Samstag, 21. Oktober 2017
Ein neues Lied, ein besseres Lied
Auffällig am Populismus der AfD ist, dass neben der Flüchtlingsfeindlichkeit, Islamophobie, Eurofeindlichkeit und dem Normkonservatismus die weiteren Elemente eher zusammengwürfelt und inkonsistent sind: Hier wirtschaftsliberal, da protektionistisch, eben so dass verschiedene Ressentiments in der gesellschaftlichen Mitte bedient werden, dazu kommt dann auch der reine Wohlfühlpopulismus: Abschaffung der GEZ. Warum lässt sich da eigentlich nicht von links gegenhalten? Wir müssten nur skrupellos genug sein. Vielleicht gründe ich ja zur nächsten Wahl meinen eigenen Laden mit einem Populismus der niemandem wehtut weil er niemanden diskriminiert. Einen neuen Populismus, einen bessere Populismus, oh Freunde will ich Euch richten!

Keine Baumaßnahmen an Autobahnen während der Sommerferien, staufreie Urlaubszeit.

Verbot von Cloud-Telefonie bei Behörden und im Kundendienst, bei jedem Anruf Garantie mit einem richtigen Menschen zu sprechen, möglichst der zuständigen sachbearbeitenden Person.
Abschaffung aller indirekten Steuern wie Branntwein- Tabak- oder Mineralölsteuer.
Für Arbeitslose, Geringverdienende, RentnerInnen und Zeitarbeitskräfte kostenloser Eintritt in Kinos, Discos und Sportstadien, bei Nichtgefallen Geld zurück.


Damit müssten doch die Massen zu gewinnen sein.


Römische Ädilen die für den Senat oder Konsulate kandidierten machten ihren Wahlkampf ja auch mit Brot und Spielen.

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Die Bundeswehr trainiert den Ernstfall - mit Atomwaffen
Büchel an der Mosel ist der gefährlichste Ort Deutschlands. Hier ist das 33. Taktische Geschwader der Luftwaffe stationiert, 30 Tornados die die Aufgabe haben 20 Wasserstoffbomben des Typs B61 ins Ziel zu bringen. Deren Einsatz wurde letzte Woche trainiert, wenn auch ohne Bomben in der Luft - wie es heißt, ausgelöst durch die Provokationen Nordkoreas. Jede der Bomben besitzt die 26-fache Sprengkraft der Hiroshima-Bombe.

https://www.derwesten.de/politik/nato-jagdbomber-trainieren-in-der-eifel-atomwaffeneinsatz-id212279695.html

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Mittwoch, 18. Oktober 2017
Keine SIM-Karten für Geflüchtete
In Niedersachsen häufen sich Beschwerden, dass Flüchtlinge das Mobilfunkangebot von Aldi nicht nutzen können. Laut Verbraucherzentrale
können Asylbewerber SIM-Karten wegen ihres Aufenthaltsstatus' nicht aktivieren. Aldi betont, an dem Problem zu arbeiten.
Seit Anfang Juli gilt beim Kauf von Prepaid-Mobilfunkkarten eine Ausweispflicht. Das hat der Bundestag im Juni diesen Jahres beschlossen,
im Rahmen eines "Anti-Terror-Pakets". Die neue Regelung trifft aber wohl hauptsächlich die Falschen. Bei der Verbraucherzentrale Niedersachsen häufen sich die Beschwerden: Asylbewerber "mit Aufenthaltstitel" könnten
sich demnach nicht mehr für den günstigen Mobilfunktarif registrieren
lassen.

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Keine Abschiebung nach Afghanistan!
PRESSEMITTEILUNG
Bundesfachverband Unbegleitete Minderjährige Flüchtlinge e.V

https://www.nds-fluerat.org/26173/aktuelles/stellungnahme-verschiedener-verbaende-keine-abschiebung-nach-afghanistan-perspektiven-fuer-junge-gefluechtete-schaffen/

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Das ist doch ein Triebwagen
Schön, aber hier ist Nichtvögler:


http://www.news.de/reisen-und-leben/855676837/u-bahn-muenchen-paerchen-hat-sex-am-nachmittag-in-u5-max-weber-platz-frau-befriedigt-freund-vor-fahrgaesten-und-ruft-polizei-auf-den-plan/1/

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Donnerstag, 12. Oktober 2017
Katalonien
Kann man den Namen Puidgemont eigentlich auch anders schreiben? Z.B. Putschdämon?

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Der Mythos vom migrantischen Vergewaltiger
Huffpost veröffentlichte einen Artikel mit dem Titel: "Was hinter den angeblich drastisch angestiegenen Vergewaltigungen durch Flüchtlinge steckt"

http://www.huffingtonpost.de/2017/10/11/fluchtling-vergewaltigung-deutschland-zahlen-fakten_n_18234276.html?ncid=fcbklnkdehpmg00000002

"..

Eine sogenannte Dunkelfeldstudie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsens (KFN) zeigt: Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Frau zwischen 16 und 40 Jahren in den letzten fünf Jahren Opfer sexueller Gewalt wurde, lag im Jahr 2011 bei 2,4 Prozent.

Derzeit liegt dieser Wert nach Erkenntnissen des Kriminologen Christian Pfeiffer bei etwa 2,6 Prozent. Zum Vergleich: 1992 war das Risiko mit 4,7 Prozent jedoch sogar fast doppelt so hoch wie heute.

In den Dunkelfeldstudien wurden Frauen nach ihren Erfahrungen gefragt – sie erfassen deshalb auch Delikte, die nicht angezeigt wurden.

Pfeiffer, der mit Kollegen derzeit der Frage nachgeht, ob Zuwanderer mehr Sexualdelikte begehen als Einheimische, betont: Anders als in Medien kolportiert, lasse sich nicht sagen, dass Flüchtlinge bei den Sexualverbrechen "besonders schlimm auffallen".
...

So musste Landesinnenminister Joachim Herrmann die bayerische Vergewaltigungs-Statistik bereits kurz nach deren Vorstellung relativieren. Der CSU-Mann hatte behauptet, bayernweit habe im ersten Halbjahr mit 685 im Vergleich zum Vorjahr 48 Prozent mehr Vergewaltigungen gegeben.

Allerdings handelte es sich, wie das Ministerium später einräumen musste, um eine nicht einfach mit dem Vorjahr vergleichbare Zahl. Denn in der Statistik tauchen nach einer Gesetzesverschärfung seit diesem Jahr anders als noch 2016 nun auch sexuelle Nötigungen auf. Dies sowie ein verändertes Anzeigenverhalten sind nach Ansicht von Fachleuten wesentliche Ursachen für den Anstieg – doch bei der ersten Vorstellung der Zahlen war davon keine Rede."

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Mittwoch, 4. Oktober 2017
Wider den linken Moralismus von Sexualität
Es gab mal eine Zeit, da gehörte die sexuelle Befreiung zu den programmatischen Ansprüchen der linken, und es war tatsächlich ein politischer Anspruch, mehr, besseren, variantenreicheren und tabuloseren und auch stärker einvernehmlichen Sex zu haben als die Spießer. Ein Theoriepapier zum Thema "Neue Linke" in meiner Studienzeit, die sich in den Achzigern abspielte endete als Fazit mit: "Quervögeln und Pfaffen/Autoritätenhass - Isses das?"

Heute hingegen ist in linken Diskussionen und Theoriepapieren nur dann von Sexualität die Rede, wenn es um Kritik von Heteronormativität geht oder aber um sexuelle Übergriffe, sexistische Diskriminierung oder sexualisierte Gewalt.

Auf der Strecke bleibt die Lust, der Genuss, die sexuelle Erfüllung. Es kommen denn auch positive Erfahrungen mit Sex in diesen Diskussionen nicht vor.

Und auch nur bestimmte heterosexuelle Männer, vorzugsweise die übergriffigen, aggressiven, egozentrischen und patriarchalen. Der Verehrer, der seine Angebetete von unter her anhimmelt, die pragmatische kameradschaftliche Beziehung auf Augenhöhe, in der er und sie wie Kumpels miteinander befreundet sind und zugleich zwanglos miteinander Sex haben, die große romantische Liebe, die aufopferungsvolle Ehe mit Pflegen des Partners/der Partnerin bis in den Tod und 60 Jahren Treue, die offene Zweierbeziehung mit erlaubten Seitensprüngen als funktionierendes Modell, das alles findet in linken Diskussionen nicht statt.

Es gab eine Zeit da bestimmte es die mal.

BTW Der Haupttenor feministischer Diskurse zum Thema Heterosexualität - ich meine damit ganz erklärt nicht all die Aspekte von Patriarchat, Mißbrauch, Vergewaltigung, Sexarbeit usw. - scheint die Komponente "Schwänze tun Frauen was Böses" im Focus zu haben. Und da scheint dann das zugrundeliegende Frauenbild gerade nicht die sexuell aktive und selbstbewusste Frau zu sein, sondern die Maria Immaculata.

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EU-Staaten setzen die Ausbeutung afrikanischer Fischgründe fort
alles schon seit vielen Jahren bekannt, als Senegalen mit ihren Pirogen z.B. auf den Kanaren landeten um Asyl zu beantragen, weil man ihnen die Fischgründe ohne Lizensen dezimierte.
Aber große Ankündigen mit künftiger fairer "Partnerschaft", um Flüchtlinge abschieben zu können ...


SZ 29. September 2017, 12:35 Uhr
Fischfang Wie EU-Staaten das Meer vor Westafrika leerfischen
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Der traditionelle Fischfang kann die Menschen in Gambia nicht mehr ernähren, seitdem internationale Konzerne das Gebiet vor der Küste des westafrikanischen Landes leerfischen.
(Foto: imago/Bluegreen Pictures)

Vor Westafrika fischen ausländische Trawler das Meer leer, auch aus Europa.
Die EU wollte illegale Fischerei eigentlich unterbinden, die Mitgliedsstaaten unterlaufen die Bemühungen aber.
Weil die einheimischen Fischer so ihre Lebensgrundlage verlieren, fliehen sie häufig - meist in Richtung Europa.

Von Bernd Dörries, Banjul
Bei gutem Wetter könne man sie sehen, sagt Ebrima Tabang. Er steht am Strand von Gunjur, einem kleinen Dorf an der Küste des auch ziemlich kleinen Staates Gambia. 80 Kilometer Küste hat Gambia zu bieten, sie sind bei britischen Pauschaltouristen beliebt, die dort ihre Körper dunkelrot rösten. Vor allem aber bei Fischern aus der ganzen Welt, die mit ihren riesigen Fangflotten in die Gewässer vor Gambia kommen, die zu den reichsten der Welt zählen. "Die Schiffe kann man am Horizont sehen, sie kommen aus China, Japan und Europa", sagt Ebrima Tabang von der staatlichen Fischereibehörde, der eigentlich dafür zuständig ist, den Küstenabschnitt vor illegalen Fischtrawlern zu schützen. Die Frage ist nur, wie er das machen soll. Manchmal gibt es ein Boot, mit dem er und seine Leute rausfahren können. Manchmal auch nicht.
"Und wenn mal jemand von uns rausfährt, bekommt er einfach 100 Dollar in die Hand von den Kapitänen, wenn sie überhaupt anhalten. Das ist ein Drittel eines Jahresgehaltes. Was würden Sie machen?"
Früher, erzählt Tabang, hätten die gambischen Fischer nur einmal kurz raus fahren müssen mit ihren motorlosen Pirogen, dann hätten sie den Tagesfang beisammen gehabt. Heute fahren viele gar nicht mehr raus, weil sie den Kampf nicht gewinnen können gegen die riesigen Fischfabriken auf dem Meer, die bis zu 30 Tonnen fangen an einem Tag. Viele Pirogen liegen umgedreht am Strand, unter ihnen liegen ein paar Fischer, die rauchen. Sie haben Deutschland-Flaggen an ihre Boote gemalt - der große Traum. Aus keinem anderen afrikanischen Land sind prozentual so viele Menschen nach Europa geflüchtet wie aus Gambia.
Seit einigen Jahren machen sich die Politiker in Europa verstärkt Gedanken, wie man die jungen Menschen von der Flucht abhalten kann. Und tragen gleichzeitig dazu bei, die Fluchtursachen zu verstärken. Etwa 32 000 Stunden fischten Fischtrawler aus der EU zwischen 2012 und 2015 illegal vor Gambia, hat die Nichtregierungsorganisation Oceana jetzt errechnet, die sich für den Schutz der Ozeane einsetzt. Die Daten stammen aus einem Überwachungssystem, das diejenigen Schiffe erfasst, die ihr automatisches Erkennungssystem eingeschaltet haben. Die Dunkelziffer der schwarz fischenden Boote dürfte viel größer sein, glauben sie bei Oceana. Aber auch so zeigten die Daten auf erschreckende Weise, wie stark sich Boote aus Rechtsstaaten an illegalen Praktiken beteiligten, sagt Maria Jose Cornax von Oceana.
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Auf dem Markt in der Hauptstadt Banjul liegen zwei Fische an einem Stand.
(Foto: AFP/Getty Images)
Europas Gewässer gelten zu 90 Prozent als überfischt
Die Boote stammen aus Portugal, Spanien, Italien und Griechenland, und sie hatten offenbar die Erlaubnis ihrer jeweiligen Regierungen - obwohl die EU ihre Mitgliedsländer in den vergangenen Jahren mehrfach daran erinnert hatte, dass in Gambia und Äquatorialguinea nicht gefischt werden dürfe, so lange es mit beiden Staaten kein neues Abkommen zum Fischfang gebe. Solche so genannten "Partnerschaftsabkommen" werden abgeschlossen, seit die EU 2014 ihre Fischereipolitik drastisch geändert hat. Im Inneren und auch nach außen.
Meeresbiologie Zu viele Fische sind der Krabben Tod
Zu viele Fische sind der Krabben Tod
In der Nordsee wachsen die Fischbestände wieder und damit die Fangquoten. Eigentlich eine gute Nachricht, für die Krabbenfischer und auch das Ökosystem entstehen aber neue Probleme. Von Thomas Hahn mehr ...
Die europäischen Gewässer gelten zu 90 Prozent als überfischt, worauf die europäischen Fischereikonzerne mit einer Ausweitung ihrer Fanggründe reagierten. Die Schiffe wurden größer, die Konzerne handelten mit westafrikanischen Staaten Fanglizenzen aus, die die EU nach Angaben von Greenpeace mit etwa 140 Millionen Euro subventioniert hat. Es dauerte nicht lange, bis auch die westafrikanischen Gewässer überfischt waren, allein die Bestände des dort wichtigen Zackenbarschs gingen um 80 Prozent zurück. Tausende Fischer in Westafrika wurden arbeitslos, viele machten sich auf den Weg nach Europa.
Die neuen Fischereiabkommen sollen hingegen ein "Geben und Nehmen" sein. Die Europäer bekommen Zugangsrechte, zahlen dafür im Gegenzug für den Aufbau einer nachhaltigen Fischwirtschaft und die Überwachung der Fischgründe. Kritiker sagen, dass die Vorteile ziemlich einseitig verteilt seien. Senegal zum Beispiel bekommt für die Lizenz an die Europäer etwa eine Million Euro im Jahr. Die Abkommen seien zudem teilweise undurchsichtig, es gebe zu wenig Informationen, welche Fische gefangen werden und wie viele. Auch scheint die EU-Kommission sehr schnell zur Stelle zu sein, wenn es darum geht, andere Länder zu maßregeln - für die eigenen Mitglieder aber gelten offenbar andere Regeln. Im Mai ermahnte der zuständige Kommissar Karmenu Vella die Regierung von Liberia, sie müsse mehr gegen illegale Fischerei tun. Die Trawler, die aus den Mitgliedsländern illegal vor Gambia unterwegs waren, erwähnte er nicht.
Ein Drittel des nach Europa importierten Fischs könnte illegal gefangen sein
Die EU ist seit Langem der größte Exportmarkt für Fischereiprodukte. Nach Schätzungen könnte bis zu einem Drittel aus illegalem Fang kommen, der wiederum vor allem vor der Küste Westafrikas gemacht wird. Als Guinea-Bissau den Trawlern den Zugang zu seinen Gewässern verbot, begannen die großen Fischkonzerne einfach, eine Armada kleiner Boote unter lokalen Flaggen auszusetzen, die ihren Fang dann zu den Mutterschiffen brachten. Der Staat war machtlos.
In Gambia entsteht gerade ein neuer Staat, zumindest eine neue Politik. Anfang dieses Jahres hat das Volk den alten Diktator verjagt, der über Jahrzehnte viele Millionen aus der Vergabe von Fischereirechten in die eigene Tasche steckte. Die neue Regierung dagegen möchte die schwindenden Ressourcen für das eigene Volk sichern.
Das Land will Firmen aus den USA, Südafrika und Holland damit beauftragen, die eigene Küste vor illegalen Fischern zu schützen, mit Booten und Helikoptern. Ebrima Tabang, der Fischereibeauftragte der Regierung, wird sich womöglich einen neuen Job suchen müssen. Aber vielleicht ist er darüber gar nicht so traurig.

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Samstag, 30. September 2017
Über die Wahl hinaus
Da hat also eine rechtspopulistische Partei in Deutschland gewonnen. Mensch könnte sagen, nun, ja, die europäische Realität und Normalität hat Deutschland eingeholt - wenn nicht die Wahlergebnisse in Frankreich, Nederlands und Österreich die gewonnenen deutschen Verhältnisse nicht schon wieder überwunden hätten. Es lässt sich aber auch nicht sagen: Deutschland holt nach. Denn ich fürchte, hierzulande hat sich etwas vollzogen, dass nicht nur mit Protestwählertum, politischer Unkorrektheit und Populismus erklären lässt. Mache ja gerade Urlaub, Wandern in den Bergen, ausnahmsweise nicht in den Dolomiten oder Hochzentralalpen, sondern in Deutschland. Und da hatte ich zwei Schlüsselerlebnisse: Angesichts einer Warntafel vor Giftpilzen meinte eine Biodeutsche, es wäre ein Skandal, dass einer vierköpfigen syrischen Flüchtlingsfamilie, die Grüne Knollenblätterpilze gegessen hatte neue Lebern implantiert worden wären obwohl die nie in deutsche Krankenkassen eingezahlt hätten, also der Steuerzahler dafür aufkäme. Das könne doch nicht richtig sein. Obwohl hungrig und durstig und erschöpft ging ich an einem Rastplatz schnell vorbei als ich hörte, dass sich Leute dort darüber unterhielten, dass ein deutscher Weihnachtsmarkt kein deutscher Weihnachtsmarkt mehr sei wenn dort massenhaft Syrer oder Iraner oder Schwarze sich einfinden würden, die sollten doch dankbar sein in Deutschland aufgenommen zu werden was ja auch gut sei, aber sich doch nicht hervortun wollen.

Was bringt Leute dazu, solchen Scheiß zu denken? Ich muss an Brecht denken, "Ein Pferd klagt an"

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Mittwoch, 27. September 2017
Neue Aufgaben sind wie Brüste
Man muss sie sensibel in beide Hände nehmen.

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Berlin, Berlin
War mal wieder in dem Hauptstadtslum bei Marzahn unterwegs wo ich u.a. Bersarin traf. Die Stadt empfing mich mit ihrem unvergleichlichen Charme: Auf der Kurfürstenstraße rannte mir am hellen Tag eine Ratte über den Weg, man muss sonst schon nach Khartoum fahren um das zu erleben. Auf dem Rückweg hatte ich Schwierigkeiten rechtzeitig zu meinem Zug zu kommen: Ich hatte ganz vergessen, dass ja gerade die offene Weltmeisterschaft im gruppenweise in der Gegend rumstehen ausgetragen wurde.

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Sonntag, 17. September 2017
Einige Basisbanalitäten zu Missverständnissen und Irrtümern rund um Gendertheorie, Poststrukturalismus und den ganzen Rest (TM)
Ausgelöst durch diesen Thread bei Bersarin habe ich mir meine Gedanken darüber gemacht, was schief läuft in der Auseinandersetzung in der Bloggosphäre zu zentralen Axiomen des Poststrukturalismus und verwandter Theorien:

https://bersarin.wordpress.com/2017/09/07/korrekt-politische-wandgedichte-herbst-in-peking-2017

Einer der wundesten Punkte ist die Tatsache, dass in jüngeren, namentlich studentischen Bloggerkreisen die Theorie in einer Art und Weise "angewandt" wird die mit ihren UrheberInnen nichts zu tun hat. So können auch schwerlich Foucault, Deleuze, Butler oder Spivak mit dem ganzen Moralinschmonzes in Konnex gebracht werden den ihre bloggenden Epigonen so verbreiten. Die Erstgenannten sind bzw. waren PhilosophInnen. Entsprechend haben sie ihre Positionen über Jahrzehnte entwickelt und abwägend, erörternd, mit dem aktuellen Theoriediskussionsstand in Übereinstimmung bringend ausgebreitet. Mal kämpferisch, aber doch überwiegend sine ira et studio. Doch mit Ruhe, Abwägung, Erörterung, Empirie, Geduld haben Leute wie die aktuellen VertreterInnen der Mädchenmannschaft, Meister M. aus Hamburg und ihr Umfeld es ganz und gar nicht, sie sind MeisterInnen des Gebrülls, Wut und Beleidigtsein als Dauerinszenierung bestimmen den Diskurs, wenn mensch diesen Ausdruck denn hier verwenden will. Auf der Strecke bleiben die ideengeschichtlichen Hintergründe der Theoreme auf die sich bezogen wird.

Das möchte ich ein wenig vom Kopf auf die Füße stellen.

Beginnen möchte ich mit dem wohl missverständlichsten Thema in dem ganzen Kontext, nämlich der Frage nach mehr als zwei Geschlechtern.

Die Vorstellung, dass es mehr als zwei Geschlechter geben könne vertraten schon im frühen 20. Jahrhundert Psychologen, Psychoanalytiker und Medizintheoretiker wie z.B. Magnus Hirschfeld. In einer Zeit, in der die junge Psychoanalyse das Bürgertum schockierte stellte die Idee, dass das Triebleben Grundlage sozialen Verhaltens sei und eine Veränderung des Sexualverhaltens auch soziale Verhaltensweisen transzendieren könne ebenso ein Faszinosum wie eine extreme Provokation dar. Während Freud selbst lange Zeit skeptisch, zurückhaltend und abwägend blieb, was politische Konsequenzen tiefenpsychologischer Erkenntnisse anging und zudem selbst einem kulturpessimistischen und zutiefst patriarchalen Weltbild verhaftet blieb waren Theoretiker wie Hirschfeld, Reich (der mit dem Orgasmus als Urmoment menschlicher Befreiung), Max Hodann (Hoden-Maxe), Adler oder Sperber sowie die Damen Anna Freud und Annie Reich da sehr viel radikaler. In den 1920ern wurden Ideen eines Ineinsgehens von sexueller und sozialer Revolution lebhaft diskutiert, ebenso wie in Verbindung mit antiautoritärer Erziehung gesetzt (Ernst Schneller). Hirschfeld operierte dabei gewissermaßen auf zwei Ebenen: Einerseits ging er der Frage nach, ob nicht Hermaphroditen und Transsexuelle eigene Geschlechter darstellten (im biologischen Sinne), andererseits ob nicht die Verhaltensweisen von Schwulen, Lesben und Tranvestiten, d.h. Transen ohne biologische Transsexualität, aber mit transsexueller Selbstwahrnehmung und Identität als eigene, soziale Geschlechter darzustellen seien, die außerhalb der männlich-weiblich bipolaren Wahrnehmung stünden, also nicht dazwischen, sondern jenseits. Diese in psychologischen Kreisen der Zwanziger vieldiskutierten Thesen wurden vom Nationalsozialismus, Stalinismus und der bleiernen Normalisierungspsychiatrie der 50er und 60er plattgemacht.

Neu diskutiert wurden sie erst wieder in einem völlig anderen Kontext, der von der Ethnologie ausging. Dass wesentliche Bausteine der poststrukturalistischen Theorie in Frankreich ihren Ursprung in der Völkerkunde hatten, vermittel über Levy Strauss, hatte einen guten Grund: Während in der Vergangenheit europäische Ethnologen zumeist in der Betrachtung des Fremden eher sich selbst widergespiegelt oder die eigene Gesellschaft durch Abwertung der sog. "Primitiven" über andere erhoben hatten, gab es auch eine Traditionslinie, in der die patriarchalisch-abendländischen Gesellschaften und ihr Rückgrad, die abendländisch-patriarchale Familie massiv in Frage gestellt wurde. Anknüpfend an Lewis Henry Morgans Untersuchungen von Paarungs- und Mehrpartnerfamilien bei Irokesen und Polynesiern hatte Friedrich Engels in "Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats" die bürgerliche Kleinfamilie als dem Kapitalismus verbunden und dessen Ordnung konstituierend betrachtet und August Bebel in "Die Frau und der Sozialismus" dargelegt dass soziale Revolution nicht ohne Frauenbefreiung zu haben wäre. Das war gewissermaßen die Geburtsstunde des Feminismus.

Als nun die Ethnologie Beispiele von Gesellschaften lieferte, in denen es mehr als zwei Geschlechter gibt wurde diese Denklinie mit radikalen Konsequenzen fortgesetzt. Wenn bei Jägergesellschaften in Sibirien Transen die Rolle der Schamanen zugedacht ist oder Pfahlbauern in Neuguinea Alte, Kinder, Schwule, Lesben und Transen als jeweils eigenständige Geschlechter betrachten für die es auch eigene Sprachformen gibt, etwa eigene besitzanzeigende Fürwörter, eigene Endungen usw., so stellte das die biologische Zweigeschlechtlichkeit selbst gar nicht in Frage. Vielmehr waren die Ethnologen wohl erstmal in der Geschichte ihres Fachs nicht eurozentrisch sondern empathisch, an der echten Erkenntnis der Eigenwahrnehmung der Beforschten interessiert und stellten zu ihrer Verblüffung fest, dass unser Konzept der Zweigeschlechtlichkeit diesen rein sprachlich gar nicht vermittelbar war, so wie umgekehrt die bis zu neun verschiedenen Geschlechter die in der Vorstellungswelt ihrer Gegenüber nicht in europäisches Denken transskribierbar waren. Geschlechtlichkeit, das war der Schluss lange vor dem Entstehen der Gender-Theorie

https://de.wikipedia.org/wiki/Queer-Theorie


ist nichts weiteres als eine sprachliche Übereinkunft, wie jeder Begriff von Realität. Das ist gemeint, wenn Butler schreibt, Sprache bringe Körper hervor (und nicht im Sinne eines Schöpfungsaktes, wie es manchmal balla-balla-mäßig durch die Bloggosphäre kreist.)

Um nun gleich dem Einwand entgegenzuwirken, die Ethnologen hätten da romantische Ideen in fremde Völkerschaften hineininterpretiert oder Vielgeschlechtlichkeit als Reich der Freiheit begriffen: Nein, haben sie nicht, von Ausnahmen wie Mead abgesehen. Die pluralen Geschlechtsidentitäten ursprünglicher, oder vielleicht besser gesagt außerhalb des Horizonts der Alten Welt (Orient, China, Japan, Korea, Europa) Gesellschaften sind ANDERS, aber weder FREIER noch BESSER. Es gibt Stammesgesellschaften, in denen Transen nichts Anderes übrigbleibt als Schamanen zu werden, und Solche, in denen von Lesben und Schwulen selbstverständlich erwartet wird, sich um Kinder, Alte und Kranke besonders zu kümmern, weil sie von der Sorge um Nachwuchs entbunden sind. Der Blick der Ethnologen war ein analytischer, kein romantischer und die Konsequenzen erkenntnistheoretischer Natur. Dass Queere Menschen daraus, Stichwort sich selbst neu erfinden daraus für sich emanzipative Perspektiven ableiteten ist eine ganz andere Geschichte.

Butler wiederum geht über die Gendertheorie hinaus, sie ist gar keine Gendertheoretikerin mehr. Sie will Geschlechtsidentitäten an sich zerstören, weil Identitäres an sich für sie schon der Freiheit entgegensteht. Für sie ist Identitätsauflösung zwangsläufiges Ergebnis eines Emanzipationsprozesses, bei dem es schrittweise um die Auflösung von Bindungen an atavistische Identitätskonzepte wie Volk-Nation-Rasse-Geschlecht geht. Selbst antisexistische Aktionen die sich gegen die Pornoindustrie richten sind in dieser Lesart Teil eines antikolonialen Befreiungskampfes: Kommerzialisierung des Sexuellen als Antwort des kapitalistischen Systems auf die subversiven Ansätze der sexuellen Befreíung die es mal gab und der antiimperialistische Gegenangriff - was dann auch wieder im Konnex mit Butlers Israelkritik steht, die sich gegen ein Siedlerregime richtet. Für die Linke, der ich entstamme waren diese Verbindungen mal so selbstverständlich dass sie nie extra Erwähnung fanden, dieses Nicht-Erwähnen fällt jetzt auf den Diskurs zurück.

Debatte eröffnet, ich weiß allerdings nicht wann ich zum Antworten komme - ich gehe morgen in eine Steilwand glatt wie eine Feuermauer und dann auf einem Drahtseil über eine Schlucht, bin also mit meinem eigenen Adrenalin, der besten aller Drogen beschäftigt.

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Sonntag, 10. September 2017
Der korrekte Umgang mit politischer Korrektheit
https://bersarin.wordpress.com/2017/09/10/die-bratwurst-zum-sonntag-oder-ein-fairer-kompromiss-fuer-den-asta-der-alice-salomon-schule/

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Freitag, 8. September 2017
Hurricane Season
Aber der globale Klimawandel ist nicht menschengemacht und findet auch gar nicht statt, ja gut, ist klar.

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Mittwoch, 6. September 2017
Zentrale Demo in Berlin für das Recht auf Familienleben
"Für das Recht auf Familienleben - auch für subsidiär Geschützte!"
Ort: vor der CDU-Zentrale, Klingelhöferstraße 8, 10785 Berlin, Bus-Station:
Lützowplatz (Bus 100, 106, M29, 187), Nähe Wittenbergplatz (U1, U2, U3)

Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Interessierte,
der Flüchtlingsrat Berlin und das Beratungs- und Betreuungszentrum für junge Flüchtlinge und Migranten / BBZ rufen für Freitag, den 8. September, 11 Uhr zur Protestkundgebung vor der CDU-Parteizentrale (Klingelhöferstraße 8) auf. Wir protestieren entschieden gegen den Vorstoß des Bundesinnenminister de Maizière und seiner Partei, die Aussetzung des Familiennachzugs für subsidiär Schutzberechtigte über März 2018 hinaus zu verlängern.



Am vergangenen Freitag hatten der Flüchtlingsrat und das BBZ bereits eine Pressemitteilung zum Thema verfasst. rbb24 hat berichtet. Die taz hat ein Interview mit Walid Chahrour, dem Leiter des BBZ, publiziert. Und das MiGAZIN hat heute einen Beitrag von unserem Kollegen Sebastian Muy aus dem BBZ zum Thema veröffentlicht.

Bitte leitet den Aufruf gern an Betroffene und interessierte Personen weiter.

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Diesel-Hysterie
Seit dem Diesel-Messwert-Manipulations-Skandal wird ein seltsames Tohuwabohu um Dieselmotoren gemacht mit einer Zielvorgabe Richtung E-Mobilität die wenig sinnführend ist. Bis zum Dieselskandal hat kein Mensch sich für Stickoxidwerte interessiert. Feinstaub war ein Thema, ansonsten galt der Dieselmotor aufgrund seines hohen Wirkungsgrads und seiner geringeren CO2 - Werte als grüne Technologie. Jahrzehnte war der Diesel das klassische Fahrzeug der Grünen und Grünen-Wähler. Dass die jetzt Verbrennungsmotoren komplett aus dem Verkehr ziehen und durch Emobile ersetzen wollen sagt schon fast alles über ihre Ideologie aus, die extrem bürgerlich und sehr deutsch ist und nicht auf nachhaltige Systemveränderung hinausläuft. Völlig egal dass für eine flächendeckende Umstellung auf Emobilität die Kohle- und Atomkraftwerke dann eben mehr produzieren müssten um den Strombedarf der Autos zu decken - der E-Autofahrer hat ein reines Gewissen, denn sein Fahrzeug ist ja clean. Die Grünen sind eine Partei zur Pflege eines bestimmten Lebensstils und eines reinen Gewissens. Ob die empfohlene Umstellung im Sinne des Erreichens von Klimazielen sachdienlich ist wird gar nicht erst diskutiert. Hauptsache das Herz des grünen Autofahrers bleibt rein.


Und gleichzeitig beinhaltet das auch einen neuerlichen Angriff auf die Klasse: Elektromotoren benötigen keine Schmierung, keinen Kühler, einfachere Getriebe - die Auoindustrie wird die Umstellung benutzen um massenweise Arbeitspätze zu vernichten.

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