Samstag, 2. April 2022
Was ist, wenn Putin sich gar nicht verkalkuliert hat?
https://www.gmx.net/magazine/politik/russland-krieg-ukraine/putins-kalkuel-ukraine-36738046

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Russland ist doch eh riesengroß und reich an Bodenschätzen. Sollte man da wirklich einen Krieg anfangen wegen des Donezk-Beckens und der Krim?

Erscheint mir wenig wahrscheinlich.

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In der Arktis gibt es zwar noch große Öl- und Gasvorkommen, aber es ist weitaus schwieriger, mithin teurer diese zu fördern. Obendrein soll das Öl dort einen hohen Schwefelgehalt aufweisen.

Kamil Galeev wies kürzlich in einem Thread auch auf die Rede Zhirinovskys am 18. Januar 2022 im russischen Parlament hin und erläuterte sie im Verlauf des Threads:

This speech reflects assumptions Russian rulers are basing their policy on. First, Zhirinovsky mentions Russia has "economic problems". It's a slip of the tongue and an understatement. In fact Russia is in a deep structural crisis. It's the oil exporter that ran out of cheap oil

Siehe dazu auch seine beiden lesenswerten Threads über die fragile russische Wirtschaft und die Abhängigkeit von Technologie-Importen.

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Manche sagen Lieder mehr aus als all die Sätze.
https://www.youtube.com/watch?v=sk3IbKsNVp

Menschen mit einem starken Willen an Macht und Kontrolle zu gelangen und mit egal welchen Kosten zu behalten, werden oft als intelligent angesehen.
Ich sehe das nicht so. Um das genauer zu erläutern, müßte ich viel schreiben.

Was die Erdgas-Felder im Donbass angeht: Rohstoffe sind immer substituierbar. Erdgas gibt es noch relativ viel. Wir selbst könnten 20% unseres eigenen aktuellen Konsums decken. Wir müßten nur mit dem Phracking anfangen. Außerdem gibts in Afrika, Nahost, Argentinien, Nord-Amerika noch viel Erdgas.
Wir wollen wegen Klimawandel sowieso mittelfristig Erdgas durch Strom/Wasserstoff ersetzen. Da werden jetzt viele Forschungs-Gelder reingesteckt. Schaun wir mal. Litauen hat sich gestern bereits unabhängig vom russischen Erdgas erklärt. Rußland verliert seine ganzen Premium-Kunden in Europa. Gegenüber China und Indien werden sie Preisnachlässe gewähren müssen.
Wirklich schon Hunderttausende von auf dem globalen Markt in Wert setzbare IT-Experten haben das Land verlassen. Hatte am Freitag ein Gespräch mit jemanden von einer IT-Vermittlungsgesellschaft. Der meinte, dass aktuell eine große Lücke für die Besetzung entsteht, weil nicht mehr nach Rußland/Belarus outgesourced werden kann.
Ich bin überzeugt, dass die Fähigkeit von Menschen Propaganda-Lügen zu durchschauen überschätzt wird. Aber das Narrativ der russischen Propaganda ist dermassen weit weg von der Realität und die Verbrechen so widerwärtig, dass das irgendwann nach hinten losgeht. Leider nicht jetzt, aber vielleicht in 5 oder 10 Jahren.

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lemmy, das Video ist nicht mehr verfügbar. Hast Du da einen kuranten Link?

Mein Freund Mehmet, ein Türke, meinte, wir Deutschen würden viel zu rational an die ganze Thematik herangehen. Um Putins Handeln nachzuvollziehen müsste man in Kategorien wie Ehre, Ruhm, Gesichtwahrung und Männlichkeit denken, wie sie bei uns im 19. Jahrhundert verbreitet waren.

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ja klar.
https://www.youtube.com/watch?v=d6rZD6njd-s

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OK, habe ich jetzt gesehen. Da ist ja jedes No Pasaran ein Wiegenlied dagegen.

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Das sind die berühmten türkischen Kampfdrohnen die an die Ukraine geliefert wurden, cool.

Überhaupt macht die Türkei eine relativ gute Figur im Konflikt, scheint mir.

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Putins Kriegsverbrechen
Wie in Tschetschenien und in Syrien kommen auch in der Ukraine weitere und noch entsetzlichere Kriegsverbrechen der russischen Armee und damit auch Putins zum Vorschein. So gegenwärtig in Butscha:

"Dutzende Leichen liegen in Butscha auf der Straße, teilweise sind ihnen die Hände am Rücken zusammengebunden. Es sind Zivilisten, die scheinbar wahllos getötet wurden. Neben den toten Körpern liegen Trümmer ? die Stadt ist zerstört."
(t-online)

Teils sind die Opfer auch identifiziert: "Der Mann, dessen Leiche in die Kloake geworfen wurde, war der Ehemann der örtlichen Bürgermeisterin. Diese und ihre Kinder wurden exekutiert, weil sie nicht zur Mitarbeit bereit war. Die Opfer haben gebrochene Finger und Arme, d.h. sie wurden vor der Exekution gefoltert."

Dieses Entführen und Foltern ist Praxis auch an anderen Orten. Was rieten noch vor ein paar Wochen einige: Es sei sinnvoll für die Ukraine zu kapitulieren. Ja, eine gute Idee. Wenn man Selbstmord begehen will, wenn man Lust darauf hat gefoltert, gedemütigt und besetzt zu werden, dann ist das bestimmt eine prima Option. Denn genau das passiert mit allen, die kapitulieren. Und die Ukrainer wissen, was ihnen blüht. Und genau deswegen verteidigen sie sich gegen den bleichen Lurch.

Details auch hier:

Dutzende Zivilisten bei Kiew getötet "Die Leute wurden einfach abgeknallt"
https://www.tagesschau.de/ausland/europa/butscha-kiew-tote-russische-armee-ukraine-krieg-101.html

Wie lange will Europa, wie lange will die freie Welt dem Kriegsverbrecher noch zuschauen?

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"Wie lange will Europa, wie lange will die freie Welt dem Kriegsverbrecher noch zuschauen?"

Heul doch, geh bügeln und stell die Heizung ab.

Die Invasion ist völkerrechtsdwidrig. Da gibt es keine zwei Meinungen. Zum Szenario gehört aber auch, dass Mariopol von den faschistischen Asows verteidigt wird, und da stimmt es denn doch optimistisch, dass die rusische Armee wohl kurz davor steht, sie auszulöschen. Es wäre nicht das erste mal.

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Wär mir egal wer mich verteidigt, wenn die Russen kommen und mich umbringen wollen.

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So ist es, willy. Auch das wieder ist einer dieser Nebeltöpfe, die Nörgler wirft. Wenn die Russen im übrigen Faschisten beseitigen wollen, müssen sie dies zuerst im eigenen Land tun. Angfangen bei der Söldnergruppe Wagner mit ihrem Nazi-Chef Dmitri Utkin, der SS-Runen als Tätowierung trägt. Da wirds bei Nörglers unterm Sofa und bei den Zarenknechten plötzlich ganz und gar schmalllippig. Auch wenn es darum geht, daß Rußland eine der größten Neonaziszenen Europas hat, wie arboretum und avantgarde hier kürzlich auch mit Belegen verllinkten.

Interessant auch, daß ein faschistischer Dikator ein Land von Faschisten befreien will. In der Diktion vom Nörgler wollte vermutlich Hitler die Polen auch von ihren Antisemiten befreien. Der Krieg gegen Polen war gewissermaßen eine antifaschistischen Aktion. Deshalb hat Stalin ihn auch unterstützt dabei.

Putin geht in der Ukraine systematisch vor und Butscha und der Terror gegen Mariupol sind keine Ausrutscher, sondern Teil von Putins Plan einer Unterwerfung der Ukraine ist. Die mobilen Krematorien sind Teil dieses Krieges und sie sind ein Sinnbild für Putins Vorgehen.

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"Wär mir egal wer mich verteidigt, wenn die Russen kommen und mich umbringen wollen."

Nicht so ganz. Als salonmarxologischer Unterstützer der Marx-Engels-Gesamtausgabe (MEGA) wär mir egal wer mich verteidigt, wenn die Asows kommen und mich umbringen wollen.

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Welche Rolle dieses Asow-Bataillon spielt oder besser gesagt nicht spielt hatte ich schon erläutert. Warten wir noch auf Frau Arboretum, die dazu wahrscheinlich weitere Informationen oder gar eine Expertise hat.


https://che2001.blogger.de/STORIES/2843728/#2844255


Noch einmal ergänzt, das Asow-Regiment zwischen rechtsextremer Truppe und Propaganda-Popanz:
https://www.blick.ch/ausland/sie-kaempfen-in-mariupol-gegen-putins-truppen-wie-nationalistisch-ist-das-asow-regiment-id17329269.html

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Übrigens, noch was zu den Hintergründen, von wegen Faschisten und wo die so sitzen:

https://www.welt.de/politik/ausland/plus238088001/Russland-Atomkrieger-Schirinowski-der-geistige-Wegbereiter-Putins.html

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Und hier kann man sich Photographien ansehen, was Putins Soldateska an Grauen anrichtet. (In diesem Fall ist ein Warnhinweis angebracht: Es sind diese Bilder aus Bucha nichts für zarte Gemüter.)

https://twitter.com/Podolyak_M/status/1510515954270322689/photo/1

https://twitter.com/Podolyak_M/status/1510515954270322689?cxt=HHwWgoC-nbyQt_YpAAAA

Ich vermute allerdings, daß diese Bilder nur ein lauer Anfang sind.

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Etwas irritierend wirkt es denn doch, wenn der Bürgermeister von Buchta am 31. März per Video über den Abzug der russischen Soldaten sich hocherfreut zeigt, ohne sonst etwas zu erzählen. Keine Leichen, keine Kriegsverbrechen, nur Freude. Daraus schleßen wir?

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Mehr als nur des Bersarins lauer Anfang sind indes die von der New York Times verifizierten Horrorvideos, welche die Kriegsverbrecher der ukrainischen Armee selbst aufnehmen und ins Internet stellen. Das kannte man bislang nur vom IS.

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@ Buchta/Bersarin: Bei Verdacht auf Kriegsverbrechen müssen, wie von UN-Gutteres gefordert, sofort gerichtsmedizinisch-forensiche Experten vor Ort sein, um diese Fragen zu klären:

- Todeszeitpunk
- Todesursache,
- und ob die Leichen bewegt wurden.

Das ist das professionelle forensiche Vorgehen, das von der Ukraine verhindert wird. Zugelassen vor Ort sind nur embedded Journalisten.
Schlußfolgerung?

Hierauf erwiderte Bersarin mit diesem sortentypischen Insult:

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Du bist Teil von Putins Propaganda, nörgler. Und damit gehörst Du zu den Tätern und mußt Dir Kriegsverbrechen der Russen zurechnen lassen. Du bist Teil von Putins Mordmaschiniere. Entweder aus Dummheit und Naivität, frei nach Marx: "Sie tun es, aber sie wissen es nicht." oder aber ganz bewußt und zielgerichtet.

Was kommt bei Dir als nächstes? Holocaustleugnung? Weil die Bilder der Lager ja eigentlich nur von den Alliierten aufgenommen wurden? Leute wie Du erinnern mich eher an David Irving und Horst Mahler und schon lange nicht mehr an Kritische Theorie oder gar Marxologie.

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Und wie sich das Klein-Doofi-Nörgler in seiner Verschwörungssuppe, auf der er dahergeschwommen kommt, in seiner Naivität so vorstellt: Da sitzen vierzig, fünfzig ganz unterschiedliche Journalisten und sagen sich: Jetzt denken wir uns mal aus, daß die Massaker dort von den Russen angerichtet wurden.

Im Zuge solcher steindummen Nörgler-Einlassungen hier und der Nebeltöpfe zu Butscha, ein passender Dialog, den ich bei Florian Klenk (Der Falter) gefunden habe:

Leser: die Bilder aus Butscha sind fake. Die Leichen wurden hingelegt, die bewegen sich.
Ich: nein, es gibt sogar Satellitenbilder, viele Reporter, viele Leichen an vielen Orten.
Leser: von US-Satelliten!
Ich: es gibt auch Augenzeugenberichte, viele Leute erzählen dasselbe
Leser: alles erlogen
Ich: Wieso glauben Sie, dass alles erlogen ist?
Leser: weil der Westen und die Amerikaner die Ukraine im Griff haben.
Ich: und deshalb legen die Ukrainer hunderte Leichen auf die Straßen und schaufeln Massengräber und dutzende Journalisten vertuschen das?
Leser: ja, im Krieg lügen alle Seiten!
Ich: haben sie einen Beleg dafür?
Leser: Lesen Sie mal nach, wie das russische Verteidigungsministerium die Sache sieht. Sie werden staunen!
Ich: Danke, mach ich

Beim Nörgler ist es wie mit dem klassischen Holocaust-Leugner: es können Beweise noch und nöcher präsentiert werden: sie sind immer vom Juden oder hier eben vom Ami manipuliert. Das ist ein dichtes System des Zwanghaften, wie es auch beim Psychotiker der Fall ist. Sowieso weisen Verschwörungsideologien und psychotische Denkmuster einige Gemeinsamkeiten auf. Adorno hat Formen dieses Denkens verschiedentlich beschrieben. So auch in der "Dialektik der Aufklärung".

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Ansonsten auch Guido Rohm mit einem seiner fiktiven Texte, die das schlichte Denken auf den Punkt bringen:

?Jahrelang hasst man die USA, diese Verbrecher.?
?Und dann kommt dieser Putin und macht einem alles kaputt.?
?Das ist doch nicht richtig von dem.?
?Da steckt eine Menge USA in dem, anders kann man sich das nicht erklären.?
?Das hätte ich von dem nie gedacht, dass in dem ??
?Vielleicht hat der CIA den ??
?Das würde es erklären.?
?Schade ist das, dass der uns so in unserem Hass auf die USA behindern muss.?
?Sehr schade. Als Linker har man es nicht einfach.?
?Nicht einfach.?
Aus ?Nicht einfach?

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Take what you have gathered from coincidence
Nörgler, Dein obiger Kommentar liest sich wie 1:1 vom Alubommel oder Moon of Alabama abgetippt. Wenn die Leichen noch nicht entdeckt waren als die Russen abzogen heißt das nicht, dass sie noch nicht tot waren. Das Asow-Bataillon, beliebter Popanz der Putinfreunde, ist eine Einheit, die bei Beginn der Kampfhandlungen maximal 1200 Mann zählte und momentan damit beschäftigt ist, Mariupol zu verteidigen. Wie kommen die gleichzeitig nach Buschta, und warum sollten sie die Bürgermeisterin und ihre Familie abschlachten, statt gegen die Russen zu kämpfen?

Sie spielten eine Rolle bei den Auseinandersetzungen rund um den Euromaidan, es ist zu vermuten, dass die Sniper, die dort auf dem Platz Demonstranten aballerten, zu ihnen und nicht zu Janukowitschs Berkut gehörten, sie haben im gleichen Zeithorizont auch das ein oder andere Massaker angerichtet.

Später wurden sie in die regulären ukrainischen Streitkräfte integriert. Das an sich ist haarsträubend genug, aber principium movens der aktuellen Auseinandersetzungen sind sie in keiner Weise. Das behauptet nur die rússische Propaganda.


Ich hatte vorgestern ein sehr intensives Gespräch mit einer Russin, die ihr Entsetzen darüber äußerte, wieviele Menschen der Kreml-Propaganda aufsitzen würden. Dabei wäre die Strategie, nach der die russische Armee in der Ukraine vorgeht dieselbe wie in Syrien und Tschetschenien und ein Ergebnis des Afghanistan-Krieges. Sie folgt Dschingis Khans Gessa: "Verbreitet Schrecken!".


Wenn Krankenhäuser bombardiert werden sind das keine Kollateralschäden, sondern es ist Strategie. Von den Verwundeten der Kampfhandlungen soll auf ukrainischen Seite niemand überleben.

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Ad fontes
Das war ja in der Vergangenheit auch des Nörglers Motto, und dann zeige ich mal, hier nur Avantgarde folgend, wie die offizielle russische Seite (Ria Novosti) das sieht:


"Bereits im April letzten Jahres schrieben wir über die Unausweichlichkeit der Entnazifizierung der Ukraine. Wir brauchen keine nazistische, banderanische Ukraine, einen Feind Russlands und ein Instrument des Westens, um Russland zu zerstören. Heute ist die Frage der Entnazifizierung auf die praktische Ebene gerückt.

Die Entnazifizierung ist notwendig, wenn ein bedeutender Teil des Volkes - höchstwahrscheinlich seine Mehrheit - vom Naziregime beherrscht und in seine Politik hineingezogen wird. Das heißt, wenn die Hypothese "das Volk ist gut - die Regierung ist schlecht" nicht funktioniert. Die Anerkennung dieser Tatsache ist die Grundlage der Entnazifizierungspolitik, aller ihrer Aktivitäten, und die Tatsache selbst ist ihr Gegenstand.

Die Ukraine befindet sich in genau dieser Situation. Die Tatsache, dass die ukrainischen Wähler für "Poroschenkos Frieden" und "Zelenskys Frieden" gestimmt haben, sollte nicht in die Irre führen - die Ukrainer waren mit dem kürzesten Weg zum Frieden durch einen Blitzkrieg, den die letzten beiden ukrainischen Präsidenten bei ihrer Wahl offen angedeutet haben, durchaus zufrieden. Genau diese Methode der "Befriedung" der Antifaschisten im Innern - durch totalen Terror - wurde in Odessa, Charkow, Dnepropetrowsk, Mariupol und anderen russischen Städten angewendet. Und das passte dem ukrainischen Durchschnittsbürger ganz gut. Die Entnazifizierung ist eine Reihe von Maßnahmen gegenüber der nazifizierten Masse der Bevölkerung, die technisch gesehen nicht direkt als Kriegsverbrecher bestraft werden kann.

Nazis, die zu den Waffen gegriffen haben, sollten auf dem Schlachtfeld so weit wie möglich vernichtet werden. Es sollte kein signifikanter Unterschied zwischen der AFU und den so genannten Nationalen Sicherheitskräften sowie den Milizen der Territorialverteidigung gemacht werden, die sich diesen beiden Arten von militärischen Formationen angeschlossen haben. Sie alle sind gleichermaßen an abscheulichen Grausamkeiten gegen die Zivilbevölkerung beteiligt, gleichermaßen schuldig am Völkermord am russischen Volk und an der Missachtung der Gesetze und Gebräuche des Krieges.

Kriegsverbrecher und aktive Nazis müssen annähernd und exemplarisch bestraft werden. Es muss eine vollständige Lustration durchgeführt werden. Alle Organisationen, die sich mit der Ausübung des Nazismus verbunden haben, müssen beseitigt und verboten werden. Neben den Spitzenkräften ist jedoch auch ein erheblicher Teil der Masse des Volkes, die passiven Nazis, die Kollaborateure des Nazismus, schuldig. Sie unterstützten und verwöhnten die Nazi-Macht. Eine gerechte Bestrafung dieses Teils der Bevölkerung ist nur möglich, wenn man die unvermeidlichen Lasten eines gerechten Krieges gegen das Nazisystem trägt, der so sanft und diskret wie möglich gegen Zivilisten geführt wird.

Die weitere Entnazifizierung dieser Masse der Bevölkerung besteht in der Umerziehung, die durch ideologische Unterdrückung (Verdrängung) nazistischer Einstellungen und strenge Zensur erreicht wird: nicht nur im politischen Bereich, sondern notwendigerweise auch im Bereich der Kultur und der Bildung. Durch Kultur und Bildung wurde die tiefgreifende Nazifizierung der Bevölkerung vorbereitet und umgesetzt, die durch das Versprechen von Dividenden aus dem Sieg des Naziregimes über Russland, Nazipropaganda, interne Gewalt und Terror sowie den achtjährigen Krieg mit dem Aufständischen im Donbass gefestigt wurde.

Die Entnazifizierung kann nur vom Sieger durchgeführt werden, was voraussetzt, dass er (1) die unbedingte Kontrolle über den Entnazifizierungsprozess hat und (2) die Macht, diese Kontrolle zu gewährleisten. In dieser Hinsicht kann das entnazifizierte Land nicht souverän sein. Der entnazifizierende Staat - Russland - kann bei der Entnazifizierung nicht von einem liberalen Ansatz ausgehen. Die Ideologie des Entnazifizierers kann von dem Schuldigen, der entnazifiziert wird, nicht in Frage gestellt werden. Wenn Russland die Notwendigkeit der Entnazifizierung der Ukraine anerkennt, bedeutet dies, dass das Krim-Szenario für die Ukraine als Ganzes unmöglich ist. Dieses Szenario war jedoch auch 2014 im aufständischen Donbass unmöglich. Nur acht Jahre Widerstand gegen die Gewalt und den Terror der Nazis führten zu einem inneren Zusammenhalt und zu einer bewusst unmissverständlichen Massenverweigerung, die jegliche Einheit und Verbindung zur Ukraine, die sich als Nazigesellschaft definierte, bewahrte.
Der Zeitrahmen für die Entnazifizierung kann auf keinen Fall kürzer sein als eine Generation, die unter den Bedingungen der Entnazifizierung geboren werden, wachsen und reifen muss. Die Nazifizierung der Ukraine dauert schon seit über 30 Jahren an - spätestens seit 1989, als der ukrainische Nationalismus einen legalen und legitimen politischen Ausdruck fand und die Bewegung für die "Unabhängigkeit" in Richtung Nazismus führte.

Die Besonderheit der heutigen nazifizierten Ukraine ist ihr amorpher und ambivalenter Charakter, der es ermöglicht, den Nazismus als Bestreben nach "Unabhängigkeit" und einem "europäischen" (westlichen, pro-amerikanischen) Weg der "Entwicklung" (in Wirklichkeit der Erniedrigung) zu tarnen, zu behaupten, dass "es in der Ukraine keinen Nazismus gibt, sondern nur private sporadische Exzesse". Es gibt keine Haupt-Nazi-Partei, keinen Führer, keine vollwertigen Rassengesetze (nur eine abgespeckte Version in Form der Unterdrückung der russischen Sprache). Infolgedessen gibt es keine Opposition und keinen Widerstand gegen das Regime.

All das macht den ukrainischen Nazismus jedoch nicht zu einer "Light-Version" des deutschen Nazismus der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts. Im Gegenteil - da der ukrainische Nazismus frei von solchen "Genre"-Rahmen und -Einschränkungen ist, entfaltet er sich frei als grundlegende Basis des gesamten Nazismus - wie der europäische und, in seiner ausgeprägtesten Form, der amerikanische Rassismus. Daher kann die Entnazifizierung nicht auf kompromisshafte Weise auf der Grundlage einer Formel wie "NATO - nein, EU - ja" durchgeführt werden. Der kollektive Westen selbst ist der Konstrukteur, die Quelle und der Sponsor des ukrainischen Nazismus, während die westlichen Bandera-Kader und ihr "historisches Gedächtnis" nur eines der Werkzeuge der Nazifizierung der Ukraine sind. Der Ukronazismus stellt nicht weniger, sondern eine größere Bedrohung für den Frieden und Russland dar als Hitlers deutscher Nazismus.

Der Name "Ukraine" kann offensichtlich nicht als Bezeichnung für ein vollständig entnazifiziertes staatliches Gebilde in einem vom Naziregime befreiten Gebiet beibehalten werden. Die in den von den Nazis befreiten Gebieten neu gegründeten Volksrepubliken müssen und werden aus der Praxis der wirtschaftlichen Selbstverwaltung und der sozialen Fürsorge, der Wiederherstellung und Modernisierung der Lebensgrundlagen der Bevölkerung erwachsen.

Ihre politischen Bestrebungen können in der Tat nicht neutral sein - die Wiedergutmachung der Schuld gegenüber Russland, weil es als Feind behandelt wurde, kann nur in Abhängigkeit von Russland in den Prozessen des Wiederaufbaus, der Regeneration und der Entwicklung erfolgen. Ein "Marshallplan" für diese Gebiete sollte nicht zugelassen werden. Es kann keine "Neutralität" im ideologischen und praktischen Sinne geben, die mit einer Entnazifizierung vereinbar wäre. Die Kader und Organisationen, die die Instrumente der Entnazifizierung in den neuen entnazifizierten Republiken sind, können sich nur auf die direkte Macht und organisatorische Unterstützung Russlands verlassen.

Die Entnazifizierung wird unweigerlich eine Ent-Ukrainisierung sein - eine Absage an die von den sowjetischen Behörden eingeleitete künstliche Aufblähung der ethnischen Komponente der Selbstidentifikation der Bevölkerung in den Gebieten des historischen Malorossia und Novorossia. Als Instrument der kommunistischen Supermacht blieb der künstliche Ethnozentrismus auch nach dem Fall des Kommunismus nicht verwaist. In dieser Funktion wurde sie von einer anderen Supermacht (Macht über Staaten) übernommen - der Supermacht des Westens. Sie muss in ihre natürlichen Grenzen zurückgeführt und von ihrer politischen Funktion befreit werden.

Im Gegensatz etwa zu Georgien und den baltischen Staaten ist die Ukraine, wie die Geschichte gezeigt hat, als Nationalstaat unmöglich, und Versuche, einen solchen Staat "aufzubauen", führen unweigerlich zum Nazismus. Das Ukrainertum ist eine künstliche antirussische Konstruktion ohne eigenen zivilisatorischen Inhalt, ein untergeordnetes Element einer fremden und entfremdeten Zivilisation. Die Entnazifizierung an sich wird nicht ausreichen, um die Ukraine zu entnazifizieren - das banderitische Element ist nur ein Darsteller und ein Vorwand, eine Verkleidung für das europäische Projekt der Nazi-Ukraine, so dass die Entnazifizierung der Ukraine auch ihre unvermeidliche Ent-Europäisierung ist.

Die banderovianischen Spitzenkräfte müssen beseitigt werden, es ist unmöglich, sie umzuerziehen. Der gesellschaftliche "Sumpf", der ihn aktiv und passiv durch Handeln und Nichthandeln unterstützt hat, muss die Härten des Krieges überstehen und die Erfahrung als historische Lektion und Sühne für seine Schuld verarbeiten. Diejenigen, die das Naziregime nicht unterstützt haben, die unter ihm und dem Krieg, den es im Donbass entfesselt hat, gelitten haben, müssen konsolidiert und organisiert werden, sie müssen zur Stütze der neuen Regierung werden, sowohl vertikal als auch horizontal. Die historische Erfahrung zeigt, dass die Tragödien und Dramen der Kriegszeit den Völkern zugute kommen, die sich von der Rolle des russischen Feindes verführen und mitreißen lassen.

Die Entnazifizierung als Ziel der speziellen Militäroperation selbst wird als militärischer Sieg über das Kiewer Regime, als Befreiung der Gebiete von bewaffneten Anhängern der Nazifizierung, als Eliminierung unversöhnlicher Nazis, als Festnahme von Kriegsverbrechern und als Schaffung der systemischen Voraussetzungen für eine spätere Entnazifizierung in Friedenszeiten verstanden.

Letztere wiederum sollte mit der Organisation der lokalen Selbstverwaltung, der Polizei und der Verteidigung beginnen, die von nazistischen Elementen gesäubert werden, auf deren Grundlage die Gründungsprozesse der neuen republikanischen Staatlichkeit eingeleitet werden, wobei diese Staatlichkeit in enger Zusammenarbeit mit der russischen Agentur für die Entnazifizierung der Ukraine (die neu geschaffen oder z.B. aus Rossotrudnitschestwo umgewandelt wird) integriert wird, wobei der republikanische Regelungsrahmen (Gesetzgebung) für die Entnazifizierung unter russischer Kontrolle angenommen wird und die Grenzen und der Rahmen direkt festgelegt werden. In dieser Hinsicht sollte Russland als Bewahrer des Nürnberger Prozesses fungieren.

All dies bedeutet, dass zur Erreichung der Ziele der Entnazifizierung die Unterstützung der Bevölkerung, ihr Übergang zu Russland nach der Befreiung von Terror, Gewalt und ideologischem Druck des Kiewer Regimes, nach der Aufhebung der informationellen Isolation, notwendig ist. Natürlich wird es einige Zeit dauern, bis sich die Menschen von dem Schock der Militäraktion erholt haben und von den langfristigen Absichten Russlands überzeugt sind - dass "sie nicht im Stich gelassen werden". Es ist unmöglich, im Voraus zu sagen, in welchen Gebieten diese Bevölkerungsmasse eine dringend benötigte Mehrheit bilden wird. Es ist unwahrscheinlich, dass die "katholische Provinz" (Westukraine, die fünf Regionen umfasst) zu den pro-russischen Gebieten gehört. Die Grenze des Ausschlusses wird jedoch durch Erfahrung gefunden. Eine Russland feindlich gesinnte, aber zwangsneutrale und entmilitarisierte Ukraine, in der der Nazismus formell verboten ist, wird dahinter zurückbleiben. Russlandhasser werden dorthin gehen. Eine Garantie dafür, dass diese Rest-Ukraine neutral bleibt, sollte die Androhung einer sofortigen Fortsetzung der Militäroperation sein, wenn die aufgeführten Anforderungen nicht erfüllt werden. Dies würde wahrscheinlich eine ständige russische Militärpräsenz auf dem Territorium des Landes erfordern. Von der Entfremdungslinie bis zur russischen Grenze wäre das Territorium der potentiellen Integration in die russische Zivilisation, die in ihrem inneren Wesen antifaschistisch ist.

Die Operation zur Entnazifizierung der Ukraine, die mit einer militärischen Phase begann, wird in Friedenszeiten der gleichen Logik der Phasen folgen wie die militärische Operation. Auf jeder dieser Stufen müssen unumkehrbare Veränderungen erreicht werden, die das Ergebnis der entsprechenden Phase sind. Die notwendigen ersten Schritte der Entnazifizierung können wie folgt definiert werden:

- Liquidierung der bewaffneten Nazi-Formationen (damit meinen wir alle bewaffneten Formationen der Ukraine, einschließlich der AFU) sowie der militärischen, informationellen und pädagogischen Infrastruktur, die ihre Tätigkeit gewährleistet;

- Bildung einer Volksselbstverwaltung und von Polizeikräften (Verteidigung und öffentliche Ordnung) in den befreiten Gebieten zum Schutz der Bevölkerung vor dem Terror der nazistischen Untergrundgruppen

- die Einrichtung eines russischen Informationsraums;

- Rücknahme von Unterrichtsmaterialien und Verbot von Bildungsprogrammen auf allen Ebenen, die nazistischen ideologische Haltungen enthalten;

- Massenermittlungsaktionen zur Feststellung der persönlichen Verantwortung für Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Verbreitung der NS-Ideologie und Unterstützung des NS-Regimes;

- Lustration, Offenlegung der Namen von Kollaborateuren des Naziregimes und ihrer Zwangsarbeit zum Wiederaufbau der zerstörten Infrastruktur als Strafe für die Naziaktivitäten (unter denjenigen, die nicht mit der Todesstrafe oder einer Haftstrafe belegt werden)

- Verabschiedung von primären Entnazifizierungsmaßnahmen "von unten" auf lokaler Ebene unter russischer Kuratel, die jede Form der Wiederbelebung der NS-Ideologie verbieten;

- Die Errichtung von Gedenkstätten, Mahnmalen und Denkmälern für die Opfer des ukrainischen Nazismus und die Bewahrung des Andenkens an die Helden, die gegen ihn gekämpft haben;

- Die Aufnahme einer Reihe von antifaschistischen und entnazifizierenden Normen in die Verfassungen der neuen Volksrepubliken;

- Einrichtung von ständigen Entnazifizierungsstellen für einen Zeitraum von 25 Jahren.

Russland wird bei der Entnazifizierung der Ukraine keine Verbündeten haben. Denn dies ist eine rein russische Angelegenheit. Und auch, weil nicht nur die Bandera-Version der Nazi-Ukraine der Ausrottung unterworfen sein wird, sondern auch und vor allem der westliche Totalitarismus, die aufgezwungenen Programme der zivilisatorischen Degradierung und des Zusammenbruchs, die Mechanismen der Unterordnung unter die Supermacht des Westens und der USA.

Um den Plan zur Entnazifizierung der Ukraine umzusetzen, muss Russland selbst seine pro-europäischen und pro-westlichen Illusionen aufgeben und sich als letzte Instanz bei der Verteidigung und Bewahrung der Werte des historischen Europas (der Alten Welt) begreifen, die es verdient und die der Westen schließlich aufgegeben hat, nachdem er den Kampf um sich selbst verloren hat. Dieser Kampf dauerte das ganze zwanzigste Jahrhundert hindurch an und fand seinen Ausdruck im Weltkrieg und in der Russischen Revolution, die untrennbar miteinander verbunden waren.

Russland hat im zwanzigsten Jahrhundert alles getan, um den Westen zu retten. Es verwirklichte das wichtigste westliche Projekt, die Alternative zum Kapitalismus, die die Nationalstaaten besiegte - das sozialistische, rote Projekt. Sie hat den deutschen Nazismus zerschlagen, die monströse Ausgeburt der Krise der westlichen Zivilisation. Der letzte Akt des russischen Altruismus war Russlands ausgestreckte Hand der Freundschaft, für die Russland in den 1990er Jahren einen ungeheuren Schlag erhielt.

Alles, was Russland für den Westen getan hat, hat es auf seine eigenen Kosten getan, indem es die größten Opfer gebracht hat. Der Westen lehnte schließlich all diese Opfer ab, wertete Russlands Beitrag zur Lösung der westlichen Krise ab und beschloss, sich an Russland für die selbstlos geleistete Hilfe zu rächen. Von nun an wird Russland seinen eigenen Weg gehen, ohne sich um das Schicksal des Westens zu kümmern, und dabei auf einem anderen Teil seines Erbes aufbauen: der Führungsrolle im globalen Entkolonialisierungsprozess.

Im Rahmen dieses Prozesses verfügt Russland über ein hohes Potenzial für Partnerschaften und Bündnisse mit Ländern, die der Westen jahrhundertelang unterdrückt hat und die nicht die Absicht haben, ihm erneut das Joch aufzuerlegen. Ohne die Opfer und den Kampf Russlands wären diese Länder nicht befreit worden. Die Entnazifizierung der Ukraine ist gleichzeitig ihre Entkolonialisierung, eine Tatsache, die die ukrainische Bevölkerung verstehen muss, wenn sie beginnt, sich von den Gespenstern, Versuchungen und Abhängigkeiten der sogenannten europäischen Wahl zu befreien."


https://avantgarde.blogger.de/stories/2843903/

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Die Begriffe "Nazi" und "Faschist" werden in Russland im Übrigen absolut inflationär gebraucht, zum Beispiel auch für prowestliche Liberale. Von Altkommunisten wird auch Gorbatschow als Faschist bezeichnet.

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Und weiter in der FAZ:

"Kriegsverbrechen in Butscha : ?Ihr Auftrag war, Zivilisten zu töten?
Im Kirchhof der Kirche des heiligen Andreas in Butscha liegen zahlreiche Opfer des russischen Massakers in einer improvisierten Grube. Bild: dpa
Augenzeugen berichten der F.A.Z. vom russischen Massaker in Butscha. Während die Opfer in improvisierten Massengräbern beigesetzt werden, haben die Überlebenden Indizien gesammelt."
Von Konrad Schuller, Butscha
-Aktualisiert am 05.04.2022
https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/ukraine-krieg-ueberlebende-berichten-ueber-das-massaker-in-butscha-17937063.html?

In diesem Text heißt es weiter:

"Als die Ukrainer dann nach Butscha einrückten, wurden Bilder von vielen Hundert Toten bekannt. Sie zeigten Menschen in Zivilkleidung auf den Straßen, manche von ihnen waren gefesselt. Der Chef des Bestattungsdienstes spricht von mehr als dreihundert Toten, wobei jeden Tag neue hinzukämen. Manche von ihnen sieht man in Butscha immer noch auf den Straßen, die F.A.Z. zählte beim Augenschein am Montag vier ungeborgene Leichen. Einige lagen offenbar schon sehr viele Tage da.
Zwei von ihnen liegen halb verbrannt unterhalb der Stelle, wo jetzt Sachartschenko in der Einfahrt seines Schrottplatzes steht und erzählt. Am dritten März, gleich nach dem Beginn der Invasion, hätten die Russen ihn geschnappt und einen anderen Wachmann auch. Sie führten ihn zu ihrem Stützpunkt, wo er acht tote Männer in ihrem Blut liegen sah. Zwei der Toten hatten gefesselte Hände.

Die russischen Soldaten zwangen Sachartschenko auf die Knie. Sie untersuchten sein Mobiltelefon, prüften, ob es etwa ukrainische Fahnen oder proukrainische Chats enthalte. Einer der Männer prüfte an einem Computer seine Ausweisdaten und fragte, ob er zu den neu gebildeten Freiwilligeneinheiten der ukrainischen Territorialverteidigung gehöre. Als Sachartschenko verneinte, brachten die Besatzer ihn in einen Keller, wo nach und nach immer mehr Männer, Frauen und Kinder zusammengepfercht wurden. Einige der Kinder waren erst drei Jahre alt.

Sachartschenko erinnert sich, dass er und seine Mitgefangenen vier Tage in diesem Keller verbrachten. Sie bekamen nichts zu essen, es gab keine Toilette. Wer aufs Klo musste, musste sich vor aller Augen hinhocken. Als die Russen die Gefangenen einmal zählten, kamen sie auf etwa 130 Menschen. Am siebten März wurden die Türen dann geöffnet. Die Russen zwangen die Menschen, weiße Armbinden anzulegen und ließen sie laufen. Sachartschenko erzählt, dass er seither bis zum Ende der Besatzung versucht habe, irgendwie ohne Strom, Wasser, Essen und Heizung zu überleben. Einmal habe er selbst gesehen, wie Menschen, die an einem offenen Feuer kochten, von den Russen angegriffen wurden. Vor seinen Augen, sagt Sachartschenko, habe ein Besatzer einen von ihnen erschossen ? ohne erkennbaren Anlass. Über die acht Toten, die er am ersten Tag seiner Gefangenschaft sah, kann Sachartschenko nichts sagen. Er weiß nur, dass eine Mitgefangene, eine Krankenschwester, sich die Leichen offenbar näher angesehen hat. Danach erzählte sie ihm von Folterspuren an den Leichen, von Schnitten an Gesicht und Brust."

Und noch ein wenig weiter:

"Über die Besatzer sagt Matjuk, sein Eindruck sei, ?dass es ihr Auftrag war, Zivilisten zu töten?. Am Montag habe man wieder fünf neue Leichen geborgen, ausschließlich Männer, und einige mit Spuren von Folter. Vier von ihnen seien gefesselt gewesen. Insgesamt komme man damit auf 19 gefesselte Leichname. Jetzt lege man die Toten in eine improvisierte Grube bei der Kirche. Man decke sie nur mit einer dünnen Sandschicht zu, weil sie später exhumiert und untersucht werden sollen. Wie viele Menschen in Butscha insgesamt getötet wurden, kann Matjuk nicht sagen. Die Bewohner hätten während der Okkupation Angst gehabt, auf die Straße zu gehen und ihre Toten zum Bestatter zu bringen. Deshalb hätten sie Angehörige in ihren Gärten und in Parks beerdigt. Die Russen hätten sich um die Leichen nicht gekümmert.

Ein weiterer Zeuge ist Vater Andrij Holowin von der Kirche des heiligen Andreas. Er steht vor dem offenen Massengrab, das ein Bagger im Kirchhof ausgehoben hat. Es ist halb gefüllt, man sieht die Umrisse von Körpern in schwarzen Plastiksäcken, und an einer Stelle ragt eine Hand aus dem Sand. Vater Andrij sagt, ein Teil der Menschen, die hier lägen, seien in den Bombardements der letzten Wochen umgekommen, andere durch Schüsse in den Hinterkopf. Er wisse von etwa zehn Toten mit gefesselten Händen, Folterspuren oder verbundenen Augen.

Holowin erzählt auch von der Zeit der Besatzung: Zuerst hätten die russischen Soldaten Infrastruktureinrichtungen beschossen, vor allem den Wasserturm. Die ukrainische Armee habe den zwar wieder repariert, als sie Butscha für eine kurze Zwischenzeit zurückgewann, aber dann seien die Russen wiedergekommen und hätten den Turm aufs Neue zerstört. ?So hatten wir einen Monat lang kein Wasser, kein Gas, keinen Strom, kein Telefon. Nichts außer Luft?, berichtet der Geistliche.

Von den Toten, welche die Leute auf eigene Faust begraben haben, erzählt eine kleine Gruppe von Nachbarn rings um das Hochhaus ?Millennium?, wo zuletzt wohlhabende Leute aus Kiew eingezogen sind, weil Butscha bis vor Kurzem als komfortable Mittelklasse-Schlafstadt galt. Die Wortführerin der kleinen Gruppe ist Irina, eine Frau von etwa sechzig Jahren. Sie zeigt auf eine Reihe von acht selbst gemachten Grabkreuzen in der Grünanlage zwischen den Häusern, jedes von ihnen trägt eine handgemalte Inschrift auf Pappe oder Sperrholz. Sechs der Toten, sagt Irina, seien während der Besatzung an Entkräftung gestorben, zwei ?Djeduschki? aber, also zwei ältere Herren, seien beim Hundeausführen von ?Scharfschützen? erschossen worden.

Die übrigen Nachbarn nicken, als Irina das erzählt. Einer fügt hinzu, die Schützen hätten vermutlich auf dem ?Millennium? gelegen, das hier alles überragt, oder in einem Rohbau mit leeren Fensterhöhlen gleich daneben. Die improvisierten Grabkreuze tragen Daten vom 12. bis zum 29. März. Das deutet darauf hin, dass die Toten tatsächlich während der russischen Besatzung starben und nicht danach ermordet wurden, wie auf russischer Seite behauptet wird.

Die Berichte dieser Bewohner bestätigen Darstellungen von offizieller Seite in der Ukraine. Sie sind besonders glaubwürdig, weil die F.A.Z. diesen Menschen zufällig begegnet ist. Niemand hat sie als Interviewpartner vorsortiert, sie waren auf Fragen nicht vorbereitet und sprachen frei aus dem Moment heraus."

Die Leichen haben sicherlich die fünfzig Journalisten gemeinsam mit CIA-Agenten dort ausgelegt, um die russischen Befreier, die von den Ukrainern mit Brot und Salz empfangen wurden, zu diskreditieren.

Ich denke auch nicht, daß es dem Nörgler irgendwie um Quellen und Fakten geht, sondern lediglich um die Bestätigung des eigenen Weltbildes. Na ja: unter den Talaren DKP-Muff von fünfzig Jahren.

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Putin und die Faschisten
Manchmal sagt eine Photographie mehr als tausend Worte, so in Butscha und so auch im Falle von Putins Rosenbeigabe an Wladimir Schirinowski:

"Putin hat sich mit roten Rosen am aufgebahrten Leichnam von Wladimir Schirinowski verabschiedet, dem Begründer des russischen Faschismus. WELT-Autor Adrian Geiges hat ihn mehrmals getroffen. Er zeichnet das Bild eines Mannes, der genau wusste, was mit der Ukraine geschehen würde."
https://www.welt.de/politik/ausland/plus238088001/Russland-Atomkrieger-Schirinowski-der-geistige-Wegbereiter-Putins.html

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Nörgler: "Hierauf erwiderte Bersarin mit diesem sortentypischen Insult:"
Das hat ja nun wirklich gepaßt. Ich wußte es. Er kann nicht anders. Er ist sich selbst ausgeliefert.

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Und der Nörgler hat sich selbst so weit ins Aus gestellt dass jede weitere Auseinandersetzung sinnlos ist.

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"Nörgler, Dein obiger Kommentar liest sich wie 1:1 vom Alubommel oder Moon of Alabama abgetippt"

Nö, liest sich wie vom UN-Generalsekretär Guterres abgetippt.

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"Und der Nörgler hat sich selbst so weit ins Aus gestellt dass jede weitere Auseinandersetzung sinnlos ist."

Eine interessante Anmerkung, wenn man bedenkt, dass ich lediglich Guterres, Scott Ritter und das Video des Bürgermeisters in Anschlag brachte. Wir sehen hier: Wer mit einer Kriegspartei sich gemein macht, verliert die Denkfähigkeit.
Dass die parteiischen Fanatiker beider Seiten die neutralen Analytiker hassen, ist kriegsnormal und daher laaangweilig.

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Bei Leuten, die auf dem Niveau von Holocaustleugnern denken und an jeglichen Fakten vorbeilügen, ist jede Debatte sinnlos. "Wer mit einer Kriegspartei sich gemein macht, verliert die Denkfähigkeit." Das sind in etwa auch die Worte von Horst Mahler, wenn er Zeugenaussagen, Photos und Berichte aus den Vernichtungslagern kommentiert. Das ist ein netter Trick, nur verfängt die Äquidistanz bei Kriegsverbrechen nicht. Oder doch. Sie verfängt bei denen, die Teil der Mordmaschine sind, weil sie Teil von Putins System der Desinformation sind, indem sie die Fakten nicht zur Kenntnis nehmen und lügen.

Vor Ort sind unzählige unabhängige Journalisten, die Zeugenberichte aufschreiben und prüfen. Berichte wurden oben von mir verlinkt, aber diese Dinge interessieren Horst Nörgler hier nicht. Es existieren Satelitenbilder, Ermittler des Internationalen Strafgerichtshofs und von Human Rights Watch wie auch von Amnesty International sind vor Ort. Und es werden weitere Beweise gesammelt.

Leser: die Bilder aus Butscha sind fake. Die Leichen wurden hingelegt, die bewegen sich.
Ich: nein, es gibt sogar Satellitenbilder, viele Reporter, viele Leichen an vielen Orten.
Leser: von US-Satelliten!
Ich: es gibt auch Augenzeugenberichte, viele Leute erzählen dasselbe
Leser: alles erlogen
Ich: Wieso glauben Sie, dass alles erlogen ist?
Leser: weil der Westen und die Amerikaner die Ukraine im Griff haben.
Ich: und deshalb legen die Ukrainer hunderte Leichen auf die Straßen und schaufeln Massengräber und dutzende Journalisten vertuschen das?
Leser: ja, im Krieg lügen alle Seiten!
Ich: haben sie einen Beleg dafür?
Leser: Lesen Sie mal nach, wie das russische Verteidigungsministerium die Sache sieht. Sie werden staunen!
Ich: Danke, mach ich

Dieser Dialog bringt den Irrsinn solcher Leute gut auf den Punkt. Du, nörgler, hast Dich in der Bloggosphäre derart diskreditiert, daß man Dich nicht einmal mehr mit der Kneifzange wird anfassen wollen.

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"Bei Leuten, die auf dem Niveau von Holocaustleugnern denken und an jeglichen Fakten vorbeilügen, ist jede Debatte sinnlos."

Das ist zweifelsfrei richtig. Insoweit sind wir uns einig, dass Guterres und Scott Ritter die allein gültige Position vertreten.

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Genau: Es liegen die Fakten vor. Und die muß Horst Nörgler eben widerliegen. Siehe unten. Soll ich Dir auch noch Deinen Denkfehler erklären? Mach ich gerne: Es gibt Umstände, wie eben die russischen Kriegsverbrechen an Zivilisten, die Vergewaltigung von Frauen, die sind evident und können als gesicherte Fakten und damit als russische Kriegsverbrechen, verübt an Ukrainern, gelten, weil genügend Material gesammlt wurde, unter anderen unabhängige Zeugenaussagen und auch jene Satelitenbilder, die zeigen, seit wann die Leichen da liegen. Es gibt abgehörten Funkverkehr. Und nun muß nur noch die Emittlung des Internationalen Strafgerichtshofes erfolgen, so wie auch im Jugoslawienkrieg. Damit diese vorliegenden Fakten auch gerichtsfest sind. Diese bereits vorliegenden Fakten über russische Kriegsverbrechen an Zivilisten anzuerkennen, bedeutet nicht, sich mit einer Kriegspartei gemein zu machen, wenngleich in diesem russischen Angriffskrieg das "Gemeinmachen" leicht fällt. Nicht anders als in Hitlers Angriffskrieg. Aber da macht Horst Nörgler sicherlich sich ebenfalls mit keiner Seite gemein. Diesen Unterschied bekommt Minderleistungsdenker Horst Nörgler nicht in den Blick.

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Ein aktueller Meduza-Artikel über russische Neonazis:

Dying to kill The Russian neo-Nazis fighting Vladimir Putin?s war to ?denazify? Ukraine

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Wenn ich blau-gelb pisse
bin ich dann solidarisch? Gelb kann ich schon.

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In Vietnam
so sagten sie, werde meine Freiheit verteidigt. Als der Krieg verloren wurde, war ich immer noch frei.

"Am Hindukush" würde meine Freiheit verteidigt, sagten sie. Als nach 20 Jahren der Krieg verloren ging, war ich immer noch frei.

In der Ukraine, sagen sie, werde meine Freiheit verteidigt. Wenn auch dieser Krieg verloren wird - darf ich dann endlich unfrei sein, oder haben die mich dann schon wieder verarscht?


(C) by Nörgler

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Es muß schon schmerzhaft sein zu sehen, wie die Muff-Weltbilder des DKPlers zusammenbrechen. Unfrei im Denken bist Du übrigens schon lange.

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Eine gewaltige Widerlegung! Kommt das aus dem VHS-Kurs oder ist das Naturbegabung?
Der Text "In Vietnam" mag schmerzhaft sein. Die Wahrheit tut bisweilen weh. Indes lassen Härten sich nicht immer vermeiden.

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Es kommen immer mehr Massengräber zum Vorschein. Die Forensiker werden feststellen, wann die Menschen ermordet wurden, und es wird immer mehr Augenzeugenberichte geben.

Jeden Tag werden die Beweise erdrückender. Und die schlimmste Barbarei, die im Zuge der Donbassoffensive stattfinden wird, steht noch bevor.

Es spielt keine Rolle, in welchen Farben einer pisst, wenn man ihm ins Gehirn geschissen hat.

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"Die Forensiker werden feststellen, wann die Menschen ermordet wurden, und es wird immer mehr Augenzeugenberichte geben."

"Wird" ist das entscheidende Zukunftswort: Das könnte so sein, aber zur Stunde wissen wir es nicht. Blöd nur, dass die Ukraine die Guteres-Forensiker nicht reinläßt. Embedded Journalisten aber schon.

Das alte Lied: Der Nörgler ist in dem Konflikt neutral-sachlich, was den fanatisierten Kriegsparteien nicht gefällt.

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"Zur Stunde" sind bereits über tausend Ermordete bekannt. Täglich wird die Zahl größer.

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Kissinger, Gorbatschow, Schmidt und Kohl hatten davor gewarnt: Die Osterweiterung führt unausweichlich in die Gewaltkatastrophe.

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""Zur Stunde" sind bereits über tausend Ermordete bekannt. Täglich wird die Zahl größer."
Eine Begeisterung, die ich nicht teile.

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Möchtest Du das Loch, in dem Du sitzt, bis durch zum Pazifik graben?

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Zur angeblichen Nato-Osterweiterung: Es ist dies die Überlebensgarantier der Baltischen Staaten und von Polen. Seltsam auch, daß es nun sogar die Finnen in die Nato drängt. Der Eimer russischer Pferdepisse scheint auch dort nicht so recht zu munden. Aber Hauptsache das Feinbild sitzt. Deshalb eben der Muff unter den Talaren: Nörglers DKP seit über 50 Jahren. Dies ist kein Argument, sondern eine Beschreibung.

Es ist ansonsten an Dir, nörgler, die Fakten zu widerlegen. DU mußt zeigen, das die Satelitenbilder Fälschungen sind. Du mußt zwingend darlegen, daß die Zeugenaussagen falsch sind und daß Journalisten und Human Rights Watch Unwahres sagen und daß die ermittelten Fakten nicht stimmen. Ansonsten wirst Du damit leben müssen, daß Du fürderhin als Horst Nörgler angeredet wirst. Und das nicht nur aus dem Grunde, weil Du Dich hier zum Horst machst.

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"Angebliche" Osterweiterung - der war gut, ganz mein Humor. Eine Osterweiterung hat es nicht gegeben, meint Bersarin, der ineins die finnische Osterweiterung begrüßt. Das ist es, was wir meinen, wenn wir von einem Wirrkopf sprechen.

"DU mußt zeigen, das die Satelitenbilder Fälschungen sind." Hatte ich doch gerade. Die Satelitentechnik kann scharfe Bilder liefern, tut sie aber nicht. Wie schon Joschka Fischer in Anbetracht von US-Satelitenaufnahmen sagte:

"I am not convinced."

"Es ist ansonsten an Dir, nörgler, die Fakten zu widerlegen." Fakten sind nicht widerlegbar. Die Forderungen von Guterres und Scott Ritter aber auch nicht. Einen Krieg ohne Kriegsverbrechen gab es noch nie. Wenn russische Kriegsverbrechen nachgewesen werden, bricht für mich als neutralem Beobachter kein Weltbild zusammen. Einer der Vorteile der Salonmarxologie war stets die Resistenz gegen die Wogen nationaldeutscher Erhebungen.

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"Zur angeblichen Nato-Osterweiterung: Es ist dies die Überlebensgarantier der Baltischen Staaten und von Polen."
"Überlebensgarantier" hat was.

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Angriffskriege sind - das wissen wir seit Nürnberg - völkerrechtswidrig und ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Hier haben wir es mit einem ganz klassischen Angriffs- und Eroberungskrieg zu tun, der sich äußerst dürftig als "Entnazifizierungsoperation" tarnt. Wobei als Entnazifizierer auch die Wagner-Söldner willkommen sind, deren Anführer Hakenkreuztätowierungen hat. Ist sicher russische Folklore.

Sich als neutraler Beobachter zu gefallen, während der Angreifer die Städte des Angegriffenen in Schutt und Asche bombt, Zivilisten foltert, vergewaltigt und ermordet, Zigtausende in "Filtrationslager" und anschließend nach Russland verschleppt und im übrigen in seinen Staatsmedien keinen Zweifel an den wahren Absichten aufkommen lässt... nun, das ist schon sehr speziell.

Als die SS 1944 Warschau vernichtete, hätte der neutrale Nörgler vom Zaun gepfiffen: Mussten die Polen sich denn wehren?

Es gefällt mit vieles nicht an der Ukraine, aber nein, ich bin in diesem Krieg nicht "neutral".

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Hinsichtlich der Nazis und des Asow-Regiments gibt es halt äußerst unterschiedliche Informationen. Solche wie dieser Link hier lassen die Angelegenheit in einem Licht erscheinen, das doch sehr anders wirkt als die Versionen in unseren Medien.




https://www.voltairenet.org/article215905.html

Dahinter stehen allerdings Verschwörologen, die auch glauben, der 11.09. sei Werk der CIA - in diesem Fall Thierry Meyssan.

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Aus gegebenem Anlass übrigens ein Blick zurück
https://che2001.blogger.de/stories/2379023/

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Unter den Faselhänsen einer der Dümmeren meint, und es schmerzt mich zutiefst, ihm hier zustimmen zu müssen: "Es kommen immer mehr Massengräber zum Vorschein. Die Forensiker werden feststellen, wann die Menschen ermordet wurden."
Ja, das werden sie, oder das würden sie, oder das würden sie schon längst getan haben, wenn denn die Ukraine die unabhängigen Forensiker, wie von António Manuel de Oliveira Guterres und dem Experten Scott Ritter gefordert, ins Land liese. Man sollte doch meinen, dass die Ukraine ein starkes Interesse daran hat, die russischen Kriegsverbrechen nachzuweisen. Dies allerdings scheint nicht der Fall zu sein, denn sie lassen die Experten nicht ins Land. Aber der Nörgler ist der putinistisch gehirnverjauchte Satan, wenn er die Frage stellt: Warum denn nicht?

Selbstverständlich verfügen gegenüber den Laienspielern Guterres und Ritter avantgarde, Bersarin und Che über die größere Expertise. Das vergaß ich gerade.

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"Aus gegebenem Anlass übrigens ein Blick zurück"
Vorsicht! Weltbilder könnten zusammenbrechen.

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Zu den Satellitenbildern: "Hatte ich doch gerade." Dann wirst Du das sicherlich auch zeigen können, wo Du das getan hast und weshalb die Satellitenbilder falsch sind. Ansonsten: auch dem Holocaustleugner sind die Bilder nie scharf genug und es wird genau mit dieser Nebelmaschine die Unentscheidbarkeit installiert. Immer nach dem Prinzip: genau weiß man es nicht. Und weist man dem Holocaustleugner nach, daß diese Verbrechen gut dokumentiert sind, dann kommt: Na ja, aber die Zahlen sind nicht so hoch wie angegeben. Und so geht dieses Spiel immer weiter. So auch bei den Kriegsverbrechen der Russen.

"Fakten sind nicht widerlegbar." Aber sicher sind Fakten widerlegbar. Und wenn eine Tatsache bzw. ein Fakt widerlegt ist, dann handelt es nicht mehr um einen Fakt, sondern um einen Irrtum. Diese Sichtweise käme im übrigen auch Deiner Position zugute, da es Dir ja darum geht, zu zeigen, daß die Russen gar keine Kriegsverbrechen begehen. Die Geschichte hat genügend Beispiele, daß das, was als Fakt galt, ein Irrtum war. Diese Kriegsverbrechen sind mehrfach bewiesen. Es handelt sich um Fakten. Und wer zeigen will, daß das, was als Fakt gilt, nicht stimmt, der sollte Beweise liefern können. Diese Widerlegungen von Beweisen hast Du hier bisher nicht präsentieren können. Also sind die Fakten zu russischen Kriegsverbrechen in Butscha und andernorts nicht widerlegt, sondern gelten nach bisherigen Erkenntnissen als bestätigt. Sollten sich die bisherigen Fakten ändern, wird die Beurteilung zu den russischen Mörderbanden in Butscha eben neu justiert werden müssen.

"Die Forderungen von Guterres und Scott Ritter aber auch nicht." Hat auch niemand gesagt. Der Internationale Strafgerichtshof ermitteln bereits in der Ukraine. Wie der Einsatz der UN bei solchen Ermittlungen geregelt ist, dazu müssen wir uns freilich zuerst mal die Statuten ansehen.

Sinnvoller ist es, in die Ukraine UN-Truppen bzw. eine internationale Schutztruppe zu entsenden, um die Russen aus den besetzten Gebieten zu vertreiben. Aber auch das geht nicht, weil der Verbrecher selbst eben in der UNO sitzt und gegen alles sein Veto einlegen kann, was seine Kriegsverbrechen bzw. diesen Angriffskrieg stoppen könnte. Es wird also auch hier nur eine Koalition der Befreier geben können, die nicht auf UN-Basis arbeitet. Im übrigen wirst Du sicherlich Dokumente präsentieren können, daß die Ukraine die Einreise von Forensikern verweigert. Wenn dem nicht so ist, werden wir hier den Stand der Dinge abwarten müssen. Die bisherigen Fakten, vor allem die Zeugenaussagen liefern ein eindeutiges Bild von russischen Kriegsverbrechen an Ukrainern.

"Einer der Vorteile der Salonmarxologie war stets die Resistenz gegen die Wogen nationaldeutscher Erhebungen."

Beim Nörgler besteht eher eine gehörige Resistenz, komplexere Zusammenhänge, die sein Weltbild überschreiten, zu verstehen. Nationaldeutsch ist ein Pappkamerad und zudem ein Zeugnis von Unwissenheit. Militäreinsätze von Deutschland werden im Rahmen der Nato geführt. Die Bundewehr ist eine Parlamentsarmee ? leider heruntergewirtschaftet. Es ist übrigens auch nicht nationalamerikanisch oder nationalbritisch, um gegen Hitlers Armee anzutreten. Hitler wurde im Krieg durch die Waffen der Alliierten und nicht von Salonmarxologen besiegt, die sich auf dem Sofa in unparteiischer Äquidistanz an Vernichtungskrieg und Relativierungen beteiligen, sondern von den Alliierten, die unter anderem in der Normandie landeten. Und so ist das auch mit Putin. Kriege um der Freiheit willen werden nicht aus nationalistischen Gründen geführt. Das hat unter anderem auch der spanische Bürgerkrieg gezeigt. Und auch dort gab es auf der Seite der Guten leider nicht nur Gute, wenn man an den Einsatz von Stalins Sowjetkommissaren denkt, die gerne auch die eigene Linke erschossen haben, wenn sie als trotzkistisch sich erwies. Gleiches gilt für das Wüten der Roten Armee in den besetzten deutschen Gebieten. Es war verständliche Rache, aber es war nicht Recht.

?Selbstverständlich verfügen gegenüber den Laienspielern Guterres und Ritter avantgarde, Bersarin und Che über die größere Expertise. Das vergaß ich gerade.? Beide Herren verfügen in etwa über die gleiche Expertise wie jeder andere auch. Die Ermittlungen zu Butscha laufen bereits ? siehe Internationaler Strafgerichtshof. Und da werden wir nun weitere Ergebnisse abwarten. Nach den bisherigen Untersuchungen und Recherchen zeigen sich schwere russische Kriegsverbrechen. Die Ermordung von Zivilisten ist übrigens immer ein Kriegsverbrechen. Die Häuser in Irpin, in Mariupol und Charkiv und anderen Orten wurden von Russen zerstört und die Zivilsten dort von Russen ermordet. Fakt bleibt, daß Rußland die Ukraine überfallen hat und dort schwere Zerstörungen anrichtete und nach den bisherigen Erkenntnissen auch Kriegsverbrechen beging. Und wer zeigen will, daß das nicht so ist, der muß dann eben Gegenbeweise präsentieren.

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Baltische Staaten: Genau, die Nato ist fürs Baltikum die Überlebensgarantie, damit diese Länder als souveräne Staaten mit einer demokratischen Ordnung weiterhin Bestand haben und nicht als Anhängsel in Putins Drittem Imperium untergehen. Finnland ahnt nun ebenfalls warum es sich denn doch lieber der Nato und nicht dem unendlichen Friedensreich und den Segnungen von Putins Rußland anschließt. Putin und der Nörgler mögen das bedauern, aber all das interessiert die Finnen und die baltischen Staaten nicht. Ansonsten: der Fehler des Westens war seine Abarten und eine Hoffnung, daß es sich mit Putin schon irgendwie leben ließe. Schon vor Jahren hätte man in Deutschland Putins Reden besser zuhören müssen und schon 2014 und vorher in Syrien eine rote Linie ziehen müssen.

Dazu formulierte der Politologie Ivan Krastev in seinem Essay "Jetzt beginnt eine neue Geschicht" einige interessante Gedanken.

"Doch auch die westlichen Eliten laufen Gefahr, ihre eigenen Gesellschaften falsch zu verstehen. Geschichtlich haben die Demokratien ihre Fähigkeit unter Beweis gestellt, sich anzupassen und selbst zu korrigieren. Das war ihr größter Vorteil in der historischen Konfrontation mit den totalitären Regimen im 20. Jahrhundert. Doch die Demokratie riskiert, Gefangene ihres Erfolgs zu werden: Die Offenheit der Öffentlichkeit schützt demokratische Regierungen davor, ihrer eigenen Propaganda zum Opfer zu fallen, macht die Bürgerinnen aber auch zu leichten Zielen für Desinformation und Wahleinmischung.

Die Erfahrung der Pandemie sollte uns für den unwiderstehlichen Reiz von Verschwörungstheorien und das wachsende Misstrauen in Regierungen und Mainstream-Medien sensibilisiert haben. Gewiss, ein gesundes Misstrauen in das, was Regierungen uns sagen, ist eine notwendige Voraussetzung für die bloße Existenz der Demokratie. Sobald es aber als Waffe eingesetzt wird, ist das Misstrauen die tödlichste Waffe für jede demokratische Gesellschaft."


https://www.zeit.de/2022/10/krieg-europa-ukraine-russland-geschichte

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bersarin, ich versteh wieder mal etwas nicht.
https://greekcitytimes.com/2022/04/12/volodymyr-zelensky-speech-to-greek-parliament-insulted-greece-and-cyprus/

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Daß Du nichts verstehst, wundert mich auch nicht. Bevor Du Dich mit der Gegenwart beschäftigst, befasse Dich mit der Geschichte der Ukraine und dann mit der Vorgeschichte zu diesem Angriffskrieg, nämlich Putins Annexion der Krim und seinen Krieg im Donbass gegen die Ukraine - seit 2014. Literatur habe ich Dir hinreichend genannt. Und Deine monothematischen Auslassungen im Blick auf Deine Verlinkungen fallen am Ende ebenfalls auf Dich zurück. Glaubwürdig wärst Du, wenn Du zu einer gründlichen Einschätzung in der Lage wärst. Ich gebe Dir nochmal einen Tip: Die Ukraine wurde am 24.2. völkerrechtswidrig von Rußland angegriffen. Russen begingen in der Ukraine erhebliche und gut dokumentierte Kriegsverbrechen und führen dort einen blutigen Krieg gegen die Zivilbevölkerung. Und wenn wir diese Dinge hinreichenend geklärt haben und wenn dann die Ukraine über Rußland gesiegt hat und die Ukraine in den Grenzen von 2013 wiederhergestellt ist, können wir gerne auch über Probleme in der Ukraine reden. Solange aber ein Angriffskrieg herrscht, sind solche Links Nebeltöpfe.

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Im übrigen haben wir gerade die Situation zu klären, ob Rußland in Mariupol nun auch, wie in Syrien bereits, Chemiewaffen einsetzt:

"Angeblich Chemiewaffe eingesetzt
Was zur Lage in Mariupol bekannt ist
In Mariupol soll eine chemische Substanz gegen ukrainische Verteidiger der Stadt eingesetzt worden sein. Welche Informationen und Angaben liegen bislang vor? Wo genau soll der Einsatz stattgefunden haben?"

https://www.tagesschau.de/faktenfinder/giftgas-mariupol-101.html

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Der Experte Scott Ritter wurde aufgrund des folgenden Tweets bei Twitter gesperrt.

"The Ukrainian National Police committed numerous crimes against humanity in Bucha. Biden, in seeking to shift blame for the Bucha murders onto Russia, is guilty of aiding and abetting these crimes. Congratulations America... we've created yet another Presidential war criminal!"

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Auch schon wurscht. Auf mich fällt momentan ohnehin alles mögliche zurück. Und glaubwürdig als was bitte.
Also noch ein link.
https://twitter.com/aaronjmate/status/1513159755572862978
che, lösch einfach, wenn niemand was dazu sagen will.

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manhartsberg, tu net immer so deppert. Du weißt genau, was Du tusts.

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Genau das ist es avantgarde. Manhartsberg ist Teil dieses Systems von Desinformation. Zu den Kriegsverbrechen der russischen Armee hat man von manhartsberg bisher gar nichts gehört. Glaubwürdig wärst Du, manhartsberg, wenn Du zu einer gründlichen Einschätzung in der Lage wärst. Das bist Du aber nicht. Stattdessen werden Nebensächlichkeiten und Nebeltöpfe gepostet. Das ist in etwa so, als wollten wir inmitten des Zeiten Weltkrieges über das ökologische Verhalten von Winston Churchill in puncto Zigarrerauchen debattieren. Oder über Churchills nur mäßig klugen Aussagen zur Demokratie immer wieder und bewußt einen neuen Fokus erzeugend, um von Hitlers Kriegsverbrechen abzulenken. Genau in dieser Tradition von Ablenkung und Desinformation steht auch manhartsberg.

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Und nochmal und wie avantgarde oben ganz richtig schrieb: Die Ukraine ist kein Musterstaat. Aber darüber können wir leider erst sprechen, wenn die russische Armee sich aus der Ukraine zurückzieht und sämtliche okkupierten Gebiete freigibt. Vorher ist es Thema, wie man der Ukraine in diesem Krieg helfen kann, so daß sie ihn gewinnt.

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Wenn man erfahren möchte, wie ein deutscher Held die Sache sieht, lese man dies:

?Du bist Teil von Putins Propaganda, nörgler. Und damit gehörst Du zu den Tätern und mußt Dir Kriegsverbrechen der Russen zurechnen lassen. Du bist Teil von Putins Mordmaschiniere.?

Ich hatte schon immer vermutet, dass es nicht allzu schwierig sein sollte, "Bersarin" auf den Absolutheitspunkt seiner Eigenblamage zu treiben.

Kommt insgesamt aber nicht so ganz hin, da ich für meine Äußerungen zur Invasion in Moskau im Gefängnis säße. Zu alt, nicht militärisch ausgebildet. Wäre es anders, wäre ich gerne dabei, die Asow-Nazis im Häuserkampf umzubringen. Jede von ?Bersarin? betrauerte von meiner Kalaschnikow zerfetzte Nazisau würde ich mit Stolz mir zurechnen lassen.
Die Antwort auf "Bersarin" gab die Rote Armee, als sie auf dem Reichstagsgebäude ihre Fahne errichtete.

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Als sich in den 80er Jahren meine Einziehung zur Bundeswehr näherte, war mir klar, dass ich den Kriegsdienst verweigern würde. Mein Anwalt sagte, dass es günstig wäre, wenn man bei der Prüfung auf eigene politische oder soziale Aktivitäten verweisen könnte. Ich bin dann zusammen mit einem Freund amnesty international beigetreten (und lange Jahre Mitglied geblieben).

Die Gruppe, der ich angehörte, betreute einen politischen Gefangenen aus Uruguay (damals Militärdiktatur) und einen Ukrainer, Anatoli Iwanowitsch Lupynis:

https://museum.khpg.org/en/1142681725

Er hatte sich für die Unabhängigkeit der Ukraine von der Sowjetunion eingesetzt und war dafür von den Russen in die Psychatrie eingewiesen und mit Psychopharmaka (Haloperidol) traktiert worden.
Wir hatten da nie Erfolg; unsere Briefe an russische Behörden bblieben unbeantwortet. Wir haben ihm ein Paket an die Klinikadresse geschickt, keine Ahnung ob es angekommen ist oder ob er es erhalten hat.

Es sind uns von ihm keinerlei antikommunistische Äußerungen bekannt geworden, er wollte einfach nur, dass sein Land nicht von Moskau aus regiert wird.

An solche Leute muss ich immer denken, wenn von den Nazis und Faschisten in der Ukraine die Rede ist.
Dass sich in der Ukraine ein radikaler Nationalismus entwickelt, ist unter solchen Umständen wohl verständlich, man sollte das etwas tiefer hängen.

Gibt es eigentlich eine Definition von Faschismus, die auf Putin und seine Soldateska nicht zutrifft?

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Die Rolle des Asows-Regiments - früher Asow-Bataillons - bedarf in der Tat der Aufklärung. Für die Behauptung, diese und andere rechtslastige Truppen der Ukraine hätten seit 2014 in den Oblasten Luhansk und Donezk bis zu 14.000 Menschen ermordet findet sich allerdings kein überprüfbares seriöses Quellenmaterial, nur Behauptungen auf Verschwörologenblogs. Nach meinem Kenntnisstand haben in den letzten Jahren sowohl das Asow-Bataillon als auch die reguläre ukrainische Armee und auf der anderen Seite die faschistische russische Smert-Miliz im Rahmen eines fortgesetzten Kleinkriegs immer mal wieder Scharmützel, Überfälle und auch kleinere Massaker durchgeführt, wobei sich beide Seiten in etwa die Waage hielten.

Hier mal ein Vorher-Nachher-Überblick:

https://www.focus.de/politik/ausland/das-bataillon-asow-schmutziger-kampf-in-der-ukraine-neonazis-im-dienst-der-regierung_id_4058717.html

https://www.deutschlandfunk.de/asow-regiment-stepan-bandera-ukraine-100.html

A propos: Wer waren die Mörder von Butscha? Wohl nicht das Asow-Regiment:

https://www.blick.ch/ausland/ukrainische-aktivisten-publizieren-fotos-stecken-diese-maenner-hinter-dem-massaker-von-butscha-id17379912.html

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Stell mich in Traditionen, wie es Dir beliebt, wenn es Dich glücklich macht. Bei che treiben sich wohl kaum potentielle Opfer meiner perfiden Strategie herum. Tut mir leid, mir geht einfach diese Kriegshetzerei auf die Nerven.

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Willy, fasziniert stelle ich fest dass wir da einen gemeinsamen Biografieabschnitt haben.

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Von der Smert-Miliz ist auch in der westlichen Medienberichterstattung höchst selten, bei den "Alternativmedien" von Nachdenkseiten bis Multipolar niemals die Rede:

https://www.dekoder.org/de/gnose/volksmilizen-opoltschenzy

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manhartsberg: Tut mir leid, mir geht einfach diese Kriegshetzerei auf die Nerven.

Eigenartig, dass Ihnen die Kriegshetzerei von Vladimir Solovyov, Putins Chefpropagandisten, hingegen nichts auszumachen scheint. Er sagte zum Beispiel am 15. März 2022 im TV:

If you believe that we'll stop after Ukraine - think 300 times again. Let me remind you that Ukraine is merely an intermediate stage in ensuring Russia?s strategic security.

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Fast alle Zivilisten im Donbass sind 2014 bis Anfang 2015 in den kriegerischen Auseinandersetzungen VOR Minsk II ums Leben gekommen, und natürlich nicht nur auf einer Seite (auch die Passagiere von MH17 zählen dazu). Diese Kämpfe haben die Russen maßgeblich befeuert und mit eigenen (urlaubenden) Truppen und Waffen unterstützt.

Dieses Erstrecken über 8 Jahre ist ein Propagandatrick, der unterschlägt, dass - laut Statista - seit Selenskyj (2019) nicht einmal 100 Zivilisten im Donbass bei gelegentlichen Scharmützeln ums Leben gekommen sind.

Asow hat 2014 Mariupol verteidigt. Das erklärt, warum die Ukrainer nicht den Stab über diese Truppe brechen möchten. Inzwischen dürfte sie in Mariupol weitgehend aufgerieben sein.

Heute gab es Gerüchte über einen Giftgaseinsatz in Mariupol. Fakt ist, die Separatisten haben genau damit gedroht, um die letzten Nester der Verteidiger dort "auszuräuchern".

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"Tut mir leid, mir geht einfach diese Kriegshetzerei auf die Nerven." Hast Du mitbekommen, wer am 24.2. die Ukraine angriff? Und da erlaubst Du Dir, solch eine Scheiße zu schreiben? Wenn Du Frieden willst, dann reise nach Moskau und erzähl das Herrn Putin oder schreib einen Brief an die russischen Botschaft oder tritt in Moskau mit einem Schild auf den Roten Platz oder vors Verteidigungsministerium, so wie jene Frau in Moskau:

https://bersarin.wordpress.com/2022/04/10/demonstrieren-in-moskau/

Stattdessen selchst und seierst Du mit Deinem Gewäsch hier herum, und verdrehst die Tatsachen. Wenn Dir jemand auf die Fresse haut und Du rufst andere um Hilfe, dann bist wohl kaum Du die Kriegshetzerin und auch nicht die anderen, die Dir helfen.

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Das Vorgehen kennt man aus Aleppo: Erst bombardieren, dann Clorgas werfen um die Leute aus den Bunkern und Luftschutzkellern zu treiben, dann auf sie schießen.

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"Sinnvoller ist es, in die Ukraine UN-Truppen bzw. eine internationale Schutztruppe zu entsenden, um die Russen aus den besetzten Gebieten zu vertreiben."

Danke für die Bestätigung. Im Resultat hätten wir die Lage, in welcher auf europäischem Boden das Vorkommen von Eiweißverbindungen für die nächsten 50.000 Jahre nicht mehr nachweisbar ist. Deinem Suizidbegehren stehe ich nicht entgegen, gebe jedoch zu bedenken, dass nicht alle dies teilen. Falls Bersarin vom 10. Stock sich stürzt, würde ich dies keinesfalls begrüßen, da er einmal ein intelligenter Mensch war.

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Geh erstmal Belege sammeln, nörgler, bevor Du hier Deine Ablenkungsphrasen absonderst. Du bist schon lange nicht mehr satisfaktionsfähig. Soviel zur Eigenblamage. In der Bloggosphäre faßt man Dich nicht mal mehr mit der Kneifzange an.

Die Befreiung vom Faschismus würde in der Tat bedeuten, daß die Rote Armee in Moskau einmarschieren müßte.

Zum Asow-Regiment wurdest Du hier mehrfach schon belehrt und man hat Dich auf die Fakten hingewiesen. Wenn Du aber meinst, mittels mereologischem Fehlschluß und mittels ad nauseam agieren zu können, läßt auch das am Ende Dich nicht besonders souverän und intelligent wirken.

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Eine interessante Ukraine-Diskussion (an der ich mich auch beteilige) findet sich übrigens hier:

https://allesevolution.wordpress.com/2022/04/07/ukraine-6/

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@" Im Resultat hätten wir die Lage, in welcher auf europäischem Boden das Vorkommen von Eiweißverbindungen für die nächsten 50.000 Jahre nicht mehr nachweisbar ist. " ----- Ich weise auf den hohen Widerstandsgrad von Exoskeletten mit kleiner Körperoberfläche gegen Radioaktivität hin und vermute, dass die Ameisen als vorherrschende Lebensform übrigbleiben werden.

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So ist es, che. Das Vorgehen der Russen ist aus Tschetschenien und aus Syrien bereits bekannt und diese Muster der Muschiks wiederholen sich nun in der Ukraine. Und damit die Putins Soldateska dies immer ein Stück weiter machen kann, kommt dann auch die übliche Erpressung zum Einsatz. So wie es eben der Schulhofschläger auch macht. Und diesen kann man nur durch massive Gegenwehr stoppen.

@Nörgler: Putin wird so oder so Atomwaffen einsetzen, wenn er es will. Insofern ist diese Deine vorgebliche Besorgnis leider nur ein Stück Wasser auf die Mühlen Putins und seiner Dauererpressungen. Rußland muß man mit seinen eigenen Waffen schlagen: den Marsmännchen. Niemand hat gesagt, daß die Soldaten, die in der Ukraine zum Einsatz kommen, Hoheitsabzeichen anderer Länder tragen müssen.

Sehr wohl aber ist Russlands Armee besiegbar, wie sich nach mehr als einem Monat nun zeigt. Und dieser Sieg sollte nun ausgebaut werden.

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Aus der Rubrik "Der Nörgler im Vietnamkrieg spricht zum Vietkong": "Legt doch bitte die Waffen nieder, Vietkong! Ihr könnt eh nichts gegen die größte Militärmacht der Welt ausrichten! Und was macht ihr nur, wenn die USA Atomwaffen einsetzen? Kapituliert! Es ist zu eurem besten!"

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Also sprach man zur Zeit des Vietnamkriegs
"Die Stärke des Tigers liegt darin begründet, dass jeder die Stärke des Tigers kennt und sich davor fürchtet. Die USA und alle imperialistischen Mächte aber sind ein Papiertiger."

Der große Steuermann

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Gar nicht witzig, die Bersarin-Solidarität mit den Asow-Nazis. Müßten wir nun nicht sagen, dass Bersarin mit faschistischen Mordbuben sich gemein macht und deren Verbrechen sich zurechnen lassen muß?

Zu den Asows wurde vor Jahren ich belehrt, als im ZDF sie in schwarzen Uniformen mit SS-Abzeichen gezeigt wurden, was jedoch johurnalistisch nicht eingeordnet wurde.

Zur historischen Einordnung: Die Asows gab es nicht vor dem Maidan. Sie bildeten sich, als der ostukrainischen Zivilgesellschaft der Kragen platzte, weil Kiew ihnen die Renten strich und den Gebrauch der russischen Sprache verbot. Den Russen der Ostukraine gefiel das nicht, und die Asows gingen mit militärischer Gewalt dagegen vor. Das spielte Putin in die Hände, der es je schon auf die Ostukraine abgesehen hatte. Da half man zynisch gerne mit Geld und Waffen, objektiv gottlob, denn sonst hätte es keiner getan.

Und wenn ihr alle zerspringt: So geht Neutralität.

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@ che: Kakerlaken sagt man nach, einen Atomkrieg zu überleben. Vor vielen Jahren las ich einmal eine große Geschichte über Kakerlaken, derzufolge die schon den Dinosaurieren beim Verschwinden zugeschaut haben. Der Artikel war mit großen, zum Teil doppelseitigen Fotos bebildert, ich konnte kaum umblättern (ich finde Kakerlaken ausgesprochen eklig).

Ich hingegen muss mich nicht sorgen, einen Atomschlag gegen Deutschland überleben zu müssen, ich wäre binnen sehr kurzer Zeit mausetot. Das Rhein-Main-Gebiet wird neben Ramstein und Büchel eines der ersten Ziele sein (Denic-Knoten in FFM, US-Hauptquartier in Europa). Das reicht auch, um in Berlin, Hamburg und München maximale Panik und größtes Chaos auszulösen.

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Oh Jessas, die Irren drehen hohl.

Bestätigt indes die Vorbehalte des Nörglers gegen Linksliberale sämtlicher Couleur.

Also sprach Bersarin:
?Du bist Teil von Putins Propaganda, nörgler. Und damit gehörst Du zu den Tätern und mußt Dir Kriegsverbrechen der Russen zurechnen lassen. Du bist Teil von Putins Mordmaschiniere.?

Kommt nicht so ganz hin, da ich für meine Äußerungen zur Invasion in Moskau im Gefängnis säße.
Zudem: Zu alt, nicht militärisch ausgebildet. Wäre es anders, wäre ich gerne dabei, die Asow-Nazis im Häuserkampf umzubringen. Jede von Bersarin betrauerte von meiner Kalaschnikow zerfetzte Nazisau würde ich mit Stolz mir zurechnen lassen.

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Am 18. März annektierte Russland die Krim, die militärische Operation ("Grüne Männchen") begann dort bereits am 20. Februar.

Im März 2014 begannen auch die pro-russischen Proteste der Separatisten in Teilen des Donbas. Russland nutzte diese Proteste, um eine politische Kampagne und militärische Operationen zu starten, die sie auch mit russischen Freiwilligen und Kriegsgerät unterstützte.

Das Asow-Regiment (zuvor Bataillon Asow) stellte sich erst im Mai 2014 auf.

Eigenartig, dass Sie immer nur vom Asow-Regiment sprechen, aber nie von den - weitaus zahlreicherein - Wagner-Söldnern. Deren Gründer trägt SS-Runen als Tatoo.

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Hier im Blog wurden Dir hinreichende oft Erklärungen und Erläuterungen zum Asow-Regiment genannt, nörgler.

Es schreibt Dominik Kalus in der WELT:

"Der Vorwurf, dass Nationalsozialisten in der Ukraine ihr Unwesen treiben, bildet das zentrale Gerüst der russischen Propaganda."

Teil dieser Propaganda ist der Nörgler, der er entweder auf den Leim geht, oder die er gezielt hier im Verfahren des ad nauseam verbreitet. Frei nach dem Motto: Semper aliquid haeret: ich, der Nörgler werde immer weiter mit Kot werfen, es wird schon noch irgendwas hängen bleiben. Gehen wir aber, anders als Horst Nörgler es hier macht, zu den Fakten über. Weiter heißt es in dem Text:

"Bereits seit den Maidan-Protesten 2014 versucht der Kreml, die Ukraine wahlweise als einen von Nazis kontrollierten oder vom faschistischen Umsturz bedrohten Staat darzustellen. Mit dieser Begründung ist Putins Armee auch in die Ukraine eingefallen ? um das Land zu ?entnazifizieren?. Dass die Ukraine einen demokratisch gewählten jüdischen Präsidenten hat, bleibt unbeachtet.
[...]

'Allerdings wird die Bedeutung der Gruppe massiv aufgebauscht', sagt Kacper Rekawek, Postdoktorand am Zentrum für Extremismusforschung der Universität Oslo. Er erforscht das Phänomen seit 2014, als sich aus einer unbedeutenden rechtsextremen Kameradschaft das Bataillon Asow bildete. Als eines von etwa drei Dutzend Freiwilligengruppen unterstützte Asow die überforderte ukrainische Armee im Kampf gegen die von Russland finanzierten Separatisten im Osten des Landes. Dabei war die Gruppe maßgeblich daran beteiligt, das besetzte Mariupol zurückzuerobern.

Während sich die Gruppe in der Ukraine so einen Ruf als Beschützer erarbeitete, waren viele Beobachter im Westen über die zum Teil rechtsradikal auftretenden Mitglieder geschockt, die während der Kämpfe auch Menschenrechtsverletzungen begangen haben sollen.

In den vergangenen Jahren hat sich das Asow-Regiment verändert, was die russische Propaganda jedoch geschickt zu ignorieren weiß. Das Regiment wurde in die ukrainische Nationalgarde eingegliedert und untersteht damit dem Innenministerium. Das bedeutet allerdings nicht, dass der ukrainische Staat rechtsextreme Strukturen aufweist, sondern ganz im Gegenteil: Die rechtsextreme Gruppe muss sich nun den staatlichen Strukturen anpassen.
?Wir diskutieren über Asow immer noch auf Basis des Bildes von 2014. Das ist genau das, was der Kreml will?, sagt Forscher Rekawek. Die meisten radikalen Gründungsmitglieder haben das Regiment inzwischen verlassen, neue Mitglieder schließen sich der Gruppe oft aufgrund ihres Rufes als erfolgreiche Einheit an und nicht wegen des rechtsradikalen Anstrichs.

Und noch etwas zeigt, dass die Bedeutung des Regiments nicht im Verhältnis zu der ihm gewidmeten Aufmerksamkeit steht: Je nach Schätzung gehören der Einheit zwischen 1000 und 2000 Personen an. Das ist nur ein Bruchteil der mehreren hunderttausend Soldaten und Freiwilligen, die derzeit die Ukraine und ihre mehr als 40 Millionen Einwohner verteidigen.
In der Ukraine gibt es natürlich, wie in den meisten demokratischen Ländern, rechtsextreme Parteien. Auch Veteranen des ersten Asow-Bataillons sind in die Politik gegangen, viele engagieren sich für die gleichnamige Asow-Bewegung, eine soziopolitische Initiative.
Daraus entstand die Partei ?National Korps?, von der viele Ukrainer aber noch nie etwas gehört hätten, sagt Andreas Umland vom Stockholmer Zentrum für Osteuropastudien. Die russische Propaganda präsentiere die Rechtsextremen in der Ukraine als maßgeblichen politischen Einflussfaktor, obwohl sie lediglich Randerscheinungen seien.
Bei den Wahlen 2019 hatten die größten rechtsextremen Parteien, darunter der von russischen Staatsmedien rauf und runter zitierte ?Rechte Sektor?, eine gemeinsame Liste aufgestellt. Das Bündnis kam auf 2,15 Prozent der Stimmen und schaffte es nicht ins Parlament. ?Die russische Propaganda spielt mit der Unkenntnis der Menschen in Russland und im Westen, die den Kontext nicht kennen. Deswegen funktioniert es so gut?, sagt Umland.

[...]

Schon 2014 im Donbass kämpften Neonazis aus Russland auf Seiten der ukrainischen Separatisten. Außerdem nutzt der Kreml die Dienste der Söldner-Gruppe Wagner, deren Mitglieder zum Teil bekennende Neonazis sind und deren Anführer Dmitri Utkin Tätowierungen der Waffen-SS trägt. 400 dieser Söldner sollen sich derzeit in der Ukraine aufhalten, um den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu töten."


Eine Sache zu erklären und sich mit ihr zu solidarisieren, ist ebenfalls ein Unterschied. Auch das sollte man realisieren können. Anscheinend gelingt diese doch eher basale Denkleistung nicht jedem. Inzwischen ist die Salonmarxologie wohl auf das Niveau von Dieter Dehm herabgesunken.

++++

"Eigenartig, dass Sie immer nur vom Asow-Regiment sprechen, aber nie von den - weitaus zahlreicherein - Wagner-Söldnern."

Natürlich tut nörgler dies nicht, es würde sein Weltbild ins Wanken bringen.

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Nichts anderes sagte ich.

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Die Chronologie ist schon etwas anders, als Sie sie darstellen.

Die Separatisten im Donbass tragen übrigens auch Nazi-Symbole: einen modifizierten Totenkopf mit einem Schlüssel oben rechts (Truppenkennzeichen der Leibstandarte SS Adolf Hitler) sowie einen Wotansknoten.

The head of the DNR, Denis Pushilin, awarding a medal to Lieutenant Colonel Timur Kurilkin for 'destroying 250 Nazis' - which is ironic, considering Kurilkin has two neo-Nazi patches clearly visible on his uniform. (Quelle mit Foto)

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"Dass die Ukraine einen demokratisch gewählten jüdischen Präsidenten hat, bleibt unbeachtet."
Niemand hat gesagt, dass ein Jude kein ultranationalistischer Knalldepp sein kann.
"Israel gut wegen Auschwitz" war noch nie des Nörglers Parole.

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Mit Nazis aus Moskau hatte und hat Nörgler hier ganz ersichtlich keine Probleme. Es gibt für den Nörgler eben auch gute Nazis. Und wenn er dann an den genannten Fakten nicht vorbei kommt und nicht weiter weiß, wird das Thema entweder umgelenkt oder er greift in die Kiste der Phrasen, so wie jene besagten "Linksliberalen".

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Wieso findet Putin eigentlich gleichzeitig bei Linksradikalen und bei Rechtsradikalen Unterstützung?

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Wer sich im übrigen über den "Nationalismus" der Ukraine informieren möchte, um mal die Themenumlenkung von Dieter Dehm aufzugreifen, der sei auf die ersten 80 Seiten des Buches "Entscheidung in Kiew" verwiesen - es stammt von dem Osteuropahistoriker Karl Schlögel. Auch diese Themenumlenkung auf den angeblichen Nationalismus ist wieder einer dieser Griffe in die Trickkiste. Wer das Wort hört, denkt: ach sehr böse. Wer die Geschichte der Ukraine kennt, wird diese Dinge naturgemäß sehr viel anders gewichten und über Dieter Dehms Phrasen hier nur noch lachen - dazu siehe insbes. Kerstin Jobst:Geschichte der Ukraine (reclam) und Andreas Kappeler "Kleine Geschichte der Ukraine" (Beck Verlag).

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?Hier im Blog (?) Weltbild ins Wanken bringen.? Bleiwüsten gegen Neutralität. Nicht von ungefähr zitierte ich unlängst die Sportpalastrede im Volltext. Vom ?Weltbild?-Insult sehe indes ich mich nicht betroffen. Ich habe nämlich keins.

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Gegen Hitler gibt es keine Neutralität. Ebensowenig bei Angriffskriegen auf souveräne Länder. Deine Neutralität zum Irakkrieg 2003 war bestimmt auch solch eines Deiner Husarenstücke. Beim Zitieren der Sportpalastrede dachte ich eher, daß sie Deiner Sympathiebekundung für russische Neonazis und russischen Angriffskrieg galt.

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Ich finde es ziemlich widerwärtig, mir und anderen Sympathien für Asow zu unterstellen.

Die Existenz des Asow-Regiments rechtfertig nicht im Geringsten einen brutalen Angriffskrieg mit Städtezerstörung, der Ermordung und Verschleppung unzähliger Zivilisten etc.

Mit dem Angriff des Syrien-Generals wird das dann alles schon in Ordnung kommen.

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@Willy: "Wieso findet Putin eigentlich gleichzeitig bei Linksradikalen und bei Rechtsradikalen Unterstützung?" ------ Nicht bei Linksradikalen, sondern bei Altkommunisten. Das ist ein Unterschied. Die meinen, Russland unterstützen zu müssen, weil dies der Rechtsnachfolger der Sowjetunion ist. Dass Putins Politik eher an die Zaren anknüpft realisieren sie nicht. Das ist das gleiche wie die außenpolitische Ausrichtung, die immer noch den Bündnissen der Sowjetunion in der Dritten Welt folgt. Es ist der große Irrtum des alten Antiimperialismus, diese überholten Bündnisse aufrechtzuerhalten (das geht bis hinein in die Palästinagruppen und andere Solidaritätsprojekte der westlichen Linken).


Das Rechtsextreme einen Rechtsextremen wie Putin unterstützen ist hingegen naheliegend.

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Zu Mariupol
Die Geschichte einer 16-jährigen Katja, die aus Mariupol evakuiert wurde:

"Wir sind in einem Keller auf die Toilette gegangen, haben dort geschlafen und Essensreste gegessen. Onkel Kolya fing eine Taube, es war wahrscheinlich der fünfte oder sechste Tag, und wir brieten sie und aßen sie. Und danach haben wir uns alle übergeben.

Als unser Nachbar starb und wir die Leiche nicht entfernen konnten, stank es überall. Onkel Kolya hat die Leiche rausgetragen und er ist dann selbst auch gestorben. Meine Mutter weinte viel. Nach dem Tod ihres Vaters stand ihr Onkel Kolya am nächsten. ... überall waren die Leichen und es stank. Ich legte meinem Bruder den Schal von meiner Mutter um die Augen, damit er das alles nicht sehen konnte.

Meine Mutter hat fast bis zum Ende durchgehalten. Drei Tage vor unserer Evakuierung starb sie. Ich sagte meinem Bruder, dass sie eingeschlafen sei und wir sie nicht wecken sollten. Aber ich glaube, dass er alles verstanden hat.

Wisst ihr, wie sich der Schmerz anfühlt? Einmal habe ich mich in einen Jungen verliebt. Er liebte mich aber nicht. Und ich fand es schmerzhaft. Aber wisst ihr was wirklich schmerzhaft ist? Wenn deine Mutter vor deinen Augen stirbt und dein Bruder zu ihr sagt: 'Mama, schlaf nicht, du wirst frieren.' Und wir werden nie zu ihrem Grab gehen, weil wir sie in einem feuchten und dunklen Keller zurücklassen mussten.

Ich hasse Russland. Mein leiblicher Onkel lebt in Russland. Weißt du was er mir heute am Telefon gesagt hat? 'Katja? Welche Katja? Ich kenne dich nicht. Welcher Krieg, welche Katja?' Dann schrieb er mir unter einer anderen Nummer: 'Katenka, schreib mir nicht. Für mich und meine Familie ist es gefährlich. Wir können dir deine Mutter nicht zurückbringen.' Ich hasse ihn! Er ist doch der einzige Bruder meiner Mutter! Wie kann das sein?

Wisst ihr, ich denke, ich werde nach Mariupol zurückkehren. Und ich werde dort am selben Ort leben. Und ich werde immer, am selben Tag, in den Keller des neuen Hauses gehen und Blumen hinlegen."

Ich kann nicht verifizieren, ob dieser Bericht wahr ist, aber wenn ich andere Berichte in den Zeitungen lese, dann gibt es da eine hohe Wahrscheinlichkeit. Und solange so etwas geschieht, solange solche Berichte aus dem Kriegsgebiet dringen, gibt es keine Neutralität und da sind die Fragen zu Asow und zu dem Dreck, den hier nörgler und manhartsberg von sich geben, geradezu lächerlich: Wer sich zu solchen Verbrechen neutral verhält oder hier immer wieder mit dem Nato-Salms kommt (als ob die Nato Mariupol angegriffen hätte!) und die russischen Kriegsverbrechen kleinredet oder dazu schweigt, ist nicht neutral, sondern er ist Mittäter oder billigt zumindest solches implizit. "Sie wissen es nicht, aber sie tun es", um es mit Marx zu schreiben.

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Und kommt nicht wie bei Corona ins Notlazarett, sondern wird gleich erschossen. Beruhige Dich, wie kommst Du auf die Idee, ich würde Kriegsverbrechen kleinreden oder verschweigen wollen. Je länger Krieg, umso mehr Kriegsverbrechen. Hoffentlich funktioniert Deine nicht neutrale Lösung.

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"wie kommst Du auf die Idee, ich würde Kriegsverbrechen kleinreden" Genau das tust Du aber mit Deinem Stuß, den Du hier schreibst. Die Sache mit dem Notlazarett hast Du ersichtlich nicht verstanden.

Wie wohl denkst Du wird Putin die Ukraine verlassen? Da wäre ich nun mal doch an einer Antwort von Dir interessiert. Was ist Dein Vorschlag, diesen Krieg zu beenden?

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Naja, mit meinem Liebreiz werde ich ihn wohl kaum beeindrucken können, obwohl bei Fr. Kneissl hat es immerhin noch für Ohrringe gelangt..
Unangebrachter Scherz beiseite, aber warum sich nicht langsam die noch halbwegs vernünftigen Leute, die in ihren Ländern etwas zu sagen haben - müssen ja keine Regierungsvertreter sein - auf den Weg nach Moskau machen, verstehe ich nicht. Können doch nicht alle dem Milliardärswahnsinn anheimgefallen sein. Unser Bundeskanzler hätte aber eher daheimbleiben sollen. Für die gute Sache könnte mann und frau ja mal zu Kreuze kriechen. Dieses "bis zum letzten Ukrainer" ist doch etwas unfair. Fürchten sich alle vor dem langen Tisch? Wozu hat man denn diese ganzen Geistesgrößen so lange studieren lassen. Der Mann ist doch nicht uneitel und so eine gemischte Reisegruppe macht was her.

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Es hat ja Besuche genug gegeben.

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Wieweit man mit Putin verhandeln kann, haben die letzten vier Monate gezeigt. Scholz war zu Besuch, Macron war zu Besuch und der blutige Lurch hat sie beide nach Strich und Faden angelogen. Und gestern war der österreichische Kanzler Nehammer dort - natürlich ohne Erfolg. Und ebensowenig scheinen die Chinesen mit Xi irgendein Interesse an Verhandlungen zu haben. Was also sollte da noch bleiben?

"Dieses "bis zum letzten Ukrainer" ist doch etwas unfair."

Und deshalb eben, weil der blutige Lurch nicht aufhört, Menschen zu terrorisieren, kann man ihm nur mit jener Sprache begegnen, die er gut versteht. Es ist an Putin, den Krieg zu beenden. Auf Verhandlungen und Gespräche hat er nicht reagiert. Die Verhandlungen zwischen der Ukraine unnd Rußland kommen zu keinem Ergebnis.

"Der Militäreinsatz in der Ukraine werde "planmäßig" fortgesetzt, hat der russische Präsident Putin erklärt. "Unsere Aufgabe ist es, alle gesetzten Ziele zu erfüllen und zu erreichen und dabei die Verluste zu minimieren", sagte Putin bei einer Pressekonferenz mit dem belarusischen Staatschef Alexander Lukaschenko. "Und wir werden dabei gleichmäßig, ruhig und nach dem ursprünglich vom Generalstab vorgeschlagenen Plan vorgehen."" (Tagesschau)

Was soll da noch verhandelt werden?

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Und das ist die Antwort der Russen an die Ukrainer, wenn sie sich ergeben oder gefangennommen werden:

"Nach Sibirien und an den Polarkreis. Putin hat die Umsiedlung von fast 100 000 Ukrainern angeordnet."
"Der russische Präsident Wladimir Putin hat fast 100.000 ukrainische Flüchtlinge Tausende von Kilometern von ihrer Heimat entfernt in abgelegene Ecken Russlands, darunter Sibirien und jenseits des Polarkreises, geschickt, berichtet die britische Tageszeitung The Independent unter Berufung auf Kreml-Dokumente."
"Letzten Monat erließ Moskau einen Notbefehl zur Umsiedlung von 95.739 Menschen aus der Russischen Föderation, dem ukrainischen Donezk und Luhansk in eine Entfernung von fast 9.000 km von ihren Wohnorten", meldet die Zeitung. Seit dem Ausbruch des Krieges haben die Russen in großem Umfang Einwohner ukrainischer Städte entführt, gefangen gehalten, gefoltert und verhört."
(Gefunden bei Liane Bednarz auf Fb)
https://twitter.com/NewsweekPolska/status/1513922659783831558?

So etwas nennt sich Deportation. Kein Wunder, daß die Ukraine tapfer weiterkämpfen wird. Weil es nämlich um ihr nacktes Leben geht. Und jeder, der sich dazu neutral verhält oder in der Äquidistanz, wie teils auch bei den widerlichen Ostermarschierern in Hamburg (man lese nur ihren Aufruf), der muß sich direkt oder indirekt die russischen Verbrechen zurechnen lassen.

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Hier der Link zum Artikel im Independent:

Putin 'resettling Ukrainians 5,500 miles away in Siberia and far east Russia', report claims

People in Mariupol are being asked to sign papers claiming Ukrainian troops shelled their city

The decree stated that taking into account the current situation in Ukraine, the Russian federation approves the distribution of citizens to the ?constituent entities of the Russian Federation? and asked authorities to ?ensure the reception? of 95,739 people.

It included provisions to send 11,398 people to Siberia, 7,218 to the Far East and 7,023 to the North Caucasus, including other regions such as the heavily-militarised republics of Chechnya, Ingushetia and Dagestan.

Citing separate documents, the report added that people in the port city of Mariupol were being asked to sign papers that claimed Ukrainian troops shelled their city. The signatories were reportedly told they cannot return to Ukraine because they will face persecution.

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Ebenfalls im Independent:

The right decision: Putin defends noble invasion of Ukraine and vows more bloodshed

The Russian president used a speech to goad the west, promising that he would achieve his aims in Ukraine.

Its goals are absolutely clear and noble, he said. It?s clear that we didn't have a choice. It was the right decision. We have again returned to a dead-end situation for us.

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Man kennt das von Josif Wissarianowitsch Dschugaschwili...

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Arboretum: Kakerlaken kenne ich als kleine Nachtmusik in ägyptischen Hotels: Klakkerdiklakk rennen die nachts über die Betonflure.

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In diesem Zusammenhang: «Ein Nazi ist ein Ukrainer, der sich zuzugeben weigert, dass er Russe ist»

https://www.nzz.ch/meinung/snyder-ein-russisches-handbuch-zum-voelkermord-in-der-ukraine-ld.1678933

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Das triffts!

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Oder wie es in "Good Morning Vietnam" hieß:

"In jedem Schlitzauge steckt ein Amerikaner, der aus ihm herauswill."

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@ che: Ich sah die erste Kakerlake meines Lebens im Hotel in Leningrad. Es war eine Baby-Kakerlake, die in einer Ritze zwischen den Kacheln verschwand. Ich hatte noch nie eine leibhaftige Kakerlake gesehen, wusste aber sofort, dass das eine war. Fortan duschte ich im Rekordtempo und hielt immer schön Ausschau, ob sie wieder kommt. War aber immer noch besser als in der Suppe einige Jahre später in Moskau.

Dazwischen lag die Begegnung in einem griechischen Hotel auf Kos. Die Kakerlaken krabbelten nachts die Wände hoch und wir hörten sie dann herunterfallen. Stets hoffend, dass sie uns nicht ins Bett oder auf uns fallen.

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Einem Freund von mir ist in Rio in einem 5*-Hotel eine entgegen gekommen, als er den Kühlschrank öffnete.

Die Viecher sind unbesiegbar.

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Wir zitieren Al Bundy:

"Siehst Du diese Kakerlake? Nein diese! Äh nein, die andere. Egal."

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Sie sind übrigens nicht extrem resistent gegen Radioaktivität. Sie sind wie alle Insekten sehr viel resistenter als alle Wirbeltiere, weil sie einen dichten Panzer und eine kleine Körperoberfläche haben.

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@ willy56: In Brasilien gibt es Kakerlakenarten, die können fliegen. Wie eine Studienfreundin von mir dort zu ihrem Leidwesen herausfand. Ihr sind außerdem welche auf der Straße das Hosenbein hochgekrabbelt.

Und es soll dort auch im Urwald welche geben, die werden so groß wie Ratten, stand in dem oben erwähnten Zeitschriftenartikel. Außerdem gibt es dem Artikel zufolge schätzungsweise 5.000 Kakerlakenarten, die noch gar nicht benannt worden sind.

In Moskau, wo es zu sowjetischen Zeiten nur selten Stöpsel für die Badewanne gab, legten die Leute den Duschkopf in die Wanne und ließen das Wasser laufen, um zu verhindern, dass die Kakerlaken durch den Abfluss hochkommen. Wasser kostete damals nicht viel.

Meine russische Liebe sagte, es seien die Amerikanischen Großschaben, die es in Moskau zahlreich gab. Die mögen es zwar eigentlich lieber warm, aber in sowjetischen Wohnungen war es im Winter ziemlich heiß. Die Heizungsthermostate ließen sich nicht gescheit regeln, es ging meist nur warm oder kalt. Wenn es zu warm im Zimmer wurde, riss man halt das Fenster auf (und ließ die Heizung weiterlaufen).

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Ich habe gehört, dass die Russen ihre Wohnungen auf 25 Grad hochheizen und dann im Schlafanzug rumlaufen. Scheint ja was dran zu sein.

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Das kann ich nicht beurteilen, ich weiß auch nicht, wie teuer Energie und Wasser dort heutzutage ist. In der Sowjetunion gingen die Leute, die ich kannte oder bei denen ich zu Besuch war, recht verschwenderisch damit um, weil es quasi nichts kostete. Galt auch für Brot, das war subventioniert.

1990, erst recht im Hungerwinter, als es nichts mehr zu kaufen gab, warf bestimmt keiner Brot weg, nur weil es bereits einen Tag alt war.

In der Sowjetunion hatten die Leute auch keinen Einfluss auf Beginn und Ende der Heizperiode. Das lief alles über Fernwärme und richtete sich stur nach dem Kalender, nicht nach der Außentemperatur. Wenn es schon vorher kalt war, froren die Leute halt, wenn es früher draußen wärmer wurde, rissen sie eben die Fenster auf. Das fanden meine russischen Freunde reichlich verrückt. Was da eine Energie verschwendet wurde, nur weil es keine vernünftigen Heizungsthermostate gab.

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Die Probleme meiner russischen Kunden
Ich habe regelmäßig folgendes Problem mit russischen Kunden: Die fahren im Winter in den Skiurlaub und lassen ihr Einfamilienhaus unbeheizt, stellen auch keinen Frostwächter an, und dann gibt es einen Wasserrohrbruch wegen Frost. Das passiert bei denen mehrere Jahre in Folge, und dann kündigt denen ihre Wohngebäudeversicherung. Bei ihnen zuhause gibt es Fernwärme, und die Wasserrohre verlaufen parallel zu den Fermwärmeleitungen, sodass das Problem dort nicht existiert.

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sibelius, Mittwoch, 13. April 2022, 20:19
che es gibt vollpfosten nicht nur da
die erklärung das die wände heizen versteht keine sau
da kannst du erzählen wie du willst: fenster auf kippe ist einfach nur scheisse weil dann die wände auskühlen
es wird nicht verstanden
offene haustüren zum kakeln und sonstwas völlig üblich

lüften mit gegenlüftung erntet einen verständnislosen blick
das is von ihren eltern noch drinne mit dünnen wänden keine fussbodenheizung

sie begreifen es nicht
wir könnten locker 20-25% erdgas bundesweit für die hütte einsparen

dann haben wir noch teilweise seltsame dämmung im dach bei neuen häusern: schnee taut auf
man glaubt seinen augen nicht zu trauen
wer hat da rummgefuscht?

die einfachsten dinge die fast nichts kosten sind wichtiger als die pompöseste heizungsinvestition zum bella figura machen

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Du sagst es. Ich habe ja selbst schon Energieberatungen für meine Kunden organisiert, es war erschreckend, was die alles nicht wussten. Auch in umgekehrter Hinsicht: Da gab jemand über 100.000 Euro aus um seine Fassade wärmezudämmen - 80 cm Backsteinwände. Da muss überhaupt nichts mehr gedämmt werden, höchstens an Wärmebrücken. Jetzt kommt ja die Erhebung der Häuser für die neue Grundsteuer. Bin schon sehr gespannt, was mir meine Kunden da so erzählen werden.

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Apropos Kakerlaken - Francis Scarr macht auf eine weitere Perle russischer TV-Propaganda aufmerksam:

Retired Russian military intelligence officer Rustem Klupov says the West is waging a war aimed at killing off the Russian genotype, and illustrates his point with a bizarre analogy involving cockroaches (with subs)

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... comment
 
Eine ausführliche Analyse und eine profunde Sicht auf Putins Doppelspiel mit dem Westen, von Anfang seiner Amtszeit bis in die Gegenwart, auch im Blick auf Putins angebliche Aussöhnung mit dem Westen liefert Manfred Quiring in:

Putins Mimikry
Hat sich die deutsche Öffentlichkeit in Wladimir Putin getäuscht? Oder täuschen lassen? Auch der Bundespräsident gesteht inzwischen Fehler ein. Eine Spurensuche des Berliner Publizisten und langjährigen Moskau-Korrespondenten
https://www.bpb.de/themen/deutschlandarchiv/507240/putins-mimikry/?


"Geradezu höhnisch hielt Sergej Karaganow, Ehrenvorsitzender des russischen Rates für Außen- und Verteidigungspolitik, dem Westen 25 Jahre nach dem Zusammenbruch der UdSSR seine Blauäugigkeit vor. Karaganow, der den Kreml in außenpolitischen Fragen beriet, sah zwar mehrere Faktoren, die für die Krise in den Beziehungen zwischen Russland und dem Westen verantwortlich sind. Doch der für ihn erste und wichtigste »besteht darin, dass der Westen glaubte, er habe in den 1990er Jahren gesiegt, und dass das für immer so bleibe«.

Russland, so darf dieser Karaganow-Satz interpretiert werden, hatte nie die Absicht, den Status quo nach dem Abzug seiner Streitkräfte aus Osteuropa zu akzeptieren. Denn das hätte bedeutet, die Souveränität der osteuropäischen Staaten und der ehemaligen Sowjetrepubliken und damit deren Gleichwertigkeit anzuerkennen. Dazu konnte Moskau sich indes mit Blick auf seine Großmachtambitionen nie durchringen.

Stattdessen warteten der Kreml und seine Eliten auf einen günstigen Zeitpunkt zu einem »Roll-back«, während man sich permanent darüber beklagte, betrogen worden zu sein. Man tat ganz offensichtlich nur so, als wolle man die Integration in den Westen. Wer aller-dings in den 1990er Jahren die Gelegenheit hatte, vertraulich mit russischen Militärs oder Diplomaten zu sprechen, hörte sie schon damals von einer »peredyschka« wispern, von einer »Atempause«, die sich das Land genehmige, um dann gestärkt aufzubrechen zu neuen Taten, gen Westen versteht sich.
Die Fabel von dem in die Ecke gedrängten, erniedrigten Russland schließt auch die Mär vom Demokraten Putin ein. Doch der war nie ein Demokrat, spielte die Rolle indes zeitweilig recht überzeugend. In den 1990er Jahren in Leningrad, das dann in St. Petersburg zurückbenannt wurde, hatte er oder wohl eher seine Befehlsgeber nach seiner Rückkehr aus der gerade zusammengebrochenen DDR den richtigen Riecher. Er meldete sich beim Dekan der Universität, dem späteren Oberbürgermeister Anatoli Sobtschak, bot seine Dienste an und verschwieg auch seine Herkunft nicht. [...]

Die weit verbreitete Annahme, Putin habe sich erst nach und nach unter dem Eindruck eines aggressiven Verhaltens des Westens, insbesondere der Nato, von einem Reformer zu einem Hardliner gewandelt, hält den historischen Fakten nicht stand. Es ist zu vermuten, dass Putin schon damals, als er sich Sobtschak andiente, einen Auftrag des noch existierenden KGB ausführte. Anfang 2000 wurde nämlich bekannt, dass Putin nach seinem offiziellen Ausscheiden aus dem Dienst weiterhin der sogenannten »aktiven Reserve« des Geheimdienstes angehörte. Das geflügelte Wort »Einmal Spion, immer Spion« hat in Russland einen besonders realistischen Klang. Die »aktive Reserve« des KGB durchzog die gesamte Gesellschaft. Dabei handelte es sich um die unzähligen und wohl auch nie gezählten KGB-Agenten, die in alle zivilen Institutionen der UdSSR eingeschleust worden waren.

Trotzdem, oder deswegen, konnten Sobtschak und Putin gut miteinander. »Die beiden teilten eine gemeinsame Abneigung gegen demokratische Abläufe, aber Anfang der neunziger Jahre war eine nach außen zur Schau getragene Treue zu demokratischen Grundsätzen der Preis für das Ergattern von staatlichen Ämtern ? und damit für ein angenehmes Leben«, wie Masha Gessen in ihrem 2012 erschienenen Enthüllungsbuch »Der Mann ohne Gesicht« über Putin schildert."

Geopolitik ist das Wort der Stunde, und wenn man diesen Artikel liest, kommt Erschreckendes zutage. Und ein weiterer Punkt kommt noch hinzu: Putin hat nicht etwa Angst, daß in Rußland die Demokratie Einzug halten könnte, davon ist dieses Land meilenweit entfernt, zumal weil es in dem Land keinerlei freie und unabhängige Medien mehr gibt und Putins Propaganda im Volk bestens verfängt. Sondern seine Furcht sind Länder an Rußlands Grenzen, die demokratische Strukturen entwickeln, wie eben die Ukraine, Georgien oder wie die Proteste in Belarus, die auf den Sturz der Diktatur hinauswollen.

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"Die Ukrainer, die Hitler jubelnd empfingen und sich im andiensten oder die sich an Pogromen an Juden beteiligten oder auch jene faschistischen Ukrainer auf dem Maidan sind damit dann sicherlich nicht gemeint. Und auf genau diesen in der Ukraine herrschenden Nationalismus in einem schlechten Sinne spielte ich an. (Daß es auch friedlichen Protest und solche Leute gibt, die ein freies Land wünschen, schließt diese Perspektive nicht aus.)

In einer Region, wo unterschiedliche Gruppen leben, ist solche Einigung schwierig. Selbst freie Wahlen sind kein Garant, wenn diese Wahlen nicht garantieren, daß es absolut und unverrückbar geltende Minderheitenrechte gibt. Wie eben in Südtiro, wo alles (mindestens) zweisprachig, wenn nicht dreisprachig ist. Und ches Beispiel von Georgien und auch die Ereignisse im zerfallenden Jugoslawien Anfang der 1990er, Ende der 80er Jahre - und zwar von allen Seiten, auch von Muslimen und Kroaten und nicht nur von Serben, wie man gerne darstellt, um dann die Massaker der Kroaten unter den Tisch zu kehren - zeigen, welche Probleme in solcher Nationenbildung lauern.

In diesem Sinne ist also viel Verhandlung erforderlich, um Nachfolgeprobleme zu umgehen, wie es sie etwa in der Sache Israel gibt und auch mit der Ukraine."

"Avantgarde, es geht nicht um die Glorifierung Putins und von wem Putin gemocht wird, spielt dabei keine Rolle - ukrainische Faschisten werden auch von der Grünen-Abgeordneten Marieluise Beck gemocht (auch Nato-Beck genannt um noch das höfliche Schimpfwort zu gebrauchen) oder zumindest regelmäßig beschwiegen -, sondern hier ging es um eine realistische Einschätzung. Putin ist ein Machtmensch, Putin ist für den Westen berechenbar und er ist im Handeln rational. Und das kommt auch dem Westen zugute. Anders als Bush und Obama hat Putin den Mittleren Osten nicht destabilisiert und in ein Pulverfaß verwandelt. Putin hatte dem Westen Angebote zur Kooperation gemacht. Der Nörgler nannte und schrieb das alles hier auf. Die EU ging darauf nicht ein. Böse Zungen behaupten, daß die EU tief im Arschloch der USA steckten."

Im Mai 2020 warst Du,was Verhandlungen betrifft, etwas aufgeschlossener.

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@manhartsberg: Ja, das war der Mai 2020. Und auch Du wirst sicherlich den Unterschied zwischen dem Mai 2020 und Sommer 2021 bemerkt haben und dann noch den Unterschied zwischen dem Mai 2020 und dem Februar 2022. Es war dies eine naive Sicht, die Putins Aggression in Tschetschenien, in Georgien, in Syren und dann auf der Krim und im Donbass beseite schob oder rationalisierte, wie all die Leute auch, die das Projekt Nord Stream II vorantrieben. (Hier wäre wegen Korruption und auch von Schwesigs Rolle in den Rußlandgeschäften ein Untersuchungsausschuß erforderlich.)

Inzwischen jedoch, nach 2022, hat sich vieles geändert und wie Du vielleicht mitbekommen hast, hat Putin im Sommer 2021 jene Rede zum Dritten Imperium gehalten und einige Monate später dann die Ukraine überfallen. Und vor allem startete Putin einen brutalen Angriffskrieg wie ihn Europa nach 1939 nicht gesehen hat - auch die Kriege in Jugoslawien sind anderer Natur. Dazu kommen Kriegsverbrechen, wie sie auf diesem Territorium zuletzt Hitlers Wehrmacht und die SS verübt haben. All das macht eine völlig andere Einschätzung erforderlich, und da ist keinerlei Raum noch für irgendein Appeasement.

Die NATO und die USA (damals noch unter Trump) sind kein Wohltätigkeitsverein. Aber in einem Angriffskrieg sind sie die einzige Option, um diesen Krieg zu gewinnen. Oder willst Du mit Plastikgewehren von Spiele-Max und mit Platzpatronen diesen Krieg gewinnen oder aufhalten gar? Durch Wort läßt sich der blutige Lurch nicht stoppen.

Leute wie Avantgarde habe diese Dinge damals schon deutlich hellsichtiger gesehen.

Auf Facebook schrieb ein Mario Schattney am 23.3.2022: "Sehr geehrte Frau Beck, am Rande: ich sah Sie heute zufällig (Reinhardt-Straße) und möchte das zum Anlass nehmen, auf diesen Weg mal Abbitte zu leisten. Ich hielt sie viele Jahre irrtümlich für eine Scharfmacherin ??? aber der plumpe Überfall auf die Ukraine hat gezeigt, dass Sie (und nicht wir "Putin-Versteher") richtig lagen ... mit freundlichen Grüßen"

Dem kann ich mich nur anschließen. Wir haben uns blind gemacht. Und wer wissen wollte, der hätte schon lange, lange wissen können. Durch die zahlreichen Artikel in der ZEIT, durch Michel Eltchaninoff: In Putins Kopf. Die Philosophie eines lupenreinen Demokraten (2016)

Durch Masha Gessen: Der Mann ohne Gesicht. Wladimir Putin - Eine Enthüllung, Piper Verlag 2013

Durch Manfred Quiring: Putins russische Welt. Wie der Kreml Europa spaltet Ch. Links Verlag, Berlin 2017

All das habe ich viel zu spät erst registriert; und all diese Dinge über Putin hätte ich wissen müsssen und da hilft auch nicht die Entschuldigung, daß Putins alte KGB-Schule eben "Täuschen, Tricksen, Lügen" heißt. Zumal nicht bei Politikern. Und es war ein Riesenirrtum, daß man mit Putin verhandeln könnte. Mit Putin war nicht zu verhandeln. Das haben auch die "Verhandlungen" und Gespräche zur Steinmeier-Formel und zu Minsk II gezeigt. Allein daß Rußland in der Donbass-Sache sich als Vermittler und nicht als Kriegspartei darstellte, war eine Farce. Und mein Irrglaube lag darin, daß man mit Putin irgendwie umgehen könnte. Wer handelt, führt keine Kriege. Diese basalen Grundsatz der friedlichen Koexistenz wurde spätestens 2022 über den Haufen geworfen. Deutschland hat sich, entgegen dem Rat der USA und anderer Länder, in die Abhängigkeit von russischem Gas begeben. Daran waren SPD und CDU gleichermaßen beteiligt. Die Grünen hatten lange schon gewarnt und Habeck hat bereits im Sommer 2021 für Waffenlieferungen in die Ukraine plädiert, was hellsichtig und klug war.

Die Ukraine ist kein Musterländle, es gibt dort Nazis - wie in Rußland auch und dort nicht zu knapp und wie auch in Deutschland. Aber im Falle eines Angriffskrieges spielt diese Frage nach einem problematischen Staat keine Rolle mehr. So wie auch Polen 1939 keine Vorzeigedemokratie war und die Briten eine Teils blutige Kolonialmacht und die USA waren ein Land der Rassentrennung und als Höhepunkt dann die Sowjetunion, die als Dikatur in ihren Gewaltorgien Hitler in nichts nachstand - einziger Unterschied: die systematische Ermordung der Juden, das brachte nicht einmal Stalins Antisemitismus zuwege. Dennoch spielen all diese Dinge nach dem Deutschen Angriffskrieg keine oder nur noch eine höchst untergeordnete Rolle.

Nach einem Angriffskrieg sieht alles anders aus. Und aus diesem Grunde gibt es nur die Sprache der Waffen oder eben daß Putin sich auf die Linien von 2013 zurückzieht und diesen Krieg beendet. Das tut er aber nicht.

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Und wenn Du, manhartsberg, gegen den Einsatz von Militär bist und gegen massive Waffenlieferungen in die Ukraine, dann wirst auch Du hier eine Antwort liefern müssen, wie Du diesen Krieg zu stoppen gedenkst. Von Friedenskonvois der Friedensbewegung nach Moskau oder nach Mariupol oder nach Charkiw ist mir bisher nichts bekannt, sofern hier jemand auf zivilen Widerstand sich berufen will.

Und ebenso sind die russischen Kriegsverbrechen offensichtlich und auch die russischen Greultaten, die Bombardierung von Krankenhäusern und Wohngebieten. Und nein: In diesen Fragen eines Angriffskrieges gibt es keine unterschiedlichen Einschätzungen, daß man diese Dinge so, aber auch anders sehen könne. Und bei solchen Kriegen haben auch die alten Slogans der Friedensbewegúng ausgedient. Solche Proteste haben in Moskau oder in St. Petersburg oder Wladiwostok einen Sinn, aber nicht in Berlin, Stuttgart, Hamburg oder Frankfurt.

Insofern verweise ich hier auch nochmal auf meine Reportage zu dieser widerlichen "Friedens"-Demo in Berlin: "Ostermarsch: Denken im Arsch":

https://bersarin.wordpress.com/2022/04/16/ostermarsch-denken-im-arsch/

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Was im übrigen die Verhandlungen betrifft: Dazu ist Putin nicht bereit. Und wenn manche Ende Feburar 2022 noch dachten, es wäre sinnvoll zu verhandeln, so sieht die Sache nach den ans Licht gekommenen Kriegsverbrechen der russischen Soldateska inzwischen völlig anders aus. Mit einem Kriegsverbrecher läßt sich nur schwer verhandeln. Man wird es vermutlich müssen, aber es wird, solange Putin an der Macht ist, keine wirkliche Verständigung geben können. Wir sehen also: Politik und Möglichkeiten des Handelns richten sich immer nach den Umständen. Und sie setzen Politiker voraus, die gewillt sind zu verhandeln. Dies war bei Hitler 1938/39 nicht der Fall und dies ist bei Putin 2022 nicht der Fall und war es im Grunde auch schon 2014 nicht. Das war mein großer Irrtum und das war auch der Irrtum von Leuten wie Steinmeier und der Bundesregierung unter Merkel. Putin spielte auf Zeit und Putin ging es kontinuierlich darum, seine Agenda durchzusetzen. Freie Bündniswahl und die freie Wahl sich zwischen Systemen entscheiden zu können, hat Putin nie interessiert. Er fürchtete sich auch weniger vor Demokratie im eigenen Land, denn mit seinen Staatsmedien und einer gut geölten Propagandamachinierie muß er im eigenen Land sich nicht sorgen, sondern was ihn beunruhigt, sind Demokratien an seinen Landesgrenzen. Und genau deshalb ist ihm die Ukraine ein Dorn im Auge, weil sich dort eine Zivilgesellschaft entwickelt, die auch gegen die Korruption im eigenen Land aufzubegehren beginnt.

Verloren hat Putin aber so oder so. Die NATO wird demnächst vermutlich zwei neue Mitglieder haben. Auch im Blick auf die NATO und die USA haben sich viele Einschätzungen verändert. Die Welt vor 2022 ist eine andere als die Welt nach dem 24. Februar 2022. Und ich denke, daß dagegen der 11. September 2001 eine Kleinigkeit war. Mit Epochenzäsuren sollte man vorsichtig sein, aber solange Putin in Rußland Diktator bleibt, solange wird es mit Rußland keine Kooperation, keinen Handel im größeren Stil, keinen Sport und keine Kultur mehr geben.

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Auf der anderen Seite hat mir die Haltung des Asow-Regiments und die Haltung Selenkys sehr viel von "Wanderer, kommst Du nach Sparta", und die Frage, ob die Zivilisten in dem Stahlwerk von den Asows beschützt oder aber als menschliche Schutzschilde missbraucht werden erscheint mir zumindest offen.


Was keines der bisherigen entsetzlichen
Kriegsverbrechen der Russen in irgendeiner Weise relativiert.

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Die Frage ist, ob die Zivilisten dort freiwilllig sind oder nicht. Ich hatte im Tagesspiegel den Bericht über eine Ärztin gelesen, die freiwillig dort die Menschen versorgt. Bei vielen anderen Zivilisten ist es zudem die Frage, ob sie nicht eher deshalb bleiben, weil sie den Russen noch weniger trauen als den Asow-Leuten - was ich nach den Ereignissen in Butscha und andernorts gut nachvollziehen kann.

"Zudem sollen sich nach ukrainischen Angaben noch zwischen 1000 und 2000 Zivilisten, darunter auch Kinder, in dem Stahlwerk Asowstal befinden. Die Menschen hätten sich dort vor Beschuss während der wochenlangen Belagerung der Stadt durch das russische Militär versteckt, sagte der Chef der Streifenpolizei von Mariupol, Michajlo Werschinin, in der Nacht zum Montag dem Lokalfernsehen. ?Sie trauen den Russen nicht. Sie sehen, was in der Stadt vor sich geht, und bleiben deswegen auf dem Werksgelände?, sagte er.
Die ?New York Times? zitierte am Montag Pjotr Andrjuschtschenko, einen Berater des Bürgermeisters von Mariupol, der angab, dass sich etwa 2000 Zivilisten zusammen mit einer unbestimmten Anzahl an Soldaten in dem Stahlwerk und dem Tunnelnetz darunter befänden. ?Diese Menschen wollten vermeiden, vertrieben oder deportiert zu werden und haben deshalb bei unseren Truppen im Keller des Werks Schutz gefunden?, so Andrjuschtschenko."

https://plus.tagesspiegel.de/politik/dramatische-lage-in-mariupol-wer-sind-die-letzten-ukrainer-die-sich-im-stahlwerk-asowstal-verschanzt-haben-458736.html

Am Ende werden wir unabhängige Berichte nur erhalten, wenn das Rote Kreuz oder eine andere neutrale Organisation vor Ort wäre und die Evakuierung der Menschen organisiert. Eine solche durch Russen: das wäre in etwa, als wollte man das Warschauer Ghetto durch die Wehrmacht evakuieren.

Ausgehandelt werden müßte eine Feuerpause und die Evakuierung der Menschen durch das Rote Kreuz. Alles andere erscheint mir sinnlos.

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Verhandlungen auf der Grundlage: Die Ukraine erkennt die russische Herrschaft über die Krim und die "Volksrepubliken" Donezk und Luhansk an und die russische Armee zieht sich voillständig aus der übrigen Ukraine zurück erscheinen mir jedenfalls als die einzig mögliche Lösung.

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Tja, das dürfte am Ende davon abhängen, wer in diesem Krieg siegreich ist, indem hinreichend viel Gebiet erobert wird und wie weit die Russen kommen oder wie weit sie zurückgeschlagen werden. Prognosen sind in solchen Dingen eh schwierig. Denkbar wäre ebenso eine intakte Ukraine mit Autonomiestatus für die Ostgebiete. Die Errichtung der "Volksrepubliken" wird über kurz oder lang nur eine Abtretung der Gebiete an Rußland bedeuten.

Schwierig zu sagen, was passieren wird. Und dann steht noch die Frage nach der Krim im Raum. Wenn alles so wie vorher bleibt, dann ist im Grunde das Pulver für den nächsten Konflikt schon gelegt. Aber all das hängt eben davon ab, wie weit die Russen kommen. Oder eben: nicht kommen.

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lernstein, Mittwoch, 20. April 2022, 20:53
was die schröder-gang mit mützenich espen gabriel und scholz abzieht

wir sind die lachnummer europas
geben der Ukraine milliarden in die hand damit sie waffen kaufen können
bewilligen diese aber nicht weil es zu schwere waffen wären

nach dem motto:
mit einer Milliarde euro kann man 82 Millionen langbögen kaufen

wir haben die ukraine aufgerüstet
jeder Einwohner ob kind oder kegel hat 2 langbögen wie im mittelalter wider russische artillerie

trete zurück scholz
du bist die grösste scheissfresse der verlogenheit!
ein konspirativer putinist

die koalition ist am ende:
das parlament soll entscheiden
mit breiter mehrheit
und danach ein misstrauensvotum
und weg mit dem kerl

wir haben eine parlamentsarmee keine putin oder scholz-armee
und das sagen hat keine verteidigungsministerin schröderischer tradition
sondern der verteidigungsausschuss
mit zustimmung des parlaments

es lebe die ukraine!
scholz steck dir den englischen langbogen in den arsch!

(so ein statement erquickt sicherlich den melnyk
leider muss ich konstatieren das diese gestalt nicht unbedingt ein ruhm der ukraine ist
ich halte mich als zitterwolf eher an die klischko-brüder wo von natur aus zitterwölfisch sind
aber trotz ihrer sogenannten primitiven art worunter ja boxen verstanden wird ein wesentlich diplomatischeres sachkundigeres und feinfühliges verhalten zu erkennen ist)

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Stahlwerk
Möglicherweise erschien den Zivilisten das Stahlwerk sicherer als das eigene Zuhause, da das Werk über unterirdische Gänge / Ebenen verfügen soll. Was ehemaligen Beschäftigten und deren Angehörigen bekannt sein dürfte. Ich habe keine Ahnung, ob es in Mariupol eine U-Bahn gibt, aber ich gehe davon aus, dass es im Werk mehr Toiletten gibt als in einer U-Bahnstation. Und Toiletten sind bei größeren Menschenansammlungen auch nicht ganz unwichtig. Zumindest zu Beginn der Belagerung der Stadt dürften die Wasserspülungen dort noch funktioniert haben.

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Huch, angeblich Panzer in Polen verschwunden
100 Modernized T-72 Tanks Reportedly Vanish, as Thieves Just Drive Off With Them

Nach den Sommerferien will die polnische Polizei den Diebstahl aufklären, heißt es. Vor Anfang September wird das also nix.

Außerdem hat noch jemand gebrauchte Ersatzteile für MiGs hinter dem Sofa gefunden, so dass die Ukraine mehr als 20 Kampfjets wieder flugfähig machen konnte.

Die USA kauften vor 25 Jahren übrigens mal etliche MiGs-29 von Moldawien, nachdem der Iran an denen großes Interesse gezeigt hatte.

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Im Land der Autoklauer wundert das nicht ;-)

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lernstein: "leider muss ich konstatieren das diese gestalt nicht unbedingt ein ruhm der ukraine ist"
https://www.heise.de/tp/features/Massive-Kritik-an-ukrainischem-Botschafter-Melnyk-aber-keine-Konsequenzen-7160834.html

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Das ukrainische Außenministerium hat zu Melnyks Äußerungen bereits Stellung genommen und darauf verwiesen, dass es sich um dessen Privatmeinung handelt.

Forscher zu Stepan Bandera:
Er war ein Faschist, ideologisch ähnelte er Adolf Hitler

Der polnische Historiker Grzegorz Rossoliński-Liebe klärt nach Melnyk-Interview über Bandera, seine Verantwortung für die Massenmorde und die mangelnde Reflexion auf.

Lesenswert auch die Erläuterungen der Osteuropa-Historikerin Franziska Davies.

Nachtrag: Alice Botas Gedanken zu Stepan Bandera sind ebenfalls lesenswert:

Ich habe Diskussionen um Bandera seit dem offenen russischen Angriffskrieg am 24.2 vermieden. Jetzt schien mir nicht die Zeit für erinnerungspolitische Debatten. Zu Bandera habe ich eine klare Haltung &auch den Besuch von Herrn Melnyk an Banderas Grab vor Jahren kritisiert. (2/x)

Ansonsten hielt ich es wie die Mehrheit der polnischen Gesellschaft, für die Bandera keine ambivalente, sondern eine brutal eindeutige Figur ist. Aber diese Debatte spielt aktuell in Polen keine Rolle. Man weiß Prioritäten derzeit richtig zu setzen. Anders in Deutschland. (3/x)


Es ist ein längerer Thread, man sollte ihn komplett lesen.

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Was Melnyk von sich gibt, wird in der Diplomatensprache als "nicht hilfreich" bezeichnet. Die Narrenfreiheit, die er immer noch genießt, ist es auch nicht.

Vielleicht werden ja nun Einladungen in Talkshows zurückgefahren.

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Erst die dreizehnte Erwähnung von Adolf-geht-immer Hitler in 146 Beiträgen. Bisschen schwach. Nazi kommt 110 mal vor (schon besser!).

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@ avantgarde: Nein, das ist sie sicherlich nicht. Das Statement des Außenministeriums klang für mich auch wie ein Warnschuss vor den Bug Melnyks. Er ist nun seit gut 6 1/2 Jahren Botschafter in Deutschland - vielleicht wäre es an der Zeit für einen Wechsel.

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Ukrainischer Botschafter Melnyk soll Deutschland verlassen

Nachtrag: Jetzt geht es doch deutlich schneller, nicht erst im Herbst. Ein lesenswerter Kommentar von Denis Trubetskoy:

Die Abberufung ist richtig - und eine Chance

Der Journalist Trubetskoy stammt aus Sewastopol, von dort musste er 2014 fliehen. Seine Erstsprache ist übrigens Russisch. Er lebt in Kyiv und ist meines Wissens 29 Jahre alt.

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Es erleichtert mich, dass er aus Deutschland verschwindet, umso beunruhigender finde ich, dass der Stellvertretender Außenminister werden soll. Auch wenn die "Entnazifizierung" der Ukraine ein apologetischer Narrativ zur Begründung der russischen Aggression ist, so ist doch Einiges faui im Staat Ukraine, das derzeit im Solidaritätsgebrüll untergeht. Der Bandera-Kult ist leider sehr verbreitet. Es müssen Leute nicht aktuell Faschisten genannt werden, die sich aus einem verqueren Geschichtsverständnis auf Faschisten berufen, ich hatte das schon einmal mit dem Peronismus verglichen. Dass die Ukraine zumindest bis zur Wahl Zelenskys ein failed state war ist ein anderes Thema.

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Nicht ganz. Monika Maron brachte diese Umstände perfekt auf den Punkt:

"Ja, die Ukraine leidet an der Korruption im Land, und dass Selenski sie in den drei Jahren seiner Präsidentschaft nicht so erfolgreich bekämpft hat, wie er es seinen Wählern versprochen hatte, wurde ihm vorgeworfen. Als die Ukraine 1991 in die Unabhängigkeit entlassen wurde, war sie geprägt von siebzig Jahren Sowjetherrschaft und den chaotischen Zuständen bei deren Auflösung. Als die DDR aufhörte, als Staat zu existieren, wurden die belasteten Richter, Hochschullehrer und Staatsangestellten rigoros entlassen und durch Westdeutsche ersetzt.

Die Ukraine und alle anderen Ostblockstaaten mussten mit dem Personal weiterarbeiten, das sie hatten. So wie Deutschland nach 1945, als alte Nazis oft erst nach Jahren oder auch nie aus ihren Ämtern geworfen wurden. Das sowjetische System und auch das neue Russland wirkten noch lange in die Selbstfindung der unabhängigen Ukraine hinein.

Woher kommen also die Lust und die Häme, ausgerechnet der gerade einem verbrecherischen Überfall trotzenden Ukraine vorzuwerfen, was man ebenso den EU-Mitgliedern Bulgarien, Rumänien und Italien vorwerfen könnte? Ist es die Sorge um den eigenen Wohlstand oder deutsche Arroganz oder nur die Flucht in die Verantwortungslosigkeit? Oder beschämt diese pöbelnden Zeitgenossen vielleicht der Mut der um ihre Freiheit kämpfenden Männer und Frauen?"

(Maron, Alle reden vom Frieden)

https://www.nzz.ch/feuilleton/monika-maron-der-preis-fuer-den-frieden-ld.1680388?

Hinzu kommt: Neonazistische, rechtsextremistische und faschistische Bewegungen gab und gibt es in Europa schon lange und vor allem inzwischen auch in Rußland. Insofern ist das nicht nur auf die Ukraine zu fokusieren.

"Solidaritätsgebrüll" ist freilich im Blick auf die Ukraine ein uangemessener Begriff. Solidarität wurde im übrigen auch solchen deutlich blutigeren "Freiheits"bewegungen wie dem Vietcong entgegengebracht. Und auch da würdest Du sichlich nicht von Solidaritätsgebrüll sprechen wollen.

Daß die Ukraine nicht der perfekte Modellstaat ist (welcher Staat ist es schon?) gibt niemandem das Recht, diesen Staat zu delegitimieren. Geschweige ihn anzugreifen. Insofern scheinen mir hier Marons Einordnungen sinnvoll und hilfreich. Zumal eben die Ukraine seit Jahrzehnten und spätestens seit der Orangen Revolution erheblichen Bedrohungen und Manipulationen Putins ausgesetzt ist. Diese sehr heterogene Gemengelage ist immer im Blick zu behalten. Auch hinsichtlich solcher üblen Gestalten wie Bandera. Gerade hier ist eben auch in der ukrainischen Gesellschaft Aufklärung nötig. Und wie lange hat es in Deutschland Ost wie West gedauert, bis eine angemessene Aufarbeitung der NS-Zeit anfing?

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Ich würde hier nicht von Lust und Häme sprechen, sondern von Genauigkeit in der Beobachtung und kritischer Sichtweise. Es zielt ja nicht auf Delegitimation der ukrainischen Selbstverteidigung ab. Aber eben auch nicht auf eine bedingungslose Solidarität, die Widersprüche einfach einebnet.

Dass der Nach-Maidan-Übergangspremier Arsenij Jazenjuk davon sprach, Deutsche und Ukrainer eine die Erfahrung, was es heiße, von der russischen Armee angegriffen zu werden - bezogen auf 1943-45 - oder dass Nordstream 2 unter anderem deswegen gebaut wurde, weil ukrainische Oligarchen von der Gaspipeline die durch die Ukraine führt an 15 Stellen Gas abzapften, was zu einem Druckabfall führte, der die Versorgungssicherheit für Deutschland und Ungarn in Frage stellte, das sind Details in der Vorgeschichte, die mitbedacht gehören. In dieser Vorgeschichte waren keineswegs immer die Russen die Bösen und die Ukrainer die Guten. Dass der Putinismus zum jetzigen Zeitpunkt sich als offen terroristischer Faschismus zeigt wird hierdurch nicht relativiert.

Ich nehme die mediale Berichterstattung zum Ukraine-Konflikt so wahr, dass der weit überwiegende Teil der Mainstreammedien (Spiegel Papierausgabe ausgenommen) einseitig proukrainisch berichtet, während fast die Gesamtheit der "alternativen Onlineportale" von Nachblökseiten bis Achse des Guten billige Pro-Putin-Propaganda abliefert.

Eine ausgewogene und kritische Berichterstattung tut Not.

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Ein Wort wie Solidaritätsgebrüll ist nur leider nicht dazu angetan Genauigkeit in der Beobachtung zu liefern.

Und im Blick auf die Ukraine bitte ich nochmals freundlich die Analyse von Monika Maron zu beachten. Da hast Du nämlich eine ausgewogene Analyse, die die Schwächen der Ukraine benennt, aber auch deren Schwierigkeiten. Beides gehört nämlich in einer genauen, gründlichen und dialektischen Analyse zusammen.

Und wenn wir genau sein wollen, dann müssen wir auch die erheblichen Verquickungen deutscher Politiker in russische Interessen uns betrachten, vor allem bei der SPD, wenn wir an Gerhard Schröder, an Manuela Schwesig und an Matthias Platzeck denken. Diese Abhängigkeit von Rußland und wie es dazu kam, muß man mit im Blick haben und hier wären in der Tat ein Untersuchungsausschuß des Bundestages angebracht, wie Deutschland, trotz erheblicher Warnungen von Experten und vor allem seit der Annexion der Krim und der Intervention Putins im Donbass dennoch ein Projekt wie Nord Stream II abnicken konnte.

In einem derartigen brutalen Angriffskrieg wie ihn Rußland führt, geraten manche Kritikpunkte zur Nebensache. Hier geht es zunächst einmal darum, ein Land, das überfallen wurde, mit allen Mitteln zu unterstützen. Auch GB und die USA hat man im Kampf gegen Hitler nicht unbedingt und primär dafür kritisiert, daß es sich bei den Briten um eine Kolonialmacht handelte und bei den USA um ein Land, in dem Rassentrennung herrschte. Trotz erheblicher Problem waren beide Länder wehrhafte Demokratien, die sich gegen den Faschismus stemmten.

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Jedenfalls ein ungewöhnlicher Zeitpunkt (außer für Deutsche), sich zur Reihe von Punktrichtern dazuzugesellen, die Haltungsnoten auf Haltungskärtchen in die Kameras halten, just in dem Moment, in dem das beurteilte Objekt zu Hause überfallen, zu Klump geschossen, ausgeraubt und vergewaltigt wird.

Das Bedürfnis in so einem Moment haben nur Deutsche, weil sie den Großteil ihrer Zeit an den Komplexen ihrer eigenen Geschichte herummasturbieren und auch im Krieg 2022 keinen Moment innehalten können, ohne von der Seitenlinie aus Herr Lehrer ich weiß was zu rufen.

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Ein Untersuchungsausschuss, der die Rolle von Gerhard Schröder, Manuela Schwesig und an Matthias Platzhalter in der Causa Nordstream/Gazprom erforscht wäre in der Tat überfällig, übrigens auch einer hinsichtlich der Rolle Steinmeiers in der Kurnaz-Affäre.

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@che: sehr richtig, was Steinmeier betrifft.

"Ich nehme die mediale Berichterstattung zum Ukraine-Konflikt so wahr, dass der weit überwiegende Teil der Mainstreammedien (Spiegel Papierausgabe ausgenommen) einseitig proukrainisch berichtet ..."

Ja, weil es auch darum geht, die deutsche Bevölkerung für eine Unterstützung zu mobilisieren. Und dazu ist es nicht gerade angeraten, all die nicht ganz so guten Seiten der Ukraine hervorzukehren. Zumal es hier in Demokratien immer auch am Wählerwillen hängt ? anders als in Putins Diktatur, wo der bleiche Lurch per Ordre entscheidet, daß der Krieg endlos weitergeht. Auch diesen Aspekt muß eine gründliche Analyse enthalten und da liegt der Unterschied zwischen Demokratien und Diktaturen. Kriege wie der gegen die Ukraine sind Extremsituationen. Und sobald es eben auch an den Geldbeutel der Leute geht, ist es in einer Geiz-ist-geil-Gesellschaft der Billigheimer schnell vorbei mit der Solidarität - zumal dieser Krieg mit Waffen nicht in Deutschland stattfindet, so daß die Menschen ganz unmittelbar erleben, was solcher Krieg und solches Überfallenwerden bedeutet. (Und man ist zugleich froh darüber, daß es eben so ist. Und dieses Bewußtsein muß qua Aufklärung auch durch die Medien ebenfalls die Menschen erreichen.)

@fritz: Das mag alles sein, aber es ist nun einmal das Wesen einer (politischen) Öffentlichkeit, diese Dinge zu debattieren und zu hinterfragen ? auch wenn diese Art und Weise nicht immer gut ist und wir gerne Haltungsnoten verteilen. Besser wäre, wenn wir Argumente prüfen.

Daß freilich ein Krieg wie der, den Rußland gegen die Ukraine führt, der geeignete Zeitpunkt für eine Kritik an der Ukraine ist, würde ich ebenfalls bezweifeln. Erst einmal muß dieser Krieg zuende sein und muß Rußland aus der Ukraine sich zurückziehen, dann kann man weiter sehen. Und all das ist zudem die Angelegenheit vor allem auch der Ukrainer selbst, ihr Staatswesen zu regeln. So wie sie es schon einmal bei der Revolution auf dem Maidan getan haben und den russischen Kleptokraten vertrieben haben.

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Und zu Bandera nochmal:

Filipp Piatov
@fpiatov
Bald wissen viele Deutsche mehr über Bandera als über ihre eigenen Großväter.
https://twitter.com/fpiatov/status/1543225206319235072?cxt=HHwWgICy8cLJ0eoqAAAA

Filipp Piatov
@fpiatov
Bandera war ein Judenhasser, ihn zu verherrlichen ist falsch und in höchstem Maße zu verurteilen. Vergessen wir aber nicht: Die Ukraine ist erst seit 31 Jahren unabhängig. In Deutschland wurde 31 [21, von Piatov korrigiert] Jahre nach Ende von WK2 mit Kiesinger ein Nazi Bundeskanzler.
https://twitter.com/fpiatov/status/1543697695205953537?cxt=HHwWgsC4tf-3qOwqAAAA

Wenn wir hier also Gerichtshof halten über die Ukraine gilt es zunächst einmal auch die Strukturen sich anzusehen und vor allem zu beachten, wie lange es in Deutschland brauchte, bis wir einen angemessenen Umgang mit diesen Dingen fanden. Noch 1979 wurde Karl Carstens, Mitglied bei der Reiter-SA, Bundespräsident.

Und wie Wolf Biermann 1980 dichtete:

"Heil Hitler! teurer Wandersfreund
Wie geht?s mit Ihren Füßen?
Ich soll Sie von Herrn Filbinger
Mit Deutschem Gruße grüßen
Er wär gern mit von der Partie
Von einem Ort zum andern
Er würde gern, wie Sie, den Rest
Des Deutschen Reichs durchwandern."

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Die Österreicher wählten noch in den 1980ern einen Nazi zum Bundespräsidenten.

Allerdings war nur sein Pferd in der SA.

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@"Ja, weil es auch darum geht, die deutsche Bevölkerung für eine Unterstützung zu mobilisieren. Und dazu ist es nicht gerade angeraten, all die nicht ganz so guten Seiten der Ukraine hervorzukehren. " ------- Solch strategischer Umgang mit politischen Fakten ist mir fremd.

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@che: Du mußt den Unterschied bedenken, daß Rußland eine Diktatur ist und grenzenlos einen Krieg führen kann. Anders als westliche Demokratien, die ein Land, das in Not ist, unterstützen und die auf Wahlen angewiesen sind: das kann gutgehen, muß es aber nicht. Die Länder des ehemaligen Ostblocks, die unter sowjetischem Joch lagen, sind in ihrem Bewußtsein da weiter als Deutschland. Insofern ist die Gewichtung von Themen schon noch ein wesentlicher Aspekt. Und es geht ja auch nicht darum, die Ukraine zum Paradies auf Erden auszurufen und Fakten wegzulügen, sondern es geht um eine korrekte Einordung solcher Fakten. Und zu diesen Fakten gehört eben auch dazu, daß die Ukraine ein relativ junger Staat ist. Immerhin ist die Ukraine, anders als Rußland eine Demokratie. Auch das muß dann mit dazu gesagt werden. Und ehrlich gesagt, bei Nord Stream II spielte nicht das, was in der Ukraine geschah eine Rolle, sondern daß sich hier deutsche Politiker bewußt oder unbewußt in russische Abhängigkeit begeben haben. Obwohl zahlreiche Experten 2014 nach der völkerrechtswidrigen Annexion der Krim und der Intervention der Russen im Donbass - rein ukrainischem Territorium - deutlich davor warnten, sich in eine derartige Energie- und Wirtschafsabhängigkeit von Rußland zu begeben. Marielouise Beck und Ralf Fücks etwa und auch der Historiker Karl Schlögel waren unermüdliche Warner und Mahner. Nur eben haben wir, so auch ich, ihnen nicht zuhören wollen.

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Es ist der Neoliberalismus selbst
Laut dem Spiegel spielten die illegalen Gasabzapfpraktiken der Ukraine bei Nord Stream 2 sehr wohl eine Rolle, ebenso wie die an Korruption grenzende Putinfreundlichkeit von Schröder und Co, hinzu kamen noch andere Mißstände, im Grunde die gesamte neoliberale Outsourcerei ehemals staatlich-hoheitlicher Rechte in Bezug auf die Erdgasversorgung.

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Zum Teil richtig, aber das und auch der Neoliberalismus ändern nichts daran, daß verantwortliche Politiker seit 2014 hätten wissen müssen, daß Deutschland sich in eine gefährliche Energieabhängigkeit von Rußland begibt und damit in einer offen ersichtlichen Krise schwer erpreßbar ist. Das haben uns zahlreiche EU-Länder, wie auch die USA immer wieder gut und klar und deutlich kommuniziert. Aber am deutschen Wesen sollte einmal wieder die Welt genesen, und so ließen wir uns gegen den Rat der USA und der EU auf Nord Stream 2 ein. Politiker wie Norbert Röttgen haben diesen Umstand auch klar und deutlich gesagt -er wurde von Merkel kaltgestellt. Und der Ausbau erneuerbarer Energien hätte sicherlich in diesen sieben bis acht Jahren ebenfalls schneller vorangetrieben werden müssen.

Die Strukturen in der Ukraine waren halt teils noch alte Sowjetstrukturen, Natürlich muß man, gerade auch angesichts der Situation in Rußland und der Energie-Abhängigkeit nach neuen Wegen und Ressourcen suchen, ggf. auch nach neuen Formen von Atomreaktoren.

Da wir das kapitalistische System in absehbarer Zeit nicht loswerden, werden Politiker mit diesem System Dinge langsam ändern müssen. Und dieses Marktgeschehen bekommen wir eben jetzt sehr genau zu spüren. In diesem Sinne würde ich raten, in Deutschland dringend auf Kohle- und Atomstrom als Notreserve umzustellen, die Produktion von Radiatoren anzuschmeißen und sich möglichst jetzt im Sommer schon zwei oder drei zu kaufen, um es im Wiinter warm zu haben und vor allem und das ist primär: Damit wir alle Gas sparen, wo es nur geht. Kochwasser mache ich mir inzwischen mit dem Elektrokocher, Gemüse kommt in den Dampfgarer, der mit Strom geht, der Abwasch wird mit dem Elektrokocher gemacht, es wird nur noch lauwarm und kurz geduscht. All das scheint aber bei vielen Privathaushalten noch nicht angekommen zu sein. Die Menschen sind dumme Schafe und begreifen immer erst, wenn sie unmittelbare Folgen merken.

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Duschen tue ich hauptsächlich nach dem Sport, in meinem Sportclub. Zu Hause benutze ich die Dusche zum Ausspülen meiner Wunde - einige Sekunden mit kaltem Wasser - und sonst wasche ich mich nach alter Väter Sitte mit Seife und Waschlappen am Waschbecken. Zu besonderen Gelegeheiten gönne ich mir ein Wannenbad, aber das sind schon seltene Gelegenheiten. Mein Herd ist elektrisch, Gasherde gibt es bei uns überhaupt nicht mehr (das ist 60er). Und für mich sind 16 Grad noch normale Zimmertemperatur, die Heizperiode beschränkt sich auf den Zeitraum Dezember bis Februar, und ich habe noch jedes Jahr von meinem Abschlag Kosten zurückerstattet bekommen.


BTW: Ich sahtete kürzlich eine Fernsehsendung, in der unter dem Aspekt des jetzt notwendigen Einsparens eine WG junger Frauen ihre Duschgewohnheiten schilderte, und eine sprach davon, dass sie einmal täglich 15 Minuten duscht. So lange dauert bei mir ein Vollbad.

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Berlin hat in fast jedem Altbau Gasherd, Gastherme fürs Heizen und vielfach auch fürs warme Wasser.

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Gasthermen haben wir auch, modernste Brennwertthermen, aber die Gasherde wurden 1968 entsorgt. Für warmes Wasser haben manche Wohnungen Boiler, andere Durchlauferhitzer, manche nutzen auch die Gastherme hierfür. Viele Häuser in der Nachbarschaft haben Fernwärme, ein Nachbar (auch dreistöckiges Mietshaus) Solarthermie und Photovoltaik.

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In München beträgt der Gasanteil an der Fernwärme etwa 50%. Schon jetzt haben sich die Preise mehr als verdoppelt. Stoppt Russland das Gas völlig, kann man mit Vervierfachung des Preises rechnen.

Da reden wir bei einem Dreipersonenhaushalt von 2000 Euro im Jahr mehr.

Dazu die ebenfalls steigenden Strompreise.

Das wird für etliche Leute nicht mehr zu stemmen sein.

Mein persönlicher Energieverbrauch ist verblüffend gering, trotz der großen Wohnung. Auf Vollbäder zu verzichten und 5 Minuten lang duschen (was im Winter auch nicht unbedingt täglich sein muss) scheint mir jetzt aber ein erträgliches Opfer.

Und mit einem dicken Wollpullover plus Decke "friert" man auch bei 16 Grad nicht.

Russlands Erpressung schafft Fakten, welche die Energiewende beschleunigen werden. In 5 Jahren werden wir vielleicht einen Dankesbrief nach Moskau schicken. Wer den annehmen wird, ist aber noch unsicher.

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Wir haben das hier, wobei zu ergänzen wäre, dass außer Kohle auch Gas, Öl und Hausmüll verbrannt werden:

https://de.wikipedia.org/wiki/Heizkraftwerk_Mitte_(Braunschweig)

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Ich hoffe wieder auf viele sonnige Herbst- und Wintertage, da Südseite unter dem Flachdach, aber Gas-Kombitherme und Gasherd. Ich stelle beim Duschen eh schon beim Einseifen das Wasser ab und lasse es auch beim Zähneputzen nicht laufen. Meine Haare wasche ich am Waschbecken und auch da drehe ich das Wasser beim Einschäumen ab. Und das Wasser zum Nudelkochen koche ich seit je her im Wasserkocher, das dauert mir sonst zu lange. Ich weiß nicht, wo und wie ich noch sparen kann.

Meine monatliche Gasvorauszahlung erhöhte sich von 37 auf 55 Euro, dabei hatte ich sogar wieder etwas weniger verbraucht - sonst bekam ich immer etwas zurück. Die Vorauszahlung für Strom ist nun etwas niedriger. 16° C Zimmertemperatur wird jedoch bei der Arbeit nicht gut funktionieren, wenn ich die Hände unter die Decke stecke, kann ich nicht arbeiten, ebensowenig mit Handschuhen - mit eiskalten Fingern aber auch nicht.

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Da unterscheidet sich wohl auch der männliche vom weiblichen Stoffwechsel und Kreislauf und mein Alpinistenmetabolismus von dem anderer Leute generell. Eiskalte Hände bekomme ich bei Außentemperaturen von 5 Grad an abwärts. Wobei meine monatliche Gasvorausszahlung sich von 120 auf 135 erhöhte und ich trotzdem vom Jahresabschlag 120 zurück bekam.

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Francis Scarr: And here we have it - in a rant seemingly aimed at explaining to viewers why the "special operation in Ukraine" is taking so long, Russian state TV presenter Olga Skabeyeva says her country is fighting World War Three against Nato

Link führt auch zum Video mit englischen Untertiteln.

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Putin scheint die Invasion auf das Asow-Stahlwerk abgesagt zu haben. Gut scheint es um Potemkins Armee nicht zu stehen. Aber vielleicht berücksichtigt er als in Leningrad Geborener ja die guten alten Erfahrungen der Wehrmacht in puncto Vernichten durch Aushungern.

"#Putin called the storming of #Azovstal's industrial zone in #Mariupol unreasonable and ordered its cancellation."

https://twitter.com/nexta_tv/status/1517041760865767424?

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Francis Scarr macht aufmerksam auf Vladimir Solovyovs neues Statement:

Russian state TV's Vladimir Solovyov isn't happy about Germany sending military aid to Ukraine (with subs)

Das kurze Video mit englischen Untertiteln sollten sich alle mal anschauen.

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Krieg gegen Europa und die Welt
Carl Bildt weist auf ein weiteres Statement von Vladmimir Solovyov hin:

And now 🇷🇺 state TV talks about war against Europe and the world once the operation against 🇺🇦 has been concluded. Without mercy.

Das Video ist ebenfalls mit englischen Untertitel versehen.

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Klingt für mich wie Pfeifen im dunklen Wald.

Im Youtube-Kanal dieses amerikanischen Anarchisten finden sich interessante Bemerkungen:
https://www.youtube.com/watch?v=zbsC5zDVyfU

Demnach ist die Situation des russischen Militärs wirklich nicht beneidenswert.

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Ist sie gewiss nicht. Militärexperten verschiedener Nationen diskutieren das schon seit längerer Zeit auf Twitter.

Die von Scarr und Bildt verlinkten Statements Solovyovs zeigen zum einen, dass die Propaganda immer schriller wird und zum anderen geben sie auch einen Einblick in die Gefühlslage, die dort erzeugt werden soll.

Es wird nun damit gerechnet, dass es verstärkt russische Cyberattacken geben wird.

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Francis Scarr, Redakteur bei BBC Monitoring, schaut russisches Staatsfernsehen, damit wir das nicht tun müssen. Er sah dies:

Former MP Alexander Sherin says he's confident that Ukrainians will be "grateful" to Russia for what it's doing to their country (with subs)

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"Auf Vermittlung der Ukrainer wechselte der Kreuzer "Moskau", Stolz und Flaggschiff der russischen Schwarzmeer-Flotte, zu der russischen U-Boot-Flotte. Reden hilft!"

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https://twitter.com/iamjedmartin/status/1514699062683000837

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lernstein, Mittwoch, 20. April 2022, 22:08
reisende soll man nich aufhalten!
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War is peace
Kevin Rothrock: An activist in Ivanovo named Dmitry Silin has been charged with the administrative offense of 'discrediting Russia's military' because he handed out free copies of George Orwell's 1984. Welcome to Russia in 2022, everyone.

Link führt zum Thread mitsamt Foto und Link zum Bericht.

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Und so sieht die "Befreiung" von Mariupol aus. Man kann sich nun gut vorstellen, weshalb es für die Ukrainer keine gute Idee wäre, zu kapitulieren. Es wartet die Hölle auf diese Menschen.

"Russia's "liberation" of Mariupol looks like this, according to Ramzan Kadyrov's Telegram channel"

https://twitter.com/maxseddon/status/1517202551858421763?

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Alexander Sherin, Duma-Abgeordneter für Schirinowskis ultrantionalistische, rechtsradikale LPDR von 2011-2021, meint, die Ukrainer:innern werden Russland dafür dankbar sein.

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Hattest Du, glaube ich, woanders schon gepostet.
Ist aber sehr aussagekräftig.

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Es kam mir so vor, als sei es untergegangen. Außerdem hatte ich nicht ergänzt, für welche Partei er in der Duma saß.

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Stimmt!

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