Mittwoch, 31. Oktober 2007
Das Weltklima auf einem Bild
fand ich in der russischen Zeitung Nowaja Gazeta. Sehr passend!


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Staatlicher Rassismus muss ohne Feigenblatt auskommen
Die HAZ von heute:


„Die Härtefallkommission ist eine Farce“


Niedersachsens Wohlfahrtsverbände kündigen dem Innenminister ihre
Mitarbeit auf

Von Michael B. Berger
Hannover. Sie soll ausländischen Staatsangehörigen, die nach den
üblichen Bestimmungen des Aufenthaltsgesetzes kein Bleiberecht haben,
„aus dringenden humanitären oder persönlichen Gründen“ zu einem
Bleiberecht verhelfen: die Härtefallkommission. Seit einem Jahr besteht
sie in Niedersachsen. Doch jetzt kündigen die Wohlfahrtsverbände dem
Innenminister die Zusammenarbeit auf. „Die Härtefallkommission ist eine
Farce“, sagt Jochen Flitta von der Arbeiterwohlfahrt. „Mit Humanität hat
diese Konstruktion wenig zu tun“, sagt Günter Famulla, Vorsitzender des
Paritätischen: „Wir geben zum Jahresende unser Mandat zurück.“
Famulla ist eines von acht Mitgliedern der Kommission, die Innenminister
Uwe Schünemann (CDU) nach langem inneren Widerstreben vor einem Jahr ins
Leben gerufen hat. Nach Angaben des Flüchtlingsrates hat die Kommission
in diesem Jahr neun Fälle abschließend bearbeitet, fünf von ihnen
positiv beschieden. „Das ist eine viel zu niedrige Quote“, finden
Famulla und Jochen Flitta, der stellvertretendes Mitglied in der
Kommission ist und der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien
Wohlfahrtsverbände vorsteht. Kaum ein Flüchtling habe überhaupt die
Chance, als Härtefall wahrgenommen zu werden, weil die
Ausschlusskriterien „viel zu streng und rigoros“ seien. „Skandalös“
findet etwa Famulla, dass jemand schon von vorn herein als möglicher
Kandidat für eine Härtefalllösung ausscheide, wenn irgendein
Familienmitglied mit dem Gesetz in Konflikt geraten ist: „Das ist doch
Sippenhaft.“
Famulla und Flitta betonen, dass ihre Ankündigung, die
Härtefallkommission zu verlassen, keine Kritik an den anderen
Kommissionsmitgliedern oder am Vorsitzenden der Härtefallkommission,
Frank Frühling, bedeute. „Aber unsere Kritik, dass das enge Korsett der
Bestimmungen nur dazu dient, von vorn herein die meisten Leute
auszuschließen, hat sich in der Praxis bestätigt. Die Hürden, sich eines
Falles anzunehmen, sind skandalös hoch gesetzt.“ Wie der Flüchtlingsrat
kritisieren die Wohlfahrtsverbände, dass nur in Niedersachsen so hohe
Hürden aufgebaut werden.
Als Mangel empfinden sie, dass nicht die Kommission, sondern der vom
Innenminister eingesetzte Vorsitzende über Annahme oder Nichtannahme
eines Ersuchens entscheide. Befasse sich dann die Kommission mit einem
Fall, müssten sechs der acht Mitglieder für eine Anerkennung stimmen:
„Die Dreiviertelmehrheit ist zu hoch.“ Und selbst wenn die Kommission
einen Fall positiv entscheide, gebe der Innenminister, wie im Frühjahr
geschehen, einem Flüchtling nur ein Aufenthaltsrecht für ein halbes Jahr
und eine Art Bewährungszeit: „Da machen wir nicht länger mit.“
Man habe mit Innenminister Schünemann wiederholt das Gespräch gesucht,
aber keinen Termin bekommen. Nun wolle man sich nicht missbrauchen
lassen. „Es wird der Eindruck erweckt, Niedersachsen habe da eine
seriöse Kommission. Doch die hat nichts zu beschicken“, sagt Famulla.

Kommentar
Alibi-Veranstaltung

Innenminister Uwe Schünemann hat sich lange geziert, überhaupt eine
Härtefallkommission einzurichten. Die Behandlung von humanitären
Flüchtlingsfragen liege doch beim Petitionsausschuss des Landtages in
den besten Händen, hat der CDU-Politiker noch vor gut einem Jahr
argumentiert – und nur auf Druck des Landtages schließlich doch diese
Kommission eingerichtet.
Deren Ergebnis ist nach einem Jahr Arbeit ernüchternd: Nur eine Handvoll
von Fällen wurde akzeptiert, die Ausschlusskriterien sind tatsächlich so
eng gefasst, dass die Kommission nur in den seltensten aller Fälle
wirklich tätig werden kann. So droht die Kommission für Härtefälle,
trotz des Engagements ihrer acht Mitglieder, zu einer reinen
Alibi-Veranstaltung zu verkommen. Schünemanns Warnung, man solle bloß
nicht viel von einer solchen Kommission erwarten, war zutreffend. Er hat
sie so eingemauert, dass sie wenig beschicken kann.

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Afrika macht Schule, Part2
Bekanntmachung:
Einladung zum Vortrag von Boubacar Joseph N´Diaye zur Geschichte der Sklaverei und zur Filmvorführung „Little Senegal“

Der Freundeskreis Tambacounda e. V. möchte Sie/Euch recht herzlich im Rahmen unseres Projektes „Afrika macht Schule“ zu einem Vortrag von Herrn Boubacar Joseph N´Diaye am 7.11.07 im Leibnizhaus und zur Filmvorführung „Little Senegal“ am 9.11.07 im Kommunalen Kino Hannover einladen.

Herr N´Diaye ist Leiter des Museums der früheren Sklaveninsel Gorée (eine vorgelagerte Insel von Dakar) und wird in seinem Vortrag am 7.11.07 im Leibnizhaus über die Geschichte der Sklaverei und des Kolonialismus im westlichen Afrika sprechen. Bis 1848, wo der Sklavenhandel verboten wurde, war Gorée fast 200 Jahre der größte Weltumschlagsplatz für den Handel mit Menschen. Bekannt ist insbesondere das Sklavenhaus, das heute ein Museum ist. Von hier aus wurden Millionen von Menschen unter menschenunwürdigsten Bedingungen nach Europa und Amerika deportiert. Die UNESCO zählt Gorée aufgrund seiner immensen historischen Bedeutung heute zum Weltkulturerbe.
„Little Senegal“ ist ein herausragender Film über die Geschichte der Sklaverei und der kulturellen Identität der heutigen Afro-Amerikaner: „Alloune hat seit über 30 Jahren im Museum für die Geschichte der Sklaven auf der Insel Gorée vor Dakar gearbeitet. Seit kurzem im Ruhestand, entscheidet sich der 65-jährige Witwer, in die USA zu reisen und die Spuren seiner Vorfahren zu verfolgen, die vor über 200 Jahren als Sklaven in die Neue Welt verkauft wurden“. Als Hauptdarsteller glänzt Sotigui Kouyaté aus Mali, einer der profiliertesten Schauspieler des Kontinents. Der Film lief im Wettbewerb der Berlinale 2001. Im Anschließenden Filmgespräch wird Herr N´Diaye Fragen des Publikums beantworten.

Vortrag zur Geschichte der Sklaverei
Datum: Mittwoch, 7. November 2007



Zeit: 10-14 Uhr



Ort: Leibnizsaal im Leibnizhaus Hannover, Holzmarkt 5, 30159 Hannover

Filmvorführung „Little Senegal“
Datum: Freitag, 9. November 2007

Zeit: 18 Uhr



Ort: Kommunales Kino Hannover, Sophienstr. 2, 30159 Hannover

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Dienstag, 30. Oktober 2007
Die Hardware der Globalisierung
Sind Börsenkurse der abstrakteste Gradmesser der makroökonomischen Entwicklung, sind, neben der lebendigen Arbeit und den konsumierten Produkten, die Transportmittel des Warenim- und Exports der handgreiflichste. Und da sticht es ins Auge, dass auf den Containerterminals von Rotterdam, Hamburg oder Marseille alle paar Jahre neue Containerbrücken gebaut werden müssen, weil die Kapazität der alten nicht mehr ausreicht. Hier liegt ein kleines Schiff am Verladekai (120 Meter Länge). Solche Fahrzeuge dienen als Leichter, Kümos und Commuter. Leichter heißt, sie entladen auf hoher See Containerschiffe, die zu groß sind oder es zu eilig haben, um Häfen anzulaufen, Kümos besorgen die Weiterverteilung der Container entlang der Küsten (z.B. Hamburg-Emden, Hamburg-Kiel oder Hamburg-Stralsund), Commuter bringen Container so weit flußaufwärts, wie Flüsse für Seeschiffe befahrbar sind (auf der Elbe bis Torgau und Riesa).



Das ist schon ein etwas größeres Schiff, sozusagen der Kurzstrecken-Containerfrachter, der von Hamburg Häfen wie Stockholm, Danzig oder Brest anläuft.




Die nächste Kategorie hätte noch vor 2 Jahrzehnten als absolutes Riesenschiff gegolten und verkehrt zwischen Nordsee und Mittelmeer oder Deutschland und Russland.



Wirklich große Schiffe sind die Vollcontainerfrachter, die auf den Routen nach Kuala Lumpur, Shanghai, Manila oder Yokohama verkehren, sie entsprechen in Abmessungen und Wasserverdrängung Großtankern oder schweren Flugzeugträgern. Etwa 50% der in Hamburg verladenen Container gehen von oder nach China oder Südkorea.



Absolut riesig ist dieser Kohlefrachter, der als Bulk-Carrier alternativ auch Erdöl befördern kann: 300 000 BRT, 350 m Länge, 60 m Breite, 40 m Seitenhöhe, 23 m Tiefgang. Gut drei Flugzeugträger der Nimitz-Klasse in einem Rumpf! Wie nennt man so etwas? Ultragigant? Größere Schiffe wird man kaum noch bauen können, weil die Erdrotation bei ihnen zum Wirken kommt: Die Fliehkraft beeinflusst bereits ihren Kurs.




Tja, da war die christliche Seefahrt eine andere Angelegenheit. Historisch gehören die Kanvaswolken noch in unsre Zeit, technisch sind sie vom heutigen Seeverkehr so weit entfernt wie ein Space Shuttle von einer Dampflok.




Unbeirrt schauen die Kormorane und andere Meeresbewohner dem Treiben zu. Noch fällt, trotz aller Umweltbedrohungen, immer etwas für sie ab.


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Unseren täglich Rassismus gib uns heute, liebe Polizei!
Manchmal ist die Welt ja viel zu schön, um überhaupt noch wahr zu sein, oder so. Die letzte Story von rassistischer Gewalt seitens der Statsmacht habe ich noch gar nicht verarbeitet und ergo auch noch nicht gepostet, da lese ich das hier: http://citronengras.de/provinzcowboywillkuer-gegen-jungvermaehlte

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Der Sieg im revolutionären Kampf ist nah!
Vor so etwas 20 Jahren traf sich unsere kleine heterogene linksextreme Gruppe zu einer Klausurtagung, für die man sich einige Tage in einer Hütte fernab der lauten Welt einquartierte. Nach langen ernsthaften Diskussionen machte man sich mit ein wenig Gras und viel Tequila locker, was irgendwann dazu führte, dass ich behauptete, im Jahr 2020 würden die revolutionären Hundertschaften auf Eisbären durchs Brandenburger Tor reiten. Das wurde damals sogar protokollarisch festgehalten. Hol mich der Teufel - seither sind wir einen Schritt weitergekommen.


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Mieterparadies
Manchmal fasse ich´s ja nicht. Meine Mutter besitzt ein größeres Mietshaus. Eine Mieterin, 30 Jahre alt, teilzeitbeschäftigt mit relativ viel Freizeit, hat den kompletten Inhalt ihres Kellers vergammeln lassen, die Sachen sind so mit Schimmel überzogen, dass es irgendwann von außen zu riechen war. Was passiert? Meine 81 jährige Mutter räumt in stundenlanger Arbeit eigenhändig den versyphten Keller aus und macht ihn sauber, während die Dame Mieterin rauchend vor dem Fernseher sitzt. Beide Beteiligten finden das völlig normal. Wie gesagt: Ich fasse es nicht.

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Rose vor meinem Haus
Ein ums andere Mal: Ich mag meine Umgebung. Nie würde ich in eine dieser aufgeräumten Spießersiedlungen in der Vorstadt ziehen. Schönheit hat die Innenstadt allemal zu bieten.

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Architektur gestern und heute, Dauerbrenner
Also zumindest Mut hat der Gerkan ja. Ich weiß jetzt nicht genau, ob ich das als Monstralarchitektur abtun oder gut finden soll.


Und ein ums Andere Mal: Mit der Übergangszeit vom Historismus zum Jugendstil habe ich dieses Problem nicht, die Häuser finde ich immer wieder Klasse.






Und auch der reine Neoklassizismus hat seine unbestreitbaren Stärken.


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Dienstag, 30. Oktober 2007
Traumkameras
Diese Digitalkameranitis habe ich ja nie mitgemacht. Digitalkameras mit der Leistungsfähigkeit von Kompaktkleinbildkameras der ersten Hälfte der 80er als der Technologie neuester Schrei, gar Fotohandys mit Fixfokus-Objektiv, pfft. Wenn digital, dann Hasselblad, ansonsten wären diese Analogmodelle mein Wunsch:




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Deportation-Class Superservice by Zagros Air: Ins wilde Kurdistan
Bislang gehört die Weltregion, die landläufig unter dem Begriff Kurdistan bekannt ist, nicht zu den Schwerpunktregionen des Welttourismus. So ist auch die kleine Fluggesellschaft Zagros Air, nomen est omen, auf Verdienstmöglichkeiten angewiesen, die sich nicht durch Tourismus im landläufigen Sinne finden lassen. Teilweise waren diese Verdienstmöglichkeiten auch verdienstvoll, z.B. wurden schwerverletzte kurdische Kinder zur Behandlung in deutschen Krankenhäusern nach Deutschland geflogen. Nun aber erschloss die Bundesregierung der Zagros-Air einen neuen Kundenkreis, man könnte das n auch durch ein r ersetzen: Zagros Air führt Deportationsflüge durch und verfrachtet abgelehnte Asylbewerber und Flüchtlinge in den Nordirak. Da sind sie auch sicher hochwillkommen, da man bei einem bevorstehenden Waffengang schließlich noch Menschenmaterial braucht, hätte ich jetzt fast geschrieben. Auf jeden Fall freut sich Zagros Air über Fanpost, die deutlich sagt, was man von einem solchen Treiben hält - man hatte das Unternehmen schon einmal dazu gebracht, sich auf seine humanitäre Tradition zu besinnen, aber die die Bundesregierung hat Druck auf das Unternehmen aufgenommen. Nun, wie wär´s im Rahmen der politischen Hydraulik mit Gegendruck?

Gedruckt wird sowas:

z.H.: Frau Balsam

Fax: 069 / 69 59 737 30 und 069 / 68 09 17 67

Tel: 069 / 69 59 7370

Sehr geehrte Frau Balsam,

bisher kannte ich die kurdisch-irakische Zagros-Air als ein Unternehmen,

das dafür sorgte, dass verletzte irakische Kinder in Deutschland behandelt

wurden. Nun wurde mir bekannt, dass ALIRAQ Aviation-Travel für Zargros-Ai

r ab Montag den 22.Oktober wieder beginnt ihre eigenen Landsleute gegen

ihren Willen in den Irak abschiebt. Ich bin zutiefst beschämt, dass sich

jetzt sogar Iraker selbst an dem Unrecht beteiligen, das den irakischen

Flüchtlingen in Europa widerfährt. Gerade Ihrer Firma, die ihren Hauptsitz

in Erbil hat, sollte die dramatische Lage im Irak bekannt sein.

Sie sollten wissen, dass ich es mit meinem Gewissen und Glauben nicht

vereinbaren kann, weiter mit einer Airline zu fliegen, die sich aus reiner

Profitgier an unmenschlichen Abschiebungen beteiligt.

Stellen Sie sich auf die Seite der Menschen und des Lebens - steigen Sie

aus dem schmutzigen Geschäft mit den Abschiebungen aus! In der Hoffnung,

bald wieder guten Gewissens mit Zagros-Air fliegen zu können,

_____________________________

Ort, Datum, Unterschrift

————

An:

ALIRAQ Aviation-Travel

GSA Zagros Air

Wilhelm-Leuschner Str. 7

60329 Frankfurt am Main

z.H.: Frau Balsam

Fax: 069 / 69 59 737 30 und 069 / 68 09 17 67

Tel: 069 / 69 59 7370

Sehr geehrte Frau Balsam

mit Entsetzen habe ich erfahren, dass die Fluglinie Zagros Air, vertreten

durch das Frankfurter Reisebüro Aliraq Aviation Travel GmbH mit der

Abschiebung irakischer Flüchtlinge aus Deutschland Geld verdient. Wie Sie

wissen, haben viele Tausende Irakerinnen und Iraker aus dem Nordirak zur

Zeit des Regimes Saddam Husseins ihr Land verlassen und haben in

Deutschland Zuflucht gefunden. Die meisten von Ihnen haben gearbeitet und

von ihrem Arbeitsverdienst ihre zurückgebliebenen Familien unterstützt und

haben so einen wesentlichen Beitrag für die Stabilität, den Aufbau und die

Autonomie der unter kurdischer Verwaltung stehenden Regionen geleistet.

Weil das Wirtschaftsembargo der Vereinten Nationen auch für die kurdische

Autonomieregion galt und selbst kleine

Geldüberweisungen an die Familie davon erfasst waren, wurde viele dieser

Personen zu hohen Strafen verurteilt. Sie und alle weiteren Flüchtlinge,

denen inzwischen der Flüchtlingsstatus entzogen wurde,sollen nunmehr in

den Irak abgeschoben werden.

Dies geschieht zu einer Zeit, in der die Flüchtlingskrise im Irak

bedrückende Ausmaße angenommen hat. Die kurdischen Provinzen sollen

derzeit 700.000 Flüchtlinge aus anderen Landesteilen beherbergen. Dass das

reiche Deutschland damit beginnt, diese Flüchtlingskrise dadurch zu

verschärfen, dass Menschen, die schon vor vielen Jahren in ihrer Heimat

alles aufgegeben haben, nun abgeschoben werden, ist ein grober Bruch der

Solidarität zwischen den Völkern. Dabei missachtet Deutschland sogar die

Empfehlungen des UNHCR. Diese Empfehlungen besagen, dass eine Rückkehr in

die kurdischen Provinzen nur für diejenigen möglich ist, die dort noch

familiäre Bindungen haben. Demgegenüber sollen aus Bayern alle abgeschoben

werden, die in einer der Provinzen oder in Kirkuk geboren wurden – selbst

wenn sie dort nicht gelebt haben oder kein Familienangehöriger mehr dort

heute noch lebt.

Wir möchten Sie dabei noch darüber informieren, dass ein Teil der

Personen, die abgeschoben werden, nicht einmal über gültige irakische

Reisedokumente verfügt. Sie sollen mit sogenannten EU-Laissez-passer in

den Irak einreisen. Diese Praxis wird von kaum einer Regierung geduldet

und kommt daher nur bei Abschiebungen in den Kosovo, der unter Verwaltung

der UNO steht, zur Anwendung. Sollte die autonome kurdische Verwaltung

oder die irakische Regierung diese klare Verletzung staatlicher

Souveränität dulden, würde uns dies sehr wundern und die entsprechenden

Autoritäten in ein schlechtes Licht rücken. Falls die Einreise mit diesen

Papieren nicht glückt, haftet Ihre Gesellschaft für den Rücktransport, da

der Transport von Passagieren ohne gültige Einreisepapiere durch die

Internationalen Luftverkehrsabkommen untersagt ist.

Bitte unterstützen Sie die deutschen Behörden nicht bei diesem Vorhaben.

Stellen Sie ihre Firma nicht für dieses schäbige Geschäft zur Verfügung.

Wir sind uns sicher, dass diese Praxis viele Reisende, die ihre Familie

besuchen wollen oder geschäftlich nach Erbil fliegen müssen, davon

abhalten wird, ihre Fluglinie zu benutzen und Ihnen diese Art von

Geschäften daher auch wirtschaftlichen Schaden zufügen wird.

Mit freundlichen Grüßen

_____________________________

Ort, Datum, Unterschrift

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Polizei überfällt Flüchtlingsunterkunft
Am Morgen des 24. Oktober 2007, um 6:20 marschierten 250 Polizisten mit Hunden in eine Flüchtlingsunterkunft in Remscheid. Sie brachen in die Zimmer ein, legten Handschellen an und zwangen die Flüchtlinge zu Boden. Mindestens zwei Stunden lang wurden die Zimmer durchsucht. Es war eine angebliche Drogenrazzia, die von der Presse begleitet wurde, um die Kriminalisierung durch die Medien in die Köpfe zu tragen.

Für die Flüchtlinge der durchsuchten
Unterkunft ist der Einbruch in den dunkle Morgenstunden keine neue Erfahrung. Viele
haben solche Razzien bereits erlebt und jedes Mal schreien Gesellschaft und Medien auf: "Seht die Gefährlichen in unserer Nachbarschaft!"

Wir werden uns gegen den Staatsterror zur Wehr setzen und fordern die Staatsanwaltschaft auf, nicht nur bei der Ermittlung nach Drogen so gründlich zu sein. Mohammad Selah aus der selben Unterkunft musste im Januar dieses Jahres sein Leben lassen, weil das Sozialamt in Remscheid ihm die Ausstellung des Krankenscheines verweigerte. Die Verweigerung der Gesundheitsleistungen im Falle Selah war kein Einzelfall, viele der Flüchtlinge müssen darum kämpfen ihr Recht auf medizinische Versorgung zu erhalten. Seit Januar nun hat die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen aufgenommen und bisher ist nichts ausser Schweigen zu vernehmen. Stattdessen schickt die Staatsanwaltschaft Polizisten in das Flüchtlingslager. Polizisten die im Raum Wuppertal
und Remscheid wegen ihrer Übergriffe auf MigrantInnen und jugendliche Punks bekannt sind. Polizisten die durch rassistische Bemerkungen und ihrer Brutalität den Wut der Menschen nicht nur in Wuppertal auf sich ziehen.

Wir werden in der nächsten Woche mit allen Menschen, die diese Zustände beseitigen wollen, auf die Strasse gehen und auf die

Zustände in Remscheid und Wuppertal aufmerksam machen. Wir werden laut die Verbrechen der deutschen Polizei und den

staatlichen Institutionen benennen. Die Polizisten, die Menschen in Polizeigewahrsam verbrennen wie im Falle Oury Jalloh, die

Jugendliche auf Strassen erschiessen wie im Falle Dominique Koumadios, die Frauen in Abschiebegefängnisse vergewaltigen wie

im Abschiebehaft Bremen, laufen frei und unbestraft davon. Doch wenn sie einen von uns angreifen, greifen sie uns alle an und

wir werden nicht müde die Verbrecher und ihre Dienstherren zu benennen, welche Hass und Rassismus offen in die Gesellschaft

tragen und den Boden bereiten für alle rassistischen Übergriffen und die Menschen vorbereiten für kriegerische

Auseinandersetzungen in anderen Ländern.

Die Ankündigung für Aktionen nächste Woche folgt entweder durch email oder wird auf der Internetseite der Karawane

veröffentlicht.

Solidarität gegen den Staatsterror, Abschiebung, Rassismus und Krieg.
Nieder mit Rassismus, egal ob in Uniform, in Robe oder in Springerstiefeln.

Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen
Düsseldorf & Wuppertal

http://thecaravan.org

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Montag, 29. Oktober 2007
Mutterwitz remixed
Heissa, der Humor meiner Mutter ist im besten Sinne des Wortes nicht von schlechten Eltern. Als ich nach einem Familienessen kürzlich gemeinsam mit ihr abwusch, nahm sie ein Küchenmesser und sagte: "Ich ermessere Dich jetzt!". Als ich erwiderte, so etwas würde sie nie tun, nahm sie eine Schere in die Hand und meinte: "Schere Dich nun hinfort!".

Beim Essen selber war im Radio ein Bericht gekommen, demzufolge ein Metzger einen Bordellbesitzer regelrecht geschlachtet, die Leiche fachgerecht zerteilt und die Leichenteile in eine Talsperre geworfen hatte, wo diese aber gefunden und identifiziert wurden. Ich kalauerte, dass man sie deshalb gefunden hatte, weil die Leichenteile die Abflüsse verstopft hätten, weil das Opfer ein Zuhälter war. Während der Rest der Familie sich lachend die Schenkel hielt, kam von ihr Knochen (oder Gebein) trocken, allein für diese Pointe hätte sich die Tat schon gelohnt.

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Montag, 22. Oktober 2007
Alex Vilenkin sagt: "Keine Panik!"
Er gilt als der neue Hawking oder gar als der neue Einstein. Der Kosmologe Alex Vilenkin gehört zu den Physikern auf der Suche nach der Weltformel, der Großen Vereinheitlichen Theorie, der Allgemeinen Thoerie von Allem. Im Gegensatz zur bisher verbreiteten Inflationstheorie, die von einer unendlichen Ausdehnung dieses Universums ausgeht, postuliert Vilenkin den Hitzetod des Universums im Big Crunch bzw. Endbang (Das ist ein Llankru, also ein umgekehrter Urknall), wenn auch erst in Trillionen von Jahren. Das sei aber gar nicht weiter schlimm, so Vilenkin, denn es sei nur ein lokales Ende, da der Kosmos aus Milliarden Universen bestünde, die sozusagen die Blasen eines Schaumes bildeten. Na, da können wir ja beruhigt sein.

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Neues von Lisa
Ich hatte hier vor einiger Zeit den Aufruf "Bitte helft Lisa!" einer Frau aus der Gruppe "Jugendliche ohne Grenzen" gepostet. Hier ging es darum, dass Lisa Saify, in Pakistan lebende Afghanin, die vor dem Bürgerkrieg ins Nachbarland geflohen ist und Ernährerin ihrer Familie, einen komplizierten Trümmerbruch erlitten hat und Geld für die chirurgische Behandlung benötigt. Sowohl auf diesen Aufruf auf meinem Blog als auch auf Mailappelle sowie Aushänge in Kneipen und Buchläden wurde gespendet, so dass jetzt mindestens 1600 Euro zusammengekommen sind. Damit sind die Operationskosten für Lisa Saify wahrscheinlich gedeckt. Danke dafür an alle!

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Sehr zu empfehlen: arranca!
Sie ist erschienen, die neueste Ausgabe der Zeitschrift der Gruppe F.e.l.S (Für eine linke Strömung). Im Editorial wird immerhin darauf hingewiesen, dass man von der Existenz eines Internet und einer Bloggosphäre Kenntnis genommen habe, tatsächlich werden auch einige Themen berührt, die auch auf PlanetXBerg oder Indymedia abgehandelt werden. Zu eigenen Blogaktivitäten der Redaktionsgruppe als Solcher wird es aber wohl erst in einigen Jahren kommen, so zu Blog 5.0 - Zeiten. Die handlungsorientierte Linke bleibt bodenständig, und das heißt Recycling-Papier statt Bloggerei. Auf kompakten 68 Seiten werden die Themen Rausch, Sucht, Neoliberalismus, Islamophobie contra Homophobie, Theologie der Befreiung, Mystik und Sufismus, die Rolle Papst Ratzingers, § 129 a) und Globalisierungskritik aus einer teils Foucault-geprägten, teils antiimperialistischen (im Sinne des Neuen Antiimperialismus) Sichtweise behandelt. Autonome Theorie auf der Höhe der Zeit.In diesem Zusammenhang übrigens dem geschätzten Georg herzlichen Glückwunsch zu dem gelungenen Essay über Islamophobie.

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Montag, 22. Oktober 2007
Herr Schäuble und Frau Harms
Ich weiß, wie man Gentrifizierung schreibt und was das ist. Ich bekenne, dass ich schon vor 20 Jahren dagegen agitiert habe. Ich tue das auch weiterhin.

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Donnerstag, 18. Oktober 2007
Bizarre Welten
Na, da treibt die Ironie ja Blüten, die selbst mir skurril erscheinen. Hitler trifft sich mit Achmachdochdschihad und der Berliner Mauer zum Kaffeetrinken. http://portal.gmx.net/de/themen/digitale-welt/internet/web-trends/4799398-Ahmadinedschads-Netz-der-falschen-Freunde,page=1.html

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Mittwoch, 17. Oktober 2007
Das türkische Militär zivilisiert mal wieder die Kurden
Absolut beschissen, was da wieder statt einer längst überfälligen politischen Lösung abgeht. Falls die türkische Armee allerdings tiefer in irakisches Territorium vordringt, könnte sie eine an sich ja pädagogisch wertvolle Erfahrung machen, nämlich, dass der Kurde diesmal Panzer hat.

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Dienstag, 16. Oktober 2007
Total natural
Die nette Bitch schwelgt in ihren Erinnerungen an ihre nordamerikanischen Abenteuer und sehnt sich nach der Ferne.

http://netbitch1.twoday.net/stories/4352143


Kann ich gut nachvollziehen und ziehe zugleich gleich. Zumal ich gerade anfange, die Bergtouren für nächsten Sommer zu planen. Noch 10 Monate, dann geht es wieder los.









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US-Justizbeamte foltern Jugendlichen zu Tode
Gefunden bei Monoma:

http://autismuskritik.twoday.net/stories/4346750/

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Montag, 15. Oktober 2007
Großstadtpflanzen
Ich wohne in Zentrumsnähe einer Großstadt in einem Haus mit großem Garten, und zumindest diesseits der Stadtgrenze, noch nicht einmal im eigentlichen Stadtrandgebiet, gibt es ein intaktes Flachmoor.

Sage mir niemand, Wohnen in der Stadt hätte keine hohe Lebensqualität.
















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Titanic sagt, wie es ist
Zu Mügeln: "Offenbar geht die Polizei aber nicht von einem organisierten rechtsextremen Hintergrund aus: Zwar seien bei der Hetzjagd Parolen wie "Ausländer raus" zu hören gewesen, sagte eine Polizeisprecherin. Ein Anhaltspunkt für ein generell fremdenfeindliches Motiv ergebe sich daraus aber nicht. Man ermittle in alle Richtungen" - nur gut, sächsische Polizei, dass man dir nicht die Ermittlungen bei den Nürnberger Prozessen überlassen hat: "Zwar seien im Dritten Reich Parolen wie "Juda verrecke" an der Tagesordnung gewesen und Juden in großer Zahl mißhandelt und ermordet worden; ein Anhaltspunkt für eine generelle Judenfeindlichkeit der Bevölkerung ergebe sich daraus aber nicht" - puh!

In dubio pro neo: Titanic.

... und die Tatsache, dass Horx und Maxeiner im gleichen Heft "Pappnasen" genannt werden gefällt mir auch richtig gut.

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Mit den Waffen eines Historikers
Früher dachte ich ja immer, Männer, die Waffen sammeln, seien höchstwahrscheinlich ziemlich verkorkste Persönlichkeiten, wie sie Theweleit in seinen Männerfanatasien beschrieben hatte. Da wusste ich noch nicht, dass ich selbst einmal eine Waffensammlung besitzen würde. Allerdings habe ich nie gezielt und bewusst angefangen zu sammeln. Der Kampfsport bringt es mit sich, dass man auch mit Schwertern trainiert, Interessen und Kontakte, die man als gelernter Historiker so hat und die Gewohnheit, als Gastgeber gerne eine Shakespearian Athmosphere schufen ein Übriges, und inzwischen habe ich einige schöne Stücke beisammen.
Vielleicht sollte ich mir demnächst eine Glasvitrine zulegen, nachdem Netbitch schon meinte, bei mir sähe es aus wie in einem Museum bei der Inventur.

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Samstag, 13. Oktober 2007
Der Belgierwitz
Seit Ossis nicht mehr Ostfriesen, sondern Sachsenpreußenthüringer heißt, ist der Ostfriesenwitz aus der Mode gekommen, und seit Opel die Modelle Tigra und Calibra so ausgelegt hat, dass nicht mehr jeder Hans und Schwanz dran rumschrauben kann gibt es auch keine Manta-Witze mehr. Andere Minderheitenwitze haben in Deutschland zumeist gleich einen offen dikriminierenden, in der Tendenz faschistoiden Charakter. Anders ist dies in Frankreich, wo man ganz unverblümt alle möglichen Minderheiten oder Ethnien durch den Kakao zieht und dabei die weißen Franzosen im Allgemeinen den Rest der Welt verspotten (insofern hat das mindestens unterschwellig schon etwas Chauvinistisches). Besonders gerne macht man Witze über Schweizer und Belgier, wobei Letztere vor Allem als langsam, umständlich, ungehobelt und dauernd Fritten essend beschrieben werden. Das Besondere an den Belgiern (die meisten Belgier, die ich erlebt habe, hatten einen skurrilen Humor) ist aber, dass sie selber über die Belgierwitze lachen.

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Donnerstag, 11. Oktober 2007
Der nächste Sommer kommt!
Während so langsam der Herbst beginnt, habe ich einen Brief von einer Berggefährtin bekommen, in dem sie mich für nächsten Sommer zu einer gemeinsamen Tour einlädt.
Next summer will come soon, waiting for the sun!

http://www.seilschaft.it/brenta.htm

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Mittwoch, 10. Oktober 2007
Weltweiter Aktionstag gegen die Todesstrafe
Zum heutigen Aktiontag stellt amnesty international fest, dass die Zahl der Verurteilten, die zurzeit in ihren Zellen auf die Hinrichtung warten, bei 15 000 - 20 000 Menschen liegt, man könnte eine Kleinstadt damit besiedeln.

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Spiegel TV über Gazale Salame
http://www.spiegel.de/videoplayer/0,6298,22444,00.html

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Aleida Guevara erteilt Ayatollahs schallende Ohrfeige
Das hätten sie sich in Teheran so gedacht, Islamismus unter Antiimperialismus zu subsummieren und das breite Bündnis mit allen Kräften zu schließen, die Gründe haben, mit der US-Regierung quer zu liegen. Was mit dem affirmativen Minimal-konsens-Populismus von Chavez geht, geht mit der Tochter Che Guevaras definitiv nicht. Ist auch besser so.

http://ipsnews.net/news.asp?idnews=39503

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Dienstag, 9. Oktober 2007
Todesstag eines großen Revolutionärs
Nachdem zum Todestag von Che Guevara anderswo schon viel gesagt wurde, möchte ich auf den sich demnächst jährenden Todestag eines weit weniger bekannten, aber viel netteren Revolutionärs hinweisen.
Ausgerechnet ich muss das sagen, aber für meinen Spitznamen kann ich ja nichts. Thomas Sankara, der Liebling des Jungen Afrika und Begründer des Staats Burkina Faso, was Land der Unbestechlichen bedeutet, starb am 15. Oktober 1987 durch reaktionäre Militärs, die sich dafür rächten, dass er ihre Korruptionssümpfe trockengelegt hatte (trockengelegt klingt komisch in einem Land wie Burkina Faso):

http://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Sankara


"Revolutionäre und Individuen kann man ermorden, aber Ideen lassen sich nicht töten."

"Nehmen sie meinen Fall: Von 1000 Kindern, die im gleichen Jahr wie ich geboren wurden, ist die Hälfte in den ersten drei Lebensmonaten gestorben. Ich hatte das unverschämte Glück davonzukommen. Ich hatte auch das Glück, in der Folge nicht Opfer einer jener Krankheiten zu werden, die wir hier in Afrika kennen und die die Menschen aus meinem Jahrgang weiter dezimiert hat. Ich gehöre zu jenen 16 Kindern von 100, die zur Schule gehen konnten. Das war eine weitere unerhörte Chance. Ich gehörte zu jenen 18 von 100 Eingeschulten, die bis zur mittleren Reife kamen, und zu jenen 300 Jugendlichen im ganzen Land, die ins Ausland gehen und ihre Ausbildung vervollständigen und bei der Rückkehr sicher sein konnten, einen Arbeitsplatz zu finden. Ich gehörte zu den zwei auf 100 Soldaten, die in sozialer Hinsicht einen stabilen und gut bezahlten Platz haben . Wir sind es, die in der Stadt leben, die den Ton angeben, die der Weltöffentlichkeit erklären, was hier geht, was nicht geht und wie man die Situation hier einzuschätzen hat. Wir sind es, die von Menschenrechten sprechen, von der sinkenden Kaufkraft, vom Klima des Terrors. Wir vergessen dabei, daß wir Tausende von Kindern zum Tode verurteilt haben, weil wir nicht akzeptierten, daß unsere Gehälter auch nur ein kleines bißchen gesenkt werden sollten, um so eine kleine Gesundheitsstation zu finanzieren. Und wir haben die Weltöffentlichkeit nicht aufgerüttelt angesichts des Skandals, den diese Toten darstellen. Wir tragen unsern Teil bei zur internationalen Komplizenschaft des guten Gewissens. 'Ich vergebe dir deine Fehler, du vergibst mir die meinen. Ich schweige zu deinen schmutzigen Geschäften, du schweigst zu meinen Untaten, und wir beide gehören zu den sauberen Leuten."

"Gewiß",man führt nicht grundlegende Veränderungen durch ohne ein Minimum an Wahnsinn. In diesem Fall wird dies zu Nonkonformismus, zum Mut, den bekannten Formeln den Rücken zu kehren, die Zukunft zu erfinden. Vor allem brauchte es die Verrückten von gestern, damit wir uns heute so außerordentlich klarsichtig verhalten können. Ich möchte zu dieser Sorte von Verrückten gehören."

"Die Kolonialmächte haben eine Welt mit willkürlich gezogenen Grenzen geschaffen, die sie die Dritte nennen, eine Rumpelkammer, mit der sie umgehen,wie es ihnen nützt. Die Dritte Welt muss sich erheben, die drei Kontinente müssen mit einer Stimme sprechen."

"Die Freiheit muss die Herzen der Menschen erfüllen. Der Sozialismus darf nicht mit Gewehren und nicht gegen die Massen verwirklicht werden. Nicht mit dem Wort der Gewalt, sondern der Gewalt des Wortes müssen die Revolutionäre siegen."

"Dafür, dass alle Afrikaner etwas zu essen haben und lesen können lohnt es sich, den Reichen etwas wegzunehmen. Solidarische Menschen aber geben freiwillig."

"Ich möchte kein Mensch sein, der für sich selbst kämpft, sondern für alle Anderen und mit allen Anderen."

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Der Münte, die Bezugsdauer und die herrschaftliche Verfügung über Zukunftschancen versus Wirtschaftsdemokratie
Abgesehen von dem Theaterdonner, der um den Rücktritt oder Nichtrücktritt von Münte gemacht wird, der aber auch gar nicht zur Debatte stünde und andererseits doch (wenn ja, warum nicht?) stellt sich die Frage nach Verlängerung des AlG1-Bezugs ja eigentlich nur für die Betroffenen. Und da möchte ich einmal ein paar dissidente Gedanken äußern. Als sich mein Studium dem Ende näherte, so Anfang der 1990er, fingen Diejenigen meiner FreundInnen, die ihr Studium fertig, aber noch keinen Job hatten, meist für ein halbes Jahr bei Bosch oder VW am Band an, um so für Leistungen des Arbeitsamts berechtigt zu sein. Dabei war ihnen weniger das Arbeitslosengeld wichtig als vielmehr die Möglichkeit, eine Umschulung oder Weiterbildung, u.U. auch ein Aufbaustudium finanziert zu bekommen. Wurde aus dem studierten Beruf nichts, schuf man sich so selber Alternatuven. Wir nannte es die selnstorganisierte duale Ausbildung. So lernten Diplomsozialwirte Schreiner, Diplomgeografinnen Buchhändlerin und Diplomchemiker Physiotherapeut, um dann teils im Weiterbildungsberuf, teils im studierten Fach beruflich Erfolg zu haben, oder mal ließ sich zum Mediengestalter oder Grafikdesigner ausbilden und machte aus dem Mix Wissenschaft und Mediakompetenz einen hochattraktiven neuen Job. Ich empfand es damals als einen Skandal, als das SGBIII geändert wurde und man mindestens 1 Jahr beitragspflichtig arbeiten musste, um Leistungen beziehen zu können. Noch immer war die Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes, heute AlG 1, recht großzügig geregelt: Bei beitragspflichtiger Arbeit von einem Jahr Dauer 6 Monate AlG, bei drei Jahren Arbeit 9 Monate AlG, bei fünf Jahren 12 Monate AlG, bei zehn Jahren waren das schon 24 Monate, und wer nach einem langen Erwerbsleben mit 50+ arbeitslos wude, konnte davon ausgehen, die Zeit bis Eintritt in die Rente mit Leistungen des Arbeitsamts zu überbrücken. Wer, Finanzierbarkeit vorausgesetzt, für die Bezugsdauer von AlG 1 heute eine vergleichbare Regelung durchsetzen will hätte meine Wählerstimme. Warum gibt es eigentlich keine linke Kampagne dafür?

In Italien wird gerade über den Sozialpakt abgestimmt. Über die Arbeitsmarkt- und Rentenreform befinden die Betroffenen, nämlich Angestellte, Arbeiter und Arbeitslose (und nicht Unternehmer oder Selbstständige) per Wahl. Zur Wahl steht unter anderem eine Heraufsetzung des REntenbezugsalters von 58 auf 62. Abgesehen von einer solch kommoden Lebensarbeitszeitsregelung finde ich, dass das durchgeführte Referendum klare Demokratievorteile bietet.

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