Donnerstag, 15. Januar 2026
Unterschiedliche Betrachtungsweisen zu Horkheimer und Adorno
che2001, 11:37h
Dies ist eigentlich eine Antwort auf eine Frage von ARE auf einen Kommentar zu verschiedenen Adorno-Interpretationen, aber zu schade um in der Kommentarsektion herumzuliegen, daher hier als eigenständiges Posting.
Also, zunächst mal Krahl und Reiche: Krahl war Vorsitzender des SDS (Sozialistischer Deutscher Studentenbund) während der 67er-69er Unruhen, Reimut Reiche ein Soziologe, Psychologe und Psychoanalytiker, der die Lehre Wilhelm Reichs (dissidente Form der Psychoanalyse, welche die sexuelle Befreiung und die subversive Energie des Orgasmus in den Focus stellte) mit der Kritischen Theorie verband. Krahl und Reiche waren der Auffassung, dass man, wenn man die Dialektik der Aufklärung, die Studien zum autoritären Charakter und die Negative Dialektik gelesen hätte eigentlich zum Staatsfeind werden müsste. Sie leiteten als Konsequenz der Kritischen Theorie daraus eine Art freudomarxistisch begründeten Anarchismus ab.
Adorno und Horkheimer wehrten sich gegen diese Vereinnahmungen und gegen die zeitgleiche Besetzung des Frankfurter Instituts für Sozialforschung durch Studierende mit gerichtlichen Schritten. Darauf reagierten Krahl und Reiche (und andere 68er) mit dem Vorwurf, sie fielen hinter die eigenen Positionen zurück und bewiesen die Dialektik der Aufklärung, nämlich das Zurückschlagen der Aufklärung in Reaktion an den eigenen Personen, indem sie als an ihrer privilegierten Stellung hängende bürgerliche Professoren diese Stellungen verteidigten statt sich denen anzuschließen, die Konsequenzen aus der Theorie ziehen und diese in die Praxis umsetzen würden. Adorno entzog sich dieser Debatte mit dem Hinweis, er habe ein Theoriegebäude entwickelt, wie habe er ahnen können, dass dieses eines Tages mit Molotow-Cocktails in die Tat umgesetzt werden sollte.
Ich finde diese Kritik an Horkdorno zumindest herrlich dialektisch und in Grundzügen berechtigt, aber andererseits auch eine unheimliche Hybris, anzunehmen, dass die 68er-Revolte die "Ihrer selbst mächtige, zur Gewalt werdende Aufklärung" darstellen sollte, die laut Dialektik der Aufklärung die einzige Macht sei, die die fortwährende Pervertierung der Aufklärung ins Regressive aufheben könne.
Ein anderer Vertreter der Kritischen Theorie, Herbert Marcuse in den USA ging hingegen direkt ein Bündnis mit der dortigen Studenten- Hippie- Bürgerrechts- und Antivietnamkriegsbewegung ein und postulierte "Die große Weigerung", die von Kriegsdienstverweigerung bis hin zum völligen Aussteigertum reichen konnte als sowohl einzig mögliche als auch historisch notwendige Form der Rebellion. Die Beatnik- Hippie- Alternativbewegungen erschienen Marcuse als neues historisches revolutionäres Potenzial jenseits der Arbeiterklasse.
Völlig anders ausgerichtet ist die Adorno-Rezeption Stephan Grigats. Grigat ist einerseits ein sehr guter Adornokenner und vielleicht der größte Adornit überhaupt. Seine Adornobegeisterung geht so weit, dass er von Adorno komponierte Musikstücke auf dem Klavier spielt. Seine Interpretation der Kritischen Theorie kann man vielleicht als deren Judaica-Variante bezeichnen: Er betont sehr stark die jüdische Herkunft Adornos und rechnet seine Theorien zum jüdischen Beitrag der westlichen Kultur, obwohl Adorno kein religiöser Jude war und sich erst unter dem Eindruck der Shoah überhaupt fürs Judentum zu interessieren begann. Der Adornosche Kategorische Imperativ, dass Auschwitz nie wieder sein dürfe und dass dem alles legitime politische Handeln zu folgen habe wird von ihm als direkte Legitimation der Politik Israels, auch direkt von israelischen Militärschlägen gebraucht.
Grigat setzt einen Gegensatz von Kritischer Theorie und Linker: Erstens sei die Linke in ihrer Vorstellung eines fortschrittlichen Verlaufs oder Ausgangs der Geschichte, eines Erreichens des Kommunismus chiliastisch und positivistisch ausgerichtet, die Kritische Theorie hingegen grundsätzlich positivismuskritisch.
Zweitens sei die Linke seit den Sechzigern mit ihrer Unterstützung der PLO und anderer palästinensischer Widerstandsgruppen in der Grundtendenz antisemitisch, die Kritische Theorie hingegen DIE profunde Antisemitismus-Kritik überhaupt.
In einer Publikation des Ca ira-Verlags, die sich auf die Schrift "Mit den überkommenen Vorstellungen radikal brechen" der Freiburger autonomen Studis-Bolschewiki bezog, in der eine Revision grundsätzlicher linker Inhalte gefordert wurde nahm Grigat für sich in Anspruch, diese Kritik mitentwickelt zu haben, obwohl die Veteranen der autonomen Studis sich dagegen verwehrten, dass ihre Publikationen von Antideutschen ausgeweidet wurden.
In diesem Zusammenhang polemisierte Grigat gegen die Materialien für einen neuen Antiimperialismus scheinbar ohne diese je gelesen zu haben - er bezeichnete eine Redaktionsgruppe als tendenziell antisemitisch, deren Geschichte auf eine Auseinandersetzung mit den antisemitischen Annäherungen des klassischen Anttiimperialismus zurückgeht und die mit "Revolte gegen die Vernichtung. Der Aufstand im Warschauer Ghetto" die erste deutschsprachige Berichterstattung eines jüdischen Teilnehmers dieses Auftstands publiziert hatte.
Der Begriff der Linken bei Grigat ist äußerst problematisch: Es kann nicht die Rede davon sein, dass DIE Linke insgesamt israelfeindlich ausgerichtet sei. Das gilt für das moskautreue Lager der Kommunisten vor der Perestroika und für Altantiimperialisten, deren extremste Form die RAF war, zu denen aber auch weltweit linke Organisationen wie die meisten kommunistischen Parteien und beispielsweise der ANC gehören. Diese Feindstellung macht sich an einer Wahrnehmung Israels als kolonialistischer Siedlerstaat fest und an besonderen Frontstellungen der Siebziger und frühen Achtziger Jahre, als Israel eine inoffiizielle
Allianz mit rechten Regimen wie Pinochet-Chile, Videla-Argentinien, Apartheid-Südafrika und Schah-Iran gebildet hatte.
Bezogen auf die Bundesrepublik Deutschland war diese Linke bis auf Splittergruppen schon historisch, als Grigat noch studierte. Die nicht parteiförmige linke Szene in Deutschland ist mehrheitlich nicht am Marxismus-Leninismus orientiert, es gibt dort viel mehr Anarchisten als Marxisten, ansonsten Feministinnen, Radikalökologen und mindestens zur Hälfte der Gesamtlinken Menschen ohne geschlossenes Weltbild. Die Mehrheit zumindest der westdeutschen Linken handelt primär aus emotionaler Betroffenheit von irgendeinem Unrecht, die Betroffenheit wird sogar als eigene Kategorie thematisiert: "Die großen Betroffenen leben nicht in deutschen Kiezen oder Unistädten, sondern im globalen Süden oder Städten wie Amsterdam, wir können uns nur solidarisch auf sie beziehen", O-Ton eines Plenums.
Und das ist nun schon seit etwa 40 Jahren so. Die Linke, an der Grigat sich abarbeitet existiert zumindest in Deutschland schon lange nicht mehr.
Ich selbst hatte mich während meines Studiums und zuletzt im Promotionsverfahren, innerhalb des Rigorosums mit dem Zusammenhang zwischen den Elementen des Antisemitismus und den Studien zum autoritären Charakter auseinandergesetzt.
Diesen analysierte ich als ambivalent und kohärent zugleich. Einerseits sind die Untersuchungen in den USA, die anhand der F-Skalen-Sätze nachwiesen, dass die Anfälligkeit für faschistische Ideologeme "in judenreinen Gegenden" so verbreitet war "wie selbst in Hollywood" ein Nachweis dafür, dass die US-Bevölkerung in ihren inneren Charakterstrukturen in keinerlei Hinsicht liberaler, demokratischer, ungefährdeter durch die totalitäre Versuchung war als die deutsche. Andererseits gab es doch sehr spezifische Unterschiede, und nicht nur, weil der Faschismus in den USA nicht an die Macht gelangt war. So etwas wie den tough guy gab es in Deutschland nicht, ebenso wie in den USA völkisch-romantische Vorstellungen keine große Rolle spielten und US-Rechte, die maximale persönliche Freiheit für sich forderten mit einem Führerstaat nichts anfangen konnten. In Deutschland waren Juden das Hauptziel falscher Projektion und Opfer des Rassismus, in den USA erst in weit zurückgeschobener zweiter Linie, im Vordergrund standen die Schwarzen, wobei es allerdings auch antisemitische Angriffe von Schwarzen in Harlem gegen mit Wall Street assoziierte Juden gegeben hatte . Horkheimer betonte, dass der eigentliche Angriff den Arbeitern gelte, die Projektion erfolgte, um für die Massen einen Sündenbock zu schaffen.
In "Elemente des Antisemitismus" in der "Dialektik der Aufklärung" wurde spezifisch die Genese des Antisemitismus in Deutschland geschildert. Dennoch gibt es eine gemeinsame Matrix, eine gemeinsame Vorurteilsstruktur die den Autoren zufolge wie eine kollektive paranoide Psychose funktioniere, außerhalb der die ihr folgenden aber nicht geisteskrank wären, also eine Psychose auf der gesellschaftlichen und gerade nicht der individualpsychischen Ebene.
"Die Wut entlädt sich auf alle ohne Schutz. Und wie die Opfer untereinander auswechselbar sind, je nach der Konstellation: Vagabunden, Juden, Protestanten, Katholiken, kann jedes von ihnen anstelle der Mörder treten, in derselben blinden Lust des Totschlags, sobald es als die Norm sich mächtig fühlt". Dialektik der Aufklärung, Fischer Ausgabe 1984, S. 154.
Damit liefern die Studien zum autoritären Charakter und die Elemente des Antisemitismus in ihrer Kombination eine archetypische Grundstruktur, eine Art Blaupause zur Analyse von gruppenbezogenem exterminatorischen Menschenhass an sich. Die Genozide an den Armeniern, Kurden, Tutsi, die ethnischen Säuberungen im jugoslawischen Bürgerkrieg werden analysierbar als Anwendungen eines strukturellen Antisemitismus.
Diese Analyse, die ich während des Jugoslawienkriegs schrieb, traf auf sehr positive Aufnahme am Historischen Seminar und der Fakultät für Politikwissenschaft an der Georg-August-Universität Göttingen wie auch bei Antirassismusgruppen und geradezu Schaum vorm Mund bei Antideutschen, für die Antisemitismus und sonstiger Rassismus als völlig getrennt und unvergleichbar gelten.
Ich erlebte Reaktionen, die Haltungen offenbarten, die auf eine Art "Höherwertigkeit" der Opfer des Antisemitismus gegenüber sonstig Rassifizierten hinausliefen. Worauf ich mutmaßte, dass es dann darum ginge, hinsichtlich Antisemitismus die hohe Moral zu predigen, sich selbst aber zuzugestehen, auf Migranten rassistisch herabzusehen.
Ich hatte das schon mal, dass ich das Horkheimer-Zitat "Wer vom Faschismus spricht, darf vom Kapitalismus nicht schweigen" postete und dann einer von denen damit kam, von einem seriösen Linken sei nicht klassenkämpferische oder antirassistische Agitation zu erwarten, sondern, vom eigenen Land ausgehend, die Demaskierung der "Appeaser", und Horkheimer hätte sein Zitat in dem Sinne gemeint, dass der Faschismus die negativste Form sei, in der der Kapitalismus zu sich selber komme, und das sei schon etwas anderes, als das "plakative Gebrüll", als das ich dieses Zitat gebrauchen würde. Die waren zeitweise systematisch dabei, jeden konkrete gesellschaftliche Machtverhältnisse kritisierenden Aspekt der Kritischen Theorie in eine abstrakt-quasitheologische Metaphorik umzuformulieren, und dann wabern da Identisches und Nichtidentisches wie der Hegel´sche Weltgeist, der in Völkern und Nationen zu sich selber kommt. Es ist eine Schande, was die aus der Kritischen Theorie gemacht haben.
Dann gibt es noch Adorno-Rezeptionen, die darauf hinauslaufen Adorno politisch zu entschärfen.
Etwa Herbert Schnädelbach, der das Adornosche Gesamtwerk als kulturpessimistisch bewertete. Der Schlusssatz der Elemente des Antisemitismus "Die ihrer selbst mächtige, zur Gewalt werdende Aufklärung selbst vermöchte die Grenzen der Aufklärung zu durchbrechen" scheint für ihn nicht zu existieren, für Schnädelbach ist das Geschichtsbild der Dialektik der Aufklärung ein hoffnungsloses. Die Person Adorno schildert er als einen l´art pour l´art Ästheten, der in der kontemplativen Betrachtung des Kunstwerks seine Erfüllung findet und deshalb gegen jede Form von angewandter Kunst ist. Diese Sichtweise nenne ich Hirnschrumpfung.
Ich bin mit Martin Jay, dessen Buch "Dialektische Fantasie" ich als Einführungslektüre zur Thematik dringend anempfehle der Auffassung, dass die Kritische Theorie eine der Hauptströmungen der Neuen Linken darstellt.
Also, zunächst mal Krahl und Reiche: Krahl war Vorsitzender des SDS (Sozialistischer Deutscher Studentenbund) während der 67er-69er Unruhen, Reimut Reiche ein Soziologe, Psychologe und Psychoanalytiker, der die Lehre Wilhelm Reichs (dissidente Form der Psychoanalyse, welche die sexuelle Befreiung und die subversive Energie des Orgasmus in den Focus stellte) mit der Kritischen Theorie verband. Krahl und Reiche waren der Auffassung, dass man, wenn man die Dialektik der Aufklärung, die Studien zum autoritären Charakter und die Negative Dialektik gelesen hätte eigentlich zum Staatsfeind werden müsste. Sie leiteten als Konsequenz der Kritischen Theorie daraus eine Art freudomarxistisch begründeten Anarchismus ab.
Adorno und Horkheimer wehrten sich gegen diese Vereinnahmungen und gegen die zeitgleiche Besetzung des Frankfurter Instituts für Sozialforschung durch Studierende mit gerichtlichen Schritten. Darauf reagierten Krahl und Reiche (und andere 68er) mit dem Vorwurf, sie fielen hinter die eigenen Positionen zurück und bewiesen die Dialektik der Aufklärung, nämlich das Zurückschlagen der Aufklärung in Reaktion an den eigenen Personen, indem sie als an ihrer privilegierten Stellung hängende bürgerliche Professoren diese Stellungen verteidigten statt sich denen anzuschließen, die Konsequenzen aus der Theorie ziehen und diese in die Praxis umsetzen würden. Adorno entzog sich dieser Debatte mit dem Hinweis, er habe ein Theoriegebäude entwickelt, wie habe er ahnen können, dass dieses eines Tages mit Molotow-Cocktails in die Tat umgesetzt werden sollte.
Ich finde diese Kritik an Horkdorno zumindest herrlich dialektisch und in Grundzügen berechtigt, aber andererseits auch eine unheimliche Hybris, anzunehmen, dass die 68er-Revolte die "Ihrer selbst mächtige, zur Gewalt werdende Aufklärung" darstellen sollte, die laut Dialektik der Aufklärung die einzige Macht sei, die die fortwährende Pervertierung der Aufklärung ins Regressive aufheben könne.
Ein anderer Vertreter der Kritischen Theorie, Herbert Marcuse in den USA ging hingegen direkt ein Bündnis mit der dortigen Studenten- Hippie- Bürgerrechts- und Antivietnamkriegsbewegung ein und postulierte "Die große Weigerung", die von Kriegsdienstverweigerung bis hin zum völligen Aussteigertum reichen konnte als sowohl einzig mögliche als auch historisch notwendige Form der Rebellion. Die Beatnik- Hippie- Alternativbewegungen erschienen Marcuse als neues historisches revolutionäres Potenzial jenseits der Arbeiterklasse.
Völlig anders ausgerichtet ist die Adorno-Rezeption Stephan Grigats. Grigat ist einerseits ein sehr guter Adornokenner und vielleicht der größte Adornit überhaupt. Seine Adornobegeisterung geht so weit, dass er von Adorno komponierte Musikstücke auf dem Klavier spielt. Seine Interpretation der Kritischen Theorie kann man vielleicht als deren Judaica-Variante bezeichnen: Er betont sehr stark die jüdische Herkunft Adornos und rechnet seine Theorien zum jüdischen Beitrag der westlichen Kultur, obwohl Adorno kein religiöser Jude war und sich erst unter dem Eindruck der Shoah überhaupt fürs Judentum zu interessieren begann. Der Adornosche Kategorische Imperativ, dass Auschwitz nie wieder sein dürfe und dass dem alles legitime politische Handeln zu folgen habe wird von ihm als direkte Legitimation der Politik Israels, auch direkt von israelischen Militärschlägen gebraucht.
Grigat setzt einen Gegensatz von Kritischer Theorie und Linker: Erstens sei die Linke in ihrer Vorstellung eines fortschrittlichen Verlaufs oder Ausgangs der Geschichte, eines Erreichens des Kommunismus chiliastisch und positivistisch ausgerichtet, die Kritische Theorie hingegen grundsätzlich positivismuskritisch.
Zweitens sei die Linke seit den Sechzigern mit ihrer Unterstützung der PLO und anderer palästinensischer Widerstandsgruppen in der Grundtendenz antisemitisch, die Kritische Theorie hingegen DIE profunde Antisemitismus-Kritik überhaupt.
In einer Publikation des Ca ira-Verlags, die sich auf die Schrift "Mit den überkommenen Vorstellungen radikal brechen" der Freiburger autonomen Studis-Bolschewiki bezog, in der eine Revision grundsätzlicher linker Inhalte gefordert wurde nahm Grigat für sich in Anspruch, diese Kritik mitentwickelt zu haben, obwohl die Veteranen der autonomen Studis sich dagegen verwehrten, dass ihre Publikationen von Antideutschen ausgeweidet wurden.
In diesem Zusammenhang polemisierte Grigat gegen die Materialien für einen neuen Antiimperialismus scheinbar ohne diese je gelesen zu haben - er bezeichnete eine Redaktionsgruppe als tendenziell antisemitisch, deren Geschichte auf eine Auseinandersetzung mit den antisemitischen Annäherungen des klassischen Anttiimperialismus zurückgeht und die mit "Revolte gegen die Vernichtung. Der Aufstand im Warschauer Ghetto" die erste deutschsprachige Berichterstattung eines jüdischen Teilnehmers dieses Auftstands publiziert hatte.
Der Begriff der Linken bei Grigat ist äußerst problematisch: Es kann nicht die Rede davon sein, dass DIE Linke insgesamt israelfeindlich ausgerichtet sei. Das gilt für das moskautreue Lager der Kommunisten vor der Perestroika und für Altantiimperialisten, deren extremste Form die RAF war, zu denen aber auch weltweit linke Organisationen wie die meisten kommunistischen Parteien und beispielsweise der ANC gehören. Diese Feindstellung macht sich an einer Wahrnehmung Israels als kolonialistischer Siedlerstaat fest und an besonderen Frontstellungen der Siebziger und frühen Achtziger Jahre, als Israel eine inoffiizielle
Allianz mit rechten Regimen wie Pinochet-Chile, Videla-Argentinien, Apartheid-Südafrika und Schah-Iran gebildet hatte.
Bezogen auf die Bundesrepublik Deutschland war diese Linke bis auf Splittergruppen schon historisch, als Grigat noch studierte. Die nicht parteiförmige linke Szene in Deutschland ist mehrheitlich nicht am Marxismus-Leninismus orientiert, es gibt dort viel mehr Anarchisten als Marxisten, ansonsten Feministinnen, Radikalökologen und mindestens zur Hälfte der Gesamtlinken Menschen ohne geschlossenes Weltbild. Die Mehrheit zumindest der westdeutschen Linken handelt primär aus emotionaler Betroffenheit von irgendeinem Unrecht, die Betroffenheit wird sogar als eigene Kategorie thematisiert: "Die großen Betroffenen leben nicht in deutschen Kiezen oder Unistädten, sondern im globalen Süden oder Städten wie Amsterdam, wir können uns nur solidarisch auf sie beziehen", O-Ton eines Plenums.
Und das ist nun schon seit etwa 40 Jahren so. Die Linke, an der Grigat sich abarbeitet existiert zumindest in Deutschland schon lange nicht mehr.
Ich selbst hatte mich während meines Studiums und zuletzt im Promotionsverfahren, innerhalb des Rigorosums mit dem Zusammenhang zwischen den Elementen des Antisemitismus und den Studien zum autoritären Charakter auseinandergesetzt.
Diesen analysierte ich als ambivalent und kohärent zugleich. Einerseits sind die Untersuchungen in den USA, die anhand der F-Skalen-Sätze nachwiesen, dass die Anfälligkeit für faschistische Ideologeme "in judenreinen Gegenden" so verbreitet war "wie selbst in Hollywood" ein Nachweis dafür, dass die US-Bevölkerung in ihren inneren Charakterstrukturen in keinerlei Hinsicht liberaler, demokratischer, ungefährdeter durch die totalitäre Versuchung war als die deutsche. Andererseits gab es doch sehr spezifische Unterschiede, und nicht nur, weil der Faschismus in den USA nicht an die Macht gelangt war. So etwas wie den tough guy gab es in Deutschland nicht, ebenso wie in den USA völkisch-romantische Vorstellungen keine große Rolle spielten und US-Rechte, die maximale persönliche Freiheit für sich forderten mit einem Führerstaat nichts anfangen konnten. In Deutschland waren Juden das Hauptziel falscher Projektion und Opfer des Rassismus, in den USA erst in weit zurückgeschobener zweiter Linie, im Vordergrund standen die Schwarzen, wobei es allerdings auch antisemitische Angriffe von Schwarzen in Harlem gegen mit Wall Street assoziierte Juden gegeben hatte . Horkheimer betonte, dass der eigentliche Angriff den Arbeitern gelte, die Projektion erfolgte, um für die Massen einen Sündenbock zu schaffen.
In "Elemente des Antisemitismus" in der "Dialektik der Aufklärung" wurde spezifisch die Genese des Antisemitismus in Deutschland geschildert. Dennoch gibt es eine gemeinsame Matrix, eine gemeinsame Vorurteilsstruktur die den Autoren zufolge wie eine kollektive paranoide Psychose funktioniere, außerhalb der die ihr folgenden aber nicht geisteskrank wären, also eine Psychose auf der gesellschaftlichen und gerade nicht der individualpsychischen Ebene.
"Die Wut entlädt sich auf alle ohne Schutz. Und wie die Opfer untereinander auswechselbar sind, je nach der Konstellation: Vagabunden, Juden, Protestanten, Katholiken, kann jedes von ihnen anstelle der Mörder treten, in derselben blinden Lust des Totschlags, sobald es als die Norm sich mächtig fühlt". Dialektik der Aufklärung, Fischer Ausgabe 1984, S. 154.
Damit liefern die Studien zum autoritären Charakter und die Elemente des Antisemitismus in ihrer Kombination eine archetypische Grundstruktur, eine Art Blaupause zur Analyse von gruppenbezogenem exterminatorischen Menschenhass an sich. Die Genozide an den Armeniern, Kurden, Tutsi, die ethnischen Säuberungen im jugoslawischen Bürgerkrieg werden analysierbar als Anwendungen eines strukturellen Antisemitismus.
Diese Analyse, die ich während des Jugoslawienkriegs schrieb, traf auf sehr positive Aufnahme am Historischen Seminar und der Fakultät für Politikwissenschaft an der Georg-August-Universität Göttingen wie auch bei Antirassismusgruppen und geradezu Schaum vorm Mund bei Antideutschen, für die Antisemitismus und sonstiger Rassismus als völlig getrennt und unvergleichbar gelten.
Ich erlebte Reaktionen, die Haltungen offenbarten, die auf eine Art "Höherwertigkeit" der Opfer des Antisemitismus gegenüber sonstig Rassifizierten hinausliefen. Worauf ich mutmaßte, dass es dann darum ginge, hinsichtlich Antisemitismus die hohe Moral zu predigen, sich selbst aber zuzugestehen, auf Migranten rassistisch herabzusehen.
Ich hatte das schon mal, dass ich das Horkheimer-Zitat "Wer vom Faschismus spricht, darf vom Kapitalismus nicht schweigen" postete und dann einer von denen damit kam, von einem seriösen Linken sei nicht klassenkämpferische oder antirassistische Agitation zu erwarten, sondern, vom eigenen Land ausgehend, die Demaskierung der "Appeaser", und Horkheimer hätte sein Zitat in dem Sinne gemeint, dass der Faschismus die negativste Form sei, in der der Kapitalismus zu sich selber komme, und das sei schon etwas anderes, als das "plakative Gebrüll", als das ich dieses Zitat gebrauchen würde. Die waren zeitweise systematisch dabei, jeden konkrete gesellschaftliche Machtverhältnisse kritisierenden Aspekt der Kritischen Theorie in eine abstrakt-quasitheologische Metaphorik umzuformulieren, und dann wabern da Identisches und Nichtidentisches wie der Hegel´sche Weltgeist, der in Völkern und Nationen zu sich selber kommt. Es ist eine Schande, was die aus der Kritischen Theorie gemacht haben.
Dann gibt es noch Adorno-Rezeptionen, die darauf hinauslaufen Adorno politisch zu entschärfen.
Etwa Herbert Schnädelbach, der das Adornosche Gesamtwerk als kulturpessimistisch bewertete. Der Schlusssatz der Elemente des Antisemitismus "Die ihrer selbst mächtige, zur Gewalt werdende Aufklärung selbst vermöchte die Grenzen der Aufklärung zu durchbrechen" scheint für ihn nicht zu existieren, für Schnädelbach ist das Geschichtsbild der Dialektik der Aufklärung ein hoffnungsloses. Die Person Adorno schildert er als einen l´art pour l´art Ästheten, der in der kontemplativen Betrachtung des Kunstwerks seine Erfüllung findet und deshalb gegen jede Form von angewandter Kunst ist. Diese Sichtweise nenne ich Hirnschrumpfung.
Ich bin mit Martin Jay, dessen Buch "Dialektische Fantasie" ich als Einführungslektüre zur Thematik dringend anempfehle der Auffassung, dass die Kritische Theorie eine der Hauptströmungen der Neuen Linken darstellt.
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Freitag, 12. Dezember 2025
Lesebefehl: Wie Putins Russland wirklich tickt
che2001, 18:54h
Der Sowjetunion-Retro-Kult hat mit Kommunismus nicht das Mindeste zu tun - Sondern mit finsterster Reaktion nach dem Motto: "Die Regression darf keine Grenzen kennen." Das Öffentliche Bewusstsein - oder sollte man sagen das politische kollektive Unbewusste? - wird von Andrej Archangelski auf Republic wie folgt beschrieben:
(zitiert nach Dekoder)
"Absage an die Moderne
„Archaisierung“ – so nennen viele russische Liberale die Epoche Putins, vor allem die Zeit nach der Krim-Angliederung. Der Begriff geht auf den russischen Philosophen Alexander Achijeser zurück – einer der Begründer der Kulturwissenschaft in Russland, der 2007 ruhmlos und weitgehend vergessen verstarb. In den 1970er Jahren verfasste er sein (erst in den 1990er Jahren erschienenes) Hauptwerk: Russland: Kritik der historischen Erfahrung. Darin sagte er sowohl die Perestroika voraus als auch deren Scheitern. Dieses Scheitern, so Achijeser, würde auch eine „Archaisierung“ nach sich ziehen – eine Abkehr von den Werten der Moderne.
Heute begründet die russische Propaganda diese Abkehr auch mit einem Scheitern der Moderne überhaupt. So sieht Wladislaw Surkow, angeblicher Chefideologe des Kreml, das liberal-demokratische Modell quasi am Ende. Dabei erklärt er das mutmaßliche Interesse am „russischen politischen Algorithmus“ damit, dass es im Westen keine „Propheten“ gebe.
Warum geben sich Millionen von Menschen im Russland des 21. Jahrhunderts freiwillig mit einem einseitigen und aufgezwungenen Weltbild zufrieden, fragt Andrej Archangelski auf Republic. Und versucht eine Antwort.
Original 1. März 2019 von Andrej Archangelski auf Republic
Übersetzung 12. März 2019 von Jennie Seitz, Maria Rajer (gekürzt)
Die russische Propaganda, wie wir sie kennen, hat vor fünf Jahren begonnen und sie verfolgte ein praktisches Ziel: dem Einfluss des ukrainischen Maidan etwas entgegenzusetzen. Die Rhetorik bediente sich zunächst propagandistischer Elemente aus den Zeiten des Zweiten Weltkriegs (karateli und so weiter) und ging dann zur Sprache des Kalten Krieges über (die Trennung in „wir“ und „sie“, der „Westen“ als pauschalisierte Gefahr).
Zwei Dinge verblüffen dabei immer noch:
Erstens, dass dieses Schema akzeptiert wurde von einem Großteil der russischen Gesellschaft (der die Propaganda in ihrer sowjetischen Variante vor nicht allzu langer Zeit noch abzulehnen schien).
Und zweitens: die Ausführenden. Wir können annehmen, dass ein Teil der Propagandisten „einfach seine Arbeit tut“, dass er „Familien ernähren und Kredite abstottern“ muss. Aber wir müssen auch berücksichtigen, dass die Hauptakteure – Experten, Politologen, Fernsehmoderatoren – im vorgegebenen ideologischen Rahmen etwas finden, das ihnen nahe ist und sie inspiriert, etwas, worin sie sogar eine eigentümliche „Freiheit“ sehen.
Propaganda – das ist in erster Linie eine Vereinfachung des Weltbildes
Propaganda – das ist in erster Linie eine Vereinfachung des Weltbildes, sie nimmt den Menschen die Last einer existenziellen Verantwortung ab.
Das Wort Geopolitik bedeutet, den Menschen von der Pflicht zu befreien, eigene Entscheidungen, eine ethische Wahl zu treffen. Die Geopolitik sagt dem Menschen, dass alle grundlegenden Entscheidungen bereits für ihn gefällt wurden – automatisch und ein für allemal – und zwar von der Geschichte, der Geographie und dem Schicksal.
Aber auch das liefert noch keine Antwort auf die Frage, warum sich Millionen von Menschen im Russland des 21. Jahrhunderts freiwillig mit einem einseitigen und aufgezwungenen Weltbild zufriedengeben („wir sind die Guten, alle anderen die Bösen“). Vielleicht besteht die Wirkmacht der Propaganda ja darin, dass sie eine viel fundamentalere, nicht ausgesprochene, aber implizite „tiefere“ Idee enthält, die obendrein mit globalen Prozessen zusammenfällt.
Diese Idee lässt sich kurz als eine Absage an die Moderne, den Fortschritt, an die moderne Gesellschaft an sich beschreiben.
Magische Praktiken
Während man den endlosen propagandistischen Gesprächen lauscht, fragt man sich unwillkürlich: Welchem mündlichen Genre kommen sie am nächsten? Sie erinnern an magische Praktiken: Beschwörungen, Zauberformeln, Versuche, das Gewünschte mithilfe von Worten Wirklichkeit werden zu lassen.
Dutzende von Menschen wiederholen tagein tagaus, Jahr für Jahr ein und dieselben Verwünschungen, in der Hoffnung, dass sie wahr werden mögen. In erster Linie betreffen sie nach wie vor die Ukraine: „Kiewer Sackgasse“, gescheiterter Staat, die Parodie eines Landes und so weiter.
Wladimir Paperny beschreibt in seinem bekannten Buch [Kultura Dwa (Kultur-2), dek] ein wichtiges Merkmal dieser „Kultur-2“, indem er sie als mythologisches Denken bezeichnet: als „das Zusammenfallen von Bezeichnung und Bezeichnetem, von Bild und Abgebildetem, von Wort und Bedeutung. Kultur-2 glaubt gleichsam, dass etwas, wenn man es laut ausspricht, wahr wird“.
Ablehnung des Fortschritts
Heute sind im Propaganda-Äther alle Verschwörungen und Phobien der Welt vereint; alles unter der Erde, in den Katakomben, in Dostojewski’schen Kellerlöchern der Menschheit scheint sich an einem Ort versammelt zu haben und krakeelt jetzt um die Wette. All das trifft sich nur in einem Punkt – in der Ablehnung der Idee der Moderne, des menschlichen Fortschritts. Sogar die Verherrlichung der sowjetischen Vergangenheit ist in Wirklichkeit ihre verkappte Bekämpfung.
Natürlich war die sowjetische Gesellschaft totalitär, doch formal war sie modernistisch. Sie bestand auf dem universellen und globalen Charakter ihrer Ideologie, und sie war in die Zukunft gerichtet („unser Ziel ist der Kommunismus“). Die Grundzüge der sowjetischen Ethik überschnitten sich mit universalistischen Werten. Heute betreibt die Propaganda einen konsequenten Exorzismus gegen jene modernistischen Pfeiler der sowjetischen Ideologie: Wörter wie „Internationalismus“, „Humanismus“, „Kampf für den Frieden“ oder „Völkerfreundschaft“ werden sie heute von keinem Sowjet-Liebhaber mehr hören – derlei Postulate werden als Schwäche der Sowjetmacht verlacht. Selbst der Feminismus bleibt nicht verschont (auch wenn vorher definitiv der Zusatz kommt, dass die UdSSR seine Heimat gewesen sei).
Ein gewaltiges, allumfassendes Kippen der Gesellschaft zurück in archaische Zeiten – genau das ist die generelle Stoßrichtung der heutigen Propaganda.
Lustpunkt getroffen
Anfangs gab es für dieses „Einfrieren“ übrigens rein praktische Beweggründe. Wie wir uns alle erinnern, hießen die Reformen unter Medwedew Modernisierung und endeten 2012 mit Massenprotesten, die die Mächtigen in Angst und Schrecken versetzten. Ihr wichtigstes Symbol war weniger die Masse oder die Aktivität der Menschen, als vielmehr die „Sprache der Bolotnaja“, die Sprache auf jenen funkensprühenden und unzähligen selbstgebastelten Plakaten. In der Sprache dieser Plakate begann die gerade geborene russische Gesellschaft der Moderne zu sprechen. Genau darin erkannten die Machthaber die Hauptgefahr: Die neue Sprache bedeutete die Entstehung eines neuen Bewusstseins – eines säkularen, universellen – die Renaissance von sozialer Verantwortung und Teilnahme.
Als Gegengewicht zur Sprache der Bolotnaja war bald die Sprache der Antimoderne à la UralWagonSawod gefunden, bei der es sich natürlich großenteils um ein künstliches Konstrukt handelt. Doch die Erfindung funktionierte. Die Sprache der Propaganda erwuchs im Grunde aus dieser Verdichtung, nur der Stil wurde 2014 perfektioniert.
Sprache der symbolischen Gewalt
Das zentrale Moment der Propaganda ist bis heute die Sprache der symbolischen Gewalt – das Phänomen der schmutzigen Hasssprache. Ein weiteres wichtiges Element der Propaganda ist das höhnische Lachen, das Lachen von Dostojewskis Menschen aus dem Kellerloch.
Dabei wird der Gegner, meist ein westlicher Politiker, auf jede erdenkliche Art erniedrigt. „Blogger verhöhnen“ Poroschenko, Merkel, Macron: Innerhalb von fünf Jahren ist in Russland ein völlig neues Genre entstanden. Aber sowohl die Sprache der Gewalt als auch die des Hohns haben etwas noch viel Größeres hervorgebracht: ein Weltbild, eine Kommunikationsweise, ja sogar eine Art Philosophie der Abkehr von der Welt.
Das Geheimnis der Propaganda ist, dass sie einen Lustpunkt getroffen hat: Es verschafft dem Menschen Erleichterung, sich von den hemmenden Mechanismen der Kultur zu befreien, das steht schon bei Freud. Darum wiederholen Propagandisten auch so gern immer wieder ein und dasselbe, stunden-, tage-, jahrelang. Übrigens spricht die Propaganda das Wichtigste nicht direkt aus, sondern nur in Andeutungen.
Das Ende der Welt
Das Konzept vom „Scheitern der westlichen Welt“ – noch so ein Imperativ der Propaganda – ist etwas komplizierter: Es ist eine bemerkenswerte Verschmelzung von Marxismus und Eschatologie. Die sowjetische Ideologie postulierte, unter Berufung auf die „eisernen Gesetze der historischen Entwicklung“, das unweigerliche Scheitern des Kapitalismus. Doch stattdessen scheiterte das sowjetische Projekt. Das von der heutigen Propaganda versprochene „Scheitern des Westens“ erinnert formal an sowjetische Dogmen, die nun eschatologisch untermauert werden (den „Gesetzen der Geschichte“ zufolge werden Zivilisationen, die vorangeprescht sind, „bestraft“ und bei der Gelegenheit wird auch gleich der „Zerfall der UdSSR“ gerächt).
Ab einem gewissen Punkt dominierten die archaischen Motive der Propaganda. Sie sind anscheinend außer Kontrolle geraten und haben eine Eigendynamik entwickelt. Die Absage an die Moderne zog auch in allen anderen Bereichen eine Archaisierung nach sich. So klingt die These vom „Scheitern der Aufklärung“ gar nicht mehr so abwegig und ist immer öfter in den Reden der Ideologen zu hören.
Die Propaganda ist zu einer globalen Predigt über den verlorenen Glauben an den Menschen und die Enttäuschung über die Menschheit geworden, sie wurde zu einem Geschäker mit den niederen Instinkten des Menschen.
„Die Menschen leben kein echtes Leben mehr“, behaupten diejenigen, die Tag für Tag ein falsches Leben auf Bildschirmen kreieren. Als Beispiele für echtes Sein werden dann Kriege oder anderes menschliches Leid angeführt.
Der Masochismus der Propaganda offenbart sich auch in ihrem penetranten Streben nach Selbstauslöschung – jedes Mal redet sie davon, wenn sie auf die „radioaktive Asche“ zu sprechen kommt.
Schnell hat die Absage an die Zivilisation auch im Alltag Einzug gehalten. Es ist keine Seltenheit, dass ein propagandistischer Radiosender verkündet, technischer Fortschritt sei nicht notwendig und gar schädlich (die größte Sorge wecken dabei Gadgets aller Art: sie „stehlen“ unsere Lebenszeit).
Die panische Angst vor dem Internet, das den „Menschen verdorben hat“, und das Verlachen wissenschaftlicher Erkenntnisse (die berühmten „britischen Forscher“) münden in eine Verhöhnung der Wissenschaft an sich.
Natürlich hat die Propaganda auch den wirtschaftlichen Geschmack der Massen geprägt: Unter „Realwirtschaft“ versteht man bei uns „Werke und Fabriken“ und nicht die „virtuelle Ökonomie“ des Westens.
Die letztgültige Wahrheit
Es fällt auf, dass all diese Postulate gleichzeitig mit einem weltweiten Trend zum Konservativismus aufkommen. Allerdings gilt dieser im Westen als eine von vielen Möglichkeiten, keineswegs als „unausweichlich“. Selbst wenn wir annehmen, Russland hätte das Zeug zum Anführer der konservativen Wende, macht der Stil der Propaganda das unmöglich: jenes schroffe und alternativlose Aufdrängen der eigenen „letztgültigen“ Wahrheit. Deswegen betrachtet man Propaganda im Westen heute nicht nur als einen Angriff auf liberale Ideen, sondern auf die universale Ethik. Ihr Hauptziel ist es, „die Grenzen zwischen Gut und Böse zu verwischen“. Damit wären wir beim erstaunlichsten Widerspruch der Propaganda: Sie erklärt sich selbst für das absolut Gute und beharrt gleichzeitig auf der Relativität der Begriffe von Gut und Böse (post-truth). Wie sich das dialektisch vereinbaren lässt, ist ein Rätsel. Mit Paperny gesprochen vielleicht so: In der Welt des absolut Guten, wo die Kultur-2 herrscht, existiert kein Böses. Es wurde ausgelagert in eine eigene, andere Welt, die sich „der Westen“ nennt – dort, im Revier des Bösen, ist „alles erlaubt“, denn dort ist sowieso von vornherein alles falsch (und sündig).
Die Propaganda gab der Welt einen Anstoß zur Diskussion ethischer Fragen
Der Versuch, die Grenzen zwischen Gut und Böse zu verwischen, hatte allerdings paradoxe Konsequenzen: Er brachte Europa und Amerika dazu, sich an die Ethik zu erinnern und sie wieder ins Zentrum der gesellschaftlichen Aufmerksamkeit zu rücken. Jeder zweite Hollywoodfilm – egal ob Thriller oder Komödie – verhandelt heute eine ethische Frage. #MeToo ist eine eindeutige Debatte über Ethik. Die Wertedebatte wurde zum wesentlichen Bestandteil des westlichen Diskurses. Hier zeigt sich eine verblüffende Parallele: So wie das sowjetische Projekt den Arbeitnehmerschutz im Westen befeuert hatte, gab die Propaganda der Welt einen Anstoß zur Diskussion ethischer Fragen. Heutzutage wird die Propaganda vor allem als eine ethische Herausforderung erforscht, womit sie letztlich die Suche nach einer neuen Ethik initiiert. Diese wird natürlich komplexer sein, aber es lässt sich erahnen, dass Gut und Böse darin ihren Platz haben werden.
Die Propaganda, die nach außen gerichtet war, traf vor allem Russland selbst. Indem sie dem Schlechteren nacheiferte, hat sie eine Millionen-Gesellschaft in eine vormoderne, archaische Welt zurückgeworfen und damit abermals ein „tiefes“ Volk konstruiert. Letzten Endes bedeutet das: Wir treten auf der Stelle und erteilen der Moderne, dem Fortschritt, der Welt eine Absage – wohlbemerkt nicht zum ersten Mal. Für Jahre, oder gar Jahrzehnte? So oder so wird es tiefgreifende und traurige Konsequenzen haben, die eine Gesellschaft nicht so schnell überwindet. "
https://www.dekoder.org/de/article/archaisierung-moderne-propaganda-rhetorik/
(zitiert nach Dekoder)
"Absage an die Moderne
„Archaisierung“ – so nennen viele russische Liberale die Epoche Putins, vor allem die Zeit nach der Krim-Angliederung. Der Begriff geht auf den russischen Philosophen Alexander Achijeser zurück – einer der Begründer der Kulturwissenschaft in Russland, der 2007 ruhmlos und weitgehend vergessen verstarb. In den 1970er Jahren verfasste er sein (erst in den 1990er Jahren erschienenes) Hauptwerk: Russland: Kritik der historischen Erfahrung. Darin sagte er sowohl die Perestroika voraus als auch deren Scheitern. Dieses Scheitern, so Achijeser, würde auch eine „Archaisierung“ nach sich ziehen – eine Abkehr von den Werten der Moderne.
Heute begründet die russische Propaganda diese Abkehr auch mit einem Scheitern der Moderne überhaupt. So sieht Wladislaw Surkow, angeblicher Chefideologe des Kreml, das liberal-demokratische Modell quasi am Ende. Dabei erklärt er das mutmaßliche Interesse am „russischen politischen Algorithmus“ damit, dass es im Westen keine „Propheten“ gebe.
Warum geben sich Millionen von Menschen im Russland des 21. Jahrhunderts freiwillig mit einem einseitigen und aufgezwungenen Weltbild zufrieden, fragt Andrej Archangelski auf Republic. Und versucht eine Antwort.
Original 1. März 2019 von Andrej Archangelski auf Republic
Übersetzung 12. März 2019 von Jennie Seitz, Maria Rajer (gekürzt)
Die russische Propaganda, wie wir sie kennen, hat vor fünf Jahren begonnen und sie verfolgte ein praktisches Ziel: dem Einfluss des ukrainischen Maidan etwas entgegenzusetzen. Die Rhetorik bediente sich zunächst propagandistischer Elemente aus den Zeiten des Zweiten Weltkriegs (karateli und so weiter) und ging dann zur Sprache des Kalten Krieges über (die Trennung in „wir“ und „sie“, der „Westen“ als pauschalisierte Gefahr).
Zwei Dinge verblüffen dabei immer noch:
Erstens, dass dieses Schema akzeptiert wurde von einem Großteil der russischen Gesellschaft (der die Propaganda in ihrer sowjetischen Variante vor nicht allzu langer Zeit noch abzulehnen schien).
Und zweitens: die Ausführenden. Wir können annehmen, dass ein Teil der Propagandisten „einfach seine Arbeit tut“, dass er „Familien ernähren und Kredite abstottern“ muss. Aber wir müssen auch berücksichtigen, dass die Hauptakteure – Experten, Politologen, Fernsehmoderatoren – im vorgegebenen ideologischen Rahmen etwas finden, das ihnen nahe ist und sie inspiriert, etwas, worin sie sogar eine eigentümliche „Freiheit“ sehen.
Propaganda – das ist in erster Linie eine Vereinfachung des Weltbildes
Propaganda – das ist in erster Linie eine Vereinfachung des Weltbildes, sie nimmt den Menschen die Last einer existenziellen Verantwortung ab.
Das Wort Geopolitik bedeutet, den Menschen von der Pflicht zu befreien, eigene Entscheidungen, eine ethische Wahl zu treffen. Die Geopolitik sagt dem Menschen, dass alle grundlegenden Entscheidungen bereits für ihn gefällt wurden – automatisch und ein für allemal – und zwar von der Geschichte, der Geographie und dem Schicksal.
Aber auch das liefert noch keine Antwort auf die Frage, warum sich Millionen von Menschen im Russland des 21. Jahrhunderts freiwillig mit einem einseitigen und aufgezwungenen Weltbild zufriedengeben („wir sind die Guten, alle anderen die Bösen“). Vielleicht besteht die Wirkmacht der Propaganda ja darin, dass sie eine viel fundamentalere, nicht ausgesprochene, aber implizite „tiefere“ Idee enthält, die obendrein mit globalen Prozessen zusammenfällt.
Diese Idee lässt sich kurz als eine Absage an die Moderne, den Fortschritt, an die moderne Gesellschaft an sich beschreiben.
Magische Praktiken
Während man den endlosen propagandistischen Gesprächen lauscht, fragt man sich unwillkürlich: Welchem mündlichen Genre kommen sie am nächsten? Sie erinnern an magische Praktiken: Beschwörungen, Zauberformeln, Versuche, das Gewünschte mithilfe von Worten Wirklichkeit werden zu lassen.
Dutzende von Menschen wiederholen tagein tagaus, Jahr für Jahr ein und dieselben Verwünschungen, in der Hoffnung, dass sie wahr werden mögen. In erster Linie betreffen sie nach wie vor die Ukraine: „Kiewer Sackgasse“, gescheiterter Staat, die Parodie eines Landes und so weiter.
Wladimir Paperny beschreibt in seinem bekannten Buch [Kultura Dwa (Kultur-2), dek] ein wichtiges Merkmal dieser „Kultur-2“, indem er sie als mythologisches Denken bezeichnet: als „das Zusammenfallen von Bezeichnung und Bezeichnetem, von Bild und Abgebildetem, von Wort und Bedeutung. Kultur-2 glaubt gleichsam, dass etwas, wenn man es laut ausspricht, wahr wird“.
Ablehnung des Fortschritts
Heute sind im Propaganda-Äther alle Verschwörungen und Phobien der Welt vereint; alles unter der Erde, in den Katakomben, in Dostojewski’schen Kellerlöchern der Menschheit scheint sich an einem Ort versammelt zu haben und krakeelt jetzt um die Wette. All das trifft sich nur in einem Punkt – in der Ablehnung der Idee der Moderne, des menschlichen Fortschritts. Sogar die Verherrlichung der sowjetischen Vergangenheit ist in Wirklichkeit ihre verkappte Bekämpfung.
Natürlich war die sowjetische Gesellschaft totalitär, doch formal war sie modernistisch. Sie bestand auf dem universellen und globalen Charakter ihrer Ideologie, und sie war in die Zukunft gerichtet („unser Ziel ist der Kommunismus“). Die Grundzüge der sowjetischen Ethik überschnitten sich mit universalistischen Werten. Heute betreibt die Propaganda einen konsequenten Exorzismus gegen jene modernistischen Pfeiler der sowjetischen Ideologie: Wörter wie „Internationalismus“, „Humanismus“, „Kampf für den Frieden“ oder „Völkerfreundschaft“ werden sie heute von keinem Sowjet-Liebhaber mehr hören – derlei Postulate werden als Schwäche der Sowjetmacht verlacht. Selbst der Feminismus bleibt nicht verschont (auch wenn vorher definitiv der Zusatz kommt, dass die UdSSR seine Heimat gewesen sei).
Ein gewaltiges, allumfassendes Kippen der Gesellschaft zurück in archaische Zeiten – genau das ist die generelle Stoßrichtung der heutigen Propaganda.
Lustpunkt getroffen
Anfangs gab es für dieses „Einfrieren“ übrigens rein praktische Beweggründe. Wie wir uns alle erinnern, hießen die Reformen unter Medwedew Modernisierung und endeten 2012 mit Massenprotesten, die die Mächtigen in Angst und Schrecken versetzten. Ihr wichtigstes Symbol war weniger die Masse oder die Aktivität der Menschen, als vielmehr die „Sprache der Bolotnaja“, die Sprache auf jenen funkensprühenden und unzähligen selbstgebastelten Plakaten. In der Sprache dieser Plakate begann die gerade geborene russische Gesellschaft der Moderne zu sprechen. Genau darin erkannten die Machthaber die Hauptgefahr: Die neue Sprache bedeutete die Entstehung eines neuen Bewusstseins – eines säkularen, universellen – die Renaissance von sozialer Verantwortung und Teilnahme.
Als Gegengewicht zur Sprache der Bolotnaja war bald die Sprache der Antimoderne à la UralWagonSawod gefunden, bei der es sich natürlich großenteils um ein künstliches Konstrukt handelt. Doch die Erfindung funktionierte. Die Sprache der Propaganda erwuchs im Grunde aus dieser Verdichtung, nur der Stil wurde 2014 perfektioniert.
Sprache der symbolischen Gewalt
Das zentrale Moment der Propaganda ist bis heute die Sprache der symbolischen Gewalt – das Phänomen der schmutzigen Hasssprache. Ein weiteres wichtiges Element der Propaganda ist das höhnische Lachen, das Lachen von Dostojewskis Menschen aus dem Kellerloch.
Dabei wird der Gegner, meist ein westlicher Politiker, auf jede erdenkliche Art erniedrigt. „Blogger verhöhnen“ Poroschenko, Merkel, Macron: Innerhalb von fünf Jahren ist in Russland ein völlig neues Genre entstanden. Aber sowohl die Sprache der Gewalt als auch die des Hohns haben etwas noch viel Größeres hervorgebracht: ein Weltbild, eine Kommunikationsweise, ja sogar eine Art Philosophie der Abkehr von der Welt.
Das Geheimnis der Propaganda ist, dass sie einen Lustpunkt getroffen hat: Es verschafft dem Menschen Erleichterung, sich von den hemmenden Mechanismen der Kultur zu befreien, das steht schon bei Freud. Darum wiederholen Propagandisten auch so gern immer wieder ein und dasselbe, stunden-, tage-, jahrelang. Übrigens spricht die Propaganda das Wichtigste nicht direkt aus, sondern nur in Andeutungen.
Das Ende der Welt
Das Konzept vom „Scheitern der westlichen Welt“ – noch so ein Imperativ der Propaganda – ist etwas komplizierter: Es ist eine bemerkenswerte Verschmelzung von Marxismus und Eschatologie. Die sowjetische Ideologie postulierte, unter Berufung auf die „eisernen Gesetze der historischen Entwicklung“, das unweigerliche Scheitern des Kapitalismus. Doch stattdessen scheiterte das sowjetische Projekt. Das von der heutigen Propaganda versprochene „Scheitern des Westens“ erinnert formal an sowjetische Dogmen, die nun eschatologisch untermauert werden (den „Gesetzen der Geschichte“ zufolge werden Zivilisationen, die vorangeprescht sind, „bestraft“ und bei der Gelegenheit wird auch gleich der „Zerfall der UdSSR“ gerächt).
Ab einem gewissen Punkt dominierten die archaischen Motive der Propaganda. Sie sind anscheinend außer Kontrolle geraten und haben eine Eigendynamik entwickelt. Die Absage an die Moderne zog auch in allen anderen Bereichen eine Archaisierung nach sich. So klingt die These vom „Scheitern der Aufklärung“ gar nicht mehr so abwegig und ist immer öfter in den Reden der Ideologen zu hören.
Die Propaganda ist zu einer globalen Predigt über den verlorenen Glauben an den Menschen und die Enttäuschung über die Menschheit geworden, sie wurde zu einem Geschäker mit den niederen Instinkten des Menschen.
„Die Menschen leben kein echtes Leben mehr“, behaupten diejenigen, die Tag für Tag ein falsches Leben auf Bildschirmen kreieren. Als Beispiele für echtes Sein werden dann Kriege oder anderes menschliches Leid angeführt.
Der Masochismus der Propaganda offenbart sich auch in ihrem penetranten Streben nach Selbstauslöschung – jedes Mal redet sie davon, wenn sie auf die „radioaktive Asche“ zu sprechen kommt.
Schnell hat die Absage an die Zivilisation auch im Alltag Einzug gehalten. Es ist keine Seltenheit, dass ein propagandistischer Radiosender verkündet, technischer Fortschritt sei nicht notwendig und gar schädlich (die größte Sorge wecken dabei Gadgets aller Art: sie „stehlen“ unsere Lebenszeit).
Die panische Angst vor dem Internet, das den „Menschen verdorben hat“, und das Verlachen wissenschaftlicher Erkenntnisse (die berühmten „britischen Forscher“) münden in eine Verhöhnung der Wissenschaft an sich.
Natürlich hat die Propaganda auch den wirtschaftlichen Geschmack der Massen geprägt: Unter „Realwirtschaft“ versteht man bei uns „Werke und Fabriken“ und nicht die „virtuelle Ökonomie“ des Westens.
Die letztgültige Wahrheit
Es fällt auf, dass all diese Postulate gleichzeitig mit einem weltweiten Trend zum Konservativismus aufkommen. Allerdings gilt dieser im Westen als eine von vielen Möglichkeiten, keineswegs als „unausweichlich“. Selbst wenn wir annehmen, Russland hätte das Zeug zum Anführer der konservativen Wende, macht der Stil der Propaganda das unmöglich: jenes schroffe und alternativlose Aufdrängen der eigenen „letztgültigen“ Wahrheit. Deswegen betrachtet man Propaganda im Westen heute nicht nur als einen Angriff auf liberale Ideen, sondern auf die universale Ethik. Ihr Hauptziel ist es, „die Grenzen zwischen Gut und Böse zu verwischen“. Damit wären wir beim erstaunlichsten Widerspruch der Propaganda: Sie erklärt sich selbst für das absolut Gute und beharrt gleichzeitig auf der Relativität der Begriffe von Gut und Böse (post-truth). Wie sich das dialektisch vereinbaren lässt, ist ein Rätsel. Mit Paperny gesprochen vielleicht so: In der Welt des absolut Guten, wo die Kultur-2 herrscht, existiert kein Böses. Es wurde ausgelagert in eine eigene, andere Welt, die sich „der Westen“ nennt – dort, im Revier des Bösen, ist „alles erlaubt“, denn dort ist sowieso von vornherein alles falsch (und sündig).
Die Propaganda gab der Welt einen Anstoß zur Diskussion ethischer Fragen
Der Versuch, die Grenzen zwischen Gut und Böse zu verwischen, hatte allerdings paradoxe Konsequenzen: Er brachte Europa und Amerika dazu, sich an die Ethik zu erinnern und sie wieder ins Zentrum der gesellschaftlichen Aufmerksamkeit zu rücken. Jeder zweite Hollywoodfilm – egal ob Thriller oder Komödie – verhandelt heute eine ethische Frage. #MeToo ist eine eindeutige Debatte über Ethik. Die Wertedebatte wurde zum wesentlichen Bestandteil des westlichen Diskurses. Hier zeigt sich eine verblüffende Parallele: So wie das sowjetische Projekt den Arbeitnehmerschutz im Westen befeuert hatte, gab die Propaganda der Welt einen Anstoß zur Diskussion ethischer Fragen. Heutzutage wird die Propaganda vor allem als eine ethische Herausforderung erforscht, womit sie letztlich die Suche nach einer neuen Ethik initiiert. Diese wird natürlich komplexer sein, aber es lässt sich erahnen, dass Gut und Böse darin ihren Platz haben werden.
Die Propaganda, die nach außen gerichtet war, traf vor allem Russland selbst. Indem sie dem Schlechteren nacheiferte, hat sie eine Millionen-Gesellschaft in eine vormoderne, archaische Welt zurückgeworfen und damit abermals ein „tiefes“ Volk konstruiert. Letzten Endes bedeutet das: Wir treten auf der Stelle und erteilen der Moderne, dem Fortschritt, der Welt eine Absage – wohlbemerkt nicht zum ersten Mal. Für Jahre, oder gar Jahrzehnte? So oder so wird es tiefgreifende und traurige Konsequenzen haben, die eine Gesellschaft nicht so schnell überwindet. "
https://www.dekoder.org/de/article/archaisierung-moderne-propaganda-rhetorik/
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Sonntag, 1. Juni 2025
Zur Dialektik der bürgerlichen Demokratie
che2001, 23:52h
Die Demokratie in relevanten Teilen der westlichen Welt ist in Gefahr, einer Gefahr, die nicht zuletzt von antidemokratischen Populisten ausgeht. Dass sie in dieser Weise bedroht ist liegt nicht nur daran, dass Antidemokraten sie bedrohen, sondern auch an eigenen strukturellen Defiziten. Es sind dies einmal Demokratiedefizite in dem Sinne, dass die Demokratie gesellschaftliche Strukturen nicht tief genug durchdringt oder dass Wirtschaftsinteressen und Oligopole der Demokratie entgegenstehen. Zum Anderen sind es aber auch Defizite der Demokratie an sich, denn in einer Klassengesellschaft sind die soziale Ungleichheit und die Gleichhheit vor dem Gesetz, der universale Anspruch der Demokratie als Staatsform und die Zwänge des Kapitalismus Widersprüche die sich nicht einfach auflösen lassen. Georg Seeßlen schreibt hierzu in "Trump! POPulismus und Politik" Folgendes: "Es ist ein notwendiges Beiwerk des Neoliberalismus, eine Postklassengesellschaft zu begründen, die politisch-ökonomische Trennung so rigide wie möglich zu gestalten, während man gleichzeitig die kulturelle Klassentrennung abschafft...Die Verhältnisse von Macht, Gewalt und Ausbeutung sind so offen, durchschaubar und schamlos, dass man sich nur wundern kann, warum sich die Menschen das alles so gefallen lassen und sozial relevante Anzahl von ihnen lieber gegen 'Flüchtlinge' sich wehren will als gegen die Ausbeutung und Ausgrenzung durch die politisch-ökonomische Gewinner-Kaste im eigenen Land. Die verzweifelte Frage danach, warum dies so ist, treibt wohl nahezu alle Linken um und nicht nur sie. Eine verbreitete Erklärung hierfür basiert auf einer angenommenen Dualität von 'Elite' und 'Volk'. Demokratie, wie wir sie kennen, wäre dann ein Projekt, die Elite gegen das Volk zu verteidigen (mit einem kleinen dissidenten Seitenzweig, auf dem versucht wird, das Volk gegen die Elite zu verteidigen). Diese These gibt es in einer rechten wie in einer linken Version. ist das Volk die 'Bestie', die durch die Elite gebändigt werden muss, oder ist die Elite das Raubtier, das nur durch eine starke Kontrolle durch das Volk (und nicht etwa nur durch seine 'Vertreter') in Schach gehalten werden muss?.... Den Grundwiderspruch der Demokratie formulierte schon Aristoteles: Wenn es in einer Demokratie Reiche und Arme gibt, dann liegt es auf der Hand, dass die Armen ihre demokratischen Rechte zu eben dem Zweck einsetzen, den Reichen den Reichtum zu nehmen. Ergebnis: Instabilität. Gegen diesen Widerspruch gibt es nur zwei Lösungen: entweder (wie Aristoteles es vorschlug) die Armut abschaffen oder aber die Demokratie abschaffen....Wir können uns auch an die Mahnung eines anderen antiken Demokratie-Denkers, Platon, erinnern, der der ziemlich festen Überzeugung war, dass sich jede Demokratie früher oder später in eine neue Form der Tyrannei verwandeln müsse, da sie auf Dauer keine Zufriedenheit herstelle."
Vor diesen Determinanten spielen sich die heutigen gesellschaftlichen Auseinandersetzungen ab, die nie aufgehört haben, Klassenkämpfe zu sein.
Vor diesen Determinanten spielen sich die heutigen gesellschaftlichen Auseinandersetzungen ab, die nie aufgehört haben, Klassenkämpfe zu sein.
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Montag, 24. März 2025
Klimapolitik und Arbeiterklasse
che2001, 17:50h
Es gab mal eine Zeit, in der links bedeutete, soziale Forderungen der Arbeiterklasse zu vertreten und linke und grüne Anliegen miteinander verbunden waren. Lang ist´s her, und der "Abschied vom Proletariat" seitens der intellektuellen Linken und der Umweltbewegung ist einer der Hauptgründe für die Schwäche der Linken insgesamt (nein, nicht das Fehlen des untergegangenen Kasernenhofkommunismus). Eine Autorin überlegt sich was hier zu tun wäre. Und ich möchte hinzusetzen: Mein Reden seit den 1990ern.
https://taz.de/Klimapolitik-und-Arbeiterklasse/!6072490/
https://taz.de/Klimapolitik-und-Arbeiterklasse/!6072490/
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Freitag, 7. Februar 2025
Blick zurück nach vorn
che2001, 16:29h
https://che2001.blogger.de/stories/2507661
https://che2001.blogger.de/stories/2511655
https://che2001.blogger.de/stories/493412
https://che2001.blogger.de/stories/2511655
https://che2001.blogger.de/stories/493412
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Mittwoch, 4. September 2024
Interessierter Blick nach nebenan:
che2001, 16:25h
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Freitag, 22. März 2024
Detlef Hartmann
che2001, 10:22h
Nachdem wir hier die Diskussion darum hatten, was Neuer Antiimperialismus eigentlich meint, möchte ich hier noch einmal seinen radikalsten Denker vorstellen, Detlef Hartmann. Dankeswerter Weise gibt es über ihn einen Wikipedia-Eintrag, der wirklich gut ist.
"Leben und Wirken
Hartmann studierte nach dem Schulbesuch im Hamburger Christianeum in Bordeaux, Freiburg, Hamburg und Berkeley. In Kalifornien beteiligte er sich an den politischen Aktivitäten in der Bay Area, die er als „sozial orientiert“ begriff, auch wenn sie sich vor allem gegen den Vietnamkrieg richteten. 1970 in die BRD zurückgekehrt, setzte er die bis heute andauernde politische Betätigung im Kontext sozialer Auseinandersetzungen fort. 1973 nahm er an der Hausbesetzung in der Hamburger Ekhofstraße (1973) teil, bei der es nicht nur auf die Gewinnung von Wohnraum ging, sondern auch gegen ein Bauvorhaben, das die Neue Heimat vorantrieb.[1]
Seit 1977 ist Hartmann als Rechtsanwalt in Hamburg und Köln tätig, in erster Linie als Strafverteidiger, auch in zahlreichen Verfahren gegen linke Aktivisten und darüber hinaus in der Vertretung der Nebenklage in NS-Kriegsverbrecherprozessen, so in den Verfahren gegen Kurt Lischka, Ernst Heinrichsohn und Herbert Hagen vor dem Landgericht Köln 1979, gegen Heinrich Boere vor dem Landgericht Aachen 2007 und gegen Siert Bruins vor dem Landgericht Hagen 2013.[2][3][4]
Hartmann arbeitete mit Mitgliedern der Proletarischen Front (PF) zusammen, einer Gruppierung aus dem operaistisch eingestellten „wir-wollen-alles“-Verbund.[1]
Durch den Strafprozess gegen Roland Otto und Karl Heinz Roth, den Hartmann verteidigte, zog er nach Köln.[5] Dort besetzte er mit den Mitgliedern der sozialrevolutionär orientierten „sozialistischen Selbsthilfe Köln“ (SSK) in der Ehrenfelder Marienstraße eine Anzahl von Häusern als Beginn eines sozialrevolutionären Projekts. Hieraus folgten nicht nur weitere Besetzungen, sondern auch Aktivitäten auf vielen anderen Gebieten: Gegen die Ausländerpolitik, Atompolitik, Militarisierung, NS-Erinnerungs- und „Bewältigungspolitik“ (Teilnahme an der Kampagne für die Edelweißpiraten), vor allem aber gegen die Politik der Stadtsanierung und Vertreibung (Marienstraßenbesetzung, dann Gruppe Wohnraum für alle) sowie gegen die noch stark nazistisch geprägte Rheinische Psychiatrie.[6] Begleitet wurden diese Aktivitäten von der Mitarbeit Hartmanns in der Zeitschrift Autonomie[7] und, mit sozialrevolutionärer Orientierung, im Folgeprojekt, den „Materialien für einen neuen Antiimperialismus“ (Materialien).[8][9] An diese Zeit schlossen sich weitere Aktivitäten Hartmanns gegen die Ausländer- und Vertreibungspolitik (Gruppe Grenzen auf), gegen Hartz IV (Gruppe Zahltag), gegen den neuen Militarismus (Gruppe Bundeswehr wegtreten),[10] Kampagne gegen SFB 700 an, die bis in die heutige Zeit reichen.
Tagesmedial und journalistisch positioniert Hartmann sich etwa in junge Welt[11] und im WDR 5[12].
Theorie
Hartmanns methodisch-philosophischer Ansatz weist als den wesentlichen Ort der Erkenntnis den Kampf aus. Genauer: die Auseinandersetzungen der sozialrevolutionären Prozesse mit den kapitalistischen Innovationsoffensiven. Er begreift ihn damit als umfassender, als die bürgerlichen Ansätze zumindest der Humanities es sein könnten. Denn Wissenschaft, Methodik, Philosophie seien nicht nur Ausprägungen der Offensiven und ihre wissenschaftlichen Akteure Teil ihres Dispositivs. Als in der Offensive wirkende und befangene Größen blieben sie damit auch systemisch blind für die ganze Wirklichkeit.[13][14][15] Denn die Subjekte und Subjektivität ihres sozialrevolutionären Gegenüber müssten ihnen notgedrungen entgehen. Er entwickelt dies detailliert an zwei Beispielen. Einmal den progressistischen wissenschaftlichen Avantgarden der fordistisch/tayloristischen Offensive aus Ökonomie, Ingenieurwissenschaft, Philosophie und formaler Logik und ihren wissenschaftlichen Produkten.[16] Des Weiteren an denjenigen, die sich mit der IT-Offensive auf dem Feld der Technologie, Ökonomie, der narrativen Steuerung und ihrer philosophischen Ausprägung im „neuen Realismus“ geschichtsmächtig zu machen suchen.[17] Damit fasst er die sozialrevolutionären Kämpfe als den umfassenderen generativen Ort des wirklichen Wissens, des Wissens von den wirkenden historischen Kräften, der gegnerischen und der eigenen. Gerade ihre aus der Praxis der Kämpfe gewonnene Perspektive erlaube erst einen Blick von außen auf die Wissenschaften und Wissenschaftler der Innovationsoffensive. Dies mache auch erfahrbar, warum Praxis logisch reicher ist als Theorie, eine bis in die griechische Philosophie zurückgehende Erkenntnis. Was Marx betrifft, so bezieht er sich dabei zurück auf die frühen Schriften vor dessen methodologischem Absturz in den ökonomischen Objektivismus.[18]"
https://de.wikipedia.org/wiki/Detlef_Hartmann
"Leben und Wirken
Hartmann studierte nach dem Schulbesuch im Hamburger Christianeum in Bordeaux, Freiburg, Hamburg und Berkeley. In Kalifornien beteiligte er sich an den politischen Aktivitäten in der Bay Area, die er als „sozial orientiert“ begriff, auch wenn sie sich vor allem gegen den Vietnamkrieg richteten. 1970 in die BRD zurückgekehrt, setzte er die bis heute andauernde politische Betätigung im Kontext sozialer Auseinandersetzungen fort. 1973 nahm er an der Hausbesetzung in der Hamburger Ekhofstraße (1973) teil, bei der es nicht nur auf die Gewinnung von Wohnraum ging, sondern auch gegen ein Bauvorhaben, das die Neue Heimat vorantrieb.[1]
Seit 1977 ist Hartmann als Rechtsanwalt in Hamburg und Köln tätig, in erster Linie als Strafverteidiger, auch in zahlreichen Verfahren gegen linke Aktivisten und darüber hinaus in der Vertretung der Nebenklage in NS-Kriegsverbrecherprozessen, so in den Verfahren gegen Kurt Lischka, Ernst Heinrichsohn und Herbert Hagen vor dem Landgericht Köln 1979, gegen Heinrich Boere vor dem Landgericht Aachen 2007 und gegen Siert Bruins vor dem Landgericht Hagen 2013.[2][3][4]
Hartmann arbeitete mit Mitgliedern der Proletarischen Front (PF) zusammen, einer Gruppierung aus dem operaistisch eingestellten „wir-wollen-alles“-Verbund.[1]
Durch den Strafprozess gegen Roland Otto und Karl Heinz Roth, den Hartmann verteidigte, zog er nach Köln.[5] Dort besetzte er mit den Mitgliedern der sozialrevolutionär orientierten „sozialistischen Selbsthilfe Köln“ (SSK) in der Ehrenfelder Marienstraße eine Anzahl von Häusern als Beginn eines sozialrevolutionären Projekts. Hieraus folgten nicht nur weitere Besetzungen, sondern auch Aktivitäten auf vielen anderen Gebieten: Gegen die Ausländerpolitik, Atompolitik, Militarisierung, NS-Erinnerungs- und „Bewältigungspolitik“ (Teilnahme an der Kampagne für die Edelweißpiraten), vor allem aber gegen die Politik der Stadtsanierung und Vertreibung (Marienstraßenbesetzung, dann Gruppe Wohnraum für alle) sowie gegen die noch stark nazistisch geprägte Rheinische Psychiatrie.[6] Begleitet wurden diese Aktivitäten von der Mitarbeit Hartmanns in der Zeitschrift Autonomie[7] und, mit sozialrevolutionärer Orientierung, im Folgeprojekt, den „Materialien für einen neuen Antiimperialismus“ (Materialien).[8][9] An diese Zeit schlossen sich weitere Aktivitäten Hartmanns gegen die Ausländer- und Vertreibungspolitik (Gruppe Grenzen auf), gegen Hartz IV (Gruppe Zahltag), gegen den neuen Militarismus (Gruppe Bundeswehr wegtreten),[10] Kampagne gegen SFB 700 an, die bis in die heutige Zeit reichen.
Tagesmedial und journalistisch positioniert Hartmann sich etwa in junge Welt[11] und im WDR 5[12].
Theorie
Hartmanns methodisch-philosophischer Ansatz weist als den wesentlichen Ort der Erkenntnis den Kampf aus. Genauer: die Auseinandersetzungen der sozialrevolutionären Prozesse mit den kapitalistischen Innovationsoffensiven. Er begreift ihn damit als umfassender, als die bürgerlichen Ansätze zumindest der Humanities es sein könnten. Denn Wissenschaft, Methodik, Philosophie seien nicht nur Ausprägungen der Offensiven und ihre wissenschaftlichen Akteure Teil ihres Dispositivs. Als in der Offensive wirkende und befangene Größen blieben sie damit auch systemisch blind für die ganze Wirklichkeit.[13][14][15] Denn die Subjekte und Subjektivität ihres sozialrevolutionären Gegenüber müssten ihnen notgedrungen entgehen. Er entwickelt dies detailliert an zwei Beispielen. Einmal den progressistischen wissenschaftlichen Avantgarden der fordistisch/tayloristischen Offensive aus Ökonomie, Ingenieurwissenschaft, Philosophie und formaler Logik und ihren wissenschaftlichen Produkten.[16] Des Weiteren an denjenigen, die sich mit der IT-Offensive auf dem Feld der Technologie, Ökonomie, der narrativen Steuerung und ihrer philosophischen Ausprägung im „neuen Realismus“ geschichtsmächtig zu machen suchen.[17] Damit fasst er die sozialrevolutionären Kämpfe als den umfassenderen generativen Ort des wirklichen Wissens, des Wissens von den wirkenden historischen Kräften, der gegnerischen und der eigenen. Gerade ihre aus der Praxis der Kämpfe gewonnene Perspektive erlaube erst einen Blick von außen auf die Wissenschaften und Wissenschaftler der Innovationsoffensive. Dies mache auch erfahrbar, warum Praxis logisch reicher ist als Theorie, eine bis in die griechische Philosophie zurückgehende Erkenntnis. Was Marx betrifft, so bezieht er sich dabei zurück auf die frühen Schriften vor dessen methodologischem Absturz in den ökonomischen Objektivismus.[18]"
https://de.wikipedia.org/wiki/Detlef_Hartmann
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Freitag, 3. November 2023
Zurück in die Zukunft
che2001, 11:19h
Von linkem Antisemitismus, Antizionismus, altem und neuem Antiimperialismus und dem ganzen Rest.
Die Debatte, um die es hier geht, ist von 1988, aber aktueller denn je. Ich sehe nicht mehr alles so wie in diesem meinen Blogbeitrag von 2006, insbesondere, was das Thema "Antisemitismus von links" angeht, aber die Kernsubstanz stimmt immer noch.
https://che2001.blogger.de/stories/386740/
Die Debatte, um die es hier geht, ist von 1988, aber aktueller denn je. Ich sehe nicht mehr alles so wie in diesem meinen Blogbeitrag von 2006, insbesondere, was das Thema "Antisemitismus von links" angeht, aber die Kernsubstanz stimmt immer noch.
https://che2001.blogger.de/stories/386740/
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Montag, 23. Oktober 2023
Eine linke Kritik am israelischen Besatzungsregime mit sozialistischer Perspektive
che2001, 16:14h
Ja, auch so etwas gibt es, heutzutage. Von meinem alten israelischen Genossen Gadi Algazi
https://www.researchgate.net/publication/357480430_Israel_du_socialisme_a_l'ultra-capitalisme_via_l'occupation
https://www.researchgate.net/publication/357480430_Israel_du_socialisme_a_l'ultra-capitalisme_via_l'occupation
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Sonntag, 22. Oktober 2023
Warum links nicht woke ist
che2001, 15:30h
Susan Neimann im Interview
https://www.mdr.de/kultur/podcast/diskurs/diskurs-susan-neiman-links-ist-nicht-woke-100.html
https://www.mdr.de/kultur/podcast/diskurs/diskurs-susan-neiman-links-ist-nicht-woke-100.html
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