Sonntag, 1. August 2010
Es singt der Chor der Blöden
der schon immer war zu laut. Heute im Presseclub quatschte Birgit Marschall von der Rheinischen Post, Ex-FTD, davon, dass nicht etwa Lohnerhöhungen oder gesetzliche Mindestlöhne angesichts der fortschreitenden Gesundung der deutschen Wirtschaft angesagt wären (so lautete die thematische Ausgangsfrage), sondern vielmehr die Zeitarbeit ausgeweitet werden sollte, gewaltig ausgeweitet. Sie war sich nicht zu schade, das Klischee vom Couch-Potato zu bemühen ("Es ist doch besser, auch eine schlecht bezahlte Arbeit zu haben als auf dem Sofa zu liegen") und meinte, wenn Zeit-Arbeitskräfte nicht mehr benötigt würden vermiete z.B. eine Leiharbeitsfirma die einfach an einen anderen Arbeitgeber, so würden die nie arbeitslos. Und im Übrigen könnten die Unternehmen ihren Belegschaften ja Firmenbeteiligungen anbieten. Ah ja. Den Zeitarbeitskräften?

Krumrey war schon schlimm genug, bekam von Rudolf Hickel aber auch mächtig Gegenwind. Was diese Else da von sich gab und die Tatsache, dass sie Wirtschaftsredakteurin ist, das passt so gut zusammen wie ein Flugkapitän ohne Augenlicht, ein analphabetischer Drehbuchautor oder eine Krankenschwester, die ihr Handwerk beim Abdecker gelernt hat.
Es gibt Tage, da möchte man in den Fernseher hineinschlagen.

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marschallplan
vielleicht kann man mit einem schneeballsystem quasi immer mehr arbeitsplätze schaffen. wenn man die leute nur lange genug hin und her verleiht, geht die arbeit möglicherweise gar nicht mehr aus!
im nächsten schritt verleihen wir dann leiharbeitsfirmen.

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Es gibt ja Solche, die der Meinung sind, die Autostadt habe damit bereits begonnen.

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Jetzt versteh ich, was gemeint ist, wenn von einem Verfall der Werte gesprochen wird.

Selbstverständlich ist es besser, auf der Couch zu liegen, als schlecht bezahlte Arbeit zu haben.

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Wenn es das Ziel wäre, die Binnennachfrage komplett abzuwürgen, müßte man applaudieren.

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Da hat ein Buch wie Investmentpunk dann doch eine gewisse Berechtigung.


http://www.wienerzeitung.at/default.aspx?tabID=3948&alias=wzo&cob=482484

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Bis vor 15 Jahren war ich an einem kleinen Fabriklein beteiligt. Damit war die Aufgabe verbunden, ganz normale Lagerleute einzustellen. Zeug abladen, kommissionieren, packen, aufladen, 18 DM pro Stunde, falls mit dem Papierkram belastbar mehr. Damals im Vergleich zur Umgebung für Angelernte eher im oberen Bereich. Das war ein bischen außerhalb der Stadt, also öffentlich schlecht erreichbar, und es war ein ewiges Getue, Leute zu finden. Arbeitslose wollten nicht, weil (damals) keine Verbesserung ihrer Situation, andere wollten, aber nicht lange.

Ich habe diese Arbeit oft nebenher gemacht (mangels Leuten), für mich war das ein netter Ausgleich. Aber als Job ein Leben lang?

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