Samstag, 10. September 2022
Der Musiker
An einer U-Bahnhaltestelle in Washington D.C. spielte ein Mann an einem kalten Januartag für 45 Minuten auf seiner Violine 6 Stücke von Bach. Während dieser Zeit benutzten ca. 2000 Menschen diese Haltestelle. Nach 3 Minuten bemerkte ein Passant die Musik. Für ein paar Minuten verlangsamte er seine Schritte, um dann schnell seinen Weg zur Arbeit fortzusetzen. 4 Minuten später erhielt der Geiger seinen ersten Dollar. Mehrere Kinder im Alter von 3 bis 10 blieben fasziniert stehen, wurden aber von ihren Eltern weitergezerrt. Insgesamt blieben 6 Menschen eine Weile stehen, um zuzuhören. 6 von 2000. Der Geiger verdiente 32 Dollar und erntete keinen Applaus.

Der Violinist war Joshua Bell, einer der größten Musiker der Welt. Er spielte einige der komplexesten Musikstücke, die je eschrieben wurden, auf einer Violine im Wert von 3, 5 Millionen Dollar. Zwei Tage später spielte er dieselben Stücke vor ausverkauftem Haus in Boston zu einem Durchschnittspreis von 100 Dollar pro Platz.

Das Solokonzert in der U-Bahn war ein Experiment der Washington Post.

Wenn wir nicht einmal einen Moment Zeit haben anzuhalten, um einem der weltbesten Musiker zuzuhören, wenn er einige der schönsten Stücke, die je komponiert wurden auf einem der wertvollsten Instrumente spielt, die je gebaut wurden, was verpassen wir noch alles in unserem Leben? Was für ein Setting benötigen wir, um Schönheit wahrzunehmen?

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Sich die Liebe vom Leibe halten
Eine Frau ist in mich verliebt. Und ich bin nicht froh darüber, sondern eher irritiert. Einerseits ist sie nicht unbedingt mein Typ, obwohl ich da inzwischen weit weniger festgelegt bin als in jungen Jahren. Ich mag sie als Menschen sehr gerne, aber die erotische Anziehungskraft ist nicht gerade groß, und ich sehe wenige Gemeinsamkeiten. Sie ist völlig unsportlich, nicht einmal gemeinsames Joggen kommt in Frage, erst recht keine Wandertouren oder Trainieren im Gym. Sie steht auf langsamen Kuschelsex, ich eher auf quick and dirty, durchaus auch mit Übergängen zum BDSM-Bereich. Als wir uns liebkosend aufeinander lagen empfand ich gar nichts, nahm mich eher als so eine Art Dienstleister wahr, der ihr gibt, was sie gerade braucht. Nicht unbedingt eine tolle Grundlage. Ich bin Weinkenner und Hedonist, sie Antialkoholikerin.

Und sie ist klein, zart und körperlich unbeholfen. Die Frauen, auf die ich abfahre, sind eher Bergsteigerinnen, Kampfsportlerinnen oder Motorradbräute, das Weibsvolk, mit dem ich trainiere und deren atemberaubende, zumeist tätowierte Körper ich anschließend beim gemeinsamen Saunagang bewundere.

Ich glaube, das wird nichts.
Andererseits, mal ab von Onenightstands oder Neuneinhalbwochenaffären, bin ich, wenn es um wirklich Ernsthaftes geht, seit Jahrzehnten so sehr gewohnt, von Frauen zurückgewiesen zu werden, dass es mich erstaunt, wenn eine in mich verliebt ist. Das erscheint mir als unpassend.

Viele Leute wundern sich, wieso ich ohne feste Partnerin durchs Leben gehe. Ich wundere mich da nicht. "Wie kommt die darauf, sich ausgerechnet in mich zu verlieben?", die Frage kam mir schon.

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Koronare Corona-Impfung
Ein Geschäftspartner bekam kurz nach der dritten Corona-Impfung einen Angina-Pectoris-Anfall. Notfallmäßig ins Klinikum eingeliefert musste man feststellen, dass er drei koronare Verschlüsse hatte. Ihm wurden sofort vier Bypässe gelegt. Der hatte noch nie in seinem Leben Gefäßprobleme gehabt, und jetzt war er knapp vor dem Herzinfarkt. Ein Zusammenhang mit der Impfung ist evident, aber nicht nachweisbar.

Schon ziemlich unheimlich, das Ganze, und fast unmöglich, damit in einer seriösen Öffentlichkeit Gehör zu finden.

Damit meine ich nicht die Pseudoöffentlichkeit des Verschwörologenlagers.

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