Samstag, 8. September 2007
Adornos Absage an den Historismus
Die in der deutschen Geschichtswissenschaft lange Zeit dominierende Historische Schule ist von zwei Paradigmen geprägt, die sie mit anderen Schulen in der Geschichtswissenschaft nicht gemeinsam hat: Dem Bestreben, keine Werturteile zu fällen und Geschichte möglichst objektiv beurteilen zu wollen, mit einem an die Naturwissenschaften angelehnten positivistischen Wertfreiheitsbegriff, und zum Anderen dem Bestreben, das Handeln historischer Entscheidungsträger psychologisch zu erklären, was eine gewisse Empathie zur Voraussetzung hat. Die Anwendung der Dithey´schen Hermeneutik auf Karl den Großen oder Cäsar stellt aus moderner Sicht kein Problem dar, da kann man sagen "völlig andere Zeit mit völlig anderen Wertvorstellungen". Die beiden Weltkriege stellten die hermeneutische Betrachtungsweise dann aber in eine derartige Rechtfertigungsnot, dass mit der Debatte um deutsche Schuld der Übergang von der Historischen Schule als dominante Richtung der Geschichtswissenschaft in Deutschland zur Historischen Sozialwissenschaft eingeleitet wurde. Dieser Prozess, der mit der Fischer-Kontroverse Anfang der 1960er um die deutsche Schuld am Ersten Weltkrieg begann, sollte sich über Jahrzehnte fortsetzen, da Alltags-Geschlechter- und Umweltgeschichte, kaum dass die Historische Sozialwissenschaft sich durchgesetzt hatte, dieser dieDeutungshoheit streitig machten bzw. das sozialhistorische Paradigma anders definierten. Dazu kam die noch junge Rezeption der Englischen wirtschafts/sozialhistorischen Schule (Hobsbwam/Mason) und der wissenschaftstheoretischen zwischen Weber, Lévy-Strauss und Foucault verorteten Französischen Mentalitätsgeschichte der Annales. Mitten in der Fischer-Kontoverse erteilte Adorno der historistischen Sichtweise eine schallende Ohrfeige, deren Deutlichkeit und Realitätsbezogenheit wenig zum Image Adornos als weltfremdem Grübler, der ein wenig vom Wiesengrund abgehoben sei passt. "Wogegen der durch seine Gesundheit erkrankte Menschenverstand am empfindlichsten sich sträubt, die ormacht eines Objektiven über die einzelnen Menschen, in ihrem Zusammenleben so wie in ihrem Bewusstsein, das lässt täglich kraß sich erfahren. Man verdrängt jene Vormacht als grundlose Spekulation, damit die Einzelnen die schmeichelhafte Täuschung, ihre mittlerweile standartisierten Vorstellungen wären die im doppelten Sinn unbedingte wahrheit, bewahren können vor dem Verdacht, es sei nicht so und sie lebten unterm Verhängnis. In einer Epoche, die das System des objektiven Idealismus so erleichtert abschüttelte wie die objektive Wertlehre der Ökonomie, sind Theoreme erst recht aktuell, mit denen ein Geist nichts anfangen zu können behauptet, der seine eigene Sekurität und die der Erkenntnis sucht im Vorhandenen als der wohlgeordneten Summe unmittelbarer Einzeltatsachen der gesellschaftlichen Institutionen oder der subjektiven Beschaffenheit ihrer Mitglieder. Der Hegelsche objektive und schließlich absolute Geist, das ohne Bewusstsein der Menschen sich durchsetzende Marxische Wertgesetz ist der ungegängelten Erfahrung evidenter als die aufbereiteten Fakten des positivistischen Wissenschaftsbetriebs, der heute ins naive vorwissenschaftliche Bewusstsein sich verlängert; nur gewöhnt dieser, zum höheren Ruhm von Objektivität der Erkenntnis, den Menschen die Erfahrung der realen Objektivität ab, der sie, auch in sich selbst, unterworfen sind... Wohl wäre es töricht, mit erkenntnistheoretischer Finesse wegzudisputieren, daß, wenn unterm Hitlerschen Faschismus bei einem Abweichenden um sechs Uhr morgens die Staatspolizei läutet, das unmittelbarer zu dem Individuum ist, dem es widerfährt, als die vorausgegangenen Machinationen der Macht und die Installierung der Parteiapparatur in allen Zweigen der Verwaltung.. Dennoch hängt das factum brutum des behördlichen Überfalls, mit dem der Faschismus dem Einzelnen auf den Leib rückt, von all jenen fürs Opfer entferntere und im Augenblick gleichgültigen Momenten ab. Bloß die armseligste Stoffhuberei könnte,unterm Titel wissenschaftlicher Akribie, dagegen sich blind machen, daß die Französische Revolution, so abrupt manche ihrer akte erfolgten, dem Gesamtzug der Emanzipation des Bürgertums sich einfügte. Sie wäre weder möglich gewesen noch gelungen, hätte es nicht 1789 die Schlüsselstellungen wirtschaftlicher Produktion bereits okkupier und de Feudalismus und seine absolutistische spitze, die zuzeiten mit dem bürgerlichen Interesse koaliert war, überflügelt...Wahrscheinlich waren alle bürgerlichen Revolutionen vorentschiden durch den historischen Aufschwung der Klasse und hatten eine Beimischung von Ostentation, die in der Kunst als klassizistisches Dekor nach außen drang. Gleichwohl hätte jener Zug an der historischen Bruchstelle kaum sich realisiert ohne die akute absolutistische Mißwirtschaft und die Finanzkrise, an der die physiokratischen reformer unter Ludwig XVI. scheiterten...Sogar die Zurückgebliebenheit der Produktivkräfte der einen Klasse ist nicht absolut sondern einzig relativ auf die Fortgeschrittenheit der anderen. Nicht zuletzt darum nähert nähert, wie bereits in Hegel und Marx, die Geschichtphilosophie ebenso der Geschichtsschreibung sich an, wie diese, als Einsicht von der der Faktizität verschleierte, aber diese bedingende Wesen, bloß noch als Philosophie möglich ist. Auch unter diesem Aspekt ist Dialektik keine wekltanschauliche Spielart, keine philosophische Position...Wie die Kitik der angeblich ersten philosophischen Begriffe zur Dialektik treibt, so wird sie von unten her gefordert." (Negative Dialektik, S. 293 ff.)

Hier bekommt der Begriff des Nichtidentischen eine konkrete, auf gesellschaftliche Verhältnisse bezogene Funktion, die weit enger fassbar ist als in der begriffsgeschichtlichen Herleitung bzw. Reflektion wie etwa hier: http://www.blogfrei.de/metalust/2007/09/heute_hier_morgen_da_lief_gera.html

Ist in der Hegel´schen Philosophie der Weltgeist als eine abstrakte Größe gesetzt, die sich im Schaffen des Menschen realisiert (Selbstverwirklichung in der Selbstverdinglichung), für die Junghegelianer also die Industrialisierung die Verwirklichung des Weltgeistes unter den konkreten Gegebenheiten eines bestimmten Zeitalters, womit die malochenden Arbeiter in der Industrie dann sozusagen eine individualisierte Form sind, in der der Weltgeist (moderner gesprochen: Die historische Haupttendenz einer Epoche) zu sich kommt, kritisierte Marx die heteronom, entfremdete Form, in der dies geschieht. Der vom Bürgertum als Arbeiter identifizierte, auf seine Rolle beschränkte Proletarier ist ebenso nichtselbsbestimmt wie der klassenbewusste Proletarier, der sich mit dieser Rolle identifiziert und auf seine Arbeit stolz ist, selbst wenn er um Partizipation und Verbesserung seiner Stellung kämpft. Das Nichtidentische wird hier bei Adorno zur Gegenposition: Keine Rolle mehr zu akzeptieren, die eigenen Wünsche, Ziele und Träume entgegen dem bisher historisch Gewordenen oder darüber hinaus zu realisieren, ist einerseits die radikalste mögliche Konsequenz, andererseits das Einzige, was als Gegenposition zu einer restlos dem Diktat der jeden Lebensbereich organisierenden Industriegesellschaft noch möglich ist. Hier, und nur hier, liegt bei Adorno ein utopischer Gehalt.

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Der Mutterwitz
Die Sprüche meiner Mutter sind ja besser als jede Comedy. Bei einem Anruf aus meinem Urlaub erwiderte sie auf "Du kannst Dir gar nicht vorstellen, wieviele Apfelbäume es im Vinschgau gibt!" "Gut, dann stelle ich mir das nicht vor."

Als ich mal meinte, ich hoffte, dass sie mir noch möglichst lange erhalten bliebe, kam "jemand muss ja schließlich die Suppe kochen, wenn Du hier bist." Als ich daraufhin meinte, dass ich sie für einen der wertvollsten Menschen hielte, die ich kenne, kam als Antwort "Das geht mir natürlich runter wie Öl. Übrigens gibt es von Biskin da eine neues Olivenöl, das wäre was für Dich."


Und kürzlich erzählte ich, dass ich nur zweimal im Leben von einer Wespe gestochen wurde, einmal als Kind und einmal mit 30, da meinte sie "Dann wird die Wespe sich wohl gefreut haben, dich wiederzuerkennen."

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Samstag, 8. September 2007
Die Schönheit des alltäglichen Lebens
Aaah, wenn ich mir diese Pretiosen des eigenen Gartens anschaue, kann ich nur diejenigen bedauern, die Solches nicht kennen. Ich habe zwar Lebenssituationen gehabt, in denen ich tatsächlich arm war, aber eine gewisse Naturnähe war immer vorhanden. Die Spontivilla lag an einem Park mit Teich, und mein Zimmer hatte eine tennisplatzgroße Terrasse, die spätere WG eine Dachterrasse usw. Was ich heute habe, würde ich so ohne Weiteres nicht tauschen wollen.







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Bürgerkriegserklärung
Die Meisten kennen Heinz Rudolf Kunze ja nur als Schnulzensänger, dabei hat der vor 1984 Songs gemacht, die ich subversiv nennen würde, und rangierte vor "Dein ist mein ganzes Herz" in einer ähnlichen Liga wie TonSteineScherben, Swinging Mescalero und Einstürzende Neubauten. Aber auch in der letzten Zeit hat er, wenig beachtet, Texte produziert, die an die alte Qualität anknüpfen.
Einer seiner stärksten Texte ist der hier:

Bürgerkriegserklärung
Armeen von Anschmiegsamen
Armadas von Anverwandlern
gegen die Horden des Mittuns
Sturmtrupps von Spielverderbern
Geschwader von Vereinzelungskämpfern

Gegen die Meuten der Gedemütigtwerdenwoller
Stehgreifvögel
gegen den Pöbel
Schaumschlagfertige
gegen den Abschaum

Wenn bei Fernsehgewinnspielen
wieder die Frage gestellt wird
wer Fußballer ist
Franz Beckenbauer
oder Donald Duck

Rufen Sie an
faxen Sie mailen Sie
schicken Sie eine SMS
mit der Antwort Donald Duck
Donald Duck natürlich

Wer sonst
überfluten Sie den Sender
mit der Antwort Donald Duck
bis er zusammenbricht
bis die Redakteure wahnsinnig werden

Und sich aus den Fenstern stürzen
antworten Sie überhaupt auf jede Frage
nur noch mit Donald Duck
außer natürlich
wenn nach Donald Duck gefragt wird

Bringen Sie dieses Gebäude
in dem wir tot gehalten werden
zum Einsturz
und wenn Politiker
Abscheu und Empörung äußern

Bei der Hinrichtung unschuldiger Geiseln
überschütten Sie alle Zeitungen
mit jubelnden Leserbriefen
Hurra
die Schweine sind tot

Bis sich die Journalisten erbrechen
das eigene Papier auffressen
und daran ersticken
wer hat gesagt daß man die Welt nicht ändern kann
wir können die Welt ändern

Gewaltlos
respektlos und ohne Taktgefühl
für den Rhythmus der Vernichter
werden Sie Situationist und passen Sie endlich
nirgendwo mehr hinein aber gut auf alles auf

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Donnerstag, 6. September 2007
Kleine Ankündigung
Nachdem in verschiedenen Blogs wieder verstärkt und vor allem ernsthaft über die philosophischen Grundlagen moderner Gesellschaftstheorien diskutiert wird habe ich mir vorgenommen, hier zu den Themen Historische Grundbegriffe, Kritische Theorie, Französischer Strukturalismus und Neue Linke Grundsätzliches in die Debatte zu werfen. Demnächst in diesem Theater!

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Dienstag, 4. September 2007
Abschiebungen in den Irak gestoppt!
Jugendliche Ohne Grenzen, Bayerischer Flüchtlingsrat und Karawane bewegen Airline zum Ausstieg aus Abschiebungen.

Abschiebungen in den Irak können vorerst nicht mehr stattfinden. Die Jugendinitiative „Jugendliche Ohne Grenzen“ (J.O.G.) konnte mit Unterstützung des Bayerischen Flüchtlingsrats, der Karawane-München und anderer Organisationen die irakisch-kurdische Airline Zagros-Air zum Ausstieg aus dem Abschiebegeschäft bewegen. „Unsere Firma hat sich entschieden ab dem 10. September 2007 keine Abschiebungen Depos in den Irak zu akzeptieren“, so Zagros-Air. Damit gibt es keine Airline mehr, die Abschiebungen in den Irak für die Bundespolizei durchführt.
Keiner der jungen Aktivisten hat letzten Montag daran geglaubt, dass dieser Tag solch einen Erfolg bringen würde. Montag Um 9 Uhr landen sie am Flughafen Frankfurt Hahn. Gerade haben sie eine europaweiten Konferenz für die Rechte irakischer Flüchtlinge in Schweden hinter sich. Dann soll es zurück nach München. Auf dem Weg vom Flughafen nach München noch ein kurzer Zwischenstopp in Frankfurt. Dort treffen sie den hessischen Flüchtlingsrat (HFR) und die Initiative gegen Abschiebung (IGA). Im Gepäck haben sie eine Kampagne gegen die Abschiebe-Airline „Zagros Air“ die sie zusammen mit dem Bayerischen Flüchtlingsrat, Karawane-München, BI Asyl Regensburg, Flüchtlingsforum Regensburg und Münchener Flüchtlingsrat vorbereitet haben. Layout und Finanzierung für 15.000 Protestpostkarten auf deutsch, kurdisch und arabisch stehen. Kontakte für internationale Proteste sind geknüpft. Eine Faxkampagne liegt in der Schublade. Eine Kundgebung vor der Zagros-Air Geschäftsstelle in Frankfurt wird angemeldet und für den 10. September werden gemeinsame Aktionen am Frankfurter Flughafen geplant. Denn am 10. September gehen mindestens zwei Abschiebeflüge via Zagros-Air in Richtung Erbil.

Kurz vor der Weiterfahrt nach München dann die spontane Entscheidung Zagros-Air noch einen Besuch abzustatten. Gesagt, getan: Aktivisten von J.O.G., Hessischem Flüchtlingsrat und Karawane-München besuchen die Geschäftsstelle der Airline in Frankfurt. Zwei J.O.G.-Aktivisten werden schließlich zu Frau Balsam El Fauzan, der Geschäftsführerin, vorgelassen.

Von dem Gespräch erwarten wir uns nicht viel. So wird zunächst auch bestritten, dass überhaupt Abschiebungen stattfinden. Dann wird behauptet, dass Zagros gesetzlich dazu verpflichtet sei abzuschieben. Man will die Aktivisten abwimmeln, doch Rebar Hama-Saleh (20) von JOG bleibt stur. „Wir haben mit der vorbereiteten Kampagne und dem Image-Verlust in der irakischen Community gedroht“, so Rebar-Hama Saleh, selber ein Kurde aus dem Irak. „Ich habe gesagt: Sie haben doch Bilder von kurdischen Widerstandskämpfern an der Wand hängen, wir sind doch auf einer Seite“. Plötzlich zeigt auch die Geschäftsführerin persönliche Betroffenheit, erzählt selber von Bekannten, die als Flüchtlinge in Deutschland sind. Nach 45 Minuten kommt das Einlenken: „Wir werden keine Abschiebungen mehr durchführen.“, erklärt Frau Balsam El Fauzan. Sie müsse das jedoch mit der Hauptgeschäftsstelle der Zagros-Group in Erbil abklären.

Der Bayerische Flüchtlingsrat legt am Dienstag nach und setzt Zagros-Air schriftlich eine Frist bis zum 03.09. um öffentlich den Ausstieg aus den Abschiebungen zu erklären, ansonsten würde die Kampagne stattfinden. Die Karawane-München und JOG organisieren Protestanrufe aus ganz Europa bei Zagros-Air in Erbil, die ersten Journalisten fragen bei der Airline an. Der Druck wächst. Dann kommt am Montag den 03.09., ein Fax von Zagros Air: „Laut unserem Gespräch von letzter Woche habe ich, Frau Balsam El Fauzan, mit dem Chef der Linie Zagros Air über die Abschiebungen gesprochen. Unsere Firma hat sich entschieden, ab dem 10. September 2007 keine Abschiebungen Depos in den Irak zu akzeptieren“. (Fax von Zagros-Air, 03.09.2007)

Jetzt wird die Bundespolizei es sehr schwer haben Abschiebungen durchzuführen, denn aus Deutschland fliegen kaum Airlines in den Irak. Austrian Airlines haben ihre Flüge eingestellt nachdem sie beschossen wurden, Zozik-Air, die von München nach Suleymania fliegt hatte bereits gegenüber J.O.G. erklärt, sich an solchen „Schweinereien“ nicht zu beteiligen. Schließlich bleibt als letzte Möglichkeit, dass die Bundespolizei selbst Abschiebeflüge organisiert.

Die Kampagne gegen Irak-Abschiebungen ( http://irak.antira.info) ist daher noch lange nicht am Ende. 70.000 Irakerinnen in Deutschland sind potentiell von Abschiebungen bedroht, da sie keinen gesicherten Aufenthalt haben. 11.000 Iraker wurde die Abschiebung bereits angekündigt. (vgl. Bundestagsdrucksache 16/2419 und http://irak.antira.info/widerrufsverfahren) Da Abschiebungen jedoch auf absehbare Zeit nicht möglich sind, erhalten viele Iraker den Status der Duldung, mit dem die „Bereitschaft zur freiwilligen Ausreise“ gefördert werden soll. Was dass konkret heißt, erklärt Rebar Hama-Saleh von JOG: „Da die Flüchtlinge nicht abgeschoben werden können, sollen sie durch Arbeitsverbote, Lagerunterbringung, Residenzpflicht und Versorgung mit Sachleistungen soweit zermürbt werden, dass sie freiwillig ausreisen.“

„Wir fordern ein Aufenthaltsrecht für alle Flüchtlinge. Diese Politik der Zermürbung und Abschiebung ist nicht nur ein Verstoß gegen internationales Flüchtlingsrecht, sondern zynisch und menschenverachtend.“, erklärt Rebar Hama-Saleh. „In einer Situation mit 700.000 Binnenflüchtlingen im Irak, 1.5 Millionen Flüchtlingen in Syrien und einer Millionen in Jordanien, ist es beschämend zu sehen, dass Deutschland nicht einmal den 70.000 Irakern, die es bis hierher geschafft haben, Schutz gewährt.“

mehr Informationen zu dem Thema Irak Abschiebungen auf der Sonderseite:


http://irak.antira.info

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Mir aus dem Herzen
spricht mal wieder mein Freund Don:

http://rebellmarkt.blogger.de/stories/898796

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Montag, 3. September 2007
Beihilfe zum Mord? Berlin will Menschen nach Teheran ausliefern
Ein Berliner Gericht hat die Abschiebung der 31jährigen lesbischen Iranerin Jasmin K. beschlossen, obwohl diese von einem iranischen Gericht in Abwesenheit wegen Homosexualität zum Tode verurteilt worden war, was ihre Anwältin dem Gericht beweisen konnte...

Im Iran erwartet sie nun die Steinigung, so die 31jährige gegenüber dem Online-Magazin queer.de. Das Gericht berief sich in seiner Entscheidung absurderweise auf ein Gespräch, das Mitarbeiter des deutschen Außenministeriums im Iran mit der Mutter von Jasmin K. geführt hätten. In diesem Gespräch habe die verzweifelte und verängstigte Mutter abgestritten, dass ihre Tochter lesbisch sei. Auf Grund dieser "Beweisführung" soll nun die Asylbewerberin - trotz des Todesurteils - abgeschoben werden.

Auf queer.de wird inzwischen gemeldet, dass sich der Menschenrechtsbeauftragte der Bundestagsfraktion der Grünen, MdB Volker Beck für das Leben der Frau einsetzen will: "In Schreiben an den Regierenden Bürgermeister, an den Innensenator Körting und die Landeshärtefallkommission habe ich mich für eine Aufenthaltserlaubnis für die Iranerin eingesetzt. Wenigstens eine Duldung müsste sie erhalten", so Volker Beck, den besonders die Begründung der Abschiebung entsetzte: "Diesem iranischen Flüchtling wurde der Flüchtlingsstatus von der Verwaltungsgerichtsbarkeit aufgrund einer Aussage ihrer Mutter im Iran gegenüber Mitarbeitern des Auswärtigen Amtes, dass sie nicht homosexuell sei, der Verfolgtenstatus verweigert. Diese Beweisfindung ist für mich haarsträubend. Wer wird im Iran schon die Homosexualität einer Person bestätigen, wenn dies einem Todesurteil gleichkommt?".

Beck wies zudem auf die aktuelle Hinrichtungswelle im Iran hin. Auch vor diesem Hintergrund sei eine Ausweisung unmenschlich.


http://www.hagalil.com/01/de/Antisemitismus.php?itemid=1179

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Montag, 3. September 2007
Für Rebellion gab´s früher die Kugel
Und vielleicht bald wieder: "Die Abwehr terroristischer und anderer assymetrischer Bedrohungen innerhalb Deutschlands ist vorrangig eine Aufgabe der für die innere Sicherheit zuständigen Behörden von Bund und Ländern. Jedoch kann die Bundeswehr zu ihrer Unterstützung mit den von ihr bereitgehaltenen Kräften und Mitteln immer dann im Rahmen geltenden Rechts zum Einsatz kommen, wen nur mit ihrer Hilfe eine derartige Lage bewältigt werden kann. Militärische Kampfmittel dürfen dabei bislang nicht eingesetzt werden. Hier sieht die Bundesregierung die Notwendigkeit einer Erweiterung des verfassungsrechtlichen Rahmens." - Weißbuch der Bundeswehr.

Wenn ich sowas vorlese, fange ich immer an zu nuscheln: Ich spreche diesen Rahmen stets "verfaschungsrechtlich" aus.

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Doitsche Normalität
Ronny S. , einer der Hauptrandaleure beim rassistischen Pogrom in Rostock-Lichtenhagen, wurde erst 2002 wegen versuchten Mordes und schwerer Brandstiftung wegen der guten Sozialprognose zu zwölf Monaten auf Bewährung verurteilt.Sowas hat sich in Deutschland bewährt. Hätte er einen Rüstungskonzern, ein Finanzamt, eine Polizeiwache oder ein Arbeitsamt angezündet, wäre er auch ganz ohne Bedrohung von Menschenleben u.a. wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und besonders schwerem Landfriedensbruch für 4, 5 oder 10 Jahre eingefahren. Aber Asylbewerber sind offensichtlich Menschen, deren Leben man in Deutschland ungeniert gefährden kann. Seit 1990 sind in Deutschland über 130 Menschen von Neonazis ermordet worden, ein Bruchteil der Opfer der RAF,. Während es um Letztere aber eine ungeheure Hysterie gab, regt sich über die Opfer faschistischer Gewalt kaum jemand auf. Kürzlich hörte ich Wolfgang Gessenharter argumentieren, nach dem Parteinengesetz könne man die NPD nur sehr schwer verbieten. Meines Erachtens sollte man auf diesen Laden ein ganz anderes Gesetz anwenden, nämlich den § 129 a).

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Bitte helft Lisa!
Das gebe ich jetzt einfach mal weiter:

"Sehr geehrte Damen und Herren und liebe Freunde,


hiermit möchte ich mich mit einer dringenden Bitte an Sie wenden.

Mein Name ist Paimana Heydar. Ich bin 23 Jahre alt und komme ursprünglich aus Afghanistan.
Mit 5 Jahren musste ich mit meiner Familie aus Afghanistan fliehen. Nun lebe ich seit 11 Jahren in Deutschland.
Wenn ich mir die Kriegsgeschichte und Unterdrückung in Afghanistan anschaue, bin ich froh, dass ich sie seither nur aus Büchern und Erzählungen kenne.
Nach einigen Monaten habe ich durch mühsames Suchen den Kontakt zu der Familie einer damaligen Nachbarin und besten Freundin gefunden. Die Familie Saify hat es nicht geschafft, wie wir damals aus Afghanistan zu fliehen. Dementsprechend haben sie wie tausende afghanische Familien dafür auch einen hohen Preis gezahlt.
Der Vater und die älteste Tochter der Familie sind von den Taliban entführt und ermordet worden. Die allein stehende Witwe und ihre 5 Kinder (Töchter) haben nach dem Tod des Vaters und der Schwester in vielen Flüchtlingslagern Pakistans unter extrem schwierigen Lebensbedingungen überleben müssen, da die Mutter in Afghanistan weitere Entführungen ihre Töchter befürchtete.
Ich hoffe, ich muss nicht ausführlicher erklären, wie es in den Flüchtlingslagern in Pakistan vor sich geht. Es hat uns sehr viel Zeit und Geld gekostet, sie da rauszuholen und eine winzige Zimmerwohnung und den Lebensunterhalt gelegentlich zu finanzieren.

Eine Tochter der Familie (nach dem Tod der ältesten, die zweitälteste) mit dem Namen Lisa hat sich beim Arbeiten als Reinigungskraft eine Fraktur des Mittelfußes zugezogen. Diese Fraktur wurde mit einer Nagelung versorgt, es kam aber zu einer Pseudoarthrose mit Entzündung des Fußes, so dass dringend eine operative Versorgung indiziert ist ( eine Tripelarthrodese des Mittelfußes), die finanziellen Mittel dieser Familie aber hierfür bei weitem nicht ausreichen. Zur Zeit lebt die 17jähige Lisa unter ständigem Schmerzen und braucht ständig starke und teuere Schmerzmittel. Eine operative Versorgung ist die einzige Möglichkeit , ihren Fuß noch zu retten. Sie ist u.a. die Säule für das Überleben ihre Familie.

Mit Hilfe einer Ärztin habe ich die CT- Bilder einem deutschen Chirurgen vorgelegt, der sie begutachtet hat. Den Bericht schicke ich auf Anforderung gern zu.
Des Weiteren habe ich den Kostenvoranschlag einer pakistanischen Klinik, die diesen Eingriff vornehmen kann. Auch diesen schicke ich auf Anforderung gern zu. Mit dem Arzt der Klinik habe ich persönlich telefoniert. Dieser hat mir mitgeteilt, dass er eine Biopsie der Wunde vorgenommen hat und es sich um eine bakterielle oder tuberkulöse Entzündung handelt, so dass das Mädchen aktuell operabel wäre.
Die Kosten belaufen sich insgesamt auf etwa 3500 Euro.

Ich fühle mich für diese Familie verantwortlich, weil ich selbst ein Kriegskind bin und mir lieber nicht ausmalen möchte, unter welchen gesundheitlichen Bedingungen ich leben müsste, wenn meine Familie mich nicht ins sichere Deutschland gebracht hätte.
Ich kann aber dennoch sehr mitfühlen, wie es Lisa in ihrer Lebenssituation und ihrem gesundheitlichen Zustand gerade geht. Daher bitte ich Sie, mir jegliche Hilfe zukommen zu lassen, damit ich Lisa helfen kann wieder auf die Beine zu kommen und sie wiederum ihre Familie versorgen kann.

Wir kümmern uns um unsere Gliedmaßen als Teile unseres Körpers.
Warum nicht ebenso um die hilfebedürftigen Menschen als Teil der Menschheit?
Helfen Sie mir, helfen Sie Lisa !!!

In aller Hoffnung

Paimana Heydar"

Spenden bitte auf das Gemeindekonto der evangelisch-methodistischen Christuskirche unter dem Betreff: „Hilfe für Lisa Saify“

Gemeindekonto Konto-Nr.: 1734585013 BLZ: 100 900 00 (Berliner Volksbank)

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Zur Irrelevanz des Antideutschtums
Mit Lysis, Nullzeitgenerator, Dr. Dean und anderen habe ich ja diverse Debatten zum Thema Antideutsche geführt und mich gewundert, welche Bedeutung diesen mancherorts beigemessen wird. In meiner Stadt gibt es einerseits zurzeit ein Revival der klassischen autonomen Antifa, die hauptsächlich aus sehr jungen Leuten besteht, teils marxistisch-leninistisch und teils anarchistisch ausgerichtet, mit Antifaschismus und Antiimperialismus als gemeinsamer Klammer (nicht der antizionistische Antiimperialismus, hinsichtlich Israel und Juden ist man sensibel). Die bilden mitunter relativ große Schwarze Blöcke. Und auf der anderen Seite gibt es vielleicht 5-6 Antideutsche, die aber auch niemandem weh tun. Eines der Hauptthemen hier im Norden ist eine Bleiberechtskampagne für jugendliche Bürgerkriegsflüchtlinge vor allem aus dem Libanon und Afghanistan, da hätte der Antiislamismus der Bahamiten schlechte Karten. Gut, aber das kann ja wonanders anders sein. Ich sprach gerade mit einem guten Freund über seine Einschätzung dieser Dinge. Er ist Mitbetreiber eines linken Buchladens und regelmäßiger Organisator aller möglichen Tagungen, Lesungen und Kongresse und sollte es daher wissen. Ich erzählte ihm also, dass es Leute gäbe, die der Meinung seien, die Antideutschen übten eine Diskurshegemonie innerhalb der radikalen Linken aus, bzw. alle Diskussionsprozesse im linksradikalen Lager würden durch die Antdeutschen beeeinflusst und fraktioniert, und fragte, ob das so wäre. "Totaler Schwachsinn!" war die Antwort, und er meinte, dieADs wären eine winzige Sekte ohne zahlenmäßige Relevanz in der linken Szene, wenn auch publizistisch äußerst aktiv. Man müsste in Berlin, Magdeburg, Leipzig, Dresden, Freiburg oder bestimmten Wohngegenden Hamburgs leben und durch den Binnenhorizont der jeweiligen Stadtszene das politische Geschehen insgesamt wahrnehmen,, Junge-World- oder konkret-Redaktionsmitglieder kennen oder ausschließlich online statt im richtigen Leben politische Diskussionen verfolgen, um zu einem solchen Fehlurteil zu kommen.

Na, dann bin ich beruhigt! ;-)

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Pressefreiheit, weltweit
Dass Finnland bei der Pressefreiheit ganz vorne liegt wundert mich nicht. Auch nicht, dass Nordkorea und Kuba ganz hinten liegen. Die US and A und Israel sind allerdings, was ihr Verhalten in auswärtigen oder auch nicht ganz so auswärtigen Gebieten (Irak, Afghanistan, Palästina) angeht von Diktaturen nicht so weit entfernt. Also: für stalinistische Alt-Antiimperialisten, Neocons und Antideutsche gilt gleichermaßen: Ihr seid empirisch auf dem falschen Dampfer.

http://www.reporter-ohne-grenzen.de/rangliste-2006.html

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Heia Safari!
Ich weiß nicht, was dieses gerade bei netbitch gefundene Blog sagen soll, aber ich habe jedenfalls köstlich gelacht!


http://te34.wordpress.com/

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Noch´n Literaturtipp
Fast vergriffen und nur noch ganz selten zu haben, wer sich für Geschichte aus undogmatisch-linker Sicht und speziell der englischen Schule interessiert sollte eilen: Eric Hobsbawm, Europäische Revolutionen 1789-1848, Kindler Verlag.

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Es gibt keine Nazis mehr
Denn der Deutsche als Solcher mag ja nur vielleicht keine Inder (Ihren Reis und ihre Restaurants wahrscheinlich schon) und bitteschön - ein bißchen Gewalt ist auf Volksfesten ganz normal.


http://gideonboess.wordpress.com/2007/08/22/nazis-gibt-es-doch-gar-nicht/

Mir fällt dazu ein Text aus einem Western ein: "Diese Rassisten und Verrückten bringen jeden um, der eine andere Hautfarbe hat." "Dann muss man mit diesen Rassisten und Verrückten kurzen Prozess machen, ehe alle Anderen vor die Hunde gehen!" (Django)

Aber glücklicherweise stellen sich solche Fragen gar nicht erst in einer Welt, in der jeder rassistische Gewaltakt nur ein Ausfluss der Mentalität braver anständiger Deutscher ist, die nur ihren durch die Existenz andersartiger Menschen bedingten Hass auschwitzen wollen.

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Sonntag, 2. September 2007
Von der Aktualität des Anarchismus
In seinem Buch "Anti-Aging für die Anarchie. Das libertäre Barcelona und seine anarchistischen Gewerkschaften" berichtet Horst Stowasser, eingebettet in eine Geschichte des katalanischen Anarchismus davon, dass Anarchosyndikalismus für die Gewerkschaftsbewegung in Barcelona durchaus heute noch ein Thema ist.

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Eine neue Kategorie oder new kids on the blog
findet sich in meiner Blogroll. Sie nennt sich "Spezialisten". Lange Zeit hatte ich mir überlegt, wie ich hier die Bissigen Liberalen und Statler&Waldorf unterbringen sollte. An sich sind, der pathetischen Revolutionsfolklore entsprechend, mit der ich mich hier selbstironisch auf die Schippe nehme, alle Blogs und Webseiten mit "GenossInnen" verlinkt, auch wenn dies realiter teils Leute sind, die mit meinen politischen Ansichten nicht konform gehen. Bei den BLOGs und S&W sieht die Sache nun aber so aus, dass es sich um explizit politische Blogs wirtschaftsliberaler Ausrichtung handelt, deren Vertreter sicherlich nicht begeistert wären, hier als GenossInnen verlinkt zu werden. "Lesenswerte Klassenfeinde" haben Andere schon, und zudem möchte ich künftig noch andere Blogs und Webprojekte zu wissenschaftlichen und kulturellen Themen sowie Klettern und Bergsteigen verlinken. Daher eröffnet hier also die neue Kategorie "Spezialisten".

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On the eightest day
God created Harley Davidson


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Freitag, 31. August 2007
Noch´n Nachschlag zur Architektur
Ganz Barcelona steht voll von sowas:

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Von Stil und Geschmack
In einer HInsicht muss ich Don Recht geben: Es kommt drauf an, was man aus dem eigenen Ambiente macht. Sicher hat der Hüter eines Stadtpalais in Oberbayern, der Besitzer eines Bauernhofs in Norddeutschland, die Bewohnerin einer Eigentumswohnung in einer Jugendstilvilla im Vorderen Westen oder der künftige Erbe eines mehrstöckigen MIetshauses in einer alten Hansestadt andere Möglichkeiten als die Bewohnerin eines WG-Zimmers im Industriegebiet oder jemand, der zur Miete in einem Altbau in einem Berliner Problemviertel lebt und zum Luftholen in die Hasenheide muss, trotzdem kommt es darauf an, ob man es versteht, stilvoll mit dem Vorgefundenen umzugehen oder nicht. Ein Nachbargrundstück ist wesentlich größer als unseres, aber mit einem Garagenhof verziert. Bringt viel Kohle, sieht aber scheußlich aus. Ein anderer Nachbar hat seinen Garten mit Schuppen und Verschlägen verunstaltet - auch nicht schön.

Ich hingegen erfreue mich eines wunderschönen Gartens, ach was, Parks, der auf einem alten Hinterhof entstand.

















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Nachtrag zu Le Corbusier
Vergleiche ich die moderne Monstralarchitektur hiermit, ist klar, wer gewonnen hat:









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Eilmeldung: Nigerianer von griechischer Polizei umgebracht
http://thecaravan.org/node/1326

Tony Onouha killed by the greek police

The state repression hasn't degraded at all, despite the upcoming
elections and the hot summer. During the evening of Saturday 18th of
August 2007, according to reports, undercover policemen were after the
25-year-old Tony Onouha, immigrant from Nigeria, who had been selling CDs
in a cafe in Kalamaria, Thessaloniki.Tony Onouha, let your spirit go after
the policemen that killed you Based on denouncements of his fellow
countrymen, Tony Onouha, recognised those policemen as the ones who had
beaten him up, one year ago. He tried to run away and finally fell from
the first floor of the cafe, 5 meters height, to the street, where he died
instantly. [photos]
Some reports say that the immigrant was pushed by the police officers. In
any case, the death of Tony Onouha is one more assassination by the state
repression mechanism, the Hellenic Police.

Right after Onouha's death, his fellow countrymen and anarchists in
solidarity had a vigil at the place of the incident. Some of them
protested and had a conflict with the riot police and undercover policemen
who went there to suppress the protest. Roadblocks were set up and the
riots kept on until Sunday 4am. [photos]

On Monday afternoon, 500 hundred people participated in demonstration
including many people from the black community and people in solidarity,
including the antiracist initiative of Thessaloniki, left and
anarchist/antiauthoritarian groups. When the march was in front of the
Polce Department, the demonstrators threw a lot stones against the
guarding riot police.

http://thecaravan.org/node/1326

The protests have been announced to go on during the following days

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Mittwoch, 29. August 2007
Der Antisemitismus der Antideutschen
Ein sehr wahrer Text aus aufgeklärt-muslimischer Sicht:

http://www.trend.infopartisan.net/trd0105/t280105.html

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Psychopathische Think-tank-Pläne
Die in diesem speziellen Fall den Begriff "Neoconnazis" als so falsch nicht erscheinen lassen. Gefunden beim Spiegelfechter:

http://www.spiegelfechter.com/wordpress/195/us-think-tank-dreht-durch

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Rütlischule revisited
Ein paar wesentliche Erkenntnisse, die eigentlich am Anfang der Debatte hätten stehen müssen, gefunden bei Ringfahndung:

"Am Beispiel der Rütli-Hauptschule in Berlin Neukölln mit ihren vielen arabischen Jugendlichen ist die Ignoranz der politischen Mitte schnell erzählt. Seit fünfzehn Jahren haben Sozialarbeiter, Sozialwissenschaftler, Journalisten und GEW-Vertreter vor den Problemen vor allem mit den palästinensischen und libanesischen Familien Neuköllns gewarnt. Die Großeltern und Eltern der Kinder der Rütli-Hauptschule kamen in den Achtzigerjahren als Bürgerkriegsflüchtlinge nach Berlin. Sie erhielten keinen sicheren Aufenthaltsstatus, sondern stets auf wenige Monate befristete Duldungen, die ihnen die Aufnahme von Arbeit verwehrten. Die Familien wurden auf Dauer in ein System reduzierter Sozialhilfe gezwungen und hatten nur selten die Möglichkeit, ihr Leben durch eigene Arbeit zu finanzieren. Integrations- oder gar Deutschkurse gab es nicht, und die Schulpflicht für ihre Kinder wurde erst Anfang der Neunzigerjahre durch den rot-grünen Senat verfügt. Dieses Leben im Transit währte 10, 15 oder gar mehr als 20 Jahre.

Das Ergebnis dieser Politik sind zerrüttete Familien, die von Analphabetismus geprägt sind, und Überlebensstrategien, die nicht immer mit bürgerlichen Wertvorstellungen übereinstimmen. Wer nun in kulturkämpferischer Pose über diese Jugendlichen herfällt und meint, sie seien ein weiterer Beweis mangelnden Integrationswillens von Muslimen, ist nicht nur zynisch, sondern zeigt: Das Interesse ist nicht Erkenntnisgewinn, sondern die schiere Lust auf Krawall."

http://www.taz.de/index.php?id=archivseite&dig=2006/04/04/a0162

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Montag, 27. August 2007
Kritiklose Theorie oder vom Elend der Antideutschen
abdelkader bringt es knackig auf den Punkt:
http://abdelkader.blogsport.de/2007/08/14/gegen-die-barbarei-der-zivilisation/

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Freitag, 24. August 2007
Das Nichts ist entdeckt
http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/0,1518,501791,00.html

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Video ergo sum oder coito ergo sum?
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,501713,00.html

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Antirassismus vom Feinsten on Tour
re/visionen. Postkoloniale Perspektiven von People of Color auf Rassismus,
Kulturpolitik und Widerstand in Deutschland

Buchvorstellung und AutorInnengespräch über Community und politische
Selbstorganisationen
mit Ekpenyong Ani (ADEFRA - Schwarze deutsche Frauen/Schwarze Frauen in
Deutschland), Sun-ju Choi (Koreanische Frauengruppe), Gaston Ebua (The Voice
Refugee Forum), Isidora Randjelovic (Bashe Rroma) und Kien Nghi Ha


b_books, Lübbener Str. 14, 10997 Berlin-Kreuzberg, Metro: Schlesisches Tor
am Montag, den 10.9.2007 und 21 Uhr

Mit re/visionen erscheint im deutschsprachigen Raum erstmals ein Buch, das
ausnahmslos Stimmen von People of Color versammelt. Entsprechend stehen hier
die vielfältigen Perspektiven von Afro, Asiatisch- und anderen Schwarzen
Deutschen sowie von Menschen mit außereuropäischen Flucht- und
Migrationshintergründen im Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit. Diese
konzeptionelle Grundlegung ist zentral, um uns auf den Zusammenhang zwischen
rassifizierten Subjektpositionen und kritische Wissensproduktion zu
konzentrieren.
In den 1960er Jahren erhielt der Begriff "People of Color" in den USA -
beeinflusst durch die weltweiten Befreiungskämpfe anti-kolonialer
Revolutionär/-innen - neue politische Impulse. Inspiriert durch die
Anfangserfolge der Black Panther zielten diese radikalen Bewegungen auf
Selbstbehauptung und interkommunale Ansätze für die politische
Zusammenarbeit. Aufbauend auf diese Erfahrungen wurde People of Color zu
einer gemeinsamen Selbstbezeichnung, die Solidarität unter allen rassistisch
Diskriminierten herstellt und quer zur rassistischen Politik des Teilens und
Herrschens verläuft.
Dieses Buch knüpft insoweit an diese historischen Kämpfe und ihre
Subjektperspektive an, in dem wir die Erfahrungen und das Wissen von People
of Color als vielschichtigen Ausgangsrahmen für eine breitangelegte
Auseinandersetzung mit vernachlässigten Themen begreifen. In vier Kapiteln
mit 40 Beiträgen kommen Theoretiker/-innen, Aktivist/-innen und
Kulturarbeiter/-innen zu Wort. Sie eröffnen einen gemeinsamen
Diskussionsraum für postkoloniale Denkansätze und suchen nach Möglichkeiten
der Übersetzung wie Weiterentwicklung.
Während im ersten Kapitel aktuelle Analysen zu Rassismus, anti-islamischer
Kopftuch-Hysterie sowie dem ausgrenzenden Migrations- und Integrationsregime
mit seinen kolonial-rassistischen Hintergründen im Vordergrund stehen, wird
im zweiten Teil der Macht zur Konstruktion und Produktion kultureller
Selbst- wie Fremdbilder nachgegangen. Die anschließenden Beiträge erörtern
die Bedeutungen antirassistischer Kulturpolitik und werfen Fragen nach einer
Kunst der kollektiven Selbstbestimmung auf. Abschließend werden unter
anderem durch Gespräche mit ADEFRA und The VOICE sowie durch Beiträge der
Koreanischen Frauengruppe und Karawane (München) das Verhältnis zwischen
Widerstand, Individuum und Community thematisiert und durch eine Diskussion
mit einem Mitglied von Kanak Attak partiell dokumentiert.
Um der hier vertretenen Diversität in ihren verschiedenen Ausdrucksformen
gerecht zu werden, arbeiten wir nicht nur mit wissenschaftlichen Analysen
und politischen Essays, sondern auch mit Interviews, literarischen
Textformen, Kurzportraits, Geschichtssplittern und Comics. Durch diese
unterschiedlichen Zugänge und Wahrnehmungsebenen entsteht ein komplexes
Bild, das nicht abgeschlossen, vollständig oder einheitlich ist und auch
nicht danach strebt.
Der Versuch marginalisierte Subjektperspektiven mit einer
grenzüberschreitenden Identitätspolitik zu verbinden, um mit befreienden
Impulsen in aktuelle politische Debatten einzugreifen, ist das Anliegen von
re/visionen.

Kien Nghi Ha, Nicola Lauré al-Samarai, Sheila Mysorekar (Hg.): re/visionen.
Postkoloniale Perspektiven von People of Color auf Rassismus, Kulturpolitik
und Widerstand in Deutschland, ISBN: 978-3-89771-458-8, 456 Seiten, 24 Euro,
Unrast Verlag.

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Solidarität mit den Dicken oder lieber dünn sein?
http://shiftingreality.wordpress.de/2007/08/22/gestern-sind-mal-wieder-dicke-von-einem-aufgebrachten-mob-durch-ein-westdeutsches-dorf-gehetzt-worden/

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Donnerstag, 23. August 2007
Polizeistaat 1.0, damals war´s oder vom klandestinen Kampf der Stasi-West
Kürzlich hatten so einige meiner Leser bezweifelt, dass meine durchaus auf Tatsachenmaterial gestützten Vermutungen, die Rostocker Krawalle im Vorfeld des G8-Gipfels könnten zumindest in Teilen Resultat einer staatlichen Inszenierung sein richtig sein könnten und angenommen, es handle sich meinerseits um eine Beschönigung autonomer Gewaltbereitschaft. Was würdet Ihr denn hierzu sagen: Das BKA erwirbt eine private Firma, die Wecker herstellt, nur, damit diese als Zünder für Bombenattentate zum Einsatz kommen und observiert die KäuferInnen dieser Wecker systematisch? Eine Käuferin landet nur für den Kauf eines Weckers für längere Zeit im Knast? Zuviel Fantasie, sagt Ihr? Mir sitzt der Schalck im Nacken? Die Stasi würde so etwas machen, aber doch niemand im freien Westen? Nun, es war für unsereins längere Zeit Thema in der täglichen politischen auseinandersetzung, sehr lehrreich dafür, wie in diesem Lande die Staatsgewalt wirklich tickt:

http://www.tolmein.de/linke-geschichte,revolutionaere-zellen,200,da-haben-alle-mitgezogen.html

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Dienstag, 21. August 2007
HartzIV nur ein Sommerlochthema
Armut ist wahrscheinlich allein deswegen eine Petitesse, weil die Leute nicht viel Geld haben. In den 1980ern war der klassische Yuppie-Spruch mal "Eure Armut kotzt mich an". Das hat der Herr Stelzner wohl kultiviert. Wo war noch gleich der "Ich bremse nicht für Yuppies!" Aufkleber?

Solche Leute sähe ich gerne langzeitarbeitslos, das volle Programm, mit ein paar Junkies, die sich über Rezepte aus Kokain und Rattengift unterhalten neben sich im Gang sitzend, mit sadistischen Sachbearbeitern, die einen Antragsteller 8 Stunden im Gang warten lassen, um ihn dann mit den Worten: "Ihr Antrag kann diese Woche nicht mehr bearbeitet werden" nach Hause zu schicken, die angebrochene Sektflasche auf dem Schreibtisch.

http://ecoblog.blog.de/2007/08/17/freitagskolumne_der_zynismus_des_zaren~2825888

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Die applaudierende Masse
Wenn ich das hier so lese:


http://www.antibuerokratieteam.net/2007/08/20/gaffen-sabbern-applaudieren

fällt mir spontan ein, wie bei der Niederschlagung einer Revolte von Abschiebehäftlingen in einem Knast in Kassel die Menschenmennge es sich draußen mit Klappstühlen und Bierkästen gemütlich machte. BAP hat den Geist der toitschen Massen schon gut getroffen: "Heil Halali und grenzenlos geil". Widerlich.

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Dienstag, 21. August 2007
Damals, 1648
ritt ein Bote durch Deutschland und verkündete: "Der Frieden ist im Land!" Da fragten die Leute ihn: "Wer ist der Frieden? Verbrennt der auch wieder unsere Dörfer und treibt unser Vieh weg?"

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Doitsche Freizeitgestaltung: Hetzjagd auf Inder
Und ein ausländerfeindlicher Hintergrund ist mal wieder "nicht auszuschließen". Na, ich denke, man sollte dringend mal über die Frage diskutieren, ob Hitler möglicherweise Antisemit war und am Ende gar ein Nazi.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,500795,00.html

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Gesellschaftskritik feiern
Während Eva Haule, die Frau mit der an Deutlichkeit nicht zu übertreffenden Aussprache ("Frau Haule, können Sie etwas über die internen Strukturen der RAF erzählen?" - "Mit Leuten wie Ihnen rede ich nicht, auf Leute wie Sie schieße ich.") nun auch wieder auf freiem Fuß ist, meinen andere "vergesst die RAF!". Damit haben sie zumindest insofern Recht, als dass die gewalttätigste Sackgasse unter den Verirrungen der westdeutschen Linken nichts ist, an das man irgendwie anknüpfen könnte. Lehrreich bleibt ihre Geschichte trotzdem, nicht nur als Beispiel, wie man es nicht machen sollte, sondern auch als Lehrstück für die Funktionsweise von Strukturen und Mechanismen dieser Gesellschaft.


http://aus-in-der-vorrunde.de/taxonomy/term/101

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