Mittwoch, 18. Mai 2022
Abseits vom Ukraine-Geschehen
che2001, 01:10h
und aus der Abteilung "Nichts ist so geschmacklos wie die Wirklichkeit": Das türkische Militär zivilisiert mal wieder die Kurden.
Kein Aufschrei, kein Ruf nach internationaler Solidarität, keine Waffenspenden.
Kein Aufschrei, kein Ruf nach internationaler Solidarität, keine Waffenspenden.
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Dienstag, 10. Mai 2022
Iran - Schrei nach Freiheit
che2001, 19:24h
?Mein Herz ist bedrückt - ein poetischer Ruf nach Freiheit.?
Lesung auf Deutsch aus Gefangenen-Portraits und Lyrik
14.5.2022 - 19 Uhr - kargah-Haus (Zur Bettfedernfabrik 1, 30451 Hannover)
Es sind Tausende: politische Gefangene im Iran.
Wie viele genau, weiß niemand. Familien und Freunde erfahren häufig nicht einmal, ob sie noch leben.
Die Geschichten von einigen dieser Frauen und
Männer wollen wir erzählen.
Eine Kooperation von: kargah e. V. | Die Rote Hilfe e. V., Ortsgruppe Hannover | Radio Flora |
Forum der iranischen Demokrat*innen und Sozialist*innen in Hannover
Texte: Hanna Legatis und Martin-G. Kunze
Klaviermusik: Hushang Piruzdad
Lesung auf Deutsch aus Gefangenen-Portraits und Lyrik
14.5.2022 - 19 Uhr - kargah-Haus (Zur Bettfedernfabrik 1, 30451 Hannover)
Es sind Tausende: politische Gefangene im Iran.
Wie viele genau, weiß niemand. Familien und Freunde erfahren häufig nicht einmal, ob sie noch leben.
Die Geschichten von einigen dieser Frauen und
Männer wollen wir erzählen.
Eine Kooperation von: kargah e. V. | Die Rote Hilfe e. V., Ortsgruppe Hannover | Radio Flora |
Forum der iranischen Demokrat*innen und Sozialist*innen in Hannover
Texte: Hanna Legatis und Martin-G. Kunze
Klaviermusik: Hushang Piruzdad
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Freitag, 6. Mai 2022
Erste Hilfe an der Grenze: Eine Medizinjournalistin und Ärztin hat ukrainischen Flüchtlingen in Polen geholfen
che2001, 12:20h
Daniela Ovadia, Agenzia Zoe
Als ich in Mailand mit einem Sanitäter des Zivilschutzes und einem Neurologen des Niguarda-Krankenhauses ins Auto gestiegen bin, um an die polnisch-ukrainische Grenze zu fahren, hatte ich keine besonderen Erwartungen. Ich wollte nur dieses Gefühl der Hilflosigkeit bekämpfen, das ich habe, seit ich den Krieg Russlands gegen die Ukraine vom Sofa meines Wohnzimmers aus verfolge.
Dringend benötigte Medikamente für Przemysl
Unsere Aufgabe war, dringend benötigte Medikamente von der Universität Pavia und von privaten Spendern in die polnische Stadt Przemysl (sprich: Pshemishl) zu bringen. Dort gibt es ein Durchgangszentrum für ukrainische Flüchtlinge. Sowohl meine Aufgabe als auch mein Bestimmungsort waren vor allem dem Zufall geschuldet.
Ich hatte Kontakte zu einer Gruppe, die innerhalb des Flüchtlingszentrums einen kleinen Kindergarten betreibt. Er ermöglicht es Müttern, die von ihrer oft tagelangen Reise erschöpft sind, ihre Kinder für ein paar Stunden in vertrauenswürdige Hände zu geben. Sie brauchen diese Zeit, auch um sich um Dokumente zu kümmern und Asylanträge vorzubereiten.
In 19 Stunden von Mailand bis an die ukrainische Grenze
Der Weg von Mailand bis zur ukrainischen Grenze ist lang. Die Reise dauert 19 Stunden, einschließlich Pausen, und führt durch Österreich, Ungarn, die Tschechische Republik und ganz Polen.
Weder ich, die als Redakteurin von Univadis Italia und als Forscherin an der Universität arbeitet, noch meine Begleiter hatten zuvor Erfahrungen mit freiwilliger Arbeit als Sanitäter vor Ort gemacht. Aber wir hatten gehört, dass die Zahl der Flüchtlinge weiter steige und dass jeder mit medizinischem Fachwissen willkommen sei.
Sich nützlich machen ? ein Weg aus der Hilfslosigkeit?
Eine freie Woche über die Osterfeiertage schien die perfekte Gelegenheit zu sein, um zu sehen, ob wir uns nützlich machen könnten. Selbst wenn wir vielleicht nur bei der Verteilung von Kleidung und warmen Speisen helfen sollten.
Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine in Medyka: Nach dem Grenzübertritt warten Sanitäts- und Schutzzelte verschiedener NGOs auf die Flüchtlinge, die es nicht mehr weiter bis ins Durchgangszentrum in Przemysl schaffen. ©
Zum medizinischen Wachdienst direkt an die Grenze
Vor Ort angekommen hatten wir nicht einmal Zeit, um uns als Freiwillige im Flüchtlingszentrum zu registrieren. Unser lokaler Kontakt rief an, weil die französisch-israelische NGO Rescuers Without Borders dringend nach medizinischem Personal suchte. Die Organisation betreibt ein Sanitätszelt an der Grenze zur Ukraine in der nahe Przemysl gelegenen Stadt Medyka und hatte Wachdienste zu besetzen. Wir sagten zu, noch bevor wir genau wussten, worauf wir uns einließen.
Nachdem unsere berufliche Qualifikation überprüft worden war, fanden wir uns in einem Armeezelt wieder. Es war direkt neben dem Grenztor auf einer im Schlamm sitzenden Holzplattform aufgestellt worden. Daneben befand sich ein großes Schutzzelt, in dem die NGO Frauen und Kinder notversorgte, die zu müde waren, um zum Flüchtlingszentrum zu gelangen.
Erste Hilfe an der Grenze: Eine Medizinjournalistin und Ärztin hat ukrainischen Flüchtlingen in Polen geholfen. Hier ihr Bericht ?
Daniela Ovadia ? Agenzia Zoe
INTERESSENKONFLIKTE 5. Mai 2022
0
Eine lange Reihe von Zelten säumt die Straße
Die Sanitätsstation von Rescuers without Borders in Medyka ist Teil einer langen Reihe von Zelten, welche die Straße entlang der Grenze säumen. Flüchtlinge, die mit Koffern und Tieren im Schlepptau zu Fuß aus der Ukraine kommen, haben keine andere Wahl, als sie zu passieren.
Selbst wenn die Sonne scheint, ist es dort immer noch eiskalt. Wer die Grenze überquert, hat oft schon mindestens 8 Stunden in der Schlange vor den Grenzkontrollen in der Kälte verbracht. Manche der Freiwilligen übernehmen die Verteilung von warmer Kleidung, Getränken und Lebensmitteln. Andere helfen mit SIM-Karten für kostenlose Telefonate, die die größten europäischen Telefongesellschaften zur Verfügung stellen.
Flüchtlinge warten auf der ukrainischen Seite der Grenze darauf, nach Polen einreisen zu dürfen ? oft über viele Stunden bei noch immer eisiger Kälte. © Daniela Ovadia
Basisversorgung an Medikamenten und Geräten
Den medizinischen Mitarbeitern vor Ort steht eine Basisapotheke zur Verfügung, die nach Vorgaben der Vereinten Nationen klassifizierte Notfallmedikamente enthält: entzündungshemmende und blutdrucksenkende Mittel, Insulin, einige orale Antidiabetika, Breitbandantibiotika, dermatologische Salben, Antiepileptika (vor allem Phenobarbital und Carbamazepin), Steroide und zahlreiche Anxiolytika sowie pädiatrische Formulierungen der gängigsten Medikamente. Außerdem gibt es eine Notfalltasche (die wir zum Glück nie benutzen mussten) und einen halbautomatischen Defibrillator.
Frauen, Kinder und ältere Menschen mit unterschiedlichen Leiden
Vor allem Frauen mit Kindern, die oft noch sehr klein sind, und ältere Menschen passieren die Grenze. Die meisten Personen, die wir behandeln mussten, hatten chronische Krankheiten wie Diabetes oder Bluthochdruck. Sie waren oft während ihrer gesamten Flucht ohne medikamentöse Versorgung. In einigen Fällen ? etwa wenn sie aus Kriegsgebieten kamen ? sogar noch länger. Auch Angststörungen waren häufig, mit Atemnot oder richtigen Panikattacken.
Ich wollte nur dieses Gefühl der Hilflosigkeit bekämpfen Daniela Ovadia
Viele der geflüchteten Frauen begreifen erst, dass sie ihr Zuhause verloren haben, wenn sie sich tatsächlich in einem fremden Land widerfinden. Ihre Ehemänner und Lebensgefährten müssen sie in der Ukraine zurücklassen, da Männer im wehrfähigen Alter nicht ausreisen dürfen.
Decken und Laken, die schon von anderen benutzt wurden
Die Notunterkünfte sind recht gut ausgestattet. Dennoch schläft man auf behelfsmäßigen Pritschen mit Decken und Laken, die zuvor schon von anderen benutzt wurden.
Ältere Menschen leiden häufig an starken Gelenk- und Muskelschmerzen Daniela Ovadia
Ältere Menschen leiden häufig an starken Gelenk- und Muskelschmerzen. Sie sind die Folge tage- oder wochenlanger Aufenthalte in kalten Kellern, wo sie auf behelfsmäßigen Betten schlafen mussten, um sich vor den Bomben zu schützen. Häufig sind sie auch dehydriert und dekompensiert.
Sanitäts- und Schutzzelte am Grenzübergang Medyka: Viele Menschen überqueren die Grenze nach Polen mit ihren Haustieren. So bleibt es nicht aus, dann mancher Hilfsorganisationsmitarbeiter auch einmal beim Gassigehen aushilft. © Daniela Ovadia
Kriegsverletzungen sind bei den Flüchtlingen selten
Nur in 2 Fällen hatten wir es mit Kriegsverletzungen zu tun. Eine Frau kam vom Bahnhof Kramatorsk, der während des Transports eines Flüchtlingskonvois von Russen bombardiert worden war. Sie hatte einen Verband, der einen bläulich-roten, eindeutig infizierten und ödematösen Fuß verbarg. Wir nahmen an, dass ein Splitter aus Metall oder einem anderen Material in ihren Fuß eingedrungen war. Denn durch die Hitze der Explosion hatten sich noch andere Splitter mit dem Kunststoff ihres Anoraks verklebt.
Wir konnten ihr lediglich intravenös ein Antibiotikum verabreichen und sie zum polnischen Roten Kreuz schicken - in der Hoffnung, dass dort wenigstens ein Röntgenbild gemacht wird. Ein weiteres Opfer von Kriegsverletzungen war ein junger Mann, der mit einem klassischen Ödem als Folge einer Explosion vorgestellt wurde. Sanitäter hatten ihn mit Kompressionsverbänden behandelt.
Ärzte aller Fachrichtungen ohne spezielle Ausbildung
Man ist nie wirklich bereit, Kriegsverletzungen zu behandeln, aber man ist noch weniger darauf vorbereitet, wenn man nie eine spezifische Ausbildung in diesem Bereich erhalten hat. Die Ärzte, die in diesen vorübergehend von NGOs verwalteten Strukturen arbeiten, kommen aus verschiedenen Fachrichtungen.
Man ist nie wirklich bereit, Kriegsverletzungen zu behandeln Daniela Ovadia
Fast immer sind Internisten darunter, und zwar aus ganz unterschiedlichen Ländern. Wir haben mit einem indischen Arzt, mit 2 Amerikanern, mit 2 Israelis und mit einem französischen Arzt zusammengearbeitet. Oft sind sie nur für kurze Zeiträume, etwa 10 Tage bis zu 3 Wochen, vor Ort. Ihnen steht eine medizinische Grundausstattung zur Verfügung, die für echte Notfälle nicht geeignet ist.
Das Sanitätszelt der NGO Rescuers without Borders am Grenzübergang in Medyka steht auf einer im Schlamm sitzenden Holzplattform. © Daniela Ovadia
Den freiwilligen Hilfskräften steht im Sanitätszelt eine Grundausstattung an medizinischem Material und Medikamenten zur Verfügung, zur Behandlung von Notfällen ausgerüstet ist es nicht. © Daniela Ovadia
Viele Medikamente fehlen
Ein weit verbreitetes Problem war der Mangel an Medikamenten. Von den Vereinten Nationen empfohlene Kits enthalten zwar wichtige Wirkstoffe. Diese decken aber nicht einmal annähernd das breite Spektrum an Verodnungen ab, mit denen die Patienten zu uns ins Zelt kamen. Es ist nicht immer möglich, ein Medikament durch ein anderes zu ersetzen - zumindest nicht ohne einen angemessenen Beobachtungszeitraum oder eine überlappende Behandlung. Beides war in unserer Situation nicht möglich.
Ein weit verbreitetes Problem war der Mangel an Medikamenten Daniela Ovadia
Der komplizierteste Fall, mit dem wir uns befassen mussten, war eine junge Epilepsiepatientin, die in der Warteschlange an der Grenze einen Anfall erlitt. Wir hatten ihre Medikamente nicht zur Hand. Nur dank eines Glücksfalls und dank der Hartnäckigkeit einiger Freiwilliger, die buchstäblich alle örtlichen medizinischen Zentren absuchten, konnten wir einige der fehlenden Medikamente beschaffen. Die Frau war mit ihrem 10-jährigen Sohn im Schlepptau unterwegs, und nach einer Nacht unter Beobachtung im Sanitätszelt setzte sie ihre Reise zu ihrem Zielort in Deutschland fort.
Belastete Mütter, gefährdete Kinder
Oft mussten wir bei der Auswahl einer Behandlung auch die Verantwortlichkeiten der Patienten berücksichtigen: Bei alleinerziehenden Müttern mit einem oder mehreren Kindern können bewusstseinsverändernde oder schläfrig machende Medikamente wie Benzodiazepine nicht verabreicht werden. Denn leider hat es schon Fälle von Kindesmissbrauch gegeben und es gibt nicht ausreichend Personal, das sich um die Kleinen kümmern kann, während sich die Eltern ausruhen.
Schlechte Chancen bei seltenen Erkrankungen
Medikamente gegen seltene Erkrankungen waren nirgends zu finden, obwohl sie lebensrettend sein können. Wir mussten einem Myasthenie-Patienten helfen, bei dem sich die Symptome schnell verschlimmert hatten und der an Schluckbeschwerden litt. Um zu vermeiden, dass wir ihn im Falle einer Beeinträchtigung der Atemmuskulatur hätten intubieren müssen, schickten wir ihn ins städtische Krankenhaus. Unsere Hoffnung war, dass sie dort wenigstens Physiostigmin zur Verfügung haben würden
Polnisches Gesundheitssystem in den Grenzstädten kurz vor dem Zusammenbruch
Wir wissen nicht, was mit ihm geschehen ist. Der Übersetzer, der ihn begleitete, erzählte uns von einer überstürzten und wenig einfühlsamen Aufnahme durch das örtliche Personal. Das ist durchaus verständlich, wenn man bedenkt, dass das gesamte polnische Gesundheitssystem in den Grenzstädten zur Ukraine am Rande des Zusammenbruchs steht und das Personal ausgebrannt ist.
Leider hat es schon Fälle von Kindesmissbrauch gegeben. Daniela Ovadia
Allein in Przemysl, einer Stadt mit etwa 60.000 Einwohnern, sind in den letzten anderthalb Monaten schätzungsweise 3.000 Flüchtlinge pro Tag angekommen.
Fast alle Freiwilligen haben sich mit SARS-CoV-2 infiziert
COVID-19 ist vor Ort ein großes Problem, nur befasst sich niemand damit. Das Flüchtlingszentrum in Przemysl, das in einem stillgelegten Einkaufszentrum befindet, beherbergt etwa 4000 Menschen. Sie werden in ehemaligen Geschäften untergebracht, eine Fahne davor signalisiert das endgültige Reiseziel.
COVID-19 ist vor Ort ein großes Problem, nur befasst sich niemand damit. Daniela Ovadia
Es gibt keine Fenster, kein natürliches Licht und natürlich auch keine wirksamen Belüftungssysteme. Feldbetten nehmen jeden freien Platz ein, selbst in den Gängen.
Nur Freiwillige werden zu Beginn mit einem Antigen-Schnelltest untersucht, danach nie wieder. Die Verwendung von Masken ist nicht vorgesehen und in einer solchen Umgebung ohnehin fast unmöglich. Fast alle Freiwilligen haben sich infiziert oder rechnen damit, dass sie sich bald infizieren werden.
Viel Spielraum für Verbesserungen
Alles in allem war die Erfahrung heftiger und intensiver, als ich erwartet hatte. Ich weiß nicht, ob wir mit unserer Absicht, zu helfen, Erfolg hatten. Sicher ist, dass es zumindest bei der medizinischen Grundversorgung noch sehr viel Spielraum für Verbesserungen gibt. Eine bessere Koordinierung zwischen den NGOs, den örtlichen Gesundheitszentren und dem endgültigen Bestimmungsort der Flüchtlinge ist ebenfalls erforderlich - vor allem, um den komplexesten Fällen die richtige Unterstützung zukommen zu lassen.
Psychologische Betreuung braucht bessere Koordination
Der psychologische Aspekt ist von grundlegender Bedeutung, um die Verfestigung posttraumatischer Belastungsstörungen zu vermeiden. Er wird jedoch nur von ehrenamtlichen Mitarbeitern übernommen, deren Fähigkeiten begrenzt sind. Es wäre auch an dieser Stelle hilfreich, professionelle Maßnahmen unter der Leitung von Notfallexperten besser zu koordinieren.
Der Beitrag ist im Original erschienen auf Univadis.it und wurde von Michael van den Heuvel übersetzt.
Als ich in Mailand mit einem Sanitäter des Zivilschutzes und einem Neurologen des Niguarda-Krankenhauses ins Auto gestiegen bin, um an die polnisch-ukrainische Grenze zu fahren, hatte ich keine besonderen Erwartungen. Ich wollte nur dieses Gefühl der Hilflosigkeit bekämpfen, das ich habe, seit ich den Krieg Russlands gegen die Ukraine vom Sofa meines Wohnzimmers aus verfolge.
Dringend benötigte Medikamente für Przemysl
Unsere Aufgabe war, dringend benötigte Medikamente von der Universität Pavia und von privaten Spendern in die polnische Stadt Przemysl (sprich: Pshemishl) zu bringen. Dort gibt es ein Durchgangszentrum für ukrainische Flüchtlinge. Sowohl meine Aufgabe als auch mein Bestimmungsort waren vor allem dem Zufall geschuldet.
Ich hatte Kontakte zu einer Gruppe, die innerhalb des Flüchtlingszentrums einen kleinen Kindergarten betreibt. Er ermöglicht es Müttern, die von ihrer oft tagelangen Reise erschöpft sind, ihre Kinder für ein paar Stunden in vertrauenswürdige Hände zu geben. Sie brauchen diese Zeit, auch um sich um Dokumente zu kümmern und Asylanträge vorzubereiten.
In 19 Stunden von Mailand bis an die ukrainische Grenze
Der Weg von Mailand bis zur ukrainischen Grenze ist lang. Die Reise dauert 19 Stunden, einschließlich Pausen, und führt durch Österreich, Ungarn, die Tschechische Republik und ganz Polen.
Weder ich, die als Redakteurin von Univadis Italia und als Forscherin an der Universität arbeitet, noch meine Begleiter hatten zuvor Erfahrungen mit freiwilliger Arbeit als Sanitäter vor Ort gemacht. Aber wir hatten gehört, dass die Zahl der Flüchtlinge weiter steige und dass jeder mit medizinischem Fachwissen willkommen sei.
Sich nützlich machen ? ein Weg aus der Hilfslosigkeit?
Eine freie Woche über die Osterfeiertage schien die perfekte Gelegenheit zu sein, um zu sehen, ob wir uns nützlich machen könnten. Selbst wenn wir vielleicht nur bei der Verteilung von Kleidung und warmen Speisen helfen sollten.
Grenzübergang zwischen Polen und der Ukraine in Medyka: Nach dem Grenzübertritt warten Sanitäts- und Schutzzelte verschiedener NGOs auf die Flüchtlinge, die es nicht mehr weiter bis ins Durchgangszentrum in Przemysl schaffen. ©
Zum medizinischen Wachdienst direkt an die Grenze
Vor Ort angekommen hatten wir nicht einmal Zeit, um uns als Freiwillige im Flüchtlingszentrum zu registrieren. Unser lokaler Kontakt rief an, weil die französisch-israelische NGO Rescuers Without Borders dringend nach medizinischem Personal suchte. Die Organisation betreibt ein Sanitätszelt an der Grenze zur Ukraine in der nahe Przemysl gelegenen Stadt Medyka und hatte Wachdienste zu besetzen. Wir sagten zu, noch bevor wir genau wussten, worauf wir uns einließen.
Nachdem unsere berufliche Qualifikation überprüft worden war, fanden wir uns in einem Armeezelt wieder. Es war direkt neben dem Grenztor auf einer im Schlamm sitzenden Holzplattform aufgestellt worden. Daneben befand sich ein großes Schutzzelt, in dem die NGO Frauen und Kinder notversorgte, die zu müde waren, um zum Flüchtlingszentrum zu gelangen.
Erste Hilfe an der Grenze: Eine Medizinjournalistin und Ärztin hat ukrainischen Flüchtlingen in Polen geholfen. Hier ihr Bericht ?
Daniela Ovadia ? Agenzia Zoe
INTERESSENKONFLIKTE 5. Mai 2022
0
Eine lange Reihe von Zelten säumt die Straße
Die Sanitätsstation von Rescuers without Borders in Medyka ist Teil einer langen Reihe von Zelten, welche die Straße entlang der Grenze säumen. Flüchtlinge, die mit Koffern und Tieren im Schlepptau zu Fuß aus der Ukraine kommen, haben keine andere Wahl, als sie zu passieren.
Selbst wenn die Sonne scheint, ist es dort immer noch eiskalt. Wer die Grenze überquert, hat oft schon mindestens 8 Stunden in der Schlange vor den Grenzkontrollen in der Kälte verbracht. Manche der Freiwilligen übernehmen die Verteilung von warmer Kleidung, Getränken und Lebensmitteln. Andere helfen mit SIM-Karten für kostenlose Telefonate, die die größten europäischen Telefongesellschaften zur Verfügung stellen.
Flüchtlinge warten auf der ukrainischen Seite der Grenze darauf, nach Polen einreisen zu dürfen ? oft über viele Stunden bei noch immer eisiger Kälte. © Daniela Ovadia
Basisversorgung an Medikamenten und Geräten
Den medizinischen Mitarbeitern vor Ort steht eine Basisapotheke zur Verfügung, die nach Vorgaben der Vereinten Nationen klassifizierte Notfallmedikamente enthält: entzündungshemmende und blutdrucksenkende Mittel, Insulin, einige orale Antidiabetika, Breitbandantibiotika, dermatologische Salben, Antiepileptika (vor allem Phenobarbital und Carbamazepin), Steroide und zahlreiche Anxiolytika sowie pädiatrische Formulierungen der gängigsten Medikamente. Außerdem gibt es eine Notfalltasche (die wir zum Glück nie benutzen mussten) und einen halbautomatischen Defibrillator.
Frauen, Kinder und ältere Menschen mit unterschiedlichen Leiden
Vor allem Frauen mit Kindern, die oft noch sehr klein sind, und ältere Menschen passieren die Grenze. Die meisten Personen, die wir behandeln mussten, hatten chronische Krankheiten wie Diabetes oder Bluthochdruck. Sie waren oft während ihrer gesamten Flucht ohne medikamentöse Versorgung. In einigen Fällen ? etwa wenn sie aus Kriegsgebieten kamen ? sogar noch länger. Auch Angststörungen waren häufig, mit Atemnot oder richtigen Panikattacken.
Ich wollte nur dieses Gefühl der Hilflosigkeit bekämpfen Daniela Ovadia
Viele der geflüchteten Frauen begreifen erst, dass sie ihr Zuhause verloren haben, wenn sie sich tatsächlich in einem fremden Land widerfinden. Ihre Ehemänner und Lebensgefährten müssen sie in der Ukraine zurücklassen, da Männer im wehrfähigen Alter nicht ausreisen dürfen.
Decken und Laken, die schon von anderen benutzt wurden
Die Notunterkünfte sind recht gut ausgestattet. Dennoch schläft man auf behelfsmäßigen Pritschen mit Decken und Laken, die zuvor schon von anderen benutzt wurden.
Ältere Menschen leiden häufig an starken Gelenk- und Muskelschmerzen Daniela Ovadia
Ältere Menschen leiden häufig an starken Gelenk- und Muskelschmerzen. Sie sind die Folge tage- oder wochenlanger Aufenthalte in kalten Kellern, wo sie auf behelfsmäßigen Betten schlafen mussten, um sich vor den Bomben zu schützen. Häufig sind sie auch dehydriert und dekompensiert.
Sanitäts- und Schutzzelte am Grenzübergang Medyka: Viele Menschen überqueren die Grenze nach Polen mit ihren Haustieren. So bleibt es nicht aus, dann mancher Hilfsorganisationsmitarbeiter auch einmal beim Gassigehen aushilft. © Daniela Ovadia
Kriegsverletzungen sind bei den Flüchtlingen selten
Nur in 2 Fällen hatten wir es mit Kriegsverletzungen zu tun. Eine Frau kam vom Bahnhof Kramatorsk, der während des Transports eines Flüchtlingskonvois von Russen bombardiert worden war. Sie hatte einen Verband, der einen bläulich-roten, eindeutig infizierten und ödematösen Fuß verbarg. Wir nahmen an, dass ein Splitter aus Metall oder einem anderen Material in ihren Fuß eingedrungen war. Denn durch die Hitze der Explosion hatten sich noch andere Splitter mit dem Kunststoff ihres Anoraks verklebt.
Wir konnten ihr lediglich intravenös ein Antibiotikum verabreichen und sie zum polnischen Roten Kreuz schicken - in der Hoffnung, dass dort wenigstens ein Röntgenbild gemacht wird. Ein weiteres Opfer von Kriegsverletzungen war ein junger Mann, der mit einem klassischen Ödem als Folge einer Explosion vorgestellt wurde. Sanitäter hatten ihn mit Kompressionsverbänden behandelt.
Ärzte aller Fachrichtungen ohne spezielle Ausbildung
Man ist nie wirklich bereit, Kriegsverletzungen zu behandeln, aber man ist noch weniger darauf vorbereitet, wenn man nie eine spezifische Ausbildung in diesem Bereich erhalten hat. Die Ärzte, die in diesen vorübergehend von NGOs verwalteten Strukturen arbeiten, kommen aus verschiedenen Fachrichtungen.
Man ist nie wirklich bereit, Kriegsverletzungen zu behandeln Daniela Ovadia
Fast immer sind Internisten darunter, und zwar aus ganz unterschiedlichen Ländern. Wir haben mit einem indischen Arzt, mit 2 Amerikanern, mit 2 Israelis und mit einem französischen Arzt zusammengearbeitet. Oft sind sie nur für kurze Zeiträume, etwa 10 Tage bis zu 3 Wochen, vor Ort. Ihnen steht eine medizinische Grundausstattung zur Verfügung, die für echte Notfälle nicht geeignet ist.
Das Sanitätszelt der NGO Rescuers without Borders am Grenzübergang in Medyka steht auf einer im Schlamm sitzenden Holzplattform. © Daniela Ovadia
Den freiwilligen Hilfskräften steht im Sanitätszelt eine Grundausstattung an medizinischem Material und Medikamenten zur Verfügung, zur Behandlung von Notfällen ausgerüstet ist es nicht. © Daniela Ovadia
Viele Medikamente fehlen
Ein weit verbreitetes Problem war der Mangel an Medikamenten. Von den Vereinten Nationen empfohlene Kits enthalten zwar wichtige Wirkstoffe. Diese decken aber nicht einmal annähernd das breite Spektrum an Verodnungen ab, mit denen die Patienten zu uns ins Zelt kamen. Es ist nicht immer möglich, ein Medikament durch ein anderes zu ersetzen - zumindest nicht ohne einen angemessenen Beobachtungszeitraum oder eine überlappende Behandlung. Beides war in unserer Situation nicht möglich.
Ein weit verbreitetes Problem war der Mangel an Medikamenten Daniela Ovadia
Der komplizierteste Fall, mit dem wir uns befassen mussten, war eine junge Epilepsiepatientin, die in der Warteschlange an der Grenze einen Anfall erlitt. Wir hatten ihre Medikamente nicht zur Hand. Nur dank eines Glücksfalls und dank der Hartnäckigkeit einiger Freiwilliger, die buchstäblich alle örtlichen medizinischen Zentren absuchten, konnten wir einige der fehlenden Medikamente beschaffen. Die Frau war mit ihrem 10-jährigen Sohn im Schlepptau unterwegs, und nach einer Nacht unter Beobachtung im Sanitätszelt setzte sie ihre Reise zu ihrem Zielort in Deutschland fort.
Belastete Mütter, gefährdete Kinder
Oft mussten wir bei der Auswahl einer Behandlung auch die Verantwortlichkeiten der Patienten berücksichtigen: Bei alleinerziehenden Müttern mit einem oder mehreren Kindern können bewusstseinsverändernde oder schläfrig machende Medikamente wie Benzodiazepine nicht verabreicht werden. Denn leider hat es schon Fälle von Kindesmissbrauch gegeben und es gibt nicht ausreichend Personal, das sich um die Kleinen kümmern kann, während sich die Eltern ausruhen.
Schlechte Chancen bei seltenen Erkrankungen
Medikamente gegen seltene Erkrankungen waren nirgends zu finden, obwohl sie lebensrettend sein können. Wir mussten einem Myasthenie-Patienten helfen, bei dem sich die Symptome schnell verschlimmert hatten und der an Schluckbeschwerden litt. Um zu vermeiden, dass wir ihn im Falle einer Beeinträchtigung der Atemmuskulatur hätten intubieren müssen, schickten wir ihn ins städtische Krankenhaus. Unsere Hoffnung war, dass sie dort wenigstens Physiostigmin zur Verfügung haben würden
Polnisches Gesundheitssystem in den Grenzstädten kurz vor dem Zusammenbruch
Wir wissen nicht, was mit ihm geschehen ist. Der Übersetzer, der ihn begleitete, erzählte uns von einer überstürzten und wenig einfühlsamen Aufnahme durch das örtliche Personal. Das ist durchaus verständlich, wenn man bedenkt, dass das gesamte polnische Gesundheitssystem in den Grenzstädten zur Ukraine am Rande des Zusammenbruchs steht und das Personal ausgebrannt ist.
Leider hat es schon Fälle von Kindesmissbrauch gegeben. Daniela Ovadia
Allein in Przemysl, einer Stadt mit etwa 60.000 Einwohnern, sind in den letzten anderthalb Monaten schätzungsweise 3.000 Flüchtlinge pro Tag angekommen.
Fast alle Freiwilligen haben sich mit SARS-CoV-2 infiziert
COVID-19 ist vor Ort ein großes Problem, nur befasst sich niemand damit. Das Flüchtlingszentrum in Przemysl, das in einem stillgelegten Einkaufszentrum befindet, beherbergt etwa 4000 Menschen. Sie werden in ehemaligen Geschäften untergebracht, eine Fahne davor signalisiert das endgültige Reiseziel.
COVID-19 ist vor Ort ein großes Problem, nur befasst sich niemand damit. Daniela Ovadia
Es gibt keine Fenster, kein natürliches Licht und natürlich auch keine wirksamen Belüftungssysteme. Feldbetten nehmen jeden freien Platz ein, selbst in den Gängen.
Nur Freiwillige werden zu Beginn mit einem Antigen-Schnelltest untersucht, danach nie wieder. Die Verwendung von Masken ist nicht vorgesehen und in einer solchen Umgebung ohnehin fast unmöglich. Fast alle Freiwilligen haben sich infiziert oder rechnen damit, dass sie sich bald infizieren werden.
Viel Spielraum für Verbesserungen
Alles in allem war die Erfahrung heftiger und intensiver, als ich erwartet hatte. Ich weiß nicht, ob wir mit unserer Absicht, zu helfen, Erfolg hatten. Sicher ist, dass es zumindest bei der medizinischen Grundversorgung noch sehr viel Spielraum für Verbesserungen gibt. Eine bessere Koordinierung zwischen den NGOs, den örtlichen Gesundheitszentren und dem endgültigen Bestimmungsort der Flüchtlinge ist ebenfalls erforderlich - vor allem, um den komplexesten Fällen die richtige Unterstützung zukommen zu lassen.
Psychologische Betreuung braucht bessere Koordination
Der psychologische Aspekt ist von grundlegender Bedeutung, um die Verfestigung posttraumatischer Belastungsstörungen zu vermeiden. Er wird jedoch nur von ehrenamtlichen Mitarbeitern übernommen, deren Fähigkeiten begrenzt sind. Es wäre auch an dieser Stelle hilfreich, professionelle Maßnahmen unter der Leitung von Notfallexperten besser zu koordinieren.
Der Beitrag ist im Original erschienen auf Univadis.it und wurde von Michael van den Heuvel übersetzt.
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Donnerstag, 5. Mai 2022
Verschwörungstheorien zum Ukraine-Krieg: Wer daran glaubt und wer nicht
che2001, 20:28h
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Mittwoch, 4. Mai 2022
Intensivstation über den Wolken
che2001, 18:56h
So gelangen ukrainische Patienten mit der Bundeswehr zur Behandlung nach Deutschland
Michael van den Heuvel, M edscape
Die Bundeswehr hat auf 2 MedEvac-Flügen mit dem Spezialflugzeug Airbus A310 bislang 32 verletzte Personen und 12 Begleitpersonen nach Deutschland gebracht ? darunter mehrere verletzte Kinder. Die ukrainischen Patienten wurden in Polen aufgenommen. MedEvac steht für Medical Evacuation. Ein Blick hinter die Kulissen.
Was verbirgt sich hinter der A310 MedEvac?
Zum Einsatz kommt der Airbus A310, ein zweistrahliges Großraumflugzeug des europäischen Flugzeugherstellers Airbus. Es wurde zu einer fliegenden Intensivstation ausgebaut und ist von Köln-Wahn aus innerhalb von 24 Stunden startklar, um Erkrankte oder Verletzte auszufliegen.
Welche Logistik steckt hinter den Transporen?
Sind Krankenhäuser in der Ukraine oder in Anrainerstaaten überlastet, melden sie dies über ihre Behörden. In Deutschland bearbeitet das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe entsprechende Anfragen. Es stimmt sich mit der Bundeswehr und mit zivilen Unternehmen der Luftrettung ab, um geeignete Flugzeuge für Intensivtransporte zu bekommen.
Nach der Landung greift der aus Corona-Zeiten bekannte Kleeblatt-Mechanismus zur Verteilung der Patienten auf Krankenhäuser.
Kleeblatt Nord: Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Bremen, Niedersachsen
Kleeblatt Ost: Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen
Kleeblatt West: Nordrhein-Westfalen
Kleeblatt Südwest: Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Baden-Württemberg
Kleeblatt Süd: Bayern
Ein weiteres Kleeblatt bildet das Gemeinsame Melde- und Lagezentrum von Bund und Ländern.
Welche Einsätze gab es vor dem Ukraine-Konflikt?
Einer der größten Einsätze war der Rücktransport von verletzten Deutschen nach dem Tsunami 2004 in Südostasien. Aber auch im Zuge der Corona-Pandemie wurden Patienten aus Italien bzw. aus Frankreich nach Deutschland verlegt. Darüber hinaus hat die Bundeswehr COVID-19-Patienten nach dem ?Kleeblatt-Konzept? innerhalb Deutschlands verteilt.
Das Flugzeug hat als weitere Besonderheit ein großes, seitliches Ladetor. Die insgesamt 4 Flugzeuge dieses Typs können innerhalb weniger Tage umgebaut werden; sie lassen sich auch als Tanker oder als Passagier- bzw. Truppentransporter nutzen. Darüber hinaus stehen der Bundeswehr mehrere A400M- und A319-Flugzeuge für den Patiententransport zur Verfügung.
Ukrainische Patienten landen mit dem Transportflugzeug A310 MedEvac auf dem Flughafen Köln-Wahn (am 11.04.2022)
Welche Kapazität hat das Flugzeug?
Das Flugzeug kann insgesamt 44 Patienten liegend transportieren, darunter 6 auf Patiententransporteinheiten, die nach intensivmedizinischen Standards ausgestattet sind.
Die bis zu 25-köpfige medizinische Crew überwacht und stabilisiert Patienten; sie greift ein, sollte sich der Zustand verschlechtern. Zum Team gehören Fachärzte, Fachpfleger, Rettungsassistenten, Rettungssanitäter, aber auch ein Fliegerarzt und ein Medizintechniker der Bundeswehr.
Soldaten betreuen die Übungsverletzten an den Patiententransporteinheiten im Airbus A400M beim Training AirMedEvac (Wunstorf, 13.09.2018)
Welche medizinische Ausstattung befindet sich an Bord?
Laut Bundeswehr-Angaben besteht jede Intensivtransport-Einheit aus:
Intensivbeatmungsgerät ?Evita 4?
Transportbeatmungsgerät ?Oxylog 3000?
Multi-Funktions-Monitor ?Propaq EL106?
2 Dreifach-Spritzenpumpen ?Combimat 2000?
Absaugpumpe ?Accuvac?
Zusätzlich sind an Bord:
16 Patientenmonitore ?Micropaq?
1 Blutgasanalysegerät ?I-Stat?
2 flexible Bronchoskope
1 tragbares Ultraschallsystem ?SonoSite?
6 Patientenwärmesysteme ?Barkey?
12-Kanal-EKG
2 Defibrillatoren
16 Dreifach-Spritzenpumpen ?Combimat 2000?
4 Medumat LifeBase III
4 Infusionspumpen ?IP 2000?
1 Zentralmonitorsystem
1 Kühlschrank für medizinische Kühlware
Medikamente und Spritzen zur Versorgung der Patienten für mindestens 24 Stunden.
Michael van den Heuvel, M edscape
Die Bundeswehr hat auf 2 MedEvac-Flügen mit dem Spezialflugzeug Airbus A310 bislang 32 verletzte Personen und 12 Begleitpersonen nach Deutschland gebracht ? darunter mehrere verletzte Kinder. Die ukrainischen Patienten wurden in Polen aufgenommen. MedEvac steht für Medical Evacuation. Ein Blick hinter die Kulissen.
Was verbirgt sich hinter der A310 MedEvac?
Zum Einsatz kommt der Airbus A310, ein zweistrahliges Großraumflugzeug des europäischen Flugzeugherstellers Airbus. Es wurde zu einer fliegenden Intensivstation ausgebaut und ist von Köln-Wahn aus innerhalb von 24 Stunden startklar, um Erkrankte oder Verletzte auszufliegen.
Welche Logistik steckt hinter den Transporen?
Sind Krankenhäuser in der Ukraine oder in Anrainerstaaten überlastet, melden sie dies über ihre Behörden. In Deutschland bearbeitet das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe entsprechende Anfragen. Es stimmt sich mit der Bundeswehr und mit zivilen Unternehmen der Luftrettung ab, um geeignete Flugzeuge für Intensivtransporte zu bekommen.
Nach der Landung greift der aus Corona-Zeiten bekannte Kleeblatt-Mechanismus zur Verteilung der Patienten auf Krankenhäuser.
Kleeblatt Nord: Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Bremen, Niedersachsen
Kleeblatt Ost: Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen
Kleeblatt West: Nordrhein-Westfalen
Kleeblatt Südwest: Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Baden-Württemberg
Kleeblatt Süd: Bayern
Ein weiteres Kleeblatt bildet das Gemeinsame Melde- und Lagezentrum von Bund und Ländern.
Welche Einsätze gab es vor dem Ukraine-Konflikt?
Einer der größten Einsätze war der Rücktransport von verletzten Deutschen nach dem Tsunami 2004 in Südostasien. Aber auch im Zuge der Corona-Pandemie wurden Patienten aus Italien bzw. aus Frankreich nach Deutschland verlegt. Darüber hinaus hat die Bundeswehr COVID-19-Patienten nach dem ?Kleeblatt-Konzept? innerhalb Deutschlands verteilt.
Das Flugzeug hat als weitere Besonderheit ein großes, seitliches Ladetor. Die insgesamt 4 Flugzeuge dieses Typs können innerhalb weniger Tage umgebaut werden; sie lassen sich auch als Tanker oder als Passagier- bzw. Truppentransporter nutzen. Darüber hinaus stehen der Bundeswehr mehrere A400M- und A319-Flugzeuge für den Patiententransport zur Verfügung.
Ukrainische Patienten landen mit dem Transportflugzeug A310 MedEvac auf dem Flughafen Köln-Wahn (am 11.04.2022)
Welche Kapazität hat das Flugzeug?
Das Flugzeug kann insgesamt 44 Patienten liegend transportieren, darunter 6 auf Patiententransporteinheiten, die nach intensivmedizinischen Standards ausgestattet sind.
Die bis zu 25-köpfige medizinische Crew überwacht und stabilisiert Patienten; sie greift ein, sollte sich der Zustand verschlechtern. Zum Team gehören Fachärzte, Fachpfleger, Rettungsassistenten, Rettungssanitäter, aber auch ein Fliegerarzt und ein Medizintechniker der Bundeswehr.
Soldaten betreuen die Übungsverletzten an den Patiententransporteinheiten im Airbus A400M beim Training AirMedEvac (Wunstorf, 13.09.2018)
Welche medizinische Ausstattung befindet sich an Bord?
Laut Bundeswehr-Angaben besteht jede Intensivtransport-Einheit aus:
Intensivbeatmungsgerät ?Evita 4?
Transportbeatmungsgerät ?Oxylog 3000?
Multi-Funktions-Monitor ?Propaq EL106?
2 Dreifach-Spritzenpumpen ?Combimat 2000?
Absaugpumpe ?Accuvac?
Zusätzlich sind an Bord:
16 Patientenmonitore ?Micropaq?
1 Blutgasanalysegerät ?I-Stat?
2 flexible Bronchoskope
1 tragbares Ultraschallsystem ?SonoSite?
6 Patientenwärmesysteme ?Barkey?
12-Kanal-EKG
2 Defibrillatoren
16 Dreifach-Spritzenpumpen ?Combimat 2000?
4 Medumat LifeBase III
4 Infusionspumpen ?IP 2000?
1 Zentralmonitorsystem
1 Kühlschrank für medizinische Kühlware
Medikamente und Spritzen zur Versorgung der Patienten für mindestens 24 Stunden.
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Freitag, 29. April 2022
Warnung vor Drittem Weltkrieg - Emma ruft zur Deeskalation auf
che2001, 12:34h
In einem offenen Brief an Kanzler Scholz rufen 28 KünstlerInnen und SchriftstellerInnen als Erstunterzeichnende dazu auf, keine weitere schweren Waffen an die Ukraine zu liefern, sondern alles zu tun, um eine Beendigung des Ukraine-Konflikts durch einen Kompromiss zu erreichen. Der offene Brief ist zugleich eine Petition.
https://www.emma.de/artikel/offener-brief-bundeskanzler-scholz-339463
https://www.emma.de/artikel/offener-brief-bundeskanzler-scholz-339463
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Donnerstag, 28. April 2022
Expeditionen ins Tierreich - wie Ozelots zu Geparden mutieren
che2001, 01:38h
Frau Baerbock hatte unlängst ans Verteidigungsministerium die Frage gerichtet, ob es ein gepanzertes Luftabwehrsystem gäbe, das sich gut dazu eigne, den ukrainischen Streitkräften gegen die Russen beizustehen, leicht zu bedienen sei und ungeeignet sei, zivile Gebäude zu beschießen. Ja, sagte man ihr, das gäbe es, den FLaRak-Panzer Ozelot. Sie fragte, wieviele dafür für eine Lieferung zur Verfügung stünden, und man antwortete ihr: "9".
So werden stattdessen jetzt Gepard geliefert, von denen es eine erkleckliche Zahl gibt, nur von leicht zu bedienen kann keine Rede sein - die Ausbildungszeit beträgt bis zu 12 Monate. Bei Mannschaften, die mit den Exsowjetischen ZSU23-Flakpanzern oder vergleichbaren Systemen Erfahrung haben vielleicht 6, mindestens 4. Im Gegensatz zum Fire-and-forget-System Ozelot erfordert der Gepard eine präzise Geschütznachführung nach den Ortungsdaten des Radars, die halbmanuell und halbelektronisch erfolgt.
Es ist zu erahnen, dass hier eine Mischung aus Inkompetenz und Materialmangel am Wirken ist.
So werden stattdessen jetzt Gepard geliefert, von denen es eine erkleckliche Zahl gibt, nur von leicht zu bedienen kann keine Rede sein - die Ausbildungszeit beträgt bis zu 12 Monate. Bei Mannschaften, die mit den Exsowjetischen ZSU23-Flakpanzern oder vergleichbaren Systemen Erfahrung haben vielleicht 6, mindestens 4. Im Gegensatz zum Fire-and-forget-System Ozelot erfordert der Gepard eine präzise Geschütznachführung nach den Ortungsdaten des Radars, die halbmanuell und halbelektronisch erfolgt.
Es ist zu erahnen, dass hier eine Mischung aus Inkompetenz und Materialmangel am Wirken ist.
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Montag, 25. April 2022
Mein Blogfreund Avantgarde zu RT Deutschland und russischer Propaganda im Weiteren
che2001, 13:57h
Zitat:
"In der zweiten Phase der speziellen Militäroperation plant die russische Armee, die vollständige Kontrolle über den Donbass und den Süden der Ukraine zu erlangen sowie einen Landkorridor zur Krim zu schaffen. Das erklärte der stellvertretende Befehlshaber des Zentralen Militärbezirks, Rustam Minnekajew. Er fügte hinzu, dass die Kontrolle über die Südukraine den russischen Streitkräften den Zugang zu Transnistrien eröffnen würde. Dort gebe es Fälle der Unterdrückung der russischsprachigen Bevölkerung. [Anmerkung: Nö, gibt es eben gerade nicht, da dieser Landesteil nicht unter der Kontrolle Moldawiens steht sondern de facto unter russischer]
"Seit Beginn der zweiten Phase der Sonderoperation, die buchstäblich vor zwei Tagen begonnen hat, besteht eine der Aufgaben der russischen Armee darin, die vollständige Kontrolle über den Donbass und den Süden der Ukraine herzustellen. Damit wird ein Landkorridor zur Krim geschaffen, der auch lebenswichtige Einrichtungen der ukrainischen Wirtschaft betrifft", sagte Minnekajew am Freitag auf der Jahresversammlung des Verbandes der Verteidigungsindustrie des Gebiets Swerdlowsk.
Die international nicht anerkannte Transnistrische Moldawische Republik ist eine abtrünnige Region in Moldawien, wo seit einem Bürgerkrieg russische Friedenstruppen stationiert sind. Transnistrien grenzt im Osten an die Gebiete Odessa und Winniza in der Ukraine. In Transnistrien leben bis zu 200.000 russische Staatsbürger. Das Gebiet hat keinen Zugang zum Schwarzen Meer und damit keine direkte Verbindung nach Russland. [Anmerkung: Hat hier jemand Suwalki-Korridor nach Kaliningrad gesagt?]. Die Beziehungen zu der prowestlichen Regierung Moldawiens sind seit Jahrzehnten sehr angespannt. Die Schaffung eines Landkorridors nach Transnistrien würde die Einnahme der Schwarzmeergebiete Nikolajew und Odessa im Süden der Ukraine bedeuten.
https://avantgarde.blogger.de/stories/2845215/#comments
"In der zweiten Phase der speziellen Militäroperation plant die russische Armee, die vollständige Kontrolle über den Donbass und den Süden der Ukraine zu erlangen sowie einen Landkorridor zur Krim zu schaffen. Das erklärte der stellvertretende Befehlshaber des Zentralen Militärbezirks, Rustam Minnekajew. Er fügte hinzu, dass die Kontrolle über die Südukraine den russischen Streitkräften den Zugang zu Transnistrien eröffnen würde. Dort gebe es Fälle der Unterdrückung der russischsprachigen Bevölkerung. [Anmerkung: Nö, gibt es eben gerade nicht, da dieser Landesteil nicht unter der Kontrolle Moldawiens steht sondern de facto unter russischer]
"Seit Beginn der zweiten Phase der Sonderoperation, die buchstäblich vor zwei Tagen begonnen hat, besteht eine der Aufgaben der russischen Armee darin, die vollständige Kontrolle über den Donbass und den Süden der Ukraine herzustellen. Damit wird ein Landkorridor zur Krim geschaffen, der auch lebenswichtige Einrichtungen der ukrainischen Wirtschaft betrifft", sagte Minnekajew am Freitag auf der Jahresversammlung des Verbandes der Verteidigungsindustrie des Gebiets Swerdlowsk.
Die international nicht anerkannte Transnistrische Moldawische Republik ist eine abtrünnige Region in Moldawien, wo seit einem Bürgerkrieg russische Friedenstruppen stationiert sind. Transnistrien grenzt im Osten an die Gebiete Odessa und Winniza in der Ukraine. In Transnistrien leben bis zu 200.000 russische Staatsbürger. Das Gebiet hat keinen Zugang zum Schwarzen Meer und damit keine direkte Verbindung nach Russland. [Anmerkung: Hat hier jemand Suwalki-Korridor nach Kaliningrad gesagt?]. Die Beziehungen zu der prowestlichen Regierung Moldawiens sind seit Jahrzehnten sehr angespannt. Die Schaffung eines Landkorridors nach Transnistrien würde die Einnahme der Schwarzmeergebiete Nikolajew und Odessa im Süden der Ukraine bedeuten.
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Dienstag, 12. April 2022
Kirche im Dorf lassen: Brigadegeneral Vad zur Diplomatie im Ukraine-Krieg
che2001, 14:32h
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Samstag, 9. April 2022
Rise up - Solidarität ist die Zärtlichkeit der Völker
che2001, 17:10h
Nach fast 30 Jahren hat Pink Floyd erstmals wieder ein neues Stück aufgenommen. Gemeinsam mit einem ukrainischen Sänger. Ein Solidaritätslied. Rise Up! Hier ist das Video.
https://www.youtube.com/watch?v=saEpkcVi1d4
https://www.youtube.com/watch?v=saEpkcVi1d4
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