Dienstag, 24. November 2015
Die Hamburger Grünen und Olympia
Dass die Grünen sich seit Längerem von linken Inhalten verabschiedet haben und eher zu einer Yuppieh-Partei geworden sind wissen wir seit den späten Neunzigern. So erstaunt auch nicht, dass die Grünen in Hamburg zum Thema Gentrification nichts begriffen haben - in der Stadt, in der diese am Heftigsten und am Brutalsten in Deutschland auf dem Vormarsch ist (in München ist der Marsch bereits abgeschlossen), und die Idee, queere Positionen und Forderungen mit der Hamburger Olympia-Bewerbung zu verknüpfen erscheint mir in diesem Kontext ziemlich absurd. Das findet auch mein früherer Mitstreiter und heutiger Unansprechpartner Momorulez, aber die Art, wie er das interpretiert erscheint mir hinreichend bizarr. Grüne Gleichstellungspolitik, die am Konzept der Geschlechterdemokratie und der Emanzipation der Schwulen und Lesben orientiert bist sei homophob, es gäbe eine spezifisch linke Homophobie, und aktuelle Homophobie sei sogar in Teilen ein linkes Projekt. Irrer geht es nimmer. Immerhin hoher Unterhaltungswert im Sinne der Bizarrologie.



https://metalust.wordpress.com/2015/11/21/die-hamburger-gruenen-olympia-und-der-regenbogen/

... link (12 Kommentare)   ... comment


Freitag, 20. November 2015
Des deutschen Spießers Wunderland, heute: Im Restaurant
Im Restaurant zu Mittag essend bekam ich die Gespräche vom Nebentisch mit. Eine bemerkenswert langweilig wirkende Frau sagte zu ihrem Tischnachbarn: „Ich würde ja noch was trinken, aber nur, wenn Du auch was trinkst.“ Keine Antwort. Pause. Fortsetzung: „Ich muss aber auch nichts trinken, ich habe noch genug zu Hause.“ Und so geht das mit längeren Schweigepausen etwa 10 Minuten lang weiter, wobei sie den ersten Satz in immer neuen Formulierungen wiederholt, geradeso als wolle sie alle semantischen Möglichkeiten ausprobieren diese Aussage zu treffen. Schließlich entschließen sich die beiden noch zwei Gläser Wein zu bestellen, sie einen roten und er einen weißen.

Nun erzählt sie: „Diese 10 Minuten im Wäschetrockner hätte ich mir echt sparen können, die T-Shirts waren hinterher immer noch klitschnass.“ Er: „Hmm hmm.“ Darauf wieder sie: „Ich meine damit, dass diese 10 Minuten völlig für den Popo waren, die T-Shirts waren noch nicht trocken.“ „Ah ja.“

„Dass muss man sich mal vorstellen, dieser Trockner arbeitet ja gar nicht ausreichend. Es muss ja nicht gleich ein Trockner mit Wärmepumpe sein, aber in diesen Fall war es so, dass der 10 Minuten ganz umsonst an gewesen ist.“ „Ja, das ist nicht schön.“ „Letztendlich ist der 10 Minuten ohne Resultat gelaufen.“ Und eine Viertelstunde in diesem Dreh weiter, bis sie zu dem dramatischen Schlusssatz kommt: „Weisst Du was? Ich werde dem Hausverwalter knallhart sagen, dass 10 Minuten Trocknerzeit nicht ausreichen, sondern man die Sachen anschließend auf die Heizung legen muss.“
Wahnsinn! Knallhart! Gut, das es noch solche couragierten Leute gibt. Nun ja, das Ganze spielte sich im Harz ab, und da gibt es auch eine Gemeinde namens Hoppenstedt.

... link (1 Kommentar)   ... comment


Montag, 9. November 2015
Selbstüberschätzung
Heute griff der Kater im Garten eine Krähe an. Die floh vor ihm und twitterte dann etwas auf Krähisch, worauf sich diverse Krähen von den umliegenden Hausdächern in unseren Garten begaben und den Kater umzingelten, der sich buchstäblich mit dem Rücken zur Wand an die hintere Grundstückmauer zurückzog. Gibt es bei Katzen eine narzisstische Selbstüberschätzung? Der hatte ja auch schon Elstern in der Tanne verfolgt, die immer einen Ast weiterflatterten, er wollte sie töten, sie machten sich lustig über ihn. Denkt er, er sei ein Tiger?

... link (0 Kommentare)   ... comment


Samstag, 31. Oktober 2015
PC und PR - zwei Seiten der selben Sache
Als jemand, der sich seit Jahrzehnten regelmäßig damit auseinandersetzt, was von linken oder aufgeklärten politischen Zusammenhängen gerade wieder aktuell hinsichtlich politischer Korrektheit für gaaaanz wichtig gehalten wird (oder welche Sau da zur allgemeinen moralischen Erbaunis gerade wieder durchs Dorf getrieben wird) und der andererseits beruflich mit Texten und ihrer Wirkung zu tun hat komme ich zu der Feststellung, dass Political Correctness im Grunde PR ist, sozusagen Marketing für die diskrimnierten Minderheiten. Ob nun in den USA Elendsviertel nicht mehr slums heißen sondern projects oder hierzulande Kleinwüchsige als vertikal herausgefordert bezeichnet werden bzw. PoC als negativ von Rassismus Betroffene - das ist alles ganz analog der Sprache der Werbung, die durch kreative Neufassung von Begriffen Interesse für ein Produkt oder ein Thema gewinnen will die Erzeugung von Verständnis oder auch emotionaler Betroffenheit durch Veränderung der Sprachgewohnheiten. PC ist PR.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Montag, 26. Oktober 2015
Oldtimertag
Nachdem ich die tollen Bilder meiner Schwester und meines Schwagers von ihrer Arktis-Exkursion (vier Eisbären oder sechs Walrosse auf einem Bild, unglaubliche Farben und Lichter, die alles, was ich bei meinen Bergtouren gesehen habe oder Netbitch nach ihrem Lappland-Tripp mir zeigte toppen) bewundern konnte fühle ich mich bemüßigt, dieses Blog auch mal wieder durch flotte Bilder aufzuhübschen.

Thema ist allerdings nicht Mutter Natur, sondern das letzte Oldtimer-Treffen.





Diese Teile heißen heute Bonanzaräder, in meiner Kindheit wurden sie hingegen High Riser genannt, das Bonanzarad war eine reduzierte Version. Der Versuch, Chopper für Kinder zu bauen.



Das Innere eines VW-Bulli-Wohnmobils in den 60ern, völlig UnPC heute.






"La Divine", "Die Göttliche" hieß dieser Citroen einmal, der in den 80ern vom "Wiener" wegen der vielen verborgenen Hohlräume als das ideale Auto zum Drogenschmuggeln empfohlen wurde.







Sowas Ähnliches habe ich auch mal gefahren, in glücklicheren Jahren, brachte mir dann aber auch beim ungebremsten Crash mit 160 schwerste Verletzungen. Gelte als medizinisches Wunder, weil ich kein Krüppel wurde.




Hier haben wir das größte Motorrad der Welt, das aus Schrott von DDR-Militärlastern zusammengebaut wurde und sechs Meter lang ist.





On the eightest day, G.G. Allin aka God created Harley Davidson.




Die es allerdings unbekannterweise auch in ganz klein gibt.

... link (10 Kommentare)   ... comment


Mittwoch, 14. Oktober 2015
Schon etwas länger her, aber immer noch wahr
Madame Modeste über die Zeitblase Berliner Türken:


http://modeste.twoday.net/stories/osmans-toechter/

... link (0 Kommentare)   ... comment


Dienstag, 6. Oktober 2015
100 Kilo
Über zehn Jahre ist es her, dass ich einen Unfall hatte, bei dem sich meine linke Schulter in vier Teile zerlegte und ich anderthalb Liter Blut bei einer inneren Blutung verlor, vom ausgerenkten Arm, der dagegen eine Petitesse war ganz abgesehen. Die Ärzte sagten mir, dass ich nie wieder würde klettern können, mein linker Arm nur einen Bruchteil seiner früheren Beweglichkeit und etwa die Kraft eines Kinderarms zurückerhalten würde, falls ich denn überhaupt ohne Vollprothese auskommen würde, und mir lebenslange Dauerschmerzen bevorstünden. Ein halbes Jahr nach meiner letzten OP eröffnete ich gemeinsam mit einem Bergführer einen neuen Klettersteig im Schwierigkeitsgrad D (entspricht 5 im Vergleich zu unversicherten Kletterstrecken). Nach unablässigem Aufbautraining sagte mir mein Physiotherapeuth, dass sich die Beweglichkeit des Gelenks nach immerhin neun Jahren Training wieder gesteigert hätte. Am Wochenende zog ich im Fitnessstudio mit dem "kaputten" Arm 100 Kilo Gewicht. Soviel zum Thema Prognosen, und dem Motto meiner Oma "Nie nalaten".

... link (0 Kommentare)   ... comment


Donnerstag, 1. Oktober 2015
Happy 80ths, Jerry Lee Lewis!

... link (0 Kommentare)   ... comment


Einfach nur gut
Ebenso witziger wie wahrer Beitrag, das hier:

https://flussfaenger.wordpress.com/2013/11/12/vorauseilender-gehorsam/comment-page-1/#comment-448


Eines haben ja die Bissigen Liberalen, PI und die Mädchenmannschaft gemeinsam: Viele meiner FreundInnen, die ich auf diese Blogs geleitet habe, können sich gar nicht vorstellen, dass die sich selber ernstnehmen und dass das keine Satire sei.

Ach ja, und dann auch noch das:

https://heroinefor1day.wordpress.com/2013/11/13/in-your-head-in-your-head-theyre-still-fighting/#comments

... link (65 Kommentare)   ... comment


Sonntag, 27. September 2015
Neulich in der Seilbahn
Putziges Bild: Eine Frau in Bergausrüstung mit ihren Töchtern und ein Mann, ebenfalls in Bergausrüstung, aber mit Schlips und Notebooktasche statt Rucksack. Sie fragt ihn, ob das die angemessene Ausstattung für eine Bergwanderung sei und er erwidert: "Ich bin der Versicherungsagent des Klippenwirts und auf dem Weg zum Kundengespräch."
Auf diesem Weg werden ihm noch eine Schlange, ein Luchs, der gerade ein Eichhörnchen erbeutet und ein Habicht begegnen. Außendienst mal anders.

... link (0 Kommentare)   ... comment