Mittwoch, 15. Januar 2014
Momentaufnahme vom Schattensenat
Zum Thema Lampedusa in Hamburg gibt es übrigens einen m.e. hervorragenden Beitrag, der die Verhältnisse kurz und einfühlsam zusammenfasst.

http://hh-mittendrin.de/2013/12/wir-sind-der-schattensenat/

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Mal ein paar (für mich durchaus nicht randständige) Bemerkungen zu aktuellen CW-und Queerfeminismusdiskussionen
Es ist ja nicht so, dass wir keine gemeinsamen Ziele, Interessen oder Gegner hätten. Eigentlich sehe ich bei vielen Leuten, die sich mit mir bei Blogdiskussionen entzweit haben immer noch eine Interessengemeinschaft. Strategisch, makropolitisch und global. Was sich in letzter Zeit allerdings da oft rausfiltern lässt -ich bin gegen Filterblasen und bin für den offenen Dialog mit offenem Visier, insofern meine ich "filtern" anders - läuft allerdings sehr weit jenseits persönlicher Überwürfnisse auf ganz kategorial grundverschiedene nicht nur Selbstverständnisse und Herangehensweisen, sondern Weltverständnisse hinaus. Einer Aktivistin geht es wohl nur darum, möglichst oft auf Diskussionsveranstaltungen eingeladen zu werden und Konzertermine zu bekommen und als Frontfrau des Antirassismus begriffen zu werden, während die Flüchtlingsselbstorganisationen ihr die kalte Schulter zeigen. Ideen wie die, dass die Aktionen der Lampedusa-Flüchtlinge ein utopisches Potenzial in sich bürgen, dass sie die europäische Flüchtlingspolitik, ja die hiesige Politik insgesamt umzustürzen in der Lage gewesen wären und daran anknüpfend die Idee, Linke, die den Kampf der Flüchtlinge mit dem um die Flora und die ESSO-Häuser verbunden haben diese Utopie aus dem Bedürfnis, als Weiße weiter White Supremacy auszuüben eingemacht hätten, das ist dermaßen weit von common sense, politischer Erfahrung und laufenden Diskussionszusammenhängen entfernt, dass mir da nichts mehr einfällt als "Paralogik" und in politische Auseinandersetzung eingebettetes Marketing für die eigenen Projekte, verbunden mit der Inszenierung eigentlich solidarischer, oft aber grob über das Ziel hinausschießender Verbündeter als Gegner.

Hatten wir auch schon, als Aktivistinnen eines feministischen Projektes ihre eigenen Gründerinnen hinausmobbten und hinterher als Verfolgerinnen imaginierten.

Ich habe den Eindruck, dass solche Argumentationslinien sich nicht mehr in behaupteten Kontinuitäten von Foucault, Butler oder gar Marx bewegen, sondern vielmehr ganz woanders anknüpfen: Savonarola, Wiedertäufer, Puritaner, Marcus Garvey, Nation of Islam.

Übrigens hierzu passend:

http://netbitch1.twoday.net/stories/565872867/

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