Donnerstag, 23. Juli 2020
Verschwörungstheorien zu Corona: Eine Übersicht
https://www.gmx.net/magazine/panorama/corona-verschwoerung-promis-naidoo-hildmann-co-kopf-kragen-schwurbeln-34720484

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Mein "Goldstandard"zu Corona-Verschwörungstheorien und Alubommeln
https://correctiv.org/faktencheck/hintergrund/2020/06/30/faktencheck-analyse-aus-fuenf-europaeischen-laendern-zeigt-wie-sich-desinformation-zu-covid-19-verbreitet

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SARS-CoV-2-Vakzine: Gute Nachrichten aus UK und China – doch Immunreaktionen geben immer noch Rätsel auf
2 SARS-CoV-2-Impfstoffe auf der Basis von Adeno-assoziierten Virus-Vektoren (AAV) sind wirksam und sicher. Das berichten britische und chinesische Forscher in The Lancet auf der Basis von Phase-1/2-Studien [1,2]. Bei nahezu allen Probanden wurden neutralisierende Antikörper mit einem ausreichend hohem Titer gebildet. Lebensbedrohliche Nebenwirkungen sind nicht aufgetreten. In Folgestudien sollen vor allem ältere Menschen mit einbezogen werden.
„Die Ergebnisse beider Studien verheißen Gutes für Phase-3-Studien, in denen die Impfstoffe an viel größeren Teilnehmerpopulationen getestet werden, um ihre Wirksamkeit und Sicherheit zu beurteilen“, schreibt Prof. Dr. Naor Bar-Zeev zusammen mit einem Kollegen in einem begleitenden Kommentar [3]. Er forscht an der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health, Baltimore, USA. Adenovirus-Vektoren seien ein „innovatives und effizientes Instrument zur Impfstoffentwicklung“, heißt es weiter. „Über diese und andere COVID-19-Impfstoffe, die sich in der Entwicklung befinden, ist noch viel unbekannt, einschließlich der Langlebigkeit der Reaktion und der Immunogenität bei älteren Erwachsenen oder anderen Gruppen, wie z.B. solchen mit Komorbiditäten, die oft von klinischen Studien ausgeschlossen werden, oder ethnischen Gruppen, die stärker von COVID-19 betroffen sind“.
Vorläufige Ergebnisse der britischen Phase-1/2-Studie
Das Team um Pedro M. Folegatti von der University of Oxford berichtet von vorläufigen Ergebnissen einer Phase 1/2-Studie.
Zwischen dem 23. April und dem 21. Mai 2020 wurden 1.077 Teilnehmer in die Studie aufgenommen. Sie waren 18 bis 55 Jahre alt und hatten keine COVID-19 in ihrer Vorgeschichte. Alle Probanden erhielten entweder den AAV-Impfstoff ChAdOx1 nCoV-19 (n = 543) oder als Kontrolle den Meningokokken-Konjugat-Impfstoff MenACWY (n = 534). 113 Teilnehmer (56 mit dem COVID-19-Impfstoff und 57 in der Kontrollgruppe) wurden gebeten, vor und 24 Stunden nach der Impfung Paracetamol einzunehmen, um mögliche Reaktionen zu verringern.
Alle Probanden waren in 4 Gruppen eingeteilt:
• In den Gruppen 1, 2 und 4 erhielt die Hälfte aller Teilnehmer den COVID-19-Impfstoff und die Hälfte den Kontrollimpfstoff.
• Gruppe 3 (n = 10) erhielt nur den COVID-19-Impfstoff und 28 Tage nach der 1. Dosis eine zusätzliche Impfstoffdosis.
• Teilnehmer der Gruppe 1 (n = 88) wurden für den Phase-1-Teil der Studie intensiv medizinisch überwacht. Hier wurden Antikörper- und T-Zell-Reaktionen untersuchen.
• In Gruppe 2 (n = 412) wurde zusätzlich zum Serum Vollblut entnommen, um die Antikörper- und T-Zell-Reaktionen zu untersuchen.
• In Gruppe 4 (n = 567) wurde nur Serum entnommen, um nur die Antikörperreaktion zu untersuchen.
Die Autoren fanden heraus, dass der Impfstoff starke Antikörper- und T-Zell-Reaktionen auslöste:
• T-Zell-Antworten, die auf das SARS-CoV-2-Spike-Protein abzielten, waren bei 43 Teilnehmern der Gruppe 1 deutlich erhöht. Sie erreichten am Tag 14 ihr Maximum, wobei sich der Titer am Tag 56 wieder leicht verringerte. Die T-Zell-Antwort nahm bei einer 2. Dosis des Impfstoffs in Gruppe 3 nicht weiter zu.
• Die Antikörper-Antwort erreichte ihr Maximum am Tag 28 und blieb bis zur Messung am Tag 56 der Studie bei Probanden mit einer Impfstoffdosis hoch. Diese Reaktion wurde durch eine weitere Dosis verstärkt.
• Nach einer Auffrischungsimpfung (Gruppe 3) hatten alle Teilnehmer neutralisierende Amtikörper gegen SARS-CoV-2.
• Paracetamol zeigte keinen negativen Effekt auf die Wirkung der Impfung.
• Lokale und systemische Reaktionen traten in der ChAdOx1 nCoV-19-Gruppe häufiger auf, einschließlich Schmerzen, Fieber, Schüttelfrost, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen und Unwohlsein. Solche Beschwerden ließen sich gut durch prophylaktische Paracetamol-Gaben verringern. Es kam zu keinen schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen.
• „Es gibt noch viel zu tun, bevor wir bestätigen können, ob unser Impfstoff bei der Bekämpfung der COVID-19-Pandemie helfen wird, aber diese ersten Ergebnisse sind vielversprechend“, so Prof. Dr. Sarah Gilbert von der University of Oxford, UK, in einer Pressemeldung des Journals. Sie ist eine Koautorin der Studie. Gilbert weiter: „Wir müssen unseren Impfstoff nicht nur weiterhin in Phase 3-Studien testen, sondern auch mehr über das Virus erfahren – z.B. wissen wir immer noch nicht, wie stark eine Immunreaktion sein muss, um vor einer SARS-CoV-2-Infektion zu schützen.“
• Es gibt noch viel zu tun, bevor wir bestätigen können, ob unser Impfstoff bei der Bekämpfung der COVID-19-Pandemie helfen wird, aber diese ersten Ergebnisse sind vielversprechend. Prof. Dr. Sarah Gilbert
• Ergebnisse der chinesischen Phase-2-Impfstudie
• Zeitgleich berichten Forscher um Prof. Dr. Feng-Cai Zhu vom Jiangsu Provincial Center of Disease Control and Prevention im chinesischen Nanjing über Resultate einer Phase-2-Studie. Auch sie arbeiteten mit einem Adeno-assoziierten Virus als Vektor. Ergebnisse der Phase 1 sind bereits im Mai 2020 veröffentlicht worden.
• In die Phase-2-Studie wurden 508 Personen aufgenommen. Etwa 2 Drittel der Teilnehmer (309; 61%) waren zwischen 18 und 44 Jahre alt, ein Viertel (134; 26%) war zwischen 45 und 54 Jahre alt und 13% (65) waren 55 Jahre oder älter. 253 erhielten eine hohe Dosis des Impfstoffs (1×1011 Viruspartikeln/ml), 129 eine niedrige Dosis (5×1010 Viruspartikeln/ml) und 126 ein Placebo.
• Die Studie ergab, dass 95% (241/253) der Teilnehmer in der Gruppe mit hoher Dosis und 91% (118/129) der Empfänger in der Gruppe mit niedriger Dosis am Tag 28 entweder T-Zell- oder Antikörper-Immunreaktionen zeigten.
• Der Impfstoff induzierte bis zum 28. Tag neutralisierende Antikörper bei 59% (148/253) und 47% (61/129) der Teilnehmer und bindende Antikörper bei 96% (244/253) und 97% (125/129) der Teilnehmer in der Hoch- bzw. Niedrigdosisgruppe. Nicht jeder bindende Antikörper wirkt aber bekanntlich auch neutralisierend. Probanden der Placebogruppe zeigten keinen Anstieg der Antikörper gegenüber dem Ausgangswert.
• Innerhalb von 28 Tagen traten bei 24 (9%) Teilnehmern in der Hochdosisgruppe schwere (Grad 3) Nebenwirkungen auf, die signifikant höher waren als bei denjenigen, die die niedrige Dosis oder das Placebo erhalten hatten (1 Person, 1%, in der Niedrigdosisgruppe und 2 Personen, 2%, in der Placebogruppe). Die häufigste schwere Reaktion war Fieber.

Lokale und systemische Reaktionen traten in der ChAdOx1 nCoV-19-Gruppe häufiger auf, einschließlich Schmerzen, Fieber, Schüttelfrost, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen und Unwohlsein. Solche Beschwerden ließen sich gut durch prophylaktische Paracetamol-Gaben verringern. Es kam zu keinen schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen.
„Es gibt noch viel zu tun, bevor wir bestätigen können, ob unser Impfstoff bei der Bekämpfung der COVID-19-Pandemie helfen wird, aber diese ersten Ergebnisse sind vielversprechend“, so Prof. Dr. Sarah Gilbert von der University of Oxford, UK, in einer Pressemeldung des Journals. Sie ist eine Koautorin der Studie. Gilbert weiter: „Wir müssen unseren Impfstoff nicht nur weiterhin in Phase 3-Studien testen, sondern auch mehr über das Virus erfahren – z.B. wissen wir immer noch nicht, wie stark eine Immunreaktion sein muss, um vor einer SARS-CoV-2-Infektion zu schützen.“
Es gibt noch viel zu tun, bevor wir bestätigen können, ob unser Impfstoff bei der Bekämpfung der COVID-19-Pandemie helfen wird, aber diese ersten Ergebnisse sind vielversprechend. Prof. Dr. Sarah Gilbert
Ergebnisse der chinesischen Phase-2-Impfstudie
Zeitgleich berichten Forscher um Prof. Dr. Feng-Cai Zhu vom Jiangsu Provincial Center of Disease Control and Prevention im chinesischen Nanjing über Resultate einer Phase-2-Studie. Auch sie arbeiteten mit einem Adeno-assoziierten Virus als Vektor. Ergebnisse der Phase 1 sind bereits im Mai 2020 veröffentlicht worden.
In die Phase-2-Studie wurden 508 Personen aufgenommen. Etwa 2 Drittel der Teilnehmer (309; 61%) waren zwischen 18 und 44 Jahre alt, ein Viertel (134; 26%) war zwischen 45 und 54 Jahre alt und 13% (65) waren 55 Jahre oder älter. 253 erhielten eine hohe Dosis des Impfstoffs (1×1011 Viruspartikeln/ml), 129 eine niedrige Dosis (5×1010 Viruspartikeln/ml) und 126 ein Placebo.
Die Studie ergab, dass 95% (241/253) der Teilnehmer in der Gruppe mit hoher Dosis und 91% (118/129) der Empfänger in der Gruppe mit niedriger Dosis am Tag 28 entweder T-Zell- oder Antikörper-Immunreaktionen zeigten.
Der Impfstoff induzierte bis zum 28. Tag neutralisierende Antikörper bei 59% (148/253) und 47% (61/129) der Teilnehmer und bindende Antikörper bei 96% (244/253) und 97% (125/129) der Teilnehmer in der Hoch- bzw. Niedrigdosisgruppe. Nicht jeder bindende Antikörper wirkt aber bekanntlich auch neutralisierend. Probanden der Placebogruppe zeigten keinen Anstieg der Antikörper gegenüber dem Ausgangswert.
Innerhalb von 28 Tagen traten bei 24 (9%) Teilnehmern in der Hochdosisgruppe schwere (Grad 3) Nebenwirkungen auf, die signifikant höher waren als bei denjenigen, die die niedrige Dosis oder das Placebo erhalten hatten (1 Person, 1%, in der Niedrigdosisgruppe und 2 Personen, 2%, in der Placebogruppe). Die häufigste schwere Reaktion war Fieber.
Auch hier bleiben Frage offen. Prof. Dr. Wei Chen vom Beijing Institute of Biotechnology, China, verweist auf ältere Menschen als wichtige Zielgruppe für künftige Impfstoffe. „Es ist möglich, dass eine zusätzliche Dosis erforderlich ist, um eine stärkere Immunreaktion in der älteren Bevölkerung hervorzurufen, aber weitere Forschungsarbeiten sind im Gange, um dies zu evaluieren“, so Chen in einer Pressemeldung des Journals.

Quelle: Medscape

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Mittwoch, 22. Juli 2020
Corona-Krise – Studie analysiert verzerrte Wahrnehmung: Haben Merkel & Co korrekt entschieden?
Sorgen wir uns um das Falsche?
Ute Eppinger, Medscape



Wurde in der COVID-19-Pandemie richtig reagiert? Hätte besser entschieden werden können? Ist unsere Wahrnehmung immer noch verzerrt, und treffen wir auch heute noch in Sachen Corona-Schutz meist die falschen Entscheidungen – auch weil wir uns eher Sorgen um die unwichtigen Dinge machen? Mediziner aus den USA haben versucht, mit einer Analyse zur Entscheidungsfindung auf solche Fragen Antworten zu geben.

Inwieweit kognitive Verzerrungen die Entscheidungen in der COVID-19-Pandemie beeinflusst haben – dieser Frage gehen der Palliativmediziner Dr. Scott D. Halpern von der University of Pennsylvania in Philadelphia und die beiden Medizinethiker Dr. Robert D. Truog von Harvard Medical School in Boston, Massachusetts und Dr. Franklin G. Miller vom Weill Cornell Medical College in New York in einem Kommentar im JAMA nach.

Es ist ein sehr wichtiger Artikel, denn er erklärt die Mechanismen, die politischen Entscheidungen in Zeiten von Unsicherheit zugrunde liegen. Prof. Dr. Dr. Urban Wiesing
Halpern und seine Kollegen zeigen auf, wie der Effekt des bekannten Opfers („identifiable victim effect“), die Fixierung auf die Gegenwart („present bias“), die Verzerrung durch Unterlassung („omission bias“) und auch der Druck zu handeln statt abzuwarten, Entscheidungen in der Pandemie beeinflusst haben – nicht immer zum Guten.

„Ein sehr wichtiger Artikel, denn er erklärt die Mechanismen, die politischen Entscheidungen in Zeiten von Unsicherheit zugrunde liegen“, kommentiert Prof. Dr. Dr. Urban Wiesing, Direktor des Instituts für Ethik und Geschichte der Medizin an der Universität Tübingen, im Gespräch mit Medscape den Beitrag im JAMA.

Mit dem Auftreten des Coronavirus habe ein „Jahr des Eigentlichen“ eingesetzt, so Wiesing. „Gemeint ist damit: Was ist wichtig, was brauchen wir wirklich zum Leben, was ist verzichtbar? Ist es wirklich wichtig, für ein Wochenende zum Shoppen nach Barcelona zu fliegen, oder ist es verzichtbar? Diese Fragen drängen sich in der Krise auf.“

Die Pandemie decke aber noch einen weiteren Aspekt auf: „Unsere Vorstellungen davon, auf welcher Grundlage Entscheidungen getroffen werden, sind verzerrt. Wir glauben, dass wir rational entscheiden. Doch Corona zeigt sehr genau, dass die Entscheidungen mit einem Gefühl der Unsicherheit fallen, dass wir unter Ungewissheiten handeln müssen“, erklärt Wiesing. „Zum Zeitpunkt der Entscheidung wusste beispielsweise niemand – ist es sinnvoll einen Mund-Nasenschutz zu tagen? Ist das Schließen von Kitas notwendig oder nicht?“, erinnert Wiesing.

Sorge um Beatmungsgeräte, nicht aber wegen inkonsequenter Maßnahmen
Halpern und seine Kollegen verweisen auf die Entscheidung der US-Bundesbehörden, 3 Milliarden Dollar in die Herstellung weiterer Beatmungsgeräte zu investieren und fragen: Weshalb machen sich so viele Menschen Sorgen, dass ein Patient, der sich mit schwerer Atemwegserkrankung in einer Notaufnahme vorstellt, nicht gerettet werden kann, weil es an Beatmungsgeräten mangelt?


Und weshalb machen sich nur wenige Menschen Sorgen, wenn Politik darin versagt, Maßnahmen wie Social Distancing konsequent umzusetzen – obwohl das weit mehr Leben gerettet hat? „Solche inkonsistenten Antworten hängen mit Verzerrungen in der menschlichen Wahrnehmung zusammen, die dem leicht Vorstellbaren gegenüber dem statistischen, dem Gegenwärtigen gegenüber dem Zukünftigen und dem Direkten gegenüber dem Indirekten Vorrang einräumen“, schreiben sie.

Nach Einschätzung der Forscher hätten die Geräte wohl wenig dazu beigetragen, die Überlebenschancen der Bevölkerung zu verbessern – aufgrund der hohen Sterblichkeit von Patienten mit COVID-19, die mechanisch beatmet werden mussten.

Dennoch unterstützten die meisten US-Bürger die Entscheidung der Bundesbehörden, weil der Glaube, dass genügend Beatmungsgeräte zur Verfügung stehen würden, sie davor schützte, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, ob durch ausreichend Beatmungsgeräte Todesfälle überhaupt vermeidbar sind.

Unterlassen ist schwieriger als handeln
Etwas zu unterlassen, ist schwieriger als etwas zu tun. Das gilt nicht nur für das Beispiel des Kaufs von Beatmungsgeräten. Alltagsbeispiele, dass wir lieber handeln als abzuwarten, gebe es genug, sagt Wiesing. Beispiel Schnupfen des Kindes: „Unbehandelt dauert ein Schnupfen eine Woche, mit Medikamenten 7 Tage. Wir wissen das und trotzdem kaufen wir dann in der Apotheke die Medikamente für unsere Kinder“, sagt Wiesing.

Wir glauben, dass wir rational entscheiden. Doch Corona zeigt sehr genau, dass … wir unter Ungewissheiten handeln müssen. Prof. Dr. Dr. Urban Wiesing
Bei den Beatmungsgeräten hat sich gezeigt, dass sie nur wenig Menschenleben retten konnten: In New York überlebten nur 12% der an COVID-19 Erkrankten die Beatmung, in Deutschland etwa 50%. „Das wusste man in den USA natürlich nicht, als man sich dazu entschieden hat, die Geräte zu kaufen. Hinzu kommt, dass wir als technologisierte, also technik-affine Gesellschaft technologische Antworten bevorzugen“, erklärt Wiesing.

Ein Nachdenken darüber, was die Entscheidung, auf Beatmungsgeräte zu setzen, beeinflusst hat, könnte dazu führen, dass bei der nächsten Pandemie überlegt wird, ob man so viele Beatmungsgeräte braucht und nicht stattdessen besser auf andere Strategien setzt – etwa auf konsequente Eindämmung des Virus.

Nach Einschätzung von Halpern und seinen Kollegen hat der Effekt des bekannten Opfers – Familienmitglieder und Freunde sind einem näher als Fremde, der Arzt sorgt sich um seinen Patienten – womöglich dazu geführt, dass man sich sehr stark auf medizinische Reaktionen konzentriert hat.

So sei der Erweiterung der Intensivpflegekapazität Vorrang eingeräumt worden, und viele Kliniker behandelten anfangs schwer kranke Patienten mit Medikamenten, für die es kaum Belege für die Wirksamkeit gab – oft auch, bevor Strategien zur Eindämmung des Virus verabschiedet wurden, schreiben sie.


Bilder von Bergamo haben die Entscheidungen maßgeblich beeinflusst
Zu falschen politischen Reaktionen führt aus Sicht der Autoren auch, dass Menschen dazu neigen, den sofortigen Nutzen einem noch größeren Nutzen in der Zukunft vorzuziehen. Wenn also der Ausbau der Intensivpflege-Kapazität kurzfristig die Verhinderung bestimmter Todesfälle ermöglicht, ist das eine attraktivere politische Option als Schritte, die viel langfristiger weitere Todesfälle verhindern würden.

Wiesing betont, dass die Bilder von Bergamo die Entscheidungen in Deutschland maßgeblich beeinflusst hatten. „Aus rein epidemiologischer Sicht ist die Zahl der Toten in Bergamo durch COVID-19 kaum relevant für Europa. Die Bilder haben aber emotional gewirkt und zu direktem Handeln geführt. Es wurden – retrospektiv gesehen – in Deutschland zu viele Intensivkapazitäten freigehalten, eine Auslastung von 100 Prozent wurde nie erreicht.“

Möglicherweise wäre man mit weniger Intensivbetten ausgekommen, aber: „Hinterher ist man immer schlauer, insofern muss die damalige Entscheidung nicht falsch gewesen sein.“

Dass die Haltung in einer Krise eine große Rolle spielt, zeigt das Beispiel Markus Söder: Weniger seine Entscheidungen selbst als vielmehr seine Attitüde in der Corona-Krise – konsequent, geradlinig – habe dem bayerischen Ministerpräsidenten innerhalb seiner Partei und darüber hinaus ein gutes Standing beschert. „Ob er damit mehr Leben gerettet hat als Armin Laschet? Das wissen wir nicht“, sagt Wiesing.

Was passiert, wenn die emotionale Komponente ausgeblendet und rein rational argumentiert wird, zeigt das Beispiel Boris Palmer. Der Tübinger Oberbürgermeister hatte zum Thema COVID-19 Ende April geäußert, dass es sich bei dem Großteil der an COVID-19 Gestorbenen um Menschen mit schweren Vorerkrankungen handele, die ohnehin nicht mehr lange zu leben gehabt hätten. Er hielt die wirtschaftlichen Folgen des Lockdowns für gravierender und wies darauf hin, dass diese zusätzlich das Leben armutsbedrohter Kinder kosten würden.

„Rein rational betrachtet hat er damit nicht unrecht, aber emotional und in seiner Rhetorik ist das politisch nicht zu vermitteln“, so Wiesing. Denn natürlich denke man dabei an die eigenen Großeltern und die sind einem nun mal näher als Menschen, die man nicht kennt – Stichwort Effekt des bekannten Opfers.


Wege zu besserer Politik und besserer Kommunikation
Ziel sollte sein, die Auswirkungen dieser Verzerrungen auf die Politik abzuschwächen und der Öffentlichkeit die Gründe für schwierige Entscheidungen verständlich zu vermitteln, schreiben Halpern und seine Kollegen.

Hätten Regierungen und Kliniker den Effekt des bekannten Opfers besser verstanden, hätten sie vielleicht erkannt, dass die Aufforderung „flattening the curve“ weniger geeignet war, den Druck auf Kliniken, Ärzte und Pflegepersonal zu senken als eine frühzeitige Schließung von Restaurants und Geschäften, kommuniziert über: „Zu den Leben, die Sie retten, wenn Sie Ihre Türen schließen, gehören auch Ihre eigenen.“

Zur Einhaltung von Maßnahmen wie der Quarantäne könnten Politiker das Zukunftsdenken fördern und sagen: „Diese Regeln heute zu befolgen, ist der beste Weg, um sicherzustellen, dass Sie und Ihre Familie morgen gesund sind.“

Durch die Verabschiedung von Gesetzen, die eine Abschätzung der Auswirkungen auf die über mehrere Jahre geretteten Leben erfordern, könnten Regierungschefs ihre eigene Voreingenommenheit verringern, schreiben die Autoren. Würde diese aufgedeckt, ließen sich Strategien verfolgen, die künftige Schäden ebenso wie gegenwärtige in Betracht ziehen und sich ebenso stark um versteckte Todesfälle wie um unmittelbar bedrohte Leben kümmern.

Im besten Fall könnte die Pandemie die Ethik des öffentlichen Gesundheitswesens gegenüber der klinischen Ethik stärken. Dr. Scott D. Halper und Kollegen
„Im besten Fall könnte die Pandemie die Ethik des öffentlichen Gesundheitswesens gegenüber der klinischen Ethik stärken. Wenn dies gelänge, ginge von COVID-19 paradoxerweise ein Anstoß zur Verbesserung der öffentlichen Gesundheit aus“, schließen Halpern und seine Kollegen.

Dass es wichtig ist, dass sich politische Entscheidungsträger die Mechanismen klar machen, die ihre Entscheidungen beeinflussen, bestätigt auch Wiesing. Er bezweifelt aber, dass bei der nächsten Pandemie deutlich rationaler gehandelt werden kann. „Womöglich wurden zu viele Intensivplätze vorgehalten, und vielleicht hätte man auch die Kitas nicht schließen müssen. Das konnte man aber zum Zeitpunkt der Entscheidung nicht wissen. Hinzu kommt: Politiker können auf symbolische Handlungen nicht verzichten. Politik ist immer auch Symbolpolitik“, erklärt er.

Insofern werden symbolische Handlungsmuster nie ganz aus der Politik verschwinden. Und es ist in solchen Situationen noch wichtiger als sonst, wie die Entscheidungen kommuniziert werden.

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Deutschland, Deine Mörder -Oury Yalloh war kein Einzelfall
Vom Tod Oury Yallohs war auf diesem Blog ja schon verschiedentlich die Rede.

https://che2001.blogger.de/STORIES/2681356/

https://che2001.blogger.de/STORIES/2672196/


Von behördlichem Rassismus und vertuschtem Mord muss in diesem Fall wohl ausgegangen werden. Am letzten Sonntag allerdings hörte ich im NDR Radio ein Feature, das sich nicht nur mit diesem Fall beschäftigte, sondern auch mit zwei weiteren Todesfällen im Polizeigewahrsam der selben Wache. Demzufolge wurde ein alkoholisierter Autofahrer in der Kantine des Reviers an eine Säule gebunden und ausgepeitscht - eine "Tradition" dieser Wache seit DDR-Zeiten - und, nachdem er zu Boden stürzte und liegenblieb mit Stiefeltritten traktiert, bis ein Bulle auf ihn draufsprang. Er starb an einem Wirbelbruch und einem Lungenflügelabriss. Einem weiteren Trunkenheitsfahrer wurde der Schädel eingeschlagen. Von den betreffenden Beamten sind Tweeds bekannt, die dazu aufrufen, Führers Geburtstag zu feiern und in denen Schwarze, Flüchtlinge, Alkoholiker und Drogensüchtige als "Gesindel" bezeichnet werden, das "eliminiert" gehöre.

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Montag, 20. Juli 2020
Dexamethason bei COVID-19: Publikation zeigt, was es bringt – deutliche Mortalitätssenkung, aber nicht für alle
Michael van den Heuvel, Medscape



Die RECOVERY-Studie hat als größten COVID-19-Therapiestudie schon zu mancher Überraschung geführt. Sie ebnete den Weg zur Zulassung von Remdesivir, stoppte aber auch Lopinavir plus Ritonavir beziehungsweise Hydroxychloroquin. Und Mitte Juni berichtete die University of Oxford in einer Pressemeldung vom Nutzen des Glukokortikoids Dexamethason.

Jetzt hat die RECOVERY Collaborative Group dazu einen Zwischenbericht im NEJM veröffentlicht [1]. Erstautor ist Prof. Dr. Peter Horby von der University of Oxford. Die Forscher bestätigen, dass speziell Patienten mit Atemunterstützung von der Pharmakotherapie profitieren.

Patienten in der Risikogruppe profitieren
„In der RECOVERY-Studie wurde der Nutzen des Glukokortikoids Dexamethason für Patienten mit COVID-19, die zum Zeitpunkt der Randomisierung mechanisch beatmet wurden, klar gezeigt“, schreiben Dr. H. Clifford Lane und der US-Chefinfektiologe Dr. Anthony S. Fauci in einem begleitenden Editorial [2]. Beide forschen am National Institute of Allergy and Infectious Diseases, Bethesda. Sie fassen zusammen: „Bei Patienten in der Dexamethason-Gruppe wurde eine 28-Tage-Mortalität von 29,3% angegeben, verglichen mit 41,4% in der Gruppe mit Standardversorgung. Im Gegensatz dazu wurde bei Patienten, die zum Zeitpunkt der Randomisierung keinen Sauerstoff benötigten, kein Nutzen für Dexamethason festgestellt.“

Beide Editorialisten relativieren, trotz dieser Therapie würden viel zu viele Menschen mit COVID-19 sterben. „Es liegt in der Verantwortung der globalen medizinischen Forschungsgemeinschaft, schnell Studien zu den vielversprechendsten Therapeutika und Impfstoffen gegen diese Krankheit zu konzipieren, durchzuführen und abzuschließen“, so ihre Forderung. Konkret nennen Lane und Fauci monoklonale Antikörper, selektive Immunsuppressiva und Vakzine.

Randomisierte, kontrollierte Studie mit mehr als 6.000 Teilnehmern
Zu den Details aus RECOVERY: Horby und Kollegen nahmen in ihre randomisierte, kontrollierte Studie 6.431 stationäre Patienten mit SARS-CoV-2-Infektion und mit dem Krankheitsbild COVID-19 auf. Sie erhielten Dexamethason 6 mg einmal täglich oral bzw. intravenös oder die übliche medizinische Versorgung für bis zu 10 Tage. Als primären Endpunkt definierten Forscher die 28-Tage-Mortalität.

Insgesamt erhielten 2.104 Patienten Dexamethason, und 4.321 befanden sich in der Kontrollgruppe. 482 Patienten (22,9%) in der Dexamethason-Gruppe und 1.110 Patienten (25,7%) in der Pflegegruppe starben innerhalb von 28 Tagen nach der Randomisierung (altersbereinigtes Ratenverhältnis 0,83; 95%-Konfidenzintervall: 0,75-0,93), p < 0,001).


„Die Unterschiede zwischen beiden Gruppen in Bezug auf die Mortalität variierten erheblich je nach Grad der Atemunterstützung“, schreiben die Autoren. In der Dexamethason-Gruppe war die Inzidenz bei Patienten, die invasive mechanische Beatmung erhielten, niedriger als in der Kontrollgruppe (29,3% vs 41,4%; Ratenverhältnis 0,64; 95%-KI: 0,51-0,81). Unterschiede gab es auch bei Patienten, die nur Sauerstoff bekamen (23,3% vs 26,2%; Ratenverhältnis 0,82; 95%-KI: 0,72-0,94). Bei Patienten ohne respiratorische Unterstützung zeigte sich kein Benefit der Pharmakotherapie (17,8% vs 14,0%; Ratenverhältnis: 1,19; 95%-KI: 0,91-1,55).

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Sonntag, 19. Juli 2020
Boah ey!
Bei 29 Grad heute anderthalb Stunden geboxt, ohne Pause. Fühle mich großartig. Die Berge können kommen!

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Samstag, 18. Juli 2020
Globale Studie: Desinformationen nehmen rasant zu
https://www.wuv.de/medien/desinformationen_setzen_sich_hartnaeckig_fest?utm_source=newsletter-redaktion&utm_campaign=mai-ling&utm_medium=teaserbutton

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Out of time
Bei uns im Realmarkt werden auf Bildtexttafeln jetzt Tipps für´s Home Office eingeblendet. Etwas spät, finde ich. Bei uns war Home Office von der zweiten Märzwoche bis Mitte April angesagt, seit Anfang Juni treffe ich meine Kunden schon wieder Face to face, einige hatte ich auch im April mit Maske bei sich zu Hause besucht. Ich weiß, dass unser Innendienst noch Home Office betreibt, aber bei uns Beratern gehört das längst der Vergangenheit an.

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Freitag, 17. Juli 2020
"Beweglich wie mit 25 Jahren"
war in einer Werbespammail für ein Nahrungsergänzungsmittel zu lesen.

Nun, ich trainere im Dojo, auf dem Laufband, in der Boulderwand und auf dem Kettler und bin infolgedessen mit über 50 beweglicher, als ich mit 25 war. Sollte ich vielleicht wieder kiffen, um den alten Zustand wiederherzustellen?

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Corona-Impstoff: Ermutigende Ergebnisse aus Oxford
https://www.gmx.net/magazine/news/coronavirus/britischer-corona-impfstoff-doppelten-schutz-bieten-34893418

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Freudscher Verhörer
Dass Liedtexte oder Radiowerbespots auf lustige Weise falsch verstanden werden ist nichts neues. Darüber gibt es eigene Bücher ("Der weiße Neger Wumbaba") und Sendungen ("Oma fiel ins Klo").

In der Schule sang ich bei dem Kinderkanon "Jetzt fahrn wir übern See" an der Stelle, wo es "in einer hölzern Wurzel" heisst "Kennt keiner unsern Purzel".

Wenn früher auf Parties Pete Townshends "Face the face" gespielt wurde sangen die Leute "Face to face" mit, Marleys "No, woman, noch cry" wurde als frauenfeindlich missverstanden, ich verstehe bei Joris "Herz über Kopf" "immer, wenn es seitwärts geht", wo es "immer, wenn es Zeit wär zu gehen" heißt.


Bei Nek, Laura con Ce verstehe ich bei "Mi mancha da spezzare" ( was so viel heißt wie "Ich möchte mit Dir nicht brechen" oder sinngemäß "Verlass mich nicht") "Wer kann das bezahlen?".

So richtig klasse war das Verhören aber bei einer WG radikalfeministischer heterosexueller Studentinnen, die bei Ace of Base "All that she wants is another babe" "what she not wants is another baby" verstanden und dieses Lied für einen Pro-Verhütungs- und Abtreibungssong halten.

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Donnerstag, 16. Juli 2020
Mobilität
Die Stadt realisiert seit ein paar Tagen ein neues Mobilitätskonzept und baut eine neue S-Bahnlinie. So wie ich die Geschwindigkeit kenne in der da realisiert wird muss ich mich als Auto- und Radfahrer also zwei Jahre auf komplizierte Umwege einstellen.

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Tag des Beiboots
Es begann heute damit, dass ich ein Zodiac sah das ein Surfbrett geladen hatte. Dann kamen in kurzer Folge ein Auto mit einem Fahrrad auf dem Gepäckträger, ein Wohnmobil das ein Motorrad hängen hatte und eine Radfahrerin mit einem Skateboard im Rucksack. Was kommt als nächstes? Ein Surfer mit Wasserskiern auf dem Rücken? Eine Skateboarderin mit Inlinern am Gurt? Ein Bus mit einem Mini auf dem Dachgepäckträger?

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Riskanter Fokus auf Corona-Impfung: Erfolge, Hürden und warum der Schutz gegen Influenza, Pneumokokken & Co. wichtig ist 
Original bei Medscape


Derzeit befinden sich laut „COVID-19 Vaccine Tracker“ 194 Impfstoffkandidaten gegen SARS-CoV-2 in der Entwicklung und 17 in der klinischen Testung und die ersten ermutigenden Ergebnisse von Phase 1 Studien werden veröffentlicht (siehe Kasten unten).

Beim Online-Webinar „Hoffnungsträger Impfen: Chancen nutzen“ der WISA S.E. Consulting GmbH berichteten Experten über Herausforderungen bei der Impfstoffentwicklung. Sie warnten aber auch, sich auf das neuartige Coronavirus zu fokussieren und andere Infektionserkrankungen, etwa Influenza oder Pneumokokken, zu vernachlässigen .

SARS-COV-2 hat die Sichtweise auf Impfungen verändert
Prof. Dr. Markus Rose, Ärztlicher Leiter des Bereichs Pädiatrische Pneumologie und Allergologie am Klinikum Stuttgart ging der Frage nach, ob man in SARS-CoV-2-Zeiten wieder mehr Indikationsimpfungen benötige. Darunter versteht man bekanntlich Impfungen für bestimmte Personengruppen. Doch welche möglichen Zielgruppen gibt es?

Quarantänemaßnahmen und Lockdowns hätten laut Rose zu einem „Paradigmenwechsel in der Gesellschaft“ geführt: „Vor wenigen Monaten wurde noch gestritten, ob wir für Teile der Bevölkerung eine Masern-Impfpflicht wollen oder ob das ein zu starker Eingriff in die Freiheit mancher Mitbürger wäre.“ Jetzt würde der Wunsch nach einem Impfstoff gegen SARS-CoV-2 immer lauter, um einen Weg zurück in die Normalität zu finden. „Rund 9.000 Tote durch SARS-CoV-2 haben die Gesellschaft massiv verändert“, resümiert der Experte.

„Unabhängig von Corona gibt es immer mehr Menschen mit einer Abwehrschwäche, etwa aufgrund eines angeborenen Immundefekts, einer HIV-Infektion oder einer Immunsuppression“, weiß Rose. Bei ihnen sei das Pneumonie-Risiko 4 Mal höher als im Bevölkerungsdurchschnitt. „Diese Patienten müssen auch gut versorgt werden“, sagt Rose. Sie seien wichtige Zielgruppen für Indikationsimpfungen.

Gleichzeitig betont der Pädiater: „Seit Anfang der Pandemie wissen wir, dass wir medizinisch keine Probleme mit Kindern haben.“ Insgesamt mussten nur 180 behandelt werden. „Die Isolation schädigt sie mehr, als sie davon als Schutzmaßnahme profitieren würden.“

Die Hürden auf dem Weg zum SARS-CoV-2-Impfstoff
Mittelfristig würden Milliarden an Dosen benötigt, so Dr. Jens Vollmar. Er ist Head Therapeutic Area Vaccines, GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG. Vom Modell der natürlichen Herdenimmunität hält er nichts; dies würde mehrere Jahre dauern, bis man Effekte sehe.


Doch die Impfstoff-Entwicklung schreitet voran. „Normalerweise liegt die Entwicklungszeit bei 10 Jahren; wir wollen auf 1,5 Jahre kommen“, sagt Vollmar. „Das ist eine extreme Herkules-Aufgabe, aber dennoch realistisch, weil viele Forscher daran arbeiten und es viele Kooperationen gibt.“

Neben der Forschung selbst nennt der Experte Herausforderungen bei der Herstellung. Denn ab der Phase 3 soll jede Vakzin-Dosis aus der Produktionsanlage kommen, und nicht mehr aus dem Labor. Das heißt, Produktion und klinische Entwicklung laufen parallel.

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Deniz Yücel verurteilt - Bald sind in der Türkei alle meinungsfrei
Nur mal so zur Erinnerung, was kritischer Journalismus und wo der gerade nicht zuhause ist:

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Mittwoch, 15. Juli 2020
Medscape-Report über sexuelle Belästigung in Kliniken und Arztpraxen
Erschreckendes Ergebnis: Es gibt praktisch keine Klinik, in der so etwas nicht vorkommt.

https://deutsch.medscape.com/diashow/49000691?src=ban_ret_deharassment2019_display_300x250_demkt

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Dienstag, 14. Juli 2020
Plustot tard que jamais
https://www.youtube.com/watch?v=PkXnFU32Zcs

https://www.youtube.com/watch?v=ueA-q4zMEMg

https://www.youtube.com/watch?v=bzu01gO3pi4

https://www.youtube.com/watch?v=kEZhCB8KdWw

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Zwischenfrage
Wenn der Dax fällt, steigt dann eigentlich der Fux?

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Montag, 13. Juli 2020
Mortalität bei Covid 19 in westlichen Ländern scheinbar höher als in der Dritten Welt
Bei Primärinfektionen mit SARS-CoV-2 könnte die Sterblichkeit aufgrund von COVID-19 in westlichen Ländern deutlich höher sein als in Entwicklungsländern, beispielsweise in Mozambique. Die Kombination aus Alters- und Haushaltsstrukturen ist in der westlichen Welt vor allem in Südeuropa ungünstig, wo die Menschen durchschnittlich sehr alt werden und meist mit jüngeren Familiengenerationen zusammenwohnen, etwa in Italien, Griechenland und Portugal. Das berichten Forscher um Albert Esteve von der Universitat Autònoma de Barcelona in PNAS[1] .

Welche landestypischen Strategien schützen vor Infektionen?
Seit Ausbruch der SARS-CoV-2-Pandemie fragen sich Forscher, welche Strategien des Infektionsschutzes schwere oder gar tödliche COVID-19-Verläufe in unterschiedlichen Ländern am effektivsten senken könnten. Esteve und Kollegen haben ein Modell entwickelt, um hier Aussagen zu treffen. Ihnen ging es sowohl um die direkte Sterblichkeit (die Sterblichkeit durch Primärinfektion) als auch um die indirekte Sterblichkeit (die Sterblichkeit nach Sekundärinfektion durch Haushaltsmitglieder) aufgrund von COVID-19.

Basis für die exemplarische Modellrechnungen waren Daten aus 81 Ländern der westlichen Welt, aus Afrika und Asien zu Altersstrukturen sowie zu Strukturen von Lebensgemeinschaften.

Höhere Sterblichkeit in westlichen Ländern
Esteves Vergleich von direkter und indirekter Sterblichkeit (Todesfälle/100.000 Einwohner) zwischen 81 Ländern basiert auf der theoretischen Annahme, dass jeweils 10% aller Menschen, welche in privaten Haushalten leben, infiziert werden. Die zu erwartende direkte und indirekte Sterblichkeit ist vom Alter sowie von der Zahl der miteinander lebenden Menschen abhängig. Die Risiken für schwere Verläufe sind bei alten Menschen höher, das Ansteckungsrisiko wiederum ist bei jüngeren Menschen erhöht.

Wären laut Annahme 10% infiziert, so läge die direkte Sterblichkeit in Portugal, Griechenland und Italien bei 110 bis 120/100.000 Menschen. Im Südsudan, in Sambia und Mozambique wären es 19 bis 23/100.000 Menschen. Die indirekte Sterblichkeit wäre wegen der Kombination aus einem hohen Durchschnittalter und vielen Mehrgenerationenhaushalten in den 3 südeuropäischen Ländern mit einer Rate von 100 bis 120/100.000 Menschen vergleichbar hoch wie die direkte, so dass jeweils circa 220 bis 240/100 000 Menschen in Italien, Griechenland und Portugal an COVID-19 sterben würden. Das wäre die höchste Rate unter allen 81 Ländern in der Studie.

In Mozambique zum Beispiel, einem der ärmsten Länder weltweit, läge die direkte Sterblichkeit bei zirka 20/100.000 und die indirekte bei circa 55/100.000, so dass bei einer Infektionsrate von 10% circa 75/100.000 Menschen sterben würden. In Bangladesch, das weltweit ebenfalls zu den ärmsten Ländern gehört, wären es jeweils 30/100.000 und 100/100.000, also insgesamt 130/100 000 für die direkte und indirekte Sterblichkeit zusammen.

Prävention an Altersgruppen orientieren
In Ländern mit einem hohen Anteil alter Menschen, die entweder allein oder mit anderen alten Menschen in Alten- und Pflegeheimen zusammenleben wie in Deutschland, ist eine Prävention der Infektion in der Altersgruppe 65+ die effektivste Maßnahme, um die Sterblichkeit zu senken. Bei der Kombination aus hohem Alter und vielen Mehrgenerationenhaushalten wie in Südeuropa würde der Schutz älterer Menschen vor Infektion die Raten der primären Todesfälle senken und vermutlich auch die Rate der Sekundärinfektionen.

In Ländern mit geringem Durchschnittsalter, aber vielen Mehrgenerationenhaushalten, beispielsweise in Mozambique oder Bangladesch, ist ein Fokus auf ältere Menschen weniger effektiv, da diese sich vermutlich auch über die jüngeren Haushaltsmitglieder anstecken werden.

Dieser Artikel ist im Original erschienen auf Univadis.de.

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Immunität bei Covid 19 - was Forscher bisher wissen
Die Auswege aus der Corona-Krise sind theoretisch klar: Fernziel ist eine Immunität möglichst vieler Menschen gegen SARS-CoV-2 – sei es durch eine Impfung oder eine durchlaufene Infektion – plus wirksame Pharmakotherapien für schwer Erkrankte.

Aber sind die Hoffnungen auf einen effektiven Schutz durch Immunität möglicherweise übertrieben? Wie groß sind die Dunkelziffern und wie aussagekräftig sind Antikörpernachweise – vor allem bei asymptomatisch verlaufenen Infektionen?

Über den aktuellen Kenntnisstand und wichtige Fragen, die noch beantwortet werden müsen, informierten Experten bei einem Press Briefing des Science Media Center Germany.

Dunkelziffer bei SARS-CoV-2-Infektionen
Die Seroprävalenz, also die Häufigkeit des serologischen Nachweises spezifischer Antikörper, die auf eine SARS-CoV-2-Infektion hindeuten, unterscheidet sich je nach Kohorte erheblich. In Risikogebieten wie New York (40%), Ischgl (40%) oder Heinsberg (15%) fielen Tests häufig positiv aus. In Schweden mit seinem Konzept der Herdenimmunität liegt der Wert bei 4 bis 7%. Für Deutschland generell nimmt man nur 1 bis 2% an.

Prof. Dr. Stephan Becker, Direktor des Instituts für Virologie, Philipps-Universität Marburg, sieht Zahlen aus Ischgl problematisch. Einerseits habe es sich um junge Menschen gehandelt, bei denen es – wenn überhaupt – zu milden Symptomen komme. Andererseits seien Beschwerden im Winter oft als grippale Infekte saisonaler Art eingeordnet worden.

Der Forscher hat bereits im April eine Kohorte aus 1.000 Mitarbeitern im Industriepark Höchst untersucht. „Wir dachten, es könnte eine enorm hohe Dunkelziffer an Infizierten geben“, so Becker. „Bei Influenza liegt dieser Wert ja 80 Mal höher als dies nachgewiesen wird.“ Doch bei SARS-CoV-2 kam es anders: Becker fand 1 akut Infizierten und 6 Personen mit Antikörpern.

In dem Zusammenhang weist der Experte auf methodische Herausforderungen hin: „Es kommt immer darauf an, mit einem ausreichend sensitiven und spezifischen Test zu arbeiten.“ Er verwende einen selbst entwickelten ELISA-Test, um Antikörper gegen das Spike-Protein in SARS-CoV-2 nachzuweisen. Dass manche Tests aufgrund endemischer Coronaviren auch ansprechen, hält er für möglich.

Keine Antikörper, keine Immunität?
Derzeit diskutiert die wissenschaftliche Community auch, wie lange Antikörper vor einer Reinfektion schützen. Bei SARS habe man, so Becker, zirkulierende Antikörper zumindest 2 bis 3 Jahre im Blut gefunden. Eine neue Studie habe gezeigt, dass der Antikörper-Titer bei Patienten mit asymptotischem Verlauf schnell verschwindet ( Medscape berichtete).




„Über Zweitinfektionen wird derzeit wenig berichtet“, sagt Becker. „Waren es wirklich neue Infektionen – oder war es eher ein Wiederaufflammen der Erstinfektion?“ Der Experte verweist auf Ergebnisse aus Tierexperimenten: „Kurz nach der Erstinfektion ist wohl keine Neuinfektion möglich, aber wie es nach mehreren Monaten aussieht, können wir derzeit nicht sagen.“ Neben Antikörpern sei auch immer die T-Zell-Antwort zu berücksichtigen; diese falle nicht so spezifisch aus wie bei neutralisierenden Antikörpern.

Das bestätigt Prof. Dr. Leif-Erik Sander. Er ist Leiter der Forschungsgruppe Infektionsimmunologie und Impfstoffforschung und Oberarzt in der Medizinischen Klinik für Infektiologie und Pneumologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin. Sander: „Was wir gelernt haben, ist, dass symptomatisch Erkrankte schnell Antikörper ausbilden.“ Hier spiele die Dauer der Symptome eine Rolle. Aufgrund sonstiger zirkulierender Coronaviren hätten jedoch Teile der Bevölkerung eine T-Zell-Immunität. „Man kann die Immunantwort messen. Aber deren Bedeutung als möglicher Schutz ist noch unbekannt“, erklärt Sander.

Er sieht Unterschiede zu SARS: „Das neues Coronavorus führt nämlich nur bei einem kleinen Teil der Patienten zur Pneumonie und erzeugt damit eine andere Immunantwort.“ Becker bestätigt die Vermutung: „Asymptotisch Infizierte haben möglicherweise eine deutlich schwächere Immunantwort.“ Um den Effekt auf Neuinfektionen zu beurteilen, müsse man Genesene über einen langen Zeitraum nachverfolgen.

Auch das Immunsystem altert
Warum Kinder kaum schwer an COVID19 erkranken, könnte immunologische Gründe haben. Sanders Hypothese: „Das Immunsystem altert, und bei Erwachsenen gibt es eine geringere T- oder B-Zell-Diversität als bei Kindern.“ Dies müsse aber noch anhand von Studien untersucht werden. Hinzu kommt: Kinder erkranken oft an Infektionen der oberen Atemwege; sie haben in Kitas und Schulen eher Kontakt zu endemischen Coronaviren. Auch das – so eine Vermutung des Experten – könne zum Schutz führen.

Fragen zum Schutz gegen Infektionen
Immunreaktionen spielen an anderer Stelle noch eine wichtige Rolle. Derzeit forschen etliche Labors weltweit an Vakzinen gegen SARS-CoV-2; rund 200 Kandidaten befinden sich in unterschiedlichen Stadien der klinischen Prüfung.

Prof. Dr. André Karch, stellvertretender Institutsdirektor Epidemiologie und Sozialmedizin und Leiter der Klinischen Epidemiologie am Universitätsklinikum Münster, fasst offene Fragen zusammen: „Ab welchem Antikörper-Titer ist man überhaupt geschützt? Wie lange werden Antikörper gebildet? Und gilt das auch für eine Immunantwort, die durch eine Impfung gegen SARS-CoV-2 ausgelöst wird?“ Das sieht Becker ähnlich: „Wir wissen nicht so genau, was Korrelate des Schutzes sind – also welcher Antikörper-Titer? Oder das Immungedächtnis?“ Für eine abschließende Beurteilung sei es noch zu früh.

Generell äußern sich die Experten aber optimistisch: „Angesichts der unglaublichen Menge an Projekten bin ich sicher, dass ein Impfstoff darunter ist, der Schützt. Auch Sander hält die Chancen für „extrem hoch“. Er gibt aber zu bedenken, dass das Spike-Protein oder dessen Fragmente als Zielstruktur verwendet würden. Falls sich die Strategie als falsch erweise (was unwahrscheinlich sei), könne die Situation schwierig werden.

Klares Votum gegen Immunitätsausweise
Gerade aufgrund der offenen Fragen sind sich alle Experten gegen Immunitätsausweise. „Nach allem, was wir bisher wissen, sind wir nicht in der Lage, festzustellen, ob ein Individuum immun gegen Neuinfektionen ist“, erklärt Karch. Auch Sander ist vorsichtig: „Und wir wissen nicht, wer wie lange immun ist; ein positiver Test hat ja damit nichts zu tun.“

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Coronaleugner, der sich absichtlich infiziert hat stirbt an dem Virus
Das ist so wie mit dem Hypochonder, der echt übertreibt, indem er stirbt

https://www.gmx.net/magazine/news/coronavirus/hielt-coronavirus-schwindel-30-jaehriger-stirbt-covid-19-party-34877832

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Sonntag, 12. Juli 2020
Next Level
Heute beim Training wieder einen Zacken schärfer. Höheres Tempo, Box- und Kicktechniken streng getrennt, bis zum Ende das harte Training durchgezogen ohne die sonst üblichen Abwärm- und Yogaphasen. 1000 Kalorien in einer Stunde. Bringt Laune!

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Samstag, 11. Juli 2020
Frauenkörper, Männerblicke
Es ist wieder Sommer mit öfter mal Schöne-Frauen-Wetter, und als ein kontaktfreudiger Augenmensch bin ich entsprechend unterwegs. Wenn mir der Anblick einer sexy Frau gefällt lasse ich sie das in der Regel spüren, die Reaktionen fallen unterschiedlich aus: Zurückblinzeln, Lächeln, Flirtsituationen, deutliche Ablehnung oder auch Genervtheitsreaktionen, drittens Nullreaktion, Ignoranz, alles drei ungefähr gleich häufig verteilt.


Von Margarete Stokowski gibt es ja einen bekannten Beitrag zum Thema Männerblicke auf Frauenkörper

https://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/sommer-und-feminismus-das-beduerfnis-nicht-angegafft-zu-werden-a-1271756.html

dem ich teilweise widerspreche. Ohne Blickkontakt würde wohl kaum jemals eine Beziehung oder Partnerschaft, Techtel, Onenightstand oder auch nur flüchtige Bekanntschaft zustandekommen (außer jetzt bei Blinden), und es stellt sich die Frage: Wo und wann beginnt beim Anschauen die Belästigung? Sicherlich, minutenlanges Anstarren ist bestimmt niemals angesagt, darauf verzichten, schönen Frauen intensive Blicke zuzuwerfen, auf die Idee käme ich allerdings nie. Wobei ich mir einerseits meiner Privilegien bewusst bin, andererseits auch meiner eigenen Beschränktheit.

Was nämlich in bestimmten Situationen in Frauen vorgeht kann ich nicht nachvollziehen. Was ist schlimm daran, begafft zu werden, weil der eigene Körper von jemand anderem als schön oder erotisch empfunden wird? Das ist doch eigentlich ein Kompliment. Wenn mir Frauen auf den Hintern oder meinen sich beim Sport bewegenden Körper schauen und ich bemerke das erfreut das meine Eitelkeit, nicht mehr. Ich bin aber auch ein Mann, und die Lebensssituation einer Person, die potenziell Gefahr läuft vergewaltigt zu werden ist mir völlig fremd. Für sexuell attraktiv gehalten zu werden ist grundsätzlich niemals für mich mit einer Gefahr verbunden - wobei ich es durchaus schon erlebt habe, dass Frauen über mich hergefallen sind, aber das war übereinstimmend.

Was ich zum Anderen nicht verstehe sind Erzählungen von Frauen, die Opfer sexueller Übergriffe waren und sich nicht gewehrt haben, obwohl sie nicht in für sie bedrohlichen Situationen waren - Telefonanmache, Anfassen im Vorbeigehen in Anwesenheit Dritter usw. Wieso die sich nicht wehrten verstehe ich halt überhaupt nicht.

Und dann gab es da noch Situationen, wo Frauen sich von mir blicktechnisch belästigt fühlten und mir das sagten und ich sie überhaupt nicht angeschaut hatte und auch gar nicht erotisch interessant fand. In einem Fall hatte ich sozusagen durch sie hindurch oder in mich selber hineingeschaut - ich war in einem Gruppengespräch ganz auf das Gesagte und meine eigenen Gedankengänge konzentriert und hatte überhaupt nicht mitbekommen dass meine Sitznachbarin sich von mir angestarrt fühlte, eine Frau, die von ihrer ganzen Außenwirkung und Ausstrahlung für mich ein asexuelles Wesen war.

Die weibliche Wahrnehmung von Männerblicken ist dann also noch einmal ein Thema für sich.

Das ganze ist dann natürlich kulturell vermittelt, während es Gegenden in Afghanistan gibt, wo der Anblick einer Frau ohne Burka schon ein Tabu ist gibt es in Skandinavien ganze FKK-Dörfer, und es war natürlich eine Schwedin, die mich während einer Kletterpause auf einer Bergtour mit "I need a lover" ansprach, sie war 25, ich 52, und das spielte keine Rolle. Um das Fass voll zu machen kenne ich eine Mexikanerin, die sich geradezu beleidigt fühlt, dass ihr die Männer in Deutschland nicht hinterherpfeifen.

Es bleibt ein weites Feld. Bin gespannt was der Sommer so bringt, erstmal heisst es ja noch Abstand halten.

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Biotop
In unserem Garten steht eine etwa 20 m hohe Nordmanntanne, ich sehe direkt von meinem Küchenfenster darauf. Das ist der Baum, von dem meine selige Mutter sagte, wenn die Elstern da im Februar schon brüten würden hätten sie echt nen Vogel.

Aktuell brüten in dem Baum, oder ist´s eine Bäumin (?) ein Paar Rabenkrähen, ein Paar Grasmücken, ein Paar Kohlmeisen und ein Paar Rotschwänze, alle friedlich nebenbeinander. Heute zeigte sich in unserem Garten - wir sind hier in der Großstadt (!) - ein Kolkrabe.

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Freitag, 10. Juli 2020
Glaube
„Ich glaube, Political Correctness stammt direkt vom Stalinismus ab.“ Eric Idle, 2008

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Donnerstag, 9. Juli 2020
In Serbien explodieren Corona und Gesellschaft
https://web.de/magazine/news/coronavirus/corona-politik-vucic-treibt-erboste-serben-strasse-34868518

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OBs von Göttingen und Hannover unterzeichnen Offenen Brief „Niedersachsen soll Sicherer Hafen werden“
Vor zwei Wochen haben über 130 Organisationen in Niedersachsen die Landesregierung in einem Offenen Brief aufgefordert, ihre Möglichkeiten zu nutzen, um die zusätzliche Aufnahme von Menschen auf der Flucht zu ermöglichen und das Bundesland zum Sicheren Hafen zu erklären. Die Unterstützung für die Forderungen wächst weiter: In den vergangenen Tagen haben auch Rolf-Georg Köhler, Oberbürgermeister von Göttingen, und Belit Onay, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Hannover, den Offenen Brief unterzeichnet.

Bereits zuvor hatten aus den Kommunen Bürgermeister Dr. Wolfgang Wiese (Stadt Cloppenburg), Bürgermeister Frank Seidel (Gemeinde Weyhe), Bürgermeister Thomas Berling (Stadt Nordhorn), Landrat Michael Schünemann (Landkreis Holzminden) und Samtgemeindebürgermeister Harald Hesse (Samtgemeinde Thedinghausen) den Offenen Brief unterzeichnet.

Belit Onay, Oberbürgermeister von Hannover, Rolf-Georg Köhler, Oberbürgermeister von Göttingen, Michael Schünemann, Landrat des Landkreises Holzminden, und Thomas Berling, Bürgermeister der Stadt Nordhorn, bekräftigen in eigenen Statements, warum Niedersachsen Sicherer Hafen werden sollte, und wie ihre Kommunen Geflüchtete unterstützen.

Belit Onay, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Hannover:

„Die Landeshauptstadt Hannover ist ein Ort der Weltoffenheit und der Solidarität. Wir wollen unseren Beitrag dazu leisten, dass Menschen in Frieden und Sicherheit ein gutes Leben führen können. Deshalb unterstützt die Landeshauptstadt Hannover die vielen niedersächsischen Initiativen und das Land dabei, noch stärker seiner humanitären Verantwortung gerecht zu werden.“

Michael Schünemann, Landrat des Landkreises Holzminden:

„Der Landkreis Holzminden ist sich seiner Verantwortung für Menschen auf der Flucht in der Vergangenheit stets bewusst gewesen und hat auch in Zeiten großer Flüchtlingsbewegungen mit großem Engagement und Augenmaß geholfen. Auch künftig können und wollen wir nicht einfach beiseite stehen oder gar wegsehen, wenn in Not geratene Menschen ihre Heimat verlassen müssen, um ein menschenwürdiges Auskommen zu suchen. Mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln werden wir auch weiterhin immer helfen, wo Hilfe dringend gebraucht wird.“

Rolf-Georg Köhler, Oberbürgermeister von Göttingen:

„Die Stadt Göttingen versichert Menschen, die auf der Flucht vor Krieg, Hunger und Gewalt sind, ihre volle Solidarität. Als Oberbürgermeister der Stadt spreche ich mich entschieden gegen Abschottung und Ausgrenzung aus. Wir nehmen das Sterben auf Fluchtrouten, vor allem im Mittelmeer, nicht hin. Das muss auch ein gesamteuropäischer Konsens sein. Wer Menschen aus Seenot rettet, verdient unsere volle Unterstützung und darf nicht kriminalisiert werden.“

Thomas Berling, Bürgermeister der Stadt Nordhorn:

„Nordhorn versteht sich als weltoffene Stadt im Herzen Europas, in der alle Menschen willkommen sind. Unter dem Motto ‚Nordhorn leuchtet für Vielfalt und Toleranz‘ hat die ganze Stadtgemeinschaft in den vergangenen Jahren mehrfach deutliche Zeichen gesetzt für die Akzeptanz, die Integration und den Schutz geflüchteter Menschen. Gleichzeitig pflegen wir in unserer Stadt auch eine lebendige Gedenkkultur. Die Vergangenheit lehrt uns, dass wir von einem Grundsatz niemals wieder abweichen dürfen: Jedes Menschenleben ist schützenswert! Darum war es nur folgerichtig, dass Nordhorn sich zum ‚Sicheren Hafen Niedersachsen‘ erklärt hat. Zwar war und ist die Unterbringung und Integration Geflüchteter auch für unsere Stadt eine enorme Herausforderung. Doch es ist eine Herausforderung, der wir uns auch weiterhin stellen wollen. Der Rat und die Stadtverwaltung haben sich per Resolution bereit erklärt, Geflüchteten im Rahmen der kommunalen Möglichkeiten Obdach und Hilfe zu gewähren. Das gilt explizit auch für in Seenot geratene Menschen. Wir wissen, dass die Stadtgemeinschaft mit ihren zahlreichen ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer*innen hinter dieser Entscheidung steht. Und wir hoffen, dass unser klares Bekenntnis mit dazu beiträgt, dass zukünftig keine Menschen mehr sterben müssen, die auf ihrer Flucht in Seenot geraten.“

Wie wichtig es ist, dass sich die Bundesländer verstärkt eigenständig engagieren, zeigen allein die aktuellen Entwicklungen: Die Situation in den Hotspots auf den griechischen Inseln ist weiter dramatisch: Über 35.000 Menschen sitzen dort fest, die Stimmung ist stark angespannt. Auf dem zentralen Mittelmeer wurde das Rettungsschiff Ocean Viking von SOS Mediterranee mit 180 Geretteten an Bord über eine Woche lang von europäischen Regierungen blockiert. Und auch den 50 aus Seenot geretteten Menschen an Bord des Tiertransportschiffs Talia verweigerten Malta und Italien tagelang einen Sicheren Hafen. Solange europäische Staaten und auch die Bundesregierung blockieren und die sofortige Aufnahme von Menschen auf der Flucht verweigern und verzögern, müssen die Bundesländer aktiv werden. Die Aufnahmebereitschaft dafür ist vorhanden – das zeigen die klaren Bekenntnisse kommunaler Entscheidungsträger_innen und die vielen Kommunen, die sich zu Sicheren Häfen erklärt haben.

https://www.nds-fluerat.org/44864/aktuelles/obs-von-goettingen-und-hannover-unterzeichnen-offenen-brief

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Mein Wort der Woche
Bommelanalyse.

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Neue, erschreckende Beweise zum Tod von George Floyd
https://www.gmx.net/magazine/panorama/beweise-tod-george-floyd-20-atmen-34865558

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