Mittwoch, 25. Oktober 2006
Leichenschänder in Afghanistan
Da machen deutsche Junx also schwer einen auf Kapitan Dragan. Nun, Soldaten sind schließlich Mörder, außerdem ist jede Armee Spiegel ihrer Gesellschaft, undbeim Zustand der bundesdeutschen Gesellschaft wundert mich nichts mehr. Andererseits dient eine Armee aber auch der Abschreckung, und wie sollte man das besser können, als mit Nazis, Psychopathen und Perversen in Uniform?

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Ja? Ein Bekannter hat sich während seiner Wehrdienstzeit versetzen lassen, weil seine ersten Zimmergenossen (oder wie das heißt) es besonders lustig fanden, sich gegenseitig und anderen mit dem Schwanz im Gesicht rumzureiben.
Jungs sind eklig.

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Ich weiß schon, warum ich den Kriechdienst verweigert hatte.

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@wondergirl:
Gehört habe ich von solchen Gepflogenheiten auch oft. Real begegnet sind sie mir zum Glück nicht. Sollte anno 84 auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges etwa alles besser gewesen sein? Nebenbei bemerkt: Ich habe ein Atomraketenlager bewacht, während so ziemlich jeder meiner damaligen Freunde bei Ostermärschen und dergleichen auf der anderen Seite des Zauns stand.

Wohlgemerkt, Che: Ich respektiere jeden, der sich entscheidet, sich das nicht zu geben bei der Bundeswehr. Aber ich habe mir und meinen linken Kumpels damals gesagt, dass es gesamtgesellschaftlich gesehen auf Dauer sehr fatale Folgen haben kann, wenn man die Armee nur den Rechten und eingefleischten preußischen Kommissköppen überlässt. Ich denke, die Folgen dieser Entwicklung lassen sich aktuell sehr unschön beobachten.

Wir hatten damals noch eine ganze Reihe AUsbilder und Offiziere, die sehr stark sozialliberal geprägt waren und einen sehr teamorientierten Führungsstil pflegten. Ich bin froh, dass diese Leute nicht verweigert hatten. So geartetes Personal fehlt dieser Truppe heute, weil sich jeder halbwegs kritisch dünkende Mensch zu schade für diesen Job ist. Was ich ja wie gesagt auch keinem verdenken kann. Schwieriges Thema...

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@mark: Ich habe Deinen KOmmentar zu unserer damaligen Diskussion bei Don noch sehr gut im Gedächtnis, und natürlich ist die Sache zwiespältig.

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Ich bin in der Zwischenzeit
auch nicht schlauer geworden, wie man die Truppe dauerhaft wieder mehr in die Spur kriegen könnte. Ohne frisches Führungspersonal mit anders geartetem Mindset werden sich die Bundspechte immer weiter Richtung Orden mit seltsamen Praktiken und zweifelhaftem Gedankengut entwickeln. Das liegt natürlich längst nicht allein in der Ächtung begründet, die der Uniformträger in vermeintlich gesellschaftlich fortschrittlichen Kreisen erfährt, aber diese Ächtung trägt sicher auch nicht dazu bei, die Bundeswehr wieder mehr näher an der Mitte der Zivilgesellschaft zu verankern. Sehr schwierig. Aber ich habe schon zu Scharpings Zeiten klare Signale von der Hardthöhe vermisst, die Soldaten und Rekruten wieder mehr als Staatsbürger in Uniform zu begreifen. Die bekannt gewordenen Misshandlungsfälle werden wohl auch nur sie sprichwörtliche Spitze des Eisbergs sein.

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Ich hab mich
auch schon zu dem Thema ausgelassen, wenn auch aus anderer Sichtweise. Zur Bundeswehr. Ich war selbst nicht dort, aber was einer meiner besten Freunde an Geschichten über seine Zeit als Wehrdienstleistender bei der Marine erzählt hat ist so dermaßen eklig, dass ich es hier nicht wiedergebe.

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Du schreibst gerade was zum Kulturkaufhaus Dussmann. Weißt Du, womit der Peter Dussmann ursprünglich mal sein Geld gemacht hat?

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Meinst Du jetzt
von der Kantine zur Kultur?

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Von Fresspaketen für Asylbewerber und Gebäudereinigungsdiensten zur Kultur.

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"Die meisten von ihnen tun weiter Dienst"
https://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/print/berlin/598291.html

soviel zu nazis in uniform.

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Blogger tagedieb schreibt zu dem Thema:


Aufregung um Nichts!
Bei der Bundeswehr sollte man die Mitnahme von Fotoapparaten jeglicher Art verbieten. Dann hat man kein Problem mehr mit "Skandalfotos"!

Da finden also ein paar junge Erwachsene (wie alt werden sie sein, 22, 23 ?) mitten in der Wüste ein paar Knochen und amüsieren sich damit ein bißchen. Dummerweise machen sie Fotos davon, und diese gelangen irgendwann in die Hände eines Bild-Journalisten. Und die schreit: Skandal. Toll, ausgerechnet die Bild! Hallo? Alles klar mit Euch, die ihr auf diesen Zug aufspringt?

Es ist zwar nicht schön, was die Jungs da getrieben haben. Aber Leichenschändung sieht anders aus. Vorschlag: Zukünftig müssen solche Funde gemeldet werden, es erfolgt eine kurze Untersuchung unter Einbeziehung der örtlichen Stämme, und dann werden die Knochen bestattet. Und für die bösen Jungs als Strafe empfehle ich: 8 Wochen Latrine putzen!

Weiter: Hier wird ein Skandal gestrickt, der einzig und allein der Auflagensteigerung dient. Und die Bundesregierung einschließlich der vielen, vielen "Experten", die jetzt wieder zu Wort kommen, betteln förmlich darum, dass irgendein Imam/Mullah schreit: Die Ungläugigen! Sie schänden unsere Toten! Feuer und Flamme für Sie! Achtung, Terrorgefahr, wir müssen die Innere Sicherheit verbessern!

Herrgott, denkt hier jemand tatsächlich, dass die Jungs in Afghanistan anfangen, aus purer Langeweile zu Philosophen zu werden, die während ihrer Patroullien Kant diskutieren? Das glaubt doch hier im Ernst keiner. Irgendwann wird selbst das onanieren langweilig. Bedenkt man, dass du in Afghanistan eventuell schon erschossen wenn, wenn du als Ungläubiger einer Frau zu sehr auf die Burka guckst (und danach die Frau gesteinigt!), kommen halt solche unschönen Sachen bei raus.

Völlig absurd wird die Diskussion dieses Falles, wenn gefragt wird: War's ein Sowjet oder Afghane? Vielleicht war's ja auch eine Afghanin? Oder gar ein Mongole aus dem Heer Dschingis Khans? Denn die Quintessenz daraus ist für mich: War's ein Sowjet, war's okay, war's ein Afghane, war' pfui. Na, schönen Dank. So macht man sich wahrlich zum Hampelmann ohne eigene (moralische) Position.

Vielleicht sollte die Bundeswehrführung für mehr Abwechselung und/oder mehr Heimaturlaub sorgen? Oder kommt der Bundeswehr und dem zuständigen Ministerium dieser "Skandal" gerade recht? Vielleicht stand man ja kurz davor zugeben zu müssen, dass KSKler nicht nur US-Gefangenenlager bewacht haben und dort auch einen möglicherweise deutschen Gefangenen gesehen haben, sondern auch tatsächlich mit diesem gesprochen haben? (Klar, es war immer nur ein kurzer Wortwechsel) Und dann ist man nicht mehr weit vom Wahrheitsgehalt der Aussage Kurnaz entfernt, dass dieser auch von Deutschen (KSKlern?) misshandelt wurde.

So, dass dazu. Die Frage, ob die Bundeswehr dort etwas zu suchen hat oder nicht, möchte ich garnicht ansprechen. Anderes Thema. Nur eins dazu: Die KSK gehören abgeschafft oder aus der Geheimhaltung herausgeholt.

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da hat tagedieb recht.

auf die idee, ablenken von den einsätzen der ksk bin ich nicht gekommen.

denn ich kann mir noch immer nicht vorstellen, dass die blözeitungs/rammeln-töten-lecken-fernseh - berichte nicht mit der bundesregierung abgesprochen wären.

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Da kommt erschwerend hinzu, dass sowohl Böd als auch RTL davon sprechen, sie hätten noch viel mehr Bilder davon. Wenn jetzt geschädelt auf Teufel komma raus werden soll, gehen andere Fragen erst recht unter. Gefickt eingeschädelt, sowas...

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Man sollte sich fragen, warum gerade die Springer-Presse so wild darauf ist, das Image der Bundeswehr zu beschädigen:

https://brechreiz.blogspot.com/2006/11/bild-dir-deine-ffentlichkeit.html

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Danke für den hervorragenden Text!

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in die gleiche kerbe schlägt auch der folgende artikel:

https://www.freitag.de/2006/44/06440101.php

tja, wahrlich eine perspektivenänderung, die sinn macht: das "spiel" mit den schädeln als eine stillschweigend einkalkulierte wirkung auf dem weg zum "neuen selbstverständnis" zu begreifen.

und dazu passt auch noch das folgende:

https://derstandard.at/?id=2647437

klingt alles so, als würde sich dieser staat auch auf der ebene den us-realitäten nähern.

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Na wunderschön.Ursprünglich hieß es mal, unter Tauglichkeitsgrad 1 und überdurchschnittlicher psychischer Belastbarkeit ginge bei Kriseninterventionseinsätzen gar nichts mehr. Ich hätte eigentlich erwartet, das wären Typen von GSG9-Zuschnitt. Demnächst müssen wir wohl noch Meldungen von plündernden und vergewaltigenden deutschen Landsknechten lesen.

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