Montag, 20. August 2007
Kennt noch jemand diese zwei Herren?

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Fast wie bei Asterix
aber tatsächlich passiert: Im Jahre 998 hielten sich normannische Pilger, die aus Jerusalem zurückkamen, in der süditalienischen Stadt Salerno auf. Man mochte sie dort nicht besonders, galten sie doch als wüste Raufbolde, und schmiss sie nur deswegen nicht raus, weil sie sehr viel Silbermünzen für Wein, leichte Mädchen und üppiges Essen bezahlten. Als eine Flotte sarazenischer Piraten vor der Stadt auftauchte, verhielten sich die Bewohner, wie sie sich immer in solchen Fällen verhielten: sie ließen ihre gesamte Habe zurück und flüchteten sich in die Burg, in der Hoffnung, dass die Piraten ihren Besitz mitnehmen und ihr Leben verschonen würden. Die Normannen verhielten sich auch, wie sie sich immer verhielten: Sie tauschten das Priestergewand gegen das Kettenhemd, brachten die von den Einwohnern in den Stallungen zurückgelassenen Pferde an sich und zogen den Piraten entgegen, die sie fast restlos niedermetzelten - angeblich ließen sie nur deshalb Gegner entkommen, damit diese vom Sieg der Normannen berichten konnten. Der Herzog von Salerno bot ihnen überglücklich den Job seiner Leibgarde an. Die Normannen aber erwiderten brüsk, sie hätten Besseres zu tun, und zogen weiter.

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Nomen est Omen? Zu mittelalterlichen Herrschernamen
Es ist keineswegs so, dass die Beinamen mittelalterlicher, antiker oder frühneuzeitlicher Herrscherpersönlichkeiten immer das aus heutiger Sicht Offenkundige widerspiegeln. Zwar war Karl der Kahle tatsächlich kahl, doch war weder sein Vorgänger Ludwig der Fromme fromm noch sein Nachfolger Karl der Einfältige dumm. Ludwig der Fromme war vielmehr ein gewiefter und machtbewusster Herrscher, und Karl der Einfältige ein strategischer Planer. Ludwig hieß der Fromme, weil er sich ausschließlich mit Priestern und Mönchen als Beratern umgab und die karolingische Familie systematisch von Entscheidungsprozessen ausschloss, was zu einem Bruderkrieg im Wortsinne führte. Karl der Einfältige war hingegen tatsächlich fromm, zugleich aber geradlinig, ehrlich und straight, und diese Mischung hieß damals "Einfalt". Ludwig der Gebartete war, nun ja, bärtig, Waldemar Atterdag auf das Geschehen der zukünftigen Tage ausgerichtet, Johanna die Wahnsinnige nicht ganz bei Trost, und dass die besondere Kategorie der Menschenschlächter wie Bloody Mary und Iwan der Schreckliche ihre Namen nicht aus Jux und Dollerei bekommen hatte versteht sich wohl von selbst. Hier gab es allerdings zwei Prachtexemplare, deren Namen noch etwas krasser ausfielen, die man heute aber nicht mehr kennt: Der Wikingerkönig Erik Blutaxt und der Tatarenherrscher Kara Norgai Khan, genannt "Der Schwarze Höllenhund".

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Im Mövenpick
Ich war gerade mit dem G. im Mövenpick essen, das wir früher einmal "Mösenfick" nannten, da das zugehörige gleichnamige Hotel mal als Stundenhotel benutzt worden war. Erinnerungen an vor 12 Jahren kamen auf, als wir nach einer Demo in lausiger Kälte, zu der wir aus weiterer Entfernung angereist waren, dorthin gingen, um uns aufzuwärmen. Außer dem T., der meinte, das wäre ein Bonzenrestaurant, da isst ein anständiger Linker nicht, außerdem wären da auch die Promis, die auf der Demo geredet hatten, es wäre Scheiße, sich mit Promis an einen Tisch zu setzen. Nun, die C. und ich setzten uns an einen Tisch mit einer Abgeordneten, was langfristig für mich die Folgen hatte, dass ich einen interessanten Job bekam, eine Korruptionsaffäre aufdeckte, einige ausgesprochene Schweineprojekte verhinderte - ach ja, und das Ticket fürs zu lange Parken aus Landesmitteln ersetzt bekam - während der T. sich politisch korrekt den Arsch abfror. Mann, was für ein klasse Kerl mit untadeliger Haltung, nicht so ein Opportunist wie ich ;-)

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Damals, in Vietnam
Das Bild gehört zu meinen prägendsten Eindrücken aus der frühen Kindheit. Es zeigt eine Reihe junger Burschen mit Stricken oder auch Holzgabeln um den Hals, aufgestellt wie eine Sklavenkarawane und in Schach gehalten von US-Soldaten mit Gewehren im Anschlag und der Ansage dazu "Das sind 17 jährige Kriegsgefangene in Vietnam". Ich erinnere mich auch an eine Tagesschau, in der davon die Rede war, dass auf einer Konferenz beschlossen wurde, die 12 jährigen Kriegsgefangenen freizulassen, während über das Schicksal der 17 jährigen Gefangenen noch keine Einigkeit erzielt worden sei. Da wurden also Minderjährige nach Altersklassen unterteilt als Kriegsgefangene gehalten und offensichtlich entsprechend den Alterklassen Unterschiede in ihrer Behandlung gemacht. Nirgendwo in der mir bekannten Literatur zum Vietnamkrieg oder zu den 68ern taucht das auf. Als Kindheitserinnerung sehe ich es überdeutlich, finde aber keine Quellen. Kann mir da jemand helfen? Ich wüsste gerne etwas über den Hintergrund.

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Samstag, 18. August 2007
Gedankensplitter zur Stadtplanung
Sozusagen ausgekoppelte Fragmente zu einem Shifting-Reality-Thread: Der große Stadtplaner Haussmann baute die Boulevards als Ersatz der mittelalterlichen Mauergassen (Boulevard=Bollwerk) und ordnete sie sternförmig um zentrale Plätze (Place de L´ Étoile, Place de la Bastille, Place de La Concorde, Place Vendome)an, weil sich auf diese Weise am Leichtesten ganze Stadtviertel mit Artillerie bestreichen ließen. Die Vorbereitung der Aufstandsbekämpfung schuf das heutige Straßenbild von Paris. Er führte die Asphaltierung der Straßen ein, weil sich Asphalt im Gegensatz zu Pflastersteinen nicht als Wurfgeschoss eignet. Die Höfe hinter Plattenbauten in der DDR waren nicht für den Wendekreis einer Feuerspritze, sondern für einen Panzer konstruiert.
Autobahnauffahrten werden heute kürzer und stärker gekrümmt als früher angelegt, um Trampern keine Standplätze zu bieten.

Autobahnen und Bundesstraßen in Niedersachsen und Hessen haben vor allem in Brückennähe mitten in der Fahrbahn Deckel, die aussehen, als gehörten sie zu Gullis oder Wartungsschächten. Das sind Sprengschächte, die dazu dienen, im Kriegsfall die Straßen unpassierbar zu machen, um eine Panik der Bevölkerung zu “verhindern”, was in der Praxis heißt, dass erstens keine Migration aus der Kampfzone nach Westen erfolgen soll, die die dortige Bevölkerung verunsichern oder logistische Probleme verursachen könnte, und zweitens Flüchtlingstrecks nicht die Beweglichkeit der Kampftruppen beeinträchtigen sollen. Optional können die Sprengschächte auch nuklear bestückt werden. Solche Sprengschächte finden sich auch in der Umgebung von Atomkraftwerken.

Stadtplaner teilen die Städte nach der Einkommensstruktur der Bevölkerung in A-B-und C-Konsumzonen ein, wonach sich die Ausweisung und Preisklasse neuer Einkaufszentren, der dort erhobene Mietzins und die vorgehaltene Polizeipräsenz richten.

Gemütlich, nicht? Unsere wohnlichen Städte...

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Ein tiefergelegtes Tirol
Vor kurzem unterhielt ich mich mit Don, bei ihm in Ingolstadt weilend, über das Bayernbild der Außerbayerischen. Lederbuxn-und Trachtenhutträger sind in Ingolstadt grundsätzlich Zugroaste, es gibt in der bayerischen Ebene nichts, was mit alpenländischer Alltagskultur zu tun hätte. Bei uns im Norden sind die Vorstellungen vom bayerischen Leben vielfach so schräg wie die in Bayern über Selbiges in Norddeutschland (z.B. hatte mein Gastgeber keine Ahnung von den Bremer Verhältnissen). So grübelte ich ein wenig nach über die Bayern-Klischees der Norddeutschen, und jetzt hab ich´s:

BAYERN IST EIN TIEFERGELEGTES TIROL!

Tirol ist für den deutschen Touri ein Land für Aktivurlauber, in dem man sich mit Bergsteigen, Skilaufen, Rafting, Kajaking, Trekking, Canyoning und Hiking beschäftigt. Die dortige Bevölkerung besteht aus Bergführern und Skilehrern in roter Goretex-Kleidung, knackigen Aprés-Ski-Girls, Trachtenkapellen und Kellnerinnen. Bayern ist eine entschärfte, weitgehend subalpine Ausgabe vom Ganzen plus Neuschwanstein, Deutschem Museum und Pinakothek sowie Biergärten, Weißwurst und Brezn.

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Verstand in Gefahr
Ein lesenswertes Blog:


http://www.verstandingefahr.de/index.php?/plugin/tag/justiz

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Ein Beitrag, auf den wir gewartet haben
http://politicallyimpotent.narod.ru/

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Freitag, 17. August 2007
In Festtagsstimmung präsentiert man Kurt Beck eine Vorrichtung zur Selektion von Menschen
Natürlich ohne das so zu sagen, ischa klar:

http://netbitch1.twoday.net/stories/4172362/

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Donnerstag, 16. August 2007
Calabresi
Die Berichterstattung über die N´dranghetta-Morde in Duisburg offenbart mal wieder einen Ausbund an Ahungslosigkeit. Die N´dranghetta ist nicht der "kalabresische Zweig der Mafia", sie ist eine völlig eigene Organisation. Mafia steht für "Morte alla Francia Italia arriva", ähnlich wie "FIAT" eine dieser typisch italienischen Sinnspruch-Abkürzungen, und war ursprünglich eine Widerstandsorganisation gegen Napoleon, aus der später ein Gangstersyndikat wurde. Niemand würde heute sagen, dass er zur Mafia gehört, sondern man sagt "la cosa nostra", "unsere Sache". Camorra und N´dranghetta sind völlig andere Syndikate mit völlig eigenen Banditentraditionen. Ein Freund erlebte mal die N´dranghetta life. Er war im Urlaub in Kalabrien und kam in ein kleines Dorf, wo alle am Feiern waren und man ihn spontan einlud und köstlich mit Wein und Essen bewirtete. Irgendwann erfuhr er, was da gefeiert wurde: Ein erfolgreicher Überfall auf einen Schwerlaster mit Delikatessen.

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Offener Brief eines Gefangenen an den Leiter der Abschiebehaftanstalt Büren
Sehr geehrter Herr Berg,



mit zunehmender Besorgnis machen wir auf die Irregularitäten und Fehlurteile
des Rechtsapparates in Büren aufmerksam. Dort sehen sich Immigranten unter
Ihrer Rechtssprechung verfolgt.

Es gibt ein Komplott zwischen der ZAB und dem Paderborner Landgericht, um
Immigranten willkürlich vor Gericht zu stellen. Es ist offensichtlich, dass
Urteile bereits im Vornherein entschieden wurden und bei der
Gerichtsverhandlung lediglich dem Verfolgten verlesen werden. Dies ähnelt
der Rechtssprechung in rechtslosen Staaten und der im Deutschland der
Vorkriegszeit.

Das Justizwesen, unter welchem Immigranten verfolgt werden, ist
diskriminierend und schlecht. Es dient dem Zweck, Opfer von Umständen wie
politischer Verfolgung, Krieg sowie Flucht vor Gewalt und religiösem
Fanatismus festzunehmen und unter dem Vorwand der Abschiebung einzusperren.
Die Aufeinanderfolge von Richtersprüchen für drei Monate Haft bis zu einer
gesamten Haftzeit von 18 Monaten ist eine schlechte und rassistische
Rechtssprechung.

Sind Sie sich bewusst, dass die Methoden, unter denen Sie diese Immigranten
abschieben, korrupt und nicht übereinstimmend mit den internationalen Normen
sind?

Sind Sie sich auch darüber bewusst, dass ZAB Bearbeiter Geld im Austausch
gegen Passersatzpapiere von ausländischen Repräsentanten fließen lassen?

Wissen Sie, dass Immigranten in Länder abgeschoben werden, die nicht ihre
Heimatländer sind? Ist Ihnen der Abschiebungsskandal von 2003-2004 bekannt,
von dem Deutschland weitestgehend betroffen war? Afrikaner wurden nach Ghana
abgeschoben und dort von der ghanaischen Regierung nach Deutschland
zurückgeschickt. Ähnliche Skandale gab es in der Demokratischen Republik
Kongo und in Kamerun.

Sind Sie sich bewusst, dass Behören das Gesetz manipulieren, um ihre
rassistischen Vorstellungen zu befriedigen?

Sind Sie sich außerdem bewusst, dass die Ideologie, jemanden mehr als drei
Monate unter der Bedrohung einer Abschiebung festzuhalten, darauf abzielt,
diese Person geistig und seelisch zu zerstören?

Wissen Sie, dass in Büren Fälle von Geisteskrankheiten festgestellt wurden,
und, dass diese Anzahl an Fällen zunimmt?

Wir machen Sie darauf aufmerksam, dass ein Krimineller mit deutscher
Staatsangehörigkeit- Rassist oder Mörder- möglicherweise ein milderes Urteil
erhält als ein politisch Verfolgter, der ein Jahr unter dem Vorwand der
Abschiebung festgehalten wird.

Wir sind der Meinung, dass dies eine schwere Verletzung der menschlichen
Würde ist und international nicht verfassungskonform. Es verstößt gegen die
internationale Menschenrechtskonvention, die auch die Bundesrepublik
Deutschland unterzeichnet hat.

Wir bitten um Aufmerksamkeit und kündigen hiermit unsere Streikbereitschaft
(ziviler Ungehorsam und Hungerstreik) für die unmittelbare Freilassung der
Immigranten an, die nicht eines Strafverbrechens angeklagt sind.



Ich hoffe auf eine baldige Nachricht von Ihnen.



Verfasst in Büren, am 8.Juni 2007 und zur Aktion gegen illegale und korrupte
Haft und Abschiebung.



Nuel Asanga Fon

Kamerunischer Politikstudent auf der Flucht und Kämpfer für die
Menschenrechte

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Am rechten Rand der Bloggosphäre
Bei Kewil sind gerade solche Kommentare zu lesen:

"Schlagstock her und immer feste drauf ... wenn die ersten Zähne eines Arabers am Boden herumkugeln sind die meisten dieser Helden ganz schnell ganz zahm ... wenn nicht legt man die Zähne der nicht Zahmen gleich daneben ... und wenn alles nicht hilft einfach mal ein komplettes Magazin in die Menge ... "

"Wo ist das Problem, Prügel, Peitschenhiebe und Kültürbereicherer ausweisen, denn das ist nur der Anfang vom Ende Deutschlands!"

"@murat
Hör mal du Knalltütte Murat, wir haben 270.000 Polizisten, 265.000 Soldaten, locker 10.000.000 einsatzfähige Reservisten. Was willst du Kinderschreck eigentlich. Macht nur weiter so und es gibt ordentlich Dresche!!!

@murat
Du kannst schon mal zu Allah beten du Clown

(Drei feuernde Gewehre abgebildet)"

"Als grundsätzlich Liberaler stehe ich jedem Menschen das Recht zu, so zu leben wie er will. Soll heißen: was du, lieber Murat und deine Verwandten, Freunde und Glaubensbrüder in Vorderasien macht, interessiert mich nicht im geringsten. Hier dagegen seid ihr mit freundlicher Einladung von einigen grenzdebilen Gutmenschen und auch nur solange, wie diese euch von jeglichen Konsequenzen für eure Handlungen abschirmen.

Genauer gesagt gibt es nur zwei Dinge, die euch diese Leichtsinnigkeit, Idiotie und Gewalttätigkeit erlauben: die endlos sprudelnde deutsche Sozialhilfe und das restriktive deutsche Waffenrecht, das verhindert, das natürlich nur für Einheimische irgendeine Bedeutung hat.

Sobald diese beiden Stützpfeiler wegfallen, kollabiert das Kalifat Almanya in seiner bisherigen Form innerhalb weniger Jahre. Dann lernt ihr arbeiten wie wir, euch benehmen wie wir oder ihr müsst wohl nach Vorderasien ausreisen. Denn dann klappt faul sein und rauben nicht mehr, was 80% eurer Einnahmequellen versiegen lässt.

Die Gesetze und die Polizei schützen euch und eure merkwürdige Lebensweise, ich würde euch raten, nicht leichtfertig dagegen vorzugehen. Das könnte ganz dumm für euch ausgehen, wenn plötzlich jeder Kartoffeldeutsche eine Waffe zur Selbstverteidigung hat."



Herr Staatsanwalt, bitte übernehmen Sie!

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Mittwoch, 15. August 2007
Ohne Worte und Ratschlag berücksichtigen
http://telegehirn.wordpress.com/2007/08/15/ein-ratschlag-an-die-kollegen

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Statler&Waldorf sind Migranten
und vereinigen sich mit dem Antibürokratieteam. Hmm, ich hätte jetzt eher gedacht, mit Rayson&Co. Egal, müssen sie selbst wissen. Begründet wird dies damit, dass das Interesse und die wirklich guten Kommentare in der letzten Zeit zurückgegangen sind und ein größer aufgestelltes Gruppenblog für die Zukunft vielleicht mehr verspricht. Die Trolls und entschieden Seltsamen unter den Lesern will man nicht mitnehmen. Nun gut, es scheint so, dass die Konjunktur für Netzliberale nachgelassen hat. Leider, muss man in diesem Fall sagen, denn der Rückgang in diesem Spektrum ist gleichbedeutend mit einem gewaltigen Anstieg in der islamophoben Haselnusszone der Bloggosphäre.

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Montag, 13. August 2007
Kampf um des Antideutschen Bart
Hier geht´s ja richtig ab: Telegehirn liefert eine Herleitung und Definition dessen, was Antideutschtum ist. Ich bin mit ihm ja selten einer Meinung, aber, Seitenhiebe gegen Mitdiskutanten und seine reduktionistische Klischeevorstellung von Antiimperialismus ausgenommen, (und natürlich einen inflationär gebrauchten Antisemitismus-Begriff) würde ich das ursprüngliche Posting in Teilen sogar unterschreiben. Allerdings ist es eine Zustandsbeschreibung von dem, was so um 1995 antideutsche Positionen ausgemacht hat - die militant antiislamische Zuspitzung und die unsäglichen Verrenkungen der Kritischen Theorie, die in den letzten Jahren für einen Großteil der antideutschen Diskussion (nicht die Antideutschen als Gesamtkollektiv) typisch sind, finden sich hier nicht wieder, was Lysis sogleich richtig stellt, dabei allerdings auch etwas monoptisch ist. Im Endeffekt würde ich den Positionen von Lysis unter der Einschränkung zustimmen, dass es in der autonomen Szene auch "Antideutsche light" gibt, die mit der Definition des Telegehirns, oben genannte Abstriche mit eingerechnet, durchaus beschreibbar sind und nicht die seltsame Mischung aus Lobhudelei für das israelische Militär, verdrehter Adorno-Exegese und Antiislamismus darstellen, als die antideutsche Gesinnung meist in die Öffentlichkeit tritt. Doch dieser Freiburger Cocktail beherrscht nun einmal den Diskurs.

http://telegehirn.wordpress.com/2007/08/13/antideutsch-ist-nur-ein-schlagwort/#comments


Das Niveau des Kommentarbereichs ist dann bald wieder auf Ground Zero.

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Sonntag, 12. August 2007
Nature Picture Contest
Nachdem die nette Bitch nach Kanada und Nordschweden nun in Colorado, Utah und Arizona auf Tour war und nach Kajak und Motorschlitten mit dem Raft gibt es mal wieder wunderschöne Urlaubsfotos:

http://netbitch1.twoday.net/stories/4157083


Ich nutze die Gelegenheit mal, mit eigenem alpinem Bildmaterial aus den letzten Wochen nachzulegen:



















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Bizarres am Wegesrand 2
Auf einem kleineren Berg - 2700 nochwas - traf ich ein Paar, wo der Mann nach dem Aufstieg hörbar schnaufte und wohl etwas überfordert war. Auf dem Abstieg wurde ich von der Frau überholt, die im Laufschritt zu Tal rannte, und traf eine Weile später den völlig erschöpften Mann, der Rucksack und Jacke von sich geworfen hatte und dampfend vor Hitze am Wegesrand saß. Wieder eine Weile später rannte mir die Frau bergauf entgegen (was bei 55 Grad Hangneigung echt eine Leistung ist). "Was machen Sie da?" fragte ich sie. "Bergauf, bergab?" "Ich sehe nach meinem Mann. Nur aus Liebe zu mir steigt er auf die Berge, da muss ich mich doch um ihn kümmern!" Sprach´s und entschwand nach oben. Das wiederholte sich nun einige Male; er quälte sich langsam zu Tal, während sie abwechselnd einige Kilometer bergauf bergab rannte und ihm zwischendurch Ratschläge - oder Kommandos - zurief, wie er absteigen solle. Was für Verhältnisse haben manche Leute untereinander?

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Samstag, 11. August 2007
Zur Krise der Banken, Immobilienfonds und der US-Bauindustrie
Eigentlich könnte ich jetzt mit Don anstoßen, nur trinkt der eben nur Tee und keinen Sekt. Seit 2003 postulierten wir, dass der nächste Big Bang nach der New Economy eben jener Bereich sei, der jetzt krachen geht. Ob unsere Prognostik auch weiterhin richtig liegt? Dann sollte man nach China schauen und sich ganz warm anziehen...

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Samstag, 11. August 2007
Antiislamisten machen mobil
Die Saat von PI & Co scheint aufzugehen. Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch.

http://www.welt.de/politik/article1096448/Morddrohungen_wegen_Dialogs_mit_den_Muslimen.html

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Donnerstag, 9. August 2007
Bizarres am Wegesrand
Auf der Fahrt in den Urlaub sah ich auf einem Autobahnrastplatz einen Sattelzug mit Gefahrguttank und Mailänder Kennzeichen, dessen Fahrer seine gesamte Familie - Frau, Kinder, Vater oder Schwiegervater - dabei hatte und auf einer 1-Liter-Campinggasflasche in einem Wok Gnocchi zubereitete. Hinter der Deichsel des Sattelschlepper waren eine Reihe Mountainbikes aufmontiert. Was war das für eine seltsame Kombination? Gefahrguttransport im Familienverband, oder war Papis Transportreise für den Rest der Familie der Weg in den Urlaub, oder ist das ein selbstständiger Fuhrunternehmer, der keinen eigenen PKW hat und daher mit dem Sattelschlepper in Urlaub fährt? Man weiß es nicht, man steckt nicht drin.

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In der Klinik
Die aufreizend blonde MTA von Dr. med. Mabuse trug nach der erfolgten Hirnausschabung die Biopsiereste in einem Fingerhut zur Biomülltonne, während über dem OP-Tisch die wabernden Reminiszenzen von Bewusstsein des Patienten formulierten: "Die Geschichte der “Antideutschen” ist eine Geschichte voller Missverständnisse. Gäbe es diese nicht, könnte sich noch irgendeine verfolgt fühlende Minderheit angepisst zeigen und lautstark nach Denk- und Frageverboten rufen. Man kann natürlich immer Utopien nachhängen und erwarten, die noch in der eigenen Lebenspanne verwirklicht zu sehen. Wer das tut, ist wohl der genialste, noch lebende Mensch der Welt.".
"So etwas in der Art oder ähnlich sagen sie alle, wenn ich mit ihnen fertig bin," erklärte Dr. Mabuse mit sardonischem Grinsen.

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Badische und Unsymbadische
Ein Biergarten in Stuttgart: Eine Spendensammlerin mit einer ai-Spendenmdose geht von Tisch zu Tisch. Ein Badener tut 5 Euro rein. Die Sammlerin bedankt sich und geht weiter zu einem daneben sitzenden Schwaben. Der meint: "Mer ghörn zsamme!"

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Lesebefehl zu einer spannenden Debatte auf Shifting Reality
http://shiftingreality.wordpress.de/2007/08/08/von-mises-ein-echtes-zitat/#comment-351

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Lesetipp
"Aufschrei der Utopie als radikale Kritik von zweierlei Barbarei" von Moshe Zuckermann.

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Mittwoch, 8. August 2007
Bad Taste goes poltically incorrect
Brrrr.


http://boocompany.com/index.cfm/content/story/id/15062/commentsOpen/true

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Drohende Massenabschiebung aus Oberösterreich
Linz - Rund 1.500 integrierte Flüchtlingsfamilien in Österreich seien von einer Abschiebung bedroht, teilte der Verein "Land der Menschen" mit.

Die Plattform mehrerer oberösterreichischen Bürgerinitiativen, die sich seit Monaten für ein unbefristetes Bleiberecht einsetzen, würde nun "die Kräfte noch einmal verstärken", erklärte deren Sprecherin, die oberösterreichische Landtagsabgeordnete Gertraud Jahn (SPÖ).

*Flüchtlinge verstecken*
"Es braucht ein Stück Druck", betonte Margit Hauft, Präsidentin der Katholischen Aktion und Obfrau vom Verein "Land der Menschen", der die Arbeit der Bürgerinitiativen koordiniert. Die Betreuer der Asylanten seien zu mehr bereit, "ziviler Ungehorsam" sei nicht ausgeschlossen. Im Notfall würden die Flüchtlinge auch versteckt.

*Familie steht vor Trennung*
In der Pressekonferenz wurde auf das Schicksal der Familie Demirel aufmerksam gemacht, die seit sieben Jahren in Österreich lebt. Das Ehepaar musste mit seinen zwei Töchtern aus politischen Gründen aus der Türkei flüchten und betreibt in Steyr einen Kebabstand. Das ältere Mädchen will ab Herbst die Handelsakademie besuchen, das jüngere die Hauptschule. Die Familie könnte aber nun auseinander gerissen werden: Im Fall des Vaters gibt es im Gegensatz zu seinen Töchtern und der Frau aufschiebende Wirkung.

Bei Innenminister Günther Platter stoße man "immer noch auf taube Ohren", kritisierte Jahn, die auf eine positive Lösung bis zum Herbst hofft. Diese sei aber "dringend notwendig", da bei den meisten Familien die Arbeitserlaubnis bis Ende des Jahres auslaufe. Jahn ortet einen breiten Konsens für eine Änderung im Fremdenrecht: In Ober- und Niederösterreich, Salzburg, der Steiermark, Burgenland und Wien seien in den Landtagen entsprechende Resolutionen verabschiedet worden, sie verwies zudem auf mehrere Petitionen an die zuständigen Politiker. (APA)

Quelle: Der Standard

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Dienstag, 7. August 2007
Over the Mountains and far away
Es war wunderbar, sich eine Auszeit aus der lauten Welt zu nehmen. Die Ausrüstung zusammengepackt,






ein Abschiedswink



und naufa geht´s!

Dieses nun phasenweise



langsam höher kommend





quasi vom Canyoning langsam zum Climbing übergehend











Eine wunderbare Morgendämmerung auf der Höhe





Beruhigend, beim eigenen Abmarsch zeitgleich die Raben aufsteigen zu sehen - im Zweifelsfall wird man zumindest verwertet und nicht zum Ötzi!



Und solche Panoramen sind dann der Lohn der Mühen:





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Montag, 6. August 2007
PRO ASYL: Die Menschenrechtsdefizite sind Folgen gezielter Diskriminierung
Im Oktober 2006 hat Thomas Hammarberg, der Menschenrechtskommissar des
Europarats, Deutschland besucht. Sein jetzt vorliegender Bericht
beschäftigt sich auch mit der Frage, wie es mit der Umsetzung
menschenrechtlicher Verpflichtungen im Bereich Asyl und Einwanderung
steht. Trotz aller diplomatischen Formulierungen: Hammarbergs Bericht
ist eine massive Kritik insbesondere an der deutschen
Flüchtlingspolitik, die er in vielfacher Hinsicht als nicht
menschenrechtskonform ansieht. Nach Auffassung von PRO ASYL muss
Hammarbergs Kritik Folgen haben. Die kritisierten Defizite sind das
Ergebnis einer langjährigen Ausgrenzungspolitik.

*Widerrufsverfahren*: Der Menschenrechtskommissar ist besorgt über die
deutsche Politik bei der Aberkennung des Flüchtlingsstatus und fordert
eine Überprüfung der Praxis. Es müsse geprüft werden, ob sie überhaupt
mit der Genfer Flüchtlingskonvention übereinstimme, was auch UNHCR
bezweifelt. Hammarberg weist darauf hin, dass die Gewährung
internationalen Schutzes Flüchtlingen ein Sicherheitsgefühl vermitteln
soll, dass nicht durch eine permanente Überprüfung ihres Status
gefährdet werden darf. Damit reagiert Hammarberg darauf, dass
Deutschland die europäische Spitzenposition bei der Zahl der
Widerrufsverfahren gegen anerkannte Flüchtlinge hat.

*Duldung und Bleiberecht*: Der Kommissar vertritt die Auffassung, dass
Duldungen für kurze Zeiträume gerechtfertigt sein können, stellt jedoch
fest: „Werden sie jedoch über mehrere Jahre, ja sogar Jahrzehnte
angewendet, so kann aus diesem Unsicherheitsstatus eine Verletzung der
Würde des Menschen erwachsen.“ Er begrüßt die von der
Innenministerkonferenz im November 2006 beschlossene
Bleiberechtsregelung, kritisiert aber die geforderte Aufenthaltsdauer
und weitere Beschränkungen als zu rigide. Deutschland sei besonders
restriktiv bei der Anerkennung des Flüchtlingsstatus gewesen, so dass
viele der derzeit Geduldeten deswegen keinen Zugang zu einem
Flüchtlingsstatus gehabt hätten. Das ist eine Diagnose, die PRO ASYL in
vollem Umfang teilt.

*Rechtsmittel/Rechtsberatung*: Hammarberg empfiehlt, dass Asylbewerber
zu Beginn ihres Antragsverfahrens eine obligatorische kostenlose
Rechtsberatung erhalten, was bislang nicht der Fall ist. Der Kommissar
setzt sich dafür ein, dass Asylsuchende, die wegen der Zuständigkeit
eines anderen Staates im Rahmen des sogenannten Dublin II-Verfahrens in
einen anderen Staat verbracht werden sollen, einen Rechtsschutz gegen
diese Entscheidung haben. PRO ASYL kritisiert, dass die jüngste Änderung
des Zuwanderungsrechts in die Gegenrichtung geht.

*Flüchtlingslager und Residenzpflicht*: Der Kommissar hat im Oktober
2006 ein Sammellager für Flüchtlinge in München besucht und begründet
von den dort gemachten Erfahrungen ausgehend seine Kritik. Die
Unterbringung in Lagern sei dem Wohlbefinden der Betroffenen abträglich.
Würden sie mit Sachleistungen in Form von Nahrung und Kleidung versorgt,
so sei die Achtung ihrer Privatsphäre in Frage gestellt.
Aufnahmebedingungen dürften nicht zur Marginalisierung von Asylsuchenden
führen. Besorgt ist der Kommissar auch über den jahrelangen
obligatorischen Aufenthalt von Asylbewerbern in
Gemeinschaftsunterkünften und die strengen Einschränkungen ihrer
Bewegungsfreiheit. Wenn diese Beschränkungen über Jahre andauern,
entspreche dies möglicherweise nicht in vollem Umfang den einschlägigen
Bestimmungen der Europäischen Menschenrechtskonvention.

*Abschiebungshaft*: Hammarberg empfiehlt den deutschen Behörden, das
Vorliegen von Haftgründen vor dem Antrag auf Abschiebungshaft sorgfältig
zu prüfen. Abschiebungshaft müsse umfassend gerechtfertigt sein und sei
nur dann zulässig, wenn die Abschiebung in unmittelbarer Zukunft
durchgeführt werden kann. Die deutschen Behörden müssten die Dauer der
Abschiebungshaft drastisch reduzieren. Eine weitere Empfehlung des
Kommissars: Abschiebehäftlingen soll eine kostenlose Rechtsberatung zur
Verfügung gestellt werden. Angesichts der im europäischen Vergleich
extrem langen Haftdauer hält PRO ASYL die Umsetzung dieser Empfehlung
für besonders dringend.

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Ein paar einfache Dinge zum Thema Freud, Marx und deren Rezeption
Was mich ab und an Staunen macht, ist die Tatsache, wie die Kritische Theorie bei manchen Leuten verarbeitet wird. Ihren Mißbrauch als Schlagworthalde für Antideutsche meine ich damit nicht, sondern durchaus seriöseres. Speziell bei bei schwulen Linken und solchen, die in Bereich Antipsychiatrie engagiert sind taucht häufiger ein distanziertes Verhältnis zur KT auf, das mit Freuds Neurosenlehre begründet wird, in der männliche Homosexualität als Krankheit bzw. "Devianz" (tendenziell pathologische Abweichung von einem als gegeben angenommenen biologischen Normalzustand) bewertet wird. Da der olle Sigi also abwertend über Schwule dachte, distanziert man sich von der politisch-philosophischen Umsetzung eines Teils seiner Überlegungen durch eine spätere Generation von Theoretikern und sucht sich als Theoriegebäude eher die Werke Foucaults, der als Selbst-Schwuler und Kritiker der psychopathologischen Denkschemata auch ganz gut als Identifikationsfigur taugt.


Und genau hier wird es problematisch: Einer Theorie wird der Nutzwert abgesprochen oder dieser nicht in Anspruch genommen, weil einer der Großväter ihrer Urheber der eigenen Identität feindliches Gedankengut vertreten hat und ein anderer Theoretiker gut ins eigene Identitätskonzept passt. Wunderbar das Territorium mit der Landkarte verwechselt, sage ich jetzt mal dreist als vom betreffenden Konzept unbetroffener Hetero. Und so unnötig. Wer glaubt denn heute noch an Freuds Neurosenlehre? Jedes Werk hat seine zeitgebundene und seine zeitübergreifende Komponente, und dazu gehören bei Freud seine im Geist der Zeit wurzelnden Vorurteile gegenüber Homosexualität (die sich auch umdrehen lassen: Für Linke aus meiner Umgebung gilt die Parole "Der polymorph-perverse Charakter als positives Ideal", der bisexuelle Mensch mit möglichst großer Varianzbreite an sexuellen Verhaltensweisen als Ideal des neuen Menschen), während das dialektische Modell des menschlichen Charakters mit Es, Über-Ich und Ich, das Konzept des Unbewussten, die psychoanalytische Symbolsprache und grundlegende kulturanthropologische Werke wie Totem und Tabu und das Unbehagen in der Kultur über Freuds eigenen Lebens- und Zeithorizont hinausreichen. Und genau diese Komponenten des Freud´schen Werkes sind es, die in der Kritischen Theorie zur Anwendung kommen. Umgekehrt ist Foucault für mich ein Philosoph, der mit seiner Geschichte des Strafens, Disziplinierens und Heilens wesentliche Ansätze der Körpergeschichte als historischer Hilfswissenschaft geliefert hat und dem große Verdienste als Diskurstheoretiker zukommen - da kann es mir aber persönlich egal sein, was er wiederum persönlich über die Psychoanalyse oder die Kritische Theorie gedacht hat - verwendbar sind Horkdornos und Foucaults Ansätze auch in Kombination, wenn man sie als Arbeitsmethoden und Materialsammlungen und nicht als dogmatische Behauptungen einer alleingültigen Wahrheit betrachtet. Ich dachte eigentlich, das sei arschklar.


Das ist es aber offensichtlich nicht für jeden, wie mich kürzlich auch der Standpunkt eines Freundes überraschte, der die marx´sche Lehre deswegen für überholt hielt, weil die neuere ur-und frühgeschichtliche Forschung einige der Grundannahmen im Geschichtsmodell des Historischen Materialismus nicht so gut aussehen lässt. Was aber sagen Engels´ Interpretationen des Völkerkundlers Lewis Henry Morgan, befangen im Wissenshorizont des 19. Jahrhunderts, über die Richtigkeit des Wertgesetzes oder die Akkumulation des Kapitals aus? Genau gar nichts.

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Sonntag, 29. Juli 2007
Once upon a time in the South-West
Die mexikanische Armee hatte den Auftrag, Arizona ethnisch zu säubern, um das von den Apachen kontrollierte Land als Weidegrund für die Rinderbarone zu gewinnen. 1858 löschte eine Einheit ein Indianerlager aus. Die Soldaten begannen aus ihrer Sicht sehr "sportlich", indem Scharfschützen den Frauen die Säuglinge von den Brüsten schossen, dann feuerten sie Kartätschen in das Dorf, schließlich preschten sie in das Dorf hinein und töteten alles, was noch lebte, aus der Nähe mit dem Revolver. 400 Apachen wurden ermordet. Unter den Leichen seiner Verwandten verborgen, überlebte ein junger Häuptlingssohn und ausgebildeter Krieger: Gochlayeh. Als die Mexikaner verschwunden waren, schwor er vor den Leichen seiner Sippe blutige Rache, stellte in den nächsten Monaten einen etwa hundertköpfigen Partisanentrupp aus Angehörigen verschiedener Stämme zusammen und begann seinen Rachefeldzug. Die unzulänglich mit Schrotflinten, Bogen mit Rohrpfeilen mit Steinspitzen und Lanzen bewaffnete Truppe traf auf eine Kolonne der regulären mexikanischen Armee und griff sie unter ohrenbetäubendem Geheul frontal an. Die Offiziere zückten ihre Säbel, doch Gochlayeh mähte einen nach dem anderen mit dem Tomahawk nieder. Ein mexikanischer Trossknecht sah diesen rasenden Indianer in seiner gnadenlosen Wut und rief mit gellender, vor Angst überschnappender Stimme den heiligen Hieronymus um Hilfe an. Das ging nach hinten los, denn die Apachen übernahmen diesen Schrei mit hundert Stimmen, er wurde zu ihrem Schlachtruf und zum neuen Namen ihres künftigen Kriegshäuptlings:

Geronimo!


Die nächsten 40 Jahre sollte Geronimo, der frühere Gochlayeh, die Unterwerfung Arizonas durch die Weißen nachhaltig verzögern, bedeutete Hoffnung für die ärmsten Stämme der Apachen, Angst und Schrecken für alle Weißen und Vorbild für künftige Guerrillaführer.

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