https://prodomo.50webs.net/9/der_kampf_geht_weiter.html
Etwas zu idealtypisch allerdings, wie alles, was aus der antideutschen Ecke kommt, ist das alles holzschnittartig vereinfacht. Dass Detlef Hartmann ein unorthodoxer Marxologe ist, der an den Marxorthodoxen kritisiert, dass Marx kein Marxist gewesen wäre und kein Leninist geworden wäre kommt hier nicht vor. Die Frontstellung Leben vs. Maschine und Subjektivität vs. kapitalistische Zweckrationalität ist für Hartmann Ergänzung zur Werttheorie und zur Entwicklung des tendenziellen Falls der Profitrate. Stehen bei den Wertkritikern nur und ausschließlich die Bewegungsgesetze des Kapitals im Vordergrund, so ist dies im wahrsten Sinne zu Kurz gedacht. Bei den Materialien und Autonomie steht die proletarische Subjektivität im Vordergrund, weil ihrer Auffassung nach noch immer Klassenkämpfe der Motor der Geschichte sind. Der Begriff des Klassenkampfs ist hier sehr weit gefasst. Noch Krankfeiern, Werksabotage, maximales Ausnutzen von Urlaubsrgelungen und Kuren gelten als (wünschenswerte) Selbstbehauptung von Eigen-Sinn, die in einem extrem multifaktoriellen Modell neben offenen Kämpfen im Weltmaßstab die Kapitalentwicklung und -Entfaltung immer wieder blockieren und daher Dinge wie die neoliberale Offensive überhaupt erst nötig machen. Diese historisch-materialistische Seite der Materialien kommt bei Prodomo nicht vor.
Wie auch, sie würde der denunziatorischen Stoßrichtung des Artikels zuwiderlaufen. Die Einordnung der Shoah in die allgemeine NS-Bevölkerungspolitik, zu der auch die "Euthanasie", die Zwangssterilisierung der "Rheinlandbastarde" (Nachkommen schwarzer und arabischer französischer und belgischer Soldaten und deutscher Frauen) und die geplante Verschiebung und Neuzusammensetzung der gesamten Bevölkerung Osteuropas im "Generalplan Ost" gehören bedeutet, die schon von Horkheimer und Adorno beschriebene Angelegtheit der NS-Verbrechen in der instrumentellen Vernunft und der kapitalistischen Rationalität in der praktischen Umsetzung zu analysieren.
Die Shoah wird zur extremsten Steigerung der industriellen Ausbeutung der menschlichen Arbeitskraft buchstäblich bis auf die Knochen. Für Kettner liegt in dieser Sichtweise eine Relativierung der Shoah. Jeder Versuch, diese rational aus der Verwertungslogik des Kapitals zumindest des nationalsozialistischen Deutschlands zu betrachten gilt hier als Verharmlosung des Antisemitismus und damit letztendlich als eine Sichtweise, die selber mit strukturellem Antisemitismus einhergeht.
Ich würde in diesem Zusammenhang ja mal die Frage aufwerfen, ob diese rein moralisch bzw. quasi theologisch argumentierende grundsätzliche Ablehnung, über eine kapitallogische Begründung der Shoah nachdenken zu dürfen, nicht ihrerseits nichts Anderes ist als eine Verharmlosung der destruktiven Impulse im Kapitalismus, zumindest in seiner imperialistischen Form.
Kettner scheut nicht davor zurück, den Matrialien für einen neuen Antiimperialismus und hier besonders Detlef Hartmann Antisemitismus zu unterstellen, Beleg: Das Kapitel "Das US-imperialistische System von Bretton Woods als Vollstrecker der nationalsozialistischen neuen Ordnung" in der Autonomie 14. Der Titel selbst wird als Beleg für die bei Antiimps verbreitete Gleichsetzung von US-Imperialismus und Nationalsozialismus und die Denunzierung Israels als "faschistischer Staat" genommen. Nur steht das da gar nicht drin, das Kapitel beschäftigt sich empririsch mit der Adaption von NS-Wirtschaftsplanung zur ökonomischen Inwertsetzung des Balkans aus den 30er Jahren durch Strategen von Weltbank, IWF und Rockefeller-Stiftung in der Nachkriegszeit zur Organisation westlicher Entwicklungspolitik, ein Strang, der später von Susanne Heim und Ulrike Schaz in dem Band "Berechnung und Beschwörung" zur Bevölkerungspolitik aufgegriffen wurde, in dem diese die vor allem in den 60er und 70er Jahren betriebenen Massensterilisationen z.B. in Indien als Anknüpfung an NS-Eugenik begriffen. Eines zeigt Kettner deutlich: Er ist nicht in der Lage, historische Werke als historische Werke zu lesen. Die Frage, ob Alys Ansatz für die Geschichtswissenschaft Erklärungswert hat, und wenn das nicht der Fall wäre, welcher Ansatz stattdessen, wird von ihm gar nicht erst gestellt.
Stattdessen geht es ihm um moralische Denunzierung - Aly betreibt Holocaust-Relativierung, Hartmann argumentiere antisemitisch, also ist der ganze neue Antiimperialismus, genauso wie der "alte" Antiimperialismus der Antiimps strukturell antisemitisch. Das Ganze wird dann nicht politisch erklärt, sondern küchenpsychologisch: Aly bedient über die Jahrzehnte immer wieder die Gemütslage der 68er, die, ebenso wie "die Linken", als ein monolitihisches Kollektiv ohne innere Widersprüche oder Konflikte gesehen werden. "Wenn die Kränkung noch frisch ist, dann kann man die Chancen dieses Interpretationsangebots noch nicht wahrnehmen. Vielleicht werden sie es eines Tages verstehen und es ihm danken." ---- Ein solcher Satz negiert in diesem Kontext, dass politische Theoriebildung außerhalb psychohygienischer Funktionen überhaupt einen Sinn hätte. Dass Aly heute zu einem bedingungslos affirmativen Apologeten des postmodernen Kapitalismus geworden ist, der den Antideutschen ziemlich nahe steht, während Hartmann&GenossInnen unverändert sozialrevolutionäre Positionen vertreten, dass wird von ihm völlig unterschlagen. Für Kettner steht Aly, einer der seltsamsten politischen Umschwenker der deutschen Linken, in einer ungebrochenen Kontinuitätslinie.
QED: Wer sich über die Kerngedanken hinter den Materialien, dem neuen Antiimperialismus oder Hartmann informieren möchte tue das wohl besser hier:
https://projekte.free.de/dada/dada-p/P0000738.HTM
https://www.labournet.de/diskussion/arbeit/aktionen/persp_dh.html
https://www.trend.infopartisan.net/trd1105/t151105.html
... link (61 Kommentare) ... comment
http://www.labournet.de/diskussion/geschichte/birke.html
In diesem Fall bestand diese im Bezug auf die teilnehmende Beobachtung am Streik bei Gate Gourmet. Auch die Frage, was in der sehr viele Schlagworte unerklärt und in höchst dramatisierender Sprache vortragenden Einleitung mit sich selbst neu erfinden bzw. einem gesellschaftlichen Zwang dazu gemeint ist, wird noch viel klarer, sowohl bei neuen Eliten, die sich selbst neu erfinden und viel unhierarchischer und sympathischer wirken, in ihrem tatsächlichen Wirken aber nicht besser sind als die alten Mächtigen, als auch im Anpassungszwang bei den Unterworfenen, die in McKinsey-geschulten Programmen zur Verinnerlichung marktwirtschaftlichen Denkens, schlanker, von eigenverantwortlicher Arbeitsweise geprägter Betriebsstrukturen und Effizienzdenken bis in ihre Gefühlsökonomie hinein angehalten werden. Selbst das Burn-Out-Syndrom wird in therapeuthischen Modellen zur Arbeitseffiziensteigerung sozusagen nach vorne kuriert, um nur ja keine Ursachen außerhalb der Verarbeitungsweise der eigenen Persönlichkeit erkennbar werden zu lassen. Der Mobbing-Gegner hatte mit solchen Strukturen seine speziellen Erfahrungen gemacht.
http://che2001.blogger.de/stories/349727/
http://che2001.blogger.de/stories/716362/
Hier wird nun deutlich, dass diese nichts mit dem individuellen Verhalten einzelner Vorgesesetzter zu tun haben, sondern im System VW angelegt sind. Dies ist, getreu der Beratungsleistung McKinseys, ein System, das sich selbst transzendieren soll: Mit Autostadt und Auto 5000 macht der Konzern, der selber noch sehr keynesianisch-korporatistisch mit starker Stellung der IGM organisiert ist, sich selber neoliberale Konkurrenz und setzt die Belegschaftskerne unter Druck, das Ganze auch noch teilweise als public private partnership organisiert. Die clusterförmige Organisationsform des postmodernen Kapitalismus, ob in Wolfsburg, Los Angeles, Tel Aviv oder Bangalore überholt die alten Trennungen zwischen Zentrum und Peripherie. Es gibt ebenso die Erste Welt in der Dritten wie die Dritte in der Ersten. Mit Leiharbeit, 1-Euro-Jobs und konzerneigenen privaten Jobvermittlungen werden die working poor auch in der Umgebung traditioneller Hochlohnsektoren eingesetzt und als Spalter des Arbeiterzusammenhalts instrumentalisiert.
Schließlich wird dennoch eine Perspektive auf Widerstand durch Behauptung des Eigen-Sinns erkennbar. Ich möchte jetzt eng an Textauszügen arbeiten, allein schon um der Verständlichkeit willen.
„Nicht eiserner Rationalisierungszugriff charakterisiert exemplarisch die Mitarbeiter der neuen Spitzenunternehmen im Silicon Valley, sondern der sogenannte Googleness-Faktor: Spitzenabschluss einer Spitzenuniversität ja, Führungserfahrung ja, aber keine Grabenkämpfe, kein Machtgehabe. Die Google-Gründer möchten das Universitätsflair erhalten, das sie als Stanford-Zöglinge genossen haben: Die Unbeschwertheit, den Mut, Unerlaubtes zu denken, kindlich neugierig und schlecht angezogen zu sein. Die Spiegel-Berichterstatterin Michaela Schiessel jubelt in ihrem Artikel: „Vielleicht ist das ja das wahre Erfolgsgeheimnis der Firma Google: Alphamännchen müssen draußen bleiben.“
Verfrühter Jubel. In der Transformation der innovativen Technologien und ihres Unterwerfungsmanagements haben sich periodisch immer neue Gestalten des Alphamännches hervorgebracht. Der Google-Typus ist nicht der alte servant of power der tayloristischen Stab-Linienhierarchien – Leittypus auch einer neuen Bürgerlichkeit. Google, Yahoo und ihre Konkurrenten stellen derzeit die Upstarts der neuen „social networks“ wie Flickr, Facebook, MYSpace, You Tube in ihren Dienst, deren kreative Innovateure diesem neuen Sozialtypus neue Gestalten und Gesichter geben. Ihr Charakter ist keine Maske. Sie sind die kreativen Unternehmer neuer Initiativen kapitalistischer Bemächtigung im Sinne Schumpeters. Wie sehr es neben Reich- und Herrentum auch der Drang zur Selbstverwirklichung ist, der sie treibt, enthüllt auch ein Bericht über die Eliten von Silicon Valley von Gary Rivlin, den die New York Times kürzlich im Rahmen ihrer Serie über das „Age of Riches, die Junior Mogule“ abdruckte. Nach dem Erfolg machen junge Unternehmer immer weiter, sagt er und zitiert einen am unteren rand der Milliardengrenze angekommenen Jungunternehmer: „Ich wüsste nicht, was ich machen sollte, wenn ich nicht Unternehmen gründen würde. Vielleicht würde ich daran denken, mir die Pulsadern aufzuschneiden.“ Dieser Typus bildet den hegemonialen Kern der „ganz kreativen Klasse“, die Holm Friebe und Sascha Lobo als führendes Element der prekarisierten Intelligenz ausmachen“
- Ob prekarisiert oder tatsächlich mächtig, ob idealtypisches Muster neben anderen, teils ähnlichen, teils alternierenden Möglichkeiten, die Betrachtung typisiert eine Art von Unternehmertum einschließlich einer sich in ihrem ideologischen Schlepptau befindlichen Boheme, die für das digital-neoliberal-deregulierte Zeitalter so archetypisch erscheint wie liberale Bourgeoisie und klassische Boheme sowie keynesianische, teils industrielle, teils bürokratische Elite und in gesellschaftlichen Nischen sich einrichtende Alternativszene für das bürgerliche Zeitalter und die Nachkriegsgesellschaft des wohlfahrtsstaatlichen Kapitalismus. Diese tatsächlichen und vermeintlichen Eliten korrespondieren und wechselwirken mit einem veränderten Proletariat. Längst befasst sich eine Flut von Coaching-Literatur damit, wie Arbeitnehmer dazu gebracht werden können, sich zu „optimieren“ und, selbst angesichts persönlicher Lebenskrisen im Zusammenhang mit Überlastung das für den Job optimale Maximum aus sich herauszuholen, ja, Burnoutsyndrome als Herausforderungen zu betrachten. Das betrifft nicht etwa nur, wie in den Diskussionen zum Burnout in den Achtzigern Manager und Führungskräfte, sondern abhängig Beschäftigte bis zum HartzIV-Empfänger. „Die Komponente der geistigen Erschöpfung bezieht sich vor allem auf eine negative Einstellung im Hinblick auf das Selbst, die Arbeit und das Leben im Allgemeinen. Darunter fällt auch die Tendenz zur Dehumanisierung. Das Bild des idealen Arbeitnehmers mutierte vom angepassten Befehlsausführer hin zum unternehmerisch Mitdenkenden, Verantwortung übernehmenden Quasi-Unternehmer. … Orientiert an diesem Bericht aus der kapitalistischen Propagandaproduktion… bleibt es ein „Defekt“ der Seele unter den nur oberflächlich kritisierten Diktaten postmoderner Selbstoptimierungszwänge. Der Angriffscharakter wird ausgeblendet, der Antagonismus (der Klassenverhältnisse, Anm. d,. Verf) gerät nicht in den Blick und damit auch nicht der unergründliche Rückraum für die Herausbildung neuer Formen des widerständischen Selbst. Meditation, Qigong und Yoga, richtiges Atmen etc. gehören mit zur Rezeptur. Der Bezugsrahmen der wissensökonomischen Offensive leuchtet auch darin auf, dass der "Vertrag mit sich selbst analog einer persönlichen Zielvereinbarung nach dem Management-by-Objectives-Modell" wie im Produktionsbereich und im HartzIV-Fallmanagement zu den Techniken therapeuthischer Selbsteinspeisungspraktiken gezählt werden. Neben und auch angeregt durch Microsoft haben eine reihe weiterer Unternehmen Work-Life-Balance-Coaching in ihre Personalmanagementprogramme aufgenommen.... Der innerbetriebliche Drucl, sich den Coachingprogrammen zu unterwerfen, erschließt dem Wissensmanagement neue Felder - Ressourcen und Labore in einem. hierin berühren und verweben sie sich mit den Strategien der Arbeitsressourcenerschließung im HartzIV-Fallmanagement. In dieser Zuspitzung inmitten der Krankheitssymptomatik der Selbstunterwerfungskrisewird gleichwohl deutlich, was die Geschichte der Klassenauseinandersetzungen - auch im Spiegel ihrer Arbeitspsychologie und Philosophie - imer wieder und nunmehr auf neuem historischen Niveau zeigt: Das Selbst ist nicht operationalisierbar, es sperrt sich in immer neuen Ausdrucksformen gegen die Strategien inwertsetzender Gewalt und Zugriffe."
Am Beispiel des Streiks bei Gate Gourmet umreisst Hartmann dann,wie sich einerseits die McKinsey-induzierten Anpassungs- und Selbsterziehungzwänge anfühlen und wie gerade diese Zwänge zur Reibungsfläche wurden, an der der Widerstand etflammte: "Ob man das glaubt oder nicht: wir haben uns während des Streiks öfter darüber unterhalten: Ich kriege diesen Virus nicht raus. Wenn ich in meiner Küche einen Kaffee koche, dann überlege ich mir schon, welche Wege kann ich sparen, oder welche Sachen kann ich gleich mitnehmen, damit ich nicht dreimal laufe. Das Unterbewusstsein ist soweit festgenagelt, dass du dir jeden einzelnen weg überlegst: Was kannst du damit verbinden, wie kannst du noch optimaler deinen tag durchziehen und das im privaten Bereich - soweit sind wir!....Mit demStreik haben die Arbeiterinnen die Reißleine gezogen. Es ging auch , aber nicht allein um die Löhne. MENSCHENWÜRDE war ein Wort, das fast auf allen Transparenten stand. Im Laufe der Zeit wurden Beziehungen zu den Arbeiter/innen, die gegen Gate Gourmet auf dem Londoner Flughafen Heathrow streikten geknüpft, gegenseitige Besuche organisiert. es wurden Zugänge zu anderen Bereichen gesucht, in denen McKinsey ähnliche rationalisierungsstrategien verfolgt, wie zum Beispiel in Krankenhäusern. Es war der Streik selbst, in dem die Arbeter/innen ihre Menschenwürde zurückeroberten, ihre sozialen Zusammenhänge, ihr individuelles und kollektives Selbst wiederherstellten....Für kurze Zeit gewann das Gestalt, was Walter Benjamin in dem Satz ausdrückte: das Subjekt historischer Erkenntnis ist die kämpfende, unterdrückte Klasse selbst. Es wurde deutlich, dass es keine Wissenschaftlichkeit, kein Gegenstandswissen zu diesen Prozessen geben kann, sondern das die einzige Wissenschaftlichkeit das im Kampf entwickelteGegenwissen ist, das erst die Bedeutung der neuen sozialtechnischen Strategien als Strategien des sozialen Kriegs offenlegt. Es verweist die Wissenschaftlichkeit der Beratungsunternehmen, der Arbeitswissenschaften und -soziologie in den Bereich der Kriegswissenschaften. Es gibt keine idealtypik, keine Paradigmen, diese stellen nur die wechselnde Leitbegrifflichkeit an den beweglichen Fronten der auseinandersetzungen dar. WISSEN ist das aus den Auseinandersetzungen hiermit gewonnene GEGENWISSEN. Es ist das Wissen nicht des Getriebes, sondern des Sands."
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http://home.pages.at/der-stoerenfried/zeitung/a16/18.htm
Der hier übrigens auch, immer noch:
http://socialistunity.com/
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http://www.sueddeutsche.de/kultur/594/450316/text/
Update hierzu:
http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/feindbild-muslim-feindbild-jude/
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http://autismuskritik.twoday.net/stories/5354953
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Dann stellen sie sich mit hölzernen Harpunen dem Kampf so wie einst Captain Ahab in dem berühmten Film. Ein Augenzeuge: "Als das Licht für den Bordfilm ausgeschaltet wurde, miaute die Blondine wie ein Kätzchen und vergrub ihren Kopf genau an der Stelle, durch die der Meeressäuger ein- und ausatmet - es reißt 10 Ruderer in die Tiefe."
Rückkehr um 19 Uhr: Tödlich getroffen hebt der Wal sein Maul aus dem Wasser und posiert schlicht und still fürs Erinnerungsfoto. Dann wollte Chefin Marlene Zinck die Karte bringen. Doch der Rädelsführer winkte ab:"Ich weiß schon, was ich will. Hechtklöße und Riesling Gieselbrecht!"
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http://www.nzzfolio.ch/www/d80bd71b-b264-4db4-afd0-277884b93470/showarticle/dea023dd-7b32-4cd0-974b-dfcc248b8e5b.aspx
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http://entdinglichung.wordpress.com/2008/11/18/vermischtes-aus-asien/
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http://www.leere-signifikanten.net/2008/11/23/privat-vor-katastrophe/
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“Nehmen wir die schillernden Etiketten Neoliberalismus oder neoliberale Globalisierung, die alles und nichts erklären. Man könnte selbstredend auch andere gebräuchliche Formeln der globalisierungskritischen Bewegungen nehmen. Inzwischen sind diese Etiketten weit davon entfernt, Werkzeug für kritisch differenziertes Denken zu sein. Abgesehen davon bleiben diese Etiketten, auch wenn in kritischer Absicht benutzt, herrschafts- und kapitalkonform.Sie waren vielleicht geignet, die Theorie der Friedman-Schule, die Konterrevolution in Chile, die Politik der eisernen Lady, die Reaganomics und die Schuldendiktate des IWF oder auch die Operationen der Kohl-Administration, welche in die fischergrünen und sozialdemokratischen Arbeitsmarktreformen mündeten, terminologisch vom Gegenbegriff des Keynesianismus als sozialdemokratischer Etappe abzuheben…Schließlich lassen uns aber die geronnenen Generaletiketten, aller Dynamik des Sozialen entleert, angesichts eines differenzierten gesellschaftlichen Umbruchs eher hilfs- und begriffslos zurück. Dieses ganze aufeinander bezogene Begriffsinstrumentarium ist u.E. ungeeignet, die neuen kapitalistisch staatlichen Feingriffe auf menschliche, sprich soziale Subjektivität und die damit verwobene komplexe Dynamik in den metropolitanen Gesellschaften annähernd zu erfassen, auch wenn sie in den ideologischen Begriffswolken des Neoliberalismus (Qualitätsmanagement, Projekt, empowerment usw.) daherkommen. Die offensive Fortentwicklung des Toyotismus in den Betrieben, zugleich als Industrie- und Sozialpolitik …. angewandt, die mit der bundesdeutschen Arbeitsmarktstrukturierung nun auf die untersten Segmente des Arbeitsmarkts durchschlägt, und die neuen Zumutungen der Selbstvermarktung müssen u.. vielmehr als der Versuch eines totalitären Zugriffs auf menschliche subjektivität beschrieben werden, als eine sich des Sozialen bemächtigende Machtstrategie gezielter und gesteuerter Vereinzelung, der Zurichtung sozialer lebendigkeit auf die Erfordernisse politischer machtentfaltung und kapitalistisch markrwirtschaftlicher Rationalität, die Herz und Verstand, aber auch den Körper des einzelnen umfassen. Angesichts eines solchen Gesellschaftssystems der totalen Subjekt- und Bevölkerungsbewirtschaftung erscheint Neoliberalismus geradezu verharmlosend.”
Und in einer Steilkurve geht es in eine Synopse westlicher Gouvernementalität im Jahre 2008 an sich.
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Montag, 10.
November 2008
Selbstbestimmtes Zusammenleben für Familie Omoroghomwan!!
The VOICE und Karawane fordern ein Ende mit den Polizeischikanen gegen
Claudia Omoroghomwan und ihre Mädchen
Der psychische Druck auf die Mädchen und für ihre Mutter geht leider weiter,
und wird erst dann enden, wenn sich die Ausländerbehörde und das Jugendamt
endlich auf eine Abmachung mit der Familie einlassen, bei der diese
selbstbestimmt über ihr Leben bestimmen kann. Leider war dies nicht der
Fall, und die Behörden haben erneut die Polizei eingeschaltet, und sogar ins
Krankenhaus geschickt, wo Frau Omoroghomwan eben von ihrem
Sohn entbunden hatte.
Die jüngste Sachlage sah so aus, dass die Mädchen von Frau Omoroghomwan mit
ihr gemeinsam wieder im Lager in Posseck lebten, weil dies die einzige
Bedingung war, unter der das Jugendamt akzeptierte, dass die Mädchen bei
Frau Omoroghomwan blieben. Die Mädchen wollten auf keinen Fall wieder in das
Kinderheim in Markneukirchen, wo sie getrennt von der Mutter lebten und ein
anonymer Vormund für sie zuständig war.Jedoch bedeutete auch das Lager
Posseck ein Trauma für die Mädchen von Frau Omoroghomwan, denn in der
ehemaligen Kaserne, die isoliert im Wald gelegen ist, und in der sie schon
seit dem Jahr 2006 zubringen mussten, sind sie die einzigen größeren Kinder
und haben keinen Kontakt zu anderen Familien.
Frau Omoroghomwan musste dann in dieser Woche zur Entbindung in die Klinik
weg aus Posseck. Immer wieder war vom Jugendamt und Vertretern von lokalen
NGOs der Vorschlag an die Familie herangetragen worden, dass die drei
Mädchen während der Entbindung und in der Zeit danach für einige Wochen
wieder in ein Kinderheim gehen sollten. Später könnten dann Mutter und
Mädchen eine gemeinsame Wohnung beziehen. Das lehnte die Familie jedoch
immer wieder ab, denn die Mädchen wollten auf keinen Fall in ein Heim und
lieber von ihnen vertrauten Menschen betreut werden. Frau Omoroghomwan hatte
sich gewünscht, dass ihre Mädchen in der Zeit, in der sie in der Klinik
bleiben muss, gemeinsam von ihrem Freund und einer Freundin von ihr betreut
würden, und hatte dies auch in Gesprächen mit dem Jugendamt und der
NGO-Gruppe geäußert. Frau Omoroghomwan hatte den Eindruck, dass ihr von
Seiten des Vormunds und den NGO-Vertretern nicht widersprochen wurde.
Es zeigte sich jedoch, dass dieser Vorschlag in Wahrheit nicht in Erwägung
gezogen worden war. Erst zwei Tage vor der Geburt wurde klar, dass das
Jugendamt in jedem Fall plante, die Mädchen in ein Kinderheim zu bringen,
wenn Frau Omoroghomwan in die Klinik käme.
Als am Donnerstag Mittag bei Frau Omoroghomwan die Wehen einsetzten, sorgte
sie dafür, dass die Kinder an einem geschützten Ort bei zuverlässigen
Menschen untergebracht waren, um sie nicht allein im Heim zurückzulassen und
sie nicht weiteren polizeilichen Zwangsmaßnahmen auszusetzen. Das Jugendamt
zeigte sich jedoch sofort alarmiert, als es erfuhr, dass die Mädchen nicht
mehr im Flüchtlingsheim waren.
In komplizierten Verhandlungen mit dem Jugendamt-Vormund konnte Frau
Omoroghomwans Freund, der werdende Vater, der sich auf dem Weg von Berlin
zum Krankenhaus in Plauen befand, erreichen, dass er selbst mit den Mädchen
in Posseck bleibt. Die Geburt jedoch war schwierig und zog sich über
mehrere Stunden hin, so dass der Vater des Neugeborenen in dieser Nacht zu
erschöpft war, um die Mädchen noch abzuholen und nach Posseck zu fahren.
Wiederum kam Panik beim Jugendamt auf, und wieder wurde die Polizei
eingeschaltet, die nicht nur Frau Omoroghomwan im Krankenhaus aufsuchte, um
sie zu drängen, den Verbleib der Mädchen zu nennen, sondern darüber hinaus
zwei Privatwohnungen in Reichenbach durchsuchte, wo man die Kinder
vermutete.
Durch dieses Vorgehen ist das Verhältnis des Jugendamtes zu der
Flüchtlingsfamilie Omoroghomwan wieder äußerst angespannt, und der
psychische Druck auf Frau Omoroghomwan und ihre Mädchen geht weiter. Deren
UnterstützerInnen und Angehörige, sowie The VOICE und Die Karawane für die
Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen fordern das Jugendamt auf, endlich
die Polizei aus dem Spiel zu lassen, und den Willen der Mädchen sowie der
Mutter Frau Omoroghomwan zu respektieren. Es fragt sich,
- wieso eine fremde Betreuung für die Mädchen durchgängig mit
Kindeswohl gleichgesetzt wird, während diese Mädchen ständig beteuern,
dass sie nicht in ein Kinderheim möchten und von Frau Omoroghomwan oder
ihnen vertrauten Personen betreut werden wollen.
- warum sich die das Jugendamt im Vogtlandkreis derart um den Verbleib
der Mädchen sorgt, und sich zugleich nicht im geringsten Sorgen um deren
soziale Lage im Flüchtlingsheim Posseck macht.
- welche Befugnis ein Vormund hat, auf Kinder aufzupassen, wenn diese
sich dauerhaft weigern, von ihm betreut zu werden
- grundsätzlich, ob das Jugendamt mit derselben Unbefangenheit
wiederholt die Polizei einschalten würde, wenn es um den Verbleib von
Kindern deutscher StaatsbürgerInnen ginge
- ob endlich seitens des Jugendamtes die psychologische Auswirkung von
Polizeiverfolgungen auf die Mädchen berücksichtigt wird, oder ob nur der
Widerstand von UnterstützerInnen bewirken kann, dass man bei diesem
Jugendamt anfängt, menschlich und angemessen mit Minderjährigen umzugehen
Wir fordern ein Ende mit den Polizeischikanen!
Wir fordern Sicherheit für die Mädchen, dass sie bei Frau Omoroghomwan
bleiben können!
Die Kinder haben immer wieder deutlich gemacht, dass sie unter keinen
Umständen wieder in ein Kinderheim möchten. Diese Androhung muss endlich
aufhören!
Frau Omoroghomwan muss sich erholen können ohne weiteren psychischen
Belastungen ausgesetzt zu sein!
Schließlich soll die Familie endlich eine eigene Wohnung in Reichenbach
erhalten, um zur Ruhe zu kommen!
Sendet Faxe und Briefe an die zuständigen Behörden!
AL Jugendamt Dr. Berthold Geier, Postplatz 3, 08468 Reichenbach
Tel: 03765-53 3300 oder 0171/7271969, Fax: 03765-53 43301,
geier.berthold@vogtlandkreis.de
Landesdirektion Chemnitz Leiter Abteilung 2 - Inneres, Soziales und
Gesundheit
Philipp Rochold, Tel: 0371-532 12 00, Fax: 0371-532 12 03,
philipp.rochold@ldc.sachsen.de
Zur Kenntnisnahme: Amtsgericht Plauen Familiengericht
Telefon: 03741 / 10-0, Fax: 03741 / 10-1404
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Wir veranstalteten auch multikulturelle Straßenfeste, auf denen wir Bücher, Döner, Falafel, Bier und Glühwein verkauften. Den Erlös brachten Leute aus unserer Gruppe, teilweise in der eigenen Unterwäsche verborgen, in den kurdischen Nordirak. Dort wurde das Geld den Leuten, die es brauchten direkt in die Hände gedrückt. Unsere AktivistInnen ( übrigens sehr viele Frauen) reisten dort unten mit einem Jeep mit aufmontierten 12,7mm MG umher, da es wirklich lebensgefährlich war, sich im Nordirak zu bewegen. Unsere größten Leistungen waren der Wiederaufbau einer Schule und einer Brücke, die im 1991er Krieg zerstört worden waren. Dann organisierten oder unterstützten wir Kirchenasyle und die medizinische Versorgung illegalisierter Flüchtlinge, betreuten die Teilnehmer einer Knastrevolte und machten überhaupt sehr viel ehrenamtliche Sozialarbeit. In einem Fall haben wir eine inhaftierte Genossin aus einem türkischen Folterknast rausgeholt. Die meisten dieser Aktionen funktionierten nur, wenn sie nicht nur nicht an die große, sondern an gar keine Glocke gehängt wurden.
Daneben dann auch noch Hausbesetzungen und Anti-AKW-Demos.
Im Nachhinein betrachtet waren wir so eine Art Mischung aus amnesty international, Robin Wood und Caritas, die unter teilweise illegalen und brenzligen Bedingungen operierte und mit anarchokommunistischem Selbstverständnis. Mit dem, was in den Medien als Antifa oder Autonome verbraten wurde hatte das alles so gut wie nichts zu tun. Wir haben vielen Menschen, denen es wirklich dreckig ging geholfen. Und hätten wir es nicht getan, hätte es niemand getan.
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http://www.labournet.de/diskussion/geschichte/birke.html
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