Sonntag, 3. März 2013
Ein paar späte Anmerkungen zu einer alten Debatte
Als vor nach Bloggermaßstäben langer Zeit, aber tatsächlich doch eher kürzlich zum einen Lantschi und zum Anderen Momorulez jeweils meinten, sie würden sich angepisst fühlen, wenn sich heterosexuelle Kleinfamilien im öffentlichen Raum selbst inszenieren würden reagierte ich mit einer Mischung aus Befremden und Verärgerung.

http://blog.katrin-roenicke.net/?tag=lantzschi


Nicht, weil ich die Diskriminierungserfahrung einer Lesbe und eines Schwulen nicht wahrnehmen würde oder nicht wahrnehmen wolle oder nicht wichtig finden würde, wie mir da jemand ganz sicher unterstellt, sondern aus einem ganz anderen Grunde. Wegen einer Perspektive, die ich als Selbstviktimisierung bezeichnen möchte. Es kommt mir nicht zu, als heterosexueller Mann etwas zu schwullesbischer Marginalisierungserfahrung zu sagen - aber wenn jemanden als Schwuler oder Lesbe das Grillen einer Familie mit Kindern in einem öffentlichen Park deswegen stört, weil diese eine/n selbst nicht selbstverständlich akzeptieren würden (gut, jetzt weniger Lantzschis Problem), so wäre die naheliegende Forderung doch z.B., ein schwullesbisches öffentliches LoveIn in dem Park zu veranstalten, um Bürgers langsam mal daran zu gewöhnen, Lesben und Schwule und deren Art zu lieben zu akzeptieren, als umgekehrt von Heten zu verlangen, "Rücksicht" zu nehmen, indem sie nicht fröhlich und unbeschwert mit Kindern im Park grillen. Diskriminierung zu bekämpfen setzt den Mut voraus, sich zu zeigen, die eigene Lebensweise wahrnehmbar werden zu lassen - aber nicht, zu sagen, weil ich in meiner Handlungs- und Bewegungsfreiheit eingeschränkt sind, sollen die Mehrheitsgesellschaftler sich auch einschränken. Das Eine ist eine Perspektive der Befreiung, das andere eine Form von Regression.

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Es wundert mich zwar, dass Du das JETZT schreibst, ist mir aber aus der Seele gesprochen. Was ich als Feministin mit Sozialisation aus den Achtzigern und Neunzigern bei Lantzsch und aktueller Mädchenmannschaft nicht verstehe ist diese Wehklagenshaltung. Forward, fight for your Right!
Stattdessen wird sich eingeigelt in Anspruchshaltungen und Jammern darüber, dass die Mehrheitsgesellschaft die eigenen Positionen nicht akzeptiert. Frauen erhebt Euch, und die Welt erlebt Euch! Klagen und Sprachrumgeschraube bringt uns hingegen gar nicht weiter. Aber ich glaube auch nicht, dass ich mit akademischen Bürgertussen viel gemeinsam habe.

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Ich verstehe überhaupt nichts von dem, was Lantzschi von sich gibt. Das geht offensichtlich anderen genauso.

Wenn es doch nur Wehklagen wäre! Feministinnen fühlen sich ja gerade durch Lantzschi in ihren Kernüberzeugungen angegriffen. Jedenfalls hat man diesen Eindruck, wenn man in Kaddas Entgegnung in der Kommentarspalte liest. Es ist ja so, daß gerade die Sozialisation von Frauen als Mutter, als potentielle Mutter genau die Probleme schafft, die Feministinnen beschäftigen. Und da kommt so eine Lantzschi daher, und erklärt, Kinder zu haben und haben zu können, sei ein Privileg, das man checken müßte.

Über diesen Kommentar habe ich mich auch gewundert:
@helga: ich will mich mal eines ganz anderen punktes annehmen, wegen dem ich mich hiermit überhaupt beschäftige:

wenn du diesen eingangsbeitrag liest, dann müsste dir auffallen, dass er einen disclaimer hat. jemand sieht sich also genötigt, sich abzusichern…

gleichzeitig habe ich nun mehrfach zustimmung zu diesem beitrag vernommen… allerdings immer unter dem siegel der selbstbenannten “feigheit” sich der diskussion zu stellen, angst vor diskreditierung, angst vor den reaktionen, angst vor sanktionen…

oder auch so scherze wie der kommentar von “Heutemalnamenlos”.. bei dem offensichtlich ist, dass die verfasserin sich ebenfalls lieber bedeckt hält, aus angst vor… sanktionen? gebashe? ausschluss? hass?

unabhängig aller meinungsverschiedenheiten die allseitig existieren mögen, würde ich an dieser stelle doch mal ganz klar festhalten wollen:

hier herrscht ein klima der angst und das liegt sicher nicht daran, dass menschen absurde oder gestörte meinungen haben und deswegen gebasht werden.

das würde ich an deiner stelle mal hinterfragen. unabhängig von personen und rein sachbezogen.

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aber mit nur ein ganz klein wenig Empathie kann ich dieses Genervtsein von der heterosexuellen Kleinfamilie durchaus in allen Teilen nachvollziehen. Neulich da im Bus, ich hatte dieselbe Fahrt, war ich wirklich geschockt. Ein junges Paar, überverliebt in ihr Kind, verständlich, lasen dem Kind aber jede spontane Reaktion soz. aus dem Augenzwinkeln ab, fasziniert, das ist ja verständlich, ich wiederhole mich, von soviel Spontaneität, es ist das aus sich selbst laufende Rad, blieb nicht die kleinste Aktion des kleinen Burschen, oder war es ein Mädchen, weiß es nicht mehr, unkommentiert.

wie spontan es doch sei, wie kindlich, wurde keine Sekunde vergessen dem Kinde unter die Nase zu reiben. mit brutalem System ihm jede letzte Möglichkeit zum unbefangenen kindlichen Verhalten ausgetrieben. ich hätte auf der Stelle laut losheulen können. die hatten wirklich nichts besseres zu tun. dem Kinde wurde nicht das letzte bisschen Raum belassen, keine Sekunde, um sich mal selbst zu entfalten. ich wohne im spießigen Vorort, das waren aber Leute, möglw. ähnlich wie wir, studentisch geprägt usw., man hätte glauben können, etwas progressiv drauf oder so. das war aber die Hölle. jede normale Kleinfamilie lässt ihren Kindern aus Liebe etwas Freiraum und ist bemüht, mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln, kleine Anarchisten großzuziehen. was ich da aber von der jungen heterosexuellen Kleinfamilie erlebte, empfand ich als Folter: die stolze Kleinfamilie mit Nachwuchs. jeder normale kleinbürgerliche Spießer ist ein wilder Anarchist dagegen. und, wieder: aus blanker Unkenntnis davon, wie sowas normalerweise abläuft, wird dem Kinde die Hölle bereitet.

ach, und wenig kann ich zu lantschi sagen. ich mochte sie eigentlich, weil das, was ich von der mal las, doch sehr vorsichtig formuliert war, eher der eigenen Empfindung nachspürend als gleich besserwisserisch draufloszulamentieren. das war mir eher sympathisch. ich weiß nicht, ob die jetzt ab und zu rumnervt; mein vager Eindruck ist aber, dass sich da jemand vorsichtig vorantastet. immer gleich auch implizit die Frage mitformuliert; stimmt das eigentlich, was ich jetzt glaube zu meinen? nur so kann eins hinterher klüger sein. wie gesagt, zwar nicht so meine Themen, aber ein für mich grundsätzlich sympathischer Ansatz.

das Meiste interessiert mich ja sowieso nicht, aber ganz blöd komme ich mir dann doch nicht vor, wenn ich mal nen neuen Begriff dazulerne, Cis-Gender oder so. es ist aus meiner bescheidenen Sicht da völlig legitim, erträglich und brauchbar, was da einige so veranstalten.

und die Idee mit dem schwullesbischen öffentlichen LoveIn im Park findet auch meine Sympathie und Zustimmung. ;-)

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Rosa Parks
Bevor das Lanzschi-Bashing jetzt wieder losgeht (von wegen vorsichtig und so) mal Folgendes:
Dieser Beitrag, um den es hier jetzt geht war IN DER TAT sehr vorsichtig formuliert. Andere waren da wesentlich angriffslustiger. Mag ja dem Thema geschuldet sein, ich fands jedenfalls gut.

Momo wiederum hatte ähnlich formuliert und auf meine Nachfrage hin, wie es sich denn vermeiden läßt, sich heterosexuell zu inszenieren, wußte er auch nicht so recht weiter. Was ja OK ist. Einfach mal braingestormt....

Aber was in den Diskussionen jetzt wieder davon übrig bleibt ist: "Momo und Latzschi wollen den Heten das Grillen verbieten!"

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Ganz bunte Parks
Wenn das wieder hängen bliebe wäre es nur ganz und gar nicht meine Intention. Die wäre dann eher: Jeden Tag in den Parks so eine Art Mini-CSD.

Wobei das sozusagen eine multiple Zwickmühle ist, weder steht es mir zu, Queeren vorzuschlagen, was sie für Aktionen machen sollen, noch habe ich Bock, ständig als privilegierter Normalisierer wahrgenommen zu werden der ich überhaupt nicht bin. Insofern ist das hier gebloggte auch nur eine verspätete Randbemerkung, die mir dennoch wichtig ist.

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Übrigens, mensch hüte sich vor Bashing
Dieser Ausdruck bedeutet im Englischen nicht schmähen, das wäre Dissing, sondern Zusammenschlagen. Insbesondere heißt Queerbashing Schwule und Lesben krankenhausreifschlagen und ist eine lieblingsbeschäftigung englischer Naziskins. Also prüft Eure Wortwahl, Leute!

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Das Lantzschi-Dissen geht nicht schon wieder los. Es geht ja überhaupt nicht um Lantzschi. Der Kommunikationstil von kiturak und Helga Hansen ist auch nicht besser. Der ist unidirektional, respektlos (Kadda), doktrinär, autoritär, unselbstkritisch, abgehoben, pharisäisch, wichtigtuerisch, arrogant. So uncool wird man, wenn man an der Uni komische Dinge studiert hat. Alle anderen machen Rodeo im Schutzraum, und haben Angst, in hohem Bogen aus demselbigen zu fliegen, wenn sie nicht schnell genug Lantzschis rätselhaften moralischen Ansprüchen genügen und z.B. so tun, als hätten sie keine Familie.

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übertrieben gebasht
Bashing hat einen Bedeutungswandel erfahren und wird durchaus im Kontext verbaler Attacken verwendet. Siehe etwa hier:
http://de.wiktionary.org/wiki/Bashing

Er wird im Zusammenhang mit Shitstorms oder ähnlichen Phänomenen benutzt.
Ich gebe aber zu, dass ich den Ausdruck bewusst polemisch benutzt habe. An die Bedeutung etwa des Zusammenschlagens habe ich dabei nun überhaupt nicht gedacht, wollte also niemanden in die Nazi-Ecke rücken. (Müssen übrigens keine Nazis sein. Das "Paki-Bashing" war eine beliebte Tätigkeit bei den 69er-Skinheads, weißen und schwarzen gleichermassen.)

Aber selbst in der neuen Bedeutung ist der Begriff hier übertrieben, gebe ich zu. Dissen hätte gereicht.

A propos "übertrieben": Das ist in der Jugendsprache auch schon seit geraumer Zeit ein Synonym für "krass" und kann auch als Adverb benutzt werden, wie in "Die Bahn braucht übertrieben lange." In Bus & Bahn mal drauf achten.

Also: allgemeine Bedeutungsverschiebungen prüfen! ;-)

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Ist das Gleiche mit PC
Politicall Correct bzw.PC ist keineswegs immer nur ein Schmähwort, das von Neoliberalen, Konservativen und Rechten gegen links in Stellung gebracht wird. Ich kenne Linke, die sich selbst als PC-Linke und solche, die sich als Non-PC-Linke bezeichnen und linke Jugendcliquen, die den Begriff PC so gebrauchen, wie man früher "dufte", "knorke", "klasse" oder "super" sagte. Und früher, in den 90ern, war das viel ausgeprägter als heute, die Negativ-Konnotation des Begriffs hingegen nicht so verbreitet und der Ausdruck außerhalb linker und migrantischer Szenen unbekannt. Wenn da jemand sagte "die Party war voll PC, ey" hieß das die Party war gut. Heute würde man wahrscheinlich denken dass die öde und langweilig gewesen wäre weil alle so sehr um korrekte Umgangsformen bemüht gewesen wären;-)

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kaputtes Kopfkino gibt es nun einmal - nur sollte man das nicht noch loben
@ Ziggev

Grundsätzlich finde ich es nicht gut, wenn andere Leute für ihren Lebensentwurf gedisst bzw. "kritisiert" werden, und zwar ganz egal, was das für ein Lebensentwurf das ist - solange sie andere nicht damit ernstlich schädigen.

Wenn jemand in der Ubahn leise telefoniert, wenn ich ein Buch lese? So, what? Wenn jemand hässliche Schuhe trägt? Ich muss ja nicht hingucken. Wenn bei einer Raucherin die Stimme ziemlich unschön kaputt ist? Stört mich nicht. Ich kann trotzdem schöne Gespräche mit ihr haben und gemeinsam lachen mit ihr. Wenn jemand sein Kind m.E. etwas übertrieben bemuttert? Da gibt es nun wirklich Schlimmeres.

Wäre ich ein Spießer, könnte ich der bemutternden Mutter vorwerfen, sie "zelebriere ihre Rolle als Fortpflanzerin" oder sie "zementiere mit ihrem Verhalten die heterosexistische Matrix".

Oder was für einen sensationellen Quatsch halt...

;-)
Aber mit nur ein ganz klein wenig Empathie kann ich dieses Genervtsein von der heterosexuellen Kleinfamilie durchaus in allen Teilen nachvollziehen.
In allen Teilen? Nee, ich nicht. Dazu müsste ich schon ziemlich panne bzw. spießig sein. Ich komme echt mit den allerunterschiedlichsten Leuten klar. Manchmal sogar mit testosteronübersättigten, aggressiven Managerwichsern. Da muss schon extrem viel vorfallen, bevor mir eine harmlose Kleinfamilie auf den Keks geht.
Neulich da im Bus, ich hatte dieselbe Fahrt, war ich wirklich geschockt.
Echt geschockt? Wow.
Mich schocken eher so Sachen wie Schlägereien.
Ein junges Paar, überverliebt in ihr Kind, (...) blieb nicht die kleinste Aktion des kleinen Burschen (...) unkommentiert.
Ja, und?

Das ist deren Kind. Solange sie es nicht schlagen oder brüllend zusammenscheißen, interessiert mich es eher nur am Rande, wie fremde Menschen mit ihren Kindern umgehen. Im Zweifel kann ich immer noch weggucken und das schöne Wetter genießen.

Warum sollte ich

1. mich über Hätschel-Eltern aufregen?
2. mich überhaupt genervt fühlen?
3. mich dabei zugleich "unterdrückt" sehen?
4. und dabei ausgerechnet von Kleinfamilien??
5. und dann noch bei dieser Gelegenheit die bedrohliche Allmacht der "heterosexistischen Matrix" oder gar die "alle Freiräume abschnürende aggressive Feindseligkeit der Heten" empfinden?

Punkt 2. bis 5. sortiere ich eher in die Rubrik "radikales Linksspießertum" oder "persönliche Panne". Als jemand, der die eine oder andere Panne selber hat/hatte, habe ich für persönliche Pannen durchaus Verständnis, für abgewichstes und mit akademischen Phrasen begründetes Linksspießertum eher weniger, weil dümmliche Intoleranz in meinen Augen bestenfalls regressiv ist.

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selbstgewählte Dummheit tut einfach nur noch weh
"in allen Teilen" war ein rhetorischer Schlenker, der einfach sein musste. Danke aber, dass Du in diese auf primitivste Weise gestellte Falle gegangen bist.

"Im Zweifel kann ich immer noch weggucken und das schöne Wetter genießen." Mit ein bisschen Empathie kannst Du das eben nicht.

Und wieder: versuchst Du aus einem einfachen Erfahrungsbericht ein Argument zu zaubern, welches es Dir erlaubt, Deinem unendlichen Ressentiment gegen schwullesbische Paarungen ungehemmt Freilauf zu gestatten. Was Du als Gegenargument präsentierst, "abgewichstes und mit akademischen Phrasen begründetes Linksspießertum" ist genau das, was ich mit etw. weniger unfreundlichen Worten zu beschreiben suchte. Es ist so eine billige und struntzdoofe Strategie, jemandem das Wort im Munde umdrehend seine eigenen Antithesen als angebliches Gegenargument vorzuhalten, dass es aus meinem Computer schon mit solchem Schmerz vor unerträglicher Dummheit laut herausschreit, dass sich jetzt bereits meine Nachbarn beschweren.

"abgewichstes und mit akademischen Phrasen begründetes Linksspießertum" - dagegen möchtest Du den Anschein erwecken Dich gewendet zu haben, während Dir dazu aus intellektueller Mitellosigkeit keine anderen Mittel zur Verfügung stehen als die der so apostrophierten. Es ist nicht nur langsam langweilig sondern auch auf die Dauer etwas bedaulerlich, mit ansehen zu müssen, wie jemand fanatisch seine eigene Dummheit nicht nur zwanghaft kultivieren will, sondern auch noch fanatischer andere damit nervt, die das sowieso schon lange verstanden haben. Die eigene Dummheit nervt einfach. Du Bist intelligent genug, um das mal irgendwann einzusehen. Es besteht kein Grund, andere damit zu nerven.

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Ähem, Ziggev, verrennst Du Dich da nicht etwas? Dean mag in mancher Hinsicht ziemlich ignorant sein, mich nervt häufig mal sein oberlehrerhafter Tonfall und die Manier, Dinge in Formeln oder Aufzählungen und Listen zu fassen die eigentlich Narrative sind, aber ob das so dermaßen homophob ist wie Du meinst habe ich meine Zweifel. Ich habe eher den Eindruck, dass der sich über einen andere unter Druck setzenden moralischen Rigorismus aufregt, der in linken Szenen sehr verbreitet und mit deren Rezeption von feministischem/antisexistischem/queerem Denken eng verbunden ist. Ist bei mir in ganz anderer Weise ja auch Dauerthema.


Hatte ich ja auch mehrfach: Für "Auf der Reeperbahn nachts um halb eins" singen jemanden zusammenschlagen und in die Eier treten, was dann als feministische Heldinnentat abgefeiert wurde. Leuten Hausverbote zu erteilen, weil die im Verdacht gestanden hatten, einen Porno gucken zu wollen, was gar nicht stimmte. Es zum Skandal machen,dass en Mann nicht aus seiner Politgruppe ausgeschlossen wurde, obwohl er Playboyleser ist. Es als Provokátion empfinden, wenn Frauen nabelfrei in ein Szenetreff gehen, denn Schlabberpulli oder Kapuzenshirt sind Uniform. Und sowas als alltägliche Szenenormalität erleben. Versuch mal dieses als Matrix zu nehmen, von der aus dann eine bestimmte moralisierende Art queerfeministische Kritik zu äußern als regressiv und repressiv, letzlich als Verstärkung einer allgemein ultrarepressiven Szenemoral und keineswegs als Empowerment für Marginalisierte wahrgenommen wird (ich sage, wahrgenommen wird, und nicht, dass das auch so ist). Und dann die Tatsache, dass Dean tatsächlich ein in äußerster Armut lebender Müllsammler und Flaschen wegbringer ist, der sich in einer Position befindet, wo schon die meisten Passanten auf ihn herabsehen, und er bestimmte akademische Diskurse von vornherein als Klassismus wahrnimmt, aus der Perspektive von unten.

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Che, da sind wir jetzt wieder exactamente an der Stelle, an der es seinerzeit zum Bruch mit Momorulez kam. Ich fürchte, es ist notwendig, selber in solchen Szenestrukturen gelebt zu haben, um das verstehen und von einer Poschardt/Fleischhacker-Perpektive unterscheiden zu können.

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Der Punkt ist:
@Ziggev
Mit ein bisschen Empathie kannst Du das eben nicht.
Sich selber genervt zu fühlen, hat mit Empathie eher wenig zu tun.

Ich will jetzt nicht so tun, als ob ich dieses Genervtsein nun garnicht verstehen zu können. Es kann einen ja so vieles nerven! Oder, wie das eben so typisch ist für uns Menschenkinder, mal der eine oder andere Punkt etwas stärker, als es gut und sinnvoll für uns selber ist.

Dieses Genervtsein ist aber eben heikel. Erstens, weil es eigene Projektionen zur Grundlage hat, zum Beispiel das Gefühl, dass sich da gerade eine Kleinfamilie superwichtig macht, und dass diese mich Nicht-Familienmenschen für abartig hält usw.

Da könnte es einfach sein, dass ich mit meinem Genervtseinsgefühl, bzw. das, was da an Film in der konkreten Situation noch so alles mit reinspielt, leichtgradig oder sogar komplett daneben liege.

Zweitens ist nicht nur die Wahrnehmung ("ich bin so genervt") zwar subjektiv wahr - und zugleich fragiler Natur: sondern eben auch die Bewertung der gesamten Situation. War das jetzt von der Kleinfamilie wirklich ein unangemessenes Verhalten, so ganz objektiv gesehen? Oder fehlt mir selbst das Einfühlungsvermögen dafür, dass zwei mir fremde Eltern so große Freude an bzw. mit ihrem Kind haben?

Ich denke, da hängt vieles auch am Setting, und an der eigenen Stimmung, wie so eine Situation von einem selbst gewertet wird. Ja, vielleicht waren das tatsächlich besonders peinliche, aufdringlich laute, und sich selbst dabei inszenierende Kleinfamilieneltern. Vielleicht aber lag es auch an der konkreten Situation, und weniger am Verhalten dieser Eltern, dass das mich genervt hat. Hätten diese Eltern auf einer grünen Wiese beim Grillen gesessen, in einem öffentlichen Park mit vielen hundert anderen Leuten, vielleicht wäre mir exakt das gleiche Verhalten dieser Eltern überhaupt nicht mehr aufgefallen, oder falls doch, ich hätte es nicht mehr als nervend empfunden?

Drittens, und das ist quasi eine politische Perspektive: Welches Recht habe ich eigentlich, von anderen Menschen zu erwarten, dass diese ihr Verhalten (in Rücksicht auf meine Empfindungen) unterdrücken bzw. modifizieren sollen?

Ehrlich Ziggev, was diesen dritten Punkt betrifft, bin ich immer noch reichlich ein Anarchist. Genauso wie ich - eigentlich - von anderen erwarte, dass sie mich genau so ertragen wie ich bin, genauso erwarte ich von mir selber, dass ich andere Menschen ertrage (oder besser noch: mich daran erfreue), genau so, wie diese sind. Das So-Sein von anderen akzeptieren zu können, das halte ich für eine Gesellschaft für eine sehr wichtige Sache!
einem unendlichen Ressentiment gegen schwullesbische Paarungen ungehemmt Freilauf zu gestatten.
Huch??!

Das verstehe ich nicht. Was an meinen Ansichten ist denn genau ein "unendliches Ressentiment"?

*staun*

Ist es denn bereits "Ressentiment", wenn man einfach eine andere Meinung hat - und meine Meinung ist eben, dass man mit seinen eigenen Genervtheitsgefühlen sorgfältig haushalten sollte - und dass es eher keine gute Idee ist, Genervtheitsgefühle (weil man das So-Sein von anderen Menschen ablehnt) für ein ganz besonders wünschenswertes politisches Statement zu halten.
(...)dass es aus meinem Computer schon mit solchem Schmerz vor unerträglicher Dummheit laut herausschreit, dass sich jetzt bereits meine Nachbarn beschweren.
Okay, damit, dass ich "unerträglich dumm" bin, kann ich gut leben. Im Zweifel: muss ich es ja sowieso. Deine Nachbarn scheinen mir allerdings etwas intolerant zu sein, jedenfalls gegenüber dem Geschrei deines Computers...
;-)

Zurück zur Sache: Ich gebe zu, dass ich meine Ansichten etwas holzhammermäßig geschildert habe. Aber so derbe "unerträglich" finde ich sie jetzt im Moment nicht - jedenfalls nicht im Kern. Che hat das gut gesehen und auch in den Rahmen der Erfahrungen (u.a. spezifische Szeneerfahrungen) gesetzt, von denen ich ausgehe. Mit akademisch verbrämten Spießertum habe ich in linken und linksextremen Gruppen tatsächlich viel zu tun gehabt - und könnte dabei so manchen Schwank erzählen. Lustigerweise haben sich in meinen Umfeldern etwa die Hälfte der Dinge ereignet, die Che geschildert hat, z.B. auch das Ding mit dem Playboy-Leser. Das war damals so eine Art Klassiker in linken Gruppen.

Warum auch immer.

Als etwas zu billige Pointe könnte ich sagen, dass es für Intolerante ausgesprochen unerträglich sein mag, wenn jemand Toleranz für die grundsätzlich bessere Haltung hält - nunja: dass dieser Umstand möglicherweise aber eher auf die Richtigkeit meiner Ansichten hinweist

(Ziggev, ganz ehrlich, mich freut deine unbeirrte Zuversicht darauf, dass ich trotz "intellektueller Mitellosigkeit" und "fanatischer Dummheit" in der Lage sein könnte, die Nervigkeit meiner eigenen Dummheit zu erkennen)

Immerhin sind ja Gefühle von Genervtheit und wie damit umzugehen ist, im Wesentlichen die Grundlage für unsere Differenz. Tatsächlich lässt sich ja auch die Ansicht vertreten, meine Geringschätzung von Genervtheitsgefühlen, entspräche einer nichtempathischen Haltung.

Nach meinen Erfahrungen würde ich es aber ausschlißen, dass die hier verhandelten Genervtheitsgefühle irgendwie repräsentativ für Schwule oder Lesben sind.

Vielleicht siehst du das anders. Ich habe es jedenfalls bislang anders erlebt. In der Summe aller Erfahrungen würde ich sagen, dass Schwule und Lesben, so alles in allem, einen Tick toleranter sind als die übrige Durchschnittsbevölkerung.

Was ja nicht ausschließt, die Diskriminierungen, denen mensch als Schwuler ausgesetzt ist, ausgesprochen nervig zu finden.

Das ist aber ein ganz anderes Thema, finde ich. Sich wegen dem So-sein irgendwelcher Hätschel-Eltern genervt zu fühlen, halte ich weder für exklusiv für Schwule oder Lesben, noch glaube ich, dass derlei Genervtheitsgefühle dort überhaupt häufiger vorkommen als bei Nichtschwulen und Nichtlesben.

Got the point?

@ Che

Boah, ey. Du kennst mich mittlerweile aber ganz schön gut.

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@Ziggev, könnte es sein, dass Du Dean sehr stark aus einer von früheren Debatten mit momo und Loellie und letztlich stark momo-geprägten Perspektive beurteilst? Dass da jemand, der stark traumatisiert wurde sich selbst in einer pauschalen Rechtfertigungs- und Marginalisiertenperspektive wahrnimmt liefert gut verständliche, aber nicht unbedingt wirklich gute Gründe für die Beurteilung eines Dritten. Und das Muster kritisiert jemand einen Schwulen in einer Diskussion, die mit sexueller Orientierung nix zu tun hat die Kritik dann dergestalt zurückzuweisen, dahinter verberge sich nur eine Ablehnung des Schwulen weil er schwul sei meinte ich dort andauernd wahrzunehmen.

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Erstaunlich, was alles jemand wahrnimmt der so zwei-dreimal im Jahr hier reinschneit.

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@ Dean - für heute kann ich kaum noch etwas zum Meisten Deines Textes sagen. Ich war halt polemisch, bitte verstehe. Ich fand Dein "Response" einfach mal wieder überinterpretiert und unpassend. Bevor ich Dir aber erkläre, warum ich Dich für unglaubwürdig halte, nur diese Einlassung:

"'Mit ein bisschen Empathie kannst Du das eben nicht.'

Sich selber genervt zu fühlen, hat mit Empathie eher wenig zu tun."

- Hast Du denn kein Mitleid mit Kindern, die von ihren Eltern aus purer heterosexueller Unwissenheit fast zutode gequält werden ?

Nun, ich will ja nicht so tun, als ob ich der Empathie-Experte wäre. Von mir aus kann jeder/jede seine Kinder pervers foltern wie er sie es so wollen. Bin halt nur, wenn ich schlecht gegessen habe, etwas genervt davon. Traurige Kindergesichter hätten mir aber nicht zum ersten Mal den Tag verregnet. Die nerven einfach, die Biester!

~ ~

Und jetzt warum Du unglaubwürdig bist: ich glaube Dir einfach kein Wort. Über den neumodischen Begriff "Präkariat" kann ich nur lachen. Kenne es seit 20 Jahren nicht anders. Das hat mich nicht davon abgehalten, Thykidides und Proust und Kant und Joyce und Woolf und Wittgensein und Aristophanes und etwas Hegel zu lesen (ok., aus Erbschaft bzw. bei Freunden, die mir Unterkunft gewährten). Mit 1000 Gramm Linsen kommst Du locker eine Woche durch. Das sind 2 €. Ich kenne es nicht anders, als ein Leben lang am Unterlimit zu leben. Hat mich das davon abgehalten, die o.g. Autoren zu lesen, Platon, Grimmelshausen, Aristoteles, Goethe oder mal bei Virginia Woolf vorbeizuschauen? Aber eigentlich nur, weil ich fand, dass das Standart sein sollte? - Schopenhauer war leider nicht dabei. Gebe ja zu, ohne die Büchererbschaft aus bildungsbürgerlichem Haushalt wäre es schwer gewesen, diese bis heute andauernde Phase zu überleben. Auch ein paar es gut meinende Freunde dabeigewesen, gibt es ja immer noch (speziell unter Musikern?). Beklage ich mich wegen dieses Lebens?

Hungernd Proust lesen ? - Für mich Standard. Selten solche unglaubwürdigen Einlassungen gelesen wie bei Dir, Mr. Dean. Kenne Leute, die Absprachen mit Süpermarkt-Fillialleitern haben für die abgelaufenen Sachen. - Wenn es darum geht, 5 bis 7 Leute zu bekochen, für ne echte Party! Wenn Du tatsächlich in der Situation sein solltest, wie zu sein Du vorgibt, dann stellst Du es echt ungeschickt an. Vor Allem, wenn Du es schon so lange so durchziehen würdest, und das Dein Hauptproblem wäre. Ne Freundin von mir fährt dann halt quer durch Hamburg, isst für 50 Cent ausreichend für den Tag und kommt mit zwei gefüllten Aldi-Tüten von der "Tafel" bei mir an. Wir schaffen es nie, alles aufzuessen! Wir schmeißen 80 % weg, weil es nicht mehr so gut ausseht, zugegeben.

Die Flaschensammler in meinem Vorort sind unsere Freunde. Keines dieser Rentnerehepaare hat sich je beschwert. Die Kinder der Leute, für die mein Bruder, am anderen Ende der Stadt, sein Leergut immer rausstellt, sind immer perfekt angezogen (auch nach Teenagerstandarts), leben offenbar jedenfalls nicht in irgendwelchen abgewrakten stinkenden Verhältnissen, Ausbildung ist angebahnt.

Also kurz: ich kenne echte Pennerverhältnisse, habe bei meinen Schilderungen das Meiste ja erspart. Keiner von denen hat sich je über seine Nahrungsmittelversorgungssituation beklagt.

Wer nicht wirklich auf der Straße lebt, also nicht original von der Hand in den Mund plattgetretene Döners vom Straßenpflaster aufkratzt (hab solche Leute kennengelernt, die aufm hamburger Kiez aber auch mal nen Döner vom Händler for nothing in die Hand gedrückt bekommen, war dabei ...), und über einen funktionierenden Verstand verfügt, wird sich nicht über seine Ernährungssituation beklagen. Bitte, das sind reine Erfahrungswerte. Leute, die von abgelaufenen Supermarktsachen leben, sind Luxustypen, die auf BIO stehen.

Ich persönlich ziehe es da vor, 20 € per Monat zu investieren, einzukaufen im Supermarkt, das spart unendlich viel Energie und ist viel gesünder! Wenn Du wirklich so beknackt bist, über 75 % derselben damit zu vergeuden, in Mülleimern herumzukriechen, dann ist das Deine Entscheidung und es ist einfach albern, sich damit großzutun. Oder Du willst einfach nur jeden Tag echt gut essen, Freunde einladen und echte Partys feiern. Oder kannst Du nicht kochen? In jeder vernünftigen Großstadt gab (gibt es noch?) es vernünftige Volkxküchen. Ein gewürzfreies Rotkohlgericht, geschnittene Möhren, erinnere mich daran noch wie gestern. Gesunder hätte der letzte Abschaum meiner Stadt nicht ernährt werden können; ehrlich gesagt, ich fraß mich voll! Es schmeckte auch.

Nichts von dem, was Du erzählst, ist plausibel. Solltst Du es wirklich so halten, wie Du es erzählt, ist es ein Schrulle, von der Du aber mal mit etwas mehr Witz berichten solltest. Mitleid oder so: Bei mir jedenfalls Fehlanzeige.

Ließ endlich mal Aristophanes, Woolf und genieße das Leben, ich flehe Dich auf Knien an!

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wie übrigens auch Jean Genet berichtet,
die Tramps, die er irgendwo getroffen hätte, im Moment keinen Bock, die Stelle genau nachzuschlagen, weiß nicht mehr wo, Spanien oder Portugal oder Frankreich, hätten sich aber in der Sprache der Klassiker unterhalten.

Er hatte recht.

Das ausgesuchteste Hochdeutsch, das ich je in meinem Leben hören durfte, sprach ein schwer alkohohlabhängiger Ex-Junkie, halb obdachlos, "Pik As" usw., der dann leider bald aus nicht vollständig geklärten Gründen verstarb.

Wenn Du wirklich Penner sein willst, dann strenge Dich bitte vorher erst an !!

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Nein Ziggev, das ist nicht verallgemeinerbar
Ich habe nun auch so etliche Berber kennegelernt, auch solche mit Bildung, aber 90& von denen redeten in Wa-Ey-Sprache, gab sogar eine sehr klassenbewusste, die den Spruch brachte "Wir Asos stehen Seite an Seite mit den Kanacken gegen Bullen, Bonzen und Faschos", aber sich in der Sprache der Klassiker zu unterhalten dürfte dort ein krasser Ausnahmefall sein. Die meisten Studiererenden aus kleinen Verhältnissen (Mutter Aldi- Kassiererin, Vater Elektrikergeselle und so) die ich in meiner Studienzeit kennenlernte empfanden schon akademisch-gelehrte Redeweisen von Bürgersprösslingen im Umgang mit ihnen als Angriff auf sich.


Angriff im Sinne von "Das ist die herschende Klasse, die ihr Bildungsprivileg austobt". Und ich kenne es halt auch, dafür kritisiert zu werden, ein kleines Stück weit in der Sprache Adornos zu argumentieren, es wäre "unsozial", es wäre "Bildungsmackertum", so zu reden. Das sehe ich selbst zwar anders, bin aber zumindest sensibel für solche Wahrnehmungen von Leuten aus bildungsmäßig relativ unterpriveligierten Haushalten. Und finde diese auf jeden Fall weitaus normaler als Deine Darstellung, die mich an Diogenes in der Tonne erinnert, aber nicht an das, was ich mit Leuten auf der Straße oder in Armut selbst erlebt habe.


BTW. und was das alles mit Homophobie zu tun haben soll wird mir erst recht nicht ersichtlich.

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na, das sind halt Wa-Ey-Penner, wollten es halt, wa-ey, so.
Du hast aber vieleicht eine Vorstelung davon, wie langweilig es ist, Penner zu sein. Das habe ich immer wieder bei Unterklasse-Szenen kennengelernt: Welche sich da nicht aus purer Wa-ey-Langweiligkeit hineinbegeben hatten, sondern da aufgewachsen waren, schienen oft die deutsche Sprache als Spielzeug entdeckt zu haben, was zwar manchmal zu plattdeutschen Spielerein führte, manchmal aber den Anschein erweckte, als sei das Hochdeutsche als das reizvollste Instrument erkannt worden. Und so hörte ich in entsprechenden Familien manchmal die wundervollsten Wendungen. - Und auch auf der Straße. Hat dann aber sicherlich auch was mit Selbstachtung zu tun und entsprechende Versuche misslingen manchmal. Aber wie gesagt: habe auf der Straße manchmal die wunderschönsten Wendungen, im Grunde längste vergessen, gehört! Vielleicht ein typisch norddeutsches Phänomen. Aber da bin ich möglw. etwas rassistisch. Für das, was die Barbaren südlich von Hannover aus ihren Mündern hervor"bringen", fällt mir keine freundlichere Bezeichnung als Sprachvergewaltigung ein. Keine Ahnung, wozu die da so rumbrabbeln.

- Und, darf ich etwas fies sein? Diese Tradition hat sich fortgesetzt in linken Szenen, man schrieb nicht, man schrub - oder andere Formen des bewusst antiquirten Stils, manchmal sogar richtig. (nichts dagegen, nichts dagegen!)

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ist vielleicht auch ein Phänomen des Zurückgebliebenseins. Noch nicht so vermüllt durch Werbe-Sprech. Hab da manchmal echt Herzklopfen gekriegt vor Vergnügen !

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Schrub oder auch schrab, schreibtete oder schräb ist Bloggersprache, die erst im Nachgang Linke-Szene-Sprache wurde, und eigentlich kommt das von Radio FFN, die das in den Neunziger Jahren in ihrem Frühstücksradio bzw. Frühstyxradio einführten, neben übrigens jeder Menge politisch bewusst unpolitischem Humor, die die Mädchenmannschaft oder Momo wahrscheinlich zum Herzinfarkt treiben würde. Seinerzeit stilbildend für den Non-PC-Flügel der linken Szene.



http://www.fruehstyxradio.de/


http://www.youtube.com/watch?v=xVAvYo19D4k

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Am Bodensatz der Gesellschaft
findest Du manchmal uralte, längst vergessene sprachliche Formen, die aber genau betrachtet reinstes Hochdeutsch sind. Diese Formen sinken ab, gehen aber nicht unbedingt verloren, wesen weiter vor sich hin - ganz unten !

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Ganz eigene Sprachformen
Da gibt es das Jenische, die Sprache der Zirkusleute, wo Gott Mabukel heißt und Nablo verrückt, oder den Dialekt der jüdischen Unterschicht in Westfalen, der merkwürdigerweise als Gaunersprache in Paderborn überlebt hat, eine Mischung aus Jiddisch, Rotwelsch und Platt, wo Hund Jucholo heißt.


Btw aber diese starke Verbreitung von schrub unter Linken und Bloggern ist ein Radio-Produkt.

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Und nochmal: Was hat das mit Homophobie von Dean zu tun?

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Das ist die Welt von Ziggev
Ich schätze, mein nachweislicher Vernichtungswille gegenüber homosexuellen Menschen ergibt sich aus meiner grundsätzlichen Lügenhaftigkeit. Eben dadurch, dass ich bestreite, ein Homophober der übelsten Art zu sein, beweise ich (der ja ständig lügt), dass ich es eben bin.

Das ist doch logisch, oder?

Anders wäre es, wenn ich eine so ehrliche Haut und höchstgebildet wäre wie der Ziggev, und möglicherweise auch, wenn ich in den vielen Monaten meiner Not "nur aus Spaß" vieltausende von Mülltonnen durchstöbert hätte. Denn der alle Lebenssituationen kennende Ziggev schrub ja in seiner unsteigerbaren Kompetenz:
Wer nicht wirklich auf der Straße lebt, und über einen funktionierenden Verstand verfügt, wird sich nicht über seine Ernährungssituation beklagen.
Ach, was ist das für ein heiteres Leben! Kommt es mir grad noch so vor, dass ich mit letzter Kraft und viel Glück vor ziemlich genau 15 Monaten meine drohende Obdachlosigkeit verhindert habe, lese ich nun von Ziggev, dass ich wohl keinen funktionierenden Verstand gehabt haben könne, als ich schwer krank und ohne staatliche Unterstützungsleistungen (die mir dank Ämterwillkür viele Monate lang vorenthalten wurden), nun, existierte, mit Wohnung, allerdings bereits ohne Strom, ohne Geld auf dem Konto, ohne Mittel, verwahrlost, ja wirklich, überaus:

elend.

Vermutlich bin ich in diese hässliche Lage auch nur hinein geraten, nicht, weil ich schwer erkrankte (und dazu kam auch etwas Ämterpech, um das mal harmlos zu umschreiben) - sondern eben nur, weil ich die Bücherempfehlungsliste von Ziggev noch nicht kannte.

Nehme ich jetzt mal so an. Die Welt ist heiter, die Welt ist schön. Es gibt keine Armut, und auch Krankheit hat sie nie gesehen. Das ist die Welt von...

(jedenfalls genau dann, wenn der liebe, hochsolidarische Ziggev mal einen so richtig ordentlichen Tritt nach unten verteilen darf, was ihm sicherlich viel Freude bereitet)

Nebenbei bemerkt, auch ich habe - gerade auf dem Kiez - schon diverse Male etwas geschenkt bekommen. Nur ist das eben nicht mein normales Revier, schon allein, weil ich eine Heidenangst vor der Gewalt auf dem Kiez habe. Wichtiger ist mir allerdings, dass ich viele Dutzende Male Sachen, die ich containert habe, weitergeschenkt habe, und dass die Dankbarkeit (gerade auch von osteuropäischen) Armen dabei wirklich verblüffend ist.

Was die Revierwahl betrifft: Mir langen die Stories, die mir andere Flaschensammler über Vorkommnisse spätabends im Amüsierviertel der Stadt erzählt haben, völlig. Da fehlt mir einfach der Forschungdrang, bestimmte Erfahrungen selber ausprobieren zu müssen. Auch habe ich mir in meinen Leben es inzwischen weitgehend abgewöhnt, mich auf mein Glück zu verlassen.

Weil: Wenn man mal so richtig gründlich vom Glück verlassen wurde, dann stimmt das einfach skeptisch. Mich jedenfalls. Und Leute, die mir erzählen wollen, dass ich bestimmte Erfahrungen nicht gemacht haben könne, die können mich mal.

Und zwar sehr gründlich.

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ein (zugegeben) etwas zu aggressiever rhetorischer Schlenker - m.E. verdient
@ Che

ich fand einfach, dass Mr. Dean unfair einen simplen Erfahrungsbericht ins gegenteilige Argument umzukehren versucht hat, während ich gar nicht argumentieren wollte. Das tue ich in Genderfragen usf. aus Prinzip eh nie. Nicht nur dass ich genervt war, aber auch dass ich ehrlich erschüttert, wie superstolze hetero-Eltern ihre Kinder foltern, ficken geht, Kinder bekommen auch, jetzt fühle ich mich aber super bestätigt, das wird jetzt als Kritik an meiner Wahrnehmungsweise dieses tragischen Missgeschicks aufgefasst und umgedreht. Davon wollte ich einfach nur berichten. Es gibt hetero-hetera-Eltern, die sich nicht nur einfach über ihren Nachwuchs freuen, hab ja selber solche in meinem Bakanntenkreis, mit Kohle im Hintergrund, alles kein Problem, Kinder, denen eine wundervolle Kindheit versprochen ist, die aber an dieser Kinderfreude anscheinend nicht genug haben: ich kann ficken, du kannst ficken. juchuhh, wir sind heterosexuell !

Das hat mich einfach angeekelt, zugegeben mit etw. Neid, weil meine Freundin aus uraltem Geschlecht stammend vermutlich inzuchtsbedingt behindert ist und jeden Gedanken an Nachwuchs strikt ablehnt (Kinder hätten wir uns sowieso nicht leisten können, dazu ist die noch bi), aber, wie gesagt, anstatt kleine Anarchisten großzuziehen, denn Kinder sind Anarchisten, ist es ja so toll, sich fortpflanzen zu können !

Hieraus versucht Dean ein Argument zu zimmern, dass irgendetwas mit meiner Wahrnehmung nicht stimme. Dies - rein konstruiert - auf einen Diskurs beziehend, an dem ich mich dezidiert nie beteiligt habe!

Es ist, mal wieder, seine primitive Art, jemandem das Wort im Munde herumzudrehen. Hier habe ich aber ganz offensichtlich nichteinmal den Versuch unternommen, zu argumentieren.

Es hätte ja interessant sein können, über meine verdrehte Wahrnehmungsweise zu diskutieren, in dieselbe wurde aber lediglich unmotiviert etw. hineingelesen. Offenbar hat er das nötig, ohne eigentlich ein schlechter Mensch zu sein.

Trotzdem lasse ich mir sowas einfach nicht bieten. Ich hatte, wie die meisten unserer Generation, eine wundervolle, freie, anarchistische Kindheit, während das elterliche Umfeld denkbar 70er-Jahre-spießig geprägt war. Und wünschte mir für manche Kinder heute lieber eine unkonvetionelle bi oder homo oder sonstwas für eine Patchworkfamilie, anstatt dass sie von Eltern großgezogen werden, die ihre Heterosexualität wie ein Statussymbol herumtragen, obwohl die das gar nicht nötig hätten!

Daraus wollte aber Dean mir das Wort im Munde herumdrehend ein Argument zimmern, ich hätte eine verdrehte Wahrnehmung. Warum? Nobody knows.

Wenn er sich langweilt, kein Problem, sollte mal irgendetwas witziges schreiben. Mich irgendwie ironisch auf die Schippe nehmen, im Internet nicht immer so leicht, weil eins einander nicht kennt und desh. der Kontext fehlt. Wodurch nicht klar ist, wer jetzt lacht (oder lachen sollte).

Ihm scheinen aber seine Motive nicht klar zu sein, wie gesagt, er scheint es mir nichteinmal böse zu meinen; lasse mir das aber nicht bieten. In der Hoffnung, dass bei ihm vielleicht einmal ein Reflexionsprozess einsetzt, habe ich ihm das halt mal hingeknallt. - Ohne irgendwelche diskursbezogenen Absichten. Das hätte doch eh klar sein müssen, da ich mit einem Erfahrungsbericht aufwartete und nicht mit Pseudoargumenten. Da argumentiere ich nie.

Aber in genauso eine kranke Kommunikationsfalle wollter Mr. Dean mich wieder einmal hineinziehen. Er bekommt seine Rechnung, nicht immer am elegantesten formuliert. Wer aber derartig sinnfrei vorgeht, muss damit rechnen, dass ihm allesmögliche zugeschrieben wird. Denn die Person "Dean" will sich immer nur verstecken. Darum, q.e.d., kann es gar nicht persönlich gemeint gewesen sein.

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@ Mr. Dean, verstehe
ok., Mr. Dean, das klang witzig und überzeugend. hast recht: sollte vielleict auch mal nachsehen, ob die nächste fristlose Kündigung mal wieder im Briefkasten liegt.

Vielleicht ein Tipp ? Die Verwaltungsrechtlerin, die mich vertrat (GEZ und der restliche Müll), meinte, in Hamburg seien die amtlich relativ relaxt !

Eigentlich gehe ich immer nur zu meiner "Fallmanagerin" zum flirten und um ein paar nebensächliche Kleinigkeiten zu besprechen. Geld, Miete und solche langweiligen Geschichten. Ich gebe also alles zu: ich bin ein Hartz-IV-Habmurg-Snob.

Ohne es persöhnlich zu meinen: Du hast eine "major depressive episode" plus die-und-die Persönlichkeitsstörung, chronisches "Burn-Out"-Syndrom, kann Dir jeder Artzt jederzeit diagnostizieren, denn nicht nachweisbar, und benötigst Hilfe. Krass: kannst Dich sogar halbentmündigen lassen, dann ist für alles gesorgt, selbst Anwaltskosten werden bezahlt (nicht zu empfehlen).

Mal damit versucht ? Schon klar, ich nehme Abstand davon, Dich für einen Schwindler zu halten. Es gibt in der Vorstadt hier in HH ein paar günstige Wohnungen, Du lebst aber inmitten von Ober- und Mitteklasseleuten, deren super gepflegte und unendlich schöne MittelklasseschülerinnenTöchter jeden Tag im Bus um Dich herumwuseln, musst nur darauf achten, dass Du saubere Klamotten anhast. Und selber gewaschen.

Es ist eigentlich eine unendliche Party. Du kannst in die Natur hinausschweifen, Badesee für fast nix nicht weit, BIO-Anbaugebiete, wo man manchmal abends vorbeischaut, in der Nähe, Milieu, wenn Du drauf stehst, jederzeit zuhand, kultivierte Leute, superreich, die Dich nie nach Deiner Armut fragen, mit denen Du aber biertrinkend Jazzmusik lauschen kannst ...

Es war die beste Entscheidung meines Lebens, hierherzuziehen, arbeitslos zu werden und nur noch ganz selten Übersetzungsaufträge anzunehmen.

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Also Ziggev, allmählich wird angesichts des aus meiner Sicht ziemlich anrührenden Berichts von Dean Deine zynische Ätz-Polemik nur noch widerwärtig. Deine Armut kotzt mich an, ich trete Dir jetzt in den Magen, damit Du kotzt. Ich trete Dir die Zähne aus, leck hinterher meine Stiefel! So ungefähr, und andererseits wieder: Entspann Dich Alter, es ist geil, in Armut zu leben, das kann sehr freaky sein, sei halt fröhlicher Gammler! Und wenn hier schon von kranken Kommunikationsfallen und Pathologisierungen die Rede ist, da hast Du selber einen Palisadenpfahl im Auge, den Du gerade selbst präsentiert hast.


Insbesondere gehst Du auf die Argumentation Deines Gegenübers nicht ein, sondern strickst immer munter weiter an Deiner eigenen Argumentationskette, hast aber die Frage, was das alles mit Homophobie zu tun haben soll noch immer nicht beantwortet. Da lobe ich mir die konzise Art von Are, obwohl der vielleicht etwas überspitzt als dieses Sprachgewaber, das auch noch von sich selber sagt, dass es gar keine stringente Stellungnahme sein will.


BTW

Etwas Anderes ist Dein Genervtsein durch die stolzen Eltern, das ich aber auch erst nachvollziehen kann, nachdem Du es präzise geschildert hast. Das kann ich sogar sehr gut nachvollziehen, auch wenn es mir wahrscheinlich dabei nicht so ginge wie Dir. Ich weiß nur nicht, inwieweit sich diese momentane Erfahrung verallgemeinern lässt, und bei Lantzschi zum Beispiel las ich das als allgemeine Aussage, als generelle poltische Forderung: Heten sollten ihre Familien nicht öffentlich inszenieren, das wäre an sich schon eine lesbenfeindliche Handlung. Und meine Zielrichtung "offensive Inszenierung des eigenen Lesbischseins" als Gegenprogramm statt Larmoyanz hatte ich ja nun deutlich gemacht.

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ok. - che,
was ich unterdessen - vor Deinem BTW - schrub:

mit are kann ich vielleicht nicht mithalten. habe mich vielleicht auch verrannt. hätte wohl besser nicht dem Ausdruck verleihen sollen, dass ich Dean nicht immer verstehe und davon manchmal etw. angenervt bin.

habe versucht mich bei Dean zu entschuldigen ! wieder misslungen. Kommunikation zw. Dean und mir scheint wohl nie zu funktionieren. heute nicht mein Tag um das zu analysieren.

wenn jemand fast unten ist und das noch öffentlich zugibt, kann man ja mal nachtreten. zum buchstäblichen Stiefellecken übrigens ein paar schöne Stellen bei Genet.

auch insofern gebe ich dir also Recht. ich verstehe Dean einfach nicht; es ist wohl mein Fehler gewesen, überhaupt auf ihn einzugehen. wenn Dich meine Armut ankotzt, gut. es wird etwas dauern, bis ich dieses Kommunikationsdisater analysiert habe. ich habe Deans Flaschensammlertum ihm vorher einfach nicht abgenommen. ihn wirklich für einen Spinner gehalten. jetzt stehe ich selber als solcher da. ok., kann ich jetzt nichts mehr dran ändern. werde auch mir die Argumente der Gegenseite noch einmal ansehen. gabs da welche?

falls das noch nicht klar gewesen sein sollte:

ich nehme die Unterstellung der Homophobie ausdrücklich zurück ! und entschuldige mich ! es war zwar nicht buchstäblich gemeint, aber sowas sagt man dann einfach nicht. Entschuldigung !

ich kenne ähnliche Verhältnisse wie die des Dean; glaubte ihm aber nicht, desh. nervte er mich. nun hab ich gesehen, dass er glaubwürdig ist. versucht mich zu entschuldigen. zugegeben, dass ich ein lumpenproletarischer Pseudosnob bin. das scheint dich anzukotzen. ok.

es war als ehrlicher gutgemeinter Tipp gemeint gewesen, falls möglich, nach Hamburg zu kommen; weil ich von professioneller Seite gehört habe, dass die Ämter hier nicht so hart sind.

meine ursprüngliche Intuition war gewesen, dass ich glaubte, Missempfindungen von Nichtheteras nachempfinden zu können, ein letztes mal will ich mich selbst zitieren: "ich kann ficken, du kannst ficken. juchuhh, wir sind heterosexuell !"

aber danke für die deutlichen Worte in guter alter Punkmanier! nochmal nachtreten - so muss es wohl Dean empfunden haben. jetzt hab ich halt auch mal einen reingekriegt. ok. ich ziehe halt mein lumpenproletarisches Pseudosnobistentum der leistungsbewussten Aufsteigerpunkattitüde vor.

werde aber für länger mich zurückziehen, versuchen zu analysieren. bedanke mich aber selbstverständlich für die Anmerkung zu den "ganz eigenen Sprachformen"! Wenn, dann in Zukunft etwas konziser und vorher etw. mehr nachgedacht.

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Oh nein Ziggev, das war schon wieder ein Missverständnis!
Mit "Deine Armut kotzt mich an, ich trete Dir jetzt in den Magen, damit Du kotzt. Ich trete Dir die Zähne aus, leck hinterher meine Stiefel! So ungefähr, und andererseits wieder: Entspann Dich Alter, es ist geil, in Armut zu leben, das kann sehr freaky sein, sei halt fröhlicher Gammler! " habe ich nicht Dich gemeint, sondern beschrieben, wie Deine Haltung Dean gegenüber bei mir ankam, ich habe Dir das sozusagen in die Zunge gelegt als die Art, wie Du gerade Dean behandeltest. Und zurückziehen brauchst Du Dich gar nicht, ich habe Dich gerne hier. Beleidigte-Leberwurst-Rückzüge hatten wir schon viel zu viele.

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"Beleidigte-Leberwurst-Rückzüge hatten wir schon viel zu viele." - rofl !

aber vielleicht ist das Missverständnis diesmal sogar produktiv. nachtreten - dachte ich - ist sonst eigentlich gar nicht mein Stil.

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Das dachte ich mir;-)


Ich finde dieses Missverständnis sehr produktiv.Manchmal gelingt es halt nur mit an den Schultern fassen, Schütteln und anschreien "Benimm Dich endlich mal angemessen!";-))

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vielleicht noch eins: in meiner Gegend hängt manchmal ein Flaschensammler rum, den ich aber für nichts anderes halte als einen schlechtgetarnten Zivi-Spitzel, ein echt ekelhafter Typ. wie plump ist das eigentlich? aber Spitzel sind immer plump. eklig. hab mit dem versucht ins Gespräch zu kommen, aber nix da mit Normalsprech - auf die plumpste Art zu versuchen Leute auszuhorchen, während sich dabei ein wirklich zweifelhafter Charakter offenlegt. und welches System dahintersteckt ?! bei Hartmut ja oft genug deutlich genug was dazu gesagt. bin mir 100 pro sicher, ein Spitzel. beim eben Gesagten meinte ich diese Type und niemand anderes. da hatte ich meine agro nicht unter Kontrolle und habe projiziert. aber ziggev muss jetzt erstmal nachdenken und meldet sich ab.

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Göttin, was geht denn hier ab?
Da sind endlich mal die Gefühle so richtig draußen und die blankgelegten Nerven präsentiert, hätte in dieser Deutlichkeit und Ehrlichkeit schon vor über einem Jahr so mal geschehen müssen. Junx, Respekt!

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Missverständnisse wohin man blickt
Ich hatte zwar schon den Verdacht, dass Ziggev das zum Teil als ehrlichen Tipp gemeint hatte, dachte mir aber "Schreib mal nix, so wie das hier grade abgeht." Naja ist ja jetzt geklärt.

Vielleicht nochmal zum ursprünglichen Thema:
Che du schriebst:
"und bei Lantzschi zum Beispiel las ich das als allgemeine Aussage, als generelle poltische Forderung: Heten sollten ihre Familien nicht öffentlich inszenieren, das wäre an sich schon eine lesbenfeindliche Handlung."

So hast du das wirklich auf ihrem Blog gelesen? Und nicht vielleicht in Diskussionen über es?
Das steht doch da nirgendwo. Sie bezieht sich nur auf das Gendercamp. Und hat alles eher vorsichtig formuliert (sonst gar nicht ihre Art).
Ich hatte auch zuerst irgendwo anders was ÜBER dieses Post gelesen. Hab schon gemerkt, wie mir die Galle hochkam (ich hab ne kleine Tochter und fühlte mich quasi persönlich angegriffen). Dann hab ich erstmal bei Medienelite selbst nachgelesen und Siehe, es wurde wieder allerorten viel heißer gekocht als es irgendjemand zum Verzehr gut tut. Das geht echt schon in Richtung Beissreflex, sorry.

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Das müsste ich jetzt alles nochmal nachlesen. Schließe gar nicht aus, dass ich da einer Stimmung aufgesessen bin.Insofern: Alles unter Vorbehalt!

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Gefunden!
Ich hab das Post gefunden! Das war im Mai 2012. Verlinken?

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Ja, gerne. Alles nochmal nachlesen heißt aber auch die ganzen Debatten rundherum, einschließlich der Dinge aus Nicht-Blog-Quellen.

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okidoki
http://medienelite.de/2012/05/23/gendercamp-2012-review-zu-reproduktionsarbeit/

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das Hauptproblem scheint mir in der Tat in der Familienstruktur zu liegen. Gewissermaßen: Je mehr Eltern, Tanten, Onkel, Großeltern (...) Kinder haben, um so besser. All das kann nur bereichernd sein. Bin nicht richtig informiert, wie die gesetzlichen Regelungen z.z. aussehen. Anstatt aber kleine Kinder in beengende Familienverhältnisse einzuzwängen, sollte mal lieber es mehr erlaubt werden, dass schwullesbische Paare Kinder adoptieren können. Mehr ne Patchworkfamiliennetzwerkidee. Von mir aus auch ohne Netzwerk. Alle Studien besagen, dass das keinesfalls für irgendwen schädlich ist. Überhaupt sollten die Geschlechterkonstruktionen innerhalb der Geschlechter nicht bereits im Kinderarten schon festgezurrt werden, wie es aber immernoch (oder wieder?!) geschieht, so der wundervolle Fthenakis. Vermutlich, das folgere ich aus seinen Ausführungen, würden dann alle glücklicher leben.

Kinder dürften also schwullesbische Väter, Mütter, Tanten, Onkel, Omas und Opas haben und überall, meinetwegen auf Gendercams, herumwuseln.

Leute brauchten sich nicht mehr genötigt zu sehen glauben, sich durch ihren Nachwuchserfolg von anderen abzugrenzen zu müssen, denn die Idee, dass ihre Kinder "ihre" Kinder sind, würde mit der Zeit nur noch als mehr oder weniger zu veralteten Vorstellungen gehörend gelten.

Wie ja gern kontrovers diskutiert wird, dass, ob usw. es sich beim Gender um soziale Konstruktionen handele, aus meiner Sicht eine fraglos banale Feststellung, so liegt es allerdings ja auch klar zutage, dass die typische Kleinfamilie eine soziale Konstruktion ist.

Einiges, so hört man, deutet sogar darauf hin, dass durch sie viel Unglück erst hergestellt wird.

Konstruktionen über Konstruktionen! Langsam könnten wir uns aber mal dahinbewegen, sie aufzulösen. Ich denke hier vor allem an die Kinder.

Es ist nicht ganz fair, sie zu Gegenständen einer Debatte zu machen, die imho doch sehr viel damit zu tun hätte, dass es in unserer kapitalistischen Gesellschaft einen Roll-Back gibt mit manchmal bedauerlichen Erscheinungsformen der spießigen Kleinfamilie.

Edit: bzw. Nachtrag

Auf dem Altar der "sozialen Erwartungen und sozialen Konstruktion" geschlechtsspezifischen Verhaltens von Jungen und Mädchen, sagt Fthenakis, werde soviel Kreativität geopfert wie in keinem anderen Bereich. Hier erlebe er "wirklich den höchsten Grad an Verlust von individueller Autonomie in der menschlichen Entwicklung", es gebe keinen Bereich der menschlichen Entwicklung, wo soviel Kreativität geopfert werde. Nur um nochmal das Zitat zu bringen, wo der Experte in Deutschland zum Thema, u. a. Anthropologe und Genetiker, vollkommen unbeleckt von Gendertheorien und ähnlichem sich äußert. Fand ich faszinierend, er lässt da an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig.

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Na lieber Ziggev, das geht doch nach vorne los!
Eine sehr klarsichtige Einschätzung, zu der ich nur sagen kann: So ist es, very much to the point!

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unsere Meinungen sind oft der Spiegel unserer Seele
Steht die Diskussion in Relaton zur Schwere des Problems? Was tun wir unseren Kindern an, wenn wir unsere narzistischen Seinsweisen auf sie übertragen? Wahrscheinlich tut es ihnen nicht gut. Gleichzeitig gibt es sicherlich sehr viel Schlimmeres, was Eltern ihren Kindern antun und Kinder ihren Eltern. Eltern, und allen Menschen in unserer Gesellschaft (mich eingeschlossen) würde an dieser Stelle Blidung zu solch grundsätzlichen ethischen Fragen gut tun. Was bedeutet Respekt in der Eltrn-Kind-Beziehung? Was bedeutet Toleranz gegenüber unterschiedlichen Lebensentwürfen? Vorstellbar als Teil der Kindergarten-, Schul- und Hochschul-Ausbildung, so wie in anderen Ländern (Schweden, Finnland, Schweiz) auch schon vorhanden.

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