Donnerstag, 18. Februar 2010
Blanker Hass
regt sich in mir, wenn ich so etwas lese:


http://magazine.web.de/de/themen/nachrichten/deutschland/9901426-Sozialstaat-FDP-legt-nochmal-nach,page=1.html


Meine Forderung: Die Bezüge von Westerwelle und Lindner mit sofortiger Wirkung auf 370 Euro im Monat zu senken mit den üblichen 6 Monaten Bearbeitungszeit bis zur Erstauszahlung. Und natürlich die Einleitung von Strafverfahren wegen Betrugs bei jedem Mehreinkommen.

... link (22 Kommentare)   ... comment


Mittwoch, 17. Februar 2010
BEATS AGAINST ALL BORDERS
Am Freitag, den 19. Februar 2010, ab 22 Uhr findet im Juzi eine
antirassistische Soliparty statt.

Gründe gibt es leider genug: FRONTEX und die Jagd auf Menschen im
Mittelmeer, rassistische Gesetze, Residenzpflicht, Lager,
Gutscheinpraxis, mangelnde medizinische Versorgung. Und jetzt aktuell
die bevorstehenden Deportationen der Roma ins Kosovo.

Antirassistische Arbeit kostet Geld – und aus diesem Grund findet BEATS
AGAINST ALL BORDER statt. Ein Teil des Geldes ist für die
Rechtsanwaltskosten für einen Asylantrag eines Menschen bestimmt, der
Rest wird für andere antirassistische Arbeit verwendet.

WER BLEIBEN WILL, SOLL BLEIBEN!

NO BORDER, NO NATION! STOP DEPORTATION !


Wann? Freitag, 19. Februar, ab 22 Uhr
Wo? JuZI Göttingen, Bürgerstr. 41, Göttingen [http://www.juzi.de/]

... link (0 Kommentare)   ... comment


Keine Leseempfehlung des Tages
Aufgrund eines zutreffenden Kommentars des Lebemanns habe ich hier das Kritiknetz entlinkt, das sich für mich vordergründig wie ein Forum zur Kritischen Theorie las, tatsächlich aber wohl eher die Ecke des adornitisch daherkommenden antideutschen Kulturalismus gehört.

... link (6 Kommentare)   ... comment


Mittwoch, 17. Februar 2010
Das bizarre Verhalten in Dating-Communities
Ab und an habe ich Kontakte in Beziehungsanbahnungsportalen gesucht und bin dabei auf m.E. höchst merkwürdige Verhaltensweisen gestoßen. Da wurden schon Verbindungen abgebrochen, nachdem ich meine Telefonnummer, meine Email oder meinen Klarnamen bekannt gegeben hatte, weil ich damit die Diskretion meines Gegenübers verletzt bzw. Grenzen nicht eingehalten hätte. Habe ich den Schuss nicht gehört? Solche Communities sind dazu da, Kontakte für das Real Life herzustellen; auf eine Kontaktanzeige in der Printzeitschrift antwortet man normalerweise mit einem Brief, in dem man die eigene Telefonnummer mitteilt oder sich direkt zu einem Date verabredet. Wollen die Online-Daterinnen rein virtuelle Kontakte pflegen und wittern im Realtreffen die Begegnung mit dem Axtmörder?

... link (8 Kommentare)   ... comment


Montag, 15. Februar 2010
Wieviele HartzIV-Bezieher sind eigentlich FDP-Mitglieder?
Oder meinetwegen auch solche ohne Glied?

... link (2 Kommentare)   ... comment


Ist das Asylbewerberleistungsgesetz verfassungswidrig?
Manchmal gibt es in der Blogosphäre ja doch noch Sternstunden. Zum Beispiel, wenn mir jemand komplett abnimmt, was ich eigentlich gerade schreiben wollte/müsste, wie Monoma das hier tut:


http://autismuskritik.twoday.net/stories/notiz-nach-einem-tag/

... link (0 Kommentare)   ... comment


Those fucking runabouts
Jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit das Gleiche: Das Verkehrsleitsystem gibt eine Richtgeschwindigkeit von 80 km/h vor, und die 40Tonner überholen mit 120, PKWs hupen mich an, weil ich zu langsam, d.h. 9-100 fahre und jagen ihrerseits mit 140 über die verschneite Piste. Abgesehen davon, dass man mit Winterreifen gar nicht schneller als 120 fahren darf will im Falle eines Unfalls natürlich niemand schuld gewesen sein. Ansonsten bin ich ja alles andere als ein Freund großer Polizeinsätze, aber hier täte es sich mal lohnen, genug Einsatzkräfte zusammenzuziehen und jeden Geschwindigkeitsüberschreiter zu blitzen oder bei mehr als 20 km/h zu schnell gleich rechts ran zu winken. Auch wenn das bedeutet "alle LKWs" und "60% aller PKWs".

... link (0 Kommentare)   ... comment


Sonntag, 14. Februar 2010
Solidarität bleibt eine Waffe
Und deshalb lohnt sich diese Seite zu verfolgen:


http://iranenlutte.wordpress.com/2010/02/14/lettre-de-trois-syndicats-iraniens-au-conseil-des-droits-humains-de-lonu/#comment-695

... link (0 Kommentare)   ... comment


Ice Age
Die Kälte hat mittlerweile zahlreiche größere Vögel in die Stadt getrieben, weil sie hier bessere Überlebenschancen haben. Bei uns im Garten habe ich schon einen Falken gesehen, heute morgen kreiste ein paar Großgreifvögel über der Nachbarschaft, und auch zwei beachtlich große Möwen (oder sind das gar Sturmvögel) sitzen nebenan im Stadtwald. Dass aber dieser Ahnherr der Vögel Eis ansetzt finde ich schon witzig;-)


... link (0 Kommentare)   ... comment


Seltwürdige Fragen
Da frug mich doch eine Kollegin, ob ich Kinder hätte, und als ich verneinte, frägte sie wieso nicht. Das war nun kein verkappter Normalisierungsangriff, sondern echtes Interesse, aber ist es denn tatsächlich ein verallgemeinerbarer Durchschnittszustand, dass Leute in meinem Alter bekindert sind? Und was antwortet man da - ob es Kinder gerade günstig im Discount um die Ecke gäbe?

... link (8 Kommentare)   ... comment


Samstag, 13. Februar 2010
Immer her mit der römischen Dekadenz!
Dass Westerwelles Guido schwer einen an der Marmel hat denke ich ja seit längerer Zeit. Dass aber eine Erhöhung des HartzIV-Satzes auf Dekadenz römischen Stils und zugleich Sozialismus hinausliefe ist eine der bizarrsten Aussagen, die ich bislang von einem Politiker gehört habe, glatt in einer Kategorie wie die "Der-Sieg-ist-unser"-Statements des früheren irakischen Außenminister Tarik Azis. Ich höre sie vor mir, die AlG2-Empfänger in den Fluren der ARGE, wie sie skandieren: "Orgien, Orgien, wir wollen Orgien!" "Otternasen und Nachtigallzungen für alle und in Auerochsenfett gesottene Schweinskaldaunen (mit Honig)!" "Ich will einen Palast aus Gold und Elfenbein und auch aus Silber (fürs Gesinde)!"




Guido, Du machst mir echt Spaß.








... link (20 Kommentare)   ... comment


Dienstag, 9. Februar 2010
Abschiebungswelle läuft - es kann etwas dagegen getan werden
Ich zitiere einen Beitrag aus dem Göttinger Tageblatt:

Göttinger Tageblatt vom 05.02.2010:

Initiativen machen mobil gegen Abschiebepraxis
Roma fürchten im Kosovo um ihr Leben
Viele der zumeist vor mehr als zehn Jahren während des Balkankrieges nach Deutschland geflüchtete Roma stehen unmittelbar vor der Abschiebung in den Kosovo. Sie haben dort häufig keine Verwandte mehr, keine Perspektive und zudem Angst vor erneuter Verfolgung. Göttinger Initiativen sehen in dem Vorgehen der Bundesrepublik einen "Skandal" und eine Verletzung von Menschenrechten.

In Stadt und Landkreis leben etwa 500 geduldete Flüchtlinge, die nach Abkommen zwischen der Bundesrepublik und der Republik Kosovo bis 2010 in das Kosovo zurückgehen sollen. Nach Angaben von Bastian Wrede vom Niedersächsischen Flüchtlingsrat sind in Niedersachsen zwischen 3500 und 5000 Menschen betroffen.
Laut Arbeitskreis Asyl stehen 64 Roma aus Stadt und Landkreis auf der sogenannten Rückführungsliste. Sie haben keine Duldungsverlängerung mehr bekommen und müssen jederzeit mit der Abschiebung rechnen.

Zu ihnen gehört auch Sead Barisa aus Duderstadt. Der 25-Jährige, der als 14-Jähriger nach Deutschland kam, soll gehen. Da er dreimal gegen die sogenannte Residenzpflicht verstoßen hat, kann er aus Sicht der Behörden kein Bleiberecht mehr bekommen. Er gilt als Straftäter, weil er beispielsweise einmal mit dem Freund zur Disco nach Worbis fuhr, ohne zu wissen, dass er den Landkreis verließ. Er arbeitete zeitweise im Göttinger Klinikum, durfte aber nicht nach Göttingen ziehen. Sein Vater Fadil wird noch wegen seiner kranken Frau geduldet. Seine Schwester und ihre sechs Kinder seien umgekommen und sein Haus sei verbrannt, sagte Fadil Barisa gestern in Göttingen. Er will aus Angst auf keinen Fall nach Pristina zurück. "Lieber im Zelt in Deutschland als in einer Villa im Kosovo."

Die Göttingerin Dulijeta Tahiri bangt um ihren Mann, der kurz vor ihrer Hochzeit abgeschoben wurde. Das Aufgebot war bereits bestellt. Nach illegaler Wiedereinreise sitzt er derzeit in Kassel in Abschiebehaft. Er sei mitten in der Nacht verhaftet worden. Ihre zwei kleinen Kinder stünden noch unter Schock. Ihr Mann habe sich im Kosovo weder registrieren können, noch habe die Polizei eine Anzeige von einem Roma aufnehmen wollen, weil er bedroht worden sei.

Mit kurzfristigen Duldungen gebe es keine Arbeit, und ohne Arbeit gebe es kein Bleiberecht, beklagte Kaja Schellenberg vom Göttinger Projekt "Fairbleib". "Da beißt sich die Katze in den Schwanz." "Es ist skandalös, was geschieht", findet Pastor Peter Lahmann. "Uns bleibt nur der Appell an Politik und Zivilgesellschaft, als Menschen mit Verantwortung durch die Vergangenheit", so Wrede. Selbst Deutsche könnten derzeit die Bedingungen für ein Bleiberecht nicht erfüllen. Am Dienstag startet der nächste Abschiebeflug in den Kosovo. Von Gerald Kräft

... link (3 Kommentare)   ... comment


Sonntag, 7. Februar 2010
Die Torfbombe
Ach, Hochgenuss, ach! Genieße gerade einen Bruichladdich (und einen 21 Jahre alten Glenfarclas). Vor dem Schädel am Morgen wie auch gegen Erkältung schützen tut eine Mischung aus gehacktem Ingwer, ebenfalls gehackten Peperoni, Piri-Piri, Zitronensaft, Knoblauch und Zucker, zu essen mit dem Löffel.

... link (3 Kommentare)   ... comment


Sonntag, 31. Januar 2010
Der Heimslang
gerade wieder auf einem Familientreffen gewesen und festgestellt, dass viele Ausdrücke, die in unserer Sippschaft so gebräuchlich sind im heute aktiven Wortschatz anderswo schon gar nicht mehr vorkommen, Begriffe, die während meiner Kindheit in den Sechziger und Siebziger Jahren noch weit verbreitet waren. Zum Beispiel kekhalsig, Beist, Lodderbast, Jetzt schlägts 13, spornstreichs, dufte, knorke, du bist ja´n Happen detsch, Dösbaddel, auf dem Kieker, Klafalle, Spökenkieker, Molle bzw. mit Mollen schütten, eine Packe Bratschen. Kennt man diese Ausdrücke noch?

P.S.: Eine Packe Bratschen kenne ich sogar in der englischen Übersetzung, in beiden möglichen Versionen;-)

... link (26 Kommentare)   ... comment


Samstag, 30. Januar 2010
Sic transit....
Der edelste Schrank, jener aus Massivholz mit Nußbaumfurnier und Intarsien, in denen Rosenholz und Perlmutt verarbeitet wurden steht auf dem Speicher, wo das Gerümpel lagert. Das sollte ich vielleicht mal ändern.


... link (5 Kommentare)   ... comment


Donnerstag, 28. Januar 2010
Der Schrank
Er ist sicher ziemlich altmodisch und ein wahrhaftig dicker Klotz, und völlig out of time. Zur Unterbringung großer Bücher- VHS- und DVD-Mengen aber genau das Richtig, besser als all die Regale, in denen bei mir die Bücher dreigestaffelt hintereinander stehen.

... link (8 Kommentare)   ... comment


Arktische Zeiten
Bei mir auf dem Hof stapeln sich die übereinander geschichteten Eisschollen - und das mit der Arschkälte soll so weitergehen. Nun ja, ich bin gewappnet. Im Zweifelsfall hilft das Zwiebelbekleiden. Das kenne ich von Bergtouren im Winter bzw. auf Viertausender in den Westalpen und vom Expeditionsbergsteigen: Eine lange Unterhose, darüber eine lange Radlerhose, die bis zu den Knöcheln reicht, darüber die Trekkinghose, darüber eine Regenhose. An die Füße Skisocken bis zu den Knien, darüber Übersocken, darüber Plastikmülltüten, darüber Schwerbergstiefel, darunter Steigeisen. Langärmeliges Searsuckerhemd, darüber Holzfällerhemd, darüber Fleecepullover, darüber Outdoorjacke. Auf den Kopf eine gefütterte Skimütze über den Plastikhelm. Wer solche Bekleidungsgewohnheiten kennt, den schreckt keine Winterkälte;-)

Und tatsächlich konnte ich sogar Outdoorgerät wie Eispickel und Klappspaten schon sinnvoll einsetzen.

Btw: Und die richtigen Extrembergsteiger tragen dann Expeditionsstiefel, die wie Abwärtslaufstiefel mit Profilsohle aussehen und über Finessen verfügen wie Laminatschaft und Sohlenheizung (Modelle mit einem Gewicht von 2,5 kg pro Stiefel heißen "ultraleicht") und tragen darunter Neoprensocken. Die Hersteller weisen darauf hin, dass bei Höhen über 7000 m das einwandfreie Funktionieren nicht mehr garantiert werden kann. Na dann.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Sonntag, 24. Januar 2010
Auch eine kleine Mahlzeit kann mit Stil gegessen werden

... link (6 Kommentare)   ... comment


Freitag, 22. Januar 2010
Brutalstmögliche kapitalistische Ausbeutung in einem sich "kommunistisch" schimpfenden Staat
Wenn der Stalin´sche GULAG und Weltmarktkapitalismus sich begegnen, kommt eine wahrhaft grausliche Mischung heraus. Die nette Bitch hat es mit gewohnt scharfer Zunge (oder Feder oder Tastatur, oder auch der Tastatur einer scharfen Frau) auf den Punkt gebracht:

http://netbitch1.twoday.net/stories/6149065/

... link (11 Kommentare)   ... comment


Mittwoch, 20. Januar 2010
Landkreis Göttingen mal wieder rechtsaußen
Presseerklärung Anwaltskanzlei Waldmann-Stocker & Coll. vom 15.01.2010

Der Landkreis Göttingen zerstört Integrationsleistungen und will
Bleibeberechtigte „kalt abschieben“

Während angesichts aufgenommener Abschiebungen von Roma in den Kosovo
die Proteste wachsen, verweigert der Landkreis Göttingen
Bleibeberechtigten die Erteilung von Aufenthaltserlaubnissen, weil sie –
trotz jahrelanger entsprechender Bemühungen – keine Heimatreisepässe
beschaffen können.

Ein Ehepaar Mitte Dreißig, Ashkali aus dem Kosovo, ist vor elf Jahren
mit zwei Kleinkindern aus dem Krieg im Kosovo nach Deutschland geflohen.
Zur Familie gehören inzwischen vier Kinder im Alter von vier bis
sechzehn Jahren, die sich ebenso gut in die deutsche Gesellschaft
integriert haben wie ihre Eltern.

Die Familie hat sich in Deutschland trotz ständiger Unsicherheit
angesichts ihres Duldungsbesitzes hervorragend integriert, die
Familienmitglieder sprechen sehr gut deutsch, haben viele Freundschaften
mit Deutschen geschlossen und haben sich auch wirtschaftlich integriert,
obwohl der Familienvater über Jahre hinweg immer wieder darum kämpfen
mussten, zumindest zeitweise Beschäftigungserlaubnisse zu erhalten.

Der Familienvater arbeitet seit mehreren Jahren sehr erfolgreich als
Eisenflechter, er ist inzwischen seit längerer Zeit als Vorarbeiter
tätig ist derzeit mit dem Bau einer ICE-Trasse beschäftigt. Durch sein
Einkommen kann er den Lebensunterhalt seiner sechsköpfigen Familie
weitgehend sichern.

Sämtliche Voraussetzungen für die Erteilung von Aufenthaltserlaubnissen
nach der Altfallregelung in § 104a AufenthG sowie deren Verlängerung
über den 31.12.2009 hinaus liegen vor – mit Ausnahme des „Passbesitzes“.

Die Familie hat jedoch sämtliche vorhandenen Identitätsnachweise, u. a.
einen noch vom damaligen Jugoslawien ausgestellten Personalausweis des
Familien-vaters, nach der Einreise bei der Ausländerbehörde vorgelegt.

Die Standesamtsregister für die Familie sind im Kosovo infolge der
Bombardierung vernichtet worden, die kosovarische Botschaft in Berlin
kann immer noch keine Reisepässe ausstellen und kann auch nicht bei der
Wiederherstellung von Eintragungen in kosovarische Standesamtsregister
behilflich sein.

Die Familie hat nachweislich u. a. unter Einschaltung von Rechtsanwälten
im Kosovo alles versucht, um von Deutschland aus eine nachträgliche
Registrierung zum Zwecke der Ausstellung von Reisepässen zu ermöglichen,
ohne persönliche Anwesenheit im Kosovo kann jedoch nichts erreicht werden.

Während zahlreiche andere Ausländerbehörden in ganz Deutschland
Kosovaren, die keine Reisepässe beschaffen können trotz entsprechender
Bemühungen, Ausweisersatzpapiere ausstellen und Aufenthaltserlaubnisse
erteilen, weigert sich der Landkreis Göttingen mit der wenig
nachvollziehbaren Begründung, die Identität der Familie sei nicht
nachgewiesen, schließlich existiere der jugoslawische Staat nicht mehr.

Es ist also erforderlich, dass die Familie zur Eintragung in die
Standesamtsregister und Passbeschaffung persönlich in den Kosovo reist,
wozu die Familie auch seit langer Zeit bereit ist.

Der Landkreis Göttingen weigert sich jedoch, wie andere Behörden zu
diesem Zwecke einen Reisepass für Ausländer nebst Aufenthaltserlaubnis
zum Zwecke einer problemlosen Reise und Rückkehr auszustellen.

Angeboten wird lediglich eine Zusicherung einer Zustimmung zur
Wiedereinreise im Rahmen eines Visumsverfahrens, was einer kalten
Abschiebung gleich käme, da dieses Vorgehen zum Verlust der
Voraussetzungen für die Erteilung einer Auf-enthaltserlaubnis führen würde.

Durch die Ausreise würden jedoch die Voraussetzungen für die Erteilung
einer Aufenthaltserlaubnis nach der Altfallregelung wegfallen aus zwei
Gründen:

Zunächst ist der durchgängige Besitz einer Duldung oder
Aufenthaltserlaubnis aus humanitären Gründen Voraussetzung für die
Altfallregelung, während des Aufenthalts im Kosovo ohne Besitz einer
Aufenthaltserlaubnis würde diese Voraussetzung jedoch wegfallen.

Darüber hinaus ist nahezu sicher, dass der Kindsvater seine
Arbeitsstelle verlieren würde, weil das Visumsverfahren zur
Wiedereinreise erfahrungsgemäß lange dauert und der Arbeitgeber so lange
nicht auf seinen Vorarbeiter verzichten kann.
Wäre der Familienvater im Besitz einer Aufenthaltserlaubnis, könnte er
die Formalien binnen wenigen Tagen erledigen und dann den Reisepass nach
Deutsch-land schicken lassen.

Aufgrund dessen hat das Verwaltungsgericht Göttingen mit Urteil vom
24.11.2009, Aktenzeichen 4 A 92/09, auch deutlich gemacht, dass der
Familie Aufenthaltserlaubnisse nach der Altfallregelung und ein
Ausweisersatz zu erteilen sind.

Die Beschaffung kosovarischer Reisepässe sei derzeit unzumutbar, da die
kosovarische Auslandsvertretung in Deutschland noch keine Reisepässe
ausstellen könne und die Kläger alles Zumutbare versucht hätten, um
Reisepässe zu erhalten. Eine Reise in den Kosovo sei ohne Besitz einer
Aufenthaltserlaubnis ebenfalls unzumutbar, da er seinen Arbeitsplatz
verlieren würde angesichts der zeitlich nicht genau bestimmbaren und
unsicheren Rückkehr im Falle eines erforderlichen Visumsverfahrens und
er eine Anspruchsvoraussetzung der Altfallregelung, nämlich den
ununterbrochenen Besitz einer Duldung oder Aufenthaltserlaubnis,
ebenfalls verlieren würde.

Gegen dieses Urteil hat der Landkreis Göttingen vor Weihnachten beim
Niedersächsischen Oberverwaltungsgericht Berufung eingelegt.

Die Familie ist derzeit nur im Besitz einer für einen Monat erteilten
Duldung.

Durch sein skandalöses Vorgehen gefährdet der Landkreis Göttingen die
Integration und weitere Zukunft der Familie, die sich sehr gut
integriert hat und die seit elf Jahren bzw. seit Geburt in Deutschland lebt.

... link (0 Kommentare)   ... comment