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Donnerstag, 22. September 2005
Fly, robin, fly!
che2001, 18:31h
Oder: Deportation Class zum Soundsovielten. Kaum ist eine Fluglinie zur kurdischen Stadt Arbil eröffnet, wird mitgeteilt, dass die selbstverständlich auch für Abschiebungen genutzt werden könnte. Na klasse - abschieben in den Irak, da herrscht ja Frieden! Schily und Konsorten sollte man in den Hindukusch deportieren oder auch auf hoher See aussetzen. Ich denke da an das australisch-antarktische Becken.
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Dienstag, 20. September 2005
Gestern, nach der Wahl
che2001, 00:05h
Nachdem ich meine zwei Stimmen abgegeben hatte, ging ich bei strahlendem Sonnenschein spazieren. Plötzlich hörte ich zwei Krähen jäh und heiser schreien. Sie flogen nicht etwa auf, sondern saßen in einer Pappelkrone, mitten im dichtesten Geäst, und schienen Angst zu haben. Schnell nahm ich wahr, vor was: Ein Roter Milan strich dicht an dem Baum entlang und schraubte sich dann in die Höhe. Hmm.. die Schwarzen sind in Panik, und der Rote steigt auf. Sollte das eine Symbolik haben? Vielleicht hatten die alten Auguren, die die Zukunft aus dem Flug der Vögel deuteten, gar nicht so unrecht :-)
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Samstag, 17. September 2005
Zur Wahl 2
che2001, 20:51h
Wenn alle vorab erteilten Koalitionsaussagen eingehalten würden, gibt es wenig Möglichkeiten: Keine große Koalition, keine Ampel, keine rot-grün-rote. Was übrig bliebe, wenn die Wahl so ausgeht, wie nach bisherigen Prognosen zu erwarten, wäre dann wahrscheinlich eine rot-grüne Minderheitsregierung auf Basis einer Tolerierung durch die Linkspartei. Ein solches Modell hätte verschiedene Vorteile:
1) Es ließe dem deutschen Spießer jeglicher politischer Couleur den Angstschweiß des Entsetzens in den Nacken fließen,
2) Einige Freunde von mir und ich selbst hätten unseren Spaß,
3) Wir wären in der europäischen Normalität angekommen, denn in Staaten wie Italien oder Dänemark ist so etwas ganz normal und in Frankreich zumindest schon dagewesen,
4) Die Reformen müssten unter diesen Umständen sozialverträglicher gestaltet und langsamer umgesetzt werden, die rot-grüne Koalition bliebe das kleinere, in diesem Fall aber das noch kleinere Übel, ohne Lafontaine an der Regierung beteiligen zu müssen.
5) Selbst die Libertären könnten sich über ihr Ideal einer schwachen Regierung freuen (na, neoconablos, nu kommt ma!)
Aber dazu kommt es nicht, was zählen Vorab-Koalitionsaussagen, Lügen sind nunmal das Geschäft der Politik, und für eine solche Lösung ist dieses Land viel zu deutsch.
Schade eigentlich!
1) Es ließe dem deutschen Spießer jeglicher politischer Couleur den Angstschweiß des Entsetzens in den Nacken fließen,
2) Einige Freunde von mir und ich selbst hätten unseren Spaß,
3) Wir wären in der europäischen Normalität angekommen, denn in Staaten wie Italien oder Dänemark ist so etwas ganz normal und in Frankreich zumindest schon dagewesen,
4) Die Reformen müssten unter diesen Umständen sozialverträglicher gestaltet und langsamer umgesetzt werden, die rot-grüne Koalition bliebe das kleinere, in diesem Fall aber das noch kleinere Übel, ohne Lafontaine an der Regierung beteiligen zu müssen.
5) Selbst die Libertären könnten sich über ihr Ideal einer schwachen Regierung freuen (na, neoconablos, nu kommt ma!)
Aber dazu kommt es nicht, was zählen Vorab-Koalitionsaussagen, Lügen sind nunmal das Geschäft der Politik, und für eine solche Lösung ist dieses Land viel zu deutsch.
Schade eigentlich!
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Zur Wahl 1
che2001, 17:48h
Die SPD verteilt auf Braunschweigs Straßen rote Nelken an Passanten. Einerseits fiele mir dazu "Ihr habt´s gerade nötig" ein, ist ja auch nur Stimmenfängerei kurz vor dem letzten Gefecht, andererseits hat es Stil. Und den lässt das Lager der Gegenkandidatin gänzlich vermissen. Ich jedenfalls habe freudig meine rote Nelke mit nach Hause genommen und als Vase eine leere Prosecco-Flasche genommen, getreu meinem alten Emblem Sektglas & Sichel.
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Mittwoch, 14. September 2005
Deutschland auf Spitzenplatz
che2001, 11:45h
Soviel zum liberalkonservativen Gelaber von Deutschland als europäischem Schlusslicht:
http://girl.twoday.net/stories/972823/
http://girl.twoday.net/stories/972823/
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Dienstag, 13. September 2005
Wahlstatistik
che2001, 16:00h
Einer Online-Umfrage zufolge wollen 46,3% aller Befragten Schröder und 40,3% Merkel als Kanzler sehen. Noch nicht wahlberechtigte Jugendliche wurden vom NDR befragt, wen sie wählen würden, heraus kam etwa 45 Prozent SPD, an zweiter Stelle, also vor der CDU, lagen die Grünen. Diese Jugend! Vielleicht sieht die Zukunft so schlecht gar nicht aus :-)
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Montag, 12. September 2005
Schnauze, Küblböck!
che2001, 21:33h
Möchtegernpopsänger Daniel Küblböck, das ist der mit dem ohne Führerschein Fahren, hat nun Rio Reisers König von Deutschland gecovert, teilweise den Text verändert (statt Robert Lembke 24 Stunden lang heißt es Sex and the City 24 Stunden lang) und einen Video produziert, in dem er das Grab von Rio Reiser aushebt. Pass bloß auf, Daniel! Wie sang Rio Reiser so schön? Macht kaputt, was Euch kaputtmacht!
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Sonntag, 11. September 2005
Against Dudelfunk II
che2001, 21:38h
Es gab eine Zeit, da war Comedy im Radio richtig gut. Von der Unterhaltung am Wochenende und den vier vor fünf auf NDR bis zum Frystyxradio auf ffn mit Curth und Gürgen, Dietmar Wischmeyer und Kalkofes Mattscheibe. Heute aber, wo jeder Feld-Wald- und Wiesensender meint, Comedy bringen zu müssen, und zwar nicht als eigenständige Magazine, sondern in Form permanenter Kurzspots mitten im Musikprogramm, ist das Ganze unterirdisch schlecht. Am meisten nervt mich N-Joy mit "Ollis Tagebuch", wo ein vorgeblicher Oliver Kahn außer uninspiriertem Fußball-Nonsens Pubertätsphantasien und Manta-Fahrer-Sprüche von sich gibt und dazu ein grunzendes Kichern hören lässt, sowie "Reverend Eminent", wo ein Sprecher mit Stimme wie ein Jugendlicher Allerweltsweisheiten in einem parodierten Rapper-Slang von sich gibt (scheinbar eine Persiflage auf Eminem, wobei ich nicht so genau weiß, was da konkret parodiert wird).
Sendungen zum Abschalten, echt ey!
Sendungen zum Abschalten, echt ey!
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Samstag, 10. September 2005
Swedis für Angefangenen!
che2001, 19:06h
Abkürzung nehmen: Fähre späre
Albtraum: Böse döse
Akoholismus: Haufe saufe
Autoreifen: Kröte töte
Beinfraktur: Haxe Knaxe
Ehemann: Bräve Skläve
Fernseher kaputt: Nimmer flimmer
Elchtest: Wäge umsläge
Domina: Aua Fraua
Kampfsportlerin: Randale Snale
Staatsanwältin: Verhöre Göre
Toilette: Kacke Baracke
Zärtlichkeit: Fraule kraule
Albtraum: Böse döse
Akoholismus: Haufe saufe
Autoreifen: Kröte töte
Beinfraktur: Haxe Knaxe
Ehemann: Bräve Skläve
Fernseher kaputt: Nimmer flimmer
Elchtest: Wäge umsläge
Domina: Aua Fraua
Kampfsportlerin: Randale Snale
Staatsanwältin: Verhöre Göre
Toilette: Kacke Baracke
Zärtlichkeit: Fraule kraule
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Donnerstag, 8. September 2005
Wählen mit Geduld
che2001, 15:38h
Gerade bekomme ich den dpa-Ticker rein: Aufgrund des Todes der NPD-Kandidatin Kerstin Lorenz muss in Dresden die Wahl zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden, die endgültige Auszählung und Verkündigung der Wahlergebnisse verzögert sich möglicherweise bis in den Oktober. Vielleicht rettet Schröder ja auch noch eine Flut?
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Mittwoch, 7. September 2005
Schily: Zensürchen soll türkische Wählerstimmen bringen
che2001, 14:30h
Presse- und Meinungsfreiheit kurdischer Medien in Deutschland schützen!
Zur Einleitung eines Schließungsverfahrens des bundesdeutschen Innenministeriums gegen die E.Xani Presse- und Verlags-GmbH, wegen vermeintlicher Einbindung in die Organisationsstrukturen der PKK, erklären die Europa-Abgeordneten Feleknas Uca, Tobias Pflüger, André Brie, Helmut Markov, Sahra Wagenknecht und Gaby Zimmer der Linkspartei.PDS:
Am Montagmorgen, den 5. September, sind kurdische Medien- und Kulturinstitutionen in Deutschland von der Polizei gestürmt worden. Betroffen sind unter anderen der Musikverlag MIR, die mezopotamische Nachrichtenagentur MHA und die E. Xani Presse- und Verlags-GmbH, Verlegerin der türkischsprachigen Tageszeitung Özgur Politika. Zudem sind Hausdurchsuchungen bei mehreren Journalisten und Journalistinnen durchgeführt worden. Die Tageszeitung ist seit über zehn Jahren auf Grundlage des deutschen Presserechts ihrer journalistischen Arbeit nachgegangen. Özgur Politika ist dafür bekannt, kritisch anhand von Fakten und Meinungen über Ereignisse in der Türkei und dem Mittleren Osten zu berichten und der kurdischen Bevölkerung eine Stimme zu geben.
Warum erfolgt gerade jetzt, durch das bundesdeutsche Innenministerium, die Einleitung eines Schließungsverfahrens, und nicht während der zurückliegenden sieben Regierungsjahre?
Der Angriff auf die Presse- und Meinungsfreiheit geschieht zu einem Zeitpunkt, da der türkische Premier Erdogan öffentlich in Diyarbakir Bemühungen um "mehr Demokratie" bei der Lösung des jahrzehntelangen Konfliktes mit den Kurden zugesagt hat. Seitens der türkischen Regierung stellt das einen Schritt in Richtung eines Friedensdialogs dar, auf den die kurdische Bevölkerung seit langem wartet.
Gleichzeitig haben die militärischen Auseinandersetzungen und Übergriffe von Rechten und der Polizei auf Zivilisten, kurdische Bürgermeister, Mitglieder der DEHAP-Partei und Anschläge militanter Kurden in den letzten Tagen stark zugenommen.
In dieser prekären politischen Situation leistet die Bundesregierung einen Beitrag zur Unterdrückung der freien und kritischen Meinungsäußerung von Türken und Kurden.
Ein weiterer Grund, warum es gerade jetzt zu dem Schließungsverfahren gekommen ist, hängt nicht mit, wie vom Innenministerium behauptet, Terrorismusfragen, sondern mit Wahlkampfstrategien zusammen, und insbesondere geht es der Bundesregierung um die Gewinnung rechtsnationaler türkischer Wählerstimmen. Die aktuellen repressiven Maßnahmen des bundesdeutschen Innenministeriums mögen Wahlkampf tauglich sein, aber sie behindern auf fatale Weise den Friedensprozess in der Türkei.
Es ist ein Skandal, dass die Bundesregierung demokratische Grundrechte missachtet und sicherheitspolitische Fragen für ihren Wahlkampf missbraucht, auf die Gefahr hin, den Friedensprozess in der Region nachhaltig zu stören.
Die Linkspartei.PDS befürwortet die Aufnahme von Verhandlungen über einen EU-Beitritt der Türkei, wenn diese die menschenrechtliche Seite der Kopenhagener Kriterien erfüllt und vor allem die konkrete Menschenrechtssituation verbessert. Dazu gehört auch die völkerrechtliche Anerkennung der Republik Zypern.
Zur Einleitung eines Schließungsverfahrens des bundesdeutschen Innenministeriums gegen die E.Xani Presse- und Verlags-GmbH, wegen vermeintlicher Einbindung in die Organisationsstrukturen der PKK, erklären die Europa-Abgeordneten Feleknas Uca, Tobias Pflüger, André Brie, Helmut Markov, Sahra Wagenknecht und Gaby Zimmer der Linkspartei.PDS:
Am Montagmorgen, den 5. September, sind kurdische Medien- und Kulturinstitutionen in Deutschland von der Polizei gestürmt worden. Betroffen sind unter anderen der Musikverlag MIR, die mezopotamische Nachrichtenagentur MHA und die E. Xani Presse- und Verlags-GmbH, Verlegerin der türkischsprachigen Tageszeitung Özgur Politika. Zudem sind Hausdurchsuchungen bei mehreren Journalisten und Journalistinnen durchgeführt worden. Die Tageszeitung ist seit über zehn Jahren auf Grundlage des deutschen Presserechts ihrer journalistischen Arbeit nachgegangen. Özgur Politika ist dafür bekannt, kritisch anhand von Fakten und Meinungen über Ereignisse in der Türkei und dem Mittleren Osten zu berichten und der kurdischen Bevölkerung eine Stimme zu geben.
Warum erfolgt gerade jetzt, durch das bundesdeutsche Innenministerium, die Einleitung eines Schließungsverfahrens, und nicht während der zurückliegenden sieben Regierungsjahre?
Der Angriff auf die Presse- und Meinungsfreiheit geschieht zu einem Zeitpunkt, da der türkische Premier Erdogan öffentlich in Diyarbakir Bemühungen um "mehr Demokratie" bei der Lösung des jahrzehntelangen Konfliktes mit den Kurden zugesagt hat. Seitens der türkischen Regierung stellt das einen Schritt in Richtung eines Friedensdialogs dar, auf den die kurdische Bevölkerung seit langem wartet.
Gleichzeitig haben die militärischen Auseinandersetzungen und Übergriffe von Rechten und der Polizei auf Zivilisten, kurdische Bürgermeister, Mitglieder der DEHAP-Partei und Anschläge militanter Kurden in den letzten Tagen stark zugenommen.
In dieser prekären politischen Situation leistet die Bundesregierung einen Beitrag zur Unterdrückung der freien und kritischen Meinungsäußerung von Türken und Kurden.
Ein weiterer Grund, warum es gerade jetzt zu dem Schließungsverfahren gekommen ist, hängt nicht mit, wie vom Innenministerium behauptet, Terrorismusfragen, sondern mit Wahlkampfstrategien zusammen, und insbesondere geht es der Bundesregierung um die Gewinnung rechtsnationaler türkischer Wählerstimmen. Die aktuellen repressiven Maßnahmen des bundesdeutschen Innenministeriums mögen Wahlkampf tauglich sein, aber sie behindern auf fatale Weise den Friedensprozess in der Türkei.
Es ist ein Skandal, dass die Bundesregierung demokratische Grundrechte missachtet und sicherheitspolitische Fragen für ihren Wahlkampf missbraucht, auf die Gefahr hin, den Friedensprozess in der Region nachhaltig zu stören.
Die Linkspartei.PDS befürwortet die Aufnahme von Verhandlungen über einen EU-Beitritt der Türkei, wenn diese die menschenrechtliche Seite der Kopenhagener Kriterien erfüllt und vor allem die konkrete Menschenrechtssituation verbessert. Dazu gehört auch die völkerrechtliche Anerkennung der Republik Zypern.
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Sonntag, 4. September 2005
Multikulti 3
che2001, 20:15h
Ich kaufe regelmäßig Lebensmittel beim Griechen, zumindest wirbt der für griechische Lebensmittel. Nun sind vielleicht gefüllte Weinblätter oder Tastsiki etwas spezifisch Griechisches, sicher aber nicht Surimi, Datteln, Feigen oder Harissa. Also, eigentlich verkauft der ganz allgemein mediterrane und orientalische Lebensmittel. Neulich erfuhr ich seinen Namen: Mahmoud Reza Sepidian. Der Perser als Grieche - was würde Dareios dazu sagen ?
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Freitag, 2. September 2005
Big Trouble in Big Easy
che2001, 21:02h
Plünderungen, Vergewaltigungen, Schießereien mitten in einer Flutkatastrophe. Wie schon im Jugoslawienkrieg fällt auf, wie dünn der Lack der so genannten Zivilisation ist und wie wenig er hält.
Es ist zum Heulen, wie eine der schönsten Städte der USA vor die Hunde (oder in diesem Zusammenhang wohl besser vor die Alligatoren) geht. Man hat es kommen sehen. Vor gut einem halben Jahr brachte Spektrum der Wissenschaft ein Dossier namens "Erde im Treibhaus!", in dem das jetzt eingetretene Szenario minutiös vorweggezeichnet wurde und auch Maßnahmen zur Abhilfe vorgeschlagen wurden. Über viele Jahre ist es versäumt worden, Deiche und Siele zu erneuern. Ob das nun eine Mischung aus Sparpolitik und der üblichen ökologisch-sozialen Gleichgültigkeit der Neocons war oder etwas viel Schlimmeres, nämlich das kalkulierte Sterbenlassen "überflüssiger Esser" bzw. eugenische Bevölkerungspolitik, wie eine bestimmte Fraktion der Autonomen argumentieren würde, das Resultat bleibt auf jeden Fall das Gleiche: Furchtbar viel Leid und Elend, Vertreibung und möglicherweise die Auslöschung einer der multikulturellsten, unyankeemäßigsten Metropolen der USA. Und, wenn er sich weiter so verhält wie bisher, der Anfang vom Ende des G.W. Bush und seiner Regierung.
Es ist zum Heulen, wie eine der schönsten Städte der USA vor die Hunde (oder in diesem Zusammenhang wohl besser vor die Alligatoren) geht. Man hat es kommen sehen. Vor gut einem halben Jahr brachte Spektrum der Wissenschaft ein Dossier namens "Erde im Treibhaus!", in dem das jetzt eingetretene Szenario minutiös vorweggezeichnet wurde und auch Maßnahmen zur Abhilfe vorgeschlagen wurden. Über viele Jahre ist es versäumt worden, Deiche und Siele zu erneuern. Ob das nun eine Mischung aus Sparpolitik und der üblichen ökologisch-sozialen Gleichgültigkeit der Neocons war oder etwas viel Schlimmeres, nämlich das kalkulierte Sterbenlassen "überflüssiger Esser" bzw. eugenische Bevölkerungspolitik, wie eine bestimmte Fraktion der Autonomen argumentieren würde, das Resultat bleibt auf jeden Fall das Gleiche: Furchtbar viel Leid und Elend, Vertreibung und möglicherweise die Auslöschung einer der multikulturellsten, unyankeemäßigsten Metropolen der USA. Und, wenn er sich weiter so verhält wie bisher, der Anfang vom Ende des G.W. Bush und seiner Regierung.
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Dienstag, 30. August 2005
Libertäre versus LibertARIER
che2001, 14:48h
Oder so: Eine Reihe rechter Spinner, die neoliberale Wirtschaftskonzepte mit einer antietatistischen Grundhaltung verknüpfen, zugleich aber Dinge vertreten wie eine Befürwortung der Todesstrafe für Mörder (weil Knast Freiheitsberaubung sei, es aber gar keinen Sinn gäbe, jemandem, der Anderen das Leben nimmt, Selbiges zu lassen) und einen bedingungslosen Philosemitismus und Proamerikanismus bezeichnet sich als Libertäre oder Libertarier. Also, klar und deutlich: Der Begriff Libertär ist eigentlich eine Umschreibung von Anarchismus und anarchoinspirierten politischen Richtungen. Es gibt auch nicht-sozialistische Libertäre in der Traditionslinie Max Stirners und David Henry Thoreaus. Diese Traditionslinie wird seit Neuestem von Vertretern der Neuen Rechten, denen es darum geht, durch intellektuelle Besetzung von politischen Diskursen das gesellschaftliche Klima nach rechts zu verschieben, als bloßer Deckmantel für ihre reaktionären Inhalte verwendet. Während die Stiefelnazis als Solche zu erkennen sind, tarnen sich die Neuen Rechten vermeintlich gut. Aber bei prowestlichen Heimatabenden kommt das haselnussfarbene Pack dann doch geballt zusammen und wäre vielleicht auch einmal ein Thema für die Antifa.
Gestern Bioethik und Zwillingsforschung, heute "Libertäres Denken", das Ziel ist immer gleich:
http://de.wikipedia.org/wiki/Neue_Rechte
Und das sagen meine Freunde dazu:
http://www.woweezowee.de/2005/08/28/klare-ansage/
http://beamtendreikampf.de/weblog/archives/archive_2005-m08.php#e318
http://holgi.twoday.net/stories/936256
http://www.spreeblick.com/2005/08/29/pro-westlicher-heimatabend/
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Gestern Bioethik und Zwillingsforschung, heute "Libertäres Denken", das Ziel ist immer gleich:
http://de.wikipedia.org/wiki/Neue_Rechte
Und das sagen meine Freunde dazu:
http://www.woweezowee.de/2005/08/28/klare-ansage/
http://beamtendreikampf.de/weblog/archives/archive_2005-m08.php#e318
http://holgi.twoday.net/stories/936256
http://www.spreeblick.com/2005/08/29/pro-westlicher-heimatabend/
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Sonntag, 28. August 2005
Frauen in Zügen
che2001, 20:17h
Neulich war ich in Berlin unterwegs, um mich mit der Frau Modeste zu treffen. In Friedrichshain stieg ich ineinen Zug der Metrotram und setzte mich auf den ersten freien Platz. Mir gegenüber saßen zwei junge Frauen, beide vielleicht 20, die ich vom Äußeren her der autonomen Szene zuordnen würde. Die Eine war eine blonde Schönheit mit endlos langen, weitgehend nackten Beinen, die in den für die vegane Szene typischen Plastikstiefeln steckten. Während diese recht entspannt wirkte, machte die Andere, rothaarig (bzw. rot gefärbt, eigentlich schwarz), in Jeansklamotten und Chucks, einen extrem aggressiven Eindruck. Sie sagte zwar nichts, blitzte mich während der Fahrt aber wiederholt mit den Augen aber an wie einen Erzfeind. Da ich keine der beiden kannte, vermutete ich, dass sie entweder kürzlich erst schwere Scheiße mit einem Mann erlebt haben dürfte, oder dass da gerade ein Feindbild durchgerattert wurde: Ich trug ein teures Markenjackett, Hawaiihemd, vergoldete Schweizer Uhr und handgenähte Markenschuhe. Ein wenig amüsiert dachte ich an das Outfit, das ich trug, als ich im Alter dieser Mädels war - Springer-Stiefel mit neongrünen Bändseln, schwarzrote Streifenjeans, ein T-Shirt, das Vermummte zeigt, die ein Kriegerdenkmal zerlegen. Irgendwo verstreut habe ich den größten Teil der Klamotten noch. Vielleicht lohnte es sich ja, sich umzukleiden und die Szene zu wiederholen. Auf die Reaktion wäre ich jedenfalls gespannt :-)
Etliche Stunden später komme ich mit der S-Bahn durch den Lehrter Bahnhof, dessen riesiges Glasdach mich etwas befremdet. Die Frau, die mit diesmal gegenübersitzt, ist vielleicht Mitte 40 und wirkt sehr spanisch. Sie erklärt, dass der Lehrter Bahnhof erste vorige Woche dieses Dach bekommen habe und fragt mich, ob ich nicht aus Berlin sei. "Nein, bin ich nicht", erwidere ich , und sie sagt "Ich auch nicht, ich bin aus Argentinien." Und sie erzählt, dass sie dort den Zusammenbruch der ganzen Ökonomie erlebt habe und daher zum Arbeiten nach Spanien emigriert sei und von da weiter nach Deutschland. Seit einem Jahtr lebe sie hier und habe festgestellt, dass es den Deutschen schlechter gehe als den Spaniern. Eine große Unruhe und Angst herrsche unter den Berlinern, genau wie in Buenos Aires vor dem großen Crash.
Später, im ICE, sitzt neben mir im Abteil dann eine deutsch-polnische Oma, die über eine halbe Stunde mit der Zugbegleiterin über die 5,5 Euro ICE-Zuschlag debattiert und der Meinung ist, sie habe den schon in Warschau gezahlt (wo es keinen ICE gibt). Nachdem sie schließlich gezahlt hat, entspinnt sich ein Gespräch über Deutschland, Polen, Preise, die Weltwirtschaft, Marx, Gott und die Welt, das die ganze Zugfahrt ausfüllt.
Der Pathologe hat schon recht: Bahnfaahn macht Laune!
Etliche Stunden später komme ich mit der S-Bahn durch den Lehrter Bahnhof, dessen riesiges Glasdach mich etwas befremdet. Die Frau, die mit diesmal gegenübersitzt, ist vielleicht Mitte 40 und wirkt sehr spanisch. Sie erklärt, dass der Lehrter Bahnhof erste vorige Woche dieses Dach bekommen habe und fragt mich, ob ich nicht aus Berlin sei. "Nein, bin ich nicht", erwidere ich , und sie sagt "Ich auch nicht, ich bin aus Argentinien." Und sie erzählt, dass sie dort den Zusammenbruch der ganzen Ökonomie erlebt habe und daher zum Arbeiten nach Spanien emigriert sei und von da weiter nach Deutschland. Seit einem Jahtr lebe sie hier und habe festgestellt, dass es den Deutschen schlechter gehe als den Spaniern. Eine große Unruhe und Angst herrsche unter den Berlinern, genau wie in Buenos Aires vor dem großen Crash.
Später, im ICE, sitzt neben mir im Abteil dann eine deutsch-polnische Oma, die über eine halbe Stunde mit der Zugbegleiterin über die 5,5 Euro ICE-Zuschlag debattiert und der Meinung ist, sie habe den schon in Warschau gezahlt (wo es keinen ICE gibt). Nachdem sie schließlich gezahlt hat, entspinnt sich ein Gespräch über Deutschland, Polen, Preise, die Weltwirtschaft, Marx, Gott und die Welt, das die ganze Zugfahrt ausfüllt.
Der Pathologe hat schon recht: Bahnfaahn macht Laune!
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