gesundheitlichen Problemen scheint die Reaktion des Wirts eine wichtige Determinante ? wenn nicht die wichtigste ? für die Schwere der Erkrankung zu sein.?

?Für einen großen Teil der SARS-CoV-2-positiven Personen ist weiterhin nicht klar, wo sie sich angesteckt haben. Bessere Daten über Ansteckungswege wären wichtig, um gezielt Interventionen umzusetzen, die effektiv Kontaktketten unterbrechen können.?

Wie lange hält der Impfschutz, und wie ist das bei Varianten?
Prof. Dr. Marylyn Addo, Leiterin der Sektion Infektiologie am Zentrum für Innere Medizin, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE):

?Für mich sind derzeit 2 Fragen zentral: Zum einen die Frage nach einem Korrelat für die Schutzwirkung von Impfstoffen, zum anderen wie lange dauert Immunität nach Impfung oder Genesung an, wann müssen Auffrischungsimpfungen in welchen Bevölkerungsgruppen stattfinden, und welche Strategie verfolgen wir hier in den nächsten Monaten und Jahren??

Dr. Viola Priesemann, Leiterin der Forschungsgruppe Theorie neuronaler Systeme, Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation, Göttingen:

?Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich eine SARS-CoV-2-Variante entwickelt, die den Schutz vor einem schweren Verlauf trotz Immunisierung/Impfung deutlich reduziert? Wenn sich der Schutz gegen einen schweren Verlauf von aktuell etwa 96% auf zum Beispiel 80% reduzieren würde, könnte der Druck auf das Gesundheitssystem wieder stark anwachsen.?


PD Dr. Roman Wölfel, Oberstarzt und Leiter, Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr, München:

Wir brauchen auch eine spezifische Therapie gegen COVID-19. Die fehlt bisher gänzlich. Prof. Dr. Peter Kremsner
?Eine Frage, die uns im Alltag immer wieder begegnet, ist folgende: Was ist der Beitrag der zellulären Immunität im Vergleich zur humoralen Immunität? Untersuchungen zu zellulärer Immunität sind deutlich aufwändiger, daher wurde dazu bisher weniger geforscht. Dabei ist die Antwort essenziell für die Beantwortung der Frage: Wie gut sind wir langfristig geschützt??

Prof. Dr. Hartmut Hengel, Lehrstuhlinhaber und Leiter des Instituts für Virologie, Universitätsklinikum Freiburg, Leiter des Nationalen Konsiliarlabors für Herpes-simplex-Virus (HSV) und Varicella-Zoster-Virus (VZV):

?Wie entwickelt sich die Krankheitslast nach dem Übergang der Pandemie in die endemische Phase? Wie können wir vulnerable Patientinnen und Patienten, die nicht geimpft werden können (?primäre Impfversager?), wirkungsvoll schützen??

Dr. Barbara Rath, Vorstandsvorsitzende und Gründerin, Vienna Vaccine Safety Initiative (ViVI):

?Wir bräuchten einheitliche, kostengünstige, hoffentlich nicht-invasive Tests, die sowohl im Einzelfall in der Praxis wie auch in weitgefassten Screenings (epidemiologischen Reihenuntersuchungen) beantworten, wer jeweils gegen die aktuelle(n) SARS-CoV-2-Variante(n) geschützt ist. [...] Darüber hinaus brauchen wir breit verfügbare und kostengünstige virologische Resistenztests und Datenbanken.?

Impfungen sind da, aber Therapien fehlen
Prof. Dr. Peter Kremsner, Direktor des Instituts für Tropenmedizin, Eberhard Karls Universität Tübingen:

?Wir brauchen auch eine spezifische Therapie gegen COVID-19. Die fehlt bisher gänzlich.?
Prof. Dr. Maria Vehreschild, Leiterin des Schwerpunkts Infektiologie an der Medizinischen Klinik II, Universitätsklinikum Frankfurt:

?Erstens, es wird ein Medikament benötigt, [...] das unkompliziert verabreichbar ist und die Hospitalisierung von Patient*innen verhindert, die im ambulanten Bereich neu erkrankt sind. Zweitens wird ein Medikament benötigt, das bei Patienten, die aufgrund der Schwere ihrer Erkrankung bereits hospitalisiert sind, die Notwendigkeit einer Beatmung verhindert. Und drittens müssen die Mechanismen, die den verschiedenen Formen des sogenannten Long-COVID zugrunde liegen aufgeklärt und gezielte Therapien entwickelt und geprüft werden.?

Prof. Dr. Bernd Salzberger, Bereichsleiter Infektiologie, Universitätsklinikum Regensburg:

?Was ich brennend gerne wissen würde: Welche Mechanismen SARS-CoV-2 benutzt, um die Immunantwort zu unterlaufen. Wie SARS-CoV-2 die schwere Inflammation und Schädigung der Lunge bei den schweren COVID-Erkrankungen verursacht. Die Kenntnis dieser Mechanismen könnte ein Ansatzpunkt für eine Therapie sein.?

Über die Langzeitfolgen wissen wir wenig, vor allem bei Kindern
Prof. Dr. Gérard Krause, Leiter der Abteilung Epidemiologie, Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI), Braunschweig:


?Wichtige Fragen sind aus meiner Sicht immer noch: Wie hoch ist die Krankheitslast der chronischen Spätfolgen von SARS-CoV-2-Infektionen, und wie verteilt sie sich auf die unterschiedlichen Gruppen (Alter, Geschlecht, Vorerkrankungen, Sozioökonomischer Status)? Wie hoch ist die Krankheitslast der Maßnahmen gegen die Pandemie (Schulschließung, Mobilitätseinschränkung, Stilllegung bestimmter Dienstleistungen, Homeoffice und weitere), und wie verteilt sie sich auf die unterschiedlichen Gruppen (Alter, Geschlecht, Vorerkrankungen, sozioökonomischer Status)? [...]?

Prof. Dr. Holger F. Rabenau, Technischer Leiter des Bereichs klinische Virologie und Leiter des Bereichs Infektionsserologie, Virusisolierung und Elektronenmikroskopie, Universitätsklinikum Frankfurt:

Wie schaffen wir es, ärmere Länder beim Impfen zu unterstützen und damit insgesamt auch die globale Viruszirkulation und Entstehung neuer Varianten zu bremsen? Dr. Andreas Bergthaler
?Eine [...] besonders wichtige Frage ist die der COVID-19-bedingten (akut und post-COVID-19) Krankheitslast bei Kindern. Dazu gibt es bereits zahlreiche Studien, mit zum Teil recht diskrepanten Ergebnissen. [...] Besser vergleichbare Daten (unter Einbeziehung von geeigneten Kontrollkollektiven) würden wesentliche Argumente in der Diskussion zum Thema ?Impfung von Kindern? beitragen.?

PD Dr. Julian Schulze zur Wiesch, Leitender Oberarzt Sektion Infektiologie und Leiter des Ambulanzzentrum Virushepatologie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), Hamburg:

?Wir fangen erst an, mögliche medizinische Kollateralschäden durch die veränderte Gesundheitsvorsorge oder die veränderte Inanspruchnahme des Gesundheitssystems, wie zum Beispiel Vorsorgeuntersuchungen, durch verändertes Gesundheitsverhalten (weniger Sport, mehr Alkohol) oder aber auch durch Stress und Einsamkeit (vermehrtes Auftreten von psychiatrischen Erkrankungen) zu untersuchen.?

Globale Probleme lassen sich nicht lokal lösen
Dr. Andreas Bergthaler, Leiter der Forschungsgruppe Virale Pathogenese und antivirale Immunantworten, Forschungsinstitut für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (CeMM), Wien, Österreich:

?Wie schaffen wir es, ärmere Länder beim Impfen zu unterstützen und damit insgesamt auch die globale Viruszirkulation und Entstehung neuer Varianten zu bremsen??

Prof. Dr. Eva Rehfuess, Leiterin des Lehrstuhls für Public Health und Versorgungsforschung, Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU):

Wie muss unsere Gesellschaft, unsere Politik und unsere Wirtschaft organisiert sein, damit solche Krisen nicht mehr eintreten? Prof. Dr. Barbara Prainsack
?Wie wirken unterschiedliche (Risiko-)Kommunikationsmaßnahmen auf den Pandemieverlauf? Wie wirken unterschiedliche Formen der wissenschaftlichen Politikberatung (im internationalen Vergleich) auf den Pandemieverlauf? Welche Maßnahmen können soziale Ungleichheiten im Pandemieverlauf am wirksamsten reduzieren??

Prof. Dr. Barbara Prainsack, Department of Global Health & Social Medicine, King's College London, Mitglied der Ethikgruppe der britischen DNA-Datenbank, UK National Criminal Intelligence DNA Database, Mitglied der European Group on Ethics and New Technologies und Mitglied der österreichischen Bioethikkommission:

?Ein beträchtlicher Teil der Auswirkungen der COVID-19 Pandemie ist auf die Art zurückzuführen, wie wir leben und wirtschaften. Eine wichtige Frage für die uns bevorstehende Zukunft lautet daher: Wie muss unsere Gesellschaft, unsere Politik und unsere Wirtschaft organisiert sein, damit solche Krisen nicht mehr eintreten??

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Pro & Contra: Was spricht für eine Impfpflicht und was dagegen? Die wichtigsten Argumente
Christian Beneker, Medscape



Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat in seinem Land die Impfpflicht für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheitswesen und beim Pflegepersonal in Pflegeheimen durchgesetzt. In Russland müssen Arbeitgeber nachweisen, dass mindestens 60% ihrer Belegschaft geimpft ist, England verpflichtet die Pflegekräfte in Heimen zur Impfung gegen das Coronavirus.

In Deutschland dagegen lehnt die Politik die allgemeine Impfpflicht weiterhin ab, auch wenn Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) die Pflicht für Pflegekräfte erst kürzlich aufs Tapet gebracht hat. Welche sind die wichtigsten Gründe für die Pflicht zur Corona-Impfung ? und welche sprechen dagegen?

Pro Impfpflicht
Impfen hilft erwiesenermaßen. Masern, Grippe, Diphtherie oder Kinderlähmung können durch entsprechende Impfungen wirksam bekämpft oder konnten sogar ganz ausgerottet werden. 1979 erklärte die Weltgesundheitsorganisation WHO die Pocken für ausgerottet. Dies war Ergebnis einer Impfpflicht gegen Pocken auch in Deutschland. Mitte der 1970er-Jahre wurde sie in Deutschland aufgehoben.

Die Impfungen von Kindern gegen Diphtherie haben die Krankheit in Deutschland weit zurückgedrängt. Laut Robert Koch-Institut (RKI) konnte die Polio-Impfung die Polio-Fälle heute im Vergleich zu den 1980er-Jahren um 99,9% verringern. Seit 2002 gilt Europa von der WHO als Polio-frei zertifiziert. Mit verpflichtenden Impfungen könnte dies auch ein Fernziel für die Corona-Impfungen sein.

Impfen minimiert die Gefährdung anderer. Das Bundesverfassungsgericht hat bereits auf Eilanträge gegen die Masern-Impfung das Argument gebracht, dass ?Impfungen gegen Masern (?) nicht nur das Individuum gegen die Erkrankung schützen, sondern gleichzeitig die Weiterverbreitung der Krankheit in der Bevölkerung verhindern (?). Auf diese Weise können auch Personen geschützt werde, die aus medizinischen Gründen selbst nicht geimpft werden können, bei denen aber schwere klinische Verläufe bei einer Infektion drohen.? Dieses Argument dürfte auch für Corona-Impfungen gelten. In Sachen Impfung gilt: Es geht um gesellschaftliche Solidarität.

Contra Impfpflicht
Nebenwirkungen sind nicht 100%tig auszuschließen. Weil die Impfstoffe in zu kurzer Zeit entwickelt und getestet wurden, seien die Folgen unabsehbar, bemängeln Kritiker der Impfung und einer Impfpflicht. Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) spricht zwar nur von leichten Reaktionen innerhalb von höchstens 2 Tagen nach der Impfung. Aber wie sich eventuelle Langzeitfolgen ausnehmen werden, liegt tatsächlich im Dunkeln. Andererseits dürften mit kaum einem Impfstoff so umfangreiche Erfahrungen gemacht worden sein, wie mit den Impfstoffen gegen eine Corona-Infektion.

Auch Geimpfte sind vielleicht weiter ansteckend. Dass Geimpfte überhaupt nicht mehr ansteckend sind, ist zumindest für die Impfstoffe BioNTech/Pfizer und Moderna nicht nachgewiesen. Geimpfte sind damit nur klinisch immun, nicht aber steril immun. Nicht Geimpfte dürften infolgedessen nicht als Gefährdung anderer betrachtet werden. Ihr Verhalten wäre dann auch nicht unsolidarisch, weil nicht erwiesen ist, wie sehr die Gefährdung anderer durch eine Impfung wirklich minimiert wird.

Die Impfpflicht greift zu stark in die Grundrechte und die individuelle Freiheit der Bürgerinnen und Bürger ein. Ist die Pandemie Grund genug, die individuelle bürgerliche Freiheit zu begrenzen? Das Grundgesetz garantiert: ?Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit? (Art. 2). Dieses Recht kann aber unter Umständen hintangestellt werden, so das Grundgesetz. Denn zwar heißt es, ?die Freiheit der Person ist unverletzlich?. Aber der Text fährt fort: ?In diese Rechte darf nur aufgrund eines Gesetzes eingegriffen werden.?

Tatsächlich existiert aber bisher keine Rechtsgrundlage für eine Impfpflicht gegen das Corona-Virus. Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) sieht eine Impfpflicht nur gegen Masern vor. Eine Impfpflicht gegen Corona könnte sich nicht auf das IfSG berufen, weil es Impfungen nur für ?bedrohte Teile der Bevölkerung? anordnen könnte. Kurz: Eine allgemeine Impfpflicht zur Herstellung einer Herdenimmunität müsste der Bundestag beschließen.

Die Alternativen zur allgemeinen Impfpflicht
Und wäre die Impfpflicht nur für bestimmte Gruppen eine Lösung, also nur etwa für Gesundheitspersonal oder Lehrkräfte? Die Vorsitzende des deutschen Ethikrates, Prof. Dr. Alena Buyx, spricht sich auch in diesen Fällen gegen die Impfpflicht aus. Zwar habe der Ethikrat sich vorsichtig einer berufsbezogenen Impfpflicht in sehr engen Grenzen geöffnet, sie aber nur unter bestimmten Umständen befürwortet. ?Allerdings würde ich sagen, dass diese Umstände gar nicht zutreffen?, sagte Buyx am 13. Juli der ARD-Tagesschau . Die Impfraten seien in Deutschland bei den meisten in Frage kommenden Berufsgruppen gut. ?Beim Gesundheitspersonal und bei den Lehrerrinnen und Lehrern habe wir wirklich super Impfraten?, sagte Buyx.

Beim Gesundheitspersonal und bei den Lehrerrinnen und Lehrern habe wir wirklich super Impfraten. Prof. Dr. Alena Buyx
Die Juristin Prof. Dr. Johanna Wolff von der Freien Universität favorisiert emotionalisierend vermittelnde Informationen über die Impfung. Denn das IfSG ermögliche, ?die Bevölkerung zielgruppenspezifisch über die Bedeutung von Schutzimpfungen? zu informieren. Allerdings distanziert sich Wolff von Schockbildern, wie sie etwa auf Zigarettenschachteln zu sehen sind.

Neben der Information könne es auch hilfreich sein, die Schwelle zu senken und den Weg zur Impfung breiter und bequemer zu machen. In Berlin hat man damit bereits begonnen. Dort wird die Corona-Impfung auch in einer IKEA-Filiale angeboten.

Eine allgemeine Impfpflicht sei das schwerwiegendste Instrument, um die Durchimpfungsrate zu steigern, sagt Wolff. Aber keineswegs das einzige.

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Donnerstag, 29. Juli 2021
100, 200, 300 ? welche Inzidenz ist tolerabel?
Impf-Nebenwirkungen und Ausfälle bei Klinikpersonal; Biomarker für Herzschäden


Update vom 29. Juli 2021
Laut RKI steigen wichtige epidemiologische Parameter der SARS-CoV-2-Pandemie weiter an. Das Institut berichtet von 3.520 Neuinfektionen. Vor einer Woche waren es noch 1.890. Auch die 7-Tage-Inzidenz erhöht sich auf 16 von 12,2 in der Vorwoche. In den letzten 24 Stunden sind 10 Patienten in Zusammenhang mit COVID-19 gestorben, vor 7 Tagen waren es 42.

Nebenwirkungen und Arbeitsausfälle durch Impfung von Klinikpersonal

Herzschäden durch COVID-19: Biomarker als Frühwarnsystem entdeckt

Welche Inzidenz können wir uns erlauben?

Hospitalisierungsrate als Indikator zu langsam? Vergleiche zur 1. und 2. Welle

100 oder 200 Inzidenz als neue Grenzwerte?

Nebenwirkungen und Arbeitsausfälle durch Impfung von Klinikpersonal
Mitarbeiter in Kliniken und Pflegeeinrichtungen waren unter den ersten, die sich gegen COVID-19 impfen lassen konnten. Eine in der Deutschen Medizinischen Wochenschrift erschienene Umfrage am Uniklinikum Freiburg hat nun ermittelt, wie häufig bei Mitarbeitern Nebenwirkungen auftraten, wie stark diese ausfielen und wie häufig es infolge zu Arbeitsausfällen kam.

Befragt wurden 555 Mitarbeiter, die mit BNT162b2 von BioNTech/Pfizer geimpft wurden. Der Altersdurchschnitt lag bei etwa 40 Jahren, 56 % der Befragten waren weiblich, 44,3 % gehörten zum ärztlichen, 42,9 % zum pflegerischen Dienst und 12,8 % waren anderen Berufsgruppen mit COVID-19-Patientenkontakt zuzuordnen. Die meisten der Befragten gaben Schmerzen an der Einstichstelle, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Müdigkeit als typische Nebenwirkungen an.

?Diese Symptome gehen auf die erwünschte Aktivierung des Immunsystems zurück und sind auch von anderen Impfungen bekannt?, sagt PD Dr. Johannes Kalbhenn von der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin des Universitätsklinikums Freiburg, Erstautor der Studie. Laut Selbstauskunft waren die Nebenwirkungen jedoch meist nur leicht oder mittelstark ausgeprägt.

Am häufigsten (90%) berichteten die Befragten von Schmerzen an der Einstichstelle. Der Anteil hiervon Betroffener war nach der Erst- und Zweitimpfung gleich hoch. Dann folgten Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen, die nach der zweiten Impfdosis jeweils wesentlich häufiger und stärker ausgeprägt waren als nach der ersten. So wurden etwa Kopfschmerzen nach der ersten Impfung auf einer Skala von 0 bis 10 im Mittel mit 1 bewertet, nach der zweiten Impfung mit 2,6. Die Müdigkeit stieg von 1,8 auf 3,6. Bei allen Symptomen waren jüngere Geimpfte zudem stärker betroffen als ältere. Männer und Frauen reagierten dagegen nicht unterschiedlich.

79% der Teilnehmenden bezeichneten die erste Impfung als gut verträglich, bei der 2. Impfung sank dieser Wert auf 50% ab. ?Nur 2% der Befragten blieben sowohl nach der ersten als auch nach der zweiten Impfung völlig frei von Nebenwirkungen?, sagt Kalbhenn. Dennoch fand die Impfung eine hohe Akzeptanz: 95% gaben an, dass sie sich wieder impfen lassen würden.

Erhoben wurde auch, wie stark sich die Impfung auf die Arbeitsfähigkeit des Klinikpersonals auswirkte. Waren nach der ersten Impfdosis nur 2,2% mindestens einen Tag arbeitsunfähig, stieg der Anteil nach der zweiten Dosis auf 19,5% an ? ein für die Logistik in den Kliniken durchaus bedeutsamer Wert, schreiben die Autoren. Wenn fast 20% der geimpften Mitarbeiter für mindestens einen Tag ausfallen, sollte das bei der Planung von Impfkampagnen berücksichtigt werden, empfehlen sie.

Herzschäden durch COVID-19: Biomarker als Frühwarnsystem entdeckt
SARS-CoV-2 gefährdet nicht nur Lunge und Nieren, sondern auch Herz und Gefäße. Patienten mit vorbestehenden Herzerkrankungen können besonders schwer von einer Lungenentzündung und einem akuten Lungenversagen (ARDS) im Zuge einer COVID-19-Erkrankung betroffen sein.

Welche Patienten besonders gefährdet sind lässt sich künftig womöglich frühzeitig bestimmen. Wissenschaftler des Instituts für Molekulare und Translationale Therapiestrategien (IMTTS) der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) identifizierten mit sogenannten nicht kodierenden Mikro-RNAs (miRs) Biomarker mit Vorhersagepotenzial für kardiovaskuläre Schäden bei schwerstkranken COVID-19-Patienten, berichtet die Deutsche Herzstiftung.

Das Forscherteam um Prof. Dr. Dr. Thomas Thum hatten die Mikro-RNA-Konzentrationen im Blutserum von 38 kritisch kranken intensivmedizinisch beatmeten COVID-19-Patienten mit Lungenentzündung untersucht und die Ergebnisse mit denen der Kontrollgruppen aus 28 intensivpflichtigen Influenza-Patienten mit ARDS und 47 gesunden Probanden verglichen.

Die Untersuchungen ergaben, dass bei den COVID-19-Intensivpatienten entzündungsfördernde miRs wie miR-155 und herzmuskelspezifische miRs, sogenannte myomiRs wie miR-208a und miR-499 signifikant hochreguliert waren.

Auch miR-21 ? die mit Fibrosen einher geht ? war bei den COVID-19-Patienten erhöht. ?Die Ergebnisse zeigen, dass der gezielte Nachweis von miRs-Profilen im Blut eine sehr differenzierte Unterscheidung kritisch kranker COVID-19-Patienten von schwer kranken Influenza-ARDS-Patienten und Gesunden erlaubt?, erklärt Thum.

Die Studienergebnisse könnten dem Forscherteam nach sowohl Konsequenzen für die Behandlung von akut erkrankten COVID-19-Patienten haben, als auch für die Nachsorge von Genesenen. Der Ansatz könnte zudem für neue Therapien von Nutzen sein: Mit Mikro-RNAs könnte der Rezeptor, der SARS-CoV-2 in die Herzmuskelzellen oder die Lungenzellen aufnimmt, reguliert und so verhindert werden, dass das Virus in die Zellen aufgenommen werden könne.

Welche Inzidenz können wir uns erlauben?
Noch liegt die Gesamtinzidenz für Deutschland relativ niedrig, dennoch sind wieder exponentielle Wachstumsraten von rund 50% pro Woche erreicht. Setzt sich der Trend fort, dürfte im September eine bundesweite Inzidenz von 700 erreicht sein. Dennoch entspricht eine Inzidenz von 16 aufgrund der gestiegenen Impfquote nicht mehr einer Inzidenz von 16 vorheriger Wellen.

Welche Grenzen sollen zukünftig gelten? Diese brisante Frage diskutierten Experten bei einer Presseveranstaltung des Science Media Centers (SMC) am vergangenen Dienstag.

?In allen europäischen Ländern geht man jetzt in eine Phase über, wo die meisten Leute, die das wollen, geimpft sein werden und sich das Virus wahrscheinlich stärker ausbreiten wird. Zu einem gewissen Zeitpunkt wird die Inzidenz relativ hoch sein?, sagte Prof. Dr. Christian Althaus
Leiter der Forschungsgruppe Immuno-Epidemiologie, Institut für Sozial- und Präventimedizin (ISPM), Universität Bern, Schweiz, bei der Veranstaltung des SMC.

Es sei vorläufig noch schwierig abzuschätzen, wie stark dadurch die Belastung des Gesundheitssystems werde. Aber ein sehr deutlicher Indikator seien die Hospitalisierung. In der Schweiz sei man davon abgekommen, strikte Grenzwerte zu den bestätigten Fällen zu nutzen, so Althaus. Zu groß seien die Probleme, die die Zahlen beeinflussen können (Testregime, Art der Tests, Ferien). Maßgeblich ist in der Schweiz stattdessen die Zahl der täglichen Hospitalisierungen. Ist eine Grenze von 120 täglichen Krankenhausaufnahmen erreicht, werde das zu weiteren Maßnahmen führen.

Hochgerechnet auf Deutschland wären das 1200 Krankenhauseinweisungen aufgrund von COVID-19 pro Tag. Das entspräche 8400 Aufnahmen pro Woche. Prof. Dr. Reinhard Busse, Leiter des Fachgebiets Management im Gesundheitswesen, an der TU Berlin, und Mitglied des Fachbeirates des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) erinnerte daran, dass es am Jahresende 2020 zu 14 000 Krankenhausaufnahmen pro Woche gekommen war.

Sind Hospitalisierungsraten als Indikator zu langsam: Vergleiche zur 1. und 2. Welle
Stationäre und intensivmedizinische Behandlungen in Deutschland zeigen, dass bei der 1. Welle noch 21% der Infizierten ins Krankenhaus kamen, 30% davon auf ITS, das entsprach 6% der Infizierten.

In der 2. Welle kamen 11% ins Krankenhaus, 21% auf ITS, das waren 2,3% aller Infizierten. In der dritten Welle kamen 8% in die Klinik, davon 24% auf ITS, das entspricht 2% aller Infizierten.

In Großbritannien und den Niederlanden läuft bereits die 4. Welle. Die Inzidenz in GB ist ähnlich hoch wie in Deutschland um Silvester. Bei den Krankenhausaufnahmen zeigt sich aber, dass es in GB derzeit viel weniger Hospitalisierungen gibt.

Lag die Hospitalisierungsrate in GB in der 2. und 3. Welle noch bei 7%, liegt sie jetzt bei 2%. Nicht verändert hat sich allerdings der Anteil derjenigen, die auf ITS behandelt oder beatmet werden müssen. Die Situation in den Niederlanden sei ähnlich, berichtete Busse, der die Entwicklung bei den ITS-Aufnahmen untersucht hatte.

Bei anfänglich niedriger Inzidenz (40) in der 1. Welle kam es zu sehr vielen ITS-Aufnahmen. In der 2. und 3. Welle waren in den Niederlanden mit Inzidenzen von 300 die Aufnahmen auf ITS ähnlich. ?Jetzt in der 4. Welle zeigen sich Inzidenz-Höchstwerte von >350. Die Krankenhausaufnahmen liegen aber um den Faktor 3 niedriger als in den letzten Wellen?, berichtet Busse.

Inzidenzen sind ein schneller Indikator, aber laufen Hospitalisierungsraten dem aktuellen Pandemiegeschehen nicht viel zu lange hinterher, um wirklich eine präzise Aussage liefern? Althaus betont, dass eine zeitnahe Erhebung der Daten sehr wichtig ist.

In der Schweiz gebe es eine altersabhängige, regionale Aufsplittung der Hospitalisierungen mit sehr geringer Verzögerung. Althaus erinnert an folgende Dynamik einer typischen COIVD-19-Erkrankung:

Infizierte entwickeln in der Regel 5 Tage nach einer Infektion Symptome

meist lassen sie sich am 7. oder 8. Tag testen

das Ergebnis wird am 9. Tag erfasst

müssen Infizierte in die Klinik, geschiet dies meist am 10. oder 11. Tag.

?Insofern ist die Zeit zwischen dem bestätigten Fall und der Hospitalisierung nicht so groß.? Man erhalte ein sehr präzises Bild. ?In der Schweiz gibt es jetzt 10 Hospitalisierungen pro Tag; man erkennt durchaus die Trends, wie schnell sich diese Zahlen verdoppeln. Sieht man eine wöchentliche Verdoppelung, dann ist klar, dass man handeln muss. Aber wenn diese Zahlen langsam steigen, dann bleibt Zeit, um zu reagieren.?

?Die Frage welche Inzidenzen wir uns leisten können ist leider nicht so leicht zu beantworten?, sagte Prof. Dr. Andreas Schuppert, Leiter des Lehrstuhls für Computational Biomedicine am Aachen Institute for Advanced Study in Computational Engineering Science (AICES), Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (RWTH). Schuppert führt das auf die relative komplexe Ausgangslage zurück. Viele Faktoren spielen eine Rolle: der Impfstatus, zum anderen das Risko, bei einer Infektion dann eine ITS-pflichtige Erkrankung zu entwickeln.

Betrachte man den derzeitigen Impfstatus, und wie viele Menschen in welchen Altersgruppen noch nicht immunisiert seien, also bei Erkrankung ein Risiko hätten, in die Klinik zu kommen, zeige sich, dass ?eine erschreckend große Zahl von Menschen trotz unserer Impfkampagne bisher nur schwach geschützt ist?, so Schuppert.

20 Millionen Menschen hätten noch ein Risiko, auf der Intensivstation zu landen. Wende man die Risikofaktoren auf diese Zahlen an, dann komme man auf 200.000 Menschen zwischen 18 und 59 Jahren und 182.000 Menschen über 60, die dann im Lauf der Zeit noch auf der Intensivstation landen, wenn sich keine dramatischen Änderungen in der Aufnahmepraxis ergäben. Und wenn alle, die nicht durch Impfung oder Genesung geschützt sind, infiziert werden.

100 oder 200 Inzidenz als neue Grenzwerte?
Folgende Aspekte spielen eine Rolle, bei der Diskussion, ob man sich eine höhere Inzidenz erlauben kann:

die Impfquote (1. und 2. Impfung)

der Impfschutz vor Infektion

die Altersverteilung der Infektionen

die Quote der Genesenen

und die Dunkelziffer.


Welchen Multiplikationsfaktor für einen verkraftbaren Inzidenzwert ? im Vergleich zur 2. und 3. Welle ? könne man sich nun im Sommer 2021 erlauben? Für sein Modell hat Schuppert angenommen, dass sich die Infektionen auf alle nicht immunisierten Menschen in jeder Altersgruppe gleichmäßig verteilen ? also nicht unter den Jüngeren besonders viele Infektionen auftreten.

Lege man die Impfquoten vom 23. Juli 2021 zugrunde, komme man auf einen Faktor 2,5 bis 3. Der ist allerdings davon abhängig, wie hoch der Impfschutz durch das jeweilige Vakzin ist. Ist der Impfschutz gering, wie es z.B. eher bei AstraZeneca-Impfungen berichtet wird, die in UK ja primär verimpft worden sind, wird es mehr Infektionen geben, die aber milde verlaufen. ?Wir können dann eine höhere Inzidenz formal verkraften, die dann nicht auf die Intensivstationen durchschlägt?, so Schuppert.

Werde stärker geimpft ? und man nehme z.B. in der 35-bis 60 Jahre-Kohorte eine Durchimpfung von 75% an (85% sind es heute schon in der Kohorte 60 plus), könne man bis auf einen Faktor 4 gehen.

Sollte es gelingen, die Impfquoten noch deutlich höher zu treiben, etwa auf 85% in der Altersgruppe zwischen 35 und 60 Jahren (auch wenn 95% in der Gruppe 60 plus sicher ein Traumziel seien), dann könnten bei gleicher Belastung der ITS noch einmal deutlich höhere Inzidenzen verkraftet werden.

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Wieviel Kraftsport ist gesund? Welche Kombi am besten das Herz stärkt und vor Krebs und Diabetes schützt ? ein Review
Marc Fröhling



Wie viel Kraftsport ist gesund? Ein aktuelles Review ist der Frage nach dem richtigen Maß an Krafttraining nachgegangen, mit dem positive Effekte bei der Prävention klassischer Volkskrankheiten erzielt werden können.

Kombination von Kraft- und Ausdauertraining

Dass körperliche Aktivität der Vorbeugung bestimmter Volkskrankheiten wie Herz-Kreislauferkrankungen, Schlaganfall, Typ-2-Diabetes und Krebs dient, gilt als wissenschaftlich gut belegt. Ungeklärt war bislang dagegen die Frage nach den genauen Auswirkungen von Kraftsport auf diese Erkrankungen.

Eine Übersichtsarbeit von Edward L. Giovannucci, Harvard T.H. Chan School of Public Health, Boston, Massachusetts, USA, und seinen Kollegen hat sich nun speziell mit dem gesundheitlichen Nutzen von Krafttraining auseinandergesetzt. Die Arbeit ist im Journal of Internal Medicine erschienen [1]. Die Forschenden aus Boston und São Paulo haben hierfür große epidemiologische Studien auf ihre Evidenz hin untersucht.

Die aktuellen WHO-Richtlinien zur Bewegung empfehlen derzeit wöchentlich 150 bis 300 Minuten mäßiges Ausdauertraining, bei Training mit hoher Intensität reicht die Hälfte der Zeit aus.

Optimal ist es, so eine zentrale Schlussfolgerung des Reviews, wenn Krafttraining und aerobes Ausdauertraining in Kombination ausgeübt werden. Dabei reicht ein Training von 1 bis 2 Stunden in der Woche aus, um positive Effekte bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes und bestimmten Krebsarten zu erzielen.

Auch die Gesamtmortalität wird demnach maßgeblich gesenkt. Als wahrscheinlichste Mechanismen, die durch Krafttraining positiv beeinflusst werden, nennen die Autoren die Verbesserung der Körperzusammensetzung, des Lipidprofils, der Insulinresistenz und der Entzündungswerte.

Häufigeres Training war in den meisten untersuchten Studien nicht mit einem geringeren Erkrankungsrisiko verknüpft, in manchen Fällen hatte häufigeres Training gar schädliche Auswirkungen. Giovannucci und seine Kollegen raten ab einer wöchentlichen Trainingsdauer von über 2,5 Stunden zur Vorsicht.

Einfluss von Krafttraining auf das kardiovaskuläre Risiko
Das Forschungsteam hat für ihr Review unter anderem Daten aus der Health Professionals Follow-up Study (HPFS) und der Women?s Health Study (WHS) untersucht.

In ersterer wurden 30.000 Männer 8 Jahre lang nachbeobachtet. Mit Blick auf die Entwicklung einer koronaren Herzkrankheit zeigte sich, dass ein wöchentliches Krafttraining von mindestens einer halben Stunde Dauer mit einem um 23% geringeren Risiko assoziiert war.

Auch in der Women?s Health Study konnten diejenigen der rund 36.000 Teilnehmerinnen, die in jedweder Form Krafttraining ausgeübt haben, das kardiovaskuläre Risiko um relative 17% senken. Bei Frauen, die dazu mindestens zweimal in der Woche ihre Ausdauer trainiert haben, erhöhte sich die Risikoreduktion auf 39%. In Bezug auf die Reduktion kardiovaskuläre Erkrankungen zeigte sich bei höheren Trainingsfrequenzen kein größerer Effekt.

Diabetes: Geringeres Risiko bei steigender Trainingsfrequenz
Obwohl es nur eine begrenzte Anzahl an Studien gibt, die sich mit der Auswirkung von Kraftsport auf das Diabetes-Risiko beschäftigen, zeigen die verfügbaren prospektiven Kohortenstudien, dass muskelstärkende Aktivitäten anscheinend mit einem verringerten Risiko einhergehen, an einem Typ-2-Diabetes zu erkranken.

So zeigen beispielsweise die Daten der HPF-Studie, dass Männer, die in der Woche mindestens 2,5 Stunden sowohl Ausdauer- als auch Krafttraining ausübten, das geringste Risiko aufwiesen, innerhalb der nächsten 18 Jahre einen Typ-2-Diabetes zu entwickeln.

Unabhängig von anderen körperlichen Trainings war in der WH-Studie jede Art von ausgeübtem Kraftsport mit einem um 30% niedrigeren Diabetes-Risiko verknüpft.

Auch eine Auswertung der Nurses? Health Study (100.000 Teilnehmerinnen) zeigte: Bei einem wöchentlichen aeroben Training von 2,5 Stunden Dauer und einer weiteren Stunde Krafttraining, sank das Diabetesrisiko bei den Teilnehmerinnen um relative 67%.

Beim Diabetes zeigte sich als einzige der untersuchten Krankheiten, dass das Erkrankungsrisiko mit gesteigerter Trainingsfrequenz abnimmt:

< 30 Minuten Krafttraining/Woche: Risikoreduktion um relative 14%.

1 bis 2 Stunden Krafttraining/Woche: Risikoreduktion um relative 20%.

> 2,5 Stunden Krafttraining/Woche: Risikoreduktion um relative 37%.

Darüber hinaus merkten die Autoren an, dass weitere Studien erforderlich sind, die den Zusammenhang zwischen muskelkräftigenden Aktivitäten und dem Typ-2-Diabetes-Risiko auch in diverseren Bevölkerungsgruppen beschreiben.

Widersprüchliche Effekte mit Blick auf die Krebsmortalität
Widersprüchliche Effekte stellten die Forschenden mit Blick auf Krafttraining und die Krebsmortalität fest. So hatte weder in der WH-Studie noch in der Cancer Prevention Study-II Nutrition Cohort ein mindestens 60-minütiges Training in der Woche einen Effekt auf die Krebsmortalität der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Bei der Auswertung der US-amerikanischen National Health Interview Survey (NHIS) zeigten die Daten jedoch eine Risikoreduktion um 19%, an jeglicher Art von Krebs zu versterben, wenn wöchentlich mindestens 2 Kraftsporteinheiten ausgeübt wurden. Eine Analyse britischer Kohortenstudien zeigte eine Risikoreduktion um 32%.

Giovannucci und seine Kollegen weisen dabei auf die besonders lange Nachbeobachtungszeit der Studien hin, in denen keinerlei Effekt beobachtet werden konnte. Mit Blick auf die einzelnen Tumorarten stellten sie bei Darm-, Nieren- und Blasenkrebs den größten Einfluss von Krafttraining fest.

Auswirkungen auf die Gesamtmortalität
Keinen Einfluss auf die Gesamtmortalität liefert die NHANES-Studie (National Health and Nutrition Examination). Hier konnte mindestens zweimal in der Woche ausgeübtes Krafttraining nicht mit der Gesamtmortalität in Verbindung gebracht werden.

Bei der US-amerikanischen NHI-Studie dagegen zeigte sich mit Blick auf die Gesamtmortalität eine Reduktion des Risikos um relative 19%, bei einer weiteren Studie betrug die Risikoreduktion sogar 35%.

Außerdem hebt das Forschungsteam folgende Erkenntnis hervor: Eine Studie mit älteren Frauen zeigte bei der Assoziation von Krafttraining und der Gesamtmortalität eine J-förmige Kurve mit dem geringsten Sterberisiko bei einer Trainingsfrequenz von 82 Minuten in der Woche.

Dieser Artikel ist im Original erschienen auf Coliquio.de.

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Donnerstag, 29. Juli 2021
Der Durchbruch in der Corona-Behandlung?
Göttinger Forscher entwickeln hochwirksame Antikörper aus Genen von Alpakas. Meine alte Unistadt ist halt immer noch für eine Überraschung gut, in diesem Fall ein Institut, das wir als Jungautonome mal mit Antigentech-Parolen besprüht hatten:

https://www.mpg.de/17264487/0722nanobodies

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Montag, 26. Juli 2021
Covid19: Update der Medscape-Informationen
Deutschland kommt besser durch Krise als andere EU-Länder

Parodontose verstärkt bei Übergewichtigen deutlich das Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf

Rote-Hand-Brief von BioNTech und Moderna: Kardiologen nehmen Stellung zu Herzmuskelentzündung

Kardiologen beunruhigt durch niedrige Impfquote

Auf Azithromycin bei der Behandlung ambulanter COVID-19 Patienten verzichten

HIV bleibt wichtiger Risikofaktor für schweren COVID-19-Verlauf

Laut RKI steigen wichtige epidemiologische Parameter der SARS-CoV-2-Pandemie wieder an. Das Institut berichtet von 958 Neuinfektionen. Vor einer Woche waren es noch 546. Auch die 7-Tage-Inzidenz erhöht sich auf 14,3 von 10,3 in der Vorwoche. In den letzten 24 Stunden sind 3 Patienten in Zusammenhang mit COVID-19 gestorben, vor 7 Tagen war es 1 Patient. Bekanntlich sind die Montagswerte wegen eines möglichen Zeitverzugs der Gesundheitsämter weniger aussagekräftig.

Deutschland kommt besser durch Krise als andere EU-Länder
Deutschland ist trotz schwieriger Ausgangslage bislang besser als andere europäische Länder durch die Corona-Pandemie gekommen. Das ergab eine Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der Privaten Krankenversicherung (WIP). In der Analyse wurde der Pandemie-Verlauf in 15 Ländern untersucht.

Die Ergebnisse zeigen, dass Deutschland innerhalb dieser Gruppe bis heute die drittniedrigsten Infektionszahlen und die fünftwenigsten COVID-19-bedingten Todesfälle aufweist. Bemerkenswert ist das vor allem im Hinblick auf die Altersstruktur und dem hohen Anteil von Menschen mit Vorerkrankungen in Deutschland.

Dass die Fallsterblichkeit mit 2,4% konstant und vergleichsweise niedrig lag, deute auf eine gute Versorgung der Patienten hin. Die Autoren führen das auf 2 Faktoren zurück. Einmal auf die außergewöhnlich hohe Zahl von Intensivbetten pro 100 000 Einwohner. ?Der Bedarf an Intensivbetten in Deutschland zu Hochzeiten hätte nicht gedeckt werden können, wenn wir die Intensivbettenkapazität von Belgien, Frankreich, Spanien oder Italien hätten?, betonte Institutsleiter Dr. Frank Wild auf einer Online-Pressekonferenz bei der Vorstellung der Analyse.

Als 2. Faktor nennen die Autoren den ambulanten Sektor. Laut Wild ergaben die europäischen Daten einen ?Zusammenhang zwischen einem höheren Anteil an ambulanter Versorgung und weniger Todesfällen?. Laut WIP-Analyse profitierten auch Dänemark und die Niederlande von einem starken ambulanten Sektor. Besser werden müsse Deutschland allerdings in den Bereichen Digitalisierung und Daten.


Parodontose verstärkt bei Übergewichtigen deutlich das Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf
Wer übergewichtig oder fettleibig ist und an Parodontose leidet, hat offenbar ein erhöhtes Risiko bei einer COVID-19-Erkrankung ins Krankenhaus zu müssen und an COVID-19 zu sterben. Das legen die Ergebnisse einer retrospektiven Studie im Journal of Dental Research nahe.

Die Forscher werteten die Daten von 58.897 Teilnehmern der UK Biobank aus, die zwischen März 2020 und Februar 2021 auf COVID-19 getestet wurden. Die parodentale Erkrankung wurde anhand von selbstberichteten Indikatoren der Mundgesundheit bewertet. Adipositas wurde durch den Body-Mass-Index (BMI) quantifiziert, und die Teilnehmer wurden als normalgewichtig (BMI, 18,5-24,9 kg/m2), übergewichtig (BMI, 25,0-29,9 kg/m2) und adipös (BMI, ≥30,0 kg/m2) kategorisiert.

Wer übergewichtig (OR:1,18; 95% KI, 1,12-1,24) oder fettleibig (OR: 1,33) war, wies ein höheres Infektionsrisiko auf als normalgewichtige Personen, deren Infektionsrisiko jedoch nicht durch Parodontose beeinflusst wurde. Die Raten der COVID-19-bedingten Krankenhausaufenthalte stiegen proportional mit der Höhe des BMI: Normalgewicht, 4,4 %; Übergewicht, 6,8 %; Adipositas, 10,1 %.

Adipöse Personen mit parodontaler Erkrankung allerdings hatten ein 57% höheres Risiko für eine Krankenhaus-Aufnahme (HR: 1,57; 95% KI, 1,25-1,97) verglichen mit Personen, die keine Parodontose aufwiesen.

In ähnlicher Weise stieg die mit COVID-19 assoziierte Sterblichkeitsrate proportional mit der Höhe des BMI: normalgewichtig, 1,9%; übergewichtig, 3,17 %; fettleibig, 4,5%. Darüber hinaus wiesen fettleibige Personen mit Parodontal-Erkrankungen ein signifikant höheres Sterberisiko auf (HR: 3,11) im Vergleich zu zahngesunden Personen.

Rote-Hand-Brief von BioNTech und Moderna: Kardiologen nehmen Stellung
Die DGK nimmt auch Stellung zum gemeinsamen Rote-Hand-Brief von BioNTtech und Moderna. Darin informierten die beiden Firmen in Abstimmung mit der Europäischen Arzneimittelagentur und dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI) darüber, dass zwischen einer Impfung mit einem mRNA-basierten Covid-19-Impfstoff und nachfolgender Myokarditis (Herzmuskelentzündung) oder Perikarditis (Herzbeutelentzündung) zumindest ein möglicher Zusammenhang besteht.

In dem Rote-Hand-Brief wird berichtet, dass bis zum 31. Mai im europäischen Wirtschaftsraum 145 Fälle von Myokarditis bei Personen, die mit Comirnaty, und 19 Fälle bei Personen, die mit Spikevax geimpft wurden, festgestellt wurden. Zusätzlich traten nach der Anwendung von Comirnaty 138 Fälle von Perikarditis auf und nach der Gabe von Spikevax 19 Fälle.

?Auch wenn der Zusammenhang vermutlich kausal ist, müssen wir diese Zahlen ins Verhältnis zu den verabreichten Impfdosen setzen?, betont Prof. Dr. Holger Thiele, künftiger Präsident der DGK.


Bis zum 31. Mai wurden im europäischen Wirtschaftsraum schätzungsweise 177 Millionen Dosen Comirnaty und 20 Millionen Dosen Spikevax verabreicht. ?Sowohl die Patienten als auch wir Ärztinnen und Ärzte müssen daher wachsam sein und auf die entsprechenden Symptome achten. Dennoch kann gar nicht oft genug betont werden, dass der Nutzen der Impfung die Risiken bei weitem überwiegt?, sagt der Kardiologe.

Kardiologen beunruhigt durch niedrige Impfquote
Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) zeigt sich beunruhigt über die niedrige Impfquote und weist darauf hin, dass eine 4. Welle der Corona-Pandemie vor allem für Menschen mit Herzerkrankungen eine große Gefahr birgt. Den sich verlangsamenden Impffortschritt und die große Zahl Ungeimpfter betrachtet die DGK mit ?wachsender Sorge?.

Nach Modellierungen muss ab spätestens Oktober mit einem exponentiellen Wachstum und einer 4. Welle unter den Erwachsenen gerechnet werden. Neue Virusvarianten und Lockerungen im Alltag und bei Großveranstaltungen befeuern diesen Trend. Eine niedrige Impfquote zu Beginn einer 4. Welle birgt gerade für Patienten mit Herzkreislauferkrankungen ein großes Risiko:

Patienten mit Herzkreislauferkrankungen haben bei einer COVID-Erkrankung ein 2- bis 3-fach erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf und Tod; die Sterblich-keit hospitalisierter herzkranker Patienten mit COVID-19 ist bis zu 11-fach erhöht.

Auch Geimpfte können sich erneut mit COVID-19 anstecken. Die DGK geht davon aus, dass herzkrankte Patienten deutlich häufiger schwere Verläufe erleiden als Herzgesunde; z.B. mussten bereits geimpfte Patienten mit Herzinsuffizienz 1,5 bis 5-mal so häufig wegen einer COVID-19-Infektion stationär behandelt werden, wie nicht geimpfte Herzgesunde.

Zudem deuten die Ergebnisse eines Preprints darauf hin, dass die Impfeffektivität bei Menschen mit Herzkreislauferkrankungen geringer ist.

Umso wichtiger, dass ein überwiegender Teil der Bevölkerung geimpft ist, bekräftigt DGK-Präsident Prof. Dr. Stephan Baldus: ?Eine Impfquote von über 80 Prozent hätte einen entscheidenden Effekt auf die oben genannten Punkte und stellt aus unserer Überzeugung einen ganz wesentlichen Hebel dar, um die Prognose herz- und kreislauferkrankter Patient*innen in der Pandemie zu verbessern.?

Auf Azithromycin bei der Behandlung ambulanter COVID-19 Patienten verzichten
Nach RECOVERY zeigt nun eine weitere, im JAMA publizierte randomisiert-klinische Studie, dass Azithromycin für die Behandlung von COVID-19-Patienten keinerlei Vorteile bringt. In das Antibiotikum waren zu Beginn der Pandemie große Hoffnungen gesetzt wurden.

Dr. Catherine E. Oldenburg und Kollegen von der University of California in San Francisko und Kollegen hatten untersucht, ob eine Einzeldosis Azithromycin bei ambulant behandelten COVID-19-Patienten die Dauer der Symptome abkürzen kann.

Sie schlossen 263 Patienten in die Studie ein. Die Teilnehmer mussten einen positiven SARS-CoV-2-Test innerhalb von 7 Tagen vor der Einschreibung aufweisen, waren ≥18 Jahre alt und wurden nicht stationär behandelt. Die Teilnehmer wurden zu einer oralen Einzeldosis von 1,2 g Azithromycin (n=171) oder Placebo (n=92) randomisiert.

Am Tag 14 nach Studienbeginn zeigte sich kein signifikanter Unterschied im Anteil der Teilnehmer, die symptomfrei waren (Azithromycin: 50%; Placebo: 50%; Prävalenzdifferenz 0%; 95% KI -14% bis 15%; p>0,99). Von 23 vorspezifizierten sekundären klinischen Endpunkten zeigten 18 keinen signifikanten Unterschied.

Bis zum Tag 21 waren 5 Teilnehmer in der Azithromycin-Gruppe hospitalisiert worden, verglichen mit keinem in der Placebo-Gruppe (Prävalenzdifferenz 4%; 95% KI -1% bis 9%; p=0,16). Nach der Zwischenanalyse wurde die Studie abgebrochen. Die Autoren halten fest, dass die Ergebnisse den routinemäßigen Einsatz von Azithromycin bei ambulanten Patienten mit COVID-19 nicht unterstützen.

HIV bleibt wichtiger Risikofaktor für schweren COVID-19-Verlauf
Eine HIV-Infektion ist offenbar ein wichtiger unabhängiger Risikofaktor für eine schweren COVID-19-Verlauf und ein erhöhtes Risiko daran zu sterben. Darauf deutet eine Analyse von Daten der WHO hin, die auf dem Kongress der International AIDS Society (IAS) vorgestellt wurde.

Länder mit einer hohen HIV-Prävalenz, insbesondere die auf dem afrikanischen Kontinent, haben derzeit nur begrenzten Zugang zu COVID-19-Impfstoffen.

Analysiert wurden die anonymisierten klinischen Daten von 268.412 Patienten, die in 37 Ländern mit laborbestätigter oder vermuteter COVID-19-Erkrankung stationär aufgenommen wurden und deren Fälle der ?WHO Global Clinical Platform for COVID-19? gemeldet wurden.

Unter den 168.649 stationär aufgenommenen Personen waren 15.522 (9,2 %) Menschen mit HIV/AIDS (PLWH). 91,8 % der PLWH erhielten eine antiretrovirale Therapie (ART) und 36,2 % wiesen eine schwere COVID-19-Erkrankung auf.

Eine HIV-Infektion war nach Bereinigung um Alter, Geschlecht und Komorbiditäten mit einem erhöhten Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf assoziiert (bereinigtes OR: 1,13; 95 %-KI: 1,09?1,17). Eine HIV-Infektion ist zudem mit einem erhöhten Risiko assoziiert, im Krankenhaus zu sterben: OR: 1,30; 95 %-KI: 1,24?1,36. Unter den PLWH waren nach Bereinigung um andere Risikofaktoren ein Alter von > 65 Jahren, männliches Geschlecht, Diabetes und Hypertonie unabhängig voneinander mit einem erhöhten Risiko für Mortalität im Krankenhaus und den Schweregrad der Erkrankung bei Aufnahme assoziiert.

Die Autoren halten fest, dass das erhöhte Risiko von Menschen mit HIV/AIDS bei der Priorisierung des SARS-CoV-2-Impfstoffs für gefährdete Gruppen berücksichtigt werden sollte

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Donnerstag, 22. Juli 2021
Die Zukunft von Covid 19
https://www.gmx.net/magazine/wissen/wissenschaft-technik/corona-zukunft-wissenschaftler-nennen-moegliche-szenarien-35978250

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Montag, 19. Juli 2021
Nochmal ein Splitter zum Thema Zytokinsturm als Impfschaden
https://www.tagesschau.de/faktenfinder/zytokinsturm-corona-101.html

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Das neueste zum Thema Covid
Dritte Impfung schon im Herbst?

Neues zu Schnelltests: Softdrinks beeinträchtigen Messungen

Neue Daten: Remdesivir verbessert Überleben bei COVID-19 nicht

Antikoagulation bei COVID-19: Profitieren mäßig kranke Patienten?

SARS-CoV-2 erhöht die Geburtenrate

UNAIDS: Schlimme Folgen der Pandemie für Menschen mit HIV/AIDS

Laut RKI steigen wichtige epidemiologische Parameter der SARS-CoV-2-Pandemie wieder an. Das Institut berichtet von 546 Neuinfektionen. Vor einer Woche waren es noch 324. Auch die 7-Tage-Inzidenz erhöht sich auf 10,3 von 6,4 in der Vorwoche. In den letzten 24 Stunden ist 1 Patient in Zusammenhang mit COVID-19 gestorben, vor 7 Tagen waren es 2. Bekanntlich sind die Montagswerte wegen eines möglichen Zeitverzugs der Gesundheitsämter weniger aussagekräftig.

3. Impfung schon im Herbst?
45,9 % der Gesamtbevölkerung wurden mittlerweile vollständig geimpft und 59,7 % haben mindestens eine Impfdosis erhalten. Doch selbst nach 2 Dosen könnte der Schutz nicht ausreichen.

?Wie aus Real-World-Daten des israelischen Gesundheitsministeriums hervorgeht, hat die Wirksamkeit des Impfstoffs bei der Vorbeugung von Infektionen und symptomatischen Erkrankungen 6 Monate nach der Impfung abgenommen, obwohl die Wirksamkeit bei der Vorbeugung schwerer Krankheiten weiterhin hoch ist?, schreibt BioNTech in einer Mitteilung. Wie im Blog bereits berichtet, haben kürzlich BioNTech und Pfizer angekündigt, eine Version ihres mRNA-Impfstoffes auf den Markt zu bringen, die speziell gegen die Delta-Variante wirke. Zudem streben sie die Zulassung einer 3. Impfung mit ihrer mRNA-Vakzine an.

?Darüber hinaus wird die Delta-Variante in dieser Zeit zur dominierenden Variante in Israel sowie in vielen anderen Ländern.? Und weiter: ?Aus diesem Grund ? glauben wir weiterhin, dass es aufgrund der Gesamtheit der uns vorliegenden Daten wahrscheinlich ist, dass innerhalb von 6 bis 12 Monaten nach der vollständigen Impfung eine 3. Dosis erforderlich sein könnte.?

Diese Strategie ist in Deutschland offenbar auf fruchtbaren Boden gefallen, wie Business Insider berichtet. Angeblich gab es im Bundesgesundheitsministerium bereits Gespräche für eine 3. Impfwelle. Im Mittelpunkt stehen ältere Menschen, Patienten mit Vorerkrankungen oder Personen, die einer hohen Viruslast ausgesetzt sein könnten, sprich Ärzte oder Pflegekräfte.

Das Patienten mit Bluthochdruck, Diabetes mellitus, chronischen Nieren-Erkrankungen und Krebs durch eine 3. Impfung einen besseren Schutz erhalten, zeigt eine Studie aus Israel, die gerade publiziert worden ist. In die retrospektive multizentrische Kohortenstudie wurden 152 Patienten eingeschlossen, die vollständig mit der mRNA-Vakzine von BioNTech geimpft waren, aber mehr als 7 Tage nach der 2. Impfstoffdosis dennoch wegen COVID-19 hospitalisiert werden mussten. Ein schlechter klinischer Verlauf (mechanische Beatmung oder Tod) wurde bei 38 Patienten festgestellt; die Mortalitätsrate betrug 22% (34/152).

Bemerkenswert ist den Autoren zufolge, dass die Kohorte durch eine hohe Rate an Komorbiditäten gekennzeichnet war, die für eine schwere COVID-19 prädisponieren, darunter Bluthochdruck (108, 71 %), Diabetes (73, 48 %), Herzinsuffizienz (41, 27 %), chronische Nieren- und Lungenerkrankungen (jeweils 37, 24 %), Demenz (29, 19 %) und Krebs (36, 24 %).

Die FDA (Food and Drug Administration) und das CDC (Centers for Disease Control and Prevention) halten eine 3. Impfung bisher allerdings nicht für notwendig. Bürger, die vollständig geimpft seien, benötigten zurzeit keine Auffrischung, so die FDA und das CDC in einer gemeinsamen Stellungnahme.

Neues zu Schnelltests: Softdrinks beeinträchtigen Messungen
Zur Kontrolle der Pandemie haben Schnelltests weiterhin Bedeutung. Forscher der Universität Liverpool berichten in einem Preprint über Störungen der besonderen Art. Sie tauchten handelsübliche COVID-19-Antigentests in verschiedene Softdrinks, Fruchtsäfte und zum Vergleich in Mineralwasser.

10 von 14 untersuchten Getränken ergaben ein deutlich positives oder schwach positives Ergebnis. Darunter waren verschiedene Limos oder auch Cola. 3 Getränke lieferten ungültige Ergebnisse, meist enthielten sie Frucht-Konzentrate.

Die Wissenschaftler fanden keine offensichtliche Korrelation zwischen dem pH-Wert oder dem Zuckergehalt der Getränke und dem Resultat. Künstlichen Süßstoffe ergaben negative Ergebnisse. Wie sich diese Phänomene erklären lassen, bleibt unklar. Besser sei, Tests am Morgen vor dem Frühstück zu machen, heißt es im Preprint.

Neue Daten: Remdesivir verbessert Überleben bei COVID-19 nicht
Von der Diagnostik zur Therapie. Remdesivir galt lange als großer Hoffnungsträger. Die EMA beschränkt ihre Zulassung auf Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren mit Pneumonie, die zusätzlichen Sauerstoff benötigen, jedoch ohne invasive Maßnahmen.

Randomisierte klinische Studien haben widersprüchliche Ergebnisse über den Nutzen einer Therapie geliefert. Jetzt berichten Forscher in JAMA Network Open von Ergebnissen einer großen, retrospektiven Kohortenstudie. Sie arbeiteten mit Daten der Veterans Health Administration (VHA), um erwachsene Patienten zu identifizieren, die im Zeitraum vom 1. Mai bis 8. Oktober 2020 aufgrund von COVID-19 stationär behandelt worden waren. Dabei suchten sie vergleichbare Patienten mit und ohne Remdesivir-Gabe.

Die Kohorte umfasste 5.898 Patienten aus 123 Krankenhäusern, von denen 2.374 (40,3%) Remdesivir erhielten. Darunter waren 2.238 Männer (94,3%). Das mittlere Alter lag bei 67,8 Jahren. Als Vergleich sogen die Wissenschaftler Daten von 3.524 Patienten (59,7%) ohne Remdesivir-Therapie heran. Darunter waren 3.302 Männer. Das mittlere Alter lag bei 67,0 Jahren.

Nach dem Propensity-Score-Matching, einer paarweisen Zuordung, umfasste die Analyse 1.172 Remdesivir-Patienten und 1.172 Kontrollen. Die Remdesivir-Behandlung war nicht mit der 30-Tage-Mortalität assoziiert (143 Tote unter Remdesivir [12,2 %] versus 124 Kontrollen [10,6 %]; adjustierte Hazard Ratio [HR], 1,06; 95%-KI 0,83-1,36).

Die Ergebnisse waren ähnlich für Personen, die zu Beginn der Behandlung mit Remdesivir zusätzlich Dexamethason oder kein Dexamethason erhalten hatten (bereinigte HR 0,93; 95%-KI 0,64-1,35, versus 1,19; 95%-KI 0,84-1,69). Die mediane Zeit bis zur Entlassung aus dem Krankenhaus war unter Remdesivir sogar länger als bei der Vergleichsgruppe (6 Tage versus 3 Tage, P < 0,001).

?In dieser Kohortenstudie mit US-Veteranen, die mit COVID-19 hospitalisiert wurden, war die Behandlung mit Remdesivir nicht mit einem verbesserten Überleben, aber mit einer längeren Krankenhausverweildauer assoziiert?, schreiben die Autoren. ?Der routinemäßige Einsatz von Remdesivir ist möglicherweise mit einer erhöhten Inanspruchnahme von Krankenhausbetten assoziiert, nicht aber mit einer Verbesserung der Überlebensrate.?

Antikoagulation bei COVID-19: Profitieren mäßig kranke Patienten?
Ein weiterer Baustein der therapeutischen Strategie bei COVID-19 ist die Antikoagulation, nur wer profitiert? Forscher hatten die Studien REMAP-CAP, ATTACC und ACTIV-4 mit schwerkranken Patienten wegen höherer Blutungsrisiken vorzeitig abgebrochen.

Jetzt liegen Daten von Patienten vor, die nur einen mittelschweren Verlauf bei erhöhtem D-Dimer-Spiegel hatten. Der Marker weist auf ein thrombotisches Geschehen in Blutgefäßen hin. Der primäre Endpunkt war ein Kompositum aus Tod, invasiver mechanischer Beatmung, nicht-invasiver mechanischer Beatmung oder Aufnahme auf der Intensivstation.


Nach 28 Tagen trat das primäre zusammengesetzte Ergebnis bei 37 von 228 Patienten (16,2%) auf, die therapeutisches, sprich höher dosiertes Heparin erhielten. Im Arm mit prophylaktischem, niedriger dosiertem Heparin waren es 52 von 237 Patienten (21,9%). Als Odds Ratio geben die Autoren 0,69 an (95%-KI 0,43 bis 1,10). 4 Patienten (1,8%) versus 18 Patienten (7,6%) sind gestorben (Odds Ratio 0,22; 95 %-KI, 0,07 bis 0,65).

Das Kompositum aus Gesamtmortalität oder mechanischer Beatmung trat bei 23 Patienten (10,1%) in der therapeutischen Heparin-Gruppe und 38 (16,0%) in der prophylaktischen Heparin-Gruppe auf (Odds Ratio 0,59, 95 %-KI, 0,34 bis 1,02). Größere Blutungen beobachteten Ärzte bei 2 Patienten (0,9%) unter therapeutischem Heparin versus 4 Patienten (1,7%) unter prophylaktischem Heparin (Odds Ratio 0,52; 95%-KI 0,09 bis 2,85).

?Bei mäßig kranken Stationspatienten mit COVID-19 und erhöhtem D-Dimer-Spiegel reduzierte therapeutisches Heparin den primären Endpunkt nicht signifikant, verringerte aber die Wahrscheinlichkeit des Todes nach 28 Tagen?, so die Autoren.

SARS-CoV-2 erhöht die Geburtenrate
Neben medizinischen Fragestellungen stehen auch soziodemographische Aspekte im Fokus der Wissenschaft. Das Statistische Bundesamt erfasste im Jahr 2020 genau 773.144 Neugeborene, sprich 5.000 Babys weniger als in 2019. Detailanalysen zeigen, welchen Einfluss die Corona-Pandemie hat.

Im März 2021 gab es mit fast 66.000 Neugeborenen so viele Geburten wie seit 20 Jahren nicht mehr in diesem Monat. Statistiker sehen einen zeitlichen Zusammenhang mit dem Abflauen der 1. Corona-Welle und Lockerungen ab Anfang Mai 2020, sprich dem rechnerischen Beginn der Schwangerschaft. Schon im Februar 2021 hatte das Statistische Bundesamt einen Anstieg um 6% im Vergleich zum Vorjahresmonat bemerkt. Im März waren es dann +10%.

?Corona hat erhebliche Effekte auf das Geburtenverhalten?, sagt Martin Bujard vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung. Er sieht hier 2 unterschiedliche Effekte. Vor allem in den USA und Südeuropa habe die Pandemie aufgrund der wirtschaftlich ungewissen Situation zu weniger Geburten geführt. Dem stehe der ?Cocooning-Effekt? gegenüber, etwa in Deutschland. ?In der Pandemie ist die Bedeutung von Familie und bei einigen der Wunsch nach Kindern gestiegen?, so Bujard weiter.

UNAIDS: Folgen der Pandemie für Menschen mit HIV/AIDS
Soziale Folgen können aber auch die Behandlung anderer Grunderkrankungen erschweren. In ihrem kürzlich veröffentlichten Bericht zeigen Experten von UNAIDS, einem Programm der Vereinten Nationen, wie stark Patienten mit HIV/AIDS von SARS-CoV-2 beeinträchtigt werden, und zwar in doppelter Hinsicht.

Studien aus England und Südafrika haben gezeigt, dass das Risiko, an COVID-19 zu sterben, bei Menschen mit HIV-Infektion doppelt so hoch ist wie bei der Allgemeinbevölkerung. In Afrika südlich der Sahara, wo 67% aller Menschen mit HIV leben, hatten bis Juli 2021 weniger als 3% mindestens eine Dosis eines COVID-19-Impfstoffs erhalten. Gleichzeitig entziehen sich die HIV-Präventions- und Behandlungsdienste den Schlüsselgruppen sowie Kindern und Jugendlichen.

COVID-19-Impfstoffe könnten Millionen von Menschenleben in den Entwicklungsländern retten, erreichen aber die meisten Menschen nicht. ?Reiche Länder in Europa bereiten sich darauf vor, den Sommer zu genießen, da ihre Bevölkerung leichten Zugang zu COVID-19-Impfstoffen hat, während der globale Süden in einer Krise steckt?, sagt Winnie Byanyima, Exekutivdirektorin von UNAIDS. ?Wir haben es versäumt, Lehren aus HIV zu ziehen, als Millionen von Menschen lebensrettende Medikamente verweigert wurden und aufgrund von Ungleichheiten beim Zugang starben. Das ist völlig inakzeptabel.?

Der UNAIDS-Bericht zeigt auch, wie COVID-19-Lockdowns und sonstige Restriktionen Gesundheitssysteme beeinträchtigen. In vielen Ländern kam es zu einem starken Rückgang von HIV-Diagnosen, Überweisungen an Pflegedienste und HIV-Behandlungsbeginn.


Beispielsweise führte die Pandemie in KwaZulu-Natal, Südafrika, zu einem 48-prozentigen Rückgang der HIV-Tests, nachdem im April 2020 die 1. landesweite Sperre verhängt worden war. Ein wesentlicher Grund war, dass 28.000 HIV-Community Health-Care-Mitarbeiter, die zuvor HIV-Tests durchgeführt hatten, plötzlich COVID-19-Screenings durchführen mussten. Dies sei erschwerend zu bekannten Problemen wie Armut und fehlenden Strukturen im Gesundheitssystem hinzugekommen, heißt es im Report.

Update vom 15. Juli 2021
Die Impfmüdigkeit nimmt zu ? das sind die Gründe

Impfpflicht in anderen EU-Nationen: Deutschland unter Druck

Moderna-Vakzin: Eine geringere Dosis könnte ausreichenden Schutz bieten

Sputnik V: Starke Immunreaktion bereits nach 1 Dosis

DGN zum Guillain-Barré-Syndrom nach Impfungen: Kausalität nicht sicher

Schnelltests: Vor allem niedrige Sensitivität ist problematisch

Wichtige Kennzahlen der Pandemie steigen erneut an. Laut Robert Koch-Instituts (RKI) liegt die 7-Tage-Inzidenz bei 8,0 Fällen pro 100.000 Menschen. Am Vortag gab das RKI noch 7,1 an. Gesundheitsämter haben dem RKI innerhalb von 24 Stunden 1.642 SARS-CoV-2-Neuinfektionen gemeldet (Vorwoche: 970). Und an COVID-19 sind innerhalb des letzten Tages sind 32 Patienten an COVID-19 gestorben (Vorwoche: 31).

Inzwischen sind 43,0% der Gesamtbevölkerung vollständig geimpft, und 58,7% haben mindestens eine Dosis erhalten. Beherrschbar werde die Situation erst, wenn 85% der 12- bis 59-Jährigen beide Dosen bekommen hätten, so Angela Merkel bei einer Pressekonferenz. Bei Personen über 60 Jahren müsse man sogar 90% erreichen. Die Bundeskanzlerin bezieht sich dabei auf RKI-Schätzungen.

Die Impfmüdigkeit nimmt zu ? das sind die Gründe
Von solchen Werten ist Deutschland weit entfernt. Laut Dr. Prosper Rodewyk von der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe seien es vor allem junge Männer zwischen 20 und 40 Jahren, die sich nicht impfen lassen. ?Die arbeiten den ganzen Tag, die haben keinen Hausarzt und die haben anscheinend nicht so den Drang, sich impfen zu lassen. Die müssen wir noch aktivieren?, sagt der Internist.

Gründe für das ?Schwänzen? von Impfterminen soll Befragungen zufolge unter anderen die Vermutung sein, COVID-19 sei nicht besonders gefährlich, und das eigene Ansteckungsrisiko sei ohnehin gering. Teilweise fehlt das Vertrauen in Politik und Wissenschaft. Sorgen vor Nebenwirkungen der Impfung kommen mit hinzu.

Impfpflicht in anderen EU-Nationen: Deutschland unter Druck
Doch Impfungen per Zwang sind der Bundeskanzlerin fern. ?Es gibt keine Absicht, eine solche Pflicht einzuführen?, stellt Merkel klar.

Auf Twitter äußert sich auch Prof. Dr. Karl Lauterbach zur Impfpflicht: ?Das sollten wir nicht tun. Unsere Politik würde voll wortbrüchig, unsere Glaubwürdigkeit wäre verloren. Impfgegner würden sagen, dass es so beginnt.?

Dass solche Debatten in Deutschland an Fahrt gewinnen, liegt an europäischen Nachbarn. Frankreichs Regierung plant eine Impfpflicht für Mitarbeiter von Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen. Wer sich bis 15. September nicht schützen lässt, muss laut Staatspräsident Emmanuel Macron mit Sanktionen rechnen.


Kurz zuvor hatte bereits Griechenland eine Impfpflicht für den Gesundheitssektor angekündigt. ?Wir werden das Land wegen der Haltung einiger nicht wieder schließen?, sagte Premier Kyriakos Mitsotakis. Italien hat solche Regelungen schon im Mai eingeführt.

Bedenken kommen vom Ethikrat. Im ZDF sagt die Vorsitzende Prof. Dr. Alena Buyx, eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen sei in Deutschland unnötig. Zwar habe der Ethikrat vorsichtig erklärt, unter bestimmten Umständen könnte man über solche berufsbezogenen, sehr eng begrenzten Impfpflichten nachdenken. ?Allerdings würde ich sagen, dass diese Umstände gar nicht zutreffen?, so Buyx weiter. Sie will ?Impfungen dorthin bringen, wo Leute sind?. Gleichzeitig warnt die Expertin vor schnellen Lockerungen: ?Ich würde sagen, wir sollten da ein Stückchen zurückhaltender sein.?

Der Humangenetiker Prof. Dr. Wolfram Henn, ebenfalls Mitglied im Ethikrat, fordert jedoch eine Impfpflicht für Lehrer und Erzieher, denn manche würden sich derzeit weigern. ?Wir brauchen eine Handhabe gegen diese wenigen renitenten Leute, die dann auch andere gefährden?, so Henn. Buyx erklärte, es handele sich seine private Meinung ? und nicht um die Sichtweise des Ethikrats.

Moderna-Vakzin: Eine geringere Dosis könnte ausreichenden Schutz bieten
In Deutschland sind Lieferengpässe derzeit nicht mehr das Problem; andere Nationen haben durchaus Schwierigkeiten, Vakzine zu beschaffen. In diesem Zusammenhang ist eine neue Studie zu betrachten.

Wissenschaftler fanden heraus, dass 2 Injektionen, die jeweils nur ein Viertel der Standarddosis des COVID-19-Impfstoffs von Moderna enthielten, bei 35 Probanden zu langanhaltenden schützenden Antikörpern und neutralisierenden T-Zellen führen. Ihre Ergebnisse weisen auf die Möglichkeit hin, Teildosen zu verabreichen, um in kurzer Zeit mehr Menschen zu schützen.

Ihre Idee ist nicht neu. Seit 2016 hat eine solche Dosisreduktionsstrategie dazu beigetragen, Millionen Menschen in Afrika und Südamerika erfolgreich gegen Gelbfieber zu impfen. Aber trotz der Impfstoffknappheit in vielen Ländern wurde bislang kein ähnlicher Ansatz bei COVID-19 untersucht.

?Es gibt eine enorme Voreingenommenheit?, sagt Alex Tabarrok von der George Mason University in Fairfax, Virginia. ?Hätten wir dies ab Januar getan, hätten wir Dutzende, vielleicht Hunderte Millionen Menschen mehr impfen können.?

Sputnik V: Starke Immunreaktion bereits nach 1 Dosis
Daten zur Dosisreduktion gibt es auch für Sputnik V. Bereits 1 Dosis kann signifikante Antikörperreaktionen gegen SARS-CoV-2 hervorrufen, berichten Forscher jetzt in Cell Reports Medicine.

Zuvor wusste man, dass 2 Dosen zu einer Impfeffektivität von 92% führen. Dass der One-Shot-Ansatz bei Sputnik V funktionieren könnte, ist nicht abwegig. Beim AstraZeneca-Vakzin führt 1 Dosis zur Wirksamkeit von 76%. Und Impfstoffe von Moderna bzw. Pfizer können bei zuvor infizierten Personen nach 1 Dosis eine ausreichende Immunität hervorrufen, ohne dass eine zusätzliche Dosis erforderlich wäre.

In der Studie verglichen Wissenschaftler die Effekte von 1 Dosis versus 2 Dosen Sputnik V auf SARS-CoV-2-spezifische Antikörperreaktionen bei 289 Beschäftigten im Gesundheitswesen in Argentinien.

Rund 3 Wochen nach der 2. Dosis hatten alle Probanden hohe Titer virusspezifischer Immunglobulin G (IgG)-Antikörper im Blut. Aber selbst innerhalb von 3 Wochen nach Erhalt der 1. Dosis entwickelten 94% IgG-Antikörper gegen das Virus, und 90% hatten speziell neutralisierende Antikörper im Blut. Eine 2. Dosis erhöhte die Produktion neutralisierender Antikörper in der Subgruppe zuvor infizierten Probanden nicht.

?Dies unterstreicht die robuste Reaktion auf die Impfung zuvor infizierter Personen, was darauf hindeutet, dass die natürlich erworbene Immunität durch 1 Dosis ausreichend verstärkt werden könnte, in Übereinstimmung mit neueren Studien mit mRNA-Impfstoffen?, sagt Senior-Autorin Dr. Andrea Gamarnik vom Fundación Instituto Leloir-CONICET in Buenos Aires, Argentinien.

DGN zum Guillain-Barré-Syndrom nach Impfungen: Kausalität nicht sicher
Noch ein Blick auf die Sicherheit. Am 9. Juli gab die europäische Arzneimittelagentur EMA bekannt, Produktinformationen bei Vaxzevria® (AstraZeneca) anzupassen, um Ärzte auf das Guillain-Barré-Syndrom (GBS) hinzuweisen. Die EMA erfasste bis Ende Mai 2021 insgesamt 156 Fälle. Darüber hat Medscape berichtet.


Prof. Dr. Peter Berlit, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN), hat dazu ein Editorial verfasst. Wie er schreibt, liege die Inzidenz des GBS in Deutschland bei 1,6 bis 1,9 Fällen pro 100.000 Menschen. Das heißt, bundesweit ist bei 83,13 Millionen Einwohnern mit 1.300 bis 1.570 Patienten pro Jahr zu rechnen. Geht man davon aus, dass 50% aller Personen geimpft werden, sind in dieser Population zwischen 1.300 und 1.570 GBS-Erkrankungen zu erwarten.

?Es wird deutlich, dass die von der EMA erhobene Zahl keine besorgniserregende Erhöhung der GBS-Rate darstellt und es derzeit auch keinen Beleg für einen kausalen Zusammenhang gibt?, kommentiert Berlit in einer Meldung. ?Hinzu kommt, dass natürlich die Fälle des impfassoziierten GBS denen bei COVID-19-Infektion gegenübergestellt werden müssten.?

Schnelltests: Vor allem niedrige Sensitivität ist problematisch
Neben Impfungen haben Schnelltests einen festen Platz zur Kontrolle der Pandemie. Nur leisten sie im Alltag wirklich, was Hersteller versprechen, sprich eine Sensitivität von rund 90%?

Das darf laut einer Studie der Julius-Maximilians-Universität Würzburg bezweifelt werden. Daten kamen aus insgesamt 5.068 Untersuchungen. Bei Teilnehmern wurde neben einem ein Antigen-Schnelltest generell auch ein PCR-Test durchgeführt. Demnach liegt die Sensitivität der Antigen-Schnelltests im klinischen Praxiseinsatz mit knapp 43% signifikant unter Herstellerangaben. Die Spezifität erreichte fast 100%.

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Donnerstag, 15. Juli 2021
Impfpflicht wie Frankreich?
Impfmüde junge Männer; Ein Viertel Moderna schützt auch; Schnelltests erkennen nur hohe Virustiter
Aus der Medscape-Redaktion


Die Impfmüdigkeit nimmt zu ? das sind die Gründe

Impfpflicht in anderen EU-Nationen: Deutschland unter Druck

Moderna-Vakzin: Eine geringere Dosis könnte ausreichenden Schutz bieten

Sputnik V: Starke Immunreaktion bereits nach 1 Dosis

DGN zum Guillain-Barré-Syndrom nach Impfungen: Kausalität nicht sicher

Schnelltests: Vor allem niedrige Sensitivität ist problematisch

Wichtige Kennzahlen der Pandemie steigen erneut an. Laut Robert Koch-Instituts (RKI) liegt die 7-Tage-Inzidenz bei 8,0 Fällen pro 100.000 Menschen. Am Vortag gab das RKI noch 7,1 an. Gesundheitsämter haben dem RKI innerhalb von 24 Stunden 1.642 SARS-CoV-2-Neuinfektionen gemeldet (Vorwoche: 970). Und an COVID-19 sind innerhalb des letzten Tages sind 32 Patienten an COVID-19 gestorben (Vorwoche: 31).

Inzwischen sind 43,0% der Gesamtbevölkerung vollständig geimpft, und 58,7% haben mindestens eine Dosis erhalten. Beherrschbar werde die Situation erst, wenn 85% der 12- bis 59-Jährigen beide Dosen bekommen hätten, so Angela Merkel bei einer Pressekonferenz. Bei Personen über 60 Jahren müsse man sogar 90% erreichen. Die Bundeskanzlerin bezieht sich dabei auf RKI-Schätzungen.

Die Impfmüdigkeit nimmt zu ? das sind die Gründe
Von solchen Werten ist Deutschland weit entfernt. Laut Dr. Prosper Rodewyk von der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe seien es vor allem junge Männer zwischen 20 und 40 Jahren, die sich nicht impfen lassen. ?Die arbeiten den ganzen Tag, die haben keinen Hausarzt und die haben anscheinend nicht so den Drang, sich impfen zu lassen. Die müssen wir noch aktivieren?, sagt der Internist.

Gründe für das ?Schwänzen? von Impfterminen soll Befragungen zufolge unter anderen die Vermutung sein, COVID-19 sei nicht besonders gefährlich, und das eigene Ansteckungsrisiko sei ohnehin gering. Teilweise fehlt das Vertrauen in Politik und Wissenschaft. Sorgen vor Nebenwirkungen der Impfung kommen mit hinzu.

Impfpflicht in anderen EU-Nationen: Deutschland unter Druck
Doch Impfungen per Zwang sind der Bundeskanzlerin fern. ?Es gibt keine Absicht, eine solche Pflicht einzuführen?, stellt Merkel klar.

uf Twitter äußert sich auch Prof. Dr. Karl Lauterbach zur Impfpflicht: ?Das sollten wir nicht tun. Unsere Politik würde voll wortbrüchig, unsere Glaubwürdigkeit wäre verloren. Impfgegner würden sagen, dass es so beginnt.?

Dass solche Debatten in Deutschland an Fahrt gewinnen, liegt an europäischen Nachbarn. Frankreichs Regierung plant eine Impfpflicht für Mitarbeiter von Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen. Wer sich bis 15. September nicht schützen lässt, muss laut Staatspräsident Emmanuel Macron mit Sanktionen rechnen.

Kurz zuvor hatte bereits Griechenland eine Impfpflicht für den Gesundheitssektor angekündigt. ?Wir werden das Land wegen der Haltung einiger nicht wieder schließen?, sagte Premier Kyriakos Mitsotakis. Italien hat solche Regelungen schon im Mai eingeführt.

Bedenken kommen vom Ethikrat. Im ZDF sagt die Vorsitzende Prof. Dr. Alena Buyx, eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen sei in Deutschland unnötig. Zwar habe der Ethikrat vorsichtig erklärt, unter bestimmten Umständen könnte man über solche berufsbezogenen, sehr eng begrenzten Impfpflichten nachdenken. ?Allerdings würde ich sagen, dass diese Umstände gar nicht zutreffen?, so Buyx weiter. Sie will ?Impfungen dorthin bringen, wo Leute sind?. Gleichzeitig warnt die Expertin vor schnellen Lockerungen: ?Ich würde sagen, wir sollten da ein Stückchen zurückhaltender sein.?

Der Humangenetiker Prof. Dr. Wolfram Henn, ebenfalls Mitglied im Ethikrat, fordert jedoch eine Impfpflicht für Lehrer und Erzieher, denn manche würden sich derzeit weigern. ?Wir brauchen eine Handhabe gegen diese wenigen renitenten Leute, die dann auch andere gefährden?, so Henn. Buyx erklärte, es handele sich seine private Meinung ? und nicht um die Sichtweise des Ethikrats.

Moderna-Vakzin: Eine geringere Dosis könnte ausreichenden Schutz bieten
In Deutschland sind Lieferengpässe derzeit nicht mehr das Problem; andere Nationen haben durchaus Schwierigkeiten, Vakzine zu beschaffen. In diesem Zusammenhang ist eine neue Studie zu betrachten.

Wissenschaftler fanden heraus, dass 2 Injektionen, die jeweils nur ein Viertel der Standarddosis des COVID-19-Impfstoffs von Moderna enthielten, bei 35 Probanden zu langanhaltenden schützenden Antikörpern und neutralisierenden T-Zellen führen. Ihre Ergebnisse weisen auf die Möglichkeit hin, Teildosen zu verabreichen, um in kurzer Zeit mehr Menschen zu schützen.


Ihre Idee ist nicht neu. Seit 2016 hat eine solche Dosisreduktionsstrategie dazu beigetragen, Millionen Menschen in Afrika und Südamerika erfolgreich gegen Gelbfieber zu impfen. Aber trotz der Impfstoffknappheit in vielen Ländern wurde bislang kein ähnlicher Ansatz bei COVID-19 untersucht.

?Es gibt eine enorme Voreingenommenheit?, sagt Alex Tabarrok von der George Mason University in Fairfax, Virginia. ?Hätten wir dies ab Januar getan, hätten wir Dutzende, vielleicht Hunderte Millionen Menschen mehr impfen können.?

Sputnik V: Starke Immunreaktion bereits nach 1 Dosis
Daten zur Dosisreduktion gibt es auch für Sputnik V. Bereits 1 Dosis kann signifikante Antikörperreaktionen gegen SARS-CoV-2 hervorrufen, berichten Forscher jetzt in Cell Reports Medicine.

Zuvor wusste man, dass 2 Dosen zu einer Impfeffektivität von 92% führen. Dass der One-Shot-Ansatz bei Sputnik V funktionieren könnte, ist nicht abwegig. Beim AstraZeneca-Vakzin führt 1 Dosis zur Wirksamkeit von 76%. Und Impfstoffe von Moderna bzw. Pfizer können bei zuvor infizierten Personen nach 1 Dosis eine ausreichende Immunität hervorrufen, ohne dass eine zusätzliche Dosis erforderlich wäre.

In der Studie verglichen Wissenschaftler die Effekte von 1 Dosis versus 2 Dosen Sputnik V auf SARS-CoV-2-spezifische Antikörperreaktionen bei 289 Beschäftigten im Gesundheitswesen in Argentinien.

Rund 3 Wochen nach der 2. Dosis hatten alle Probanden hohe Titer virusspezifischer Immunglobulin G (IgG)-Antikörper im Blut. Aber selbst innerhalb von 3 Wochen nach Erhalt der 1. Dosis entwickelten 94% IgG-Antikörper gegen das Virus, und 90% hatten speziell neutralisierende Antikörper im Blut. Eine 2. Dosis erhöhte die Produktion neutralisierender Antikörper in der Subgruppe zuvor infizierten Probanden nicht.

?Dies unterstreicht die robuste Reaktion auf die Impfung zuvor infizierter Personen, was darauf hindeutet, dass die natürlich erworbene Immunität durch 1 Dosis ausreichend verstärkt werden könnte, in Übereinstimmung mit neueren Studien mit mRNA-Impfstoffen?, sagt Senior-Autorin Dr. Andrea Gamarnik vom Fundación Instituto Leloir-CONICET in Buenos Aires, Argentinien.

DGN zum Guillain-Barré-Syndrom nach Impfungen: Kausalität nicht sicher
Noch ein Blick auf die Sicherheit. Am 9. Juli gab die europäische Arzneimittelagentur EMA bekannt, Produktinformationen bei Vaxzevria® (AstraZeneca) anzupassen, um Ärzte auf das Guillain-Barré-Syndrom (GBS) hinzuweisen. Die EMA erfasste bis Ende Mai 2021 insgesamt 156 Fälle. Darüber hat Medscape berichtet.


Prof. Dr. Peter Berlit, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN), hat dazu ein Editorial verfasst. Wie er schreibt, liege die Inzidenz des GBS in Deutschland bei 1,6 bis 1,9 Fällen pro 100.000 Menschen. Das heißt, bundesweit ist bei 83,13 Millionen Einwohnern mit 1.300 bis 1.570 Patienten pro Jahr zu rechnen. Geht man davon aus, dass 50% aller Personen geimpft werden, sind in dieser Population zwischen 1.300 und 1.570 GBS-Erkrankungen zu erwarten.

?Es wird deutlich, dass die von der EMA erhobene Zahl keine besorgniserregende Erhöhung der GBS-Rate darstellt und es derzeit auch keinen Beleg für einen kausalen Zusammenhang gibt?, kommentiert Berlit in einer Meldung. ?Hinzu kommt, dass natürlich die Fälle des impfassoziierten GBS denen bei COVID-19-Infektion gegenübergestellt werden müssten.?

Schnelltests: Vor allem niedrige Sensitivität ist problematisch
Neben Impfungen haben Schnelltests einen festen Platz zur Kontrolle der Pandemie. Nur leisten sie im Alltag wirklich, was Hersteller versprechen, sprich eine Sensitivität von rund 90%?

Das darf laut einer Studie der Julius-Maximilians-Universität Würzburg bezweifelt werden. Daten kamen aus insgesamt 5.068 Untersuchungen. Bei Teilnehmern wurde neben einem ein Antigen-Schnelltest generell auch ein PCR-Test durchgeführt. Demnach liegt die Sensitivität der Antigen-Schnelltests im klinischen Praxiseinsatz mit knapp 43% signifikant unter Herstellerangaben. Die Spezifität erreichte fast 100%.

?Unsere Auswertung zeigt, dass SARS-CoV-2-Infizierte mit sehr hoher Viruslast ? potenzielle ?Superspreader? ? sehr zuverlässig mittels Antigen-Schnelltests als positiv erkannt werden?, kommentiert Studienleiter Dr. Manuel Krone. ?In SARS-CoV-2-Proben mit niedrigen Viruslasten hingegen werden Infektionen so gut wie nicht erkannt.? Problematisch sei dies aus Sicht der Forscher vor allem zu Beginn einer Infektion. ?Dann liefern Antigen-Schnelltests möglicherweise erst später als ein PCR-Test die richtige Diagnose und können so den Betroffenen eine falsche Sicherheit geben?, sagt Krone.

Remdesivir: Hinweis auf Zusatznutzen bei bestimmten Patienten
Von der Diagnostik zur Therapie. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen fand bei Remdesivir Hinweise auf einen ?beträchtlichen Zusatznutzen?, allerdings nur bei bestimmten Subgruppen. COVID-19-Patienten mit Pneumonie, die noch keine High-Flow-Sauerstofftherapie benötigen, profitieren von Remdesivir. Für schwerer erkrankte Erwachsene mit Pneumonie, die zu Therapiebeginn bereits eine High-Flow-Sauerstofftherapie oder eine andere nicht invasive Beatmung benötigten, sei ein Zusatznutzen hingegen nicht belegt, heißt es weiter. Für an COVID-19 erkrankte Jugendliche lagen keine Studiendaten vor.

Remdesivir ist in Europa seit Juli 2020 bedingt zugelassen zur COVID-19-Behandlung bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren mit einer Pneumonie, die zusätzlich Sauerstoff, aber keine invasive Beatmung benötigen.

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