Dienstag, 9. Februar 2021
Querdenker-Demos haben Ausbreitung des Virus nachweislich verstärkt
https://www.gmx.net/magazine/news/coronavirus/studie-querdenker-demos-verbreitung-coronavirus-deutlich-verstaerkt-35520788

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Sinkende Infektionszahlen; Wettlauf zwischen Impfungen und Virus-Varianten längst verloren?; Rolle des Klimawandels
Michael van den Heuvel, Sonja Boehm, Dr. Thomas Kron, Medscape


Wettlauf zwischen Impfungen und Virus-Varianten längst verloren

Kontaktverfolgung auch bei 7-Tages-Inzidenz über 50 möglich?

Großteil der Corona-Toten stirbt offenbar tatsächlich an COVID-19

Klimawandel als wichtiger Faktor für SARS-CoV-2

Dem Robert Koch-Institut sind den RKI-Angaben vom Sonntag zufolge 8.616 Corona-Neuinfektionen und 231 neue Todesfälle innerhalb eines Tages gemeldet worden. Vergangene Woche waren es noch 11.192 Neuinfektionen und 399 neue Todesfälle. Die 7-Tage-Inzidenz ist mit 75,6 ebenfalls deutlich gesunken. Bis zum vergangenen Freitag hatten 2.212.851 Personen (2,7 % der Gesamtbevölkerung) eine Erstimpfung erhalten und 903.271 Personen bereits die Zweitimpfung. Von einer angestrebten Impfquote von mehr als 60% ist Deutschland immer noch weit entfernt.

Wie RKI-Präsident Prof. Dr. Lothar Wieler am vergangenen Freitag mitgeteilt hat, wurde die besonders ansteckende britische Virus-Variante B.1.1.7 bereits in 13 der 16 Bundesländer nachgewiesen. In einer Untersuchung von Virus-Proben habe der Anteil dieser Variante knapp 6% betragen. Laut Wieler ist das Virus durch die Mutationen gefährlicher geworden. Es habe gerade noch einmal einen „Boost“ bekommen.

Die Entwicklung der Infektionszahlen sei zwar erfreulich, so am Freitag auch Jens Spahn. Doch die Zahlen müssten noch weiter runter, die 7-Tage-Inzidenz „auch deutlich unter 50“. Für deutlich geringere Werte hatten unter anderen in den vergangenen Tagen auch der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach und die Physikerin Dr. Viola Priesemann vom Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen plädiert.

Am Mittwoch dieser Woche wollen Spitzenvertreter von Bund und Ländern über das weitere Vorgehen im Kampf gegen die Corona-Pandemie beraten. Ob der Shutdown verlängert wird oder es zu ersten Lockerungen kommt, ist noch unklar. Es wird allerdings eher mit einer Verlängerung gerechnet.

Wettlauf zwischen Impfungen und Virus-Varianten längst verloren?
In einem Interview mit dem Spiegel hat die Braunschweiger Virologin Prof. Dr. Melanie Brinkmann erneut vor zu raschen Lockerungen gewarnt und „eine konsequente Eindämmungsstrategie gefordert, um einen Dauer-Shutdown zu vermeiden“. Damit ließe sich laut Brinkmann die 7-Tage-Inzidenz zügig unter 10 drücken. „Die Gesundheitsämter könnten wirklich wieder Infektionsketten nachverfolgen und wir alle bekämen unser Leben zurück. Zumindest ein Leben, so ähnlich wie im Sommer 2020. Dieses Larifari des ‚hier ein bisschen Homeoffice, dort ein improvisiertes Hygienekonzept‘, das muss aufhören.“

Die Mutante aus Großbritannien und andere Mutanten würden uns überrennen, das Virus habe einen „Raketenantrieb“ bekommen, so die Virologin weiter. Laut Brinkmann gehe es weniger darum, „immer härtere Maßnahmen einzuführen, als die bestehenden konsequenter anzuwenden“. Wir müssten auch besser kontrollieren, dass sich alle als die Maßnahmen hielten. Und kurzfristig müssten die Schulen geschlossen bleiben, „sonst kriegen wir sie wegen der ansteckenderen Varianten sehr, sehr lange nicht mehr richtig geöffnet. Vielleicht müssen wir sogar wieder Grenzen schließen“.

Fassungslos mache sie, dass Urlaubsreisen ins Ausland immer noch möglich seien. Der Wettlauf zwischen Impfungen und Virus-Varianten sei längst verloren. Alles andere entspringe Wunschdenken, genährt von falschen Versprechungen einiger Politiker. Die britische Mutation habe eine Basisreproduktionszahl von schätzungsweise bis zu 4,5. Da müssten über 80 % der Bundesbürger geimpft sein haben, um die Variante in Schach zu halten. So rasch bekämen wir nie so viel Impfstoff, wie dafür erforderlich sei.

Kontaktverfolgung auch bei 7-Tages-Inzidenz über 50 möglich?
Anders als von der Bundesregierung kommuniziert sei eine Kontaktverfolgung durch die Gesundheitsämter auch bei einer 7-Tages-Inzidenz über 50 möglich, sagen Medienberichten zufolge mehrere Oberbürgermeister deutscher Großstädte. In Köln sei man trotz Werten von über 50 seit Monaten in der Lage, sowohl die positiv Getesteten als auch die Kontaktpersonen „innerhalb von 24 Stunden zu kontaktieren und Quarantäneanordnungen zu verhängen“, wird etwa Oberbürgermeisterin Henriette Reker in der Welt am Sonntag zitiert.

Laut Helmut Dedy, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetags, laufen IT-Lösungen in den Gesundheitsämtern der Großstädte „und befähigen die Gesundheitsämter dieser Städte schon jetzt, auch bei einer Inzidenz weit über 50 die Kontaktnachverfolgung zu gewährleisten“. Allerdings könnten bundesweit nicht alle Ämter bei hohen Inzidenzen so umfassend agieren, schränkte Dedy Medienberichten zufolge ein.

Großteil der Corona-Toten stirbt offenbar tatsächlich an COVID-19
Von manchen Kritikern der Pandemie-Strategie und vor allem von Leugnern der Corona-Pandemie wird behauptet, dass es bei vielen so genannten „Corona-Toten“ gar nicht gesichert sei, dass sie tatsächlich an der Infektionskrankheit und ihren Folgen gestorben seien. Dem widerspricht nun unter anderen der Kieler Pathologe Prof. Dr. Christoph Röcken , Direktor des Instituts für Pathologie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH).

„Bei 85 Prozent der Fälle konnten wir wirklich bestätigen, dass sie an Covid-19 verstorben sind“, wird der Pathologe in einem Bericht im Tagesspiegel zitiert. In Kiel wurden dem Bericht zufolge bislang mehr als 50 Menschen im Alter von 53 bis über 90 Jahre obduziert, die sich vor ihrem Tod mit SARS-CoV-2 angesteckt hatten. Leider lägen die ersten Daten eines deutschen Obduktionsregisters noch nicht vor; er habe jedoch von anderen Pathologen bundesweit erfahren, „dass diese zu ähnlichen Ergebnissen kämen“, wird Röcken zitiert.


Klimawandel als wichtiger Faktor für SARS-CoV-2
Globale Treibhausgasemissionen haben im Laufe des letzten Jahrhunderts den wahrscheinlichen Ursprungsort von SARS-CoV-2 in Südchina zu einem Hotspot für Coronaviren gemacht, die von Fledermäusen übertragen werden. Klimatische Veränderungen in dieser Region haben das Wachstum von Waldgebieten befördert, die Fledermäusen geeignete Habitate bieten. Dies ist laut einer Mitteilung das Ergebnis einer neuen Studie von Wissenschaftlern der Universität Cambridge, des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) und der Universität Hawai’i-Manoa.

Die in der Zeitschrift Science of the Total Environment publizierte Studie beschreibt große, durch den Klimawandel bedingte Veränderungen der natürlichen Vegetation in der südchinesischen Yunnan Provinz und benachbarten Gebieten in Myanmar und Laos im letzten Jahrhundert – weg von tropischem Buschland, hin zu tropischer Savanne und Laubwald. Dieser Prozess habe die Ausbreitung zahlreicher neuer Fledermausarten ermöglicht, durch die rund 100 neue Arten von Coronaviren in die Region gekommen seien, heißt es in der Mitteilung weiter. Genetische Daten legten nahe, dass SARS-CoV-2 in genau dieser Region erstmals in Fledermäusen aufgetreten sei.

„Im letzten Jahrhundert hat der Klimawandel im wahrscheinlichen Ursprungsort von SARS-CoV-2 den Lebensraum für Fledermäuse deutlich attraktiver gemacht – und damit auch für die vielen Coronaviren, die diese Tiere in sich tragen,“, sagt Dr. Robert Beyer, der seit kurzem im Rahmen eines europäischen Marie-Curie-Stipendiums am PIK tätig ist und zuvor an der Universität Cambridge geforscht hat.

Im Zuge der Studie rekonstruierten die Forscher mittels klimatischer Daten die weltweite natürliche Vegetation am Beginn des letzten Jahrhunderts. Auf Grundlage davon ermittelten sie die damalige globale Verteilung von Fledermausarten. Ein Vergleich mit der heutigen Verteilung zeigte, wo sich die Anzahl der verschiedenen Fledermausarten weltweit verändert hat.

In der südchinesischen Yunnan-Provinz sind auch Schuppentiere heimisch, die den Wissenschaftlern zufolge wahrscheinlich als Zwischenwirte für SARS-CoV-2 fungieren. Sie nehmen an, dass das Virus von Fledermäusen auf diese Tiere übergesprungen sei, die dann später auf einem Wildtiermarkt in Wuhan gehandelt worden seien, wo sich dann erstmals Menschen mit SARS-CoV-2 infiziert hätten.

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Die DGHO drängt auf eine raschere Schutzimpfung gegen COVID-19 für Krebspatienten
Ute Eppinger, Medscape



Die Infektionsdynamik von COVID-19 ist ungebrochen. Geht es nach der derzeitigen Impfstrategie warten Patienten mit Krebserkrankung wohl noch eine Weile auf die COVID-19-Schutzimpfung. Doch für Menschen mit aktiver Krebserkrankung ist das Risiko erhöht, schwer an COVID-19 zu erkranken.

Deshalb drängen jetzt die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO), die Deutsche Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs und das Haus der Krebs Selbsthilfe Bundesverband e.V. darauf, diese vulnerable Gruppe möglichst schnell zu impfen. In ihrer gemeinsamen Stellungnahme heben sie die Notwendigkeit eines priorisierten Zugangs zur Schutzimpfung hervor [1].

In einem Positionspapier ist festgehalten, welche Patienten besonders gefährdet sind. „Auf Basis der aktuellen Daten sehen wir eine hohe Priorität für die COVID-19-Schutzimpfung von Patientinnen und Patienten mit hämatologischen Erkrankungen und solchen mit soliden Tumoren und aktiver Krebserkrankung, die sich unter systemischer Therapie befinden“, betont Prof. Dr. Hermann Einsele, Vorsitzender der DGHO und Direktor der II. Medizinischen Klinik des Universitätsklinikums Würzburg, die Dringlichkeit der Schutzimpfung.

DGHO drängt auf differenziertere Betrachtung
Bereits Ende 2020 hatte die DGHO mit Blick auf die derzeitige Einordnung von Menschen mit Krebs erst in der 3. Stufe (also mit „erhöhter Priorität“) Änderungen vorgeschlagen und eine differenzierte Bewertung gefordert. Prof. Dr. Lorenz Trümper, Geschäftsführender Vorsitzender der DGHO und Direktor der Klinik für Hämatologie und Medizinische Onkologie der Universitätsmedizin Göttingen, betont, dass die aktuelle Einordung auf Studien beruhe, in denen die Gesamtheit der Menschen mit Krebserkrankung betrachtet wurde.

„Diese übergreifende Einteilung wird den sehr unterschiedlichen Krankheitssituationen unserer Patientinnen und Patienten nicht gerecht, so dass wir als wissenschaftliche medizinische Fachgesellschaft für eine differenziertere Betrachtung plädieren“, betont Trümper. Mehrere Studien belegten die besondere Vulnerabilität und erhöhte Mortalität von Krebspatienten.

Sterbe-Risiko durch COVID-19 bei aktiver Krebserkrankung erhöht
Menschen mit Krebserkrankungen machen einen relevanten Anteil der Patienten aus, die an COVID-19 erkrankt sind. Darüber hinaus ist Krebs eine der Prognose-relevanten Komorbiditäten, insbesondere bei aktiver Erkrankung. In Registeranalysen wurde eine signifikant höhere Mortalität bei Menschen mit einer Krebserkrankung im Vergleich zu Menschen ohne Krebserkrankungen beschrieben.

„In diesem Zusammenhang müssen wir die Aktivität der Krebserkrankungen berücksichtigen“, so Trümper. „Eine aktuelle Analyse aus den USA mit Daten von fast 30.000 Patientinnen und Patienten bestätigt die ungünstige Prognose bei aktiver Krebserkrankung.“ So zeigt die Studie, dass die Sterblichkeit mit 24,7% am höchsten bei Menschen mit aktiver, progredienter Krebserkrankung ist, während Patientinnen und Patienten in Remission „nur“ eine Sterblichkeitsrate von 11,6% aufwiesen.


Junge Krebspatienten sind besonders gefährdet
Der Risikofaktor Krebs wirkt sich besonders in den jüngeren Altersgruppen negativ auf die Prognose aus. Die relative Steigerung der Sterblichkeit durch COVID-19 ist in der Patientengruppe unter 50 Jahren am höchsten. „Für Menschen mit einer Krebserkrankung in dieser Altersgruppe ist das Risiko, an COVID-19 zu sterben, 4-mal höher als bei Menschen ohne Krebserkrankungen.

Deshalb plädiert die Deutsche Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs ebenfalls für einen priorisierten Zugang von Krebspatientinnen und -patienten zur COVID-19-Schutzimpfung“, betont Prof. Dr. Mathias Freund, Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung.

Für die Entscheidung über die Impfung an sich, den optimalen Zeitpunkt und die am besten geeignete Vakzine liegen bisher fast keine Daten aus klinischen Studien vor, denn in den Zulassungsstudien waren nur sehr wenige Krebspatienten eingeschlossen. Trümper plädiert deshalb für eine Shared Decision zwischen Arzt und Patient. „Unsere Grundhaltung ist: Lassen Sie sich jetzt impfen, außer wenn triftige Gründe dagegensprechen.“

Antikörper bei aktiver Krebserkrankung sinnvoll?
Trotz vieler experimenteller Ansätze und rasch initiierter klinischer Studien ist die aktuelle Therapie der COVID-19-Erkrankung weitestgehend supportiv. Wenn neue antiviral wirksame Medikamente verfügbar sind, stellt sich auch die Frage, ob ein früher Einsatz von monoklonalen Antikörpern, Kinase-Inhibitoren und/oder Rekonvaleszentenplasma bei an COVID-19 erkrankten Menschen mit aktiver Krebserkrankung sinnvoll ist. Eine solche Therapie könnte auch die derzeit steigende Zahl von Patienten mit prolongierter Ausscheidung von SARS-CoV-2 (die auch mit dem Risiko der Bildung von Mutationen verbunden ist) nach einer COVID-19-Infektion senken.

Der potenzielle klinische Nutzen der Antikörper ist derzeit noch schwer zu beurteilen. Prof. Dr. Lorenz Trümper
Neutralisierende monoklonale Anti-SARS-CoV-2-Antikörper können die Viruslast verringern. Die Kombination von Bamlanivimab mit Etesevimab war dabei besonders effektiv. Daten zur Kombination von Casivirimab und Imdevimab bestätigen das, heißt es in der Stellungnahme.

„Der potenzielle klinische Nutzen der Antikörper ist derzeit noch schwer zu beurteilen, da die bisher vorliegenden Daten zur klinischen Wirksamkeit wenig belastbar sind. Die klinische Wirksamkeit ist insbesondere in der frühen, a- oder oligosymptomatischen Erkrankungsphase anzunehmen, in der die Virusreplikation eine dominierende Rolle spielt. In jedem Fall aber benötigen wir rasch klinische Studien zur Wirksamkeit der neuen Arzneimittel“, erklärt Trümper.

Auch Hedy Kerek-Bodden und Werner Kubitza, Geschäftsführender Vorstand des Hauses der Krebs-Selbsthilfe tragen die Forderung nach einer möglichst frühen Impfung mit: „Aus Sicht der Organisationen der Krebsselbsthilfe unterstützen wir den gemeinsamen Vorschlag. Von unseren Mitgliedern wissen wir, dass bei ihnen eine große Unsicherheit besteht, was den raschen Zugang zur COVID-19-Schutzimpfung angeht. Viele müssen neben der großen Unsicherheit, was den Verlauf ihrer Krebserkrankung betrifft, nun noch mit einer zweiten großen Unsicherheit leben, nämlich: ‚Wann erhalte ich die COVID-19-Schutzimpfung?‘“

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Weiße Pracht
Heute wollte ich, halbwegs genesen, wieder ins Büro. Da mein Auto bis unter die Türschlösser im Schnee steckt mit Öffis.

Macht keinen Sinn: Die Metro fährt nicht. In der Stadt sind Leute mit Skiern und Schneeschuhen unterwegs. Sah einen BMW - diese Automarke taugt gar nichts im Winter - in Schlangenlinen quer über sämtliche Fahrspuren schlittern. Ein Puch Pinzgauer oder ein Polaris Ranger wäre das Fahrzeug für diese Straßenverhältnisse.

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Prophezeiung
Irgendwie ist doch eingetroffen, wie ich mir als Jugendlicher, Perry-Rhodan- Star-Trek- und Star- Wars - geprägt die Zukunft imaginiert hatte: Im Jahr 2021 haben wir gegen Mutanten zu kämpfen.

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