Samstag, 4. November 2006
Georg Seeßlen analysiert Tanja-Anja
In der aktuellen konkret-literatur:

"Und dann die Trottel der New Economy, die sich buchstäblich verzocken. Erfolg macht sexy, heißt es. Offensichtlich gilt das immer nur für einen Teil. Im endlos laufenden Liebes- und Haßfilm der sexuellen Ökonomie fickt kein Erfolgreicher einen Erfolgreichen. (Die heiraten höchstens, aber ich sag´s euch gleich: Das wird nichts.) Ein Erfolgreicher fickt einen Erfolglosen, so fängt das an. Die Geilheit und der Bürgerkrieg. Die New Economy hatte, was die mediale Repräsentation anbelangt, ein weibliches Gesicht. Natürlich waren die Motoren wieder männliche, spielende Kinder-Trottel, Turnschuh-Kapitalisten, Computernerds oder Schweinetrottel a`la J.R.Ewing. Aber die Ernsthaftigkeit und Dynamik des erneuerten und verschärften Systems, das waren Frauen, die wie Furien durch Großraumbüros eilten, beim Candlelight-Dinner Millionenaufträge an Land zogen, sich aber auch Meg-Ryan-mäßig freuen konnten, wenn ein Coup gelandet war. Die Frauen sollten dem Kapitalismus die Unschuld zurückgeben; nur durch sie und für sie konnte er nochmal ein Medium der Emanzipation für das Bürgertum werden."

Was ja auch nicht geklappt hat. Um Adorno zu zitieren: "Die Dialektik der Aufklärung schlägt objektiv in den Wahnsinn um. Der Wahnsinn ist zugleich einer der politischen Realität". Nun, da sind wir wiedereinmal angekommen.

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Congratulations!
Einem lieben Verwandten herzlichen Glückwunsch zu seinem neuen Job!

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Che´s Sextipps
Höhö, ich greife mal ein Stöckchen http://che2001.blogger.de/stories/596835/#comments auf. Viagra halte ich ja für Blödsinn, das ist nur was für Männer mit echten Potenzproblemen, und einen schmerzhaften Dauerständer halte ich für ziemlichen Unfug. Die Rede soll auch nicht sein von dem exotischen Aphrodisiakum Ischtar, einem Medikamentenmix, der unter anderem das Parkinson-Mittel L Dopa enthält (Dopamin ist der Neurotransmitter, der bei jeder Art von Extase in rauen Mengen ausgeschüttet wird). Nein, ganz einfach: Ordentlich trainieren, drei Stunden am Stück, zum Beispiel Fitnesstraining oder joggen, dabei mit Guarana antörnen, anschließlich ein ganz ganz großer Becher Cappucino, in die Sauna, und dann Sex. Unvergleichbar, was mann dann kann. Also, ich zumindest.

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Igitt, Herr Pfarrer!
Es schadenfreudelt doch sehr:

http://www.gmx.net/de/themen/nachrichten/ausland/amerika/3154234,cc=000000160300031542341I7SZG.html

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Donnerstag, 2. November 2006
Die Kommune von Oaxaca
Es ist tatsächlich schon ein Vergleich mit der Pariser Kommune gezogen worden. Mittlerweile sind beim Vorgehen des Militärs zwei Menschen getötet worden. Mehr bei Ulysse: http://www.notizblogg.de/ulysses/2006/11/01/tales-of-brave-governator-ulises/#comments

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Sozialabbau: Der Stand der Dinge
Während Rüttgers, was zu erwarten war, sicharbeitsmarktpolitisch links der aktuellen SPD positioniert, so kann man auch wunderschön nachvollziehen, was uns schon alles genommen wurde. Als ich mein Studium beendete, gab es nach 6 Monaten beitragspflichtiger Arbeit bereits Arbeitslosengeld (ich glaube, auch für 6 Monate), und ab 5 Jahren für 12 Monate. Jetzt, wo der Bundeshaushalt nicht mehr prekär ist, würde es sich anbieten, für eine großzügigere Regelung Knete locker zu machen.

http://www.gmx.net/de/themen/nachrichten/deutschland/soziales/3143004,cc=000000160300031430041xSCEF.html

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Mich wundert´s
mit was für Suchanfragen manche Leute so auf meinem Blog landen: "Sauer S 303 Büchse", "einen geblasen kriegen", "Führerbefehl 126".


Ker, ker, ker, watt ne Welt!

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Die Dialektik
Da, wo ich herkomme, spricht man reinstes Hochdeutsch, oder eben Platt. Die Mundarten des Südens wie auch das Sächsische sind mir geläufig (außer in Leipschg, wo ich nüscht verstehe), zur Not könnte ich sogar hessisch babbele, preußisch geht mir auf den Sender (nicht mit ballinisch identisch), aber dass es eine Mundart "Mitteldeutsch" gibt, in der Hund "Quind" oder "Quinsch" heißt, das wusste ich bislang noch nicht.

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Ein Schritt in die richtige Richtung?
Gerade wurden im MDR die Einzelaussagen des Stern-Reports zur Klimakatastrophe vorgestellt und eher kritisch kommentiert. Von wem wohl? Dirk Maxeiner. Na, wenn das so weiter geht, kommentiert den Verfassungsschutzbericht zum Thema Neonazis wohl Torsten Heise :-)

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Peter Gingold ist tot
Ich nehme Abschied von einem alten Genossen, der ein langes und sehr bewegtes Leben geführt hat. Ach ja, und auch ansonsten gibt es hier viel Interessantes: http://de.indymedia.org/antifa/

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Donnerstag, 2. November 2006
Weise Worte
"Nur durch enge Kontakte und Gespräche können wir den Kreis von Gewalt und Töten durchbrechen."

Khaled Abu Awwad, Generalsekretär des Parentscircle, einer Organisation von Angehörigen getöteter palästinensischer und israelischer Zivilpersonen. Näheres hier: http://www.theparentscircle.org

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Rommel in Afghanistan
Nicht nur, dass Afghanen zu Bundeswehrsoldaten freundlich sind mit dem Argument, "Arier müssten zusammemnhalten", nicht nur, dass diese sich mit Totenschädeln verlustieren, nein, auch das noch: http://www.gmx.net/de/themen/nachrichten/deutschland/verteidigung/3142958,cc=000000160300031429581Wm8pP.html

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Dienstag, 31. Oktober 2006
Wertvoller Link für solidarische Menschen
Hier:



http://www.kurden.de

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Mauerbau aktuell
Danke an Atlantic review für den Link!

http://hermann.blog.com/1153256/

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Montag, 30. Oktober 2006
Durchsage vom Dienst
Nachdem man sich in der Blogosphäre schon fragte, wo denn Statler und Waldorf verblieben sind, ja Workingclasshero schon den Don im Verdacht hatte, mit ihnen versumpft zu sein (den bayerischen Schierlingsbecher traut man Don dann doch nicht zu), so haben sie nunmehr Lebenszeichen von sich gegeben. Weder sind sie in den stürmischen Wassern der Lahn oder des Edersees ertrunken, noch wurden sie plötzlich an die Chicago School of Economy versetzt, sondern es gab nur einen schnöden Providerausfall.

Unter http://www.s-and-w.de sind sie wieder erreichbar

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Gute Gründe, Coca Cola zu boykottieren
mag es ja viele geben, aber dieser hier sticht: Bei Coca Cola in Kolumbien sollen die Arbeitsbedingungen verschärft und die Löhne gekürzt werden, wogegen sich die Belegschaft wehrt. In letzter Zeit sind daher 9 Gewerkschaftsaktivisten bei Coca Cola Colombia durch Todesschwadronen ermordet worden.

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Linktipp in die Schweiz
Bzw. eigentlich aus der Schweiz in die weite Welt, jedenfalls hilfreich für alle, die etwas mit Flüchtlingsarbeit zu tun haben oder sich einfach für die Probleme gewisser Länder interessieren:

http://www.osar.ch/country-of-origin

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Preisfrage
Wo in der westlichen Welt gab es einen christlichen Kommunismus, der über Jahrhunderte funktionierte?

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Sonntag, 29. Oktober 2006
Stasi Ost und Stasi West
In der autonomen Szene gab es ja die bei Anti-Repressionsdemos gern gebrüllte Parole "Stasi Ost und Stasi West, überall die selbe Pest!"

Eigentlich wollte man damit zum Ausdruck bringen, dass die Staatsschutz-Organe des Westens moralisch nicht anders zu bewerten seien als die Stasi, aber das Ganze hat noch eine andere Komponente, die der Mehrzahl der damaligen AktivistInnen entgangen sein dürfte. Die massenhaft in der DDR eingesetzten Wanzen zum Abhören, das waren ja Westprodukte, die in die DDR importiert wurden, selbst Waffen (Scharfschützengewehre von Anschütz aus Österreich) wurden für die Stasi importiert, sogar die Stasi-Mitarbeiter besaßen West-Uhren (von Bernstein), und bis heute werden ehemalige Stasi-Liegenschaften von westlichen Behörden genutzt, einige (z.B. Brück, ehemaliges NVA-Atomwaffendepot und das "Objekt 76" bei Berlin) sind militärisches Sperrgebiet und waren das auch vorher, bruchloser Übergang also. Manchmal denke ich, da gehörte schon etwas zusammen, bevor es zusammenwuchs.

Update: Die ehemaligen Mitarbeiter des MfS gibt es ja auch noch. Ich möchte in dem Zusammenhang eine Metapher bemühen: Als Maria Theresia und Joseph II die Folter abschafften und die allgemeine Schulpflicht einführten, was wurde da aus den ganzen Folterknechten, die ja alles Staatsdiener waren? Und wo kamen plötzlich die ganzen Lehrer her?

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Hermann, mir graut vor Dir!
Dass Hermann L. Gremliza ein Freund der Antideutschen ist, ist seit Längerem bekannt. Auch wenn er in konkret den verschiedenen Fraktionen dieses Lagers ein Forum gibt, war er doch selbst in der Vergangenheit ein differenzierter und zur Distanz fähiger Unterstützer dieses Lagers, letztlich war sein Verhältnis zur antideutschen Ideologie ein taktisches. So, wie er vorher den Sowjetsozialismus unterstützte, weil dieser das einzige Mittel sei, was die westlichen Kapitalisten vom Schlimmsten abhielte, unterstützte er die Antideutschen nicht etwa, weil er ihre Ideologie im einzelnen teilte, sondern weil er nach dem Ende des Kasernenhofkommunismus die soziale Revolution insgesamt gescheitert sah und er es nun als die wichtigste tagespolitische Aufgabe ansah, dass sich Auschwitz nie wiederhole. Ein militärisch starkes Israel und ein Zurückdrängen der sog. "Appeaser" gegenüber dem Islamismus schien ihm dafür wichtigste Vorbedingung. Nun aber ist Gremliza ganz undifferenziert auf die Linie antideutscher Hardliner wie von der Osten-Sacken eingeschwenkt und entblödet sich nicht, selber Formulierungen von sich zu geben, die man nicht anders als rassistisch nennen kann. In der aktuellen konkret schreibt er, bezogen auf die Opfer des Milosevic-Regimes, von "Bosni- und anderen Kanaken." Zwischen einem Kanaken, einem Nigger oder diversen unfreundlichen Ausdrücken für Juden sehe ich keinen Unterschied, und der politisch korrekte Philozionismus Gremlizas entlarvt sich so selber. Auf Jugoslawien bezogen, fällt mir ein, wie aus dem brillianten marxistischen Theoretiker Dr. Franjo Tudjman binnen kürzester Zeit ein hasserfüllter Nationalist und Bürgerkriegspräsident wurde. Es gibt nicht den mindesten Grund zu der Annahme, dass ausgerechnet Deutsche von solchen Entwicklungen ausgenommen wären.

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Ausnahmezustand in Oaxaca
Nicht mehr nur in Chiapas, nein, auch in Oaxaca hat die mexikanische Regierung jede Autorität verloren, und nach schweren Aufständen wurden Bundestruppen in Bewegung gesetzt. Ich hoffe, dass es kein Massaker gibt, und verfolge die Entwicklung in Mexiko mit solidarischer Aufmerksamkeit. Seit Frühjahr 2006 sind Polizei und Paramilitärs wiederholt gegen streikende Lehrer und Studenten vorgegangen, indem sie aus Ak 47 und UZis Dauerfeuer auf Streikposten und Mahnwachen eröffneten. Mittlerweile haben die Indios, die Streikenden und die AnhängerInnen der sozialen Bewegungen sich massiv mit großkalibrigen Waffen versorgt.

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Samstag, 28. Oktober 2006
Ches Restauranttipps
Gut essen gehen: La Frasca, (Kassel), Peking, Tandure Diwan, Dilan (Göttingen), Treudelberg,Lucullion, Dorint am Alten Wall, Landhaus Flottbeck, (Hamburg), Camparino da Giovanni, Sakura Sushi, Tarek, Grauer Esel, Das Kleine Lokal, Bosporus (Bremen, zum Absumpfen hingegen Wiener Hof Café), Bordrestaurant Seute Deern (Bremerhaven), Deep Pan, Khan´s, Wagamama, The Aberdeen Steak House, Busaba Fathai, Rainforest Cafe, King George, Tokyo Dinner (London), Konoba Stari Grad (Budva), Le Piano sur le Trottoir, Chartier, La Tour d ´Argent, Chez George (Paris), Basilica Taberna, Vittorio Veneto (Rom), Avan Villa, Tufenkian (Yerevan), Fishawi, Groppi, Omar Khayyam (Kairo), Marisqueira o Barqueiro, Almofariz, Monumetal Grill, Quinta Palmeira, Villa Cipriani, Restauranto dos Lavradores (Funchal), Salla Dom Mintoff (La Valletta).

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Was heißt denn hier linksextrem?
jo@chim schreibt in seinem Blog, Dr. Dean sei kein Linksliberaler, sondern ein gewöhnlicher Linksextremer. Nun empfinde ich als ungewöhnlicher Linksextremer die Bezeichnung linksextrem nicht gerade als ehrenrührig, wundere mich aber, wie ein pazifistischer Ordoliberaler linksextrem sein soll. Habe ich was verpasst? Hat Dr. Dean Eucken, Tucholsky, Topitsch, Röpke und Albert aus dem Bücherschrank verbannt und durch Kropotkin, Malatesta, Cabral, Mesrine und Meinhof ersetzt? Hängt eine schwarzrote Fahne aus seinem Fenster, und ist er gerade dabei, die Häuser in der Hafenstraße zu rebefestigen?

Spannend!

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Wahre Worte von Jürgen Elsässer
Mit vielem, was er so in der Jungen Welt schrieb, war ich nicht einverstanden, seine Pro-Milosevic-Artikel ließen mich ihn hassen, aber dieser Beitrag ist, auch wenn ich der Dimitroff-Theorie des Faschismus nicht zustimme, Gold wert: http://www.jungewelt.de/2006/08-02/003.php

Danke an Dr. Dean für den Link!

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Freitag, 27. Oktober 2006
Nicht, dass ich etwas gegen Liberale hätte
Hinsichtlich der Universalität von Menschen- und Bürgerrechten und der Ablehnung von atavistischem Kulturalismus bewege ich mich mit denen durchaus auf einem Boden. Insofern Dank an Statler für diesen Lesetipp: http://arlesheimreloaded.twoday.net/stories/2849280/.


In diesem Zusammenhang möchte ich zu Huntington noch bemerken, dass dieser in den 1980er Jahren Mitglied einer Kommission zur Entwicklung einer integrierten Langzeit-Strategie für die US-Streitkräfte war, und bei einem solchen Hintergrund fällt es mir schwer, dem guten Sam den neutralen Philosophen abzunehmen. Umso mehr trägt Dahrendorfs Beitrag zur Wahrung eines rationalen politischen Diskurses angesichts der herrschenden Verwirrung bei.

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Erich Honeckers Wiedergänger
heißt George Bush II. Unfug? Nein, man schaue hier (frau auch): http://www.gmx.net/de/themen/nachrichten/ausland/amerika/3117704,cc=000000160300031177041pseKP.html

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Donnerstag, 26. Oktober 2006
Hier spielt die Musik!
Dank an Tattletale dafür: http://www.clipfish.de/player.php?videoid=MTcxNzF8NA%3D%3D

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Mittwoch, 25. Oktober 2006
Leichenschänder in Afghanistan
Da machen deutsche Junx also schwer einen auf Kapitan Dragan. Nun, Soldaten sind schließlich Mörder, außerdem ist jede Armee Spiegel ihrer Gesellschaft, undbeim Zustand der bundesdeutschen Gesellschaft wundert mich nichts mehr. Andererseits dient eine Armee aber auch der Abschreckung, und wie sollte man das besser können, als mit Nazis, Psychopathen und Perversen in Uniform?

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Nullchecker on Tour
Dass es Blogger gibt, die andere nicht mögen und dies auch laut sagen ist legitim. Wenn aber ein Herr Petersen, Peterle oder so ähnlich ein Anti-Don-Blog betreibt bzw. seine aktuellsten Aussagen alle reines Don-Gebashe sind, stellt sich die Frage, ob da einer gewaltig neidisch ist bzw. Don als Vehikel benutzt, um Aufmerksamkeit zu generieren. Trafficmaschine Alphonso sozusagen. Lustig sind die Aussagen, die er über Dons Charakter, den Nörgler, FoolDc etc. trifft - sie verraten nämlich, dass er komplett keine Ahnung hat :-)


http://rebellmarkt.blogger.de/stories/589329

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Am Rande
Möchte ich auf ein paar lesenswerte Blogs hinweisen, Verlinkung bei Gelegenheit:


http://mivtzaatid.wordpress.com/

http://www.claudiakilian.de/


http://dosron.twoday.net/

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Dienstag, 24. Oktober 2006
Extrem proletarisch
waren ja die Aktionstage am Wochenende. was wir bräuchten, wären bundesweite Montagsdemos gegen Hartz IV. Vielleicht passiert das selbst in diesem traurigen Land noch, die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

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Köhler greift ein
Nun hat unser Bundeshotte zugeschlagen und die Privatisierung des Fluglotsendienstes verhindert. Eine kluge Intervention. Die Enthusiasten des deregulierten Kapitalismus würden sonst wahrscheinlich noch die Polizei privatisieren, mit Knästen fangen sie ja schon an.

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50 Jahre Ungarnaufstand
Das, wessen da gedacht wird, hatte wenig mit dem 17. Juni, dem Prager Frühling oder der friedlichen Revolution in der DDR zu tun. Der Ungarnaufstand war gewalttätig - stalinistische Funktionäre wurden von revolutionären Studenten und Arbeitern an die Wand gestellt - und hatte in Teilen eher einen rätekommunistischen oder anarchosyndikalistischen Charakter. Ein nicht unbeachtlicher Teil des Aufstands war der Versuch einer Revolution links des orthodoxen Kommunismus. Gerade deswegen blieb jede reale Hilfe aus dem Westen aus.

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Montag, 23. Oktober 2006
Fernsehtipp
Gleich geht´s los, auf Arte: Fatih Akins "Gegen die Wand".

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Meine Provinz und ich
Nicht, dass mir die von Don ausgelobten Gabeln wichtig wären - aber hier kommt mein Beitrag zum Contest.


Ich gehöre nicht zu den Honoratioren, wohl aber zur Lokalprominenz der Provinzstadt. Wenn ich in Urlaub fahre, verabschiedet sich der Stadtdirektor von mir, ich habe im Theater zwei Ehrenplätze direkt hinter dem OB, in der Fußgängerzone grüßen mich Passanten mit Namen, da ich bekannt genug bin.

Ein Blick in den Rückspiegel. Die Enduro, die die ganzeNacht hinter unserer Villa Kunterbunt im Park gestanden hat, nimmt die Verfolgung auf. Nach einer Weile spricht der Fahrer in ein Funkgerät und biegt ab, während nun ein VW-Bus mit der Werbung eines Service-Unternehmens hinter mir herfährt. Meine Briefe kommen zwei Stunden später an als beim Rest der Hausgemeinschaft dafür, etwas Service darf man ja erwarten, geöffnet. Eine Mitbewohnerin bringt Müll zum Müllcontainer, zu dem und von dem zurück ihr eine gelber Postbus folgt. Seit Wochen geht das so. Wir verabreden uns telefonisch zur Übergabe einer Kiste mit Granaten und können dann amüsiert verfolgen, wie viele Einsatzkräfte der Überreichung eines Kastens Jever beiwohnen. Die ganze Farce endet, als ein grinsender Richter das Verfahren einstellt und ein grinsenderer Anwalt seine Robe in die speckige aktentasche knüllt und schulterklopfend sagt: "So viel zum Thema 129a)!"



Niemandem aus meiner jetzigen Umgebung könnte ich dies erklären. Diese kommunalen und Provinzhochschul-Bediensteten, mittelständischen Unternehmer, Juristen und IHK-Funktionäre, PRler und Designer, Journalisten und Berater, mit denen ich so zu tun habe, haben zu dieser Vergangenheit, von der ich mich nie distanziert habe, sondern der ich langsam entwachsen bin, keinen Bezug. Nicht, dass ich mit meiner Vita hinterm Berg hielte, manche Erlebnisse haben für meine jetzige Umgebung großen Unterhaltungswert, aber ich teile mit ihnen nur das Hier und jetzt, weder das Gestern noch das Morgen.


Die Nacht im Minenfeld im Sinai, der Anblick eine explodierenden Autos, wo ich gerade noch gestanden hatte,die Genossin, die sie nackt an den Armen aufhängten und der sie unsagbare Scheußlichkeiten androhten, bis ein Anruf von ganz oben sie rettete, das Grauen, als wir Fotos von Azads Heimatdorf sahen, auf das sie Schrappnellbomben so dicht geworfen hatten, dass eine jede im Wirkungskreis der anderen detoniert war, so etwas vergisst man ebensowenig, wie die vielen Situationen, wo man gemeinsam Solidarität und eine tiefe Mitmenschlichkeit erfuhr, das ist keine Vergangenheit, die man ablegt wie einen Mantel.


Der Zweite Bürgermeister eröffnet eine Ausstellung, ich halte eine Laudatio. Klickblitz, klickblitz, klickblitz, shakehands, wiedermal. Dieses biedere, etwas konservative, in religiösen, sexuellen und migrationspolitischen Fragen liberale Millieu ist gar nicht so schlecht, hätte ich immer hier gelebt, hätte bei mir möglicherweise keine Radikalisierung stattgefunden, eher ein Aussteigen Richtung Travellertum, Stairway to heaven am Strand von Lombok singend.

Szenenwechsel: Man gibt 60 000 Euro für eine Lautsprecheranlage und ein Übersetzerbüro aus, damit wir zwei den Vorständen, Aufsichtsräten, Gewerkschaftern und Frauenbeauftragten unsere Rechercheergebnisse zu den Tätigkeiten des Konzerns in diesem schönen Lande vortragen können, übersetzt in 3 Sprachen. Sie erwarten eine gehübschte Werksgeschichte mit einigen kritischen Anmerkungen, man hält sich Historiker schließlich als so eine Art Hofnarren.


Wir aber erzählen in Seelenruhe, wer wann welche spektakulären Unfälle verursacht hat, wie man mit den Generälen gekungelt hat, dass die Lautsprecherboxen auf der Plaza major einmal aufgehängt wurden, um die Schreie der Gefolterten im Keller des Justizpalasts mit Gedudel zu übertönen, wie man der Stadt Wasserrechte abkaufte, erzählen den Gewerkschaftern und Frauenbeauftragten, welche Rechte sie in Deutschland hätten, wir nennen schrecklich viele Namen und Daten. Mitten in unserem Vortrag geht ein Vorstandsvorsitzender wortlos, andere schlagen die Hände über dem Kopf zusammen. So schnell werden die keinen Historikern mehr die Werkstore öffnen. Am Abend, bei Languste und Rotwein, lobt uns unser Gastgeber und sagt, wir hätten genau die richtigen Fragen thematisiert, da hätten einige Täter mit im Saal gesessen.

So gesehen, bin ich nicht spießig geworden, habe nur das Kampffeld gewechselt. Einige gezielte, stachelige Interventionen gehen noch immer. Ein Bruch in meinem Leben?

Nö, nur eine große Bandbreite.

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Vielerlei Kapitalismus
Im Rahmen einer interessanten Debatte http://che2001.blogger.de/stories/574233/ schrieb Rayson, dass eine in wesentlichen Teilen von einer autoritären Führung gelenkte Wirtschaft alles andere als kapitalistisch sei, in diesem Sinne sei der NS/Faschismus eigentlich kein politisches System innerhalb des Kapitalismus. Die von mir vorgetragene Definition des Kapitalismus als Marktwirtschaft mit Privateigentum an Produktionsmitteln und Mehrwertschöpfung als Produktionsziel wies er als zu unvollständig und zu speziell zurück, da auf jeden Fall der freie Markt und die von staatlichen Zwängen unkontrollierte Wirtschaft hinzugehörten. http://martinm.twoday.net/stories/2768707/#2770304


Ich habe darüber nachgedacht, mich ein wenig in der Geschichte umgesehen und bin zu dem Resultat gekommen, dass Kapitalismus dann wohl ein eher randständiges und nur in historischen Ausnahmesituationen auftretendes Phänomen sein dürfte, wenn man diese Definition eng auslegt und richtig ernst nimmt. In der ganzen Nachkriegszeit bis zum Auftreten von Reagan und Thatcher war der hoch regulierte keynesianische Wohlfahrtsstaat der Normalzustand der westlich-kapitalistischen Welt, eine Gesellschaftsformation, in der ich aufgewachsen bin und die mich prägte. Eine andere Kapitalismusdefinition vertritt mein Vater, der mittlerweile auf Diskussionsrunden wie die von Sabinsen von gestern Abend mit blankem Hass reagiert. Für ihn ist der Sinn und Zweck einer kapitalistischen Wirtschaft, ihre einzige Existenzberechtigung, die Finanzierung eines Sozialstaats, und darunter stellt sich mein Vater den Sozialstaat der 1970er Jahre vor, wo es noch selbstverständlich war, dass man für Zahnersatz und Brille absolut nichts dazuzahlte, Hausbesitzer Renovierungsarbeiten vom Staat bezuschusst bekamen und der Arbeitnehmer als Solcher alle 5 Jahre eine vom Staat bezahlte Kur machte, unabhängig davon, ober er krank war oder nicht. Für meinen Vater hat das politische System der Bundesrepublik Deutschland seit Verabschiedung der Hartz-Gesetze jede Existenzberechtigung und moralische Legitimität verloren. Dabei ist mein Vater nicht etwa ein linker Intellektueller, auch kein dem Kapitalismus besonders fernstehender Mensch, sondern ein pensionierter Bankdirektor, der seine politische Sozialisation in der Ära Adenauer/Ehrhardt/Kiesinger erhalten hat. Diese Ära zeichnet sich durch ein hohes Maß an Koporatismus aus. In Permanenz über Jahre tagende gemischte Kommissionen aus Arbeitgeberverbänden, Gewerkschaften und Regierung bzw. Krankenkassen, Ärztekammern und Regierung legten Löhne, Gehälter, Arbeitszeiten und Finanzierung des Gesundheitswesens fest, ohne dass es zu Arbeitskämpfen kam, die entscheidenden Beschlüsse fanden auch nicht in Tarifrunden und nicht im Parlament, sondern in den Kommissionen statt (Konzertierte Aktion). Ludwig Ehrhardt bezeichnete die soziale Marktwirtschaft mit ihrem hohen Organisationsgrad in Form mächtiger und die Sozialpolitik gestaltender Verbände selbstgefällig als die "Formierte Gesellschaft". Etwas, womit meine Eltern hautnah zu tun hatten, war die staatliche Zwangsverwaltung des Wohnungswesens, die bis 1965 bestand. Bedingt durch die Wohnraumverluste des Bombenkriegs besaßen die Wohnungsämter die Macht, jedem Hausbesitzer Mieter zuzuweisen. So wohnten meine Eltern als Besitzer eines mehrstöckigen Mietshauses in der eigenen Wohnung mit zwei anderen Familien zusammen, mit denen sie sich Küche, Bad und Toilette teilten. Sie bewohnten mit zwei Kindern innerhalb der eigenen Wohnung lediglich ein Zimmer. Mietern zu kündigen war nur bei schweren Verstößen möglich, in einem Fall reichte die Tatsache, dass ein Mieter einer Mitbewohnerin eine Bratpfanne über den Schädel gezogen hatte nicht aus, um ihn rauszuklagen. So gestaltete sich die dynamischste Wachstumsphase des deutschen Kapitalismus, das sog. Wirtschaftswunder, zugleich als eine Welt mit einer heute höchst sozialistisch anmutenden staatlichen Mangelverwaltung.Wenn wir über die Grenze schauen: Unter gaullistischer Ägide, also von 1958 bis 1972, wurden in Frankreich Mindestlöhne und Höchstpreise durch Präsidialdekrete geregelt.

Weiterhin: Wenn Kapitalismus an freie Märkte und das Fehlen staatlicher Regulierungen gebunden ist, dann hat er zu Zeiten von Adam Smith, David Ricardo und Karl Marx ebensowenig existiert wie Marxens Sozialismus. Konzepte wie "die unsichtbare Hand", "das freie Spiel der Kräfte" und der liberale "Nachtwächterstaat" waren ja keine Beschreibungen einer vorgefundenen Realität, sondern Idealbilder liberaler Philosophen. Die Staaten, in denen diese lebten, subventionierten sich selbst durch Schutzzölle, besaßen eine in verschiedener Hinsicht noch merkantilistische Wirtschaftsordnung und schufen sich in Form der Kolonien gerade gänzlich künstlich organisierte, auf die Bedürfnisse der imperialistischen Mächte und ihrer monopolistischen Kolonialhandelsgesellschaften hindesignten Märkte.

Schließlich und endlich wäre etwa auch zu fragen, inwieweit gerade die heutigen USA, deren treibender Wirtschaftsfaktor ein zu 100% auf Staatsaufträge angewiesener und staatlich subventionierter Aerospace- und Rüstungssektor darstellt, ein typisches Beispiel für einen radikalen Liberalkapitalismus darstellen.

Ich würde viel eher sagen: Ob das aktuelle Deutschland, der norwegische und finnische "Volksheim"-Wohlfahrtsstaat, das anglo-amerikanische Modell, aber auch faschistische Diktatur oder der chinesische Sonderweg einer kapitalistischen Modernisierung unter formal kommunistischem Regime, dies alles sind Formen kapitalistischer Gesellschaften, nur eben mit jeweils unterschiedlichem Charakter.

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Sonntag, 22. Oktober 2006
Begegnung am Strassenrand
Er trägt eine bodenlange, pfeffer- und salzfarbene Djellaba, einen Fez, Schnabelschuhe, sein schwarzer Bart reicht auf die Hüften, er stützt sich auf einen mannshohen Knotentstock, in seinem Gürtel sitzt ein silberbeschlagener Revolver. Und seine Hände beschäftigen sich mit einem Handheld Computer, einem HP IPAC. So ist der Armenier (aserischer Herkunft) heutzutage.

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Samstag, 14. Oktober 2006
Zwischenzeit
Es kann sein, dass es hier in den nächsten Wochen etwas ruhiger wird. Ich bin in einem Land unterwegs, das zwar nicht auf Stan endet, von dem ich aber dennoch nicht weiß, ob und inwieweit es dort Internetanschluss gibt. Insofern wird die Geschichte "Meine Provinz und ich" für Dons letzten Contest wohl etwas warten müssen - es sei denn, die Verhältnisse dort unten sind besser als gedacht, bei der Entwicklungsgeschwindigkeit der digitalen Welt weiß man ja nie.

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