Dienstag, 7. Februar 2006
Damit der Holocaust nie wieder sei
Wenn die neoconnerds ständig betonen, sie würden dem Faschismus sehr viel ferner stehen als ihre linken Kritiker, und ihr Philosemitismus, ihre Israel-Begeisterung weise sie als das genaue Gegenteil von Nazis aus, dann würde mich doch mal ihre Reaktion auf den Lackmus-Test für Antifaschismus interessieren. Der geht so:

"Wir fordern die Vernichtung des Faschismus durch dargelegte Maßnahmen:
Aufbau einer Volksrepublik, Befreiung der Arbeit z.B. durch Achtstundentag und freie Gewerkschaften, Sozialisierung der Wirtschaft, Friede und Recht durch Wiedergutmachung, Wiederherstellung von Humanität als Grundlage der Kultur (Freiheit der Bildung und der Künste), die Sozialistische Einheit gegen den Faschismus.

Wir stellen den Kampf erst ein, wenn auch der letzte Schuldige vor den Richtern der Völker steht. Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel. Das sind wir unseren gemordeten Kameraden und ihren Angehörigen schuldig.


Es lebe das Bündnis aller antifaschistischen Kräfte Deutschlands!

Es lebe ein freies, friedliches, sozialistisches Deutschland!

Es lebe der revolutionäre demokratische Sozialismus!

Es lebe die Internationale der Sozialisten der ganzen Welt! "



Manifest von Buchenwald

Na, wie haltet Ihr es damit?

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+++ Update +++

Es lebe der revolutionäre demokratische Linksliberalismus!

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Solange ich der Grosse Vorsitzende und maßgebliche Despot dieser Volksrepublik bin bzw. sein soll, unterstütze ich das von ganzem Herzen. Ich bin dabei, ab morgen 14:00 hätte ich Zeit für den Umsturz.

Solange ich da ein kleiner Volksgenosse sein soll, mit dem der Grosse Vorsitzende und seine Bonzenkamarilla umspringen können wie sei es gern haben, sehe ich das als eine Diktatur die ihre braunen Wimpel und Sprücheklopfereien gegen rote austauscht, und dazu noch die Toten von Buchenwald et al. missbraucht.

Schwer, sehr schwer, diese Wahl...

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Dieses Manifest wurde vor Gründung der DDR verkündet, und zwar mehrheitlich von Sozialdemokraten, es waren auch Trotzkisten und Rätekommunisten sowie Linkssozialisten in USPD-Tradition dabei und nur eine Minderheit Parteikommunisten. Dass diese Positionen hinterher mißbraucht wurden, sagt nichts über ihre Richtigkeit in diesem Augenblick aus. Der Begriff der Volksrepublik z.B. meinte ursprünglich nicht zwangsläufig eine sozialistische Kasernenhofdikatatur, sondern eine sozialistische Republik, in der nicht nur Parteien, sondern gesellschaftlich relevante Gruppen, z.B. Gewerkschaften oder Räteausschüsse, an der politischen Willensbildung beteiligt werden. Das kann auch eine umfassendere und direktere Form der Demokratie beinnhalten, als wir sie heute haben. Angesichts der Präsenz von Stalins Truppen zwar auch 1945 ein frommer Wunsch ohne Aussicht auf Realisierung, zumindest aber wohl ehrlich gemeint.

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